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Chandogya Upanishad

Anhang I:

Sandilya- Vidya

Sandilya, der große Rishi, machte folgende Enthüllung über das absolute Sein. Vidya bedeutet Meditation, eine Kunst des Denkens über das absolute Ziel. Diese Meditation beginnt mit den Worten: „Alles ist Brahman.“ Diese Vidya ist unter Punkt 14 im 3. Abschnitt der Upanishad enthalten.

Dieses ist ein ganz berühmter Abschnitt der Upanishad. Hier wird beschrieben, wie man auf DAS meditieren sollte, von dem alles kommt, in dem alles bewahrt wird und wohin alles zurückkehrt. DAS, Brahman, ist der Schöpfer, der Erhalter und der Auflöser. Insoweit wie ES die Ursache aller Dinge ist, insoweit ist auch deren Folge in Form der Schöpfung enthalten. Jeder ist eine Folge der Schöpfung. So ist auch jedermann darin enthalten. Es besteht eine Rechtfertigung in der Behauptung, dass alles Absolutes Sein ist. Wenn alle Folgen logisch und natürlich in der Ursache enthalten sind, sollte man in der Lage sein, die Universalität der absoluten Ursache zu schätzen wissen. Diese Ursache besteht nur insoweit wie keine Folge von ihr trennbar ist. Es gibt keine differenzierte Beziehung zwischen der Folge und der Ursache. Es existiert keine Lücke zwischen beiden. Darum ist man auch nicht von der Ursache getrennt. Es gibt weder einen Schnitt noch eine Kluft zwischen dem Universum als Folge und seiner Ursache, d.h. Brahman. Das bedeutet, dass man selbst in diesem Augenblick mit dem Absoluten leibhaftig in einer organischen Beziehung verbunden ist. Die Schwierigkeit bei dieser Meditation liegt darin, dass man als Denker lebendig und organisch mit dem Absoluten Sein verbunden ist, auf das man gleichzeitig meditiert. Man kann es kaum glauben, denn der Verstand weigert sich so zu denken. Man mag an etwas Äußerliches oder an das ganze Universum denken, doch man kann nicht an etwas denken, worin man gleichzeitig involviert ist. Hier streikt das Denkorgan. Es gibt keinen Geist, der sich selbst denken kann.

Aristoteles sagte, dass Gott ein Gedanke sei, der sich selbst denkt. Es ist nur schwer zu verstehen, was das bedeutet. Wie kann ein Gedanke sich selbst denken? Er denkt immer etwas anderes. Darum kann Brahman nicht mit dem eigenen Verstand gedacht werden, und doch wird genau das von der Upanishad so beschrieben. Die höchste Form der Meditation ist sarvam khalvidam brahma. All die Offenbarungen, die man als Individuum sieht, seien sie organisch oder unorganisch, sichtbar oder unsichtbar, wo auch immer sie sich befinden, sind DAS. Nichts außer DAS ist.

Es ist nur schwer hinzunehmen, wenn man sich selbst als Teil des Ganzen, d.h. DAS, mit einbeziehen soll. Der Meditierende ist Teil dessen, worauf man gleichzeitig meditiert. Wie soll man das verstehen? Es bedarf einer genauen psychologischen Vorbereitung und einer enormen Reinheit des Geistes, um diese Anweisung richtig einzuschätzen. Dieses ist keine normale Meditation. Es ist höchst außergewöhnlich, dass man auf sich selbst und nicht auf irgendetwas anderes kontemplieren soll. Dieses ist in der Aussage enthalten, nach der alles in DAS involviert, den Meditierenden eingeschlossen, und nichts auszuschließen ist.

