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Göttliche Erkenntnis


Ramayana

Ramayana

Das Ramayana von Valmiki ist vielleicht das älteste und herrlichste Epos der Welt. Es ist wird als Adikavyam - das erste Gedicht - bezeichnet. Das Ramayana übt eine sehr stark formende Kraft auf das Leben des Menschen aus. Es enthält Schulbeispiele für Ehegatten, Eltern und Kinder, Geschwister, Freunde und Feinde.

Sein Ursprung

Valmiki fragte einmal Narada: »Oh verehrungswürdiger Rishi ! Sage mir bitte, ob es auf der Welt einen vollkommenen Menschen gibt, der sowohl tugendhaft als auch mutig ist, pflichtgetreu, wahrhaft, edel, pflichtbewußt und König für alle Wesen.«

Narada antwortete: »Einen solchen gibt es, es ist ein Prinz aus der Ikshvaku Linie mit dem Namen Rama. Er ist tugendhaft, mutig, sanft und weise. Er ist ein großer Held. Er liebt seine Untertanen sehr. Er schützt Dharma. Er ist fest und unerschütterlich. Er ist gerecht und aufgeschlossen. Er kennt die Veden sehr gut und ist auch in der Waffenkunst bewandert. Er ist einzigartig im Besitz von Tugenden und beispiellos an Schönheit. Er ist ein gehorsamer Sohn, ein liebevoller Bruder, ein zärtlicher Ehemann, ein vertrauensvoller Freund, ein idealer König, ein barmherziger Feind und ein Mensch, der alle Wesen liebt. Alle Menschen lieben ihn.«

Valmiki ging über diese Beschreibung nachsinnend am Ufer des Tamasa Flusses entlang. Zufällig sah er ein Kraunchapaar (Vögel), das liebevoll miteinander spielte. Plötzlich wurde das Männchen von einem grausamen Vogelfänger erschossen, und das Weibchen, das sah, wie ihr Gefährte sich schmerzverzerrt am Boden wälzte, klagte lauthals voller Mitleid. Der Weise fühlte tiefes Mitleid angesichts des getöteten Vogels und seiner trauernden Gemahlin und rief: »Niemals, Oh Vogelfänger, sollst du Ruhe finden, da du einen Krauncha durch den Tod aus seiner Liebe gerissen hast.« Diese Worte stieß er spontan in musikalischer Versform aus, und jeder Vers hatte vier Versfüße zu je acht Silben (Anushtup Versmaß).

Da erschien Brahma, der Weltenschöpfer, selbst vor dem Dichter und sagte: »Singe die bezaubernde Geschichte von Rama in demselben melodiösen Versmaß. Solange diese Welt besteht, und solange die Sterne am Himmel erstrahlen, solange soll dein Gesang unter den Menschen Verbreitung finden.« Mit diesen Worten verschwand Brahma. Er inspirierte den Dichter mit dem Wissen über Shri Ramas ganze Geschichte, worauf sich Valmiki zur Meditation hinsetzte und jedes Ereignis in der Geschichte Shri Ramas in allen Einzelheiten in seiner yogischen Sicht sah. Dann begann er das Ramayana zu schreiben. Die Melodie des Ramayana floß aus einem Herz der Liebe und des Mitgefühls für den verwundeten Vogel. Auf das Ramayana bezogen kann der Vers Valmikis, den er aus Mitleid für den Krauncha gesungen hatte, folgendermaßen gedeutet werden: Shri Rama und Sita sind die zwei Kraunchas. Ravana ist der grausame Jäger. Sita wurde vom grausamen Jäger Ravana brutal von Rama getrennt. Es besteht eine leichte Ähnlichkeit in den beiden Fällen. Der grausame Akt des Jägers war ein Vorläufer für Valmikis Inspiration, das Ramayana zu erzählen.

Valimikis Ramayana umfaßt 24000 Verse, die in 500 Kapitel zusammengefaßt sind, und diese wiederum in sieben Kandas oder Teile, nämlich Bala, Ayodhya, Aranya, Kishkindha, Sundara, Yuddha und Uttara Kanda. Es enthält echte klassische Sanskrit Dichtung. Ramas junge Söhne, Kusa und Lava, waren die ersten, die es der Welt erzählten und dieses berühmte Werk zur Musik sangen. Sie kamen im Asketenkleid von der Einsiedelei ihres Lehrers Valmiki und sangen das wunderbare Gedicht in Gegenwart ihres Vaters und anderer Helden der Geschichte.

