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Göttliche Erkenntnis


Konfuzianismus

Konfuzianismus

Konfuzius wurde 551 v. Chr. im Feudalstaat Lu, einem Teil der heutigen Provinz Shantung an der Nordostküste Chinas, geboren. Konfuzius und Lao-Tze, der Begründer des Taoismus, waren Zeitgenossen. Sie waren Heilige und Philosophen. Sie werden nicht als Retter betrachtet.

Der Konfuzianismus ist keine Religion im üblichen Sinn. Er hat weder eine Priesterschaft, noch irgendwelche Mönchsorden. Er existierte in China schon lange vor Konfuzius. In einer seiner überlieferten Reden spricht er von sich selbst als einem »Übermittler« und nicht als einem »Macher« oder Begründer. Er gab der Welt keine neue Religion und keine neue ethische Botschaft. Er gab der Welt nur eine machtvolle Neuformulierung der fundamentalen Prinzipien menschlicher Moral und Ethik. Er brachte eine neue und verbesserte Ausgabe der alten heraus. Die moralische Botschaft, die er entwarf, war höchst bewundernswert. Sie enthielt großartige ethische Wahrheiten.

Konfuzius widmete sich der Verbesserung der Gesellschaft. Immer dachte er an das Wohlergehen der Gesellschaft. Er tat was er konnte, um viel zum sozialen Wohlergehen beizutragen. ‘Die Analekten’, eine Sammlung von Aussprüchen, behandeln hauptsächlich soziales Wohlergehen, Frieden unter den Menschen und Harmonie der Gesellschaft. Er bemühte sich aufopferungsvoll, die Menschen moralisch auszubilden. Er legte großen Wert auf die Kultivierung ethischer Tugenden. Er versuchte, die Störfaktoren in der Gesellschaft zu entfernen. Er hatte die feste Überzeugung, daß, wenn die Höheren und Älteren einen makellosen Charakter hätten, andere ihnen nachfolgen würden und überall Liebe und universeller Friede herrschen würden. Da dieser Sozialgedanke seinen Geist voll beschäftigte, blieb ihm keine Zeit mehr, über Gott und das Leben nach dem Tode zu sprechen. Darüberhinaus hielt er es auch nicht für notwendig, bei diesen Themen zu verweilen.

Viele der Aussprüche von Konfuzius sind bewundernswert. Er sagt: »Die Liebe zur Tugend sollte wie die Liebe zur Schönheit sein - aus einem inneren Zwang. Habe genügend Selbstkontrolle, daß Du über andere urteilen kannst, wenn Du sie mit Dir vergleichst, und Dich ihnen gegenüber so verhältst, wie Du es wünschen würdest, daß sie sich Dir gegenüber verhalten.« Das könnte man vielleicht die ‘Doktrin der Menschlichkeit’ nennen, und es gibt nichts darüber hinaus.

»Die Methode, ein besserer Mensch zu werden, liegt darin, sich dem zuzuwenden, was richtig ist, und es zu lieben, zu lernen, was die Quelle von Wissen und Tugend ist, was mit nichts anderem verglichen werden kann. Wenn Rechtschaffenheit ehrlich angestrebt wird mit einem Geist frei von Selbstbetrug, wird das Herz verbessert.«

»Bis zu einem gewissen Stadium ist der einzelne nur damit beschäftigt, sich selbst zu verbessern; aber die Kultivierung der eigenen Person beeinflußt zuerst die Menschen der engeren Umgebung und letztlich das ganze Reich. Jeder sollte daher sorgfältig seine eigene Person heranbilden und die entsprechende Rücksicht auf Menschen in seiner Umgebung nehmen. Jeder Mensch muß seine Worte abwägen und sein Verhalten beobachten. Er muß alles vermeiden, was unedel und beunruhigend ist, muß Wohlwollen zu seiner Wohnstatt machen, Rechtschaffenheit zu seiner Straße, Schicklichkeit zu seinem Gewand, Weisheit zu seiner Lampe und Zuverlässigkeit zu seiner Zauberformel. Würde, Ehrfurcht, Treue und fester Glaube stellen die Eigenschaften eines kultivierten Menschen dar. Seine Würde trennt ihn von der Masse; da er respektvoll ist, liebt man ihn; da er treu ist, gehorcht man ihm; und da er Vertrauen hat, vertraut man ihm.«

