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Japa Yoga von Swami Sivananda

  • 3. Kapitel Mantras

Pranava Om

Om (Aum) ist alles. Om ist der Name oder das Symbol Ishwaras, des persönlichen Gottes mit Eigenschaften und Brahmans, des Absoluten. Om ist unser wirklicher Name. Om umschließt die gesamte dreifache Erfahrungswelt des Menschen. Om steht für alle Welten der Erscheinungen. Aus Om heraus entstand das Universum der Sinne. Die Welt exisitert in Om und löst sich in Om auf. "A" repräsentiert die physische Ebene, "u" die geistige und die Astralebene, die Welt der Geister und alle Himmel. "M" steht für die Kausalebene, den Zustand des Tiefschlafes, für alles, was im Wachzustand unzugänglich ist und jenseits der Reichweite des Intellekts liegt. Om umfaßt alles. Om ist die Grundlage des Lebens, Denkens und der Intelligenz. Om ist alles. Alle Bezeichnungen für jegliche Objekte haben ihren Ursprung und Mittelpunkt in Om. Folglich kommt die ganze Welt aus Om, ruht in Om und löst sich in Om auf. Jedesmal, bevor man mit der Meditation beginnt, singe man drei-, sechs- oder zwölfmal laut Om. Das vertreibt alle weltlichen Gedanken und Zerstreutheit (Vikshepa) des Geistes. Dann gehe man zur geistigen Wiederholung von Om über.

Japa mit Om (Pranava Japa) hat einen gewaltigen Einfluß auf den Geist. Die richtige Aussprache der heiligen Silbe Om hat alle Menschen im Westen beschäftigt, die sich mit dem Studium der östlichen Philosophien befassen. Die von diesem Wort ausgelösten Schwingungen sind so mächtig, daß sie das größte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, wenn man beharrlich dabei bleibt. Das scheint schwer zu glauben, bevor man es nicht selbst versucht hat. Aber sobald man es einmal ausprobiert hat, versteht man ohne weiteres, daß diese Behauptung wahr und vollkommen zutreffend ist. Ich habe die Macht der Schwingungen ausprobiert und glaube vollständig an ihre ungeheuren Auswirkungen. Wird es ausgesprochen wie geschrieben, so hat es eine gewisse Wirkung auf den Schüler. Wird es aber auf korrekte Weise ausgesprochen, so erweckt und verwandelt es jedes Atom im physischen Körper durch neue Schwingungen und weckt die im Körper schlafende Kraft.

Hari Nama

Jedes Mantra beinhaltet die folgenden sechs Teile:

  1. Es wurde einem Seher (Rishi) enthüllt, der mit seiner Hilfe erstmals Selbstverwirklichung erlangte und der es an andere weitergab. Er ist der Seher dieses Mantras. Vishvamitra ist der Seher des Gayatri-Mantras.
  2. Es hat ein bestimmtes Versmaß (Matra) und
  3. eine führende Devata (Gottheit).
  4. Es besitzt ein Bija, einen Samen. Dieser gibt dem Mantra eine besondere Kraft und ist das Wesentliche, der Kern des Mantras.
  5. Jedes Mantra hat eine Shakti, eine schöpferische göttliche Energie und schließlich hat es
  6. ein Kilaka, einen Pfeiler oder Stöpsel, der das Mantra-Chaitanya, das reine Bewußtsein im Mantra, verschließt. Sobald sich der Ver schluß durch ständige, andauernde Wiederholung des Mantras öffnet, enthüllt sich das verborgene reine Bewußtsein und der Praktizierende hat die Vision (Darshana) seiner persönlichen Gottheit.

"Mananat trayate iti mantra" – Mantra ist das, wodurch man durch ständiges Denken und Erinnern beschützt und erlöst wird. Das Mantra führt zur Verwirklichung der persönlichen Gottheit. Daher sind Devata (Gottheit) und Mantra praktisch ein und dasselbe. Schon allein die Erinnerung an den Namen Haris löscht alle Sünden früherer Leben.

"Harer-Nama, Harer-Nama, Harer Namaiva Kevalam; Kalau Nastyeva Nastyeva Nastyeva Gatiranyatha." In unserem Eisernen Zeitalter gibt es nur den Namen Hari, Hari, Hari. Es gibt keine anderen Mittel, Wege oder Methoden, Erlösung zu erlangen. Selbst die Sünden des größten Sünders lösen sich auf durch das Aussprechen des Namens Haris. Und nicht nur das, sondern man erlangt ewige Sicherheit, Selbstverwirklichung und immerwährendes Glück. So gewichtig ist der Name Haris.

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"Rama Na Sakahin Nama Gun Gai – nicht einmal Rama, Gott Selbst, kann die Größe des Namens beschreiben". Geschweige denn wir. Wir brauchen ihn mehr denn je im gegenwärtigen Zeitalter. Denn es heißt: "Kali Yuga Kevala Nama Adhara – die einzige Zuflucht im Eisernen Zeitalter (Kali Yuga) ist allein der Name Gottes." Es gibt kein anderes, einfacheres und leichteres Mittel zur ewigen Glückseligkeit und zum Frieden.

"Rama Nama Manidapi Dharu Jiha Dehari Dwar,
Tulsi Bhitar Baher Hun Jo Chahasi Ujiyar.

"Trage diesen Schatz, das Licht des Namens Ramas, auf der Zunge, dem Eingang zu deinem Haus, um dich innerlich wie äußerlich zu erleuchten.

"Ulta Nama Japat Jaga Jana
Valmiki Bhaye Brahma Samana."

Alle Welt weiß, daß der große Heilige Valmiki sogar dadurch mit Brahman, dem Absoluten, eins wurde, daß er den Namen falsch aussprach, nämlich Mara-Mara statt Rama-Rama.

Wenn dies die Wirkung des verkehrten Namens ist, wer kann dann erst die Herrlichkeit des echten, richtigen Namens ermessen?

"Gafil Tu Hai Ghadyal Yah Deta Hai Manadi
Gardoonen Ghadi Umar Ki Aur Ghatadi.
"

Oh du Unbesonnener! Die Glocke erinnert dich immer wieder daran. Die Zeit hat dich nirgends anders hingebracht als zum Ende deiner Lebenszeit. Daher:

"Rama Namaki Loot Hai, Loot Saki To Loot,
Anta Kal Pachhatayega Jab Prana Jayenge Choot.
"

Gebrauche den Namen Ramas im Überfluß! Sonst wirst du im letzten Augenblick deines Lebens, wenn der Tod sich nähert und die Lebens-energie deinen Körper verläßt, nichts als Gram und Jammer erleben.

