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Die Natur des Geistes

  1. Der Geist ändert sich nicht nur einmal am Tag; jede Minute ändert er seine Farbe und Form.
  2. Die Dinge, die wir um uns sehen, sind nichts als Geist in Form und Substanz – Manomatra Jagat – der Geist erschafft, der Geist zerstört.
  3. Durch das Spiel des Geistes mit den Objekten erscheint Nähe als große Distanz und umgekehrt. Der Geist hat die Fähigkeit, in einem einzigen Augenblick die Welt zu erschaffen oder zu zerstören.
  4. Nicht alle Dinge in dieser Welt sind miteinander verbunden. Nur durch den Geist werden sie assoziiert und miteinander verbunden.
  5. Der Geist gibt den Dingen ihre Farben, Formen und Eigenschaften. Er nimmt die Form der Dinge an, über die er intensiv nachdenkt.
  6. Freund und Feind, Tugend und Sünde existieren nur innerhalb des Geistes. Jeder Mensch schafft sich aus seiner eigenen Vorstellungskraft heraus eine Welt aus Gut und Böse, Glück und Unglück.
  7. Gut und Böse, Glück und Unglück kommen nicht aus den Objekten. Sie entstammen den Denkgewohnheiten des Geistes.
  8. In der Welt gibt es nichts Schönes und Angenehmes. Es ist nur deine Einbildung, die es so erscheinen lässt.
  9. Die Konzentration reift mit der Zeit zur tiefen Meditation und zu Samadhi, dem überbewussten Zustand, heran.
  10. Meditation ist nur eine verlängerte Konzentration. Meditation ist wie das Fließen von Öl, wenn man es von einem Gefäß mit einem gleichmäßigen, ununterbrochenem Guss  in ein anderes umfüllt.
  11. Zu Beginn bedarf die Meditation einer Anstrengung. Später wird sie eine Gewohnheit, die einem Wonne, Glück und Frieden schenkt.
  12. Nur wenn du die vorbereitenden Schritte von Yama (erstes Glied der 8 Stufen der Meditation nach Patanjali; moralisch ethische Grundsätze) und Niyama (das zweite Glied; Disziplin und Regeln im Umgang mit sich selbst) geübt hast, wirst du den vollen Nutzen der Meditation erlangen.
  13. Ist der Geist nur auf einen Punkt konzentriert, so kann es in ihm stets nur einen Gedanken geben. Dieser Gedanke kann den Geist erst verlassen, wenn ein neuer Gedanke eintritt.
  14. Auch wenn du noch so intellektuell veranlagt bist, wirst du, wenn du mit der Meditation anfängst, nicht ohne ein Bild oder ein Symbol auskommen.
  15. Wer intensiv und ohne Verhaftung übt, wird in der Meditation schnell zum Erfolg kommen.
  16. Meditation ist ein positiver, vitaler und dynamischer Prozess, der den Menschen zum Göttlichen führt.
  17. Durch regelmäßige Meditation wirst du eine feste, uneinnehmbare Burg in dir erschaffen. Dann können dir die Illusionen der Welt nichts mehr anhaben.
  18. Meditation ist der Schlüssel zur Intuition.
  19. Meditation ist der Schlüssel zur Entfaltung des Göttlichen Prinzips, das sich in allen Namen und Formen verbirgt.
  20. Meditation ist der Schlüssel zur spirituellen Erleuchtung.

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Des Meisters Liebe zum selbstlosen Dienst:

Einmal zeigte der Meister einem Besucher während eines Gespräches einige Federhalter, Notizbücher und Uhren.
„Die Leute sagen, ein Sannyasin sollte solche Dinge nicht besitzen“, bemerkte er und tippte spielerisch auf eine Tischglocke. „Ich habe aber eine andere Auffassung. In Wirklichkeit  geht es um selbstlosen Dienst. Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit für das Wohl der Menschheit. Halte die Werkzeuge – den Körper und den Geist – für diese Arbeit in Form. Ich bin ein anderer Typ von Sannyasin. Ich liebe es, zu dienen. Die Leute stellen sich immer vor, ein Sannyasin müsste immer ernst sein und so dasitzen (der Meister schloss die Augen und setzte sich kerzengerade hin), sonst glauben sie nicht, dass er ein Weiser ist. Ich bin aber anderer Meinung. Arbeit sollte deine Meditation sein. Dies ist meine Methode.“

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Tue es jetzt!:

Am 11. Juli 1950 stellte ein Schüler dem Meister eine Aspirantin vor.
„Dies ist Banibai, Swamiji, sie praktiziert seit 20 Jahren Harikatha Kalakshepam (Kunst des improvisierten Geschichtenerzählens mit Musik, Rhythmus und Darstellung der Dialoge) in Südindien. Sie möchte gern hier einen Kalakshepam abhalten...“
Der Meister wartete gar nicht erst, bis sein Schüler ausgesprochen hatte.
„Oh ja! Ich werde für heute Abend alles arrangieren. Sie muss hier einfach einen Katha abhalten. Hier ist der heiligste Ort am Ganges. Eine seltene Gelegenheit. Es wird uns alle erheben und inspirieren.“
Der Schüler zögerte: „Aber Swamiji, heute Abend müssen wir schon wieder abreisen.“
„Dann muss ich es jetzt gleich vorbereiten!“, bestimmte der Meister und schon rief er: „Rajagopaliji, läute die Glocke. Rufe Palji, damit er die Tabla (indisches Perkussionsinstrument; besteht aus zwei Trommeln) für uns spielt. Holt das Harmonium und die Tanpura (indisches Saiteninstrument). Ruft alle zusammen. Purashottam, bring uns Süßigkeiten und schwarzen Pfeffer...und hol Wasser. Vishwanath, rolle die Teppiche aus. Ruft auch die Nachbarn zusammen. Nityanandaji, bereite etwas Prasad vor, damit wir es nach der Katha verteilen können.“
Bereits fünf Minuten später begann Banibai mit der Katha Kalakshepam!