Die verschiedenen Aussprüche von Konfuzius stellten die Eigenschaften eines höher rangigen Menschen dar. Konfuzius forderte seine Schüler auf, den Höhergestellten zu bewundern und es ihm gleichzutun. Er sagte, daß jedes menschliche Wesen das Bestreben hat, eine höhere Position zu erreichen - höher im Vergleich zu seinen Mitmenschen und höher im Vergleich zu seiner Vergangenheit und zu dem, wie er gegenwärtig ist.

Konfuzius spricht vom höheren, dem idealen Menschen folgendermaßen: »Der höhere Mensch ist allumfassend und nicht parteiisch. Er tut das, was er in seiner Stellung zu tun hat. Er wünscht nicht, darüber hinauszugehen. Es gibt für ihn keine Position, in der er nicht er selbst ist.

»Der Gelehrte betrachtet Ehrlichkeit und Glauben als sein Panzerhemd und seinen Helm, Schicklichkeit und Rechtschaffenheit als seinen Schild und seine Spange. Er geht einher und trägt Wohlwollen auf seinem Kopf; er verweilt, indem er Rechtschaffenheit in seinen Armen vor sich trägt. Die Regierung ist vielleicht sehr tyrannisch, aber er wird seinen Kurs nicht ändern - auf diese Weise erhält er sich.«

Die Lehre

Seine Lehre beschäftigte sich in großem Ausmaß mit dem Problem einer guten Regierung. Er sagt: »Der Herrscher selbst muß tugendhaft, gerecht, ehrlich und pflichtbewußt sein. Ein tugendhafter Herrscher ist wie der Polarstern, der dadurch, daß er seinen Standort beibehält, alle anderen Sterne dazu bringt, sich um ihn zu drehen. Wie der Herrscher ist, so werden die Untertanen sein.

Was war Konfuzius Vorstellung von Tugend? Sein Wort dafür war ‘Zen’. Das richtige Verständnis von dieser ethischen Doktrin hängt hauptsächlich von den Bedeutungen von Zen ab. Es gibt keine einzelne deutsche Entsprechung für Zen in all seinen Bedeutungsnuancen. Das Wesen seiner gesamten Lehre kann unter diesem einen Begriff ‘Zen’ zusammengefaßt werden. Die nächste Entsprechung für dieses schwierige Wort ist ‘soziale Tugend’. Alle Tugenden, die zur Aufrechterhaltung der sozialen Harmonie und des Friedens beitragen wie Wohlwollen, Nächstenliebe, Großmütigkeit, Ehrlichkeit, Respekt, Selbstlosigkeit, Sorgfalt und liebevolle Freundlichkeit und Güte sind in Zen eingeschlossen. Ein enger Schüler von Konfuzius sagte: »Das einzige Prinzip, das sich durch die Lehre meines Meisters zog, ist Treue gegenüber sich selbst und Nächstenliebe gegenüber dem anderen.«

Konfuzius sagte: »Ein tugendhafter Mensch hat vor drei Dingen Ehrfurcht: - 1) Ehrfurcht vor dem Ratschluß des Himmels, 2) Ehrfurcht vor großen Menschen, 3) Ehrfurcht vor den Worten Heiliger. Bei der Anbetung Gottes muß man fühlen, Er wäre sichtbar gegenwärtig.«

Die Lehre von Konfuzius ist, daß die ganze Welt und jedes Wesen ständig in Veränderung begriffen sind, und daß der wesentlichste Aspekt menschlichen Lebens die gegenwärtige Wirklichkeit ist.