"Rama Nama Aradhbo Tulsi Britha Na Jay,
Larikai Ko Pairi Bo Age Hata Sahay;
Tulsi Apne Ram Ko Rij Bhajo Ya Khij,
Ulta Siddha Jamihain Khet Pare Te Bij.
"

Der bekannte Dichter Goswami Tulsidas sagt: "Verehrung des Namens Ramas ist niemals vergebens, so wie es irgendwann einmal im Leben eine große Hilfe ist, wenn man in der Jugend schwimmen gelernt hat." Wenn man sich den Namen Ramas in Erinnerung ruft, entfaltet das immer eine positive Wirkung, in welcher Stimmung man sich auch befinden mag; so wie der Same in jedem Fall Früchte trägt, egal wie er aufs Feld ausgesät worden ist.

Wer nicht daran glaubt, mag es ausprobieren und dann das tun, was ihm beliebt oder was er für richtig hält. Jedenfalls ist es nicht weise, die Zeit nur mit Argumentieren oder fruchtlosen Diskussionen zu vertun. Das Leben ist kurz. Die Zeit ist vergänglich. Der Körper verfällt allmählich. Durch Mantra-Wiederholung und Denken an den Namen Gottes kann man nur gewinnen!

Kali-Santarana-Upanishad

Am Ende des Dvapara Yuga (bronzenes oder kupfernes Zeitalter) näherte sich der Weise Narada Brahma, dem Schöpfer, und fragte: "Oh Gott! Wie soll ich in der Lage sein, das Eiserne Zeitalter in dieser Welt zu überwinden?" Brahma antwortete: "Höre auf die geheime Botschaft der Veden, wie man im Kali Yuga den Kreislauf von Geburt und Tod überwinden kann. Man kann alle schlechten Auswirkungen des Kali Yuga abschütteln, indem man einfach den Namen Narayanas ausspricht." Wieder fragte Narada: "Darf ich den Namen erfahren, mein Gott?" Brahma antwortete:

"Hare Rama Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare
Hare Krishna Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare."

Diese 16 Namen zerstören zweifelsfrei die schlechten Auswirkungen des Kali Yuga. Sie befreien Jiva, die individuelle Seele, die von 16 Hüllen (Kalas) umgeben ist, vom Schleier der Unwissenheit. Dann scheint das höchste Absolute (Para-Brahman) allein in vollem Glanz, wie die Sonne hell erstrahlt, sobald sich die Wolken aufgelöst haben.

Narada fragte: "Oh Gott! Darf ich die Regeln erfahren, die man bei der Wiederholung der Mantras beachten muss?"

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Brahma antwortete: "Es gibt keine Regeln. Wer immer sie in reinem oder unreinem Zustand ausspricht, wird Salokya (dieselbe Welt wie), Sampiya (Nähe zu), Sarupya (die gleiche Gestalt wie) oder Sayujya (Aufgehen in) Brahman erreichen.

Wer auch immer 35 Millionen Mal dieses Mantra mit seinen 16 Anrufungen wiederholt, wird sogar von der Sünde, einen Brahmanen ermordet zu haben, freigesprochen. Selbst wenn er Gold gestohlen oder mit einer Frau aus einer niederen Kaste zusammengelebt hat, wird er befreit. Er wird gereinigt von den Sünden unrechten Handelns gegenüber Vorfahren, Engelswesen und Menschen. Sobald er alle Handlungen aufgibt, ist er frei von allen Sünden. Er wird sofort von allen Bindungen erlöst und erlangt Befreiung. So steht es in der Kali-Santarana-Upanishad des Krishna-Yajur-Veda. In Bengalen wiederholen sehr viele Menschen dieses Mantra. Es ist das bevorzugte Mantra der Verehrer Vishnus in Bengalen.

Japa Vidhana

Japa ist die Wiederholung irgendeines Mantras oder Namens Gottes mit Hingabe und Gefühl. Japa löst die Unreinheiten des Geistes auf, macht frei von Sünden und bringt den Verehrer zum Angesicht Gottes.

Jeder Name ist voll grenzenloser Kraft. So wie das Feuer die natürliche Eigenschaft hat, Dinge zu verbrennen, so hat der Name Gottes die Kraft, Sünden und Wünsche zu verbrennen.

Süßer als alles Süße, besser als alles Gute, reiner als alles Reine ist der Name Gottes. Der Name Gottes ist ein Boot zur Überquerung des Ozeans von Geburt und Tod. Er ist eine Waffe zur Bekämpfung des Geistes. Die ständige Wiederholung eines Mantras schafft eine große spirituelle Kraft und Energie und verstärkt die spirituellen Eindrücke im Unterbewußtsein.

Die Wiederholung des Mantras ruft Schwingungen hervor. Schwingungen lassen bestimmte Formen entstehen. Die Wiederholung von "Om Namah Shivaya" läßt die Gestalt Shivas im Geist entstehen; die Wiederholung von "Om Namo Narayanaya" ruft die Form Haris hervor.

Die Herrlichkeit des Namens Gottes entsteht nicht durch Argumentieren und rationales Verstehen. Sie kann mit Sicherheit nur durch Hingabe, Glaube und ständige Wiederholung erfahren oder verwirklicht werden.

Es gibt drei Arten von Japa, nämlich Manasika Japa (geistiges Wiederholen), Upamsu Japa (summende, flüsternde Wiederholung) und Vaikhari Japa (lautes, hörbares Wiederholen). Die geistige Wiederholung ist machtvoller als lautes Japa.

Man sollte um vier Uhr morgens aufstehen und zwei Stunden lang Japa praktizieren. Brahmamuhurta, die Zeit vor Sonnenaufgang, ist die günstigste Zeit für Japa und Meditation.

Wenn man kein Bad nehmen kann, wäscht man die Hände, Füße, das Gesicht und den Körper und setzt sich zum Japa hin. Man richtet das Gesicht dabei nach Norden oder nach Osten. Das erhöht die Wirksamkeit des Japa. Man setzt sich auf eine Kusha-Grasmatte, ein Fell oder einen kleinen Teppich und legt ein Tuch darüber. Das bewahrt die Körperenergie. Vorher sollte man ein Gebet sprechen.

Die Haltung soll fest und unbeweglich sein. Man muß drei Stunden lang ununterbrochen in Padma- (Lotus), Siddha- (Löwe) oder Sukha-Asana (Schneidersitz) sitzen können.

Man wiederholt das Mantra mit dem Gefühl und der inneren Einstellung, daß der Herr im eigenen Inneren wohnt, daß Reinheit von Gott in den Geist fließt, daß das Mantra das Herz reinigt und Wünsche, Begierden und schlechte Gedanken auslöscht.

