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Yoga Artikel | Artikel von Swami Sivananda

       

Om - Klang des Absoluten

Om farbigOm ist ein Laut, der seit Jahrtausenden verwendet wird, um Körper, Geist und Seele zur Harmonie zu bringen. Om wird in Hatha Yoga Stunden gerne zu Anfang und Ende der der Yoga-Praxis gesungen. Om kann auch für die Meditation verwendet werden. Letztlich sind alle Klänge des Universums zurückzuführen auf OM. Om wird auch genannt "Omkara", die Silbe (Kara) Om. Eine weitere Bezeichnung für das Mantra Om ist Pranava, die Urenergie.

OM - die Einheit aller Trinitäten

Om besteht eigentlich aus drei Silben, A U M, und der Stille, die danach kommt. So steht OM bzw. A U M für die Einheit aller Dreiheiten. Hier ein paar Beispiele:

  • Brahma, Vishnu, Shiva - und Brahman, das Absoluten; also Schöpfer, Erhalter und Zerstörer - und die dahinter liegend Einheit
  • Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist: Die Einheit der Dreifaltigkeit
  • Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - und die Ewigkeit
  • Das Wahrgenommene, der Wahrnehmende, der Prozess des Wahrnehmens - und die Einheit dahinter
  • Physische Welt, Astralwelt, Kausalwelt - und das alles Einschließende
  • Sattwa, Rajas, Tamas - also Reinheit, Unruhe und Trägheit, die drei Gunas und die Transzendenz
  • Durga, Lakshmi, Saraswati (die drei Aspekte von Shakti) - und das Bewusstsein dahinter

Mandukya Upanishad und OM

Kosmisches OmIn der Mandukya Upanishad, einer der ältesten Schriften der Menschheit, ist die Bedeutung des Om genauer erklärt. Unter anderem wird folgendes Bild gegeben für die Wirkung von OM. Im übertragenen Sinn steht da:

"Om ist der Bogen. Der Geist ist der Pfeil. Brahman, das Absolute, ist das Ziel. Spanne den Bogen, indem du das OM konzentriert wiederholst mit dem Ziel, Brahman zu erreichen. Dann lasse los. Durch die Kraft des Bogens OM wird dein Denken und Fühlen eins mit Brahman, dem Absoluten".

 

 

 

Wirkung des OM Singens

Die Rezitation, das Singen von OM bringt den Körper in harmonische Schwingungen, welche sich von unten nach oben ausbreiten. Du kannst das leicht ausprobieren: Singe OM sehr langsam. Zunächst spürst du die Schwingung im Bauch, im Brustkorb, im Herzen und der unteren Wirbelsäule. In der Mitte spürst du die Schwingung in der Kehle, in der mittleren und oberen Wirbelsäule. Dann spürst du den Klang in Stirn und HInterkopf. Schließlich fühlst du die Scheitelgegend und den Raum darüber.

Die Rezitation von OM führt zu innerer Ruhe. Sie verhilft zu Freude. 5-10 Minuten Singen von OM kann dich aus depressiven Stimmungen heraus holen. Die Chakren werden angeregt, was du als angenehmes Pulsieren in Bauch, Brust, Kehle, Wirbelsäule, Stirn und Scheitel spürst. Das Energiefeld, die Aura, das Prana, werden ausgedehnt. Das spürst du als Gefühl der Weite, der Verbundenheit, ja der Liebe. Das Singen von OM ist eine der leichtesten Weisen, eine transzendente Erfahrung zu machen.

Meditatives Om-Singen:

Meditation mit Om

Es gibt viele Weisen, mit Om zu meditieren. Besonders machtvoll ist die kombinierte Mantra Meditation. Hier die Schritte dafür:

  • Sitze ruhig und gerade, entweder auf einem Stuhl oder kreuzbeinig oder kniend
  • Atme ein paar Mal tief ein und aus. Wiederhole dabei OM beim Einatmen, OM beim Ausatmen
  • Lasse den Atem ruhiger werden: Atme drei bis vier Sekunden ein, drei bis vier Sekunden aus. Lass den Atem sanft ein- und ausströmen. Wiederhole weiter geistig Om beim Ein- und ausatmen
  • Konzentriere dich auf den Punkt zwischen den Augenbrauen oder die Herzgegend. Spüre dort den Klang von Om. Vielleicht spürst du dort ein sanftes Pulsieren, vielleicht siehst du ein Licht, vielleicht ist es dort einfach nur ruhig
  • Dann schließe die Augen und fahre so mit der Meditation fort. Genieße diese wunderbare Erfahrung von Ruhe, von Energie, von Verbundenheit
  • Am Ende singe ein paar Mal laut (oder sanft) Om - und freue dich auf den weiteren Tag.

