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Guru Bhakti

Sankar ging zu Swami Prakashanand, um initiiert zu werden. Er sagte zu Swamiji: „Oh Maharaj! Ich komme zu eurer Heiligkeit um initiiert zu werden. Ich muss schnell Atman (das Selbst) verwirklichen. Ich möchte auch dein hingebungsvollster Schüler sein. Was muss ich tun, um mein Selbst bald zu verwirklichen und dein hingebungsvollster Schüler zu werden? Ich werde selbstverständlich deinen Befehlen gehorchen. Bitte führe mich. Ich flehe dich an.“ Swami Prakashanandaji sagte: „Oh Sankar! Ich freue mich sehr über deinen Wunsch schnell die Wahrheit zu verwirklichen. Gewiss werde ich dich führen. Du bist mir sehr lieb, da du ja ein erstklassiger Suchender zu sein scheinst. Gib mir deinen Körper, deinen Geist und deine Seele. Das ist alles.

Dann kannst du mein hingebungsvoller Schüler werden.“ „Ist das alles?“, fragte Sankar. „In diesem Augenblick gebe ich dir meinen Körper, meinen Geist und meine Seele. Bitte initiiere mich.“ Swami Prakashanandaji gab ihm das Mantra und spirituelle Anweisungen. Sankar übte regelmäßig Japa mit dem Gurumantra und folgte den spirituellen Anweisungen seines Gurus. Eines Tages wünschte Swamiji ein paar Mangos. Er konnte sie im Basar nicht bekommen. Er erfuhr, dass sein Schüler Sankar reichlich Mangos in seinem Garten hatte. Er schickte einen Diener, damit er ihm einige Mangos aus dem Garten seines Schülers bringe. Sankar schickte mit dem Diener eine Nachricht zurück „Sag meinem Guru, er wollte meinen Körper, meinen Geist und meine Seele. Diese habe ich ihm bereits gegeben. Was will er denn noch? Ich kann ihm keine Mangos geben. Sie sind für meinen alleinigen Gebrauch und für meine Frau und Kinder bestimmt.“

Sieh das Verhalten dieses hingebungsvollen Schülers! Solche Schüler gibt es heutzutage zuhauf. Sie reden viel. Sie schreiben viel. Sie sagen: „Wir haben unser Leben und alles für unseren Guru aufgegeben. Er ist unser verehrter Vater, Guru, Vorbild. Er ist unser Gott. Er ist unser verehrter Meister, unser alles in allem.“ Werden sie aber auf die Probe gestellt, so verfliegt ihre ganze Hingabe wie Äther. Aus Neugierde, um etwas Macht zu erlangen, wenden sie sich an einen Yogi oder Sannyasin. Wenn sie feststellen, dass sie keine Siddhis (übernatürliche Fähigkeiten) erlangen, laufen sie zum nächsten Guru. Jedes Jahr suchen sie einen neuen Guru. Sie selbst üben keine strenge spirituelle Praxis. Sie möchten, dass der Guru irgendein Wunder bewirkt und durch dieses Wunder erhalten sie dann ganz schnell übernatürliche Fähigkeiten und Selbstverwirklichung.

Vimal ging zu Swami Paramananda zur Initiierung und sagte zu ihm: „Oh verehrter Swamiji! Mach mich zu deinen Schüler.“ Swami Paramananda antwortete: „Mein lieber Vimal, bleib ein Jahr lang bei mir. Zeige mir deine Tugenden und Fähigkeiten. Lass mich deinen Charakter und dein Wesen studieren.“ Vimal willigte ein. Widerstrebend verrichtete er zwei Monate lang einige Dienste für seinen Guru. Eines Tages rief der Swamiji seinen Schüler. „Vimal, die Kuh hat kein Gras für heute. Geh doch bitte in die Nachbarfelder und hole ein wenig Gras.“ Vimal antwortete: „Guruji, Ich kann heute nicht laufen. Ich habe einen großen Dorn in meinem rechten Fuß.“ Der Swamiji erlaubte ihm, sich für den Rest des Tages auszuruhen. Nach zehn Tagen sagte Swamiji: „Vimal, heute ist Ekadasi. Unser Kampfer ist alle. Geh zum Basar und kauf etwas Kampfer.“ „Guru Maharaj, ich habe starke Kopfschmerzen. Seit gestern leide ich darunter. In meinem Kopf dreht sich alles. Ich werde ohnmächtig und hinfallen, wenn ich bis zum Basar gehe.“ Guruji sagte: „Vimal, ruhe dich ein paar Tage aus.“

Nach einer Woche sagte Swamiji wieder zu Vimal: „Vimal, wie geht es dir? Ich denke, du fühlst dich heute recht gut. Könntest du mir eine Schüssel Wasser vom Ganges bringen?“ Vimal antwortete: „Guruji, meine Kopfschmerzen sind weg, aber ich habe mir meinen Knöchel bös verstaucht. Ich kann noch nicht einmal ein paar Meter gehen. Die Schmerzen sind unerträglich.“ „Vimal, mach einen heißen Umschlag und ruh dich drei oder vier Tage ordentlich aus.“ Nach weiteren zehn Tagen, sagte Swamiji zu Vimal: „Im Eckzimmer sind einige Früchte und Süßigkeiten für dich. Nimm sie dir bitte.“ Vimal antworte: „Guru Maharaj, wie lange kann ich noch ungehorsam sein? Ich schäme mich. Ich werde dir von nun an gehorchen. Heute geht es mir gut.“

Er rannte in das Zimmer und verputzte sofort das Obst und die Süßigkeiten! Es lebte in Rameshwaram ein sehr gebildeter Mann namens Krishna Shastry. Er hatte einen Schüler mit Namen Ram. Eines Tages war Krishna Shastrys Kiste, die die Staue Krishnas enthielt verschwunden. Er fragte seinen Schüler: „Oh Ram, wo hast die Puja (Zeremonie zur gottesanbetung) Kiste hingetan?“ Ram antwortete: „Ich habe die Puja Kiste dorthin getan wo ich Puja ausübe. Der gelehrte Shastry fragte wieder „Ram, wo hast du Puja ausgeübt?“ „Dort wo die Puja Kiste aufbewahrt wurde.“ Welch bedeutungsvolle Antwort Ram doch seinem Guru gegeben hatte! Schüler wie Vimal, Prakash und Ram lassen sich zu allen Zeiten in Mengen finden.

Viele Suchende bleiben sechs Monate bei ihrem Guru und werden dann selbst zu Gurus wie Prakash und wandern ziellos umher. Kein Schüler möchte seinem Guru gläubig und aufrichtig dienen. Aber es gibt keine bessere Reinigung als der ständige Dienst für seinen Guru. Durch den ständigen Kontakt saugt der Schüler die Tugenden des Gurus auf. Nur so wird er allmählich geformt.


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