Man sollte Japa nicht in Eile ausüben, so wie ein Arbeiter seine Arbeit so schnell wie möglich erledigen will. Praktiziere langsam, mit Gefühl, Einpünktigkeit des Geistes und konzentrierter Hingabe.

Sprich das Mantra klar, deutlich und fehlerlos aus. Wiederhole es nicht zu schnell und nicht zu langsam.

Benutze zum Zählen der Perlen nicht den Zeigefinger. Nimm Daumen, Mittel- und Ringfinger. Wenn du eine Mala (Gebetskette) durchgezählt hast, drehe sie um und gehe wieder zurück, ohne den Meru zu überkreuzen. Bedecke deine Hand mit einem Tuch.

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Sei wachsam. Bewahre eine wache Achtsamkeit während des Japa. Mach im Stehen weiter, wenn Schlaf dich überkommt.

Nimm dir vor, eine gewisse Mindestanzahl von Malas durchzugehen, bevor du aufhörst. Die Mala ist eine Peitsche, die den Geist zu Gott treibt. Übe Japa auch manchmal ohne Mala. Richte dich nach der Uhr.

Praktiziere zusammen mit Japa auch Meditation. Das ist Japa-Sahita-Dhyana. Die Mantra-Wiederholung wird allmählich schwächer und geht in reine Meditation über. Das ist dann Japa-Rahita-Dhyana.

Mache täglich vier Japa-Sitzungen – früh am Morgen, mittags, abends und nachts.

Ein Verehrer Vishnus sollte "Om Namo Narayanaya" wiederholen, ein Anhänger Shivas "Om Namah Shivaya", ein Anhänger Krishnas "Om Namo Bhagavate Vasudevaya", ein Anhänger Ramas "Om Sri Ramaya Namah" oder "Om Sri Rama Jaya Rama Jaya Jaya Rama", ein Verehrer Devis (weiblicher Aspekt Gottes) das Gayatri- oder Durga-Mantra.

Es ist besser, bei einem Mantra zu bleiben. Sieh Krishna in Rama, Shiva, Durga, Gayatri und in jedermann.

Regelmäßigkeit in der Japa-Praxis ist äußerst wichtig. Setze dich immer zur selben Zeit an denselben Platz.

Unter Purascharana versteht man die 100.000fache Mantra-Wiederholung pro Silbe des Mantras.

Japa muß zur Gewohnheit werden. Man muß das Mantra sogar im Traum wiederholen.

Japa Yoga ist der leichteste, schnellste, sicherste, einfachste und günstigste Weg zur Gottesverwirklichung. Ehre dem Herrn! Ruhm und Herrlichkeit seinem Namen!

Oh Mensch! Nimm Zuflucht zu seinem Namen. Der Name und das Benannte lassen sich nicht voneinander trennen.

Mantras für Japa

Nr. MantraGottheit
    
1. Om Sri Maha-Ganapataye NamahShiva
2. Om Namah Shivaya (Panchakshara Mantra)Shiva
3. Om Namo Narayanaya (Ashtakshara Mantra)Hari
4. Hari Om Hari
5. Hari Om Tat Sat    Hari
6. Hare Rama Hare Rama, Rama Rama Hare Hare; Hare Krishna Hare KrishnaMaha-Mantra
7. Om Namo Bhagavate Vasudevaya Krishna
8. Om Sri Krishnaya Govindaya Gopijana Vallabhaya NamahKrishna
9. Om Sri Krishnaya NamahKrishna
10. Om Sri Rama, Jaya Rama, Jaya Jaya RamaRama
11. Om Sri Ramaya NamahRama
12. Om Sri Sita-Ramachandrabhyam Namah Rama
13.

Sri Rama Rama Rameti, Rame Rame Manorame Sahasranama Tattulyam Rama Nama Varanane

Rama
14. Apadamapaharttaram Dataram Sarvasampadam; Lokabhiramam Sri Ramam Bhuyo Bhuyo NamamyahamRama
15. Artanamartihantaram Bhitanam Bhitinasanam; Dvishatam Kaladandam Tam Ramachandram Namamyaham  Rama
16. Ramaya Ramabhadraya Ramachandraya Vedhase Raghunathaya Nathaya Sitayah Pataye NamahRama
17. Sita Ram; Radhe Shyam; Radhe KrishnaEhemantra
18. Om Sri Ramah Sharanam MamaSharanagati
19. Om Sri Krishna Sharanam MamaSharanagati
20. Om Sri Sita-Ramah Sharanam MamaSharanagati
21. Om Sri Ramachandra-Charanau Sharana PrapadyeSharanagati
22. Om Sriman Narayana Charanau Sharanam PrapadyeSharanagati
23. Sakrideva Prapannaya Tavasmiti Cha Yachate Abhayam Sarvabhutebhyo Dadamyetad Vratam Mama Sharanagati
24. Om Sri Hanumate NamahHanuman
25. Om Sri Sarasvatyai NamahSaraswati
26. Om Sri Kalikayai NamahKali
27. Om Sri Durgayai NamahDevi
28. Om Sri Maha-Lakshmyai Namah Lakshmi
29. Om Sri Sharavanabhavaya Namah Subrahmanya oder Karttikeya
30. Om Sri Tripura-Sundaryai NamahTripura Sundari
31. Om Sri Bala-Paramesvaryai NamahSarada
32. Om SohamVedanta-Lehrsatz
33. Om Aham Brahma AsmiVedanta-Lehrsatz
34. Om Tat Tvam AsiVedanta-Lehrsatz
35. Om Trayambakam Yajamahe Pushtivardhanam, Urvarukamiva Bandhanan- Mrityormukshiya MamritatSugandhim Maha-Mrityunjaya

Gayatris verschiedener Gottheiten

Ganesha-Gayatri I
Om Ekadantaya Vidmahe, Vakratundaya Dhimahi
Tanno Danti Prachodayat.

Ganesha-Gayatri II
Om Tatpurushaya Vidmahe, Vakratundaya Dhimahi
Tanno Danti Prachodayat.

Brahma-Gayatri I
Om Vedatmane Vidmahe, Hiranyagarbhaya Dhimahi
Tanno Brahma Prachodayat.

Brahma-Gayatri II
Om Chaturmukhaya Vidmahe, Kamandaludharaya Dhimahi
Tanno Brahma Prachodayat.

Vishnu-Gayatri
Om Narayanaya Vidmahe, Vasudevaya Dhimahi
Tanno Vishnu Prachodayat.

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Nrisimha-Gayatri I
Om Vajranakhaya Vidmahe, Tikshnadamshtraya Dhimahi
Tanno Nrisimha Prachodayat

Nrisimha-Gayatri II
Om Nrisimhaya Vidmahe, Vajranakhaya Dhimahi
Tannah Simhah Prachodayat.

