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Vorwort zur deutschen Erstausgabe

Sankara (788-820), der Kodifikator des Advaita Vedanta, Verfasser vieler grundlegender Schriften des Hinduismus und Begründer zahlreicher Klöster des alten Indien, erläutert in dieser Schrift in 144 Sutras das Mittel zur endgültigen Verwirklichung des Selbst. Die Quintessenz dieses Werkes in seinen eigenen Worten lautet:

„So wie wir uns in unserem Verstand des Tons bewusst werden, wenn wir über den Tonkrug nachdenken, so werden wir uns des Gedankens des stets leuchtenden Brahmans bewusst, wenn wir gründlich über die vergängliche Natur dieses Universums nachdenken. Nur durch ununterbrochene Praxis kann der Atman verwirklicht werden, der absolutes Sein und Bewusstsein ist. Daher muss derjenige, der die höchste Erkenntnis erlangen will, lange Zeit über Brahman meditieren, um das gewünschte Ziel zu erreichen.“ Mit dieser Übersetzung liegt dieses wichtige Werk erstmals auch dem deutschen Leser vor.

Clemens Vargas Ramos
Oldenburg, im Oktober 2007

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Aparoksha Anubhuti

  1. Ich (das Ego, das individuelle Ich, welches sich mit den grobstofflichen, subtilen und kausalen Körpern identifiziert und so unter den verschiedenen Formen des Kampfes für die Befreiung leidet) grüße, mich zu Boden werfend, Sri Hari (den Zerstörer der Unwissenheit), Höchste Seligkeit, Höchster Lehrer, Ishvara (Der Herr), Allgegenwart und Ursache (ursprüngliche und materielle) des Universums.
  2. Hier wird das Mittel erläutert, durch welches Aparoksha Anubhuti (die direkte Verwirklichung des Selbst) erlangt werden kann, um so die endgültige Befreiung zu erreichen. Die Guten mit den reinen Herzen müssen beständig und mit äußerster Beharrlichkeit über die Wahrheit meditieren, die hier dargelegt wird.
  3. Die Vorbedingungen, die zum Erlangen der Erkenntnis erforderlich sind, wie etwa die Verhaftungslosigkeit und andere, können durch göttliche Gnade, durch Askese und durch Erfüllung der Pflichten, wie sie dem Alter und der sozialen Ordnung entsprechen, erworben werden.
  4. Die Gleichgültigkeit, die jemand gegenüber dem Kot einer Krähe empfindet, und die er unterschiedslos auf sämtliche Gegenstände des Vergnügens angefangen mit den himmlischen und endend mit den weltlichen, ausdehnt, ist die wahre, reine Verhaftungslosigkeit (Vairagya).
  5. Atman (der Ewige Zeuge) allein ist das einzige Seiende und das Bezeugte das Nicht-Seiende – die feste Überzeugung, dass dies die Wahrheit ist, wird Unterscheidungsfähigkeit genannt.
  6. Die Aufgabe sämtlicher Freuden zu allen Zeiten wird Shama (innere Selbstbeherrschung) und die Kontrolle der äußeren Funktionen des Körpers wird Dama (äußere Selbstbeherrschung) genannt.
  7.  Das vollständige Abrücken von sämtlichen Sinnesobjekten stellt den Höhepunkt von Uparati (Beherrschung des Gemüts) dar, während das geduldige Ertragen aller Arten von Schmerzen und Ungemach Titiksha (Geduld) genannt wird.
  8. Das unbedingte Vertrauen in die Veden (heilige Schriften) und in die Worte der Meister, die sie erklären, wird als Shradda bezeichnet, während die Ausrichtung des Verstandes auf das Eine Sein (Brahman) Samadhana heißt.
  9. „Wann und wodurch, oh mein Gott, wirst du mich von den Bindungen an diese Welt befreien?“ Eine glühende Sehnsucht wie diese wird Mumukshutwa genannt.
  10. Nur derjenige, der die vorerwähnten Qualitäten besitzt und den Wunsch nach vollständiger Befreiung hegt, ist in der Lage, ununterbrochen über die Höchste Erkenntnis zu reflektieren.
  11. So wie ein Objekt niemals ohne die Hilfe des Lichts wahrgenommen werden kann (obgleich dem Menschen verschiedene Wahrnehmungsmittel zur Verfügung stehen), so erreicht man die Erkenntnis mit keiner anderen Methode als mit derjenigen der Unterscheidung.
  12. Wer bin ich? Wie ist diese Welt entstanden? Wer war ihr Schöpfer? Was ist der Stoff, aus dem diese Welt besteht? So sollte die Analyse vorgenommen werden. 
  13. Ich bin nicht der Körper, nicht die Verbindung der fünf materiellen Elemente und auch nicht das Aggregat der Sinnesorgane. Von all diesem bin ich unterschieden. So sollte Selbsterforschung betrieben werden.
