Du bist hier: Sivananda / Botschaft des göttlichen Lebens

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Dienen ist Gottesverehrung

  1. Dein Leben ist nicht vollständig gelebt, nicht erfüllt, wenn du deine Liebe und dein Dienen nicht der ganzen Menschheit widmest.
  2. Sei freundlich zu allen, liebe alle, diene allen. Sei großzügig und tolerant allen gegenüber. Diene Gott in allen. Sieh Gott in den Armen, Heruntergekommenen und Unterdrückten und diene ihnen mit dem Gefühl, dass sie Erscheinungsformen Gottes sind. Gott wird sich sehr darüber freuen. Du wirst Unsterblichkeit erlangen.
  3. Gib den Armen zu essen, pflege die Kranken, sieh dich selbst in ihnen, sieh Gott in ihnen.
  4. Derjenige, der alle unterschiedslos liebt, erweist seinem Gott die höchste Ehre.
  5. Was immer du tust, was immer du isst, welche asketischen Praktiken du auch immer vollführst, tue es als ein Opfer an Gott.
  6. Lasse keine angefangene Arbeit unvollendet.
  7. Eigne dir Wissen an über Dr. Schüsslers „Zwölf-Gewebe-Heilmittel“ und Homöopathie. Und dann diene den Kranken und den Bedürftigen. Sei bereit, mit Kenntnissen über Erste Hilfe im Notfall zu helfen.
  8. Bringe deinen hilflosen und bedürftigen Nachbarn Medikamente aus dem Krankenhaus oder der Apotheke.
  9. Gehe täglich oder wöchentlich in ein Krankenhaus und kümmere dich besonders um die Armen, die nicht bezahlen können. Verteile Obst, wenn möglich.
  10. Leere die Nachttöpfe der Patienten.
  11. Setze dich ans Bett eines Patienten und sprich einige liebevolle und aufmunternde Worte zu ihm. Lächle dabei. Wiederhole den Namen Gottes oder etwas Entsprechendes. Sage dem Patienten, dass du morgen wiederkommst und mache dies.
  12. Diene einer sozialen Einrichtung eine Stunde am Tag ohne Bezahlung.
  13. Sammle alte Kleider und verteile sie an die Bedürftigen.
  14. Wasche die Kleider deiner Eltern, von alten Menschen, Kranken und den Mahatmas.
  15. Gib den Lahmen, Blinden und Hungrigen ein paar Cent, wenn du die Straße entlang gehst.
  16. Denke darüber nach, wie du deine Energie, deinen Verstand, deine Bildung, deinen Reichtum, deine Kraft oder alles, was du sonst besitzt, am besten einsetzen kannst, um anderen zu helfen, die im Leben weniger reich gesegnet sind und für die Gesellschaft insgesamt.
  17. Es gibt keinen höheren oder niederen Dienst im Karma Yoga. Kein Karma Yogi ist dem anderen über- oder unterlegen. In einer Maschine ist selbst der kleinste Bolzen oder die kleinste Feder für das Funktionieren genauso wichtig wie das größte Rad. Für eine gemeinsame Anstrengung trägt derjenige, der die kleinste Aufgabe hat oder sich um ein scheinbar unbedeutendes Detail kümmert, genauso viel zum Erfolg der Unternehmung bei wie der Hauptorganisator selber. Denn wenn in einem kleinen Detail etwas nicht funktioniert, bleibt das Vorhaben insgesamt ohne Erfolg.

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Definition eines Toten:

Ein Junge kam in den Ashram mit dem Vorsatz, dort zu bleiben. Der Meister bat ihn, in der Druckerei des Ashrams zu arbeiten. Aber er erwies sich als unfähig zu jeglicher Arbeit und machte auch kein Sadhana.
Als der Meister nach der Arbeit im Büro zu seinen Wohnräumen zurückkehrte, kamen der Junge und einige andere Schüler hinter ihm her. Der Junge fragte ihn: „Ist Subhas Chandra Bose tot oder lebt er?“
Ohne Umschweife antwortete der Meister: „Was macht es für einen Unterschied für dich, ob Subhas tot oder lebendig ist, wo du doch selber tot bist? Jemand, der kein Sadhana macht und nicht arbeitet, ist ein Toter!“

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Ein philosophisches Lied:

Während des abendlichen Satsangs sang der Meister das folgende philosophische Lied auf Englisch:

Praktiziere Ahimsa, Satyam, Brahmacharya (Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Keuschheit),
das ist die Grundlage des Yoga-Vedanta,
praktiziere Sravana, Manana, Nididhyasana (Hören, Nachdenken und Meditieren über die höchste Wahrheit)
und du wirst die Selbstverwirklichung erlangen;
sieh Gutes; höre Gutes,
denke Gutes, tue Gutes;
sieh nichts Böses, höre nichts Böses,
denke nichts Böses und tue nichts Böses.
Nichts existiert, nichts gehört mir,
ich bin weder Geist noch Körper, ich bin das unsterbliche Selbst;
finde den Wissenden, finde den Hörenden,
finde den Sehenden, finde den Schmeckenden,
iss ein wenig, trink ein wenig,
sprich ein wenig, schlaf ein wenig,
gib ein wenig, hilf ein wenig,  
lerne ein wenig, verehre ein wenig,
om tat sat om, om shanti om.

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Narayana dienen:

Dr. Gulati, ein Tierarzt aus Saharanpur, war in den Ashram gekommen. Er hatte Probleme mit seinem Bein und Parameswaran von der Apotheke des Ashrams brachte eine Salbe, um damit die schmerzende Stelle am Bein einzureiben. Dr. Gulati streckte seine Hand aus, um die Salbe zu nehmen, mit der ihm Parameswaran selbst das Bein massieren wollte.
Als der Doktor Parameswaran davon abbringen wollte, sein Bein zu waschen, bat ihn der Meister, nichts dagegen einzuwenden. Während Parameswaran das Bein wusch, sagte der Meister zu ihm: „Fühle, dass du Narayana dienst und rezitiere das Maha Mrityunyaya Mantra.“

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Brahmacharya:

Ein Mann kam mit seiner Frau und seinem Kind zum Meister, um dessen Darshan zu bekommen. Der Meister fragte ihn: „Ist dieses Kind dein einziges?“
„Ich habe noch sechs weitere Kinder. Dieses ist das zehnte. Drei sind gestorben“, antwortete der Mann.
„Halte dich an Brahmacharya, damit ihr keine weiteren Kinder bekommt“, riet der Meister.
Der Besucher stimmte dem Meister zu, verneigte sich und ging.

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Gut und böse:

Der Meister sprach über bestimmte Schüler und hob deren gute Eigenschaften hervor. Er sagte: „Gott scheint ein spezielles Labor zu haben, wo er einen speziellen Typus Menschen produziert, die für mich arbeiten.“
Er erinnerte sich an einen früheren Ashrambewohner, der sich schlecht verhalten hatte und sagte: „Wenn es keine schlechten Menschen gäbe, wie könnte man dann von guten Menschen sprechen? Das Schlechte ist notwendig, um das Gute definieren zu können.“

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Achtung vor Intelligenz:

Der Meister fragte Swami Sangeetananda: „Wie viele Ragas (Melodien, Töne) kennst du? Hundert oder zweihundert?“
„Ungefähr zweihundertfünfundzwanzig“, antwortete er.
Der Meister faltete sofort ehrerbietig seine Hände und forderte die anderen auf, dies ebenfalls zu tun.
„Es ist nicht einfach, so viele Ragas zu kennen. Das ist eine Gnade von Mutter Saraswati“, sagte der Meister.

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Geschenke:

„Ist Ihnen sehr heiß?“, fragte der Meister die Gräfin Mayo.
Sie antwortete, dass ihr nicht zu heiß sei, da sie schon einmal in Honolulu gewesen sei.
Als er das Wort „Honolulu“ vernahm, erinnerte sich der Meister sofort an Herrn Jung aus Honolulu und bat Swami Nityananda, ein paar Bücher für ihn zu bringen. Sie wurden signiert und dann zum Versand fertig gemacht.
Der Meister schickte immer gern umsonst Bücher zu jemandem. Die bloße Nennung eines Ortes genügte, um ihn daran zu erinnern, jemandem an diesem Ort Bücher zu schicken.

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Hemmungen, um Geld zu bitten:

Ein Mann näherte sich dem Meister, verneigte sich und bot dann seine Hilfe im Krankenhaus an, denn er hatte Erfahrung in diesen Dingen.
Der Meister ließ Dr. K. C. Roy rufen und bat ihn, das Angebot des Mannes anzunehmen. In diesem Zusammenhang sagte der Meister: „Tausende von Menschen kommen hierher zu uns, aber wir haben nicht genügend Platz für die Unterkunft und nicht genug Geld, um sie alle zu ernähren. Sogar in den Zeiten, bevor ich Sannyasin wurde und die Zeitschrift Ambrosia herausgab, hatte ich Hemmungen, Leuten ein Abonnement anzubieten. Daher finanzierte ich es selber. Mit einer Tasche mit Ausgaben von Ambrosia ging ich zu verschiedenen Leuten, um ihnen ein Abonnement anzubieten. Aber jedesmal kam ich mit leeren Händen zurück.“
Swami Satchidananda bemerkte: „Auch jetzt bittet Swamiji nie um Geld.“
„Obwohl ich nicht um Geld bitte, bekomme ich welches. Ich verteile Bücher und die Leute geben mir Geld“, sagte der Meister.

