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Sadhana

Anhang

Sivananda Sadhana Sara


Grundlegende Aspekte des Sadhana

  1. Sadhana, spirituelle Praxis, muß stets fröhlich, konzentrierter, ausgeglichen, friedvoll, zufrieden, wonnevoll, leidenschaftslos, furchtlos, mutig, mitfühlend, unterscheidend, nachdenklich, unverhaftet, zornlos, ichlos, wunschlos und frei von Besitzdenken machen. Sadhana muß ein reiches inneres Leben geben, analytisches nach innen gerichtetes Sehen und einen in allen Lebensumständen unerschütterlichen Geist. Das sind die Zeichen spirituellen Wachsens. Visionen und Lichter sehen, Anahatatöne hören, Divya Gandha, ein übersinnlicher Wohlgeruch, und das Gefühl, daß Ströme auf und ab gehen, haben keinen speziellen spirituellen Wert, auch wenn sie anzeigen, daß der erste Grad der Konzentration erreicht wurde.
  2. Bhakti ist für jeden von grundlegender Wichtigkeit. Wie intensiv das individuelle Bemühen auch sein mag, es ist unmöglich, die subtilen Vrittis im Geist zu beseitigen, die subtilen Formen von Lust, Zorn, Eifersucht, Moha oder Täuschung, Stolz usw. Man kann Hunderttausende von Leben Sadhana machen, und doch ist es unmöglich, ohne die Gnade Gottes die Wurzeln oder Samen der schlechten Vrittis zu verbrennen, die seit undenklicher Zeit in den Winkeln des Geistes lauern. Gott wählt den Menschen aus, den Er zu erheben und zu befreien wünscht. Die Kathopanishad sagt: „Nicht durch spirituelle Vorträge, nicht mit Intelligenz und nicht durch das Studium vieler Schriften wird dieser Atman erreicht; der Mensch, den der Herr erwählt hat, erreicht das Höchste.“
  3. Ernsthaftigkeit im Sadhana ist der Schlüssel zum Erfolg. Selbstverwirklichung ist nur durch intensives Sadhana zu erreichen. Sadhana darf nicht lediglich Routine sein. Es muß die ernste Absicht vorliegen, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen, den Nektar der Unsterblichkeit durch Samadhi zu trinken und stets das reine Advaita Bhavana aufrechtzuhalten. Der Weg ist einfach für einen Menschen, der geschickt und in seinen Entschlüssen fest ist und das nie sterbende Verlangen hat, den höchsten Gipfel der Wahrheit zu erlangen.
  4. Regelmäßige Konzentration und Wiederholung des Namens des Herrn beseitigen Skepsis und schenken Glauben und Frömmigkeit. Jede Art von Sadhana läßt tiefe Yogaeindrücke entstehen und stärkt die spirituelle Antriebskraft. Nichts ist verloren, wenn die Kerze brennt. Das gilt auch für Yoga. Der spirituelle Fortschritt ist langsam. Daher ist es im Beginn schwierig, ihn zu messen. Die Wirkung ist schon vorhanden. Nach einiger Zeit wird sie gut merkbar und wahrnehmbar.

Das Wesen des Sadhana und seine Prozesse

  1. Wunsch und Egoismus stellen sich der Hingabe auf Schritt und Tritt entgegen. Wenn völlige, rückhaltlose und bereitwillige wahre Hingabe des gesamten Wesens vorhanden ist, ohne den geringsten Anspruch, dann flutet die göttliche Gnade oder göttliche Kraft in den Sadhaka ein und macht das Sadhana. Die göttliche Kraft nimmt vollständig Besitz von Geist, Willen, Leben und Körper. Dann entwickelt sich das Sadhana mit enormer Geschwindigkeit.
  2. Zuerst ist das Sadhana mechanisch, und erst in den späteren Phasen wird es zum integralen Bestandteil des Lebens. Zu Beginn sieht es aus wie eine große Mühe. Später schenkt es Freude, Frieden, Kraft, Mut, und Freiheit.
  3. Wenn kein Vairagya, keine Leidenschaftslosigkeit vorhanden ist, wenn kein starkes Bestreben vorliegt, und wenn das Herz nicht rein ist, ist das Sadhana ein Mißerfolg. Die Praxis der Asana, drei Stunden in einer Asana sitzen, die Praxis von Pranayama, Bandhas und Mudras, können keinen großen spirituellen Fortschritt bringen, wenn die drei genannten Tugenden nicht vorhanden sind.

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  1. Bereits ein einziger Strahl des inneren Lichts in der Meditation wirft Licht auf den Weg. Er gibt ein großes Maß an Ermutigung und innerer Kraft. Er spornt zu mehr intensivem Sadhana an. Man macht die Erfahrung des Lichtstrahls, wenn die Meditation tiefer wird und man über das Körperbewußtsein hinausgeht.
  2. Allem, was geschieht, liegt Seine Shakti zugrunde. Er hat Seine Gründe, um alles entstehen zu lassen. Identifiziere dich mit nichts. Stehe als Beobachter daneben und habe Freude daran. Dein Ziel ist Gottverwirklichung. Alles andere ist falsch und taugt nur dazu, verneint zu werden. Komm. Binde dein Lendentuch hoch und stürze dich in Sadhana. Verwirkliche Gott noch in diesem Leben. Gott segne dich!
  3. Mit den beiden Flügeln von Vairagya oder Abhyasa kannst du zum Gipfel der Erkenntnis des Unvergänglichen, Nirvikalpa Samadhi, zum höchsten Sitz ewiger Wonne fliegen. Beide Flügel müssen gleich stark sein. Wenn Vairagya schwindet, vergeht die Energie, die Sinne werden wieder ungestüm und mutwillig. Dann kommt es zu einem Rückschlag. Wenn du das Sadhana lockerst, wirst du ebenfalls einen Rückschlag erleiden. Es wird schwierig sein, wieder zu ursprünglichen Höhen tiefer und intensiver Meditation und Samadhi zurückzukehren.
  4. Ein Mensch in der Welt kann manchmal aufgrund verschiedener Verpflichtungen sein Sadhana nicht einhalten. Unter diesen Umständen ist es nicht erforderlich, daß er alle Punkte des Sadhana erfüllt. Wann immer es ihm möglich ist, kann er zu jeder Tageszeit Likhita Japa schreiben.