  14. All dieses ist das Ergebnis der Unwissenheit – es verschwindet völlig mit dem Aufdämmern der Erkenntnis. Die verschiedenen Gedankenformen (Modifikationen des Antahkarana, des inneren Organs, des Verstandes) sind der alleinige Schöpfer. So sollte Selbsterforschung (Vichara) betrieben werden.
  15. Die materielle Ursache der Unwissenheit und des Denkens ist das Eine Sein, subtil und unbeweglich; so wie der Ton die einzige Ursache der verschiedenen aus Ton gemachten Vasen ist. So sollte Selbsterforschung betrieben werden.
  16. Da ich stets das Eine, Subtile, der Kenner, der Zeuge, das immer Existierende und Unbewegliche bin, kann es keinerlei Zweifel daran geben, dass ich DAS (Brahman) bin. So sollte Selbsterforschung betrieben werden.
  17. Atman ist in der Tat das Eine ohne Teile, während der Körper aus verschiedenen Teilen gemacht ist. Gleichwohl verwechseln die Menschen dies, indem sie beides miteinander identifizieren. Wem sollte die Unwissenheit zugeschrieben werden, wenn nicht dem Körper?
  18. Atman ist das Innere und der Beherrschende des Körpers, während dieser das Beherrschte und das Äußere ist. Beide als identisch miteinander zu betrachten ist der Gipfel der Unwissenheit.
  19. Der Atman ist nichts als Bewusstheit und Heiligkeit, während der Körper nichts als Fleisch und Unreinheit ist. Beide als identisch miteinander zu betrachten ist der Gipfel der Unwissenheit.
  20. Der Atman ist die Höchste Lichtigkeit und Reinheit selbst, während der Körper, den man als grobstofflich und träge ansieht, tumb ist. Beide als identisch miteinander zu betrachten ist der Gipfel der Unwissenheit.
  21. Der Atman ist ewig wie auch das Sein selbst, während der Körper vergänglich ist, weil sein Wesen unwirklich ist. Beide als identisch miteinander zu betrachten ist der Gipfel der Unwissenheit.
  22. Der Atman ist der aus sich selbst heraus Strahlende (da er weder die Sonne noch ein anderes Licht benötigt, um zu leuchten). Sein Strahlen ist das Bewusstsein, welches sich durch die Objekte manifestiert – und dies ist nicht das einfache Gegenteil der Dunkelheit. Dagegen hängen sämtliche glühenden oder brennenden Objekte bis hin zu Sonne von gewissen Bedingtheiten ab, die ihr Licht verur sachen. Niemals können sie die Dunkelheit völlig verlassen, obwohl sie darum kämpfen.
  23. Wie seltsam, dass ein Individuum, wohl wissend, dass sein Körper ihm gehört wie ein Möbelstück, mit dem Gedanken einverstanden ist, selbst nur der Körper zu sein!
  24. Ich bin wahrlich Brahman, unveränderlich und unerschütterlich – meine Natur ist Sein, Bewusstsein und Seligkeit. Ich bin nicht der Körper (in keiner seiner Formen, seien diese grobstofflich, subtil oder kausal), welcher reine Unwirklichkeit ist. Dies nennen die Weisen die wahre Erkenntnis.
  25. Ich bin unbeweglich, formlos, makellos und ewig. Ich bin nicht der Körper, der reine Unwirklichkeit ist. Dies nennen die Weisen die wahre Erkenntnis.
  26. Ich bin gefeit gegen jede Krankheit, unerforschlich (da ich das einzige und ewig seiende Subjekt bin) und frei von Begrenzungen. Ich bin DAS, das allem Bewusstsein verleiht und alles durchdringt. Ich bin nicht der Körper, der reine Unwirklichkeit ist. Dies nennen die Weisen die wahre Erkenntnis.
  27. Ohne Eigenschaft oder Aktivität bin ich der Ewige, der immer Freie und Unvergängliche. Ich bin nicht der Körper, der reine Unwirklichkeit ist. Dies nennen die Weisen die wahre Erkenntnis.
  28. Ich bin unberührt von jeder Unreinheit, unbeweglich, unbegrenzt, heilig, alterslos und unsterblich. Ich bin nicht der Körper, der reine Unwirklichkeit ist. Dies nennen die Weisen die wahre Erkenntnis.
  29. Oh Unwissenheit! Weshalb behauptest du, dass der Glückliche, der immer seiende Atman, der in deinem eigenen Körper wohnt und in der Tat unterschieden von ihm und fern jeder Beschreibung ist, und den die Veden als identisch mit Brahman feststellen, absolut nicht existiere?
  30. Oh Unwissenheit! Versuche mit Hilfe der heiligen Schriften und der Unterscheidung zu verstehen, dass dein eigenes Selbst, der Purusha, der unterschieden vom Körper ist, nicht das vermeintlich Inexistente (obschon er keinerlei Eigenschaften besitzt), sondern im Gegenteil das Sein selbst ist, was aber von Personen wie dir (die fest am Körper hängen und den lebenswichtigen Unterschied zwischen dem Purusha und dem Körper vernachlässigen) schwer zu erkennen ist.