 

Om im Alltag

Höre das Om hinter allen Klängen - so kann dich alles an das Unendliche, das Göttliche, erinnern. Höre Om im

  • Rauschen der Bäume, der Bäche, der Wellen des Meeres
  • Pfeifen des Windes
  • Klang der Autos, der Motorsägen
  • Klang des Computers
  • Gemurmel der Menschen
  • Klang deines Atems, deines Herzens - eventuell in deinen Ohrgeräuschen

Halte im Alltag immer wieder ein, um den Om-Klang zu genießen.

Wiederhole OM bewusst immer wieder zwischendurch - geistig bei jedem Atemzug. Und zwischendurch auch laut. Fühle die wunderbare Schwingung dich ganz durchströmen.

Das Symbol für OM und seine Bedeutung

Om im Sand

Om besteht aus drei Buchstaben, A U M, sowie die Stille, die danach kommt. Diese kannst du auch im Symbol für Om erkennen: was wie eine 3 aussieht, ist das A. Die schlangenförmige Linie rechts unten ist das U. Der Halbmond rechts oben ist das M. Und der Punkt dahinter wird als "Bindu" bezeichnet. Dieser steht für das Unendliche, das Ewige, die Stille, die Transzendenz.

Obgleich Om aus drei Buchstaben besteht, wird es dennoch typischerweise OM gesprochen.

Als besondere Variation gibt es die Möglichkeit, Om in 5 ineinander übergehende Klänge fließen zu lassen: A - O - U - NG - M - gefolgt von Stille.

Es ist auch möglich, in einer Gruppe einen OM Klangteppich entstehen zu lassen und Om mit Obertönen zu verbinden. Hierzu ein paar Links:

 

Swami Sivananda über OM

Aus: "Göttliche Erkenntnis", von Swami Sivananda

 

Swami SivanandaIch verehre Om. Ich grüße Om. Ich verneige mich vor Om. Ich ergebe mich an Om.

Ehre sei Om. Sieg sei Om. Hosianna an Om. Heil sei Om.

Om ist die heilige Silbe. Om ist der mystische Buchstabe. Om ist das unsterbliche Akshara. In Om ruht die Welt. In Om leben wir und bewegen wir uns. In Om ruhen wir. In Om finden wir das Gesuchte.

Om ist das Symbol von Brahman. Om ist das Wort der Kraft. Om ist das Leben allen Lebens. Om ist die Seele aller Seelen.

Om ist wahrlich Brahman. Om ist Satchidananda. Om ist Unendlichkeit. Om ist Ewigkeit. Om ist Unsterblichkeit.

Om ist die Quelle von allem. Om ist der Schoß aller Veden. Om ist die Basis aller Sprachen. In Om verschmelzen alle Dreieinigkeiten. Von Om gehen alle Klänge aus. In Om existieren alle Dinge.

Om ist das höchste Mantra. Om ist Soham. Om ist Om Tat Sat. Om ist eine Lampe auf Deine Füße und ein Licht auf Deinem Weg.

Klang - die erste Manifestation des Absoluten

Om ist Nada Brahman. Nada ist Klang. Klang ist Schwingung. Om ist die erste Klangschwingung. Klang ist die erste Manifestation des Absoluten.

Wir wissen nichts über das Wesen des Absoluten außer, daß Es existiert. In ihrer großen Güte haben die Heiligen Schriften versucht, uns alles über die Schöpfung zu berichten, Ihr Entstehen aus dem Absoluten. Sie sagen: “Brahman war eins und nichtdualistisch. Es dachte: ”Ekoham Bahu Shyam". Das verursachte eine Schwingung, die schließlich zum Klang wurde, und dieser Klang war Om, von dem alle weiteren Manifestationen ihren Ausgang nehmen."

Daher ist Klang tatsächlich die begreifbare Basis für die ganze Schöpfung. Brahman ist unfaßlich in Seinem transzendenten Aspekt. Nur der Klang kommt am nächsten an Es heran und man kann den Klang Apara Brahman nennen.

Om - Die Grundlage aller Klänge

Alle Dinge werden durch Klänge benannt, und alle Klänge verschmelzen im Omkara. Alle Sprachen und Worte enden in einem einzigen Klang - “Om”.

Das Summen der Bienen, das liebliche Lied der Nachtigall, die sieben Musiknoten, der Klang des Mridanga und der Pauke, der Laute und der Flöte, das Brüllen des Löwen, der Gesang des Geliebten, das Wiehern der Pferde, das Zischen der Kobra, das Stöhnen Kranker, das Weinen von Babys, das Klatschen des Publikums, wenn der Redner seine Ansprache hält - all das ist nichts anderes als Emanationen von Omkara.