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Perfektion:

Am 3. August 1956 legte der Meister den Grundstein für eine Markthalle in Rishikesh. Nachdem er zu seiner Hütte zurückgekehrt war, diskutierten einige seiner Schüler über die Art und Weise, wie er den Grundstein gelegt hatte. Die Mehrheit von ihnen war der Meinung, er hätte den Grundstein nur symbolisch legen, die Mühe der Maurerarbeit aber nicht auf sich nehmen sollen.
„Swamiji, wenn bedeutende Bürger den Grundstein für ein Gebäude legen, dann geben sie normalerweise nur symbolisch etwas Zement auf einen Stein.“
„Ich bin aber kein bedeutender Mann“, erwiderte der Meister und erläuterte ihnen seine Sichtweise der Dinge. „Wir sollten alle unsere Verrichtungen aus vollem Herzen, mit ganzer Seele und einem Höchstmaß an Perfektion tun. So wie das Sprichwort lehrt: ‚Auch wenn die Tote nur eine Putzfrau war, so sollte der Leichenzug doch mit Würde schreiten.’
Wenn ich also für kurze Zeit Maurer bin, dann sollte ich diese Arbeit gut und zu meiner Zufriedenheit erledigen. Für mich gibt es keine formalen Arbeiten. Jede Arbeit, die mir zugedacht wird, tue ich, so gut ich kann.“

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Die Pflege der Kranken:

Eines Abends, es war im Winter des Jahres 1949, kam der Meister nach dem Abendsatsang aus der Bhajanhalle.
„Hast du bei Balammal noch einmal Fieber gemessen?“, fragte er einen Ashram-Mitarbeiter. Dieser verneinte.
Sogleich ging der Meister auf das Zimmer der Patientin. Dort angekommen, richtete er alles für die Bedürfnisse der Patientin her und verließ den Raum nicht eher, bis nicht jedes noch so kleine Detail den Erfordernissen entsprach.
Später erklärte er dem Ashram-Mitarbeiter: „Wenn du jemanden pflegst, so versetzte dich immer selbst in die Lage des Patienten. Das ist der beste Weg, um alles richtig zu machen. Wenn du nur vom Standpunkt des Arztes her denkst, vernachlässigst du vielleicht einiges.
Was wären also die Dinge, die du in einer solchen Lage bräuchtest? Siehe zu, dass dies alles dem Patienten zugänglich ist. Du musst dich in den Geist des Patienten hineinversetzen. Erst so dienst du den Menschen wirklich.“
Und so fuhr er mit seinen Anweisungen fort: „Es muss eine Bettpfanne da sein. Das ist besonders wichtig gerade bei älteren Patienten wie dieser Frau. Auch eine Lampe, Streichhölzer, ein Eimer Wasser und ein Trinkglas sollten nicht fehlen. Diese Gegenstände müssen so hingestellt werden, dass der Patient sie ohne große Mühe erreichen kann. Ganz besonderer Sorgfalt bedarf das Herrichten des Bettes. Jede Nachlässigkeit in dieser Hinsicht wird dem Patienten das nützlichste und wirkungsvollste Heilmittel der Natur – den Schlaf – vorenthalten. Es genügt einfach nicht, das Bett nur halbherzig herzurichten, denn was einem gesunden Menschen vielleicht nur ein leichtes Unbehagen bereiten würde, wäre für einen Kranken eine entsetzliche Zumutung. Vergiss das nie.“

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Nur nichts übereilen!:

Einmal wollten einige Ashrambewohner einem Mitbewohner den letzten Dienst erweisen. Ramananda war sein Name; er war für tot erklärt worden.
Als der Meister dazu kam, sah er die Ruhe auf dem Gesicht des Besagten und er rief: „Nur nichts übereilen! Gebt ihm zuerst künstliche Beatmung und einige Injektionen. Lasst uns sicher sein, dass er nicht nur ohnmächtig ist.“
Die Aspiranten handelten schnell. Zwei von ihnen rieben Ramanandas Füße mit Terpentinlösung ab, während zwei andere ihn von Mund zu Mund beatmeten. Ein anderer Swami verabreichte Injektionen. Der Meister selbst saß neben dem Körper Ramanandas, rieb seinen Brustkorb und sang den Hare Rama Kirtan.
Als dann einer der Atemspender die Hand Ramanandas losließ, fiel diese leblos zu Boden.
„In Ordnung, jetzt betet ,Krishna Bhagavan Ki Jai’“, sagte der Meister, der nun davon überzeugt war, dass alles Menschenmögliche getan worden war und gab so seine Erlaubnis für den letzten Ritus. Er selbst nahm dazu ein Gefäß mit Gangeswasser und goss es unter den Worten des Panchakshara Mantra über den Körper des Toten.

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Die Erfahrungen des Meisters:

Im Jahre 1956 besuchte Pastor Stanley Jones den Ashram. Er war ein bekannter christlicher Prediger aus den Vereinigten Staaten. Bei einer Diskussionsrunde am Morgen des 14. März berichtete Pastor Jones zusammen mit einigen anderen Besuchern über ihre „Erfahrungen“.
Als die Reihe an den Meister kam, sprach dieser nur: „Suche, finde, tritt ein und verweile. Ich singe diese Formel. Ich lebe diese Formel. Ich versuche, rechtschaffen zu sein. Ich versuche, in Gott zu leben. Ich kultiviere Tugenden. Das sind meine Erfahrungen.“

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Gott in allen Wesen sehen:

Dr. Thompson, ein amerikanischer Philosoph, stellte dem Meister eine direkte Frage: „Hast du Gott gesehen, Swamiji?“
„Ich sehe niemals etwas anderes als Gott!“, antwortete der Meister. „In den Speisen, die ich zu mir nehme, im Wasser, das ich trinke, in den Menschen, die ich grüße, in den Tieren, auf die ich treffe, und auch in Ihnen, Dr. Thompson, sehe ich nichts anderes als Gott allein!“

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Der Prüfstein für die Schülerschaft:

Einmal musste der Meister einen Aspiranten aus dem Ashram verweisen.
Kurz danach sprach der Meister zu einem der Ashramleiter und einigen seiner Schülern: „Eine niederträchtige Moral ist eine Schande sowohl für Aspiranten als auch für Sannyasins. Bei einem Menschen, der seiner Lust anheim fällt, würde ich ja noch eine Warnung aussprechen und ihm die Chance geben, sein Verhalten zu bessern.  Nicht aber wenn jemand das harmonische Zusammenleben im Ashram zerrütten, Gottes Mission vereiteln und einen Keil zwischen die Bewohner hier treiben will. Vor solchen Unruhestiftern muss man auf der Hut sein. Sie sind für die Institution wie ein tödliches Krebsgeschwür, dass sofort beseitigt werden muss. In so einem Fall bediene ich mich der Blitzmethode und werfe sie ohne vorherige Warnung aus dem Ashram.
„Dennoch fühle ich Mitleid für ihn“, fuhr der Meister fort, „denn ich sehe es nicht gern, wenn jemand, der den Pfad der Entsagung und des Sadhana eingeschlagen hat, der sicheren Zuflucht des Ashrams beraubt wird, die ihn bisher vor dem Angriff von Maya geschützt hat. Ich bin Swami X dankbar für seine Dienste, die er während seines Aufenthaltes hier dem Ashram zukommen lassen hat. Aber ich kann es nicht zulassen, dass mich diese persönlichen Gefühle von meinem eigentlichen Bestreben, die Arbeit Gottes hier ruhig und ungehindert von störenden Elementen vonstatten gehen zu lassen, abhalten. Wenn Unkraut gejätet werden muss, so sollten wir nicht zögern zu handeln, denn es ist unsere Pflicht.
Was diesen Menschen fehlt, ist ein Sinn für wahre Hingabe. Wenn man sich mit ganzem Herzen der Göttlichen Aufgabe widmet, kann es gar nicht erst zu solchen Situationen kommen. Erst durch diese halbherzige Pflichterfüllung schaffen es die alten Gewohnheiten, sich wieder Raum zu verschaffen und das Individuum von seinem Weg abzubringen.
Du kannst Tag und Nacht arbeiten, aber solange du diesen Geist der Hingabe in deinem Herzen noch nicht vollständig entwickelt hast, wirst du in deinem Vertrauen und deinem Glauben an das Göttliche Leben immer wieder schwanken und so wird dein Pfad immer wieder mit Fallgruben übersäht sein. Nur durch Hingabe und immer wieder Hingabe wirst du dein sich selbst behauptendes Ego zerstören und auf dem Pfad des Sadhana schnell voranschreiten können. Erst wenn dieser Geist in dir voll entwickelt ist, wirst du die Bedeutung von wahrer Demut verstehen.
Gehorsam, Hingabe und spirituelle Verbundenheit sind allesamt miteinander verbunden. Nur wenn du dich dieser Sache mit vollem Herzen widmest, kannst du in inneren Kontakt mit mir treten. Sonst bist du nur für ein paar Jahre hier, arbeitest wie ein Ochse, ziehst aber daraus nur wenig spirituellen Nutzen.
Es sind vor allem jene kleinkarierten persönlichen Neigungen, Gefühle von Mögen und Nichtmögen und deine eigenen Vorstellungen davon, was ein spirituelles Leben ist, die einem Kontakt mit mir im Wege stehen. Du musst täglich in dich gehen, um dort deine Fehler zu erkennen. Du musst jeden Morgen zu Mutter Ganges beten: ‚Nur durch deine Gnade darf ich hier am Ufer des Ganges sein, während Millionen Menschen auf der Welt sich danach sehnen, nur einen Blick auf dich werfen zu können und einen Schluck aus deinen heiligen Wassern trinken zu dürfen. Mutter, bitte segne mich, auf dass ich reinen Herzens sei und ich auf dem Pfad der Entsagung und des Sadhana bleibe; auf dass ich frei von Verfehlungen bleibe und mich mit ganzem Herzen der Göttlichen Aufgabe widme.’
„Erinnert euch doch! Warum seid ihr überhaupt hierher gekommen? Damit ihr euch um ein Glas Milch oder etwas Obst zankt? Oder darum, wer die höhere Position im Ashram innehat? Nein, ihr seid hier, um die Selbsterkenntnis zu erreichen. Lenkt doch eure Energie einzig auf dieses große Lebensziel und lasst euch durch nichts davon ablenken!
Aber auch wenn die Selbsterkenntnis nicht euer Ziel sein sollte und ihr nur hier seid, um ein wenig Seelenfrieden zu genießen, so ist es dennoch eure dringendste Aufgabe, einige Göttliche Tugenden während eurer Zeit hier zu entwickeln. Tugenden allein können euch wirklichen Seelenfrieden geben. Wenn ihr aber eure Zeit mit Klatsch und Tratsch verschwendet, wie könnt ihr dann Seelenfrieden erreichen? Und ihr stört dazu auch den Frieden anderer Menschen!
Löst diese „Vedanta-Klubs“ hier noch heute auf, sofort! Wenn drei, die gerade nicht beschäftigt sind – seien es nun Sanyassins oder normale Bürger – sich in einer Teestube treffen, worüber werden sie dann schon reden? Über Gott und Sadhana, über den Dienst an der Menschheit oder die Selbsterkenntnis? Nein, immer geht es um eine dritte Person! Sei es nun ein anderer Aspirant oder der Ashramleiter oder Stalin oder Churchill. Sie kritisieren Gott und die Welt; nur nicht sich selbst. Wenn sich diese Clique dann auflöst, bildet  sich sogleich eine neue, in der die alte Clique kritisiert wird. Abscheulich!
Ihr müsst immer mit selbstlosen Dienst beschäftigt sein. Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit – es gibt wirklich nichts Wirksameres, um den teuflischen Geist von seinen Schandtaten abzuhalten. Ihr müsst euch über und über mit Arbeit eindecken und immer einen Monat voll unerledigter Arbeit vor euch haben. Niemals sollte es euch passieren, dass ihr das Gefühl bekommt, alle Arbeit erledigt zu haben, denn in diesem Moment gebt ihr eurem Geist die Erlaubnis, Sturm zu laufen. Hier gibt es kein Ende der Arbeit. Ich kann euch in diesem Moment  so viel Arbeit aufladen, dass ihr die nächsten zwei Jahre rund um die Uhr beschäftigt seid.
Aber ihr wollt mir ja nicht näher kommen, sondern versteckt euch vor mir. Ich sehe hier kaum noch Ashrambewohner. Wie englische Gentlemen schließt ihr euch in eure Zimmer ein und ich muss vor der Tür warten, wenn ich euch Arbeit geben will. Wenn ihr dann aber etwas übernehmt, dann möchtet ihr nicht zwei oder drei verschiedene Aufgaben übernehmen, weil ihr Angst davor habt, euch zu überarbeiten und zusammenzubrechen. Arbeit wird euch aber niemals schwächen, sondern immer nur neue Energie in euch entfachen. Wenn eure Hände tatenlos sind, wird euer Geist mit seinen Untaten beginnen. Wenn ihr dann glaubt, mit eurer Arbeit fertig zu sein, rennt ihr hinüber zum Ram-Ashram zum Zeitungslesen oder ihr tretet dem Vedanta-Klub bei, um über andere schlecht zu reden.
Ihr denkt wohl, ich weiß davon nichts? Ich weiß alles! Ich weiß alles über jeden Bewohner hier, sogar über die Neuankömmlinge. Ihr könnt vor mir nichts verbergen. Es ist aber meine Art, den Menschen eine lange Leine zu geben. Wenn jemand einen dummen Fehler begeht, so mache ich darum kein großes Aufsehen. Irren ist menschlich. Ich schaue dann aber, ob sich ein Mensch bessern will oder genauso weiter machen will. Im Stillen gebe ich ihm die Möglichkeit, sich zu ändern. Er bekommt von mir dann die für ihn richtige Arbeit, die Möglichkeit, die Schriften zu studieren und sich in Japa und Meditation zu üben. Ich entschuldige fast alle Fehler eines Menschen, aber ich erinnere mich auch an jeden seiner Fehler und wenn dann ein bestimmtes Maß überschritten ist, so entferne ich ihn ganz einfach aus dem Ashram.