Konzentration und die Notwendigkeit von Wachsamkeit

  1. Sei nicht nachlässig im Sadhana. Sadhana hilft auf lange Sicht. Es ist das einzige Vermögen in diesem Leben. Sei regelmäßig im Sadhana und erreiche Selbstverwirklichung noch in dieser Geburt.
  2. Wenn du aufhörst, Zeitungen zu lesen und Karten zu spielen, wenn du weniger schläfst, weniger Zeit mit Tennis, Fußball, Kricket, Billard, usw. verbringst, wirst du reichlich Zeit für Sadhana haben.
  3. Es gibt zwei Arten von Kontemplation, die der Erinnerung und die andere der tiefen Meditation. Ständiges Denken an den Herrn oder die Eigenschaften Brahmans (Nama Smarana) kann immer praktiziert werden. Es kann ohne Sitzstellung praktiziert werden. Aber tiefe Meditation ist nur in sitzender Stellung möglich. Es ist nur dem möglich, der in voller Wachheit sitzt, nicht dem, der im Bett liegt und vom Schlaf übermannt wird, der geht oder steht; er wird auf jeden Fall abgelenkt werden. Meditation ist bloßem Erinnern weit überlegen. Darüber besteht kein Zweifel. Das ist der Beweis für die Notwendigkeit der sitzenden Stellung in der Meditation.
  4. Die Gestalt des Herrn wird im Geist nicht lebendig, weil gute Konzentration fehlt. Entwickle Konzentration in hohem Maße. Bringe die Strahlen des Geistes dazu, auf das Objekt zu fallen. Sammle sie für lange Zeit um die Form des Herrn. Das ist Konzentration. Wenn du das längere Zeit tust, wirst du eine klarere Vorstellung vom Herrn haben und lange Zeit im Gottbewußtsein verweilen. Das ist Meditation.
  5. Verlasse den Kerker der Unwissenheit. Bade im Sonnenschein der Weisheit des Selbst. Nimm eine Dosis der Wiederholung des Namens des Herrn und täglichen Kirtans. Das senkt das Fieber der Lust und die glühende Hitze von Gier und Moha. Schließe für zehn Minuten die Augen und meditiere über die Form von Sri Krishna, Gott Rama oder Gott Siva. Die kühle Brise spirituellen Friedens wird dich rasch kühlen und erfrischen.

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  1. Die Endphase jeder Meditation ist das Aufgehen des individuellen Selbst im höchsten Selbst. Die Erfahrungen, die kommen und gehen, sind sichere Zeichen spirituellen Fortschritts. Stelle dir nichts Großartiges darunter vor. Du mußt die letzte Vereinigung erreichen, in der alle drei Zustände verschwinden und einzig und allein der vierte Zustand von Turiya, der überbewußte Zustand, erstrahlt.

Voraussetzungen für Yoga Sadhana

  1. Es ist nicht möglich, Yoga zu praktizieren, wenn man in Wall Street, Piccadilly, Esplanade, Mount Road oder Mall lebt, die verschmutzte Luft an diesen Orten atmet, unnatürliche und schwere Speisen ißt, Kinos, Theater oder Bälle besucht, viel Vitalenergie verschwendet, die Nerven unter Hochspannung und die Ohren betäubt sind vom Lärm von Autos und Maschinen. Sri Krishna sagt: „Der Yogi sei stets mit Yoga beschäftigt und lebe alleine an einem geheimen und reinen Ort.“
  2. Stabilität und starke Willenskraft stellen sich ein, nachdem man Widerwärtigkeiten des Lebens begegnet ist. Man muß gegen die Wellen ankämpfen, bevor man an das andere Ufer gelangt. Es gibt keinen einfachen Weg zur Errettung außer durch kleine Verbesserungen, Korrekturen, Reinheit, Japa und Enthaltsamkeit. Geh nicht in die Irre, indem du auf den niederen Geist hörst.
  3. Ein Sadhu versuchte dreimal, einen Skorpion davor zu bewahren, den Fluß hinunterzutreiben. Er wurde zweimal gestochen, beim dritten Mal jedoch gelang es ihm, ihn herauszuholen. Die Zuschauer fragten den Sadhu, warum er nicht aus der ersten Erfahrung gelernt hat. Er antwortete, daß es für ihn schmachvoll gewesen wäre, seine Natur, auch denen Gutes zu tun, die ihm Schaden zufügen, aufzugeben, wenn der Skorpion, ein niederes Wesen, nicht seine Natur zu stechen aufgab. Darin liegt wahre Kraft, Stärke und Herrlichkeit.
  4. Das ist die Zunge, mit der die ausgezeichneten Eigenschaften des Herrn besungen werden; das sind die Hände, die den Herrn und den Menschen dienen. Das wahrlich ist der Geist, der ständig an den Herrn denkt, der in allen beweglichen und unbeweglichen Dingen ist. Das ist das Ohr, das die heiligen Geschichten über den Herrn hört.
  5. Das ist der Kopf der sich stets vor Heiligen, Bildern und allen Formen des Herrn verneigt. Das ist das Auge, das die Form des Herrn betrachtet. Das sind die Glieder, die stets zu den Wassern gehen, die die Füße Gott Vishnus und derer, die Ihn verehren, waschen.

