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Mysterium und Kontolle des Geistes

Auszüge aus dem Buch "Mind - Its Myteries and Control" von Swami Sivananda

9. Kapitel

VASANAS7, RAGA- DVESHA8

VASANAS7 sind Wellen im Geist-Meer. Sie existieren samengleich und offenbaren sich im Geist-Meer. Sie sind im Geist verwurzelte Möglichkeiten. Im Alter von 25-45 Jahren begeht der Mensch die meisten Fehler und zieht das größte Unheil auf sich. Diese Lebensspanne ist die kritischste Zeit im Leben. Jungen und Mädchen zeigen in ihrer Kindheit keine besonders voneinander abweichenden Charaktermerkmale. Dies ändert sich erst mit dem Eintritt in die Pubertät, wo sie ihre Geschlechtlichkeit zur Schau stellen.
Ein mildes VASANA7, das nur jeweils für kurze Zeit anhält, heißt CHAPALATA111. Es gibt zwei Arten von CHAPALATAS. Einerseits die JIHVA-CHAPALATA der Zunge, die zu jeder Zeit all die verschiedenen Dinge zu essen wünscht, was einer Art krankhaftem Appetit entspricht, und anderseits die UPASTHA-CHAPALATA, durch die sich der Geschlechtssinn, in immer wiederkehrenden sexuellen Freuden zu vergnügen sucht. VASANAS7 sind die Ursache für die Ruhelosigkeit des Geistes, der nicht in seinem Versuch innehalten möchte, sich das gewünschte Objekt anzueignen, um sich dessen zu erfreuen. Die Wünsche sind das Fass, in das sich alles Leid und Sorgen ergießt, weshalb man durch seinen gereinigten Geist und die nötigen Anstrengungen das Verlangen nach Objekten auslöschen soll. Man sollte die VASANAS7 augenblicklich enthaupten, sobald sie sich an die Oberfläche des Geistes begeben und Ihnen gar nicht erst erlauben, sich zu entfalten.

SAMA41 bedeutet Geistesfrieden, der sich nach der Beseitigung der VASANAS7 einstellt. Jemand mit Geistesfrieden ist weder bei Erhalt eines gewünschten Objektes aufgeregt, noch ist er bei einer unerwünschten Sache niedergeschlagen. Er hat stets einen ausgeglichenen Geist. SAMA41 allein reicht jedoch nicht aus. Die Sinne müssen durch DAMA39 unempfänglich werden. Gib irgend etwas zugunsten eines höheren Ideals auf. Erhöhe zu Beginn Deiner Praxis, Dein SHASTRA-VASANA42 (Wunsch, die Schriften zu studieren). Der Weise weiß, dass der mit Wünschen befrachtete Geist zur Fesselung neigt, währenddessen ein absolut wunschloser Geist, als ein befreiter Geist anzusehen ist. Wenn der Egoismus, jenes kleine und falsche ‘ich’ vernichtet und Kontrolle über die Indriyas9 erlangt worden ist, werden die Vasanas ganz von selbst aussterben. MOKSHA43 bedeutet nicht die körperliche Trennung von allen weltlichen Angelegenheiten, sondern einen Geisteszustand, der aller unreiner Vasanas bzw. der Anhaftung an die weltlichen Dinge entwunden ist, aber dennoch, wie üblich, zwischen ihnen verweilt und wirkt.