  31. Das Höchste (Purusha), bekannt als das „Ich“ (Ego) ist eins, der Körper aber vielfach, weil er etwas Zusammengesetztes ist. Wie kann dann dieser Körper der Purusha sein?
  32. Das „Ich“ ist unzweifelhaft das Subjekt der Wahrnehmung, während der Körper dagegen das Objekt ist. Wenn man vom Körper spricht, sagt man: „Dieser ist meiner“. Wie kann dann dieser Körper der Purusha sein?
  33. Es ist das Ergebnis unmittelbarer Erfahrung im Samadhi (meditative Versenkung) und in der höchsten Erkenntnis, dass das „Ich selbst“, der Atman, unveränderlich ist. Im Unterschied dazu ist der Körper unaufhörlichen Veränderungen unterworfen. Wenn es sich so verhält, wie kann dann dieser Körper der Purusha sein?
  34. Die Weisen haben die wahre Natur des Purusha bestätigt, die in den heiligen Schriften niedergelegt ist: „Es existiert nichts höheres, subtileres oder größeres als dieser Purusha.“ Wie kann daher dieser Körper der Purusha sein?
  35. In den heiligen Schriften finden wir außerdem dieses Sutra: „Der Purusha ist ohne jeden Zweifel alles dieses (die phänomenale Welt).“ Er ist das einzige, was in der Vergangenheit war und in der Zukunft sein wird. Er ist der Herr der Seligkeit, der diese manifestierte und vergängliche Form des Universums ange nommen hat, damit sich die Wirkungen der Wünsche und Tätigkeiten der Lebewesen, die sich für Individuen halten, erschöpfen können. Da es so ist, wie kann dann dieser Körper der Purusha sein?
  36. Ein weiterer heiliger Text, die Brihadaranyaka Upanishad, erklärt: „Im Zustand der Reinheit ist der Purusha völlig unberührt von allem, was er in den Träumen gesehen hat, denn er ist allem gegenüber vollständig unverhaftet.“ Wie kann demzufolge dieser Körper, der über und über mit zahllosen Unreinheiten bedeckt ist, der Purusha sein?
  37. In denselben heiligen Texten wird ausdrücklich erklärt, dass der Purusha der „Selbstleuchtende“ (d.h., er benötigt weder ein inneres noch äußeres Licht) sei. Wie kann also dieser Körper, der aus lebloser Materie besteht, gefühllos und allein durch eine äußere Ursache belebt, der Purusha sein?
  38. Andere religiöse Schriften, die den Gedanken der Existenz Gottes nicht verleugnen, bestätigen, dass der Atman beständig und unterschieden vom Körper ist, weil er den Fall des Körpers (Tod) überdauert und die Früchte seiner (des Körpers) Tätigkeiten in diesem Leben erntet.
  39. Sogar der subtile Körper, der aus vielen Teilen zusammengesetzt ist, als da wären: der Intellekt, das Gemüt, die fünf Sinnesorgane, die fünf Tätigkeitsorgane und die fünf vitalen Kräfte (Pranas), ist unbeständig. Außerdem ist dieser Körper, der wahrgenommen wird, aber nicht selbst wahrnehmen kann, veränderlich, begrenzt und wesenhaft unwirklich. Wie kann er dann der Purusha sein?
  40. Daher ist der unbewegte Atman, die Grundlage des Egos, unterschieden von den beiden Körpern (dem grobstofflichem und subtilen). Er ist der Purusha, der Höchste Herr und das Selbst von allem. Er ist gleichzeitig in allen Formen gegenwärtig und transzendent.
  41. Die Meister der Logik, die den Unterschied zwischen dem Atman und dem Körper zugeben, bestätigen damit indirekt die Wirklichkeit der Welt. Man muss jedoch noch weiterfragen: Wie kann diese Bestätigung dem menschlichen Lebenszweck dienen?
  42. Bis hierhin wurde klar der Unterschied zwischen dem Atman und dem Körper festgestellt; mithin die Identität beider verneint. Im Folgenden wird nachgewiesen, dass die Schlussfolgerung der Unterschiedlichkeit selbst illusorisch ist.
  43. In keinem einzigen Moment kann ein Aufhören oder eine Vielfalt für das Höchste Bewusstsein behauptet werden, da es stets einheitlich und homogen ist. Die Individualität des Jiva (der individuellen Seele) ist daher so illusorisch wie die Erscheinung eines Seils als Schlange.
  44. Da wir die wahre Natur des Seils nicht erkennen, verwechseln wir es mit einer Schlange, obwohl das Seil während dieser falschen Wahrnehmung zu keiner Zeit seine Natur ändert. Auf dieselbe Weise erscheint das Reine Bewusstsein als das phänomenale Universum, ohne währenddessen den geringsten Wandel zu erleiden.
