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Autobiographie von Swami Sivananda

 

   Kapitel 13 - Humorvolle Weisheit

 

Die folgenden Auszüge meiner Briefe an einen Aspiranten geben einen guten Eindruck meines Wesens: humorvoll mit philosophischen Geistesblitzen, tolerant gegenüber den Fehlern und Schwächen anderer Menschen, liberal und verständnisvoll gegenüber menschlichen Gewohnheiten und dem Wesen der Dinge.
 

Schüler für Vorträge trainieren

"Du mußt mindestens einen fünfminütigen Vortrag auf Englisch und Hindi halten und auch Mantras (Kirtan) singen, egal ob Dein Körper dazu bereit ist oder sich weigert, sich zu bewegen. Wenn Du Probleme beim Vortragen hast, lerne ein paar Zeilen aus meinen Büchern auswendig. Wenn auch das nicht geht, lies vom Blatt ab. Wenn Du Deinen törichten Eigensinn wie ein Kind zur Schau stellst, gibt es für mich keinen anderen Weg, als Dich auf das Podium zu tragen. Laß es in dieser kalten Jahreszeit nicht soweit kommen!"

Viele Schüler entwickelten sich nach einem solchen anfänglichen Zwang zu wunderbaren Rednern und Kirtansängern. Ich möchte, daß alle feurige Redner werden. Die Menschen sollten lernen, ihre Gedanken auszudrücken.
 
 
Die Art von Geschäftsleuten

"Um Samaradhana, ein ausgeglichenes Gemüt zu üben, legt man bei einem ,brahmanischen Essen‘ die Gedecke morgens um zehn auf, das Essen wird aber erst um vier Uhr nachmittags serviert. Dasselbe trifft auf die ,Praxis des Yoga‘ zu. Seit fünf Wochen laufen jetzt die Verkaufsinserate und ich habe noch nicht einmal einen Zipfel davon gesehen! Die erste Frucht eines Baumes wird immer Gott geopfert. Die erste gedruckte Ausgabe sollte mir per Einschreiben zugehen! Aber wenn wichtige Aufträge ausgeführt werden müssen, erhalte ich bestenfalls ein übriggebliebenes Exemplar! So läuft das bei Geschäftsleuten!"
 
 
Eine stabile Verpackung mit starken Nägeln

"Dein Paket ist gut angekommen. Es war eine Verwirklichung des Absoluten (BrahmaNishta), dank einer absoluten Verpackung mit absoluten Schrauben. Auch durch Hämmern ließ sich der Deckel nicht lösen. Schließlich brach es ganz auseinander. Danke an den brahmanischen Packer. Die Bücher sind in gutem Zustand."
 
 
Wenn Herausgeber wichtige Punkte weglassen

"Ich habe Dir volle Erlaubnis und Handlungsvollmacht gegeben, alles, was Du für richtig hältst, mit Deinem neuen langen Rasiermesser abzutrennen, um das Buch großartig und aufregend zu machen. Aber bitte, lasse noch ein Büschel übrig – wie in der Narada Parivrajaka Upanishad. Laß nicht ein einziges wichtiges Wort meiner Schriften weg, auch wenn Du es für eine Wiederholung hältst.

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Sich um Manuskripte kümmern

"Ich nehme an, Du wirst Dich verabschieden, sobald das Buch ,Raja Yoga‘ fertig ist. ,Bhakti Yoga‘ wirst Du nicht machen können. So wie Sankirtan (gemeinsames Mantrasingen) Dir nicht in die Ohren geht, zieht Dich auch ,Bhakti Yoga‘ nicht besonders an. Ich weiß, Du wirst diese Arbeit nicht übernehmen. Bitte bringe die Manuskripte mit, ich werde sie einer Druckerei in Nordindien geben."
 

Über ansprechende Werbung

"Die Werbung auf der letzten Seite im zweiten Band von ,Praxis des Yoga‘ ist nicht gerade aufregend, sondern ziemlich gewöhnlich. Sie gibt keinen umfassenden, gezielten Einblick. Bei ,Yoga Asana‘, ‚Kundalini Yoga‘ und in anderen Büchern war sie gut. Warum dieses Mal nicht? Vielleicht war die Thermoskanne leer..."
 
 
Philosophie über die Verlockung von Kaffee

"Der Winter in Rishikesh schickt Dir eine Einladung. Du spürst die kalte Brise vielleicht auch. Der Ofen, der bisher geschlafen hat, wendet sich jetzt dem Bahnhof zu, um Dich voll Freude zu begrüßen. Er, der den Winter erhellt, ist das aus sich selbst leuchtende ParaBrahman (das Höchste, Absolute), die langjährige Stütze der Jahreszeiten und aller Namen und Gestalten. Er trinkt und spricht nie. Er ist Asanga (ohne Verhaftung). Er ist immer Sakshi (unbeteiligter Beobachter). Fühle Seine Gegenwart."
 