Sadhana, der göttliche Name und Gleichmut

  1. Halte Gleichgewicht und Harmonie zwischen Hand, Herz und Kopf; Handlung, Gefühl und Gedanken. ›Samatvam‹ (Gleichgewicht und Gleichmut) wird Yoga genannt. Es kann sein, daß es mehrfach nicht gelingt, die Harmonie zu bewahren. Erhebe dich und kämpfe immer wieder. Der Erfolg ist schließlich gewiß. Ausdauer, Zähigkeit, Mut und Entschlossenheit sind notwendig, um im Yoga erfolgreich zu sein.
  2. Ein unwissender Mensch suchte im Mondlicht etwas auf der Straße. Ein Passant fragte: „Oh, mein Herr! Was suchen Sie hier?“ Er antwortete: „Ich habe meine Nadel im Haus verloren, und ich suche sie hier.“ Der Passant sagte: „Oh Törichter! warum suchen Sie die Nadel hier, wenn Sie sie im Haus verloren haben? Suchen Sie sie im Haus. Dort finden Sie sie.“ Der Mann antwortete: „Hier ist das helle Mondlicht, deshalb suche ich hier.“ Dasselbe gilt für weltliche Menschen. Der Ozean der Wonne ist in ihren Herzen, in ihrem eigenenAtma, aber sie suchen das Glück in äußeren vergänglichen Dingen, die nur Schmerz und Elend bringen können.

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  1. Lasse die niedere Natur sterben. Kreuzige das Fleisch. Unterwirf die Leidenschaften. Habe Selbstdisziplin. Nur dann hast du die Kraft, das Kreuz zu tragen, in jeder Form, in der es dir vom Herrn auferlegt wird.
  2. Wähle für jeden Monat eine Tugend und halte sie dir als Ideal vor Augen, das es gänzlich zu erreichen gilt. Meditiere morgens und abends darüber, sofort nach dem Aufstehen und vor der Nachtruhe. Für diesen Monat würde ich „Reinheit“ empfehlen.
  3. Ich gebe dir diesen Zentralschlüssel zu Erfolg im Leben und Gottverwirklichung, den Namen des Herrn. Wiederhole den Namen deines Ishta Devata von jetzt an, wann immer du Zeit hast. Sitze regelmäßig zum Japa, morgens und abends. Bete auch vor dem Schlafengehen zu Gott. Singe das Maha Mantra, „Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare, Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare“.

Ergebnisse wahrer Liebe

  1. Wenn du in Ahimsa, Gewaltlosigkeit, fest verankert bist, wirst du unfähig sein, etwas Böses zu tun. Du wirst niemals, nicht einen Augenblick, grob, unhöflich oder hochmütig sein. Kein Gedanke an Böses oder daran, andere zu verletzen, wird jemals auch nur für einen Moment in deinen Geist kommen. Dein Herz wird mit Liebe, Freundlichkeit und Zuneigung erfüllt sein.
  2. Wenn du unfähig bist, anderen Menschen in Gedanke, Wort und Tat Böses zu tun, und wenn kein schlechter Gedanke deinen Geist beherrscht, auch nicht für einen Moment, ist es dir möglich, die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt zu bewegen, du wirst über enorme Willenskraft und Seelenstärke verfügen.
  3. Einem Kind wird in der Schule beigebracht 5+5=8. Wenn es nach Hause kommt, sagen auch seine Eltern und Geschwister 5+5=8. Wenn es mit Freunden spielt, sagen sie auch 5+5=8. Das geht einige Jahre so. Wenn ihm nun jemand sagt 5+5=10, glaubt es das auf keinen Fall. Es widerspricht sofort und beginnt zu streiten. Es wird sagen: „Ich habe Recht. Auch meine Eltern und Lehrer sind derselben Meinung. Du hast völlig Unrecht.“ Genauso zweifelt man, wenn Lehrer und Schriften sagen: „Du bist unsterblicher alldurchdringender Atma. Du bist nicht dieser vergängliche Körper.“ Man kämpft mit Sannyasins und Weisen, denn seit langer Zeit denkt man: „Diese Welt ist real. Dieser Körper ist das Selbst.“
  4. Ständiger Satsang mit Weisen und Studium von Schriften unter der Führung eines Guru löscht langsam die alten, falschen und weltlichen Samskaras aus.
  5. Fühle, daß du etwas anderes bist als der Körper. Das erfordert ständiges geistiges Bemühen. Manchmal, wenn du entspannst, vermischst du dich mit Körper, Sinnen und Objekten. Das macht nichts. Versuche es erneut und trenne dich von den fünf Hüllen.

Formel für höheres Sadhana

  1. Wenn du mit etwas beschäftigt bist, sei Beobachter. Wiederhole die Formel: „Ich bin stiller Beobachter, Sakshi OM OM OM.“ Auch wenn du nicht genügend Zeit hast, den Geist zu beobachten, stelle fest, was der Geist tut, welche spezielle Vritti oder Guna zu einer bestimmten Zeit wirksam ist, wenigstens einmal pro Stunde. Das ist die beste Methode, um Fehler und Schwächen des Geistes herauszufinden. Dann wende die geeigneten Methoden an, um sie zu beseitigen. Was auch geschieht. Mit sturer Geduld und großer Beharrlichkeit wie der eines Vogels, der sich daranmacht, den Ozean mit seinem Schnabel oder mit einem Grashalm zu leeren, mit klettenhafter Zähigkeit und gigantischem eisernem Willen muß du an Tapas und Meditation herangehen. Der Herr hat gesagt: „Denke an Mich und kämpfe, Oh Arjuna!“ Also denke an Ihn und setze dein Sadhana mit noch mehr Begeisterung und intensivem Glauben fort.

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  1. Das Gefäß muß stark genug sein, um das göttliche Licht aufzunehmen. Sonst kann es jeden Moment zerbrechen. Dieses Gefäß ist der Geist, Antahkarana, das innere Instrument. Das Gefäß kann nur stark werden, wenn man es durch ständiges unermüdliches selbstloses Dienen, Japa, Kirtan, Satsang, Studium der heiligen Schriften, Meditation und Pranayama reinigt. Wie schwer ist schon das Licht eines Blitzes zu ertragen! Man zittert und bebt vor Angst. Nicht einmal Lakshmi konnte den Glanz von Gott Narasimha ertragen. Sie zitterte. Nur Prahlada, dessen Herz sehr rein und mit höchster Hingabe an Gott Narayana erfüllt war, konnte das großartige Licht durch Seine Gnade ertragen. Deshalb bereite den Geist zuerst darauf vor, das göttliche Licht zu empfangen. Reinige ihn. Mache ihn vollkommen makellos und fleckenlos.
  2. Das unterbewußte Leben ist stärker als das normale Leben des objektiven Bewußtseins. Unter dem bewußten Leben liegt ein riesiger Bereich unbewußten Lebens. Das unbewußte Leben kann das bewußte Leben verändern und beeinflussen. Durch Yogapraxis können die unbewußten Tiefen verändert, beherrscht und beeinflußt werden. Alle Gewohnheiten sind im Unterbewußtsein eingebettet. Die überbewußte Erfahrung ist Turiya, der vierte Zustand. Es ist Nirvikalpa Samadhi, der Zustand vollkommener Bewußtheit, des Einssein mit dem höchsten Wesen.

