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Die Kraft der Gedanken

 

Die Entwicklung der Gedankenkraft

 

Erwerb von Gedankenkraft durch moralische Reinheit

Ein Mensch, der die Wahrheit spricht und moralische Reinheit besitzt, hat immer starke Gedanken. Ein Mensch, der den Zorn durch langes Üben beherrscht hat, besitzt ungeheure Gedankenkraft.
Wenn ein Yogi, dessen Gedanken sehr stark sind, ein Wort spricht, hat es eine überaus starke Wirkung auf den Geist anderer.
Tugenden wie Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit und Fleiß sind die besten Quellen für geistige Kraft. Reinheit führt zu Weisheit und Unsterblichkeit. Es gibt zwei Arten von Reinheit, innerlich oder geistig und äußerlich oder physisch. Geistige Reinheit ist wichtiger. Physische Reinheit ist auch notwendig. Mit dem Aufbau von innerer geistiger Reinheit, Gelassenheit des Geistes, Einpünktigkeit und dem  Bezwingen der Indriyas wird die Fähigkeit erlangt, das Selbst zu verwirklichen.

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Gedankenkraft durch Konzentration

Es gibt keine Grenzen für menschliche Gedanken. Je konzentrierter der menschliche Geist ist, desto mehr Kraft wird entwickelt, die auf einen Punkt gelenkt werden kann.
Bei weltlich gesinnten Menschen sind die Strahlen des Geistes zerstreut. Die geistige Energie zerstreut sich in viele Richtungen. Zum Zweck der Konzentration müssen diese zerstreuten Strahlen durch die Praxis von Konzentration gesammelt und dann der Geist dazu gebracht werden, sich Gott zuzuwenden.
Pflege Aufmerksamkeit, dann wird die Konzentration gut sein. Ein gelassener Geist ist für Konzentration geeignet. Bewahre Gelassenheit des Geistes. Sei stets frohgemut. Nur dann ist Konzentration möglich. Sei regelmäßig in der Konzentration. Sitze am selben Ort und zur selben Zeit, um 4.00 morgens.
Enthaltsamkeit, Pranayama, Einschränken der Bedürfnisse und Aktivitäten, Leidenschaftslosigkeit, Stille, Zurückgezogenheit, Disziplin der Sinne, Japa, Beherrschung des Zorns, das Aufgeben der Lektüre von Romanen oder Zeitungen usw., all das unterstützt die Konzentration.
Zuviel körperliche Anstrengung, zuviel sprechen, zuviel essen, zuviel Kontakt mit weltlichen Menschen, zuviel gehen, zuviel Geschlechtsverkehr, all das ist der Konzentration hinderlich.

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Gedankenkraft durch strukturiertes Denken

Vernichte Zufallsdenken. Wähle ein Thema und denke über seine verschiedenen Aspekte und Bedeutungen nach. Wenn du so über ein Thema nachdenkst, lasse keinen anderen Gedanken in den bewussten Geist gelangen. Ziehe den Geist wieder auf das momentane Thema zurück.
Angenommen, du denkst über das Leben und die Lehre von Jagadguru Adi Shankaracharya nach. Denke an seinen Geburtsort, seine Kindheit, seinen Charakter, seine Persönlichkeit, seine Tugenden, seine Lehre, seine Schriften, seine Philosophie, einige wichtige Aussprüche in seinen Werken oder Slokas, die Siddhis, die er manchmal zeigte, sein Digvijaya, seine vier Schüler, seine vier Mutts und an seine Kommentare zu Gita, Upanishaden und Brahma Sutras. Denke an diese Themen eines nach dem anderen. Schöpfe sie aus. Bringe den Geist immer wieder auf den Punkt. Dann wähle ein neues Thema. Durch diese Übung entwickelt sich strukturiertes Denken. Die geistigen Bilder werden große Kraft und Stärke bekommen. Sie werden klar und genau abgegrenzt sein. Bei gewöhnlichen Menschen sind die geistigen Bilder verzerrt und ungenau.

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Gedankenkraft durch Willenskraft