Auf diese Weise sollte man meditieren: sarvam khalvidam brahma, - all dieses ist absolutes Brahman. Wie kann man auf Brahman kontemplieren? Das ganze Universum kam von DAS, wobei man sich sicherlich vorstellen kann, was das ganze Universum ist. Es ist kein anderes DAS aus DAS entstanden. Die Substanz dieser Schöpfung ist die Substanz des Absoluten. Dieses ist ein Aspekt. Der andere Aspekt ist, dass es keinen Unterschied zwischen Ursache und Wirkung gibt. So kann man sich vielleicht vorstellen, wie schwer es ist, diesen Gedanken zu erfassen. Alle Folgen sind auf Grund der Ursache, DAS, wobei sich die Folgen nicht von der Ursache unterscheiden. Die Folge ist mit der Ursache verbunden. Das geschieht selbst jetzt während der Schöpfung, die nur in DAS enthalten ist und irgendwann zu DAS zurückkehrt. Darum gibt es keinen anderen Ort der Existenz, außer DAS. Es gibt nichts anderes als DAS. So sollte man meditieren.

Der Wort kratuh, das in diesem Mantra enthalten ist, hat verschiedene Bedeutungen. Es bedeutet: ein Bemühen des Willens, eine Handlung des Geistes, eine Entschlossenheit im Verstehen und eine Meditation, die man praktiziert. All das kann man unter dem Wort kratuh verstehen. Das ganze Leben ist demnach nichts anderes als ein Wollen. Das ganze Leben lang will man irgendetwas. Das Individuum ist eine Verkörperung der ausgeübten Handlung durch eigenen Willen. Und was auch immer man will, das bekommt oder erreicht man auf Grund der Intensität des Wollens. So wie man sich behauptet, so erfährt man und zu dem wird man. Die eigenen Erfahrungen sind nichts weiter als die eigenen Beteuerungen im Wollen. Man hat vielleicht im vorigen Leben auf etwas sehr eindringlich bestanden, und das führt in diesem Leben zu den Erfahrungen, die man durchlebt. Es sind die Ursachen, die dem einzelnen zugeordnet wurden. Woran man intensiv und fortgesetzt denkt, das bekommt man auch. Und warum sollte man sich sein ganzes Leben lang wünschen Brahman zu werden? Doch wohl, weil man zum Absoluten selbst werden möchte. Welche Art von Gedanken sollte man in seinem Leben pflegen? Welche Beteuerungen sollte man machen? Wie sollte der eigene Wille wirken? Auf diese Fragen muss man nicht näher eingehen, denn das ist offensichtlich. Darum, sollte man seine Zeit damit verbringen, seine Gedanken in Brahman zu absorbieren. Diese Meditation sollte das Leben beherrschen! Die Upanishad macht noch weitere Ausführungen, wie man in seinem Leben meditieren sollte.

Die gesamte mentale Welt ist von diesem Sein durchdrungen. Das Licht des Geistes, das Licht des Verstehens und das Licht der Intelligenz sind das Licht Brahmans. Es scheint durch die Pranas und den Körper verkörpert zu sein. Körper und Pranas als Träger sind die Verkörperung dieses unendlichen Bewusstseins im Kleinen. Und wie bereits zuvor erwähnt, unterscheiden sich selbst diese Folgen nicht von der Ursache, d.h. vom Bewusstsein. Darum unterscheidet sich dieser mentale oder lebendige Körper auch nicht vom Absoluten. Sie bilden lediglich eine Gelegenheit auf Brahman zu meditieren. Vom Einzelnen muss man zum Universalen gehen. Obwohl das einzelne Individuum im Vergleich zum Universalen in seiner Ausdehnung begrenzt ist, so unterscheidet es sich doch nicht vom Universalen. Genauso wie man von einem Wassertropfen auf den Ozean schließen kann, so kann man vom Individuellen das Universale erreichen. Von der Art ist diese Meditation. Der Glanz in seiner Natur und das Licht sind sein Charakter. Die Herrlichkeit des Bewusstseins ist sein Glanz.

Was immer mithilfe dieses Bewusstseins gewollt wird, materialisiert sich sofort. So wurde es im letzten Kapitel der Upanishad bereits beschrieben.