  45. Dieses phänomenale Universum hat keine andere materielle Ursache als Brahman. Daher ist dieses gesamte Universum nur Brahman und nichts anderes.
  46. Aus der Aussage der Veden: „All dies ist der Atman“ ergibt sich, dass der Gedanke, das Sein durchdringe das Universum oder dieses werde vom Sein durchdrungen, reine Illusion ist. Wird diese höchste Wahrheit einmal verstanden, kann es keinerlei Unterschied mehr zwischen Ursache und Wirkung geben.
  47. In der folgenden Feststellung der Veden wird eine Vielheit Brahmans ausdrücklich verneint: „Nachdem man die Wahrheit von einem kompetenten Meister, der über einen gereinigten Verstand verfügt, vernommen hat, muss man verstehen, dass es im Brahman keinerlei Vielheit geben kann.“ Obwohl man es bis jetzt (irrtümlich) als Tatsache angesehen hat, dass Brahman die Ursache des phänomenalen Universums ist, muss man sich fragen: Wie kann dieses verschieden von Brahman sein?
  48. Darüber hinaus haben dieselben Veden den Glauben an die Vielheit mit den folgenden Worten verurteilt: „Jene Person, die von der Maya (der kosmischen Illusion) getäuscht wird und Vielheit in Brahman sieht, geht von Tod zu Tod“, was bedeutet, dass sie sich nicht von den Leiden fortgesetzter Geburten und Tode befreien kann.
  49. Da alle Lebewesen ihren Ursprung in Brahman haben, müssen sie auch als in Brahman selbst seiend verstanden werden.
  50. Die Veden erklären entschieden, dass nur Brahman allein das Substrat aller Namen, Formen und Tätigkeiten ist.
  51. So wie ein aus Gold gemachtes Stück stets nur Gold ist, so gilt, dass das aus Brahman Geborene stets nur Brahman ist.
  52. Die Furcht gehört zu den Eigenschaften des Unwissenden, der fortfährt, Unterschiede, und seien sie noch so gering, zwischen dem individuellen und dem Höchsten Selbst zu machen.
  53. In der Unwissenheit, die das Konzept der Dualität zeugt, sieht man Anderes (etwas oder jemanden getrennt von sich selbst). Wenn jedoch alles nur mit dem Atman identifiziert wird, nimmt man nicht im Entferntesten etwas von sich selbst Getrenntes wahr.
  54. Wenn alle Dualität abwesend ist und verstanden wird, dass alles dieses mit Atman identifiziert ist, tauchen weder Verwirrung noch Leiden auf.
  55. Die Veden in der Gestalt der Brihadaranyaka Upanishad erklären, dass dieser Atman das Selbst aller Lebewesen und wahrhaftig Brahman ist.
  56. Diese wahrgenommene Welt, die ein Objekt unserer täglichen Erfahrung ist und praktischen Zwecken dient, ist ebenso inexistent wie die Welt unserer Träume, weil sich ihr Dasein (ihre Namen und Formen) fortwährend verändert.
  57. Die Traumerfahrung ist unwirklich im Wachzustand, während gleichermaßen die Erfahrungen des Wachzustandes abwesend in den Träumen sind. Beide Erfahrungen sind wiederum abwesend im Tiefschlaf, der wiederum in den anderen Zuständen nicht erfahren wird.
  58. Daher sind alle drei Zustände illusorisch, da sie Schöpfungen der drei Gunas (der kosmischen Elementarkräfte: tamas – Trägheit, rajas – Bewegung, sattva – Harmonie) sind. Jenseits der Gunas befindet sich der Zeuge, Atman (die Wirklichkeit hinter den Gunas), der über alle Eigenschaften erhaben ist und der Ewige und Bewusstsein selbst ist.
  59. Auf dieselbe Weise wie man nach dem Verschwinden der Illusion Perlmutter nicht mehr für Silber oder Ton für eine Vase hält, so verwechselt man nicht mehr Brahman mit der individuellen Seele, sobald Brahman verwirklicht wurde.
  60. Auf dieselbe Weise, wie wir dem Ton den Namen „Vase“, dem Gold den Namen „Armreif“ geben und das Silber mit dem Perlmutter verwechseln, so wird Brahman mit dem individuellen Selbst verwechselt und diesem zugeschrieben.
  61. Im Atman das Universum zu sehen, ist ebenso illusorisch wie Bläue im Himmel, Wasser in der Luftspiegelung oder (in der Dunkelheit) eine menschliche Gestalt in einem Pfahl zu sehen.
  62. Die Erscheinung des Universums im Brahman ist gleichermaßen illusorisch wie die Erscheinung eines Phantoms an einem leeren Ort, eines Schlosses in der Luft oder eines zweiten Mondes am Himmel.
  63. So wie Wasser in der Form von großen und kleinen Wellen oder Kupfer in der Form verschiedener Gerätschaften erscheint, so erscheint der Atman als das Universum.