Jeder sinnliche Gedanke, der zurückgewiesen wurde, jede Versuchung, der widerstanden wurde, jedes heftige Wort, das nicht gesagt wurde, jedes edle Bestreben, das verstärkt wurde, hilft, Willenskraft oder Seelenkraft zu entwickeln und führt näher ans Ziel.
Sage dir im Geist mit starker Überzeugung vor: »Mein Wille ist stark, rein und unwiderstehlich. OM OM OM. Ich kann durch meinen Willen alles bewirken. OM OM OM. Ich besitze einen unbeugsamen Willen. OM OM OM.
Wille ist dynamische Seelenstärke. Wenn er wirkt, setzen sofort alle geistigen Kräfte ein wie Urteilsvermögen, Erinnerungskraft, Erfassen, Konversationsgabe, Überlegen, Unterscheidungskraft oder die Kraft zu überlegen und Schluss- folgerungen zu ziehen.
Der Wille ist der König aller geistigen Kräfte. Wenn er rein und unwiderstehlich ist, können Gedanke und Wille Wunder wirken. Der Wille wird unrein und schwach durch niedere Leidenschaften, Liebe zu Vergnügen und durch Wünsche. Je weniger Wünsche vorhanden sind, desto stärker sind Gedanken- kraft und Wille. Wenn sexuelle Energie, Muskelenergie, Zorn, usw. in Willenskraft verwandelt werden, sind sie unter Kontrolle. Nichts auf Erden ist unmöglich für einen Menschen mit starker Willenskraft.
Wenn du die alte Gewohnheit des Kaffeetrinkens aufgibst, hast du bis zu einem gewissen Grad den Geschmackssinn beherrscht, eine Vasana zerstört und die Sehnsucht danach beseitigt. Da du nun davon frei bist, dir Kaffee zu beschaffen und auch von der Gewohnheit, ihn zu trinken, wirst du einen gewissen Frieden erlangen. Die mit dem Wunsch nach Kaffee in Verbindung stehende Energie, die dich beunruhigt hat, wird nun in Willenskraft umgewandelt. Durch den Sieg über einen Wunsch wird Willenskraft entwickelt; und wenn etwa fünfzehn derartige Wünsche bezwungen worden sind, wird die Willenskraft fünfzehnmal stärker und machtvoller sein. Und dieser Sieg, der dem Willen Kraft verleiht, wird auch bei der Beherrschung anderer Wünsche hilfreich sein.
Ein unbewegter Geist, Ausgewogenheit, Frohsinn, innere Stärke, die Fähigkeit, schwierige Aufgaben zu erledigen, Erfolg bei jedem Vorhaben, die Kraft, auf Menschen Einfluss auszuüben, eine magnetische und dynamische Persönlichkeit, eine magnetische Aura auf dem Gesicht, strahlende Augen, ein fester Blick, eine kraftvolle Stimme, ein majestätischer Gang, ein unerschütterliches Wesen, Furchtlosigkeit und dergleichen sind Zeichen und Symptome, die zeigen, dass der Wille stärker wird.

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Einfache Anweisungen zu klarem Denken

Beim gewöhnlichen Menschen sind die geistigen Bilder im allgemeinen sehr verzerrt. Er weiß nicht, was tiefes Denken bedeutet. Seine Gedanken laufen Sturm. In seinem Geist herrscht manchmal ein großes Durcheinander.
Nur Denker, Philosophen und Yogis haben klar umrissene, scharfe geistige Bilder. Sie können durch Hellsichtigkeit sehr klar erkannt werden. Wer Konzentration und Meditation übt, entwickelt starke, gut ausgebildete geistige Bilder.
Die meisten Gedanken haben keine gute Grundlage. Sie kommen und ver- schwinden wieder. Daher sind sie unklar und vage. Die Bilder sind nicht klar, stark und genau umgrenzt.
Sie müssen verstärkt werden durch klares, beständiges und tiefes Nachdenken. Durch Vichara, Kontemplation, Manana, tiefes Nachsinnen und Meditation müssen die Gedanken dazu gebracht werden, sich zu beruhigen und in eine klare Form zu kommen. Dann wird sich der philosophische Gedanke festigen.
Durch richtiges Denken, Überlegen, Innenschau und Meditation müssen die Ge- danken gereinigt werden. Dann verschwindet Verwirrung. Die Gedanken werden fest und gut begründet sein.
Denke klar. Kläre immer wieder deine geistigen Konzepte. Ziehe dich zurück und halte Innenschau. Reinige deine Gedanken zu einem beträchtlichen Maß. Bringe Ruhe in die Gedanken.
Lasse den Geist nicht überschäumen. Lasse eine Gedankenwelle sich erheben und ruhig wieder setzen. Dann lasse einen weiteren Gedanken kommen. Verscheuche alle fremden Gedanken, die nicht mit dem Thema, an dem du gerade arbeitest, in Verbindung stehen.

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Sadhana für tiefes und selbständiges Denken

Die meisten Menschen wissen nicht, was richtiges Denken bedeutet. Die meisten Menschen denken oberflächlich. Tiefes Denken ist wenigen gegeben. Es gibt sehr wenige Denker auf dieser Welt.
Tiefes Denken erfordert intensives Sadhana (Üben). Unzählige Geburten sind nötig bis zur richtigen Entwicklung des Geistes. Erst dann kann er tief und richtig denken.
Vedantins praktizieren regelmäßig unabhängiges und selbständiges Denken. Vedantisches Sadhana (Manana, Überlegen) erfordert einen scharfen Verstand.
Angestrengtes Denken, ausdauerndes Denken, klares Denken bis an die Wurzeln des Problems, bis an die Grundlagen der Situation und bis zur eigentlichen Voraussetzung allen Denkens und Seins ist die eigentliche Essenz vedantischen Sadhanas.
Ein alter Gedanke muss aufgegeben werden, auch wenn er stark und fest verwurzelt ist, wenn man stattdessen einen neuen erhebenden Gedanken hat. Wenn man nicht den Mut hat, sich mit den Ergebnissen des Denkens auseinander zu setzen und die Schlussfolgerungen des Denkens anzunehmen, was auch immer sie für die Persönlichkeit bedeuten, dann unterziehe man sich gar nicht der Mühe des Philosophierens. Man beginne mit Frömmigkeit.

