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Hinduistische Götter

Der große vedantische Philosoph Acharya Sri Shankara gründete den Pfad der Hingabe, dessen Kern sechs personifizierte Gottesvorstellungen bilden. Auf dieser Seite wurde der Schwerpunkt auf vier davon gelegt: Ganesha, Shiva, Krishna und Devi. Surya und Kartikeya werden nicht näher behandelt.

Bedeutung der Götter für die spirituelle Praxis

Der Weg zurück zur Achtsamkeit

In längst vergangenen Zeiten lebten die Menschen in Harmonie mit der Natur. Sie betrachteten alles als göttlich. Als das Bewusstsein des Menschen später an Feinheit verlor, begannen stattdessen die sogenannten Gurus spirituelle Lehren zu vermitteln.

Im Laufe der Zeit führte man die heiligen Feuerzeremonien ein, durch die die Götter für das Wohlergehen der Welt verehrt wurden. Danach ließen die Weisen bewusst eine neue Generation an Gottheiten entstehen, um den verschiedenen Temperamenten der Massen zu entsprechen.

Entstehung philosophischer Schriften

Schließlich wurden philosophische Schriften, wie die Veden und Upanischaden verfasst. Diese sollten das Bewusstsein der Menschen zur höchsten Wahrheit lenken. Jedoch war den Autoren sehr wohl klar, dass die Masse der Menschheit die darin enthaltenen Gedanken niemals begreifen würde. Deshalb förderten sie einen Pfad der spirituellen Lehre, der jeder Bewusstseinsart leicht zugänglich ist.

Das Bewusstsein neigt nämlich dazu, das Schöne zu lieben, das Großartige zu bewundern und das Heldenhafte nachzuahmen. Der Mensch braucht in seinem täglichen Leben einen Freund, Philosophen und Führer. Die von Sehern und Heiligen geschriebenen Schriften über die Götter erfüllen dieses Bedürfnis.

Göttersagen als Inspiration für die spirituelle Praxis

Lange Abschnitte der Göttersagen (Puranas) beschreiben ihre Großtaten und verherrlichen Vishnu, Shiva, Devi, Ganesha und Skanda. Und auch andere Gottheiten wie Brahma, Surya and Varya, wird besonders viel Aufmerksamkeit in den Puranas gewidmet.

Die Geschichten der Götter, Weisen, Könige, Heiligen und moralischen Helden in den Puranas unterweisen in spirituellen und moralischen Werten, regen Glauben und Liebe für Gott an und vermitteln erhabenes Wissen der höchsten Realität.  

Hinduistische und vedische Hauptgötter

Die wichtigsten Götter im Hinduismus sind  Brahma, Vishnu, Shiva, Ganesha und Subramanya. Zudem finden sich als Hauptgöttinen Lakshmi, Saraswati sowie Durga.

Zu den wichtigsten vedischen Götter hingegen zählen Indra, Varuna, Agni, Surya, Soma, Yama, Vayu, Aswin, Brihaspati und Brahmanaspati. Erde, Kuh, Usha und Saraswati wiederrum, gelten als die vedischen Hauptgöttinnen.

Warum gibt es so viele Götter?

Menschen unterscheiden sich in ihren Geschmäckern sowie geistigen und intellektuellen Fähigkeiten. Unterschiedliche Rishis (Seher) ließen die verschiedenen Götter und Göttinnen entstehen, um den verschiedenen Bedürfnissen der Massen zu entsprechen.

Wenn zum Beispiel ein Textiliengeschäft eine Vielfalt an Stoffen und Moden mit farbenfreudiger Kleidung anbietet, werden tendenziell viele Menschen dorthin einkaufen gehen. Wird nur eine Art von Kleidung angeboten, werden eher  nur wenige kommen.

All die verschiedenen Kleidungsstücke sind jedoch aus dem gleichen Baumwollstoff gefertigt. So verhält es sich auch mit den Göttern: Manche mögen Shiva, andere Devi, manche Krishna, andere Christus. Das zugrundeliegende Prinzip und die dahinter stehenden Eigenschaften sind jedoch dieselben. Gott ist allwissend, allmächtig und allgegenwärtig.

Warum verehren die Hindus Gottesbildnisse?

Symbole machen das Abstrakte begreifbar

Wie kann unser Bewusstsein, dass sich selbst eine vierte Dimension nur unvollständig vorstellen kann, das Unendliche begreifen? Ein Bildnis ist nichts anderes als eine dreidimensionale Darstellung des unendlichen Bewusstseins. Mit dem Bildnis haben wir ein Symbol, dass vom begrenztem Bewusstsein verstanden werden kann und zu dem wir Bezug aufbauen können.

