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Siddheshwari

Ma hat das Geheimnis des Siddheshwari-Asana, d.h. des mit Erde verstopften Hohlraums und der darübergebauten Plattform nie gelüftet.  Alle empfanden jedoch, daß es in irgendeiner Weise mit Bholanath verbunden war und daß es sich um einen sehr heiligen Ort handelte, an dem in früheren Jahrhunderten Generationen von Asketen Selbstverwirklichung erlangt hatten. Hatte Bholanath sich vielleicht selbst dort in einem früheren Leben asketischen Übungen hingegeben und die göttliche Shakti in menschlicher Form angerufen? Diese Frage drängte sich allen auf, da man an dieser Stelle hörte und sah, wie Ma sich selbst erklärte. Ihr Kheyala entsprang fast immer den Wünschen und Sehnsüchten der Menschen in ihrer Umgebung. Vielleicht ist ihr klares Auftreten als Lehrerin auf Pran Gopals Gebete zurückzuführen, so wie auch die Feier der Vasanti-Puja in Siddheshwari im April 1926 auf Bholanaths einmal ausgesprochenen Wunsch zurückgeht, dieses Ritual auszuführen. Ein weiteres wichtiges Ereignis fand an derselben heiligen Stätte statt: Shri Ma‘s Namensgebung.
      Bhaiji war eines Tages in seinem Büro bei der Arbeit, als ihm sein Assistent Bhupen die Nachricht aus Shahbagh überbrachte, daß Ma ihn dort erwarte. Bhupen hatte ihr gesagt, daß der Direktor heute aus dem Urlaub zurückkommen und die Leitung der Behörde wieder von Bhaiji übernehmen werde, aber Ma bestand darauf, daß er die Botschaft ausrichte. Bhaiji ließ seine Akten und Papiere sofort liegen und kam nach Shahbagh. Ma sagte: »Laß uns nach Siddheshwari gehen!« Als sie dort ankamen, setzte sie sich wie gewöhnlich auf die Plattform. Ihr Gesicht strahlte vor Freude. Einem inneren Impuls folgend, wandte sich Bhaiji an Bholanath und sagte: »Von heute an nennen wir sie Shri Shri Anandamayi Ma!« Bholanath stimmte lächelnd zu.
      Auf ihrem Rückweg sagte Ma zu ihm: »Sonst warst du doch immer gut gelaunt. Hast du jetzt irgendwelche Sorgen?« Bhaiji antwortete, der Direktor werde ihn ganz sicher für pflichtvergessen halten, da er das Büro verlassen habe, ohne irgendjemandem ein Wort zu sagen. Doch in Wirklichkeit geschah nichts dergleichen. Der Direktor hatte sich selbst ohne sein Verschulden verspätet und bemühte sich, Bhaiji die Gründe zu erklären, als sie zusammentrafen.
      Später fragte Bhaiji Ma, warum sie ihn so unerwartet nach Shahbagh habe rufen lassen, worauf sie lächelnd erwiderte: »Um deinen Fortschritt in diesen Monaten zu prüfen. Wie hätte ich sonst außerdem meinen Namen bekommen?«