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Das orange farbene Gewand:

Eine Gruppe von drei Männern kamen, um den Meister um seinen Segen zu bitten, als dieser in seinem Büro war.
„Hier scheint es zu viel Rajas (Geschäftigkeit) zu geben, nicht wahr?“, fragte der Meister und deutete auf die Ashrambewohner, die bei der Arbeit waren.
Einer der Besucher erwiderte rasch: „Wenn ihr nicht arbeitet, wie können dann andere zur Erlösung gelangen? Swamiji, du hast den Ozean der Weltlichkeit hinter dir gelassen und arbeitest nun allein für die Erlösung anderer.“
„Das orangefarbene Gewand hindert einen Mann nicht daran, zu arbeiten“, fügte der Meister hinzu.

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Lebensphilosophie:

Während er einem Schüler Anweisungen gab, bemerkte der Meister: „Leben heißt dienen. Leben heißt geben. Leben heißt vergeben. Leben heißt, den Geist zu beherrschen. Leben heißt, nach Vollkommenheit zu streben. Leben heißt, alle zu lieben. Leben heißt, andere glücklich zu machen. Leben heißt, was man besitzt, mit anderen zu teilen. Leben heißt, zu jeder Zeit an Gott denken. Leben heißt, sanft, rein und mutig zu sein. Leben heißt, gut zu sein und Gutes zu tun.“
Nach einer Pause schloss er: „Wenn ihr dies alles macht, werdet ihr Frieden und Unsterblichkeit erlangen.“

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Wie Gott den Menschen sieht:

Als der Meister am Haus des Leiters des Swarg Ashrams vorbeiging, bemerkte er, dass der Eingang mit einem Vorhang geschlossen war, der es denen, die im Haus waren, erlaubte, nach außen zu sehen, während die, die draußen vorbeigingen, nicht hinein sehen konnten.
Der Meister sagte: „Sie können uns sehen, aber wir können sie nicht sehen. Genauso kann Gott unsere Gedanken wahrnehmen, wir aber können Gott nicht sehen.“

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Wie man Kinder ausbildet:

Der Meister rief  Sivaraman, einen etwa 10-jährigen Jungen, der einige Monate zuvor in den Ashram gekommen war. Er sagte dem Jungen: „Du solltest im Satsang kurze Vorträge geben. Heute Abend wirst du folgenden Vortrag geben, schreib ihn dir in dein Notizbuch.“
Als Sivaraman bereit war, begann der Meister zu diktieren: „Oh, weltlicher Narr! Das bist du – Tat twam asi. Mach dir dies bewusst und werde frei. Dies ist mein kurzer Vortrag für heute.“
  Sivaraman schrieb den Text auf, lernte ihn auswendig und trug ihn am abendlichen Satsang zur Freude der Zuhörer vor.

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Karma und Bhakti:

Eine Ärztin fragte den Meister: „Ist Karma Yoga allein ausreichend?“
„Ja, warum nicht“, antwortete der Meister, „aber trockenes Karma ist kein Karma Yoga. Du solltest Bhakti und Jnana mit Karma Yoga verbinden. Du solltest fühlen, das alle Formen Manifestationen Gottes sind und dass die Sinne deine Instrumente sind.“

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Unsere wahre Natur:

Einmal sagte der Meister zu den Leuten, die in seinem Büro um ihn herumsaßen: „Wenn ein Mensch weint, fragt ihr ihn, warum er weint. Aber wenn er nicht weint, fragt ihr ihn nicht, warum er nicht weint. Das beweist, dass unsere wahre Natur Glück ist.
Man kann für immer ein Brahmachari bleiben, aber man kann nicht ununterbrochen der Lust nachgeben. Das beweist, dass unsere wahre Natur Reinheit ist.
Man kann immer die Wahrheit sagen, aber man kann nicht ununterbrochen lügen. Das zeigt, dass unsere wahre Natur Ehrlichkeit ist.“

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Das Om Tat Sat des Meisters:

Swami Nityananda zeigte dem Meister Bücherpakete, jedes einzeln. Der Meister prüfte die Adresse auf jedem Paket und gab sein Einverständnis mit den Worten: „Om tat sat“, nach denen Swami Nityananda das nächste Paket zur Freigabe vorlegte.
Die Gräfin Mayo, die dem Meister gegenüber auf einem Stuhl saß, beobachtete das und fragte: „Was bedeutet Om Tat Sat, Swamiji?“
„Om bedeutet die transzendentale, absolute Realität, das alles durchdringende Selbst; Tat bedeutet Das, das Selbst und Sat bedeutet das, was ewig existiert, die Wahrheit. Om, Tat und Sat bedeutet daher das gleiche. Wenn man diese Formel wiederholt, nachdem man etwas gemacht hat, bleibt man der Aktion nicht verhaftet. Eine solche Tat wird zur Reinigung des Geistes führen und der Person Erlösung bringen. Ich sage „Om Tat Sat“, um mein Einverständnis mit den Adressen auszudrücken. Andernfalls müsste ich „Mm“ murmeln, ohne den Mund zu öffnen oder auf den Tisch klopfen, um mein Einverständnis zu zeigen.“
Der Meister hatte ein phänomenales Gedächtnis, durch das er sich die Namen und Adressen vieler seiner engeren Schüler merken konnte. Da die Mitarbeiter im Büro oft Fehler beim Adressieren der Päckchen machten, überprüfte der Meister die Päckchen viele Jahre lang, beinahe bis zu seinen letzten Tagen.
Der Meister stellte gern zu allem einen spirituellen Bezug her. Einige Tage zuvor war eine Feier in seiner Hütte gewesen. Als Sambar aufgetragen wurde, bat er die Person, die es auftrug: „Sambar, Bhagavan“, anstatt nur „Sambar“ zu sagen. Er sagte immer „Om“, wenn er wünschte, dass ein Vortragender oder ein Singender während des Satsangs den Vortrag oder das Lied abschloss. Om war sein Schlusswort.

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Die Sinne besiegen:

Dr. Chellamma, eine bedeutende Augenärztin und ergebene Schülerin, kam in den Ashram, um dem Meister die Ehre zu erweisen. Als der Meister nach dem Satsang am Abend zu seinem Zimmer zurückkehrte, kam er auf sie zu sprechen und sagte: „Sie muss viele Augen operiert haben. Ich denke, wir sollten unsere Augen, Ohren und Zungen herausschneiden.
Er meinte natürlich, dass wir unsere Sinne beherrschen sollten, indem wir „nichts Böses sehen, hören oder sprechen.“

Vermeide Diskussionen: Ein Besucher mit Namen Saurabh fragte den Meister: „Waren Rama und Krishna Götter oder nur große Persönlichkeiten?“
„Halte sie wofür du willst“, antwortete der Meister ohne Umschweife. Dann sagte er mit einem Lächeln zu den Schülern, die um ihn herum saßen: „Und damit ist die Sache erledigt.“