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Sadhana und die spirituelle Bestimmung

  1. Man kommt nicht vollkommen unwissend und in äußerster Dunkelheit auf die Welt. Man wird mit bestimmten Erinnerungen und Gewohnheiten geboren, die aus früheren Geburten stammen. Wünsche haben ihren Ursprung in früheren Erfahrungen. Wir sehen, daß niemand ohne Wünsche geboren wird. Jedes Wesen ist mit Wünschen geboren, die mit Dingen in Verbindung stehen, die in früheren Leben genossen wurden. Der Wunsch beweist, daß die Seele in früheren Leben existiert hat.
  2. Öffne dich dem Göttlichen durch Reinheit, Glauben, Frömmigkeit, Streben und vollständige und bereitwillige Selbsthingabe. Dann senkt sich die göttliche Gnade auf dich. Du bist dir dann der göttlichen Kraft bewußt, die in dir wirksam wird. Behindere nicht das Herabkommen von göttlicher Gnade und Kraft durch deine Ichgedanken, subtilen Sehnsüchte und alten Gewohnheiten.
  3. Nur der Mensch hat den Willen, sich aus den Fesseln zu befreien. Er durchdringt den Schleier der Unwissenheit mit dem Schwert wahrer Erkenntnis, das er durch intensives Sadhana erworben hat, und verwirklicht sein wahres Selbst.
  4. Der Mensch geht durch Schläge und Hiebe. Er denkt und überlegt. Er unterscheidet und meditiert. Er fragt: „Wer bin ich?“ Schließlich erlangt er Selbstverwirklichung. Er stellt fest, daß alles, was geschehen ist - die Unwissenheit, der verhüllte Zustand, Geburten und Tode, Leiden und Freuden - alles, was geschehen ist, ein langer Traum war.
  5. Man hat noch kein Quentchen spirituellen Fortschritts gemacht, solange die Zunge andere beleidigen kann. In der Zunge befindet sich ein Schwert oder eine Atombombe. Vorsicht. Sprich sanft. Diszipliniere das Sprechorgan immer wieder. Halte Mauna, praktiziere Pranayama und beherrsche so den Sprechimpuls. Gebet, Japa und Meditation sind in dieser Hinsicht ebenfalls überaus hilfreich.

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Sadhana und der Geist

  1. Der Geist schafft alle Vorstellungen und Konzepte und dadurch auch die Sorgen. Etwas Geisteskontrolle muß geübt werden, wenn ein leichtes Kräuseln von Störungen über seine Oberfläche zieht. Schließe dich im Raum ein und vertreibe diese Gedanken mit Gewalt durch Nama Japa. Wenn der Geist sich beruhigt hat, gelangt eine gute Entscheidung hinsichtlich des zukünftigen Handelns an die Oberfläche. Das ist häufig die Stimme der Seele.
  2. Ändere deinen Blick, dein Verhalten und deine Sichtweise. Du wirst Gutes im Bösen sehen, Schönes im Häßlichen, Leben im Stein und Freude im Schmerz. Alles ist gut, alles ist schön, alles ist lebendig, alles ist erfreulich. Fühle es. Verwirkliche es.
  3. Der unterbewußte Geist listet alle Gedanken, die unter seinem Schleier verborgen sind, auf und wirft sie an die Oberfläche des Geistes. Erst dann zerstören die guten hilfreichen Gedanken die schlechten Gedanken. Lasse die guten Gedanken nun wieder im Geist ruhen und schlage die schlechten Gedanken aus dem Geist in die Flucht.
  4. Dein spiritueller Eifer wachse ständig. Das Licht der Lampe, die in dir brennt, sei stetiger als zuvor. Das Ergebnis spirituellen Sadhanas kann nur vom Herz gemessen werden. Reinheit in Gedanken, Reinheit im Handeln, Ausweiten der Liebe auf andere, das Vergießen von Tränen beim Gedanken an den Herrn, zu Berge Stehen der Haare, eine Art Zuneigung zu jedermann ohne Unterschied von Kaste, Glauben oder Geschlecht, Demut und Ernsthaftigkeit sind einige äußere Anzeichen wahren spirituellen Fortschritts.
  5. Sitze ruhig und beobachte sorgfältig das Wandern des Geistes. Finde seine gewohnheitsmäßigen Vorlieben und Gedanken heraus. Finde heraus, mit welchen Dingen er sich dauern beschäftigt. Ziehe ihn langsam von diesen Objekten zurück und lenke ihn immer wieder auf die Form des Herrn. Setze deinen Fuß auf eine Sprosse nach der anderen auf der Leiter der Konzentration. Sei geduldig. Kämpfe hart.
  6. Wer das Ewige sucht und das Vergängliche beiseite schiebt, wer am Guten festhält und das Angenehme vermeidet, wer Böses mit Gutem vergilt, wer auch die liebt, die ihn hassen - dieser Mensch lebt das göttliche Leben und ist ohne Zweifel wahrhafte ein Gott auf dieser Erde.