Garuda-Gayatri
Om Tatpurushaya Vidmahe, Suvarnapakshaya Dhimahi
Tanno Garudah Prachodayat.

Rudra-Gayatri I
Om Tatpurushaya Vidmahe, Mahadevaya Dhimahi
Tanno Rudrah Prachodayat.

Rudra-Gayatri II
Om Tatpurushaya Vidmahe, Sahasrakshaya Mahadevaya Dhimahi
Tanno Rudrah Prachodayat

Nandikeshvara-Gayatri
Om Tatpurushaya Vidmahe, Nandikeshvaraya Dhimahi
Tanno Vrishabbah Prachodayat.

Shanmukha-Gayatri I
Om Tatpurushaya Vidmahe, Mahasenaya Dhimahi
Tannah Skandah Prachodayat.

Shanmukha-Gayatri II
Om Shanmukhaya Vidmahe, Mahasenaya Dhimahi
Tannah Shashthah Prachodayat.

Surya-Gayatri I
Om Bhaskaraya Vidmahe, Mahadyutikaraya Dhimahi
Tanna Adityah Prachodayat.

 

Surya-Gayatri II
Om Adityaya Vidmahe, Sahasrakiranaya Dhimahi
Tanno Bhanuh Prachodayat.

Nach Oben

 

Surya-Gayatri III
Om Prabhakaraya Vidmahe, Divakaraya Dhimahi
Tannah Suryah Prachodayat.

 

Durga-Gayatri I
Om Katyayanyai Vidmahe, Kanyakumaryai Dhimahi
Tanno Durga Prachodayat.

 


Durga-Gayatri II

Om Mahasulinyai Vidmahe, Mahadurgayai Dhimahi
Tanno Bhagavate Prachodayat.

 

Rama-Gayatri
Om Dasarathaye Vidmahe, Sitavallabhaya Dhimahi
Tanno Ramah Prachodayat.

 

Hanumad-Gayatri
Om Anjaneyaya Vidmahe, Vayuputraya Dhimahi
Tanno Hanuman Prachodayat.

 


Krishna-Gayatri

Om Devakinandanaya Vidmahe, Vasudevaya Dhimahi
Tannah Krishnah Prachodayat.

 

Gopala-Gayatri
Om Gopalaya Vidmahe, Gopijanavallabhaya Dhimahi
Tanno Gopalah Prachodayat.

 

Parasurama-Gayatri
Om Jamadagnyaya Vidmahe, Mahaviraya Dhimahi
Tannah Parasuramah Prachodayat.

 

Dakshinamurti-Gayatri
Om Dakshinamurtaye Vidmahe, Dhyanasthaya Dhimahi

 

Guru-Gayatri
Om Gurudevaya Vidmahe, Parabrahmane Dhimahi
Tanno Guruh Prachodayat.

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Hamsa-Gayatri I
Om Hamsaya Vidmahe, Paramahamsaya Dhimahi
anno Hamsah Prachodayat.

Hamsa-Gayatri II
Om Paramahamsaya Vidmahe, Mahatattvaya Dhimahi
Tanno Hamsah Prachodayat.

Hayagriva-Gayatri
Om Vagishvaraya Vidmahe, Hayagrivaya Dhimahi
Tanno Hamsah Prachodayat.

Tantrika-(Brahma-)-Gayatri
Om Paramesvaraya Vidmahe, Paratattvaya Dhimahi
Tanno Brahma Prachodayat.

Saraswati-Gayatri
Om Vagdevyai Cha Vidmahe, Kamarajaya Dhimahi
Tanno Devi Prachodayat.

Lakshmi-Gayatri
Om Mahadevyai Cha Vidmahe, Vishnupatnyai Cha Dhimahi
Tanno Lakshmih Prachodayati

Shakti-Gayatri
Om Sarvasammohinyai Vidmahe, Vishvajananyai Dhimahi
Tannah Shaktih Prachodayat.

Annapurna-Gayatri
Om Bhagavatyai Cha Vidmahe, Mahesvaryai Cha Dhimahi
Tanno Annapurna Prachodayat.

Kalika-Gayatri
Om Kalikayai Cha Vidmahe, Shmashanavasinyai Dhimahi
Tanno Aghora Prachodayat.

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Anusthuba Mantra

Narasimha-Mantra

Om Ugram Viram Mahavishnum Jvalantam Visvatomukham,
Nrisimham Bhishanam Bhadram Mrityumrityum Namamyaham.

Rama-Mantra

Om Ramabhadra Maheshvasa Raghuvira Nripottama,
Bho Dasasyantakasmakam Raksham Kuru Sriyam Cha Me.

Krishna-Mantra

Om Krishnaya Vasudevaya Haraye Paramatmane,
Pranataklesanasaya Govindaya Namo Namah.

Krishna-Mantra II

Om Krishnaya Vasudevaya Devakinandanaya Cha,
Nandagopakumaraya Govindaya Namo Namah.

Krishna-Mantra III

Om Krishnaya Yadavendraya Jnanamudraya Yogine,
Nathaya Rukminisaya Namo Vedantavedine.

Krishna-Mantra IV

Om Vasudevasutam Devam Kamsachanuramardanam,
Devakiparamanandam Krishnam Vande Jagadgurum.

Hayagriva-Mantra

Om Rigyajussamarupaya Vedaharanakarmane,
Pranavodgitavapushe Mahasvasirase Namah.

Mantra der Selbsthingabe

"Gegrüßt seist Du, oh großer Yogi! Ich bete, daß du mich führst, zu dessen Füßen ich liege, auf daß ich unversiegbares Entzücken zu Deinen Lotusfüßen finden möge!"

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Die Herrlichkeit der Mantras

Ein Mantra ist eine Gottheit. Das Mantra und seine führende Gottheit sind eins.

Das Mantra selbst ist die Gottheit. Ein Mantra ist göttliche Macht, mystische Energie, die in einem Klangkörper eingeschlossen ist. Ständige Wiederholung des Mantras mit Glaube, Hingabe und Reinheit erhöht die Energie des Übenden, reinigt, weckt das im Mantra vorhandene Bewußtsein und verleiht die Kraft des Mantras, Erleuchtung, Freiheit, Frieden, ewige Wonne und Unsterblichkeit.

Durch ständiges Wiederholen des Mantras nimmt der Praktizierende die Tugenden und Kräfte der Mantra-Gottheit auf. Wiederholung des Surya-Mantras verleiht Gesundheit, langes Leben, Lebenskraft, Vitalität und inneres Feuer (Tejas). Es löst alle körperlichen und Augenkrankheiten auf. Kein Feind kann einem Schaden zufügen. Wiederholung des Aditya-Hridaya (Sonnengebet) am frühen Morgen bringt großen Nutzen. Rama besiegte Ravana durch die Wiederholung des Aditya-Hridaya-Mantras, das ihm der Weise Agastya mitgeteilt hatte.

