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Die erste Reise außerhalb Ostbengalens

Pran Gopal Mukhopadhyaya hatte sich nach seiner Pensionierung nahe dem Ashram seines Gurus Shri Balananda Brahmachari Maharaj in Deoghar niedergelassen. Auf seine wiederholte Einladung unternahm Ma im Mai 1926 eine Reise nach Deoghar. Begleitet von Shashanka Mohan, Didi, Atal Bihari und seiner Frau und einigen anderen fuhren Ma und Bholanath über Calcutta nach Deoghar. Es war Ma‘s erster Aufenthalt in der Hauptstadt des noch ungeteilten Bengalen. Pramatha Nath, der von Dacca nach Calcutta versetzt worden war, hatte sie eingeladen, bei ihm zu logieren. Es war eine festliche Zusammenkunft. Viele Leute kamen zum erstenmal, um ihren Darshan zu erlangen. Auch in Deoghar entstand die Atmosphäre von Shahbagh wieder, zumal Ma bei dem vom Ashram veranstalteten Kirtan Bhavas hatte, woran man dort nicht gewöhnt war. Brahmachari Maharaj war selbst ein angesehener Heiliger. Wie ein Juwelier einen lupenreinen Edelstein würdigt, erkannte er in Ma einen Menschen von höchster Vollkommenheit. In einem kurzen philosophischen Gespräch mit Ma postulierte er eine Dualität von Brahman und Maya. Ma blieb jedoch fest bei ihrer Position, daß alles, was existiert, nur das Eine ist. Schließlich stimmte der Heilige ihrer Aussage lächelnd zu.
      Bei ihrer Rückkehr nach Calcutta waren sie Gäste von Surendra Mohan Mukherjee, der Ma noch gar nicht persönlich kannte, aber sie und ihre Begleiter in sein großes Haus eingeladen hatte. Dies war der Beginn einer langjährigen Verbindung und ein Modell für viele ähnliche Zusammentreffen in der Zukunft. Ein anderes Ereignis kann für Ma als beinahe normal bezeichnet werden, weil es sich später regelmäßig wiederholte. Am Tag ihrer Abreise besuchte sie Pramatha Nath, der es nicht über sich gebracht hatte, Abschied von ihr zu nehmen. So verpaßte sie ihren Zug. Viele Leute waren gekommen, um sich von Ma zu verabschieden. Sie hatten Obst und Süßigkeiten für die Reise mitgebracht. Plötzlich gab es einen heftigen Regenguß, der die vor dem Haus versammelten Leute völlig durchnäßte. Sie begannen, Kirtan zu singen, und waren froh, daß sie Ma einfach sehen konnten. Bholanath gesellte sich zu dem Kirtan. So wurden Fremde Freunde. Als der Regen aufhörte, teilte Ma die vorhandenen Früchte und Süßigkeiten, die für sie und ihre Begleiter gebracht worden waren, so auf, daß jeder satt wurde. Es herrschte eine festlich-freudige Stimmung. Die Unannehmlichkeit der nassen Kleider war vergessen; sie hatten Ma einen Tag länger in ihrer Mitte, bevor sie nach Dacca zurückkehrte. Solche improvisierten Mahlzeiten unter widrigen Bedingungen wurden durch Ma‘s Gegenwart, der es Vergnügen bereitete, Chaos in Ordnung zu verwandeln, zu Freudenfesten. Die meisten Devotees werden sich an viele solcher Begebenheiten erinnern.

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Shahbagh wurde für die Leute von Dacca wieder Zentrum des Geschehens. Am 6. August 1926 ging Ma mit vielen Begleitern nach Siddheshwari. Wie gewöhnlich saß sie auf der kleinen Plattform. Die Leute standen um sie herum. Ein Augenzeuge berichtet: »Als Mutter an diesem Ambuvaci-Tag [an dem keine gekochte Nahrung verzehrt wird] auf der Plattform saß, kam eine einfach erstaunliche Veränderung über sie. Ihr ganzer Körper schien zu brennen - aber dieses Feuer sandte die süßesten, angenehmsten, kühlendsten Strahlen aus, die man sich vorstellen kann. Sie leuchtete überwältigend, aber der Glanz tat unseren Augen nicht weh. Bis heute ist mir diese Verwandlung in lebhafter Erinnerung ... Sie war, kann ich sagen, noch nicht ›herausgekommen‹, und sehr wenige Leute wußten von ihr.« Der Zeuge, Prof. Girija Shankar Bhattacharya, schreibt weiter, daß Ma an einige von ihnen einzeln das Wort richtete. Zu ihm sagte sie: »Ich kenne nur den Einen (ami jani aik)«. Nach dieser Erklärung hörte man sie Sanskritverse aussprechen. Der Professor schreibt: »Es war unmöglich, ihr zu folgen, so schnell strömten ihr die Worte aus dem Mund, aber man konnte klar verstehen, daß sie über die Einheit allen Seins sprach, und ich meine, mich an das Wort Abrahmastambaparyantam [‘Vom Brahman bis zum kleinsten Grashalm’] zu erinnern. So sprach Ma schon am Anfang unserer Bekanntschaft von der Einheit in der Vielfalt - der Wahrheit, die sie mir später mit ihren Worten und Taten so tief einprägte.«
      Auch Didi Gurupriya erwähnt den Vorfall in ihrem Tagebuch. »Shri Ma schaute ihre Gefährten an und sprach mit fester Stimme. Ihr Gesicht war nicht mehr verhüllt, das Ende des Saris war nur über ihren Kopf gezogen.  Sie wirkte würdevoll und erhaben. Trotz ihrer alltäglichen Kleidung sah sie strahlend aus. Wir alle standen überwältigt da.« Es war Ma‘s erster öffentlicher Auftritt als Lehrerin spiritueller Weisheit. Sie gab klare Anweisungen und schloß mit den Worten: »Alle, die hierher gekommen sind, müssen bereit sein, sich dem spirituellen Streben zu weihen. Bis jetzt ist gerade der Anfang gemacht, der Boden bereitet worden.«
      Ihre Devotees verstanden nicht sofort, warum Ma so viel Nachdruck auf innere und äußere Entsagung legte. Sie feierten auch weiterhin begeistert alle Feste, zumal Ma‘s Anwesenheit solchen Veranstaltungen besonderen Glanz verlieh. Die Atmosphäre war mehr von Fröhlichkeit und Freude als von entsagungsvoller Stille gekennzeichnet.

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