  64. So wie Ton den Namen „Tonkrug“ oder Fäden den Namen „Tuch“ erhalten, so erscheint der Atman als das Universum. Um den Atman zu erkennen, ist es unentbehrlich, alle Namen und Formen, die Manifestationen der Unwissenheit sind, zu verneinen.
  65. Alle unsere Tätigkeiten werden ohne bewusstes Wissen in und durch Brahman vollzogen. Dieselbe Unbewusstheit verbirgt vor uns die Wahrheit, dass alle die verschiedenen Formen aus Ton, die wir benutzen, wahrhaftig nichts als Ton sind.
  66. Dieselbe Beziehung von Ursache und Wirkung, die zwischen dem Ton und den Vasen existiert, existiert auch zwischen Brahman und dem phänomenalen Universum. Diese Beziehung, die ausschließlich nur aus Namen und Formen besteht, wurde als solche in den heiligen Schriften, den Veden, durch vernünftige Schlussfolgerung festgestellt.
  67. So wie wir uns in unserem Verstand des Tons bewusst werden, wenn wir über den Tonkrug nachdenken, so werden wir uns des Gedankens des stets leuchtenden Brahmans bewusst, wenn wir gründlich über die vergängliche Natur dieses Universums nachdenken.
  68. Atman, der (ohne Modifikation) für die Weisen stets rein ist, erscheint den Unwissenden als unrein (oder zusammengesetzt), so wie ein und dasselbe Seil auf zweierlei verschiedene Arten (Seil und Schlange) erscheint, wenn es von Wissenden oder Unwissenden wahrgenommen wird.
  69. So wie ein Krug nichts als Ton ist, so ist gleichermaßen der Körper (und auch das gesamte Universum) nur Bewusstsein und nichts anderes. Es sind die Unwissenden, die vergeblich einen Unterschied zwischen dem Sein und dem Nicht-Sein behaupten.
  70. So wie ein Seil als Schlange und Perlmutter als Silber angesehen wird, so denkt der Unwissende, dass der Körper der Atman ist.
  71. Irrtümlich werden Ton als Vase, Fäden als Tuch, Gold als Armreif,
  72. Wasser als Wellen, ein Baumstamm als menschliche Gestalt, eine Luftspiegelung als Wasser, ein Haufen Holz als Haus
  73. und ein Stück Eisen als Schwert angesehen.
  74. In derselben Weise wird der Atman für den Körper gehalten.
  75. So wie wir einen illusorischen Baum, in Wasser gespiegelt, sehen, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  76. So wie für eine Person,die in einem Boot fährt, alles außerhalb davon in Bewegung zu sein scheint, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  77. So wie einer an Gelbsucht erkrankten Person alle weißen Dinge als gelb erscheinen, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  78. So wie einer Person mit einem Augenschaden alle von ihr gesehenen Dinge als schadhaft erscheinen, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  79. So wie durch Kreisen eines brennenden Holzstücks der Eindruck eines Feuerrades entsteht, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  80. So wie weit entfernte Dinge, die in Wirklichkeit groß sind, als klein erscheinen, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  81. So wie Dinge, die tatsächlich sehr klein sind, durch ein Vergrößerungsglas als groß erscheinen, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  82. So wie die Oberfläche von Glas aufgrund von Unwissenheit für Wasser und eine stille Wasseroberfläche für Glas gehalten wird, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  83. So wie eine Person einen Edelstein für Feuer oder Feuer für einen Edelstein hält, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  84. So wie durch die Bewegung der Wolken der Mond selbst in Bewegung zu sein scheint, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  85. So wie eine verwirrte Person die Orientierung in den Himmelsrichtungen verloren hat, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  86. So wie sich der in unruhigem Wasser gespiegelte Mond zu bewegen scheint, so halten wir aufgrund der Unwissenheit den Körper für den Atman.
  87. Auf dieselbe Weise erscheint aufgrund von Unwissenheit im Atman die Illusion des Körpers, die wiederum im Höchsten Atman verschwindet, sobald die direkte Verwirklichung erlangt wird.
  88. Wenn das gesamte bewegte und unbewegte Universum als der Atman angesehen und die Existenz sämtlicher Dinge darin verneint wird, wie kann man dann noch den Körper als den Atman an sehen?
  89. Oh Erleuchteter! Während du die Ergebnisse des Prarabdha-Karma (des gegenwärtigen Lebensschicksals) erfährst, meditiere stets über den Atman, denn sich elend zu fühlen, wäre deiner unwürdig.
  90. Hiermit ist die Theorie widerlegt, die aus den Schriften vernommen wird, dass die Kräfte des Prarabdha-Karma auch dann weiterwirken, nachdem die Erkenntnis des Atman aufgetaucht ist (für den Kenner des Atman existieren weder der Körper noch die drei Arten des Karma weiter).