Es gibt Mantras der Lobpreisung und Anrufung der Götter, mit denen man um Hilfe und Barmherzigkeit bitten kann. Andere Mantras dienen der Beherrschung böser Geister. Rhythmische Schwingungen von Klängen lassen Formen entstehen. Die Wiederholung des Mantras ruft die Form der jeweiligen Gottheit hervor.

Die Wiederholung des Saraswati-Mantras "Om Sri Saraswatyai Namah" schenkt Weisheit, Intelligenz und Gelehrsamkeit. Man erhält Inspiration und kann Gedichte verfassen. Man wird ein großer Gelehrter. Die Wiederholung von "Om Sri Mahalakshmyai Namah" überträgt Reichtum und läßt Armut verschwinden. Das Ganesha-Mantra beseitigt Hindernisse bei jedem Unternehmen. Es bringt Weisheit, übernatürliche Kräfte, Reichtum und so weiter. Das Maha-Mrityunjaya-Mantra ("großes lebensspendendes Mantra") verhindert Unfälle, befreit von unheilbaren Krankheiten, hält Unglücksfälle fern und schenkt ein langes Leben und Unsterblichkeit. Es ist außerdem ein Moksha-(Befreiungs-)Mantra. Bei täglichem Japa mit diesem Mantra wird man gute Gesundheit und ein langes Leben genießen und am Ende Befreiung erreichen. Das Maha-Mrityunjaya-Mantra bedeutet: "Wir verehren den dreiäugigen Gott (Shiva), der voll des süßen Duftes ist und menschliche Wesen ernährt. Möge Er mich von den Bindungen des Kreislaufs der Wiedergeburten und des Todes befreien, so wie eine reife Gurke sich vom Stiel trennt, und möge ich in der Unsterblichkeit fest verankert sein."

Die Wiederholung des Subrahmanya-Mantras "Om Sri Sharavanabhavaya Namah" verhilft zum Erfolg bei allen Vorhaben und bringt Ruhm und Ehre. Es vertreibt schlechte Einflüsse und böse Geister. Die Wiederholung des Hanuman-Mantras "Om Sri Hanumate Namah" macht siegreich und stark. Die Wiederholung des 15silbigen (Panchadasakshara) und des 16silbigen (Shodasakshara) Sri-Vidya-Mantras bringt Reichtum, Macht, Freiheit und die Erfüllung aller Wünsche. Dieses Mantra kann man nur von einem Guru lernen.

Die 125.000malige Wiederholung des Gayatri oder Pranava (Om) oder von Om Namah Shivaya, Om Namo Narayanaya oder Om Namo Bhagavate Vasudevaya mit innigem Gefühl, Vertrauen und Hingabe erschließt die Kraft des Mantras.

Om, Soham, Shivoham, Aham Brahmasmi sind Befreiungs-Mantras. Sie verhelfen zur Selbstverwirklichung. Om Sri Ramaya Namah und Om Namo Bhagavate Vasudevaya sind Saguna-Mantras (mit Eigenschaften), die zuerst zur Selbstverwirklichung mit Eigenschaften und schließlich zur Selbstverwirklichung ohne Eigenschaften (Nirguna) führen.

Mantras zur Heilung von Skorpionstichen und Schlangenbissen sollten an Tagen der Sonnen- bzw. Mondfinsternis wiederholt werden, um die dem Mantra innewohnende Kraft schnell zu erlangen. Die Mantra-Wiederholung wird noch kraftvoller und wirkungsvoller, wenn man dabei im Wasser steht. Sie können aber auch an normalen Tagen rezitiert werden.

Man erlangt die Mantra-Kraft zur Heilung von Skorpionstichen und Schlangenbissen innerhalb von 40 Tagen. Wiederhole das Mantra regelmäßig mit Vertrauen und Hingabe. Mache eine Japa-Sitzung frühmorgens nach dem Bad. Übe sexuelle Enthaltsamkeit und ernähre dich 40 Tage lang nur von Milch und Früchten oder einer eingeschränkten Kost.

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Chronische Krankheiten kann man ebenfalls durch Mantras heilen. Mantrasingen löst mächtige spirituelle Wellen und göttliche Schwingungen aus. Mantras durchdringen den physischen und den Astralkörper des Patienten und beseitigen die ursächlichen Wurzeln einer Krankheit. Sie reichern die Zellen mit reinem Sattwa, göttlicher Energie, an. Sie zerstören Bakterien und beleben Zellen und Gewebe. Mantras sind die besten und wirksamsten Antiseptika und keimtötenden Mittel. Sie sind wirksamer als Ultraviolett- oder Röntgenstrahlen.

Die Kraft des Mantras darf nicht zur Vernichtung anderer mißbraucht werden. Wer die Macht des Mantras mißbraucht, um andere zu zerstören, wird letzten Endes selbst zerstört werden.

Wer die Kraft der Mantras zur Heilung von Schlangenbissen, Skorpionstichen oder chronischen Erkrankungen einsetzt, sollte keine Geschenke und kein Geld dafür annehmen. Mantras müssen vollkommen selbstlos benutzt werden. Man sollte nicht einmal Früchte oder Kleider annehmen. Sobald man sie für selbstsüchtige Zwecke gebraucht, verliert man die Macht. Handelt man hingegen völlig selbstlos und dient der Menschheit mit seinem ganzen Selbst (Sarvatma-Bhava), dann verstärkt sich die Macht dank der Gnade Gottes.

Wer die Kraft des Mantras erlangt hat, kann Schlangenbisse, Skorpionstiche oder chronische Krankheiten durch bloße Berührung der betroffenen Körperteile heilen. Wenn ein Mensch von einer Kobra gebissen worden ist, schickt man ein Telegramm zum Mantra-Siddha, einem Meister im Besitz der Mantra-Kraft. Der Meister rezitiert das Mantra und der Mensch wird geheilt. Was für ein Wunder! Beweist dies nicht die ungeheure Kraft der Mantras?

Lasse dich von deinem Guru in ein Mantra einweihen. Oder bete zu deinem persönlichen Gott und fange an, ein bestimmtes Mantra zu wiederholen, wenn es schwierig ist, einen Guru zu finden.

Möget ihr alle Mantra-Yogis mit Mantra-Kräften werden! Möget ihr alle echte Wohltäter der Welt werden, indem ihr göttliche Heilkräfte durch die Mantras entwickelt! Mögen Zentren für göttliches Mantra-Heilen auf der ganzen Welt entstehen!