Ihr denkt wohl, dass ich immer voller Liebe und Sanftmut bin, dass ich die Arbeit liebe und es gerne sehe, wenn andere arbeiten. Ja, so bin ich. Aber ihr seht nicht meinen Rudra Aspekt. Wenn ihr euch ein wenig Wissen angelesen habt und ihr deshalb vor Stolz beinahe platzt oder wenn ihr meint, ihr seid für die Institution unentbehrlich, dann zeige ich euch ein wenig von meinem Rudra Aspekt. Es war Gandhi ganz alleine, der Indien in die Unabhängigkeit führte und nicht eine Institution. Ein Heiliger allein kann die Welt verändern. Die Institution ist nur ein Instrument in seinen Händen, die darüber hinaus Anderen die Möglichkeit zur Entwicklung gibt. Ich kann aber auch ohne eine Institution meine Arbeit vollbringen. Auch heute noch könnte ich die Gesellschaft einfach so auflösen. Ich lebe dann von Almosen, wohne in einer Höhle und wirke von dort aus Wunder.
Ich bin gar nicht versessen auf Menschen mit Magister- oder Doktortiteln. Will ein Magister den Ashram verlassen, gut, bald wird schon ein Doktor kommen, um dem Ashram beizutreten. Will ein zweitklassiger Schreiber den Ashram verlassen, gut, schon morgen kommt ein erstklassiger Schreiber.
Eine spirituelle Persönlichkeit! Das allein ist es, was in der Welt zählt, nicht aber Tausende von mittelmäßigen Aspiranten.
Ich könnte euch noch heute demonstrieren, was wirkliche Entsagung bedeutet. Wenn ich wollte, könnte ich von zwei trockenen Rotis und etwas Gangeswasser am Tag leben. Lediglich die viele Arbeit, die finanziellen Sorgen und vor allem meine Zuckerkrankheit zwingen mich dazu, meinem Körper einige Zugeständnisse zu machen. Ihr habt ja keine Ahnung, wie viel Energie ich täglich in unzählige Kanäle gebe. Diese Energie muss ich meinem Körper dann auch wieder zurückgeben, damit er weiter dienen kann. Trotzdem faste ich an Ekadasi und halte mehrmals die Woche eine salzfreie Diät ein. Tut das einer von euch hier?
Aber nein, im Gegenteil, ihr streitet euch ja noch um einen Extrabecher Milch oder ein Paar Früchte. Aber sagt mir, wenn ihr in euren jungen Jahren nicht Entsagung, Verzicht und Strenge zu üben beginnt, wo ihr noch so voll strahlender Energie seid, wann wollt ihr es dann tun?
Ihr aber seid niemals zufrieden. Deshalb gibt es auch keinen spirituellen Glanz in euern Gesichtern. Erst an dem Tag, an dem ihr diese innere Zufriedenheit spürt, werden eure Gesichter anfangen zu glänzen, eure Augen funkeln und ihr mit eurem ganzen Wesen Frieden und Wonne ausstrahlen. Sind eure Herzen aber zerrissen von Sehnsucht und Verlangen, so werdet ihr immer wieder nach weltlichen Dingen Ausschau halten. Wie könnt ihr so Fortschritte im Spirituellen machen? Für solche Menschen wäre es wirklich besser, hinaus in die Welt zu gehen, zu heiraten und ein ganz normales Leben zu führen. Ansonsten verpassen sie beides: Einerseits die Freuden des weltlichen Lebens, andererseits auch die Fortschritte im spirituellen Bereich. Es hat keinen Sinn, hier herumzuvegetieren. Ihr müsst dynamisch sein, voller Bewegung, Kraft und Begeisterung.
Angenommen, ihr würdet ein normales Familienleben führen, würdet ihr dann täglich Milch und Früchte zu euch nehmen? Fragt euch das einmal. Wenn ihr 150 Rupien im Monat verdienen würdet und ihr für eine 5-köpfige Familie verantwortlich wärt, würdet ihr euch dann den Luxus einer Banane auch nur einmal im Monat leisten? Niemals würdet ihr das tun, denn ihr würdet denken, was dies für eine Geldverschwendung sei. Und warum? Weil ihr euch um den Fortbestand eurer Familie  sorgen würdet, weil ihr denken würdet, dass ihr genug Geld für die Ausbildung eurer Kinder sparen müsst. Hier aber habt ihr solche Gedanken nicht. Ihr fühlt euch für den Fortbestand der Institution nicht weiter verantwortlich, denn hättet ihr solche Gedanken, so hätten wir hier bei uns keine Probleme mehr.
All euer Bestreben sollte im Dienst unserer Sache stehen, ihr solltet Mittel und Wege finden, wie wir die Einkünfte des Ashrams am effektivsten nutzen und der Welt ein Maximum an guten Taten zukommen lassen können. Identifiziert euch vollständig mit unserer Mission; dann und nur dann werdet ihr auch verstehen was Karma Yoga wirklich bedeutet.
Ihr seid aber am Ashram nicht interessiert. Ihr denkt, ihr könnt die Verantwortlichen hier hinters Licht führen und euren privaten Interessen nachgehen. Ihr wollt eigenes Geld besitzen und ein privates Konto. Ich sage euch aber, ein privates Vermögen und ein Scheckbuch sind der größte Fluch für einen wirklichen Aspiranten. Sie werfen euch in die tiefsten Abgründe der Verweltlichung. Wenn ihr in einer Institution seid, die euch ernährt, für euch sorgt und für all eure Belange aufkommt, wofür dann noch eigenes Geld besitzen? Wenn ihr der Institution wirklich selbstlos dient und auch sonst keine Kontakte nach außen pflegt, woher soll dann das Geld zur eigenen Verfügung kommen? Das Verlangen danach wird euch nach und nach vergiften. Es wird dazu führen, dass ihr alle möglichen Tricks benützt, um ein privates Vermögen anzuhäufen. So passiert es dann zum Beispiel, dass wenn ihr einem Besucher einen Dienst erwiesen habt, ihr ihm eure schlechten Zähne zeigt, ein wenig auf den Ashram schimpft, um dann seine Sympathie und ein paar Rupien für euch zu ergattern.
Der Ashram sorgt doch für all eure Bedürfnisse. Wozu braucht ihr dann noch Geld? Es verdirbt nur euren Charakter. Die alten unterdrückten Laster erlangen doch nur wieder die Oberhand und ihr erleidet einen Rückfall, bei dem ihr womöglich noch andere mit hineinzieht. Und schon seid ihr eine verschworene Gemeinschaft. Euer Guru ist euch egal, ja ihr kritisiert ihn nicht einmal mehr. Das wenige Geld, das ihr nun besitzt, erzeugt den Wunsch nach immer mehr. Dann versucht ihr einen Keil zwischen die Verantwortungsträger des Ashrams zu treiben, vergiftet nach und nach die Atmosphäre und nutzt die Umstände, um an Macht und Geld zu gelangen. Ihr werdet dann immer mehr zu einem gefährlichen, zerstörerischen Element. Nur die Gier nach Geld und Wohlstand regiert noch euer Handeln. Ihr sät immer öfter Streit und geht schließlich so weit, dass ihr euch gegen euren Guru und seine Mission wendet.
Diese Menschen wissen nur noch nichts von den Konsequenzen ihres Handelns. Guru-Droha (offener Widerstand gegen den Guru) ist eins der abscheulichsten Verbrechen, eine der größten Sünden. Derjenige, der Guru-Droha begeht, wird im Alter die schlimmsten Dinge erleiden müssen. Geplagt von Lepra und Krebs, ohne Nahrung, Kleidung und Fürsorge, dem Hunger, dem Durst und allem Unbill der Witterung schonungslos ausgeliefert wird er einen langsamen und schmerzvollen Tod erleiden müssen.