  91. Wie nach dem Aufwachen der Traum nicht länger existiert, so hören mit dem Auftauchen der Erkenntnis der Wirklichkeit das Prarabdha-Karma und die Wahrnehmungen des Körpers und seiner Aggregate (Verstand, Intellekt usw.) auf.
  92. Das Prarabdha-Karma (das dieses Leben hervorgebracht hat) ist das Karma (oder die Tätigkeit), welches in einem früheren Leben erzeugt worden ist. Für den verwirklichten Menschen (der frei vom Konzept des Egos ist) existiert keinerlei Karma mehr, da er frei vom Zyklus der Wiedergeburten ist.
  93. So wie der Traumkörper eine illusorische Überlagerung des Atman ist, so ist es auch der gegenwärtige Körper. Wie kann es dann die Geburt eines illusorischen Körpers geben? Und wie kann es weiter hin in Abwesenheit des Körpers Prarabdha-Karma geben?
  94. Die Schriften des Vedanta (der Schlussbetrachtung der Veden) erklären, dass es in Wirklichkeit die Unwissenheit (Avidya) ist, die die materielle Ursache der phänomenalen Welt darstellt, wie der Ton die Ursache des Kruges ist. Wenn die Unwissenheit zerstört ist, wie kann dann das Universum noch fortbestehen?
  95. Aufgrund der Unwissenheit nimmt eine Person allein die Schlange und nicht das Seil wahr, welches doch die Wirklichkeit ist. Ebenso sieht der Unwissende einzig die phänomenale Welt, ohne die Wirklichkeit zu erkennen.
  96. Sobald die wahre Natur des Seils erkannt wird, kann die Illusion der Schlange nicht fortbestehen. Ebenso verschwindet mit der Erkenntnis der Essenz von allem (Brahman) die phänomenale Welt völlig aus dem Bewusstsein.
  97. Wie kann Prarabdha-Karma existieren, wenn die Unwirklichkeit des Körpers erkannt ist, der doch zur phänomenalen Welt gehört? Aus diesem Grunde sprechen die Veden nur als Zugeständnis gegenüber den Unwissenden vom Prarabdha-Karma. 
  98. „Alle Tätigkeiten (Karmas) des Menschen, der den Atman, der das Höchste und das Niedrigste ist, verwirklicht hat, vergehen.“ In diesem Passus der Veden wird durch die Verwendung des Plural das Prarabdha-Karma klar verneint.
  99. Falls der Unwissende immer noch wider besseren Wissens die Möglichkeit, auch nach der Verwirklichung von Wirkungen des Prarabdha-Karmas betroffen zu sein, aufrechterhält, verwickelt er sich nicht nur in absurde Widersprüche, sondern er widerspricht damit auch der klaren Feststellung des Vedanta, dass nämlich „nur der nicht-duale Atman existiert und allein durch die Unwissenheit das illusorische phänomenale Universum wahrgenommen wird.“ Daher muss man den Sutras der Veden vertrauen, die von der Wahrheit sprechen.
  100. Zur Verwirklichung des zuvor Ausgeführten spreche ich nun von den fünfzehn Bedingungen, mit deren Hilfe ununterbrochen tiefe Meditation über die Wahrheit geübt werden sollte.
  101. Nur durch ununterbrochene Praxis kann der Atman verwirklicht werden, der absolutes Sein und Bewusstsein ist. Daher muss derjenige, der die höchste Erkenntnis erlangen will, lange Zeit über Brahman meditieren, um das gewünschte Ziel zu erreichen.
  102. Die Bedingungen für die Verwirklichung sind: Die Kontrolle der Sinne, die Kontrolle des Verstandes, die Entsagung, die Stille, der Raum, die Zeit, die Haltung, die Basis oder Wurzel der Zurückhaltung (Mulabandha),
  103. das Gleichgewicht des Körpers, die Klarheit der Vision, die Kontrolle der vitalen Kräfte, die Zurückhaltung des Verstandes, die Konzentration, die Kontemplation des Atman und die vollständige Absorption.
  104. Die Kontrolle der Sinne (Yama) wird durch die Erkenntnis erlangt, dass alles Brahman ist. Diese Praxis muss wieder und wieder geübt werden.
  105. Der kontinuierliche Fluss eines einzigen Gedankens unter Ausschluss aller anderen wird als die Kontrolle des Verstandes (Niyama) bezeichnet. Die Weisen praktizieren dies regelmäßig. Der eine und einzige Gedanke ist: Mein Selbst ist das Höchste Selbst.
  106. Die wahre Entsagung besteht in der Aufgabe dieses illusorischen Universums, welches als der allwissende Atman erkannt wird. Die Großen ehren diese Form der Entsagung wegen ihrer Natur der unverzüglichen Befreiung.
  107. Der Weise sollte stets eins mit der Stille sein, der sich Worte und Verstand zuwenden, ohne sie jemals berühren zu können. Die Yogis jedoch erreichen eben diese Stille.