Praktische Hilfen für Japa

Ihr habt jetzt ein eingehendes Wissen über Japa-Yoga und die Herrlichkeit des Namens. Beginnt jetzt, in dieser Minute, mit eurer spirituellen Praxis. Nachstehend gebe ich ein paar nützliche Tips für eure tägliche Praxis. Studiert und befolgt sie genau.

Feste Zeiten. Die besten Zeiten sind die Morgendämmerung (Brahmamuhurta) und die Abenddämmerung, wenn Sattwa vorherrscht. Regelmäßigkeit und Systematik sind sehr wichtig.

Bestimmter Platz. Es ist von Vorteil, jeden Tag an derselben Stelle zu praktizieren. Man soll den Ort nicht immer wieder wechseln.

Feste Haltung. Eine feste, bequeme Stellung hilft, den Geist zu beruhigen, die geistige Aktivität zu kontrollieren und unterstützt die Konzentration.

Gesicht nach Norden oder Osten. Das übt einen feinen Einfluß aus und verstärkt die Wirksamkeit des Japa.

Sitzplatz. Man sollte ein Fell, eine Kusha-Grasmatte oder einen Teppich benutzen. Das bewahrt die Körperenergie.

Erhebende Gebete sprechen. Wenn die Hilfe der persönlichen Gottheit mit entsprechenden Gebeten angerufen wird, entsteht das richtige sattwige Gefühl

Deutliche Aussprache. Nun beginne mit Japa und sprich dabei das Mantra deutlich und fehlerlos aus.

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Wachsamkeit und Achtsamkeit. Das ist sehr wichtig. Am Anfang ist man frisch und aufmerksam. Nach einer Weile fängt der Geist an, unbewußt abzuschweifen und man wird schläfrig. Bleibe die ganze Zeit hellwach!

Japa Mala (Gebetskette). Die Mala hilft, wach zu bleiben und beständig mit der Mantra-Wiederholung fortzufahren. Nimm dir vor, eine bestimmte Mindestanzahl von Malas durchzugehen, bevor du aufhörst.

Abwechslung im Japa. ist nötig, um das Interesse aufrechtzuerhalten, Ermüdung zu vermeiden und der Monotonie entgegenzuwirken. Wiederhole das Mantra eine Weile laut, dann flüsternd und manchmal nur geistig.

Meditation. Stelle dir Gott als gegenwärtig vor und visualisiere Seine hinreißend schöne Gestalt, während du das Mantra wiederholst. Das unterstützt die Wirksamkeit und Kraft deiner spirituellen Übung gewaltig.

Abschließendes Gebet und Ruhe. Das ist wichtig. Verlasse nach dem Japa nicht sofort den Ort, begib dich nicht gleich in Gesellschaft anderer Menschen oder stürze dich in weltliche Aktivitäten. Bleibe mindestens zehn Minuten lang sitzen, flüstere ein Gebet, denke an Gott oder an Seine unendliche Liebe. Dann verlasse den Ort mit einer demütigen Verbeugung und beginne mit deinen Alltagsaufgaben. Auf diese Weise bleiben die spirituellen Schwingungen erhalten.

Fahre in deiner spirituellen Praxis beharrlich und hartnäckig fort, ohne Unterbrechung, und verwirkliche das herrliche Ziel des Lebens, genieße höchste Wonne!

Regeln für Japa

  1. Wähle ein Mantra – am besten das von deinem Guru erhaltene – und wiederhole es 108 bis 1080 mal täglich, das entspricht ein bis zehn Malas.

  2. Benutze eine Rudraksha-Mala (aus Rudraksha-Samen, die Shiva heilig sind) oder eine Tulasi-Mala mit 108 Perlen.

  3. Bewege die Perlen nur mit dem Mittelfinger und dem Daumen der rechten Hand, nicht mit dem Zeigefinger.

  4. Lasse die Mala nicht unterhalb des Nabels hängen. Halte die Hand in Höhe des Herzens oder der Nase.

  5. Man darf die Mala nicht sehen. Bedecke sie mit einem sauberen, täglich gewaschenen Tuch oder Taschentuch.

  6. Gehe nicht über den Meru, die große Perle der Mala. Drehe die Kette um und gehe mit den Fingern rückwärts, wenn du am Meru angelangt bist.

  7. Wiederhole das Mantra eine Zeitlang geistig. Wenn der Geist abschweift, flüstere oder murmele es eine Weile und wiederhole es dann abwechslungshalber laut. Kehre dann so bald wie möglich zur geistigen Wiederholung zurück.

  8. Nimm ein Bad oder wasche Hände, Füße und Gesicht und spüle den Mund, bevor du dich morgens zum Japa hinsetzt. Zu anderen Zeiten ist es nicht unbedingt erforderlich. Übe Japa aus, wann immer du Zeit dafür findest, vor allem während der Dämmerung und des Wechsels der Tageszeiten (morgens, mittags, abends) und vor dem Schlafengehen.

Nach Oben

  1. Verbinde Japa mit dem Atem und meditiere über die Form deiner Gottheit. Stelle ein Bild deiner Gottheit vor dir auf. Vergegenwärtige dir die Bedeutung des Mantras, während du es wiederholst.

  2. Sprich jede Silbe des Mantras richtig, klar und deutlich aus. Wiederhole es nicht zu schnell und nicht zu langsam. Erhöhe die Geschwindigkeit nur dann, wenn der Geist zu wandern beginnt.

  3. Bewahre Stille (Mauna) und vermeide Ablenkungen, Besuche und Verabredungen.

  4. Setze dich mit dem Gesicht nach Osten oder Norden in ein eigenes Meditationszimmer oder an einen anderen geeigneten Platz, zum Beispiel in einem Tempel, an einem Flußufer oder unter einem Affenbrotbaum.

  5. Bitte Gott nicht um weltliche Dinge. Fühle, daß dein Herz gereinigt wird und der Geist durch die Kraft des Mantras, mit der Gnade Gottes, gefestigt wird. Halte dein Guru-Mantra geheim. Sag es niemandem.

  6. Halte dein Guru-Mantra geheim. Sag es niemandem.

  7. Lasse den Strom des Japa geistig auch zu anderen Zeiten weiterfließen, wenn du mit irgendwelchen Arbeiten beschäftigt bist.

Gayatri Mantra

"Wir meditieren über den Ruhm jenes Ishwara,
der das physische, astrale und kausale Universum erschaffen hat,
der das höchste Selbst ist,
der würdig ist, verehrt zu werden,
der die Verkörperung des Wissens und des Lichtes ist,
der alle Sünden und Unwissenheit beseitigt.
Möge Er unseren Intellekt erleuchten."