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Geschweige denn Dienst am Guru!:

Ihr solltet dem Ashram, der euch eine Weile mit Nahrung und Unterkunft versorgt, mit ganzem Herzen dienen. Dankbarkeit ist eine goldene Tugend. Wenn ihr aber noch nicht einmal diese grundlegende Tugend, die selbst die Tiere besitzen, verinnerlicht habt, wie wollt ihr dann auf die Gottverwirklichung hoffen?
Ihr habt von Anfang an falsche Vorstellungen vom Leben angenommen. Hättet ihr euren Eltern wirklich gedient, so wüsstet ihr jetzt um den Geist des Dienens Bescheid. Wenn euch jetzt aber eine Möglichkeit zum Dienen angeboten wird, so denkt ihr nur: ‚Ich habe meinen Eltern doch auch nicht gedient, warum sollte ich jetzt diesen Leuten hier dienen?’ Das ist der granitene Zustand eures Egos. Und der kann nur durch wiederholte Schläge und Hiebe gesprengt werden...und die Gnade Gottes.
Denkt immer an Gott. Wiederholt seinen Namen ohne Unterlass. Dient, dient, dient! Arbeitet, arbeitet, arbeitet! Wenn ihr gerade einmal nicht arbeitet, solltet ihr euch in nutzbringende Studien vertiefen und wenn ihr nichts von beiden tut, solltet ihr Japa und
Meditation üben. Für all das habe ich auf dem Ashramgelände genügend Raum geschaffen: Arbeitsmöglichkeiten überall, Bücher und Zeitschriften zur freien Verfügung, die Bhajan Halle, einen Tempel und viele Räume zur Meditation; darüber hinaus werdet ihr durch Gottes Gnade mit Nahrung und Kleidung versorgt. Gibt es also einen Grund, das Ashramgelände zu verlassen? Es sind doch nur eure alten Laster, die da in euch wieder aufflammen, die euch vom Gelände verschwinden lassen, die euch dazu verleiten, euch in Gruppen zusammenzurotten, in denen doch nur lästerliche Gespräche oder Klatsch und Tratsch gepflegt wird. Befreit euch von diesen alten Lastern durch selbstlosen Dienst, Meditation und Studium der Schriften; seht in den Anderen das Gute und nicht ihre Fehler. Kümmert euch um euch selbst! Richtet euren eigenen Geist wieder her! Entwickelt euch!
Was ich euch heute gesagt habe, sollte genug sein, um euch für die nächsten drei Jahre zu beschäftigen. Ich spüre große Liebe für jeden von euch. Ich bete Tag und Nacht zu Gott, er möge euch mit Unterscheidungskraft, Leidenschaftslosigkeit und Weisheit segnen. Nur deshalb sage ich dies alles zu euch. Ich bürde euch keine harte Disziplin auf, weil ich weiß, dass die Menschen hier alle in verschiedenen Entwicklungsstadien sind. Ich möchte, dass jeder  Aspirant hier aus eigenem Antrieb und ohne Widerstände wachsen kann. Jeder sollte hier seine verborgenen Möglichkeiten entwickeln; ich gebe jedem hier genug Raum dazu.
Dass heißt aber nicht, dass ich allzu nachsichtig bin. Ich sehe jede eurer Taten genau. Ich kann anhand eures Blickes, eurer Sprache und des kleinsten Verhaltensausdrucks in eure Herzen schauen. Ich kann eure Fehler sofort benennen und eure Zukunft beeinflussen. Ihr müsst aber keine Angst vor mir haben. Gehorsam sollte von Liebe und Hingabe und dem eigenen Wunsch nach spiritueller Entwicklung kommen. Ein Gehorsam, der nur durch Angst und Schrecken erzwungen wird, ist nicht von Dauer, denn er kommt nicht von ganzem Herzen. Ihr würdet so nur auf eine Möglichkeit warten, euch der Disziplin zu entziehen. Dies ist der Grund, warum ich euch mit diesem liebenden Ansatz auf eurem Pfad begleite.
Lebt hier in Harmonie. Kritisiert andere nicht. Versucht nicht, die Atmosphäre im Ashram zu stören. Wenn ihr die Ashramleiter von ihren Problemen und Sorgen befreien würdet, wie viel gute Arbeit könnten sie leisten! Jetzt aber müssen sie all ihre Zeit darauf verwenden, um Dispute zu schlichten und auf eitle Bedürfnisse der Ashrambewohner eingehen. Wenn ihr alle gemeinsam in Harmonie arbeiten würdet, was für Wunder könntet ihr dann vollbringen!
Möge Gott euch mit Weisheit und innerer spiritueller Stärke segnen!“