Das Selbst dieses Seins ist so weit ausgedehnt wie der Raum, das Himmelszelt. Es ist kein begrenztes individuales Selbst. Der ganze Raum ist vom Selbst erfüllt. So weit wie sich der Raum ausdehnt, so weit dehnt sich auch dieses Selbst aus, d.h. Brahman. Darum ist ES allumfassend.

Alle Handlungen sind seine Handlungen. ES macht alles. Was auch immer man tut, was auch immer irgendwo geschieht auf irgendeiner Ebene der Schöpfung sind Aktivitäten des Seins. Der Finger Gottes wirkt in all den Phänomenen der Natur. Alle Gedankengänge sind Seine Wege des Denkens.

Alle Wünsche sind letztendlich irgendwie nur Seine Wünsche. Jede Art von Wunsch, von welcher Natur dieser Wunsch auch immer sein mag, ist irgendwie nichts weiter als eine Bewegung des Bewusstseins hin zur Universalität. Dieses Thema wird ausführlich in der Brihadaranyaka Upanishad beschrieben, d.h. wie jeder Wunsch letztendlich ein universaler Wunsch ist. Alles, was man riecht, ist nur eine Aktivität dieses Seins. Auch dieser Punkt wurde schon zuvor erwähnt. Die Objekte sowie die Bedeutung des Erkennens sind beide das Selbst, die einerseits scheinbar als Objekte dastehen und andererseits von subjektiver Natur sind. Alle Geschmäcker, alles, was man mit dem Geschmackssinn berührt, sind ausschließlich Seine Aktivitäten.

Alles ist von DAS durchdrungen und eingeschlossen. Was gibt es darüber hinaus noch? ES schließt alles ein, wie es in der Isavasya Upanishad heißt. Innerlich und äußerlich existiert ES dort als Antaryamin. ES spricht nicht, doch kann ES seine Botschaften überbringen und ist frei von Angriffen und frei von Begierden. ES kennt im eigentlichen Sinne keine Wünsche. ES will nichts ergreifen oder etwas haben, denn ES hat alles. Dieses ist keine Lehre, um irgendwelche Informationen zu geben, sondern eine Meditationsanleitung, ein Weg, wie der Geist bei der täglichen Meditation organisiert werden muss, sodass er nicht von Pontius nach Pilatus läuft oder versucht an viele Dinge zu denken. Die vielen Dinge existieren nicht. Was will der Geist unternehmen, wenn er diese Wahrheit kennt.

Dieses große Sein, das absolute Brahman wohnt im eigenen Herzen so klein und subtil, wie man es sich nicht vorstellen kann. ES ist das Subtilste. ES ist höchst subtil selbst unter jenen, die man sich als äußerst subtil in dieser Welt vorstellen kann. Subtiler als ein Reiskorn oder Hirsekorn bzw. noch subtiler als der Kern dieses Reiskorns, subtiler als ein Senfkorn. Es heißt, dass das Sein im eigenen Herzen wohnt. Bedeutet dieses, dass ES kleiner als ein Senfkorn ist? Nein, denn ES ist gleichzeitig umfassender als die gesamte Schöpfung. Darum muss auf ES in der gleichen Weise als Objekt in seiner Weite wie auch als Subjekt im tiefsten Selbst, das untrennbar mit dem Kosmos verbunden ist, kontempliert werden. Das kleine Ding, um das es hier im eigenen Selbst geht, ist größer als die riesige Erde. ES ist nicht nur so fein wie ein Hirsekorn, sondern auch so groß und weit wie alle Welten, nicht bloß wie diese eine Atmosphäre. ES ist größer als der Himmel. ES ist weit größer als die vierzehn Welten der Schöpfung, die in ihrem Ausmaß nicht fassbar sind. So weit reicht sein objektives Ausmaß, das in seinem Sein unendlich ist, und doch ist ES gleichzeitig in jedem Individuum, wie eine kleine Flamme des Lichts enthalten.

