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Die Einstellung zählt

Einst lebte in Bihar ein König namens Raja Singh Bahadur. In einem der Orte in seinem Land, in Anandauri gab es einen großen Ashram für Sannyasin. Die Diwan (Berater) und Minister berichteten dem König einst, dass die Sannyasin und Brahmachari (Schüler) im Ashram ständig Süßigkeiten und Khir (Süßspeise) essen würden. Die meiste Zeit würden sie schlafen und keinerlei Entbehrungen, spirituelle Praxis oder Meditation üben. Mindestens einmal in der Woche gäbe es ein Fest im Ashram. Unverzüglich schickte der König einen Boten, den Mahant (Oberster eines Klosters) Swami Niralambananda zu holen. Der Mahant kam dann auch zum König. „Der Diwan und die Minister haben mir berichtet“, sagte der König, „dass die Swamis und Brahmacharis kein Sadhana üben. Sie essen nur Süßigkeiten und schlafen.“

„Bitte“, antwortete Niralambananda, „komme morgen früh zum Ashram und du wirst die Wahrheit sehen. Ich werde kommen und dich um drei Uhr in der Früh wecken.“ Am nächsten Morgen kam Swami Niralambananda um drei Uhr zum Palast und weckte den König. Er bat den Diener des Königs ein Topf mit Wasser mitzunehmen. Erst gingen sie zu den Häusern des Diwans und der Minister. Bei jedem bat der Swami den Diener Wasser in das Gesicht der schlafenden Diwans und Minister zu gießen. Sie alle erwachten und murmelten „verdammter Idiot“, „Esel“, „verfluchter Unsinn“, „wer hat meinen Schlaf gestört?“ Keiner jedoch erhob sich. Der König und der Swami gingen dann zum Stall. Der Swami bat den Diener Wasser ins Gesicht der Stallburschen zu schütten. Auch sie wachten auf, schimpften „Sala“ „Badmash (Bandit)“ usw., aber auch hier erhob sich keiner. Daraufhin begab sich die Gruppe zum Ashram. Auch hier bat der Swami den Diener Wasser wurde die Gesichter der Sannyasin und Brahmacharis zu schütten. Alle erwachten mit den Worten „Shivoham (Anrufungen Gottes)“. „Hari Om (Anrufungen Gottes)“, „Ram, Ram (Anrufungen Gottes)“. „Siehst du Oh König?“ sagte der Swami, „hast du den Unterschied jetzt bemerkt? Hast du die Haltung, die Gefühle und die Worte gehört, die aus den Mündern all dieser unterschiedlichen Leute kamen?

Die Worte enthüllen den Inhalt des Herzens und des Geistes und zeigen die Bildung einer Person. „Auch Sadhus und Sannyasins arbeiten und essen, aber ihre Haltung ist eine andere. Weltliche Menschen beurteilen einen Menschen nach seinen äußeren Handlungen. Sannyasins essen, um den Körper instand zu halten. Sie füllen ihren Magen nicht, um dem Gaumen zu schmeicheln, um sich zu mästen und die Energie in sinnlichen Gelüsten zu verbrauchen. Sie arbeiten gleich als ob sie nur Zeugen ihrer Handlungen wären. Sie arbeiten zum Wohle der Welt. Sie wissen, dass Hunger eine Eigenschaft der körperlichen Hülle ist und nicht des Selbst oder des Atman. Sie identifizieren sich nicht mit dem Körper, dem Geist, Prana (Lebensatem, Lebensenergie), den Sinnen und dem Intellekt. Sie haben das alles durchdringende Atma-Bhav. Sie essen heute vielleicht Süßigkeiten, fasten morgen strengstens und nehmen übermorgen ein paar Erdnüsse zu sich. Sie kleiden sich heute vielleicht in Seide und morgen in Lumpen und Rupfensäcke. Sie schlafen heute vielleicht in weichen Betten mit vielen Kissen; morgen schon schlafen sie auf dem blanken Steinboden.

Ihre Art ist rätselhaft. Weltliche Menschen können sie nicht verstehen, denn sie sind Maha-Kartas (große Handelnde), Maha-Tyagis (große Entsagte) und Maha-Bhogis (große Genießer).“ Dann fügte der Swami noch hinzu: „Sie hegen keinen Gedanken an diese Welt. Ihre Beweggründe sind immer rein. Sie denken nicht an Morgen. Sie füllen ihren Geist mit reinen, erhabenen Gedanken. Sie überlegen nicht: ‘Was habe ich davon, wenn ich dies tue? Wie viel Geld kann ich hiermit verdienen?’ Solche Gedanken sind ihnen fremd. Ihre einigen Gedanken sind: ‘Wie kann ich der Welt am meisten dienen? Wie kann ich den Menschen ein ethisches und religiöses Bewusstsein beibringen? Wie kann ich sie zu Yogis  und Jnanis (Weiser, edle Seele) machen? Wie kann ich sie glücklich und weise machen?’ Es mag scheinen als säßen sie still da, als ob sie tamasig (träge) wären, aber in ihrem Innern vibrieren und strahlen sie, voller Reinheit und erhabener Gedanken.

Oh König, beurteile die Menschen nicht nach ihren äußeren Handlungen. Schau nach ihren Beweggründen und ihrer Haltung.“ „Ein Sannyasin“, fuhr der Swami fort, „behält nichts für sich. Er teilt immer alles was er hat mit anderen. Sobald es ein Unglück im Land gibt, so widmet er sein Leben solchen Taten, die das menschliche Leid lindern helfen. Er lebt, um zu dienen. Wenn die Prüfung kommt in der das Leben geopfert werden muss, wirst du den Unterschied zwischen einem Familienmenschen und einem Sannyasin sehen. „Ihnen liegt nichts an Festen“, lachte der Swami. „Sie mögen einfaches Essen – Dhal (Linsengericht) und Brot. Um den Menschen Glück und Wohlstand zu bringen, richten sie auf deren ehrliche Bitten hin Feste aus.“ „Oh verehrter Swamiji!“, sagte der König, „bitte vergib mir. Jetzt verstehe ich die Philosophie der Beweggründe und der inneren Haltung. Deine Worte waren aufschlussreich, inspirierend und lehrreich. Sie haben mir die Augen geöffnet. Ich habe die Menschen nur nach ihren äußeren Handlungen beurteilt. Du hast mir inspirierendes Wissen vermittelt. Ich werde dir ewig dankbar sein, oh verehrter Swamiji! Crores (1 Crore = 10 Millionen) von Verneigungen und Verehrungen dir! Om Namo Narayanaya (Om Verneigung dem Narayana (Gott))! Von nun an bist du mein Guru!“ Der König sang daraufhin: Guru Maharaj Guru Maharaj Guru Maharaj Pahimaam, Para Brahman Sadguru Maharaj Rakshamaam.

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