Das Ramayana ist ein wunderbares Buch, das die Essenz aller Veden und heiligen Schriften enthält. Es ist ein Schatz für die Menschheit. Es ist ein Reservoir, das den Nektar der Unsterblichkeit enthält. Es zeichnet den Charakter eines Sohnes, der auf den Thron, die Sinnesfreuden und die Welt verzichtet, um das Wort seines Vaters zu erfüllen, und vierzehn Jahre lang im Wald lebt. Es veranschaulicht die Person eines Vaters, der den heißgeliebten Sohn ins Exil schickt, um sein Wort zu halten. Es zeichnet das Bild einer idealen, keuschen Gattin, die ihrem Mann bis zum Ende ihres Lebens ergeben ist, seine Schwierigkeiten teilt, ihm im Wald unermüdlich dient, und die ihren Mann auch als Gott sieht. Vor allem zeigt es auch die Person des Bruders, der brüderliche Liebe über alles andere auf dieser Welt stellt, seinem Bruder in den Wald folgt, alle Freuden des Palastes zurückläßt und ihm am Weg vorangeht, um alle Gefahren abzuwenden. Die Naturbeschreibung im Ramayana ist erhaben und wunderschön. Man kann tatsächlich fühlen, daß die Hügel, Flüsse, Bäume und Vögel eins sind mit menschlichen Freuden und Sorgen. Die Beschreibung der Kampfszenen ist wunderbar. Das Hauptmerkmal des Ramayana ist Schlichtheit. Pathos und Zartheit ziehen sich durch die gesamte Dichtung. Dichtung und Moral sind wunderschön verbunden. Es liegt Leichtigkeit im Ton der Moral. Das Ramayana hat eine historische Basis. Es ist ein Buch der Alten. Es ist nicht nur ein allegorisches Gedicht. Es ist ein herrliches inspirierendes Buch für alle Zeiten, das über Jahrhunderte hinweg für das Schicksal von Millionen von Menschen von großer Bedeutung war, und es sicherlich in den nächsten Zeiten weiter sein wird.

Die Synopse der sieben Kandas

Im Bala-Kanda werden die Inkarnation Shri Ramas und seine Kindheit beschrieben. Rama hilft Visvamitra, indem er über sein Opfer wacht.Er tötet die Menschenfresserinnen Tataka und Subahu. Er befreit Ahalya von ihrem Fluch. Er zerbricht Shivas Bogen, heiratet Janaki und vernichtet den Stolz von Parasurama.

Im Ayodhya-Kanda werden Vorbereitungen getroffen, um Rama als gesetzlichen Thronerben einzusetzen. Seine Stiefmutter Kaikeyi stellt sich dagegen und schickt ihn für vierzehn Jahre ins Exil. Ramas Bruder Lakshmana und seine Frau Sita folgen ihm. Raja Dasaratha (der Vater) ist wegen der Trennung von Rama sehr betrübten Herzens und stirbt vor Gram. Rama, Lakshmana und Sita werden von Guha, einem Jagdherrn, gastlich aufgenommen. Sie überqueren den Ganges und treffen Rishi Bharadvaja. Auf Anraten des Rishis gehen sie nach Chitrakuta. Dort errichten sie eine Hütte aus Gras und Blättern (Parna Kutir). Dann kommt Bharata (ein anderer ergebener Bruder) in den Wald, besteht darauf, daß Rama in sein Land zurückkehrt und nimmt schließlich nur Ramas Sandalen mit. Er legt die Sandalen auf den Thron und regiert das Königreich im Namen Shri Ramas. Bharata selbst lebt in Nandigrama.

Im Aranya-Kanda greift Viradha, ein Riese, Rama und Lakshmana im Dandaka Wald an. Rama tötet ihn. Danach statten sie den Rishis Sarabhanga, Sutikshana und Atri einen Besuch ab. Anasuya, die Frau von Atri, hält Sita einen inspirierenden Vortrag über die Pflichten einer Gattin. Dann treffen sie Rishi Agastya. Rama erhält von ihm himmlische Waffen. Sie treffen auf die Riesin Surpanakha im Panchavati Wald. Sie wird von Lakshmana verunstaltet. Lakshmana schneidet ihr Nase und Ohren ab. Khara und Trisiras (zusammen mit vierzehntausend Riesen), die Brüder von Surpanakha, sind sehr erzürnt. Sie kämpfen gegen Rama. Sie werden im Kampf getötet.

Surpanakha geht nach Lanka und beklagt sich bei ihrem Bruder Ravana. Nach dem Plan von Ravana nimmt Maricha, ein Onkel von Ravana, die Gestalt eines goldenen Hirschen an und erscheint vor Sita, Rama und Lakshmana. Sita bittet Rama, den Hirsch für sie zu fangen. Rama geht daran, den Hirsch zu fangen und tötet ihn. In der Zwischenzeit entführt Ravana Sita während der Abwesenheit von Rama und Lakshmana. Jatayu, der König der Geier, fordert Ravana heraus, aber er wird tödlich verwundet. Rama erfährt alles über Sita vom sterbenden Jatayu. Er ist sehr betrübt. Darauf töten Rama und Lakshmana Kabhanda am Pampa See. Dann treffen sie die fromme Sabari. Sie bietet ihnen mit großer Hingabe Wurzeln und Früchte an.