Konfuzius nahm an, daß die Gesellschaft auf fünf Beziehungspaaren aufgebaut ist, nämlich der von Mann und Frau, Eltern und Kind, älteren und jüngeren Geschwistern oder allgemein Älteren und Jüngeren, von Herrscher und Minister oder Untertan und von Freund und Freund. Ein Land wäre gut regiert, wenn alle Parteien ihre Rollen in diesen Beziehungen in richtiger Weise spielten. Konfuzius sagte: »Tao (Weg oder Straße der Rechtschaffenheit) gab es nur, als Väter Väter waren, Söhne Söhne, Herrscher Herrscher und Minister Minister.«

Konfuzius legte großen Wert auf Charakterbildung, Reinheit des Herzens und Verhaltens. Er ermahnte die Menschen, zuerst einen guten Charakter zu entfalten, der ein unschätzbares Juwel und die beste aller Tugenden ist.

Konfuzius sagte, daß die Natur des Menschen grundsätzlich zum Guten tendiert. Die Vollkommenheit des Guten kann bei Weisen und Heiligen gefunden werden. Jeder Mensch sollte versuchen, das Ideal zu erreichen, indem er ein tugendhaftes Leben führt, einen edlen Charakter hat und seine Pflicht ohne Selbstsucht mit Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit erfüllt. Wer einen guten Charakter und göttliche Tugend besitzt, ist ein fürstlicher Mensch. Der fürstliche Mensch ist der Tugend verbunden und der niedere Mensch hängt an materieller Bequemlichkeit. Der fürstliche Mensch ist gerecht, während der niedere Mensch Belohnungen und Begünstigungen erwartet. Der fürstliche Mensch ist würdevoll, edel, großmütig und bescheiden, während der niedere Mensch gemein, stolz, unehrlich und überheblich ist.Im »Großen Lernen« legte Konfuzius den Prozeß Schritt für Schritt dar, durch welchen die eigene Entwicklung erreicht wird und durch welchen diese übergeht in das soziale Leben, um dem Staat zu dienen und ein Segen für die Menschheit zu sein. Die Abfolge der Entwicklung, die Konfuzius aufstellte, ist folgende:

  • Hinterfragen des Wahrnehmbaren
  • Lernen
  • Ehrlichkeit
  • Aufrichtigkeit der Absicht
  • Selbstentfaltung
  • Familiendisziplin
  • Lokale Selbstbestimmung und
  • Universelle Selbstbestimmung

»Die Alten«, sagte er, »wenn sie vorzügliche Tugend im ganzen Reich zeigen wollten, regierten sie zuerst ihre Staaten gut. Im Wunsch, ihre Staaten gut zu erhalten, ordneten sie zuerst ihre Familien. Im Wunsch, ihre Familien zu ordnen, brachten sie zuerst ihre Absichten in Ordnung. Im Wunsch, ihre Absichten in Ordnung zu bringen, versuchten sie zuerst, aufrichtig zu denken. Im Wunsch, aufrichtig zu denken, erweiterten sie zuerst ihr Wissen so weit wie möglich. Dies taten sie durch das Hinterfragen von Dingen.

Durch das Hinterfragen von Dingen wurde ihr Wissen weit; wenn ihr Wissen weit war, wurden ihre Gedanken aufrichtig; wenn ihre Gedanken aufrichtig waren, kamen ihre Absichten ins reine; wenn ihre Absichten im reinen waren, erzogen sie sich selbst; waren sie erzogen, kamen ihre Familienangelegenheiten in Ordnung; waren ihre Familienangelegenheiten in Ordnung, wurden ihre Staaten richtig regiert; waren ihre Staaten richtig regiert, war das Reich dadurch ruhig und wohlhabend.

Fazit

Konfuzius hat das sechste Jahrhundert v.Chr. unsterblich gemacht. Er war ein geborener Menschenführer. Er hätte sich wohl als einer der größten Monarchen der Weltgeschichte erwiesen, wenn die Umstände günstig gewesen wären. Er hatte einen hochentwickelten Sinn für Moral und eine tiefe Verwirklichung der höchsten Wichtigkeit der Moral im menschlichen Leben. Seine Größe war über viele Jahrhunderte hinweg allgemein anerkannt. Er wird von Hunderten von Millionen von Erdenbewohnern in höchsten Ehren gehalten.

Ehre sei Konfuzius, dem großen Moralisten, Staatsmann und Sozialreformer Chinas.

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