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Darshan der Mutter:

Während seiner Sadhanazeit im Swarg Ashram hatte der Meister einen Zimmernachbarn namens Rajarajeswarananda, der ein Verehrer der Göttlichen Mutter war. Ganze zwölf Jahre lang hatte er Devi gehuldigt, jedoch ohne damit Perfektion zu erreichen. Am Tag von DurgaPuja (Beginn der 9tägigen jährlichen Verehrung der göttlichen Mutter) wollte dieser Swami die Göttliche Mutter mit Seidenstoffen und Schmuck verehren, aber ihm fehlte das Geld dazu. Am Tag vor der Feier hörte er plötzlich ein Klopfen an seiner Tür. Er öffnete und sah drei Mädchen aus Punjab vor sich. Jede von ihnen trug einen Silberteller mit Seidenstoffen, Früchten, Schmuck und Geld.
„Dein Nachbar Swami Sivanandaji hat uns gebeten, dir diese Dinge für die Navaratri Puja (9 Tage zur Verehrung der Göttlichen Mutter) zu überreichen“, erklärten sie ihm.
Rajarajeswarananda glaubte ihren Worten und nahm die Geschenke an.
„Wem sind denn die Silberteller?“, fragte er.
„Sie gehören dem Armenhaus“, antworteten die Mädchen und nahmen das leere Geschirr beim Fortgehen mit.
Der Swami konnte aber nun nicht umhin, zur Hütte des Meisters zu gehen. Diese war wie immer von innen verriegelt. So klopfte er und der Meister öffnete.
„Wer waren denn die drei Mädchen aus Punjab, Swamiji?“
„Welche Mädchen denn?“
„Die du zu mir mit all dem Schmuck und den Seidenstoffen für die Durga Puja geschickt hast.“
„Ich habe niemanden zu dir geschickt.“
Rajarajeswarananda war ratlos. Er eilte zum Verwaltungsbüro des Armenhauses, aber dort wusste man nichts von drei jungen Mädchen.
Später berichtete Rajarajeswarananda  mit Tränen in den Augen einem Freund über den Vorfall.
„Um eine Vision von der Göttlichen Mutter zu erlangen, habe ich jahrelang intensives Sadhana praktiziert. Dieser Swami Sivanandaji kennt sich aber, soweit ich weiß, überhaupt nicht mit tantrischen Praktiken aus. Und dennoch, als die Göttliche Mutter mich mit einer Vision von ihr segnete, so geschah es durch Sivanandaji! Mir schenkte sie Schmuck und Seidenstoffe, ihm aber die Selbsterkenntnis!“

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Des Meisters Lobpreisung der Göttlichen Mutter:

Der Meister hatte kein bestimmtes Ritual für die Lobpreisung der Göttlichen Mutter. Er erklärte dies einmal, als ein Gelehrter aus Südindien mutmaßte, dass der Meister wohl die Perfektion im Sri Vidya Upasana (formelle Verehrung der Göttlichen Mutter) erreicht haben müsse und er deshalb bei allen seinen Unternehmungen so erfolgreich sei.
„Ich habe auch kein Sri Vidya Upasana vollführt“, entgegnete ihm der Meister. „Ich wiederhole das Mantra zusammen mit einigen anderen nach meinem täglichen Bad. Ich wiederhole es aber nur einmal. Aber vielleicht hast du Recht, wenn du sagst, dass ich Sri Vidya Upasana vollführt habe. Obwohl, auf eine andere Art und Weise. Wann immer ich eine Frau sehe, verbeuge ich mich im Geiste vor ihr und wiederhole ein Devi Mantra wie etwa Om Sri Durgayai Namah. Ich sehe in allen Frauen die Verkörperung der Göttlichen Mutter. Wenn ich die heiligen Aschen auf meine Stirn auftrage, wiederhole ich Om Hrim Om. Dies ist mein Sri Vidya Upasana.