Nach Oben

Was ist diese Erleuchtung? Normalerweise herrscht Deha-Atmabuddhi, der Intellekt, der die Identifikation mit dem Körper bewirkt, so daß man fälschlicherweise den Körper für die Seele hält. Mit dem Gayatri-Mantra bittet man die heilige Mutter der Veden um einen reinen Intellekt (Shuddha-Sattwa-Buddhi), der erkennt: "Aham Brahma Asmi" – "Ich bin Brahman". Das ist eine nichtdualistische Deutung des Gayatri. Fortgeschrittene Yogaschüler können auch folgende Bedeutung aufnehmen: "Ich bin Das Höchste Licht der Lichter, das Buddhi, den Intellekt, erleuchtet."

Das Gayatri-Mantra besteht aus neun Namen, nämlich 1. Om, 2. Bhuh, 3. Bhuvah, 4. Svah, 5. Tat, 6. Savitur, 7. Varenyam, 8. Bhargah und 9. Devasya. Mit diesen neun Namen wird Gott gepriesen. "Dhimahi" bedeutet Verehrung des Herrn oder Meditation über Gott. "Dhiyo Yo Nah Prachodayat" ist ein Gebet. Das Gayatri hat fünf Pausen, nämlich jeweils bei:

"Om",
"Bhu Bhuvah Svah"
"Tat Savitur Varenyam"
"Bhargo Devasya Dhimahi" und
"Dhiyo Yo Nah Prachodayat",

nach denen man beim Singen oder Wiederholen kurz anhalten sollte.

Savita ist die führende Gottheit des Gayatri-Mantras, Feuer (Agni) seine Öffnung, Vishvamitra ist sein Rishi (Seher) und Gayatri das Versmaß. Dieses Mantra wird zum Beispiel bei der Einweihung heiliger Schnüre, beim Pranayama und beim Japa rezitiert. Gayatri ist dasselbe wie Sandhya (Dämmerung; Name einer Göttin); beide sind identisch. Wer über Gayatri meditiert, meditiert gleichzeitig über Vishnu, den Höchsten Gott des Universums.

Man kann das Gayatri-Mantra im Liegen, Sitzen oder Gehen geistig wiederholen. Es gibt nichts, was man bei der Wiederholung besonders beachten müßte. Man sollte das Gayatri-Mantra zur Verehrung Gottes dreimal täglich an den Übergängen der Tageszeiten wiederholen – morgens, mittags und abends. Das Gayatri-Mantra gilt allgemein für alle Hindus. Gott befiehlt in den Veden: "Ein Mantra sei allen gemeinsam (SamanoMantrah)!"

Daher sollte das Gayatri das eine Mantra für alle Hindus sein. "Das überlieferte geheime Wissen der Upanishaden ist das Wesentliche der vier Veden, während das Gayatri mit den drei Vyahritis das Wesentliche der Upanishaden umfaßt." Wer das Gayatri in diesem Sinne kennt und versteht, ist ein echter Brahmane. Ohne dieses Wissen ist er wie ein Angehöriger einer niederen Kaste, selbst wenn er die Veden gut kennt.

Nutzen der Wiederholung des Gayatri-Mantras

Gayatri ist die Mutter der Veden und Vernichterin der Sünden. Es gibt nichts Reinigenderes im Himmel und auf Erden als das Gayatri. Japa mit Gayatri bringt ebenso gute Früchte wie die Wiederholung aller vier Veden zusammen. Dieses Mantra allein, dreimal täglich wiederholt, führt zum Guten, zur Befreiung. Es ist das höchste Mantra der Veden. Es löst alle Sünden auf. Es verleiht strahlende Gesundheit, Schönheit, Stärke, Kraft, Vitalität und eine strahlende Aura, das Strahlen Brahmans, des kosmischen Absoluten.

Gayatri zerstört die drei Arten des Leidens (Tapa). Gayatri erfüllt die vier Hauptbestrebungen des Menschen (Purushartha), nämlich Dharma (richtiges Handeln), Artha (Wohlstand), Kama (Wunsch-/Sinneserfüllung) und Moksha (Befreiung). Es zerstört die drei Granthis, die Knoten der Unwissenheit, nämlich Avidya (Nichtwissen), Kama (Wünsche) und Karma (Handlung). Gayatri reinigt den Geist, verleiht die acht übernatürlichen Kräfte (Ashta-Siddhis) und macht mächtig und hochintelligent. Gayatri befreit und erlöst vom Rad der Wiedergeburt und des Todes.

Die Wiederholung des Gayatri führt zur Vision Gayatris und schließlich zur Verwirklichung des nicht-dualistischen Absoluten (Advaita-Brahman), der Einheit des Bewußtseins, des Zustandes, in dem das Absolute als alldurchdringende Essenz in allem (Tanmayatva) erlebt wird. Der Aspirant, der anfangs Gayatri um Licht und Erleuchtung gebeten hat, singt dann in überschäumender Freude: "Ich bin jenes Licht der Lichter, das den Intellekt erleuchtet."

Nach Oben

Möge Gayatri, die Segensreiche Mutter der Veden, uns das richtige Verständnis, einen reinen Intellekt, rechtes Verhalten und Denken verleihen! Möge Sie uns bei allen unseren Handlungen führen! Möge Sie uns vom Rad der Wiedergeburten und des Todes erlösen! Ehre Gayatri, der Schöpferin des Universums!

Die Herrlichkeit des Gayatris

(Manu Smriti, 2. Kapitel)

Brahma wählte aus den drei Veden die Buchstaben A, U und M und formte daraus die aus drei Buchstaben bestehende Silbe AUM, zusammen mit der Erd-, Astral- und Kausalebene (Bhu, Bhuvah, Svah).

In seiner unfaßbaren Größe entnahm der Schöpfer den Veden auch die drei Formeln des unbeschreiblichen Savitri- oder Gayatri-Textes, der mit "Tat" beginnt.

Ein zweimal geborener Mensch, der sich von der Masse fernhält und 1000 Mal diese drei, das heißt, OM, die drei Ebenen (Bhuh Bhuvah Svah) und das Gayatri (Tat Savitur Varenyam) wiederholt, wird innerhalb eines Monats selbst von den Auswirkungen großer Vergehen frei – so wie sich eine Schlange häutet.

Die drei großen, unvergänglichen Worte (Bhur Bhuvah Svah), denen Om vorausgeht und denen die drei Ausdrücke des Gayatri nachfolgen, umfassen die Essenz der Veden.

Wer drei Jahre lang täglich ohne Nachläßigkeit diesen heiligen Text wiederholt, wird sich der göttlichen Wesenheit annähern und gestaltlos und frei wie Luft werden.