Diese Symbolik dient nur dem Zweck der Kontemplation, denn man muss eine vage Vorstellung davon bekommen, dass ES nicht nur eine unendliche äußere Ausdehnung ist, die als transzendentes Etwas keine Verbindung zum Individuum hat, sondern auch mit dem eigenen Sein identisch ist. Die Upanishads werden nimmer müde, diesen Gedanken in jeden Schüler einzuhämmern, nämlich, dass das absolute Sein beides ist, objektiv unendlich und subjektiv im Selbst jedes Einzelnen existiert. Dieses ist die bedeutendste Meditation beinahe aller Abschnitte in jeder Upanishad. ES ist das weite Unendliche, unvorstellbar für den Geist, und doch steht dem Einzelnen nichts näher als DAS. ES ist auf Grund seiner Unendlichkeit und Weite so weit entfernt wie selbst die entferntesten Horizonte, und doch ist ES so nah, sodass ES nicht vom Einzelnen trennbar ist, denn ES ist Atman selbst.

Der heilige Sandilya verkündete sein großes Wissen: „Dieses große Sein, dessen Handlungen die Handlungen aller sind, dessen Wünsche die Wünsche aller sind, dessen Funktionen durch die Sinne aller wirken, ist in mir und in allen.“

Der Grund, warum Atman als Brahman bezeichnet wird, liegt darin, dass ES das Selbst aller ist. Als das Selbst von jedem wird ES als Atman bezeichnet. Als allumfassendes Selbst wird ES als Brahman bezeichnet. Es ergeben sich Zweifel auf Grund einer örtlichen Zuordnung von Atman, doch sie werden dadurch ausgeräumt, da es das Selbst aller ist. Es ist eine Kontemplation auf das alldurchdringende, universale Selbst. Darum ist Atman im Individuum das überall existierende Brahman, das in allem vorhanden ist.

„Ich bin Brahman!“ – auf diese Weise sollte meditiert werden. Wenn man morgens aufwacht, sollte dieser Gedanke in den Geist kommen. Der Fortschritt im spirituellen Leben kann durch diesen ersten Gedanken am Morgen eingeschätzt werden. Was kommt als Erstes in den Kopf, wenn man erwacht. Das ist die Idee, die den Menschen über den Tag beherrschen und lenken kann. Der bewusste Geist bleibt still und nur die Impulse allein wirken im Tiefschlaf. Diese Impulse bringen bestimmte Ideen hervor, die beim Erwachen in den Kopf kommen. Dabei kann es sich um etwas Weltliches oder um etwas handeln, das mit den täglichen spirituellen Übungen zu tun hat. Es kann sich um etwas Angstvolles oder um freiheitliche Gedanken drehen. Es kann sich auch um Gedanken handeln, die mit dem täglichen Einerlei zu tun haben. Hieraus können sich wiederum Gedanken entwickeln, die sich damit befassen, wie man sein Gedankenspektrum vernünftigerweise richtig ordnet.

In den Upanishads wird beschrieben, wie man den ganzen Tag über in dieser Weise meditieren sollte. So viel Zeit wie möglich sollte dafür aufgewendet werden. Man muss schrittweise zum Zustand des Seins heranwachsen, wenn man alle Zeit in Meditation verbringen will. Häufig haben die Menschen Schwierigkeiten, Zeit zum Meditieren zu finden, weil ihn das tägliche Einerlei ständig beschäftigt. Darum sollte in den frühen Stufen, so heißt es, viel Zeit zur Meditation abgezweigt werden, selbst wenn es nur eine halbe oder dreiviertel Stunde am Tag ist, da es nicht einfach ist, den Geist zu dieser neuen Denkweise zu bringen, und dass alles, was er denkt, mehr oder weniger mit Spiritualität in Verbindung zu bringen ist. Normalerweise bezieht er alles auf das allgemeine Leben im Körper, auf die Sinne und die soziale Existenz, die sich von der Spiritualität unterscheidet. Das ist die Gewohnheit des Denkens, auch wenn diese Art des Denkens nicht richtig ist. Doch darin lebt er und das glaubt er. Darum ist es besonders am Anfang so wichtig, einige Zeit für das Meditieren aufzuwenden, allerdings ohne dabei zu übertreiben. Das Leben eines Spirituellen bedeutet nicht, die Gefühle zu ersticken oder gar den Geist völlig zu unterdrücken. Es geht vielmehr um ein schrittweises Wachsen, wie das Heranwachsen eines Kindes bis hin zum Erwachsenenalter, ohne jegliche Unterdrückung natürlicher Eigenschaften. Man sollte sich mit einem zufriedenen Geist Zeit für die Entwicklung des Geistes nehmen. Späterhin kann man die äußeren Aktivitäten, wie Schlaf oder andere nutzlose Dinge, vorsichtig einschränken. Nutzlos kann sein, ständig ins Kino zu gehen, Discos zu besuchen, andauernd mit Freunden zum Smalltalk zu treffen usw. Diese Dinge sind nicht wesentlich und fallen häufig von selbst ab, sodass nur Wesentliches übrig bleibt. Im fortgeschrittenen Stadium lernt man allmählich, keinen Unterschied mehr zwischen dem allgemeinen und dem spirituellen Leben zu sehen. Das wird wirklich von einem spirituellen Sucher erwartet.