  108. Wer kann DAS (Brahman) beschreiben, das durch Worte nicht berührt werden kann? (denn Brahman wird nur in der Stille verwirklicht.) Ebenso geht der Versuch fehl, die phänomenale Welt zu beschreiben, da sie jenseits aller Worte ist. (man kann weder behaupten, dass die Welt Sat [wirklich] sei, weil sie im Tiefschlaf nicht wahrgenommen wird, noch dass sie Asat [unwirklich] sei, weil wir sie im Wachzustand wahrnehmen.)
  109. Daher muss die phänomenale Welt ebenfalls als unbeschreibbar angesehen werden. Die Weisen kennen diese Unausdrückbarkeit auch als die wesenhafte Stille (da sie untrennbar vom Atman ist). Die Kontrolle der Sprache als Mittel des Stillseins wird von den Lehrern der Natur des Brahman gegenüber den Unwissenden angeordnet. 
  110. Der Raum ist jene Erhabenheit, in der das Universum weder am Anfang, in der Mitte noch am Ende existiert, aber gleichwohl von diesem Raum in alle Ewigkeit durchdrungen wird (dieser Raum ist Brahman).
  111. Das nicht-duale Brahman, dessen Natur unteilbare Seligkeit ist, wird mit dem Wort „Zeit“ in Verbindung gebracht, weil es in der Zeitspanne eines Lidschlags alle Lebewesen von Brahma (dem Schöpfer) an abwärts erschafft.
  112. Die wahre Haltung ist diejenige, mit deren Hilfe die Meditation über Brahman spontan und unaufhörlich vonstatten geht, jedoch nicht jene, die die Seligkeit dieser Meditation stört.
  113. Siddhasana wird jene Haltung genannt, die als der Ursprung aller Lebewesen und Grundlage des gesamten Universums bekannt ist, die unbeweglich ist und in welcher die Erleuchteten ihre Individualität vollständig verlieren.
  114. DAS (Brahman), das die Wurzel der gesamten Existenz ist, und auf dem die Kontrolle des Verstandes beruht, ist als die Basis oder Wurzel der Zurückhaltung (Mulabandha) bekannt. Diese Haltung sollte stets von denen eingenommen werden, die Raja-Yogis (Raja Yoga – eine mental orientierte Yoga-Form) sind.
  115. Das Gleichgewicht aller Teile des Körpers entsteht durch die vollständige Absorption im einheitlichen Brahman. Bloße strenge Körperkontrolle wie bei einem vertrockneten Baum kann nicht als Gleichgewicht angesehen werden.
  116. Durch Verwandlung der gewöhnlichen Sicht in die Sicht der Erkenntnis muss man dahin kommen, die Welt als Brahman selbst anzusehen. Nur diese ist die wahre höchste Sicht, aber nicht diejenige, die ihre Aufmerksamkeit nur auf die Nasenspitze richtet.
  117. Oder man sollte seine Aufmerksamkeit allein auf DAS richten, in dem alle Unterscheidungen von Seher, Gesehenem und Akt des Sehens verschwinden, aber nicht auf die Nasenspitze.
  118. Die Kontrolle aller mentalen Modifikationen, die als Chitta bezeichnet werden, und die Art, sie als Brahman allein zu sehen, wird Pranayama genannt.
  119. Die Verneinung der phänomenalen Welt ist Rechaka (Ausatmung), der Gedanke „ich bin wahrhaftig Brahman“ ist Puraka (Einatmung) und das feste Verbleiben in diesem Gedanken wird Kumbhaka (Zurückhalten des Atems) genannt.
  120. Dies ist für die Erleuchteten das wahre Pranayama. Dagegen quälen die Unwissenden lediglich ihre Nasen.
  121. Die Absorption des Verstandes in der höchsten Erkenntnis, in der der Atman in allen Objekten wahrgenommen wird, wird Pratyahara (Zurückhaltung des Verstandes von den Sinnen und Objekten) genannt. Diese Praxis wird von denjenigen geübt, die die Befreiung suchen.
  122. Das höchste Dharana (Konzentration) ist jene feste Haltung des Verstandes, in der alles als Brahman erkannt wird; wohin der Verstand sich auch immer wenden mag.
  123. Das von allem unangefochtene Verbleiben im einzigen, ungeteilten Gedan ken „Ich bin wahrhaftig Brahman“ wird mit dem Begriff Dhyana (Meditation) bezeichnet. Diese ist der Bringer höchster Seligkeit.
  124. Das vollständige Vergessen aller Gedanken dadurch, sie zuerst bewegungslos zu machen und anschließend konsequent mit Brahman zu identifizieren, wird Samadhi oder auch Erkenntnis genannt.
  125. Der Aspirant sollte diese Meditation, die seine eigene Seligkeitsnatur enthüllt, mit großer Sorgfalt praktizieren, bis sie dominierend geworden ist. Dann entsteht sie spontan in einem einzigen Augenblick, sobald man sich in diesem Zustand befinden möchte.