Die dreibuchstabige Silbe OM (AUM) steht sinnbildlich für das Höchste; das Anhalten des Atems in der Pause mit auf Gott gerichtetem Geist ist höchste Hingabe; nichts ist erhabener als das Gayatri; die Verkündung der höchsten Wahrheit ist wertvoller als Schweigen.

Alle Riten der Veden, Feueropfer und Opferzeremonien sind vergänglich; aber Om ist die unvergängliche Silbe des Absoluten. Alle Worte des Gayatri sollten langsam, unverstümmelt und rein ausgesprochen werden. Man darf bei der Ausübung von Japa keine Eile an den Tag legen. Man kann so viele Purascharanas machen wie man will, aber man muß sie langsam und beständig ausführen.

Alle vier häuslichen Sakramente und die Opferzeremonie zusammengenommen wiegen nicht ein Sechzehntel des Opfers auf, das durch eine Gayatri-Wiederholung dargebracht wird.

Ein Brahmane kann Glückseligkeit erlangen durch die bloße Wiederholung des Gayatri, unabhängig davon, ob er andere religiöse Handlungen ausführt oder nicht.

Chandogya Upanishad

"Wahrlich, die gesamte Schöpfung ist Gayatri. Die Sprache ist Gayatri; durch die Sprache wird die gesamte Schöpfung erhalten. Das Gayatri besteht aus vier Füßen und besitzt sechs Merkmale. Alle Schöpfung ist ein Abbild der Herrlichkeit Gayatris. Brahman, das absolute Wesen von Gayatri, ist wahrlich der Raum, der den Menschen umgibt. Dieser Raum ist derselbe wie im Menschen" (Kapitel 3, Absatz 12).

"Wahrlich, der Mensch ist das Opfer. Die ersten 24 Jahre seines Lebens stellen das Morgenritual dar, denn das Gayatri umfaßt 24 Silben und durch das Gayatri wird das Morgenritual ausgeführt" (Kap. 3, Absatz 16).

Gayatri-Purascharana

Das Brahma-Gayatri-Mantra hat 24 Silben. Daher besteht ein Gayatri-Purascharana aus der 2.400.000fachen Wiederholung des Gayatri-Mantras. Es gibt verschiedene Regeln für Purascharana. Wenn man das Mantra 3.000 Mal täglich wiederholt, sollte man diese Anzahl jeden Tag beibehalten, bis man die vollen 2.400.000 beendet hat. Reinige den Spiegel des Geistes und bereite den Boden für die Aussaat des spirituellen Samens!

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Die Bewohner von Maharashtra lieben das Gayatri-Purascharana. Es gibt in Poona und an anderen Orten Menschen, die es mehrmals ausgeübt haben. Der Gelehrte Madan Mohan Malaviya ist ein Anhänger des Gayatri-Purascharana. Sein erfolgreiches Leben und die Gründung einer großen Hindu-Universität in Benares sind auf sein Gayatri-Japa und die gütige Gnade der Gesegneten Mutter Gayatri zurückzuführen.

Swami Vidyaranya, der bekannte Autor des berühmten Panchadasi, übte Gayatri-Purascharana aus. Während einer Vision der göttlichen Mutter gewährte sie ihm die Erfüllung einer Bitte. Swami Vidyaranya bat: "Oh Mutter! Es herrscht großer Hunger im Dekkan. Laß dort einen Goldregen niedergehen, um das grenzenlose Leid der Menschen zu lindern." Der Goldregen kam. Das ist die Kraft des Gayatri-Mantras.

Nur Yoga-Bhrashtas (Menschen, die in früheren Leben schon große Yogis waren, aber die Selbstverwirklichung dort noch nicht erreicht haben) und Menschen reinen Geistes kommen mit nur einem Purascharana zur Vision Gayatris.. Da heutzutage die Köpfe der meisten Menschen voller Unreinheiten sind, braucht es mehr als ein Purascharana, je nach dem Grad der geistigen Unreinheit. Je unreiner der Geist, desto mehr Purascharanas sind nötig. Der berühmte Swami Madhusudana Saraswati übte siebzehn Purascharanas des Krishna-Mantras aus, ohne die Vision Krishnas zu erleben, weil er in seinen früheren Leben siebzehn Brahmanen getötet hatte. Aber mitten in der achtzehnten Purascharana hatte er die Vision Krishnas. Dasselbe gilt sinngemäß auch für das Gayatri.

Empfehlungen zum Gayatri-Japa

  1. Nach dem Purascharana führe man Havan (eine Opferzeremonie) aus und speise Brahmanen, Mönche und Arme, um die Göttin günstig zu stimmen.

  2. Wer Purascharana ausüben will, soll von Milch und Früchten leben. Das macht den Geist rein und bringt großen spirituellen Nutzen.

  1. Es gibt keinerlei Beschränkungen irgendwelcher Art, wenn man ein Mantra mit selbstloser Hingabe wiederholt, um Befreiung zu erlangen. Beschränkungen (Vidhis) kommen nur auf, wenn man nach weltlichem Nutzen strebt und Japa mit selbstsüchtigen Motiven ausübt.

  2. Wenn man Gayatri-Purascharana am Ufer des Ganges, unter einem heiligen Feigenbaum oder unter den Fünf Skorpionen (Panchavrikshas) ausübt, kommen die Mantra-Kräfte schnell.

  3. Wenn man das Gayatri 4.000 Mal täglich wiederholt, kann man das Purascharana in einem Jahr, sieben Monaten und 25 Tagen beenden. Bei langsamer Wiederholung braucht man dazu mindestens zehn Stunden täglich. Dennoch sollte man täglich dieselbe Anzahl wiederholen.

  4. Während des Purascharana muß man vollkommen enthaltsam leben. Dann kann man leicht die Vision Gayatris erlangen.

  5. Vollständiges Schweigen während des Purascharana ist äußerst vorteilhaft. Wer das nicht einhalten kann, kann eine Woche pro Monat oder nur sonntags Mauna (Schweigen) beachten.

  6. Wer Purascharana ausübt, sollte nicht aufstehen und sich nicht bewegen, bevor die festgesetzte Anzahl Wiederholungen beendet ist.

  7. Zählen kann man mit der Mala, den Fingern oder der Uhr. Man zählt zunächst die genaue Anzahl von Wiederholungen in einer Stunde. Angenommen, man kann das Gayatri-Mantra 400 Mal pro Stunde wiederholen, dann erreicht man in 10 Stunden 10 x 400 = 4.000. Die Konzentration ist höher, wenn man nach der Uhr geht statt dauernd zu zählen.

Es gibt drei Erscheinungsformen von Gayatri – für die Meditation am Morgen, am Mittag und am Abend. Aber viele meditieren den ganzen Tag nur über die fünfgesichtige Gayatri.

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