Eine Welt der Gegensätze: Als der Meister morgens im Büro seinen Platz einnahm, machte er die folgenden Bemerkungen: „Heute morgen habe ich über das Problem des Friedens und des Bösen in der Welt nachgedacht. Es beschäftigt die Gedanken der Völker und deren Führer in der ganzen Welt. Ist es möglich, ohne Krieg in dieser Welt der Erscheinungsformen zu leben? Ist es möglich, in dieser Welt der Gegensätze glücklich zu sein? Die Religion ist angeblich der trennende Faktor, der Kriege verursacht. Mit den Unterschieden im religiösen Glauben und in der Art und Weise, wie man sich Gott nähert, werden die aktuellen chaotischen Bedingungen erklärt, die in der Welt herrschen. Aber nehmen wir einmal an, es gelingt uns, eine einzige Religion für die gesamte Menschheit durchzusetzen. Wird es dann keine Kriege mehr geben? Doch, denn innerhalb dieser einzigen Religion, innerhalb dieser weltweiten Bruderschaft würden sich verschiedene geistige Strömungen und soziale Schichten herausbilden. Der Hinduismus ist in seinen Grundzügen eine solche Weltreligion, eine universale Religion. Aber macht euch bewusst, wie viele geistige Strömungen und Gemeinden entstanden sind. Die Brahmanen verachten die Nicht-Brahmanen und die Vaishnaviten (Anhänger Vishnus, des erhaltenden Prinzips) essen nicht mit Shaiviten (Anhänger Shivas, des transformatorischen Prinzips). Selbst wenn es eine universelle Religion gäbe, würden die unbekleideten Asketen diejenigen verachten, die Gott in einem Mantel verehren; Vegetarier würden Nicht-Vegetarier verachten. Unterschiede werden nur von unserem Geist geschaffen. Solange der Geist den Menschen beherrscht, solange Egoismus die Antriebskraft menschlichen Tuns ist, solange wird es unterschiedliche Meinungen geben, unterschiedliche Standpunkte und daher auch unterschiedliche Vorstellungen von Gott und unterschiedliche Wege zu ihm. Es ist die Pflicht des Gläubigen, andere Menschen zu verstehen. In Badrinath muss der Priester einen Mantel tragen, wenn er religiöse Zeremonien vollführt. Derselbe Mann wird alle Kleidung bis auf ein Tuch um seine Hüften abwerfen wollen, wenn er einen Tempel in Trivandrum betritt. In Badrinath ist es eiskalt, während in Trivandrum sengende Hitze herrscht. Diese unterschiedlichen Gebräuche sind durch unabänderliche Faktoren bedingt, aber die innere Hingabe des Gläubigen an jedem dieser beiden Orte ist die gleiche. Das müssen wir verstehen. Unterschiedliche Religionen sind notwendig, weil sie unterschiedliche Typen von Menschen ansprechen. Unterschiedliche Rituale sind notwendig, weil sie unterschiedliche Gebräuche der Menschen ansprechen. Unterschiedliche Kleidung ist notwendig, weil sie unterschiedlichen klimatischen Bedingungen entspricht. Unterschiedliche soziale Schichten sind notwendig, weil sie den unterschiedlichen Temperamenten der Menschen entsprechen. Es können nicht alle in dieser Welt der Dualität und Vielfalt gleich denken. Um ein verstehendes Herz zu entwickeln, ist es notwendig, seinen Egoismus zu besiegen, diese dämonische Gewohnheit aufzugeben, anderen die eigene Meinung aufzuzwingen. Ihr solltet euch mit dem anderen identifizieren, seine Schwierigkeiten und seine Lebenssituation anerkennen und dann mit ihm fühlen. Das ist die Pflicht eines jeden Aspiranten. Nur durch diese Art Sadhana kann das Ego besiegt und das Herz geöffnet werden. Es gibt bestimmte dämonische Charaktere, die dies nicht können. Sie wollen, dass jeder ihnen gehorcht. Sie wollen andere beherrschen und über andere regieren. Solche Leute verursachen Kriege und Aufruhr. Sie leben nicht in Harmonie mit sich selbst und verursachen daher Disharmonie. Die Welt ist nun so, dass diese dämonischen Kräfte neben den göttlichen Kräften existieren. Das lernen wir aus den Puranas und der Weltgeschichte. Das ist der Kern von Gottes Lila (Spiel). Er kann die dämonischen Kräfte in einem Augenblick auslöschen. Aber sogar bei seinen Avataren gab er nur einigen wenigen die höchste Weisheit, erleuchtete den Intellekt von manchen und hinterließ die erleuchtenden Geschichten von seinen Lilas (göttliches Spiel) und seinen Lehren, damit die Menschen zu allen Zeiten bis zu einem gewissen Grad daraus Nutzen ziehen und sich bis zu einer gewissen Stufe entwickeln können. Kurz gesagt, die großen Avatare – und in etwas geringerem Maße auch die großen Heiligen und Weisen aller Länder – erhöhen lediglich den Anteil von Sattwa  in der Welt. Sie versuchen nicht, das Böse vom Erdboden zu tilgen. Wir sehen also, dass die göttlichen und dämonischen Kräfte auch weiterhin nebeneinander in dieser Welt bestehen werden. Die göttlichen Kräfte werden stets versuchen, die Menschen zu einen und Frieden und Harmonie durchzusetzen, die dämonischen Kräfte werden Kriege herbeiführen, Uneinigkeit, Kämpfe und Streit. Mal werden die einen gewinnen, mal die anderen. Heilige, Weise und Avatare werden oft auftauchen und die göttlichen Kräfte in der Welt verstärken. Sie werden mehr Sattwa schaffen. Sie werden einigen Wenigen, die reif dafür sind, zur Befreiung verhelfen. Sie werden eine große Anzahl von Menschen allgemein erheben.
Ihr solltet immer auf der göttlichen Seite stehen, denn diese ist die Seite Gottes. Ihr solltet euch alle für Frieden und Harmonie einsetzen. Indem ihr dies tut, drückt ihr den Willen Gottes aus. Ihr solltet frei von Ego sein und in euren Herzen kosmische Liebe entwickeln, denn das ist das Wesen Gottes. Ihr werdet rasch Selbstverwirklichung erlangen,  wenn ihr dies tut; und das ist der größte Dienst, den ihr der Welt erweisen könnt. Als ein Weiser werdet ihr überall Frieden, Liebe und Harmonie ausstrahlen.