Voraussetzungen für spirituellen Fortschritt

  1. Ohne ethische Vollkommenheit gibt es keinen spirituellen Fortschritt. Ohne spirituellen Fortschritt gibt es keine Befreiung. Ethische Vollkommenheit entsteht durch die Praxis von Yama und Niyama. Asanas und Pranayama sind die zweite Phase. Konzentration und Meditation stellen die dritte Stufe dar. Samadhi ist das Summum Bonum. So geht die menschliche Seele, die nach Vollkommenheit strebt, von Stufe zu Stufe und geht schließlich in der wonnevollen Herrlichkeit der höchsten Vereinigung auf. Daher strebe nach moralischer Vollkommenheit. Durch eine starke moralische Basis ist spiritueller Erfolg zur Hälfte erreicht.
  2. Meditation befähigt zur Überwindung der Schwierigkeiten, die aus dem Geist entstehen können. Sei nicht unzufrieden mit den Ergebnissen. Nach und nach erlangst du Konzentration. Wenn dein Geist wandert, bringe ihn zurück. Denke daran, daß du auf dem Übungsplatz bist. Wenn deine Augen hierhin und dorthin wandern, ruft dein Offizier „Achtung“. Dann nimmst du Habt-Acht-Haltung an. So werde auch dein eigener Offizier, wenn dein Geist wandert, rufe „Achtung“. Dein Geist wird sich bald auf dem Bild des Herrn festsetzen. Übe das einige Tage oder sogar Monate lang. Allmählich wirst du Konzentration entwickeln. Jeder Fehltritt auf der spirituellen Linie wird zu einem Schritt zum Erfolg. Sei geduldig.

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  1. Suchende denken, daß sie große Fortschritte in Meditation und Samadhi gemacht haben, wenn sie lange Zeit in einem geschlossenen Raum sitzen können. Aber Kleinigkeiten regen sie auf. Sie erwarten Anerkennung, freundliche Behandlung und bequeme Sitzgelegenheiten. Kleinigkeiten irritieren und ärgern sie. Sie sind die Sklaven eines Überlegenheitskomplexes. Sie können sich nicht an andere anpassen. So ziehen also ohne Frieden im Geist von Ort zu Ort. Die Pflege von Tugenden wie Demut, Anpassungsfähigkeit, der Geist selbstlosen Dienens und Liebe sind von allergrößter Bedeutung. Wenn ein Mensch diese Tugenden besitzt, kommt Samadhi von selbst.
  2. Wonnevoll ist das Freisein von Eifersucht und Haß. Wonnevoll ist das Fehlen von Lust, Habgier und Stolz. Befreie dich aus dem engen Netz von Sorgen, Elend und Bindung. Gib den Irrglauben auf, das Selbst sei im Körper. Das ist ein trügerisches Kissen, auf dem man ruht. Irrtümer führen in die Irre aufgrund von Unwissenheit und Verhaftung an den Körper. Täuschungen lassen Kummer entstehen.
  3. Du hast in Millionen von Geburten Sinnesobjekte genossen. Du hast die letzten fünfzig Jahre dieser Geburt die Sinnesobjekte genossen. Wenn du bisher keine Befriedigung gefunden hast, wann wird sie dann kommen? Laufe nicht der Luftspiegelung der Sinnesobjekte nach. Die Sinne täuschen dich. Entwickle Leidenschaftslosigkeit und Entsagung und verwirkliche den Atma. Nur dann wirst du ewige Befriedigung, immerwährenden Frieden und unsterbliche Wonne erlangen. Erwache aus dem Schlummer der Unwissenheit.
  4. Früher kam der Suchende mit einem Bündel Stöcke (Samit) in der Hand um spirituelle Einweihung zum Guru. Was bedeutet das? Er bittet seinen Lehrer: „Oh anbetungswürdiger Guru! Möge durch deine Gnade mein Bündel von Sünden und weltlichen Vasanas im Feuer der Weisheit verbrennen. Lasse die göttliche Flamme in mir wachsen. Lasse mich die höchste Erleuchtung erlangen. Lasse mich den inneren aus sich selbst strahlenden Atman erkennen. Mögen meine Sinne, Vasanas, mein Geist, mein Prana und mein Egoismus als Opfergabe im Feuer der Weisheit aufgehen. Lasse mich als das Licht der Lichter erstrahlen.“
  5. Sich zu bemühen, inmitten eines lustvollen, lasterhaften materiellen Lebens ein reines göttliches Leben zu führen, nach der Verwirklichung des Atman zu streben, in einer vornehmen Familie sattviger Menschen geboren zu sein - dies sind rare Geschenke Gottes, die wohl gehütet werden müssen. Sei wachsam. Suche Schutz im kühlen Schatten des Yoga. Ziehe den größten Vorteil aus diesem Geschenk und dieser Gnade Gottes. Wiederhole Seinen Namen. Singe Seine Herrlichkeit mit Familie und Freunden.
  6. Ein wahrhaft Gläubiger weiß, daß Gott alles zu seinem Besten tut. Wenn ein Mensch Verlust und Leiden durchmacht, läßt dies Vairagya in ihm entstehen, wendet den Geist immer mehr Gott zu und entwickelt in ihm Duldungskraft, Geduld und starke Willenskraft. Ein törichter weltlicher Mensch ist sich dessen nicht bewußt.
  7. Solange der Mensch nicht erkennt, daß er eigentlich das unsterbliche Selbst ist, kennt er sich nicht. Durch Unwissenheit identifiziert er sich mit dem Körper. Wenn durch Beseitigung von Unwissenheit Erkenntnis aufdämmert, verschwindet die Identifikation mit dem Körper. Er wird eins mit der höchsten Seele und erlangt die Erkenntnis Brahmans.
  8. Wenn der Geist in der Meditation nicht konzentriert ist, wenn er wild umherwandert, wenn er Luftschlösser baut, Pläne und Ränke schmiedet und unerhebliche und unsinnige Gedanken pflegt oder entstehen läßt, ist es besser, sich aus der Konzentration zu erheben und eine nützliche Arbeit zu machen oder heilige Schriften zu lesen. Es ist nur Zeit- und Energieverschwendung, in einem solchen Geisteszustand weiter mit geschlossenen Augen zu sitzen.