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Die Gnade der Heiligen:

Eines Tages wandte sich ein Aspirant mit einem wohlgemeinten Rat an den Meister: „Viele leichtgläubige Menschen schreiben dir Wunderkräfte zu. Meinst du nicht, du solltest dich von solchen Dingen distanzieren, die von der Öffentlichkeit und deinen Schülern von dir behauptet werden?“
„Die Göttliche Berührung, mit der selbstverwirklichte Heilige unheilbare Krankheiten kurieren oder manchmal sogar Tote wieder zum Leben erwecken, sind echte Tatsachen im Reich des Spirituellen“, erklärte der Meister.
„Diese Wunder setzen den Verstand ohne Zweifel in Erstaunen; aber viel häufiger geschieht es, dass ein Wunder nicht nur ein bestehendes Naturgesetz widerlegt, sondern vielmehr ein höheres Gesetz wirksam werden lässt, dessen sich der uneingeweihte Beobachter gar nicht bewusst ist. Daher kommt das Staunen beim Beobachter über den Vorgang. Wenn dir das zugrundeliegende Gesetz nicht bekannt ist, du deshalb die Zusammenhänge nicht kennst, sondern nur das Resultat siehst, denkst du, es sei etwas Übernatürliches.“
Und der Meister fuhr fort: „Viele Heilige setzen ihre psychischen und spirituellen Kräfte nicht bewusst ein, sondern es kann geschehen, dass ihre Schüler durch die Kraft ihres Vertrauens diese Wunderkräfte in schwierigen Situation oder physischer Gefahr wachrufen.
Diese gereinigte Kraft des Bewusstseins der Heiligen eilt auch jenen Schülern zu Hilfe, die in Gedanken und im Geist um seine Hilfe beten.“

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Ein Wunder:

Es war der 14. März 1955. Der Meister war gerade auf dem Weg zum Satsang. Swami Atmananda war gerade von einer Reise nach Gujarat zurückgekehrt und berichtete ausführlich von einem Wunder, wo der Meister im Haus eines Schülers in Ahmedabad gesehen wurde. Die Dame des Hauses verehrte die Füße des Meisters und brachte ihm Opfergaben dar. Als der Meister entschwunden war, fielen zwei Sandalen und ein Bild von ihm von oben herab. Auf ähnliche Weise hatte sie auch Kenntnis von Liedern in Gujarati-Sprache erhalten.
Als der Meister alles gehört hatte, drehte er sich zu seinen Begleitern um und fragte: „Ist das nicht ein Wunder?“ Dann wandte er sich fragend an Atmananda: „Warum hast du keine Kopien von den Liedern mitgebracht? Schreib doch der Frau und bitte sie um Zusendung“, woraufhin der Meister den Weg zur Satsanghalle weiterging.
Noch einmal fragte er die ihn begleitenden Schüler: „Ist das nicht ein Wunder?“
Einer seiner Schüler fasste schließlich Mut und fragte: „Weiß es denn Swamiji nicht schon?“
„Ich weiß gar nichts“, versicherte der Meister. „Gott tut alles für mich.“

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Vision des Meisters:

Ein ernsthafter Sucher hatte zu Hause eine Vision des Meisters gehabt und erzählte ihm während seines Besuches im Ashram davon. Er wollte wissen, ob es eine echte Vision gewesen war oder eine Halluzination. Der Zweifel des Aspiranten musste geklärt werden. So fragte der Meister: „Du hast die Vision gesehen, nicht wahr?“
„Ja“, antwortete der Besucher. „Also?“, sagte der Meister dann fragend, als wolle er sagen: „Wozu dieser Zweifel? Wenn du es gesehen hast, ok, dann ist es auch so.“

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Göttliche Geheimnisse:

Sushila Vighnay, Ärztin und Schülerin des Meisters, kam 1958 in den Ashram. Während eines Gespräches mit dem Meister fragte sie: „Wie kommt es, Swamiji, dass ich dich in meinen Träumen gesehen habe, noch bevor ich dich kannte? Ich versuche die vielen inspirierenden Erfahrungen zu verstehen, die ich durch deine Gnade hatte, aber finde keine Erklärung.
Der Meister antwortete: „Versuche nicht, diese Dinge  zu erforschen; versuche nicht, diese Geheimnisse zu klären. Das sind alles göttliche Dinge. Erfahre und genieße sie, aber strebe nicht danach, sie zu enträtseln. Deine früheren spirituellen Praktiken und hartes Leben tragen nun ihre Früchte. Du wirst belohnt.“

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Früheres Leben:

Ein Mann wollte etwas über sein früheres Leben wissen. Besessen von diesem Wunsch, kam er zum Meister und bat diesen voller Inbrunst, ihm seine Vergangenheit doch etwas zu erhellen. Der Meister schloss daraufhin seine Augen für einige Augenblicke; aber als er sie wieder öffnete, ging er nicht auf die Bitte des Besuchers ein, sondern begann eine andere Arbeit. Als der arme Besucher aber auf seinem Anliegen beharrte, sagte der Meister ziemlich harsch: „Maharaji, wenn ich dir etwas über dein früheres Leben erzählen würde, würdest du vor Schreck erstarren.“
Der Besucher beharrte nun nicht mehr auf seinem Anliegen.