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Arbeit, um Sorgen zu überwinden:

Eine Frau erzählte dem Meister, dass sie unglücklicherweise ihre Tochter verloren hatte und wie sie versuchte, mit ihrer Trauer umzugehen. Der Meister sagte sofort: „Du musst arbeiten. Du musst dich ununterbrochen beschäftigt halten.“

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Der Wert von Problemen:

Der Meister erzählte einem Besucher, dass eine Mitarbeiterin des Ashrams früher Probleme mit ihrer Familie gehabt hatte und dass diese sie dazu gebracht hätten, der Welt zu entsagen und in den Ashram einzutreten.
„Die Probleme, die wir haben, sind immer zu unserem Besten. Sie machen uns göttlich.“

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Selbstaufgabe:

Ein Suchender bat den Meister um Anleitungen für religiöse Hingabe.
Der Meister sagte: „Betrachte den Körper als Gottes Instrument. Bete mit Inbrunst: ‚Ich bin Dein. Alles ist Dein. Dein Wille geschehe.’ Das ist das beste Mantra für Selbstaufgabe.“

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Erfahrungen mit Sadhana:

A., ein eifriger Yoga-Schüler, kam während des Abendsatsangs zum Meister. Er gab dem Meister einen ausführlichen Bericht über sein Sadhana (seine spirituelle Praxis) und die hypnotische Fähigkeiten, die er besaß.
„Während der Pranayama-Übungen, Swamiji, spürte ich ein Kribbeln am unteren Ende der Wirbelsäule. Manchmal fühlte ich das auch in der ganzen Wirbelsäule. Dann wurde mein Körper heiß. Ich wusste nicht, was das bedeutete und gab daher die Pranayama-Übungen auf“, sagte A.
„All das kommt von Schwingungen des Prana, der Lebensenergie“, sagte der Meister. „Du hast neue Pranaströme in deinem Körper geschaffen. Als das Prana versucht hat, in der Sushumna, der Wirbelsäule, aufzusteigen, hattest du diese Empfindungen. Aber das heißt nicht, das die Kundalini schon ganz erwacht ist.“
„Wird das aufhören, Swamiji? Und werde ich Fortschritte machen?“
„Ja, übe Ahimsa, Satya und Brahmacharya. Dann wirst du rasche Fortschritte machen.“
„Ahimsa und Satya sind machbar für mich, Swamiji, aber als Familienvater kann ich Brahmacharya nicht einhalten.“
„Dann halte dich an Bhakti. Wiederhole den Namen Gottes. Steh morgens früh auf und wiederhole dein Mantra. Tu dies nicht irgendwie, sondern regelmäßig und systematisch, mit vollständiger geistiger Konzentration. Die Gnade Gottes und die Macht des Mantras werden allmählich die Kundalini erwecken. Wiederhole das Mantra den ganzen Tag über in Gedanken.“
„Swamiji, ich schaffe es sogar auf einem Marktplatz, den Geist für ein paar Sekunden zu konzentrieren. Aber wie kann es sein, dass mein Geist nach jedem Versuch nicht reiner, sondern noch wollüstiger ist?“
„Das ist die erste Stufe. Du versuchst, deinen Geist zu beherrschen. Du versuchst, die schlechten Eindrücke auszulöschen. Sie wehren sich dagegen, sie bemühen sich, dich zu überwältigen. Bleibe bei deinem Sadhana. Dies wird vergehen. Die zweite Stufe ist vollkommene Reinheit. Dein Geist wird von Sattwa erfüllt sein. Fühle, dass die ganze Welt eine Manifestation Gottes ist. Gibt es etwas anderes als Gott? Was gibt es, was wir hassen, wovor wir Angst haben müssen oder was wir loben können? Sieh Gott in allem.“
„Noch etwas, Swamiji – als ich ungefähr 18 war, fing ich mit diesen Konzentrationsübungen an. Bald hatte ich die Fähigkeit, jeden zu hypnotisieren. Ich konnte mit dem Geist jedes Toten den Kontakt aufnehmen. Der Geist trat in den Körper des Hypnotisierten ein und beantwortete alle meine Fragen. Sehr oft erwischte ich den Geist dabei, dass er alle möglichen Lügen von sich gab.“
„Ohji, bitte gib diese Geistergeschichten auf! Es gibt gute und böse Geister. Du verschwendest deine Energie, indem du ihnen hinterher läufst. Nutze diese Energie für die Meditation.“
„Gibt es gute und böse Geister, Swamiji?“
„Ja, ja. Gute Geister versuchen, dir zu helfen und dich spirituell weiterzubringen. Böse Geister führen dich in die Irre, täuschen dich und können dir auch schaden. Aber kümmere dich nicht um sie.“
„Nein, Swamiji, nach diesem Gespräch werde ich mich nie wieder auf die Kommunikation mit Geistern einlassen. Ich werde all meine psychische Kraft der spirituellen Praxis widmen. Wirst du mich führen, Swamiji, wenn ich mich an deine Worte halte?“
„Ja, natürlich. Om Namo Narayanaya! Gott segne dich!“

