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Swami Krishnananda:

Antwort auf deine Fragen

Kapitel 22

Das Erscheinungsbild und sein Name

(Phänomen und Nomen)

Swamiji: Man sagt, daß man liebevoll, freundlich und voller Mitleid, hilfsbereit und großzügig sein soll, was sehr wichtig ist. Aber es gibt noch etwas viel wichtigeres; das letztendlich die Bestimmung der Seele des Menschen ist und was sich schließlich auch ereignet.

Die Welt mit all ihrer Menschlichkeit wird eines Tages verschwinden. Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Sogar das Sternensystem wird nicht bis in alle Ewigkeit überleben. Es wäre ein falsches Wohlbehagen, sich vorzustellen, daß alles, so wie es sich derzeit vor unseren Augen abspielt, in einem wunderbaren Zustand ist. Die Dinge kommen und gehen. Menschen werden geboren und sterben wieder. Weltreiche entstehen und zerfallen wieder. Die Cäsaren und Napoleone sind gekommen und viele sind gleichzeitig wieder verschwunden. Nichts bleibt ewig. Was ist das für ein Spiel?

In dieser mysteriösen Darstellung der Geschichte des Universums und der Geschichte der Menschen, scheint nichts dauerhaft zu sein, und wenn etwas eine Zeitlang überlebt, so wissen wir doch nicht, wie lange es überleben wird. Niemand von uns weiß, wie viele Minuten oder Jahre er noch leben wird. Aus irgendwelchen Gründen mag es nur noch für einige Minuten sein. Wir müssen durch vergangene Erfahrungen und aus der Geschichte lernen.

Was verbirgt sich hinter diesem Spiel, diesem Bühnenstück der Menschheit? Warum sind wir so geschäftig? Welchen Geschäften gehen wir nach? Wofür arbeiten wir und warum laufen wir Projekten nach und verwickeln uns in alle möglichen Aktivitäten, so, als ob alles in dieser Welt nur ein „Zuckerlecken“ wäre?

Nun kommen wir zum tieferen philosophischen Sinn der menschlichen Kultur und der Geschichte des Menschen. Es gibt da etwas Überphysikalisches, Übersinnliches, Hellseherisches, Übersoziales und Überpersönliches. Es muß dort etwas geben, was das ganze Universum anzieht, ohne dessen Akzeptanz all unsere Tätigkeiten bedeutungslos erscheinen würden.

Die wahre Bedeutung des Lebens kann nicht das sein, was sich vor unseren Augen abspielt, denn das Leben unterliegt ständigen Veränderungen, es ist ein Dahin-Fließen und letztendlich unzuverlässig. Wir können uns hier nicht einmal für längere Zeit sicher sein. Es gibt nirgendwo Sicherheit. Alles ist zweifelhaft und doch tun wir so, als wären wir unsterblich. Niemand glaubt daran, daß sein Leben morgen schon zu Ende sein könnte, obwohl es tatsächlich so sein kann. Woher kommt dieser Widerspruch in den menschlichen Gedanken, der in uns den Eindruck vermittelt, daß das Leben ewig währt, obgleich wir sehr genau wissen, daß wir hier einem Irrglauben unterliegen? Wie ist diese falsche Vorstellung vom ewigen Leben, dem jedermann in dieser Welt unterliegt, überhaupt möglich?

Wir denken vollkommen konträr zu den Tatsachen. Obwohl die Auflösung aller Dinge eine Tatsache ist, scheint es ebenso eine Tatsache zu sein, daß wir gleichzeitig nicht daran glauben. Wir müssen uns damit abfinden, daß jeden Augenblick etwas passieren kann, doch wir hoffen im selben Moment, daß nichts geschehen wird, daß alles in Ordnung ist und morgen ein besserer Tag sein wird. Wir zweifeln niemals daran, daß morgen ein besserer Tag sein wird, obwohl es nicht so sein muß.

Einerseits scheint alles unsicher zu sein, wobei niemand weiß, was im nächsten Augenblick geschehen wird, und andererseits fühlen wir gleichzeitig, daß uns nichts geschieht, - daß alles in Ordnung ist, und daß morgen wieder ein besserer Tag sein wird und wir noch weitere fünfzig Jahre leben werden. Obgleich ich weiß, daß ich sterben muß, bin ich davon überzeugt, daß ich morgen nicht sterben werde. Niemand glaubt daran, daß er morgen vielleicht schon sterben muß .

