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Wieder in Dacca

Ständig wurde Ma eingeladen, nach Dacca zu kommen. Im Winter 1935 fuhren Ma, Bholanath und einige andere für ein paar Tage nach Tarapeeth, von wo sie im Dezember nach Dacca weiterreisten. Ma war fast dreieinhalb Jahre nicht dort gewesen. Die Devotees waren außer sich vor Freude und bereiteten ihr einen stürmischen Empfang. Nach langer Zeit saß Ma wieder auf den Grünflächen von Ramna und sprach mit Besuchern. Die Verwandlung der Hausfrau in eine spirituelle Führerin und Lehrerin war vollendet, und doch blieb sie die vertraute Ma von Dacca.
      Während Ma mit den Umsitzenden sprach, kam der Verwaltungschef der Universität von Dacca, Khan Bahadur Nasiruddin Ahmed, auf seinem üblichen Spaziergang in der Nähe vorbei. Nagendranath Datta, der Herausgeber der East Bengal Times, ging zu ihm und lud ihn ein, sich dazuzusetzen und Ma‘s Bekanntschaft zu machen. Als er auf die Gruppe zukam, sagte Bhupati Babu: »Ma, er ist ein Moslem.« Sie lächelte und erwiderte: »Ich bin auch ein Moslem.«
      Nach der Begrüßung fragte Khan Bahadur einen der Devotees: »Wenn Ma Frieden erlangt hat, warum reist sie dann herum?« Wahrscheinlich hielt er es für unhöflich, sie direkt anzusprechen, aber Ma antwortete selbst: »Wenn ich an einem Ort bliebe, könnte man dieselbe Frage stellen, nicht wahr?« Dann lächelte sie ihr unnachahmbar anmutiges, bezauberndes Lächeln und sagte mild: »Weißt du, Baba, ich bin ein sehr ruheloses kleines Mädchen! Ich kann nicht an einem Ort bleiben. Das ist eine Antwort. Aus einem anderen Blickwinkel kann ich sagen, daß du es bist, der mich von Ort zu Ort reisen siehst. In Wirklichkeit bewege ich mich überhaupt nicht. Wenn du zu Hause bist, sitzt du nicht immer in einer Ecke, oder? Nein, du gehst frei im ganzen Haus herum, und bleibst doch daheim. Ebenso wandere ich in meinem eigenen Haus herum - ich bin immer zu Hause!«
      »Du hast Frieden gefunden. Wir sind unzähligen Zerstreuungen ausgesetzt. Warum bist du nicht großzügig und gibst uns etwas von deinem Frieden ab?«
      »Im selben Augenblick, wenn du verzweifelt ausrufst: ›Herr, wie finde ich Frieden‹, bist du bereits auf dem Weg dazu.«
      Ma sagte das so spontan und humorvoll und unterstrich es mit einer so beredten Handbewegung, daß alle in Lachen ausbrachen. Dann sagte Ma ernst: »Wenn du mit friedlosen Dingen zusammenlebst, wie kannst du dann auf Frieden hoffen? Man wird beeinflußt von den Dingen in seiner Umgebung. Wenn du nahe an einem Feuer sitzt, fühlst du die Hitze. Wenn du inmitten von Zerstreuungen lebst, wie soll dann Friede auf dich niedersinken? Das heißt nicht, daß jeder sich aus der Welt zurückziehen und in Waldeinsiedeleien Frieden suchen sollte. Aber du kannst in dein Leben etwas einbeziehen, was von friedvoller Natur ist. Wo du auch bist, solltest du in der Gesellschaft dessen leben, was Frieden gibt. Ich sage dir, habe immer Gott im Sinn. Gott allein ist Frieden. Ob du ihn Khuda oder Kali nennst, spielt keine Rolle, denn es gibt nur Einen. Das wirklich Wichtige ist, beharrlich zu sein. Unablässige Beharrlichkeit führt den Perspektivwechsel herbei, der dich im Frieden festigen wird.
      Friede kann sowohl im weltlichen Leben als auch in der Abgeschiedenheit erlangt werden. Du sagst, ich hätte Frieden gefunden und solle anderen davon abgeben. Darauf sage ich dir, daß ich ein kleines Kind bin, und ihr alle seid meine Eltern. Nehmt mich als solches an und gebt mir einen Platz in euren Herzen. Wenn ihr mich ›Mutter‹ nennt, haltet ihr mich auf Distanz. Mütter muß man ehren und respektieren. Aber ein kleines Mädchen muß man lieben und umsorgen; alle haben es von Herzen lieb. Dies ist meine einzige Bitte an euch, gebt mir einen Platz in euren Herzen.«
      Ma’s leicht und lächelnd gesprochene Worte gingen jedem nahe. Eine feierliche Stimmung hatte sich verbreitet. Es gab keine weiteren Fragen, sondern nur noch Frieden und Stille. Nach einer Weile erhob sich Ma und beendete das Treffen.
      Sie kehrte in die nördlichen Regionen Indiens zurück.

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