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Ein selbstverwirklichter Weiser:

In seinem Buch „Die zehn Upanishaden“ (Ten Upanishads) schildert der Meister in klaren Worten, wie jeder selbstverwirklichte Weise alle Kräfte von Brahman besitzt. Er schreibt, dass das Wissen über Brahman niemals unabhängig von der Beherrschung dieser Kräfte einhergeht; Wissen und Kräfte gehen quasi Hand in Hand.
Als Anwalt Tiwari aus Gwalior dieses Buch gelesen hatte, dachte er, dass der Meiser als selbstverwirklichter Weiser über all diese psychischen Kräfte verfügen müsse, obwohl er niemals offen Gebrauch davon mache. Als er sich im Sommer 1955 im Ashram aufhielt, wandte er sich an den Meister und stellte ihm diese Frage indirekt, indem er sich erkundigte: „Swamiji, was sind die Kräfte eines Jivanmukta?“
„Ein Jivanmukta hat alle Kräfte eines Siddha.“
„Wie unterscheiden sich diese Kräfte von jenen Gottes?“
„Die Kräfte eines selbstverwirklichten Weisen sind wie die von Gott, bis auf die Kraft der Schöpfung.“
„Kann er also das Wasser des Ganges gefrieren lassen?“
Der Meister lächelte. „Warum nicht? Er könnte es, wenn er es wollte, aber er wird es im Normalfall nicht tun, es sei denn es wäre zum Wohle der Menschen.“
Und der Meister fuhr fort: „Ein befreiter Heiliger kann mit seinem vollkommenen Willen alles tun. In ihm ist reines Sattwa wie das von Ishwara. Reines Sattwa führt zur Erfüllung jedes ernsthaften Entschlusses.
Tiwari fragte noch weiter: „Wenn ein Weiser sich derselben Kräfte wie Gott bedienen kann, kann es da kein Durcheinander geben, wenn beide ihre Kräfte für gegensätzliche Ziele einsetzen?“
Der Meister antwortete, ohne zu zögern: „ Der Weise hat keinen individuellen Willen, sondern nur kosmischen Willen, der wiederum mit dem Willen Gottes identisch ist. So kann es nicht zu einem Durcheinander kommen.“

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Des Meisters Kontrolle über die Natur:

Ein kleiner Zwischenfall, der sich vor Jahren während der Britischen Herrschaft in Indien ereignete, zeigt eindrucksvoll des Meisters Einfluss auf die Natur.
Ein englischer General war nach Muni-ki-Reti gekommen, um dort in den fischreichen Gründen des Ganges zu fischen. Er hatte seinen Wagen an der Straße stehen gelassen und schritt mit seinem Gehilfen zum Ufer des Ganges. Dort traf er auf den Meister. Der General grüßte nur  flüchtig, indem er achtlos seinen Hut berührte, während sich der Meister nach indischer Manier verbeugte. Es wurde kein Wort gewechselt. Der General nahm seine Angel und warf die Leine in hohem Bogen in den Fluss aus.
Ein Schüler des Meister wandte sich mit folgender Bitte an den Offizier: „Sir, der Swami bittet euch dringend, nicht an diesem Ort, der uns heilig ist, zu fischen. Fische sind lebende Wesen. Sie tun uns nichts zuleide. Wie könnte es rechtens sein, ihr Leben zu zerstören?“
„Das geht den Swami gar nichts an!“, platzte es aus dem General heraus, worauf er die Angelleine erneut auswarf. Stunden vergingen, aber kein einziger Fisch biss an! Langsam wurde der General der Sache überdrüssig. Er war enttäuscht und überrascht zugleich. Als es dunkel wurde, gab er auf und gab seinem Adjudanten den Befehl, ihn zurück zu fahren.
Plötzlich ging er impulsiv zu des Meisters Hütte und sagte traurig: „Lieber Swami, ich lebe jetzt schon seit langer Zeit in Indien. Ich verstehe die Kraft deines Willens und deiner Gedanken. Sie sind stärker als meine Wünsche und Befehle. So nehme ich dir deine Einmischung in meinen Angelausflug nicht übel. Ich kehre mit leeren Händen heim.“

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Göttliche Hilfe:

Ein Regierungsangestellter beklagte sich beim Meister: „Obwohl ich alle Bedingungen für eine Beförderung längst erfüllt habe, bin ich noch nicht befördert worden wie alle meine Kollegen. Ich glaube, ich benötige etwas Göttlichen Hilfe, damit es mit mir weitergeht.“
„Weltliche Dinge bedürfen weltlicher Hilfe“, sprach der Meister mit ruhiger Stimme, „und Göttliche Dinge bedürfen Göttlicher Hilfe.“
Alle lächelten, nur der Beamte nicht.

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Eine Chance in der Schwierigkeit:

Als der Meister mit Major General A.N.Sharma nach Hardwar reiste, hatte das Auto eine Panne und man musste die Fahrt mit dem Bus fortsetzen.
Als sich Sharmaji später beim Meister für die Unbequemlichkeiten, die durch die Panne entstanden waren, entschuldigte, entgegnete der Meister: „Unbequemlichkeiten sind notwendig, damit wir stark werden können. Wenn alles nur glatt geht, wie sollen wir dann wachsen? Wie sollten wir sonst unsere Willenskraft, Ausdauer und unseren Gleichmut entwickeln? Ein Optimist sieht in jeder Schwierigkeit eine Chance, ein Pessimist aber sieht in jeder Chance eine Schwierigkeit.“

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Prüfe deinen Geist:

Der Rechnungsprüfer des Swarg Ashram war gerade mit der  Buchprüfung neben dem Tisch des Meister beschäftigt. Der Meister sah ihn an und sprach: „Prüfe deinen Geist, prüfe deine Gedanken. Mache eine Inventur aller Gedanken und Wünsche deines Geistes.“
Der Buchprüfer schloss sich dem Humor des Meisters an und entgegnete: „Nur wenn die Zwischenbilanz auch stimmt, erreichen wir die Befreiung.“
Darauf der Meister: „Da wird es wohl nur rote Zahlen geben – rote Zahlen des Begehrens und der Sinnesbefriedigung.“

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