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Anleitung im Sadhana

  1. Habe vollkommene Beherrschung der Emotionen. Lasse dich nie von Emotionen mitreißen. Beherrsche sie. Du kannst höchsten Frieden genießen. Pranayama, Japa und regelmäßige Meditation helfen, die Emotionen unter Kontrolle zu halten.
  2. Die Srutis sagen: „Wie kann es für den Menschen, der den einen Atma, das höchste Selbst in allen Wesen sieht, Täuschung oder Kummer geben? Wie kann er vor jemandem Angst haben?“ - Isavasya Upanishad. „Das Selbst, das durch Yoga Harmonie gefunden hat, sieht den Atman in allen Wesen und alle Wesen im Selbst; überall sieht er dasselbe.“ (Gita, Kap.VII, 29). Weise sehen den einen Atman in einem Brahmanen, den Gelehrtheit und Demut schmückt, in einer Kuh, einem Elefanten und sogar in einem Hund und einem Kastenlosen und haben daher universelle Sicht.“ (Gita, Kap.V, 18). Sieh den einen Atman in allen Wesen. Das ist universelle Sicht.
  3. An Sinnesobjekte denken ist Sanga, Verhaftung. Nicht an Sinnesobjekte denken ist Vairagya. Höre auf, an Objekte zu denken, indem du an Brahman, das Ewige oder deinen Ishta Devata (gewählte Gottheit) denkst.
  4. Die Vasanas im Geist zu behalten ist wie eine schwarze Kobra in sich zu haben und sie mit Milch zu füttern. Dein Leben ist ständig in Gefahr. Töte diese Vasanas durch Vichara, Vairagya und durch Meditation über den Atma.
  5. Sei nicht hoch emotional und übersentimental. Laß dich nicht von Emotionen beherrschen. Sympathie und Barmherzigkeit müssen vorhanden sein, lasse dich aber nicht von Gefühlen überwältigen, wenn jemand krank ist. Krankheit und Tod sind in dieser Welt durchaus verbreitet. Jeder leidet an der einen oder anderen Krankheit, um Karmas zu erschöpfen oder zu reinigen. Sei niemandem gegenüber verhaftet. Diese Anhaftung bringt Schmerz und Ruhelosigkeit.
  6. Wenn du vielleicht in einem Dharmasala, einer öffentlichen Gaststätte wohnst, und im Nebenraum eine einzelne Frau ist, verlasse den Ort sofort. Du weißt nicht, was passieren wird. Es ist immer ratsam, die Gefahrenzone sofort zu verlassen, auch wenn du durch die Praxis von Tapas und Meditation sehr stark bist. Setze dich keiner Versuchung aus. Denke an die Geschichte von Sri Vyasa und seinem Schüler Jaimini. Selbst hoch entwickelte Rishis, die nur von Blättern, Wurzeln, Luft und Wasser lebten, sind Versuchungen erlegen.
  7. All Probleme und Sorgen sind auf Ichbewußtsein zurückzuführen. Ichbewußtsein hat Einschränkung bewirkt. Der Grund des Kummers kommt nicht von außen. Vernichte dieses Ichdenken. Dann genießt du unendliche Wonne und dein Leben wird weit.
  8. Vergnügungen sind die Quelle von Schmerz. Wünsche und Sehnsüchte verführen dich zu deinem eigenen Ruin. Sinne und Geist sind deine Feinde. Alle Dinge führen dich in Versuchung und täuschen dich. Es gibt nichts Beständiges in dieser Welt. Der Glanz aller Dinge ist unstet. Nichts auf dieser Welt kann immerwährende Wonne geben. Nichts im weltlichen Leben kann dem suchenden und denkenden Menschen wirklichen Trost und dauerhafte Freude geben. Es gibt etwas, das über die Leiden und Sorgen des Lebens hinausgeht, das ewig, rein und allwonnevoll ist. Nur wenn dieser Seinszustand erreicht ist, ist man für immer glücklich und friedvoll.
  9. Das Geheimnis der Entsagung ist der Verzicht auf Ichdenken, Besitzdenken und Wünsche. Frau, Kinder, Besitz, Haus, Verwandte und Freunde aufzugeben stellt nicht wahre Entsagung dar. Objekte binden nicht. Besitzdenken (Mamata) bindet an dieses Samsara, das Rad von Geburten und Toden.
  10. Suche die verborgenen unerschöpflichen Schätze des Selbst im Inneren. Du wirst erkennen, daß die Herrschaft über die ganze Welt und sogar das Reich der Götter verglichen mit der Herrlichkeit der Selbsterkenntnis Staub ist. Furchtbar ist die Bindung dieser Welt. Gehe über das weltliche Leben hinaus und lebe im Ewigen.

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  1. Wenn das intuitive Auge der Weisheit erlangt ist, nimmt man mit Sicherheit das große Panorama vergangener Leben wahr und die ständige Evolution zu Gott hin, an der Schwelle, an der man sich gerade befindet. Bleibe auf dem Yogapfad. Übe fleißig. Sei regelmäßig in der Meditation. Stehe über den Verlockungen der Welt. Dann erreichst du bald Selbsterkenntnis. Ich werde dir dienen und dich führen.

Prinzipien des spirituellen Fortschrittes

  1. Diszipliniere Geist und Sinne. Entwickle edle Tugenden. Versuche, das Wesen der Seele zu erkennen. Meditiere regelmäßig. Nur dann wirst du Unsterblichkeit und tiefe bleibende Freude erlangen.
  2. Wenn du deine wahre Natur kennst, wirst du verstehen, daß die Welt nur ein Traum ist, und daß alle Namen und Formen nichts anderes sind als geistige Vorstellungen. Wer in Freude und Schmerz standhaft und ausgeglichen ist, ist am besten dazu geeignet, Unsterblichkeit zu erlangen.
  3. Sei nicht niedergeschlagen. In dir liegt unermeßliche Kraft und Stärke. Eine großartige Zukunft erwartet dich. Begegne allen Schwierigkeiten mit einem Lächeln. Schmerz ist der wahre Augenöffner und wirkliche Lenker. Gott unterzieht dich dieser schweren Prüfung, um dich stärker und kraftvoller zu machen. Verstehe dieses Geheimnis gut. Sie niemals verzweifelt. Lache, springe, pfeife und lächle immer.
  4. Es muß in Prüfungen, Enttäuschungen und Schwierigkeiten unerschütterlicher Glaube an Gott vorhanden sein. Hoffnung und Hilfe kommen von innen, wenn man sich vollständig hilflos fühlt. Es gibt keinen Erfolg ohne Leiden. Ohne Sorgen und ohne Verfolgung kann man kein Heiliger oder Weiser werden. Jedes Leiden dient dazu, zu erheben und zu entwickeln. Leiden steigert die Duldungskraft, die Barmherzigkeit und den Glauben an Gott und beseitigt Ichdenken.
  5. Dinge, die nicht täglich verwendet werden, wie Kupfermesser oder Messinggefäße, werden rostig. Genauso, wenn die Glieder und Muskeln des Körpers nicht richtig zu Bewegung und Arbeit benutzt werden, degenerieren sie. Der Mensch wird tamasig. Er wird zum Opfer der Trägheit. Daher muß ein Suchender, der ein Leben von Nivritti, Entsagung, lebt, sehr vorsichtig sein. Es darf nicht zugelassen werden, daß Tamas überhand nimmt. Asanas, Suryanamaskar, etc. müssen täglich praktiziert werden.