Wünsche, Gedanken und das Ego-Prinzip bilden einen Teufelskreis. Sich von einer, dieser drei Ketten zu befreien heißt, dass die anderen beiden von selbst abfallen. Wünsche entstehen aufgrund der Abwesenheit spiritueller Wonne. Die Ursache des Wunsches beruht auf der (täuschenden) Existenz von Objekten, die sich scheinbar außerhalb befinden. Die Neugier verwandelt sich im Geistorgan zum Wunsch. Interesse und Gefühl gehen dem Wunsch voraus. Hoffnung und Erwartung stärken eine Wunsch. Die wahre Unreinheit im Geist ist der Wunsch. Die größte Unreinheit besteht im sexuellen Wunsch und der gewöhnlichen Anziehung zum anderen Geschlecht. Daraus resultiert die wahre Bindung. Man kann Frau, Kinder und Besitz aufgeben, nicht aber Ehrsucht nach Name und Ruhm. Ehrsucht ist ein ernst zu nehmendes Hindernis auf dem Yogapfad. Wo auch nur ein verschwindend kleiner Wunschrest nach Name und Ehre verbleibt, wird sich die WAHRHEIT nicht offenbaren. Die WAHRHEIT leuchtet aus Sich Selbst heraus. Selbst nach Entsagung aller Wünsche mag es noch ganz feine und verborgene Wünsche geben, die unverständlich sind. Diese Art von Wünschen sind die gefährlichsten. Die lauernden, unterschwelligen Wünsche ziehen Dich in dem Augenblick nach unten, wo Du nicht wachsam bist, und zerstören Dein VAIRAGYA11. Du magst alt werden und graue Haare bekommen, aber dennoch kann Dein Geist jung und angefüllt mit Wünschen bleiben. Die körperlichen Fähigkeiten mögen schwinden, nicht aber das Verlangen (nach Objekten), das bis ins hohe Alter vorhanden bleiben kann.
Der Geist wirkt verwüstend durch die Wünsche. Sobald sich ein Wunsch erhebt, denkt man, dass durch seine Verwirklichung die erhoffte Glückseligkeit erreicht wird, doch sobald man im Besitz des Objektes ist und sich für eine gewisse Zeit dessen erfreut hat, wird der Geist wieder ruhelos und wünscht sich neue Abwechslung. Ekel und Widerwille stellen sich alsbald ein und drängen den Geist nach neuen Objekten. Wünsche sind zahllos, unersättlich und unbesiegbar. Sich ihrer zu erfreuen, bringt keine wirkliche Befriedigung, vielmehr schürt ihre Erfüllung weiteres Wunschfeuer an und stärkt das Verlangen nach weiteren vergänglichen Freuden.
Die Wünsche sollten im Augenblick ihrer Auferstehung durch die Kraft der Unterscheidung und unermüdlicher Bemühung entwurzelt werden. VIVEKA10 (Kraft der Unterscheidung) wird Dich sofort darauf hinweisen, dass Wünsche stets vom Leid begleitet werden, das der augenblicklichen Freude auf dem Fuße folgt. Wünsche sind lediglich vorübergehende Versuchungen des Geistes, denn wirkliche Zufriedenheit und Frieden können nur durch VAIRAGYA11 und TYAGA12 (Entsagung) erreicht werden. Denke immer wieder darüber nach, was Dir ein neuer Wunsch wirklich bringt, mehr Freude oder mehr spirituellen Gewinn?
Nimm keine Geschenke an, auch nicht von den engsten Freunden, ansonsten blühen eine sklavische Erwartungshaltung, ein schwacher Wille und Anhaftung auf. Bitten heißt Betteln. Sich anvertrauen ist auch eine Art Betteln. Ein Bettler ist absolut unfähig, wahre Freiheit und spirituelle Errungenschaften zu erwerben. Solange man etwas nicht kennt, hat man auch kein Verlangen danach. Erst nach dem Hören, Sehen und Berühren von etwas, entwickelt sich auch der Wunsch danach. Wünsche sind die Feinde des Friedens. Durch Wünsche wird jemand zum Oberbettler, wohingegen ein wunschloser Mensch der reichste Mensch der Welt ist. Allein das Denken entscheidet darüber, ob jemand reich oder ein Bettler ist. Suche beständig die Gesellschaft von Weisen und Heiligen auf. Ein halbwissender Geist leidet ernsthaft, wenn er allen Wünschen entsagt. Es bedarf dazu der Hilfe durch das Gebet höher entwickelter Seelen. Ein starker Gegenwunsch; der Wunsch nach Gott; der Wunsch, BRAHMAN15 zu erreichen, wird alle weltlichen Wünsche aufheben.