 
Mahnungen

"Bitte teile mir kurz mit: ,Ja, ich habe die Bücher für die Bibliotheken verschickt‘ oder schreibe ein Codewort darauf. Das spart viel Zeit und Energie. Es wird Dein tiefes Mauna (Schweigen) nicht beeinträchtigen. Es ist kein KashthaMauna (Schweigen ohne Gesten und Mimik) oder MahaMauna (großes Schweigen), sondern eine Form von ,Hu-Hu‘-Mauna."
 
 
Die Art von Schülern korrigieren

"Achte besonders auf Poorna. Meine Empfehlung an ihn. Er ist einfach, ruhig und vornehm. Er soll sein saures ,Rizinusöl-Gesicht‘ ablegen.

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Rein formelle Einladung

"Bitte komme erst hierher, wenn Du dort alles erledigt hast. Die Einladung zum Geburtstag ist nur zur Information gedacht, nicht ,zum Kommen‘."
 
 
Ein beschädigtes Paket mit Cashew-Nüssen

"Die Kajus (Cashew-Nüsse) sind in einem stark ramponierten Zustand angekommen, aufgrund der Beimischung von Kandiszucker im Hochsommer. Der Zucker ist geschmolzen und hat die Nüsse durchtränkt, zur Freude von Veteran Swami Jnanananda. Meine Zähne sind ziemlich gesund und stark. Schicke bitte in Zukunft keinen Kandiszucker mehr zusammen mit Cashew-Nüssen."
 
 
Reich trotz Schulden

"Jeden Tag kommen neue spirituelle Anwärter in den Ashram. Hunderte von Schülern aus allen Ländern bitten mich schriftlich um spirituelle Führung und ich gebe eine Menge aus, um alle Briefe umgehend zu beantworten. Einige Häuser befinden sich im Bau. Das Werk schreitet in allen Richtungen voran. Eine Kuh kommt in den Ashram. Sie gibt gute Milch. Wir werden heutzutage reich trotz Schulden."
 
 
Das ideale Stärkungsmittel für Kopfarbeiter

(Ein Angriff auf die Gewohnheit des Kaffeetrinkens)

"Nimm Mandeln und Huxley-Sirup. Reibe den Kopf mit Mandel- oder Amalaka-Öl ein. Das ist sehr gut für Kopfarbeiter. Man braucht sich dabei nicht einzuschränken, sondern kann ebenso viel nehmen wie Kaffee oder sogar noch mehr."
 
 
Ehrbare Gäste

"Ich habe alle Briefe und Kaffeepakete erhalten. Die ersten Gäste zu einer ,Büchse‘ Kaffee waren Shri Swami Omkar, der das Paket von der Bahnstation hergetragen hat und Shri Swami Poorna, der den Kaffee zubereitet hat. Wahrscheinlich wird der Barbier Balla mein nächster Gast sein.

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Ein Angriff auf ‚Geh’schwäche

"Die Divine Life Society wird Dich vielleicht als Leiter einer Gruppe von Sannyasins und Brahmacharis auf eine Werbe-, Kirtan- und Vortragstour schicken, wenn alles gut geht. Aber dann wirst Du auch jeden Tag zwölf Meilen gehen müssen."
 
 
Die Art von Virakta Mahatmas

"Dein Freund, dieser Mauni (einer, der das Schweigegelübde hält) und Virakta (einer, der frei ist von Wünschen), der immer nur ein Tuch trug, hat mich gebeten, Dich zu fragen, ob Du ihm ein Pfund Schnupftabak schickst. Das ist auch eine Art von Vairagya (Leidenschaftslosigkeit). Dank des wiederholten Gebrauchs von Schnupftabak funktioniert seine Nase wie ein Maschinengewehr. Er bringt erfinderische Argumente für seinen Gebrauch von Schnupftabak vor. Du kannst ihm eine kleine Büchse schicken – als Deine wohltätige Geste einem ViraktaMahatma gegenüber."
 
 
Philosophie über Schnupftabak

"Schnupftabak-Paket erhalten und verteilt an

Shri V, den Mukhya(,vorrangig‘)-Schnupfer

Shri N, den Adi(,Beginn‘)-Schnupfer

Shri G, den Sanatan(,uralt‘)-Schnupfer

Shri Mauni und Tyagi (den Schweiger und Entsagten), den Maha(,groß‘)-Schnupfer

Du erwirbst Dir damit Punya (Verdienst durch gute Handlung) und gleichzeitig Papa (Sünde; schlechtes Karma durch eine unethische Handlung). Ich ebenfalls; und ein klein bißchen Punya, weil ich ihre Leiden etwas erleichtert habe und Papa, weil ich sie in ihrer Gewohnheit unterstütze. Hätten wir den Schnupftabak nicht besorgt, wäre ihr Laster ausgerottet worden. Aber ‚Aham Brahma Asmi‘-Menschen stehen über Papa und Punya. Daher bist Du jetzt befreit, da Du Deine eigene Natur (Swarupa) kennst."

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