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Meditation für zielgerichtetes und fortgesetztes Denken

Da der Gedanke eine große Kraft ist, hat er eine ungeheure Macht. Es ist ein großer Moment, wenn man erkennt, wie diese Kraft in höchstmöglicher Weise und zum größtmöglichen Nutzen einsetzbar ist. Das geschieht am besten durch Meditation.
Zielgerichtetes Denken zieht den Geist zu dem Objekt hin, und fortgesetztes Denken hält ihn ständig beschäftigt; Begeisterung führt zur Wonne des sich entwickelnden Geistes, dessen Vorsatz der Nichtablenkung durch diese beiden Denkweisen erfüllt worden ist.
Meditation kann entstehen, wenn zielgerichtetes und fortgesetztes Denken, Begeisterung, Wonne und Sammlung des Geistes entstehen.

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Erwirb schöpferische Gedankenkraft

Der Gedanke ist eine vitale Lebenskraft - die vitalste, subtilste und unwider- stehlichste Kraft, die es im Universum gibt.
Gedanken sind etwas Lebendiges; sie bewegen sich; sie haben Form, Gestalt, Farbe, Eigenschaft, Substanz, Kraft und Gewicht. Der Gedanke ist wahres Handeln; er präsentiert sich als dynamische Kraft.
Ein Gedanke der Freude lässt in gleicher Weise einen Gedanken der Freude in anderen entstehen. Das Entstehen eines edlen Gedankens ist ein starkes Gegengift, das gegen einen schlechten Gedanken wirkt. Durch den Einsatz positiver Gedanken erlangen wir schöpferische Kraft.

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Entwickle Individualität: widerstehe Suggestionen

Lasse dich nicht leicht von Suggestionen anderer beeinflussen. Habe deinen eigenen Sinn für Individualität. Eine starke Suggestion, auch wenn sie den Menschen nicht unmittelbar beeinflusst, wird doch zu gegebener Zeit wirksam werden. Sie wird nie vergeblich sein.
Wir alle leben in einer Welt der Suggestionen. Unser Charakter verändert sich täglich unbewusst durch den Kontakt mit anderen. Wir ahmen unbewusst die Handlungen derer nach, die wir bewundern. Täglich nehmen wir die Suggestionen der Menschen in uns auf, mit denen wir Tag für Tag Kontakt haben. Wir spüren die Wirkung dieser Suggestionen. Ein Mensch, dessen Geist schwach ist, gibt den Suggestionen eines Menschen mit starkem Geist nach.
Der Diener ist stets unter dem Einfluss der Suggestionen seines Herrn. Die Frau steht unter dem Einfluss der Suggestionen ihres Mannes. Der Patient ist unter dem Einfluss der Suggestionen des Arztes. Der Schüler steht unter dem Einfluss des Lehrers.
Eine Gewohnheit ist nichts anderes als das Ergebnis von Suggestionen. Das Gewand, das man trägt, die Gewohnheiten, das Verhalten und sogar die Speisen, die man zu sich nimmt, all das ist nur ein Ergebnis von Suggestionen.
Die Natur hat verschiedene Suggestionen. Das Fließen der Flüsse, das Strahlen der Sonne, der Duft der Blumen, das Wachsen der Bäume, sie alle senden ohne Unterlass Suggestionen aus.

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Übernatürliche Kräfte durch Gedankendisziplin

Ein guter Okkultist hypnotisiert die ganze Zuhörerschaft kollektiv durch die Kraft seiner Konzentration und durch seinen Willen und macht den Seiltrick. Er wirft ein rotes Seil in die Luft, gibt den Zuschauern die Suggestion, dass er auf diesem Seil in die Luft klettern wird und verschwindet im Nu von der Bühne. Aber nichts ist zu sehen, wenn man den Vorgang fotographiert.
Verstehe und erkenne die Kräfte der Gedanken. Entfalte die verborgenen Kräfte okkulter Fähigkeiten. Schließe die Augen. Konzentriere dich. Erforsche die höheren Bereiche des Geistes.
Man kann Dinge in der Entfernung sehen, Stimmen in der Entfernung hören, Botschaften an entfernte Orte schicken, Menschen heilen, die an einem anderen Ort sind, und sich in einem einzigen Augenblick an einen entfernten Ort begeben.

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