Im Kishkindha-Kanda trifft Rama Hanuman an den Ufern des Pampa. Sie gehen zum Berg Rishyamuka und treffen ein Abkommen mit Sugriva. Sugriva tötet Vali mit Ramas Hilfe. Sugriva wird als König von Kishkindha gekrönt. Rama tröstet Tara, die Frau von Vali. Dann macht sich Hanuman mit einer Gruppe von Affen auf die Suche nach Sita. Er nimmt Ramas Ring als Erkennungszeichen mit sich. Er sucht sehr angestrengt, kann aber Sita nicht finden. Jambavan (der König der Bären) findet Sampati, den Bruder von Jayatu, in einer Höhle, und dieser teilt ihnen die Tatsachen mit. Hanuman steigt unter seiner Anleitung auf den Gipfel eines Hügels und springt von dort über das Meer nach Lanka.

Im Sundara-Kanda werden die Unternehmungen Hanumans beschrieben. Während seiner Luftfahrt lädt Mainaka, ein Hügel auf einer Insel, auf Bitte des Meeres Hanuman ein, auf seinem Gipfel auszuruhen. Danach zieht ihn Simhika, ein weibliches Meeresungeheuer, nach unten, indem es seinen Schatten erfaßt. Hanuman tötet sie. Dann sieht er Lanka aus der Entfernung und betritt bei Nacht die Stadt. Er findet Sita im Asoka Hain. Er gibt ihr das Erkennungszeichen Ramas und eine Botschaft. Hanuman zerstört den Asoka Hain. Die Rakshasas nehmen Hanuman gefangen. Hanuman befreit sich und legt Feuer in Lanka. Er kehrt an den Aufenthaltsort Ramas zurück und gibt Rama Sitas Schmuckstück. Rama ist hocherfreut, als er Sitas Erkennungszeichen und ihre Botschaft erhält.

Im Yuddha-Kanda, baut Nala (einer der Anführer der Affen) auf Anordnung des Ozeans eine Brücke über das Meer. Die Helden überqueren mit einer großen Affenarmee den Ozean und kommen nach Lanka. Vibhishana (der Bruder von Ravana) stößt zu ihnen und sagt ihnen, wie sie Ravana und seine Armee zerstören können. Kumbhakarna, Indrajit und Ravana werden im Kampf getötet. Im Kampf verwenden sowohl die Partei Ramas als auch jene Ravanas Astras, mit Mantras aufgeladene Waffen. Rama schleudert ein Astra auf die Partei Ravanas. Alle Rakshasas erscheinen als Rama. Sie töten sich gegenseitig. Ravana schleudert Nagastra auf Rama (einen Pfeil, der zur Giftschlange wird). Die Pfeile haben Schlangenmäuler und speien Feuer um sich. Dann schleudert Rama Garudastra. Der Pfeil wird zu Garunda und trennt die Schlangenpfeile an allen Seiten ab. Garudas sind Feinde der Schlangen. Rama verwendet Brahmastra, um Ravana zu töten. Sita wird gerettet. Sitas Ehre wird im Feuer geprüft. Sie entsteigt ihm glorreicher und strahlender denn je. Vibhishana wird dann zum König von Lanka gekrönt. Shri Rama kehrt mit seiner Partei im fliegenden Wagen namens Pushpaka nach Ayodhya zurück. Rama wird zum Kaiser gekrönt. Die Menschen in seinem Königreich sind überglücklich.

Im Uttara-Kanda wird die Herrschaft Ramas als Rama-Rajya beschrieben. Überall herrscht Rechtschaffenheit. Überall ist Fülle und Wohlstand. Es gibt weder Krankheit noch Sorge. Es gibt weder Schurken noch Diebe. Leben und Eigentum sind völlig sicher. Die vier Varnas erfüllen ihre Dharmas wie es sich geziemt. Shri Rama kehrt nach langer und gedeihlicher Herrschaft an Seinen erhabenen Sitz (Saketa Puri oder Dhama) zurück.

Die esoterische Bedeutung des Ramayana ist folgende: Ravana stellt Ahankara, das Ichdenken, dar. Seine zehn Köpfe sind die zehn Sinne. Die Stadt Lanka ist die neuntorige Stadt des physischen Körpers. Vibhishana entspricht dem Verstand. Sita ist Friede.

Rama ist Jñana (Weisheit). Den zehnköpfigen Ravana zu töten heißt, das Ichdenken zu töten und die Sinne zu bezwingen. Sita wiederzuerlangen bedeutet, den Frieden zu finden, den der Jiva (das Individuum) aufgrund von Wünschen verloren hat. Jñana zu erlangen heißt, den Darsan von Rama, dem Höchsten Selbst zu haben.

Wer dieses Meer von Moha überquert und die Rakshasas - Raga und Dvesha (Zu- und Abneigungen) - zerstört, ist ein Yogi, der mit Santi, Frieden, vereint ist, immer im Atman ruht und ewige Freuden genießt. Shri Rama steht für das ‘Gute’ (Sattva); Ravana für das ‘Böse’. Shri Rama und Ravana kämpften gegeneinander. Schließlich blieb Shri Rama siegreich. Das Positive überwindet immer das Negative. Das Gute triumphiert immer über das Böse.


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