Hier gilt es bestimmte Punkte zu betrachten. Es gibt eine Ewigkeit hinter der Maske des sterblichen menschlichen Individuums, die als große Universelle Tatsache durch alle Poren unserer Wahrnehmungsfähigkeit hindurchschaut und -schimmert. Wir gehören gleichzeitig der sterblichen und der unsterblichen Welt an. Wir unterliegen alle den sterblichen Aspekten unserer Persönlichkeit: Dem Körper, dem Raum-Zeit­-Komplex, dem Kausalgesetz, der menschlichen Gesellschaft und allem Außenstehenden. Alles wird sterben, was von vorübergehender Natur ist, was kausal gebunden ist und was der Beziehung von Ursache und Wirkung unterliegt, und doch gibt es etwas in uns, das in dieser Form nicht gebunden ist. Tief in unserem Inneren sind wir unsterblich. Das Unsterbliche erinnert uns ständig daran. Das ist der Grund, warum wir mit all den angebotenen Schätzen dieser Welt unzufrieden sind.

Selbst wenn uns die ganze Erde angeboten würde, wir wären nicht zufrieden. Auch wenn wir den ganzen Himmel besäßen, wir würden nicht zufriedener sein. Unsere Wünsche sind endlos. Wir wünschen uns Werte und Besitztümer ohne Ende, und selbst das Leben in dieser Welt sollte ewig andauern. Niemand wünscht sich weniger als endlos und fortgesetzt zu leben. In der Annahme, daß folgendes Beispiel sinnvoll ist: „Glaubt Ihr, daß ein WeltenEroberer davon ausgeht, nach seiner Eroberung nur noch drei Minuten lang zu leben? Nein. Selbst dann, wenn jemand nur für wenige Minuten alle Schätze dieser unendlichen Welt besäße, er wäre damit unzufrieden.

Darum muß die Zufriedenheit für immer sein. Unsere Unendlichkeit sollte mit der Ewigkeit konform sein. Raum und Zeit sollten sich gegenseitig ergänzen und ein Ganzes bilden. Man kann dieses durchaus das „Absolute“ nennen.

Um die Verwirklichung der kosmischen Universalität im täglichen Leben zu erreichen, sind wir so betriebsam, denn die Selbstverwirklichung ist unser Lebensziel. Wir sind nicht aufgrund irgendwelcher Äußerlichkeiten so geschäftig. Wir arbeiten nicht von morgens bis abends, weil uns die Erde etwas Wertvolles zu geben hätte, sondern wir tun die ganze Arbeit nur als Vorbereitung zur Universellen Selbstverwirklichung. Dies ist, kurz gesagt, das Ziel und die Absicht dieses Ashrams von Swami Shivananda, und es ist sicherlich auch das Ziel Deines Institutes. Ich würde gerne etwas von Dir hören, denn ich weiß, daß Du ein bekannter Mann bist und eine kleine Botschaft von Dir wäre eine Ehre für uns.

Roy Eugene Davis: Meine Begleiter wissen bereits, was ich sagen will. Unsere Philosophie, die sich auf die Veden bezieht, ist im Wesentlichen mit der hiesigen Auffassung identisch. Wir betonen die gleichen wichtigen Punkte.

Swamiji: Unterrichtest du auch Meditation.

R. E. Davis: Ja.

Swamiji: Wendest Du dabei besondere Techniken an?

R. E. Davis: Neuen Schülern lehren wir die Mantratechnik und gehen dann weiter.

Swamiji: Ihr singt Mantras?

R. E. Davis: Wir benutzen das „Hamsa“ (das Selbst ist Brahman) -oder „So-ham“ (Ich-bin-das-Selbst) - Mantra. Dann praktizieren wir noch „Klang-Licht“, -Kontemplation, - eine bestimmte Kriya-Technik, wie sie von Yogananda gelehrt wurde.

Swamiji: Kriya-Technik zusammen mit ein wenig Technik von Patanjali?

R. E. Davis: Als Basisschrift benutzen wir die „Yoga-Sutras“ von Patanjali

Swamiji: Patanjali hat in seinen Sutras so viele Dinge angesprochen, dennoch sind nur wenige für das tägliche Leben erforderlich.

R. E. Davis: „Yamas, Niyamas“ (ethische und moralische Übungen) sollten die Lebensführung bestimmen.

Swamiji: Yamas, Niyamas, Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemübungen), Pratyahara (Zurückziehen der Sinne), Dharana (Konzentration), Dyana (Meditation). Wir können bis dahin gehen und brauchen nicht weiter an Samadhi (das Einssein mit Gott) zu denken. Samadhi ist sehr interessant, nicht wahr? Es ist nicht leicht zu verstehen, was es wirklich bedeutet und was in diesem Zustand mit uns geschieht. Wir können uns nicht vorstellen, was im Falle der Gott-Verwirklichung mit uns geschieht. Angenommen, Du hast Gott erreicht. Was wird mit Dir geschehen? Welche Position nimmst Du dabei ein? Solche Fragen können wir nicht so einfach beantworten. Wir umgehen diese Dinge lieber, denn es wird schon alles in Ordnung sein.



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