Der Klang, der vom Fließen des Ganges herrührt, der Klang aus der Ferne und das Geräusch des Treibens auf einem Markt, der Klang, der entsteht, wenn das Schwungrad einer Maschine in Bewegung gesetzt wird, das Geräusch des Regens - all das ist allein nur Om.

Om ist die Basis aller Klänge. Om besteht aus drei Buchstaben, A, U und M. A, U und M decken die ganze Tonleiter ab.

Der Kehlkopf und der Gaumen sind die Resonanzböden. Wenn man A ausspricht, wird kein Teil der Zunge oder des Gaumens berührt. Wenn man U ausspricht, rollt der Klang vom Anfang bis zum Ende des Klangbodens im Mund.

 M ist der letzte Laut, der erzeugt wird, indem man die beiden Lippen schließt. Deshalb sind alle Klänge in Om vereinigt. Alle Sprachen gehen von Om aus.

Der Kern der vier Veden ist Om allein. Wer Om singt oder wiederholt, wiederholt tatsächlich die heiligen Schriften der ganzen Welt. Om ist die Quelle und der Schoß aller Religionen und Schriften. Om, Amen und Ahmin sind ein und dasselbe. Sie verkörpern die Wahrheit oder Brahman, die Eine Existenz. Es gibt keine Verehrung ohne Om.

Om steht für alle Dreiheiten

Om ist alles. Om ist Dein wahrer Name. Om deckt alle dreifachen Erfahrungen des Menschen ab. Om steht für die erfahrbaren Welten. Aus Om ist dieses Universum der Sinne projiziert worden. Die Welt existiert in Om und löst sich in Om auf. A steht für die physische Ebene; U steht für die geistige Ebene und die astralen Ebenen, die Welt der Geister, alle Himmel; M steht für den Tiefschlafzustand, all das, was Dir im Wachzustand nicht bekannt ist und was außerhalb des Verstandesbereiches liegt. Om steht für alles. Om ist die Basis Deines Lebens, Deines Gedankens und Deiner Intelligenz.

Jegliche Dreiheit ist in Om repräsentiert, so wie Brahma - Vishnu - Shiva, Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft, Geburt - Leben - Tod, Schöpfung - Erhaltung - Zerstörung, Wachen - Träumen - Tiefschlaf, Sein - Nichtsein - Werden usw.

Alle Dreierverbindungen sind in Om repräsentiert, so wie Saraswati - Lakshmi - Durga, Vater - Sohn - Heiliger Geist, Rajas - Sattwa - Tamas, Körper - Geist - Seele, Sat - Chid - Ananda, Allwissenheit - Allmacht - Allgegenwart, grobstofflich - feinstofflich - kausal.

A ist Brahman. M ist Maya. U ist das Zusammenwirken der beiden.

Om steht auch für das Tat Twam Asi Mahavakya. A ist Jiva. M ist Ishwara. U verbindet und zeigt das Einssein von Jiva und Ishwara, Brahman.

Om ist sehr, sehr wichtig. Es muß verehrt werden. Man sollte es laut singen. Man sollte es geistig wiederholen, sich der Bedeutung bewußt und mit Bhava. Man sollte darüber meditieren.

Die Kraft des Om-Singens

Es entsteht ein lauter Klang, wenn man Om singt. Om wird mit einem lauten Ton mit dreieinhalb Matras wiederholt. Der Pranava-Ton wird im Nabel mit dem Klang O gebildet und sehr langsam zum Brahmarandhra am Scheitel mit dem Verschlußlaut M. Die Schwingung des M wird einige Zeit lang gehalten.

Das Om kann auch mit achtzehn Matras gesungen werden. Das ist ein sehr, sehr langes Singen. Es dauert lange. Das Pranava ist Dirgha.

Das Aussprechen der heiligen Silbe Om hat die Aufmerksamkeit aller Europäer geweckt, die sich mit Studien über den Osten beschäftigen. Die Schwingungen, die von diesem Wort erzeugt werden, sind so stark, daß sie auch das größte Gebäude zum Einsturz bringen können, wenn man sich längere Zeit ihrer bedient. Das scheint kaum glaubhaft, solange die Praxis nicht erprobt worden ist; wenn man es jedoch einmal versucht hat, kann man leicht verstehen, wie wahr und völlig richtig die genannte Feststellung sein kann. Ich habe die Kraft der Schwingungen untersucht und kann ohne weiteres glauben, daß der Effekt dem Gesagten entsprechen würde.