Elemente des Sadhana

  1. Nicht einmal das schlimmste Gift ist Gift, die Sinnesobjekte sind es jedoch wahrhaft. Ersteres tötet nur den Körper, letztere hingegen töten viele Körper in aufeinanderfolgenden Geburten. Bezwinge den Geist durch Liebe und Dienen.
  2. Nur der tugendhafte Mensch, der sich von frühester Kindheit an in Atma-Jnana, der spirituellen Lehre, schult, der sich in Gegenwart von Weisen aufhält und Mitgefühl, Demut, Mut, und andere gute Eigenschaften entwickelt, wird Moksha, Befreiung, erreichen.
  3. Verursache keinem Lebewesen Schmerz nicht in Gedanke, Wort oder Tat. Sprich die Wahrheit. Praktiziere Brahmacharya. Führe ein einfaches Leben. Erwirb nur lebensnotwendige Dinge. Lies die Schriften. Ertrage geduldig alle Anfechtungen, die mit dem Streben nach Tugend einhergehen. Verehre den Herrn. Konzentriere dich und meditiere. Das ist der Weg zu höchster Glückseligkeit.

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  1. Halte 2 Stunden täglich Mauna, Schweigen. Erwirb Beständigkeit durch Festigkeit der Stellung. Ziehe die Sinne von den Objekten zurück. Kontrolliere den Atem. Bringe den Geist in einen Zustand der Gelassenheit. Das ist der Weg zu unendlicher Wonne.
  2. Gib dich Gott vollständig hin. Entsage um der Liebe zum Herrn willen allem, was nicht Er ist. Lebe, als gäbe es nichts außer dem Herrn und dir auf der Welt.
  3. Iß reine Nahrung in Maßen. Gib Sinnenfreuden auf. Tue tugendhafte Handlungen. Lebe in Einsamkeit. Meditiere ernsthaft und intensiv. Das ist der Weg zu Selbstverwirklichung.

Gedankenhintergrund

  1. Übe intensives inneres Sadhana, das Hauptthema deines Lebens. Gründe dein Leben auf den ununterbrochenen Gedanken an das göttliche Ideal und das ständige Gefühl Seiner Gegenwart.
  2. Der Name des Herrn ist göttlicher Nektar. Der Name ist deine einzige Zuflucht, deine Stütze und dein Schatz. Name und Nami (Gott) sind eins. Singe stets Seine Namen mit Hingabe. Mache Kirtan. Das ist das wichtigste Sadhana im Kali Yuga.
  3. Wiederhole ständig inspirierende Verse (Lieder zum Lob der Herrlichkeit Gottes), Mantras oder den Namen Gottes. Das wird zum göttlichen Gedankenhintergrund.
  4. Bete zum Herrn aus tiefstem Herzen: -
    „Ich bin Dein, alles ist Dein.
    Dein Wille geschehe.
    Ich bin ein Werkzeug in Deinen Händen.
    Du tust alles. Du bist gerecht.
    Schenke mir Glauben und Frömmigkeit.“
  5. Wer Brahmacharya praktiziert, ist ein Dheera, ein Held. Er kann den Gefahren und Schwierigkeiten des Lebens leicht begegnen. Ohne Brahmacharya ist Erziehung hohl und seicht.
  6. Von jetzt an beschäftige Geist und Körper Tag und Nacht in den Stunden des Wachens so unausgesetzt, daß er keine Zeit findet, an die schlechten Gewohnheiten zu denken. Wenn schlechte Gedanken über dich herfallen, nimm rasch die Taschenbuch Gita zur Hand und lies darin; oder schreibe Mantras in ein Notizheft, das du immer bei dir tragen solltest; oder rolle ein paar Japaperlen. Sage: „Gott hat mich dazu auserwählt, den spirituellen Weg zu beschreiten. Ich habe einen sehr starken Willen. Diese Übel werden mir nichts anhaben.“ Schlafe nicht, solange dich der Schlaf nicht übermannt. Überlade abends den Magen nicht.
  7. Jedes Mantra ist sehr stark. Das Durga Mantra ruft sehr rasch die Gnade der Mutter zu deiner Errettung an. Bitte halte dich daran. Meditiere Tag und Nacht über diese allgegenwärtige Kraft, die Mutter - Ursache und Halt von allem. Maya wird verschwinden. Das wahre Licht wird in dir dämmern. Kümmere dich nicht um Geburt, Leben und Tod, sondern halte dich an die Wahrheit.
  8. Nur wer das kosmische Bewußtsein hat, kann die wahre Bedeutung hinter den Ereignissen verstehen. Er weiß, daß ohne Seinen Willen nicht einmal ein trockenes Blatt vom stärksten Sturm bewegt werden kann. „Warum“ und „Wie“ von Ereignissen sind transzendentale Fragen. Zerbrich dir nicht den Kopf mit Problemen, die der Intellekt nicht erfassen kann. Wiederhole den Namen des Herrn. Bete um Visvakayan. Das ist die Gelegenheit, die Er ernsthaften Seelen bietet, damit sie sich rasch entwickeln können. Verbreite Liebe und den Geist des Dienens und der Opferbereitschaft an alle. Du kannst die Welt zu einem wahren Himmel machen.