RAGA8 , DVESHA8 und TATASTHA VRITTI44 (Gleichmut) sind die drei wichtigen Gedankenbewegungen des Geistes. Liebe und Hass, Zu- und Abneigung, Anziehung und Abstoßung usw. sind die dualen Strömungen im Geistorgan. Alle Gemütsbewegungen fallen unter die Kategorie von Raga und Dvesha. Wenn sich zwei Individuen mit gleichen Kräften und Eigenschaften gegenseitig anziehen, entsteht eine dritte Kraft namens Liebe zwischen ihnen. Wenn ich mich selbst in einem anderen Menschen wieder finde, wenn ich mich in ihm erblicke, werde ich ihn als mein eigenes Selbst zu lieben beginnen. Wenn ich in jemandem etwas entdecke, das ich selbst besitze, werde ich natürlicherweise davon angezogen und liebe es. Liebe ist das Ausgießen der eigenen Anziehung auf jemand anderen. Es gibt zwei Arten von Liebe, einerseits die selbstsüchtige, körperliche Liebe und andererseits die wirkliche, göttliche Liebe, welche selbstlos und andauernd ist. Derjenige, der sein eigenes Selbst überall verspürt und den HERRN aller Dinge überall und in allem sieht, kann tatsächlich jeden lieben. Wenn sich eine abhängige Person aus existentiellen Gründen an eine andere Person bindet, um glücklich zu sein, wuchert die körperliche Verhaftung. Verhaftung und körperliche Liebe sind gleichbedeutend mit zeitlichem Tod, denn da, wo RAGA8 ist, ist auch Dvesha. Angenommen, jemand hat die Angewohnheit, nach dem Essen Früchte zu verzehren, dann wird sich daraus aufgrund der empfundenen Freuden eine Zuneigung entwickeln, die sich in dem Augenblick leidvoll darstellt, wo es keine Früchte gibt. Überall dort, wo Freude und Anhaftung ist, gesellen sich Furcht und Ärger dazu. Ärger ist lediglich eine Veränderung im Geist aufgrund von veränderten Wunschbedingungen. Furcht und Ärger sind in jeder Art von Anhaftung verborgen und belästigen ständig den Geist. Wo körperliche Anhaftung besteht, ist die Furcht vor dem Tod nicht weit. Wo Anhaftung an Geld und Reichtum besteht, ist auch die Furcht vor dem Verlust des Geldes vorhanden, insofern Geld als Mittel zum Erwerb von Objekten der Sinnenfreuden erachtet wird.
Ein weltlich gesinnter Mensch ist den Raga-Dvesha-Strömungen stärker ausgeliefert und wird von diesen hin- und hergeworfen. Im Schlaf existieren diese Strömungen samengleich fort; sie sind nicht zerstört. Sobald der Schlaf beendet ist, beginnen sie dann wieder zu wirken. In Kindern brechen diese Zwillingsströme jeweils nur kurzzeitig aus, um rasch wieder zu verschwinden. Sie kämpfen miteinander, um im nächsten Augenblick wieder fröhlich zusammen zu spielen. Mit dem Wachstum des Kindes nehmen diese beiden Strömungen durch beständige Wiederholung eine bestimmte eingravierte Form an. DVAITA45 entwickelt sich ab dem zweiten Lebensjahr. Überprüfe dies dadurch, indem Du ein Kleinkind im Alter von einem Jahr irgendwo hinsetzt; es wird, wie ein Steinblock, still sitzen, vor sich hinlächeln und jedermann, ohne jegliche Anzeichen von Raga und Dvesha, gleich anschauen. Fordere dagegen ein Kind von zwei Jahren dazu auf, still zu sitzen; es wird aufstehen. Wenn du es bittest, näher zu kommen, wird es sich noch weiter entfernen. Wenn Du sagst, „gehe nicht auf die Straße“, wird es unverzüglich auf die Straße laufen. Das Kind neigt in diesem Alter zu entgegengesetzten Handlungen, da sich nun DVESHA8 entwickelt. Erhebe Dich durch korrektes Denken und Meditation über DVANDVAS46 hinaus. Als Ergebnis wird sich ewiger, unendlicher Frieden und Wonne einstellen.