Fast jeder reagiert auf Symbole. Wenn wir uns die Hände schütteln, eine Flagge hissen oder das Bild einer geliebten Person auf einem Regal stehen haben, vollzieht sich ein symbolischer Vorgang. Die Flagge bedeutet mehr als ein einfaches Stück Stoff mit Mustern. Sie repräsentiert ein ganzes Land und sein Volk. Auch sollten wir niemals auf das Bild einer geliebten Person spucken, obwohl es "nur" ein Stück Papier ist.

Symbole in Religionen

Verschiedene Religionen enthalten unterschiedliche Symbole. Christen verehren Symbole wie das Kreuz, beten zu Jesus, Mutter Maria und andere Heilige. Die Moslems zollen den Propheten und noblen Personen Ehre und Respekt. Die jüdische Religion bewahrt die Torah. Zum Sabbat-Gottesdienst gehört eine ehrerbietige, rituelle Prozession mit dem heiligen Buch. Und die Perser und Iraner führen ausgiebige Feuerverehrungen durch.

Alle Religionen verwenden also Symbole. Das Bildnis verweist auf das Ideal, dass man sich bemüht anzustreben. Solange man nicht den Zustand des Unendlichen erreicht hat, erfüllen Abbilder und Symbole einen definitiven Zweck, indem sie eine Fokusmöglichkeit für Hingabe und Kontemplation bieten.

Wofür steht das Gefährt der Götter?

Das göttliche Gefährt hat eine innere Bedeutung. Es repräsentiert die Wunschnatur, ein kleines Verlangen, dass ins menschliche Bewusstsein eindringen und all seinen materiellen und spirituellen Reichtum zerstören kann.

In diesem Fall zeigen die Götter ihre vollständige Kontrolle über ihre Wünsche und Verlangen. Das göttliche Gefährt mahnt uns, unsere Wunschnatur zu beherrschen lernen, um zu vollkommenen Mensch zu werden.

Warum bilden die Götter Paare?

Dynamische und statische Energie

Gottes Schöpfung ist nichts anderes, als die materielle Manifestation eines Teils der unergründlichen Energie, die Gott genannt wird. Diese göttliche Energie existiert sowohl in einem dynamischen als auch in einem statischen Zustand.

Beide Zustände sind nicht voneinander trennbar. Dementsprechend werden die beiden Zustände in der hinduistische Mythologie als Paar betrachtet. "Shakti" steht für die Quelle der dynamischen Kraft und wird als weibliche Gemahlin des statischen männlichen Energiezustandes dargestellt.

Die Götterpaare

Die Ehe Brahmas mit Saraswati, der Göttin vollständigen Wissens, symbolisiert diese Vorstellung. Lakshmi, die Gemahlin Vishnus, ist Trägerin des Reichtums, den Vishnu benötigt, um seine Kraft des Erhaltens zu manifestieren. Er erhält das gesamte Universum. Daher vermählt er sich mit der Göttin des Reichtums.

Durga hingegen repräsentiert die Materie. Materie ist zerstörbar. Die Kraft der Zerstörung kann sich nur manifestieren, wenn es zerstörbare Materie gibt. Shiva, der Herr der Zerstörung, vermählt sich also mit Durga, um seine Kraft der Zerstörung zu manifestieren.

Ganesha schließlich hat zwei Gemahlinnen, Buddhi (Wissen) und Siddhi (Wohlstand).

Warum halten Götter Waffen in ihren Händen?

Die Waffen der Götter sind Symbole und stehen bildhaft für die Zerstörung der Vasanas, unserer Verhaltensmuster und Verlangen. Da die Vasanas unsere innewohnende Göttlichkeit verdecken, müssen sie aufgelöst werden, um das göttliche Selbst zu erreichen.

Ganesha beispielsweise hält sowohl Axt als auch ein Seil in seinen Händen. Die Axt symbolisiert dabei die Zerstörung aller Wünsche und Bindungen. Mit dem Seil wiederum werden Suchende aus ihren weltlichen Problemen herausgezogen und an die, in ihrer sich Selbst innewohnenden ewigen Glückseligkeit, gebunden.

Weiterhin setzt Shiva einen Dreizack als seine göttliche Waffe ein. Der sogenannte Trisula steht für die dreifältigen Wunschnatur des Körpers, Fühlens und Denkens für die Vernichtung des Egos.

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