Letztendlich gibt es kein unspirituelles Leben. Dieses wird immer und immer wieder in der Upanishad betont. Auf Grund einer individuellen Einschätzung sieht so aus, dass viele im Leben Dinge unspirituell wären. Die Idee von ‚Ich’ und ‚Mein’ sind die Ursache dieser besonderen Vorstellung, als gäbe es einen Unterschied zwischen einem normalen und einem spirituellen Leben. Mann sollte es allerdings unterlassen Dinge zu tun, die man als völlig unspirituell oder, mit dem letztendlichen Ziel, als nicht vereinbar ansieht. Man sollte auch nichts tun, was für das eigene Leben als vollkommen irrelevant angesehen wird. Man sollte auch jede Form von Niedergeschlagenheit oder Zaghaftigkeit, die man häufig gegenüber unnützer Arbeit empfindet, vermeiden, denn es gibt immer eine Verbindung zwischen der Arbeit und dessen spiritueller Sinnhaftigkeit. Doch die Weisheit liegt im Verstehen, worin diese Verbindung oder der tiefere Sinn liegt. Obwohl es diese Verbindung gibt, ist man nicht in der Lage, das Bewusstsein dafür aufrecht zu erhalten. Wenn dieses Bewusstsein dafür erwacht, betritt man eine Flut einer allumfassenden Annäherung in allen Aspekten des Lebens.

Darum sollte Meditation kontinuierlich praktiziert werden. Wie lange sollte man diese Kontinuität aufrechterhalten? Man muss solange immer wieder meditieren, bis man Selbstverwirklichung erreicht hat oder stirbt, was auch immer früher eintritt. Wer auch immer dieses Vertrauen aufbringt, von dem hier die Rede ist, wird ES ganz sicher erreichen. Man sollte darin nicht wankelmütig werden. Es sollten keine Zweifel gehegt werden. ‚Bin ich reif dafür?’ ‚Werde ich ES erreichen?’ ‚Was ist gut daran?’ Diese Art der Selbstzweifel sollten nicht zugelassen werden. ‚Ich muss ES erreichen.’ ‚Ich mache mein Bestmögliches.’ ‚Ich verwende alle Kraft darauf, um meine Möglichkeiten auszudehnen.’ ‚Ich tue meine Pflicht.’ Solch ein zweifelfreies Verhalten sollte man ständig an den Tag legen, ein Leben lang. Wer dieses unerschütterliche Vertrauen hat, wird ES sicherlich erreichen. Darüber gibt es keinen Zweifel. Das lehrt die ganze Upanishad und wird in diesem Abschnitt von Sandilya Vidya geballt ausgedrückt. Obwohl dieser Abschnitt nur kurz ist, so enthält er doch alles Wesentliche.