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Um Tote weinen:

Ein Mann aus Hyderabad kam zum Meister, um seinen Darshan zu haben. Der Meister bemerkte, dass er sehr blass war und fragte nach dem Grund.
„Swamiji, gerade vor einem Monat habe ich meinen ältesten Sohn verloren.“ Und er brach in Tränen aus.
Der Meister teilte den Schmerz des Mannes und begann, laut zu weinen. Der Besucher war überrascht. Sein eigener Schmerz war verschwunden und der Meister lächelte!
„Viele meiner Kinder, viele meiner Brüder und Schwestern sind heute gestorben. Ich weine vor Trauer über den Verlust“, sagte der Meister zu ihm.
Er begriff nicht, was der Meister damit meinte. Daher erklärte der Meister : „Warum weinst du nur über den Tod dieser einen Person, die du als deinen Sohn betrachtest? Weine über den Tod jedes Menschen auf dieser Welt. Kannst du das? Was ist der Unterschied zwischen dem Tod deines Sohnes und dem Tod eines amerikanischen Bauers in Kalifornien? Wenn du um alle weinst, dann wird ein steter Strom von Tränen aus deinen Augen fließen. Wenn du das nicht kannst, weine um niemanden. Was ist geschehen? Eine individuelle Seele hat diese Erdebene des Elends und des Leidens verlassen und ist zu einer anderen Ebene aufgestiegen. Wo ist der Verlust? Wo ist der Tod? Wo ist der Grund für Trauer? Im Gegenteil, du solltest dich freuen und beten, dass die von uns gegangene Seele auf eine höhere Ebene der göttlichen Glückseligkeit gelangt. Das ist die Reaktion eines weisen Mannes, nicht Tränen.
Lies das 2. Kapitel der Bhagavad Gita und die Katha Upanishad. Du wirst klar erkennen, dass Seele unsterblich ist und dass es unsinnig ist, über den Tod eines Menschen zu trauern. Die Seele stirbt nicht, aber der Körper, der aus den 5 Elementen besteht, muss früher oder später sterben. Er wird mit einer sterblichen Hülle geboren. Erkenne diese Wahrheit und weine nicht mehr.
Übe Japa am Ufer des Ganges. Bete zu Gott um das Licht der Weisheit. Gib diese unsinnige nervenzerrüttende Trauer auf und freue dich an dem Gedanken an Gott. Erlange Erkenntnis des Atman (höheres Selbst) und lösche alle Trauer und allen Kummer aus. Der Tod eines Verwandten ist eine Gelegenheit, über das Wesen des Atman und des Körpers nachzudenken. Nutze diese Gelegenheit gut.“

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Nimm Zuflucht in Gott:

Ein Briefschreiber schilderte dem Meister seine unglückliche und leidvolle Situation:
„Zur Zeit liegt eine meiner Töchter mit 40 Grad Fieber im Bett. Heute ist der zehnte Tag. Ihre Nahrung besteht nur aus Milch und Obst. Der Arzt sagt, es gibt keine Zeichen der Besserung. Meine Frau ist im Krankenhaus mit einem Ekzem auf der rechten Handfläche. Ich leide an Lähmungen. Das sind die Zustände in dieser schrecklichen Welt! Ich bin ein Sünder und darum leide ich. Ich habe Augen, aber ich sehe nicht die göttliche Gnade, die höchste Gnade in der Geschichte der Spiritualität. Der Tag beginnt mit Elend und endet mit Ruhelosigkeit und Seelenqual. Ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich dir zu Füßen sitze. Habe Mitleid mit mir und nimm alle Sorgen von mir.“
Der Meister antwortete: „Lieber Santosh, du bist weder der Körper noch der Geist. Du bist der alldurchdringende Atman. Im Atman gibt es weder Krankheit noch Sorge. Der Atman ist frei von Krankheit. Löse dich vom Körper und vom Geist. Erst dann wirst du glücklich sein. Schließe die Augen. Meditiere. Gehe zu der göttlichen Quelle. Schöpfe Frieden aus ihr. Sie wird unaufhörlich fließen. Trinke vom Nektar der Unsterblichkeit.
Durch verschiedene Erfahrungen wirst du dir des oberflächlichen Wesens der Welt bewusst. Jetzt siehst du ganz klar die Wertlosigkeit aller Sinnesobjekte. Du entwickelst allmählich Anhaftungslosigkeit.
Nähre nie den Gedanken, dass du ein Sünder bist. Brülle: „Shivoham, Shivoham. Ich bin Shiva, ich bin Shiva. Die Sünde ist nichts als ein Fehler, der im Laufe der Evolution begangen worden ist. Die kämpfende Seele muss Fehler machen. Genauso wie ein Kind laufen lernt, indem es immer wieder hinfällt, muss ein Anfänger auf dem spirituellen Weg manchmal fallen. Der Atman ist jenseits von Tugend und Sünde. Tugend und Sünde sind Schöpfungen des Geistes. Komme zu dem Zustand jenseits der Gegensatzpaare. Bleibe immer in einem positiven Zustand.
Dein momentanes Unglück ist karmische Reinigung. Es ist gekommen, damit du mehr und mehr an Ihn denkst, um Barmherzigkeit in dein Herz zu pflanzen, um dich zu stärken und dir zu helfen, die Kraft der Geduld zu entwickeln. Kunti betete zu Gott, er möge ihr immer wieder Unglück schicken, damit sie immer wieder an ihn denken möge. Fromme Menschen schätzen Leid höher als Freude. Krankheiten, Schmerzen, Skorpionstiche, Schlangenbisse und Katastrophen sind die Boten Gottes. Ein Gottesverehrer heißt sie mit heiterer Gemütsruhe willkommen. Er klagt nie. Er sagt von ganzem Herzen: ‚Ich bin dein, mein Gott. Du tust alles zu meinem Besten.’ Wo ist also Platz für Klagen und Verzweiflung, mein liebes Kind? Vasudeva (Beiname von Krishna) liebt dich. Aus diesem Grund hat er dich in diese Lage gebracht. Wenn er jemanden an seiner Seite haben möchte, nimmt er ihm all sein Geld weg. Er nimmt ihm seine geliebte Familie. Er zerstört alle seine Quellen der Freude, damit sein Geist vollständig zu seinen Lotusfüßen ruhen kann. Nimm alles mit einem Lächeln und mit heiterer Gelassenheit an. Verstehe seine geheimnisvollen Wege. Sieh ihn in Allem, in jedem Gesicht. Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. Krishnas Gnade wird zu dir herabkommen. Er ist dein unsterblicher Freund.
Der allbarmherzige Gott ruht in den Kammern deines Herzens. Er ist dir sehr nahe. Du hast ihn vergessen, aber er dich nicht. Alle Probleme und Leiden sind seine verhüllten Segnungen. Er möchte deinen Körper und deinen Geist formen, damit sie geeignete Instrumente werden für sein ungehindertes Spiel, sein Lila. Er erfüllt deine Bedürfnisse besser, als du es selber könntest. Wirf die Last ab, die du wegen deiner Selbstsucht unnötigerweise auf deinen Schultern trägst. Gib deine selber geschaffenen Verantwortlichkeiten auf und fühle dich vollkommen frei. Habe vollkommenen Glauben in ihn. Übe vollkommene, rückhaltlose Selbstaufgabe. Laufe jetzt zu ihm. Er wartet mit ausgestreckten Armen, um dich darin zu empfangen. Er wird alles für dich tun. Glaube mir, alles Elend wird ein Ende nehmen. Bete aufrichtig: ‚Ich bin dein, mein Gott, alles ist dein. Dein Wille geschehe.’ Die Kluft der Trennung wird verschwinden. Du wirst Seine Gnade erlangen und von allen Sorgen befreit sein.
Entwickle die Macht der Geduld und Leidensfähigkeit. Sei bereit, deinen Körper für einen edleren Zweck aufzugeben. Furchtlosigkeit ist eine wichtige Eigenschaft für einen Aspiranten. Komm in drei Jahren zu mir. Bereite erst den Boden. Dann kann der spirituelle Samen gesät werden und Früchte bringen. Ich wünsche dir Frieden und Befreiung.“

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