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Goraksha Shataka

 

Vers 33: Maha Mudra

 

Man presse mit der linken Ferse kontinuierlich den Beckenboden und halte den ausgestreckten rechten Fuß mit beiden Händen. Man drücke das Kinn an die Brust, nachdem man eingeatmet hat, (halte den Atem an und) setze Jalandhara Bandha und Mula Bandha, und atme (ohne Bandhas) langsam aus. Dies wird das Große Siegel (Maha Mudra) genannt, das die Sünden der Menschen vernichtet.


    वक्षोन्यस्तहनुर्निपीड्य सुचिरं योनिं च वामाङ्घ्रिणा
    हस्ताभ्यामवधारितं प्रसरितं पादं तथा दक्षिणम् |
    आपूर्य श्वसनेन कुक्षियुगलं बद्ध्वा शनै रेचये-
    देषा पातकनाशिनी सुमहती मुद्रा नृणां प्रोच्यते || ३३ ||


    vakṣo-nyasta-hanur nipīḍya su-ciraṃ yoniṃ ca vāmāṅghriṇā
    hastābhyām avadhāritaṃ prasaritaṃ pādaṃ tathā dakṣiṇam |
    āpūrya śvasanena kukṣi-yugalaṃ baddhvā śanai recayed
    eṣā pātaka-nāśinī su-mahatī mudrā nṛṇāṃ procyate || 33 ||

    vaksho-nyasta-hanur nipidya su-chiram yonim cha vamanghrina
    hastabhyam avadharitam prasaritam padam tatha dakshinam |
    apurya shvasanena kukshi-yugalam baddhva shanai rechayed
    esha pataka-nashini su-mahati mudra nrinam prochyate || 33 ||


Wort-für-Wort-Übersetzung

    vakṣo-nyasta-hanuḥ : das Kinn (Hanu) auf die Brust (Vakshas) gedrückt (Nyasta)
    nipīḍya : indem man presst ("gepresst habend", ni + pīḍ)
    su-ciram : lange, kontinuierlich ("sehr lange", Suchira)
    yonim : den Beckenboden, das Perineum (Yoni)
    ca : und (Cha)
    vāmāṅghriṇā : mit der linken (Vama) Ferse ("Fuß", Anghri)
    hastābhyām : mit beiden Händen (Hasta)
    avadhāritam : haltend, ergreifend ("ergriffen", Avadharita)
    prasaritam : den ausgestreckten (Prasarita)
    pādam : Fuß (Pada)
    tathā : und ("ebenso", Tatha)
    dakṣiṇam : rechten (Dakshina)
    āpūrya : nachdem man (die Lungen) gefüllt hat ("gefüllt habend", ā + pṛ/pṝ)
    śvasanena : mit dem Atem (Shvasana)
    kukṣi-yugalam : die beiden (Yugala) Körperöffnungen ("Höhlungen", Kukshi)
    baddhvā : (und) nachdem man verschlossen hat ("gebunden habend", badh)
    śanaiḥ : langsam (Shanais)
    recayet : man atme aus (ric)
    eṣā : das (Etad)
    pātaka-nāśinī : die Sünden ("Verbrechen", Pataka) vernichtende (Nashin)
    su-mahatī : das überaus machtvolle (Sumahat)
    mudrā : Siegel (Mudra)
    nṛṇām : der Menschen (Nri)
    procyate : wird genannt (pra + vac)

Anmerkungen: Mahamudra, das "große Siegel", wird hier su-mahatī mudrā "das überaus machtvolle Siegel" genannt. Eine weitere Bedeutung von Mudra ist "Verschluss, Schloss", was auf die Verbindung mit den Bandhas wie Jalandhara Bandha ("Kehl-Verschluss") usw. hinweist.

Der Wortlaut āpūrya śvasanena kukṣi-yugalaṃ baddhvā śanai recayet im dritten Pada kann in zweierlei Weise verstanden werden: Entweder konstruiert man das Absolutivum āpūrya "gefüllt habend, füllend" mit kukṣi-yugalam "die zwei Höhlungen" (was im Sinne eines Duals einfach "Bauch" bedeutet), dann hieße es: "Nachdem man den Bauch mit Atem gefüllt hat, halte man (die Luft) an, und atme langsam aus." Man kann kukṣi-yugalam aber auch mit dem Absolutivum baddhvā "zubindend, verschließend" konstruieren, was hieße, dass die "zwei Höhlungen bzw. Körperöffnungen" (d.h. Kehle und Anus) verschlossen werden sollen, also dass zwei Bandhas gesetzt werden sollen: "Nachdem man eingeatmet hat, setze man die beiden Bandhas (wobei die Luft angehalten wird), und atme langsam aus".

Der erste Bandha ist Jalandhara Bandha, wobei das Kinn an die Brust gedrückt (vakṣo-nyasta-hanuḥ) und somit die Kehle bzw. Luftröhre verschlossen wird. Das Setzen von Jalandhara Bandha im Zusammenhang mit Mahamudra wird einhellig in der Shiva Samhita (4.17), der Hatha Yoga Pradipika (3.11), sowie der Gheranda Samhita (3.7) gelehrt. Nur in der HYP (3.11) wird indirekt auf einen zweiten Bandha, nämlich Mula Bandha (das Kontrahieren des Beckenbodens und Verschließen des Anus) verwiesen, wie Brahmananda, der Kommentator der HYP, nahelegt: der Ausdruck dhārayed vāyum ūrdhvataḥ "man ziehe den Lebenshauch (Vayu) nach oben" bedeute, diesen durch das Setzen von Mula Bandha in die Sushumna zu ziehen: vāyuṃ … suṣumnāyāṃ dhārayet; anena mūla-bandhaḥ sūcitaḥ.

Die Hatha Yoga Pradipika (3.15) fügt hinzu, dass danach Mahamudra seitenvertauscht (d.h. mit dem ausgestreckten linken Bein) für dieselbe Dauer erneut praktiziert werden soll. In der Gheranda Samhita (3.7) wir zusätzlich die Konzentration des Blickes auf die Mitte (Madhya) der Brauen (Bhru), also das "dritte Auge", empfohlen: bhruvor madhye nirīkṣayet. 



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