Die Bedeutung dieser Vidya, Meditation, ist sehr tief greifend. Je mehr man darüber nachdenkt, desto umfassender und tiefer ist deren Bedeutung, die man in ihr entdecken kann. Je tiefer man in diese Meditation eintaucht, desto besser kann man diese Bedeutung herausfinden. In der Sandilya-Vidya findet man das ganze Thema der Upanishad für das tagtägliche Verhalten des Geistes hinsichtlich Spiritualität und Gottes-Bewusstsein eingebunden.

Diese Vidya beinhaltet durch verschiedene Prozesse am Anfang die Ausrichtung des Geistes innerlich wie äußerlich und erfasst schließlich das allumfassende Brahman, d.h. die Wirklichkeit in seinen simultanen dualen Aspekten der Universalität und Individualität.

In einer Passage der Satasloki wird von Acharya Sankara auf diese Vidya hingewiesen. Er erwähnt, wie sich das Bewusstsein schrittweise von der Ebene der individualen hin zur universalen Perspektive verändert. Es ist nicht einfach, die Bedeutung der Aussage von Acharya Sankara zu verstehen, da man den Unterschied zwischen der Individualität und Atman nicht verstehen kann, auf den man sich hier bezieht. Beide werden immer wieder vermischt. ‚Atman bin ich selbst’, und man weiß sehr wohl genau, was man mit dem Wort ‚bin ich selbst’ bzw. ‚mein’ sagt, ausdrückt oder meint. Es ist eine eingefleischte Gewohnheit im Sinne des Körpers zu denken. Was auch immer es ist, was mit Individualität assoziiert wird, wird sofort in der Meditation identifiziert. Der Kern im Menschen, das Wesenhafte des Menschen, muss bei dieser Meditationstechnik vom Körper, der man ist, getrennt werden. Am Anfang steht das Bewusstsein, dass man selbst alles ist. Dieses ist nicht nur eine Aussage, die sprachlich bzw. grammatikalisch begründet ist, sondern eine Sache der Erfahrung. Die eigene lokale Position in all den Dingen neben dem eigenen Körper wird im fortgeschrittenen Stadium dieser Meditation zur Offenbarung. Hier einige Beispiele, wie es geschieht:

Es ist so etwas wie der Raum in einem Topf, der realisiert, dass er überall ist. Man vergleiche sich selbst mit einem kleinen Raum im Wasserglas, der plötzlich feststellt, dass er sich nur innerhalb und nicht außerhalb des Wasserglases befindet, doch außerhalb befindet sich für ihn ein Objekt. Er muss sich selbst zur Nicht-Dualität erheben, um die Gemeinsamkeit zwischen seinem und dem Raum außerhalb zu erreichen. Das ist, vage ausgedrückt, die Bedeutung, die Acharya Sankara dabei vielleicht durch den Kopf ging. ‚Ich bin alles’, der Raum im Wasserglas erkennt, dass er der Raum überall ist. Das heißt nicht, dass man durch die eigene Vorstellungskraft zum Überall-Raum wird. Es ist ein Heben des Bewusstseins, dass die Wand rings herum, d.h. das Wasserglas, nicht die alldurchdringende Natur begrenzen kann.

Dann kommt die Verwirklichung. Es ist nicht nur das ‚Ich’, das zu allem wird, sondern jeder und jedes, alles ist ein und dasselbe. Das Selbst in mir ist nicht nur in mir allein. Jeder kann gleichermaßen von sich behaupten: ‚Ich bin Brahman’. Dieses ist eine größere Verwirklichung, sagt Sankara. Es ist ein Erheben von der individuellen Beschränkung hin zur kosmischen Wirklichkeit des eigenen Wesens, mit einem simultanen Bewusstsein der Identität eines jeden Selbst, die so genannte Vielfalt des Selbst aus dem einzigen Selbst. Die Gesamtheit allen Selbst’ in verschiedenster Vielfalt erhebt sich zu dem einzigen allumfassenden Brahman. Dieses ist der tatsächliche Sinn der Meditation, die Sandilya-Vidya genannt wird.


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