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  1. Stürze dich in Sadhana. Behaupte, daß du das Eine, das Unteilbare, Brahman bist. Identifiziere dich mit dem Universum durch Yoga. Alle Zweifel werden sich klären. Dann bleibt keine Frage mehr offen.
  2. Wie kannst du dich jemals einsam fühlen, wenn der einzige wahre Freund, Gott, in deinem Herzen wohnt? Seine Gesellschaft in Gebet, Japa, Kirtan, Meditation, Mantraschreiben und der Praxis von Raja Yoga erhebt. Sie gibt nicht endenden Frieden, Wonne und Kraft, wohingegen die Gesellschaft der sogenannten menschlichen Freunde in die Irre führt und zerstört. Es stimmt, in den Anfangsphasen herrscht vielleicht ein innerer Kampf; aber nach und nach wirst du an der Gesellschaft des wundervollen Herrn Freude finden und die Gesellschaft weltlicher Menschen meiden. Sobald du dich bedrückt fühlst, lies gute spirituelle Bücher oder schreibe dein Ishta Mantra oder Guru Mantra mit einpünktigem Geist in ein Notizheft.

Sadhana und Samadhi

  1. Schmerz, Leiden, Unglück oder Pech, all das sind Schöpfungen des Geistes. In der Tat gibt es sie gar nicht! Der gepriesene Herr, unser geliebter Vater und unsere geliebte Mutter, tut alles zu unserem Besten. Versuche, über diese großartige Wahrheit zu meditieren; und verwirkliche die wunderbaren Ergebnisse. Wenn du lernst, in gleicher Weise zu Schmerz und Freude zu stehen, wenn du beide als Gnade des Herrn willkommen heißt, die Er auf dich strömen läßt, um dich an Ihn zu erinnern, und wenn du beide als von Gott gesandte Gelegenheiten benützt, um an Ihn zu denken und Seinen Namen zu wiederholen und seine Herrlichkeit zu besingen, dann werden dir unendliche Wonne und höchster Friede zuteil.
  2. Nähere dich dem Herrn mit  „Sarvabhava“, aus ganzem Herzen, mit ganzem Geist und ganzer Seele, mit deinem ganzem Wesen. Habe keinerlei Vorbehalte. Bewahre keine Wünsche, die du heimlich zu befriedigen wünschst. Der Geist, Chitta, der Intellekt und das Ego sie alle müssen bereit sein, sich gänzlich hinzugeben. Du wirst höchsten Segen genießen. Du wirst Seine volle Gnade erhalten.
  3. Wenn du die Mantras schreibst, halte immer Mauna, schweige. Fühle, daß die göttliche Shakti dein ganzes Wesen betritt. Verändere den Sitz nicht, solange du nicht die tägliche Seitenzahl beendet hast. Im Mantraschreiben liegt Achintya Shakti (unbeschreibliche Kraft). Es hilft dem Sadhak in der Konzentration. Wenn die beiden zusammenkommen, geht ein Freudenschauer durch das ganze Wesen. Dann spürt der Sadhak die innere Ruhe. Oft hat er das Gefühl, sich in einem Gedanken an Gott zu verlieren.

Phasen der spirituellen Praxis

  1. Jede Bemühung auf dem spirituellen Weg, sei sie auch noch so schwach, trägt zur inneren spirituellen Kraft bei. Gebete, Kirtan, Japa, Meditation und Svadhyaya öffnen die Tore zum Reich innerer Freiheit und ewiger Wonne. Bemühe dich unausgesetzt und sei erfolgreich.
  2. Sei nicht besorgt wegen wiederholter Mißerfolge im Sadhana. Nil desperandum. Verzweifle nicht. Gib den Kampf oder das Sadhana nicht auf. Stehe auf und kämpfe von Neuem. Bemühe dich erneut. Jedesmal kommst du dem Erfolg näher. Jeder Mißerfolg ist ein Sprungbrett zum Erfolg. Letztendlich ist dir der Erfolg gewiß.
  3. Der Geist kann ohne Wünsche, Verhaftung und Ichdenken nicht existieren. Er hängt sich an die eine oder andere Form. Er wird den einen oder anderen Wunsch beibehalten. In der ein oder anderen Form ist Ichdenken vorhanden. Pflege sattvige Wünsche. Habe den starken Wunsch, Rettung zu erlangen. Dadurch kannst du alle weltlichen Wünsche zerstören. Anstatt dem Geist zu gestatten, an der Form von Frau oder Kind zu hängen, versuche, ihn auf die Gestalt von Sri Krishna oder Gott Rama zu heften. Lasse ihn sich an diese Formen verhaften. Entwickle sattviges Ichdenken, indem du feststellst: „Ich bin das unsterbliche Selbst“ oder durch Wiederholen der Formel „Ich bin der Diener von Sri Krishna“.
  1. Wenn du mit dem kosmischen Bewußtsein eins zu werden wünschst, mußt du dein Herz öffnen. Du mußt eins sein mit dem Universum. Du mußt Ichdenken, Selbstsucht, Eifersucht, Haß, Habgier, und die Barrieren, die dich vom Rest der Welt trennen, vernichten. Werde ein Karma Yogi und arbeite zum Wohle der Welt. Du wirst im kosmischen Bewußtsein aufgehen. Du mußt universell dienen, um den Zustand des Einssein mit dem kosmischem Bewußtsein zu erreichen.
  2. Sei unter allen Umständen ruhig und gelassen. Entwickle diese Tugend Shama immer wieder durch beständige und intensive Bemühung. Gelassenheit ist wie ein Fels. Wellen der Reizbarkeit schlagen vielleicht an ihn, können ihn aber nicht in Mitleidenschaft ziehen. Meditiere täglich über den ewig ruhenden Atman, das Ewige, das unveränderbar ist. Du wirst diese erhabene Tugend allmählich erreichen. Das göttliche Licht senkt sich nur auf  einen ruhigen Geist. Nur ein Suchender mit einem ruhigen Geist kann in tiefe Meditation und Nirvikalpa Samadhi gehen. Nur er kann Nishkama Karma Yoga praktizieren.

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