Der Geist beherbergt zwei Arten von Gefühlen: Freude und Leid, die aus Tugend und Laster entspringen. Der Geist zieht sich bei Leid und Schmerz zusammen und dehnt sich bei Freude aus. Es gibt in den Objekten weder Freude noch Leid. Alles ist geistige Schöpfung, geistige Wahrnehmung und geistige Gauklerei; MAYA47 thront erhaben in der Vorstellungskraft des Geistes. Wer sich in akuter Todesnot befindet, dem erscheint die, in Zeiten guter Gesundheit voller Wonne anmutende Welt, recht düster und trostlos. Die Welt verliert dann ihren Charme, wenn man ernsthaft leidet. Sobald der Pessimist seine geistige Einstellung verändert, wird ihm die Welt voll Wonne erscheinen. Deine Liebe gilt, vor allen anderen Dingen, Deinem Selbst. Diese SELBST-Liebe lässt auf die Tatsache schließen, dass ANANDA48, d.h. Seligkeit die wahre Natur des SELBST17 ist.
Das Geistorgan ist das Produkt einer Täuschung. Was dem einen gefällt, ist für den anderen abscheulich. Schönheit und Hässlichkeit sind relative Begriffe, die voneinander abhängen und letztlich nur geistige Vorstellungen sind. Nur ein zivilisierter Mensch hält besonderen Wert auf die Symmetrie der Formen, auf gute Umgangsformen und anmutige Haltung usw., doch die wirkliche Schönheit, ist nur im SELBST17 zu finden.
Aus jeder Verbindung entspringen Sorgen. Eine dauerhafte Befriedigung lässt sich durch die Freude an weltlichen Objekten nicht erzielen. Doch die Menschen laufen dennoch hinter den Objekten her, obwohl sie wissen, dass diese unwirklich sind und zu nichts anderem als Unglück führen. All dies geschieht durch die täuschende Kraft von MAYA. Es wird behauptet, dass Kinder glücklich sind, doch das ist falsch! Sie werden übermütig und mit ernsten Reaktionen konfrontiert. Sie haben kein ausgeglichenes Denkorgan. Sie können ohne ersichtlichen Grund stundenlang heulen. Es kann nur derjenige glücklich sein, dessen Geist wirklich ausgeglichen ist. Der Geist ist ständig bemüht, irgend etwas zu tun; wenn er dann endlich an irgendwelchen Objekten klebt, hält er daran fest, erfreut sich ihrer und ist glücklich.
Es gibt auch eine Anziehung ohne direkte Anhaftung. Man kann von einer wunderschönen duftenden Rose oder einer anmutigen jungen Frau angezogen sein, ohne deshalb mit ihnen verhaftet sein zu müssen. Verhaftung ist die Folge der Besitznahme und des Genusses eines Objektes. Anhaftung, Liebe und Seligkeit gehören zusammen. Die intellektuelle Freude ist über den Sinnenfreuden angesiedelt. Die Wonne, - ANANDA48 -, aus der Meditation rangiert jedoch noch weit über der intellektuellen Erkenntnisfreude. Spirituelle Wonne oder Seligkeit ATMANS16, aus der Selbstverwirklichung heraus, ist unendlich, unermesslich und ungebunden; es ist sozusagen eine kompakte Masse an Seligkeit, auch ANANDAGHANA genannt.

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