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Die Bengalis von Dacca waren große Verehrer der Göttin Kali, der Schutzpatronin von Bengalen. In Bholanaths Familie - wie in vielen anderen Häusern in Dacca - wurde Kali seit Generationen rituell verehrt. In Shahbagh wurde die jährliche Kali-Puja im Oktober 1926 mit großem Enthusiasmus gefeiert. Viele wunderbare Ereignisse erfüllten die Herzen der Devotees. Diese Puja hatte mehr als ein interessantes Nachspiel. Erstens wurde die Statue der Kali nicht wie sonst nach dem Fest in einem Fluß versenkt. Diese Figuren aus ungebranntem Ton sind nicht für lange Dauer bestimmt; sie lösen sich im Wasser eines Flußes oder Sees rasch auf. Niranjan Rais Frau wünschte sich jedoch, daß die Kali-Figur aufbewahrt werden solle, weil sie so schön und lebensecht war. Ma sagte: »Wenn es dich traurig macht, dich von ihr zu trennen, dann laß sie bleiben, solange sie will.«
      Zweitens wurde auch das zur Puja entzündete Opferfeuer am Leben erhalten, statt die Zeremonie mit dem Löschen des Feuers nach der letzten Opferung zu beschließen. Niemand sah in diesen Geschehnissen eine zukunftsträchtige Bedeutung, doch sie wurden akzeptiert und in den Tagesablauf von Shahbagh einbezogen.
      Zu den weiteren NeuerungenZu den weiteren Neuerungen bei dieser Puja gehörte auch das Abweichen vom Brauch des Tieropfers. Bholanath hatte verstanden, daß solche Opfer nicht Ma‘s Kheyala entsprachen - daher wurde das Ritual in anderer Form ausgeführt. Nur wer mit der Tradition der Kali Puja in Bengalen vertraut ist, kann die Radikalität dieser Reform ermessen.
      Das bemerkenswerteste Resultat der Kali-Puja ergab sich beinahe als Mißverständnis. In den frühen Morgenstunden saßen Ma und Bholanath mit einigen nahestehenden Gefährten zusammen und besprachen die soeben zu Ende gegangene Feier. Jemand bemerkte, die Figur der Kali sehe so natürlich aus, daß er Angst habe, allein im Puja-Zimmer zu sitzen. Die anderen pflichteten ihm bei, es sei wirklich eine außergewöhnliche Figur. Plötzlich bat Ma Didi, ein wenig Feuer aus dem Bronzegefäß (Yajña-Kund) im Puja-Zimmer zu holen. Didi brachte Ma ein paar glühende Kohlen in einem geeigneten Gefäß. Sie nahm es in die Hand, schüttelte es spielerisch und bemerkte dabei: »An diesem Feuer wird das Feuer eines großen Mahayajña [vedischer Opferritus] entzündet werden.« Nach einer Pause fragte sie: »Wer kann die Aufgabe übernehmen, dieses Feuer in Kalis Zimmer am Leben zu erhalten?« Niemand meldete sich spontan, denn die Frage warf viele Probleme auf. Da Kali alle Bindungen zerstört, wird sie nur von Asketen täglich rituell verehrt. Manche Haushälter fürchten sich sogar, ein Bild von Kali im Haus zu haben. Außerdem erforderte es ununterbrochene Wachsamkeit, das Feuer zu bewahren. Kurzum: niemand, der ein normales Familienleben führte, kam dafür in Frage. Didis ältester Bruder Birendra Chandra gab dieser allgemeinen Ansicht mit seiner Antwort Ausdruck: »Nein, Ma, das kann ich nicht. Ich muß an meine Frau und Kinder denken.« Die anderen schwiegen. Doch Ma wiederholte ihre Frage mit Nachdruck: »Wer von euch kann es tun?« Shashanka Mohan hatte ein wenig gedöst. Er hörte die Frage erst jetzt und brachte sie in Zusammenhang mit dem vorherigen Gesprächsthema, wer sich fürchte, mit der lebensechten Kali-Figur allein zu sein. Entschieden sagte er: »Ich kann es tun. Was gibt es da zu fürchten?«
      Prompt antwortete Ma: »Sehr gut. Frage deine Söhne.« Birendra, sein ältester und Nandu, sein jüngster Sohn waren anwesend. Birendra sagte: »Wenn Vater das tun kann, wird es ihm großen Verdienst (Punya) einbringen.« Nandu hatte schwere Bedenken, aber er sagte nichts. Daraufhin übertrug Ma Shashanka Mohan die Betreuung des Feuers, dem eine sehr bedeutsame Zukunft bestimmt war. Ohne ein weiteres Wort ging er fort, um mit der Wache zu beginnen, die später von anderen fortgesetzt wurde. Dann schickte Ma Didi und ihre Brüder heim.

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