Wenn man es dem Buchstaben gemäß ausspricht, hat das Singen des Om eine bestimmte Wirkung auf den Schüler; wenn es aber richtig ausgesprochen wird, erhebt und verwandelt es jedes Atom im physischen Körper, baut neue Schwingungen und Zustände auf und erweckt die schlummernde Kraft des Körpers.

Das Singen des Om vertreibt alle weltlichen Gedanken und beseitigt Ablenkung. Es ist sehr stark. Die Pancha Koshas schwingen rhythmisch, wenn Om gesungen wird. Das Singen von Om gibt dem Körper neue Kraft. Fünf Menschen können im Kreis sitzen und dann im Chor Om singen. Es wird wunderbar und anregend sein. Alle können sofort neues Leben spüren.

Wenn Du deprimiert bist, singe 50 Mal Om. Das wird Dich mit neuer Kraft und Stärke erfüllen. Das Singen von Om ist ein starkes Stimulans. Man braucht nichts für den Arzt bezahlen. Wenn Du Om singst, fühle, daß Du das reine alldurchdringende Licht und Bewußtsein bist.

Wer Om singt, bekommt eine starke schöne Stimme. Ekagrata des Geistes kommt rasch, wenn man Om singt. Wenn Du morgens und abends einen Spaziergang machst, kannst Du wunderbar Om singen. Singe Om in einer mondhellen Nacht. Singe Om, wenn Du am Ufer des Meeres oder eines Flusses entlang gehst. Du kannst auch wunderschön Om singen. Das rhythmische Aussprechen von Om macht den Geist heiter und einpünktig und bringt die spirituellen Voraussetzungen, die Selbstverwirklichung garantieren.

Das größte von allen Mantras

Das Pranava oder Om ist das größte von allen Mantras. Es bringt direkte Befreiung. Alle Mantras beginnen mit Om. Om ist das Leben oder die Seele aller Mantras. Es geht dem Panchakshari und dem Ashtakshari voran. Jede Hymne beginnt mit Om. Jede Upanishad beginnt mit Om. Das Gayatri beginnt mit Om. Den Opferungen an die verschiedenen Götter geht das Singen des Om voran. Den Archanas, nämlich Ashtottari, Trishati und Sahasranama geht das Om voran. Die Großartigkeit des Omkara kann niemand wirklich treffend beschreiben. Auch Parvati, Adishesha und große Weise waren nicht in der Lage, die Großartigkeit des Om auszudrücken. Eine solche Kraft, Mahima, hat Om.

Was das Shri Ram Mantra für den Vairagi aus Ayodhya ist, was Hrim für einen Tantriker aus Bengalen bedeutet, und was das Gayatri für den Brahmanen aus Madras ist, ist das Om oder Pranava für einen Vedantin oder Sannyasin aus Rishikesh.

Om wird in der Chhandogya Upanishad auch Omkara, Ekakshara oder Udgitha genannt. Alle Männer und Frauen, die ihren Geist ehrlich auf Brahman richten, die geistiges Sannyasa haben, vedantische Samskaras besitzen und wahren Geschmack an Vedanta finden, können dieses Mantra wiederholen.

Wer täglich Om Japa macht, wird ungeheure Kraft entwickeln. Er wird ein Strahlen in den Augen und im Gesicht haben.

Meditation über Om

Stelle in Deinem Meditationsraum eine Darstellung von Om vor Dir auf. Konzentriere Dich auf dieses Bild. Mache auch mit offenen Augen Tratak, das ständige Starren ohne Bewegung der Lider, bis die Augen stark tränen. Verbinde die Vorstellung von Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit usw., wenn Du an Om denkst.

Anfänger am Jnana Yoga Weg sollten zuerst etwa drei Monate lang mit offenen Augen das Om betrachten. Dann sollten sie sich das Om mit geschlossenen Augen vorstellen. Die Vorstellung von Om ist das Aufrufen eines klaren geistigen Bildes von Om mit geschlossenen Augen. Sie sollten Om geistig mit Bhava wiederholen und sich der Bedeutung bewußt sein und ihre Ohren auch den Klang hören lassen, damit sie nicht nach außen gehen, um andere Klänge zu hören.

Meditiere über Om. Zieh Dich in Dein Meditationszimmer zurück. Sitze in Padma-, Siddha- oder Sukhasana. Schließe die Augen. Entspanne völlig die Muskeln und Nerven. Konzentriere den Blick auf Trikuti, den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stille den Geist, der an Dinge denkt, den bewußten Geist. Wiederhole geistig Om mit Shuddha Bhavana oder Brahma Bhavana.