  126. Damit befreit sich der Fähigste der Yogis, der diese Vollkommenheit (durch Festigung in dieser Praxis) erlangt hat, von allen anderen Praktiken. Die wahre Natur eines solchen Menschen geht über alle Worte und den Verstand hinaus.
  127. Während der Praxis des Samadhi entstehen unvermeidlich verschiedene Hindernisse, als da wären: Unvermögen in der Erforschung, Lethargie, Wunsch nach den Freuden der Sinne, Schlaf, Trägheit, Zerstreutheit, Geschmack an der Freude und das Gefühl von Leere.
  128. Der Aspirant in der Erkenntnis des Brahman muss sich Schritt um Schritt von all diesen zahllosen Hindernissen befreien.
  129. Während man an ein Objekt denkt, identifiziert sich der Verstand mit diesem. Wenn man an die Leere denkt, wird der Verstand tatsächlich leer, und während man an Brahman denkt, erreicht der Verstand die Vollkommenheit. Daher muss man beständig an Brahman denken, um Vollkommenheit zu erreichen.
  130. Diejenigen, die diesen höchsten und reinigenden Gedanken an Brahman aufgeben, leben vergeblich und befinden sich auf derselben Stufe wie die Tiere.
  131. Wahrhaft gesegnet sind dagegen diejenigen Personen, die an erster Stelle dieses Bewusstsein von Brahman pflegen und mehr und mehr entwickeln. Diese werden allerorten geschätzt.
  132. Nur diejenigen, in denen dieses stets präsente Bewusstsein des Brahman reifer und reifer wird, erlangen den Zustand des allgegenwärtigen Brahman, aber nicht jene, die ihre Zeit lediglich mit leeren Diskussionen verbringen.
  133. Auch jene, die nur Geschick in Diskussionen über Brahman zeigen, ohne die Verwirklichung zu praktizieren, und die an weltlichen Vergnügen hängen, werden aufgrund ihrer Unwissenheit wiederholte Male wiedergeboren.
  134. Der Aspirant in der Verwirklichung des Brahman darf nicht einen einzigen Moment ohne den Gedanken an Brahman sein; so wie Brahma, Sanaka, Suka (die Götter) und andere.
  135. Das Wesen der Ursache ist in der Wirkung enthalten, aber nicht umgekehrt. Durch vernünftiges Überlegen kommen wir daher zu der Schlussfolgerung, dass beim Verschwinden der Wirkung auch die Ursache verschwindet.
  136. So verbleibt nur die Höchste Wirklichkeit (Brahman), die über alle Worte hinausgeht. Dies muss wieder und wieder wie am Beispiel mit dem Ton und der Vase verstanden werden.
  137. Nur durch beständiges Praktizieren des Samadhi entsteht in jenen, deren Verstand gereinigt ist, ein Zustand des Bewusstseins von Brahman, welches schließlich in Brahman aufgeht.
  138. Als erstes muss man mit der negativen Methode nach der Ursache suchen und diese schließlich mit der positiven Methode in der Wirkung ausfindig machen.
  139. Man muss dahin kommen, die Ursache in der Wirkung zu sehen und anschließend die Wirkung vollständig zu verwerfen. Der Weise wird dann zu dem, was danach verbleibt (was verbleibt, ist das Selbst.)
  140. Die Person, die beständig und mit fester Überzeugung über eine Sache nachdenkt, wird schließlich selbst zu dieser Sache. Dies lässt sich gut verstehen am Beispiel von der Wespe und der Larve (die Wespe sticht die Larve, die den Schmerz nicht vergessen kann und schließlich selbst zur Wespe wird).
  141. Der Weise sollte stets an alles Unsichtbare, Sichtbare und alles andere als an sein Selbst denken, das Bewusstsein selbst ist.
  142. Indem das Sichtbare auf das Unsichtbare reduziert wird, muss der Weise daran denken, dass das Universum identisch mit Brahman ist. Nur so wird er sich in der ewigen Freude verankern – mit dem Verstand voll von Bewusstheit und Seligkeit.
  143. Hiermit wurde der Raja-Yoga mit den oben erwähnten Schritten beschrieben. Dieser muss von denjenigen, deren weltliches Verlangen erst teilweise vermindert ist, mit dem Hatha-Yoga (Atem-Yoga) kombiniert werden.
  144. Für jene, deren Verstand vollständig gereinigt ist, führt allein dieser Raja-Yoga zur Vollkommenheit. Die Reinigung des Geistes wird sehr schnell von denjenigen erreicht, die ihren Lehrer und das Göttliche verehren.

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Verlagsinformation

übersetzt von Clemens Vargas Ramos

© Copyright dieser deutschen Ausgabe:Yoga Vidya Verlag. ISBN 978-3-931854-85-0
Das Copyright und die Rechte der Veröffentlichung in anderen Medien und Drucksachen, auch als Buch, verbleibt beim Übersetzer Clemens Ramos Varga.

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