Dieses Bhavana ist unerläßlich. Du mußt Om mit dem Bhava oder Gefühl wiederholen, daß Du die unendliche, alldurchdringende reine Intelligenz bist. Ein bloßes Wiederholen des Om wie ein Grammophon oder ein Papagei wird nicht die gewünschten Ergebnisse bringen.

Wenn Du an Om denkst, mußt Du an Brahman denken, an das, was das Symbol meint. Die Verbindung mit dem Om ist das Einswerden mit dem Gemeinten. Versuche Dich mit dem höchst wonnevollen Selbst zu identifizieren, wenn Du über Om meditierst.

Trage stets die Bedeutung des Om im Herzen. Fühle das Om. Fühle, daß Du das alldurchdringende unendliche Licht bist. Fühle, daß Du das reine, vollkommene, allwissende und ewig freie Brahman bist. Fühle, daß Du absolutes Bewußtsein bist. Fühle, daß Du unendliches, unwandelbares Sein bist. Jedes Atom, jedes Molekül, jeder Nerv und jede Vene und Arterie müssen kräftig mit diesen Gedanken schwingen. Eine Lippenwiederholung von Om wird keinen großen Nutzen haben. Es muß mit Herz, Kopf und Seele geschehen. Deine ganze Seele muß spüren, daß Du die subtile, alldurchdringende Intelligenz bist. Dieses Gefühl muß vierundzwanzig Stunden lang aufrechterhalten werden.

Mache einen Raum zum Wald. Gib den Gedanken auf, daß Du nicht Brahman bist. Übe regelmäßig, stetig, mit Interesse, Vertrauen, Eifer, Ausdauer und Begeisterung. Halte Dich in Gesellschaft Gleichgesinnter auf und nimm sattvige Nahrung zu Dir wie Milch, Frischkäse, Früchte, Nüsse, Mung-ki-dal, Reis und Brot. Übe am Morgen drei Stunden von 4.00 Uhr bis 7.00 Uhr und am Abend drei Stunden von 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr. Bewahre das Gefühl Brahmans auch während der Arbeit. In drei bis vier Jahren mußt Du Erfolg haben. Du wirst in Deinem Swarupa, Deinem Shuddha Sat-Chid-Ananda Zustand, ruhen. Nastyatra Samsayah: darüber besteht hier kein Zweifel.

Denke immer an Om

Denke an Om. Denke Soham, Om Soham, Shivoham, Aham Brahma Asmi, Analhaq. Es gibt nur eine Wahrheit. Diese Mantras erinnern Dich an Dein Einssein mit der Höchsten Seele. Sie sind Mahavakyas, große Sätze aus den Upanishaden. Sie bringen dieses kleine falsche Ego, dieses unwirkliche ‘Ich’ in einem luftigen Nichts zum Platzen.

Om ist Dein Geburtsrecht. Es ist das gemeinsame Erbe aller. Es ist das gemeinsame Eigentum aller Menschen auf der Welt. Es ist das Machtwort. Es bringt Inspiration und Intuition. Es erhebt den Geist in spirituelle Höhen von unsäglichem Glanz und unsäglicher Herrlichkeit.

Om ist Deine spirituelle Nahrung. Om ist Dein spirituelles Stärkungsmittel und Vitamin. Es ist voll göttlicher Kräfte. Es ist Dein ständiger Begleiter. Es ist Dein Retter. Es ist Deine Freude und Dein Leben. Lebe und Nacht darin. Gehe darin auf.

Lebe in Om. Meditiere über Om. Atme Om ein und aus. Weile friedvoll in Om. Suche Zuflucht bei Om.

Singe Om rhythmisch. Singe Om laut. Brülle kräftig Om. Wiederhole Om geistig. Schöpfe Kraft aus Om. Nimm Inspiration aus Om. Nimm Energie aus Om. Schöpfe Wonne aus Om. Alle Wünsche werden verschwinden. Du wirst Selbstverwirklichung erreichen.

Vertraue auf Om. Mache Dir Gedanken über Om. Konzentriere Dich auf Om. Meditiere über Om. Erkenne diese heilige Silbe Om. Du wirst alles erkennen. Du wirst höchstes Wissen erreichen.

Das heilige Wort Om ist der Bogen. Der Geist ist der Pfeil. Brahman ist das Ziel. Es wird von einem Menschen getroffen, dessen Gedanken konzentriert sind. Dann wird er die Zielscheibe treffen. Sein Wesen wird das Wesen Brahmans werden. So wie der Eisklumpen eins wird mit dem Wasser im Eimer, so wird auch er eins werden mit Brahman.

Om Dia-Show


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