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3. Kapitel Durga Puja – Navaratri

Gruß an die Göttliche Mutter Durga, welche in allen Geschöpfen in Form von Intelligenz, Barmherzigkeit und Schönheit existiert. Sie ist die Gemahlin von Shiva, welcher das Universum erschafft, erhält und zerstört.

Das Navaratri-Fest wird zweimal im Jahr begangen, einmal im Monat Chaitra (April/Mai) und einmal im Monat Aswayuja (September/Oktober). Sommer- und Winteranfang12 sind zwei wichtige klimatische Wendepunkte und gelten daher als besondere Gelegenheiten zur Verehrung der Göttlichen Mutter. Entsprechend den Veränderungen in der Natur unterliegen auch der menschliche Körper und Geist in dieser Zeit beachtlichen Veränderungen.

Im April/Mai wird Rama-Navaratri (= Ramnavami) zu Ehren Ramas begangen und im September/Oktober Durga Navaratri zu Ehren der Göttlichen Mutter. Neun Tage werden die neun Manifestationen Durgas verehrt. Navaratri heißt wörtlich „neun Nächte“. Verehrer Durgas fasten während dieser Zeit. Brahmanen (Priester) werden bewirtet und man bittet um Gesundheit und Wohlstand.

An Navaratri wird die Durga-Puja, ein Ritual zur Verehrung Durgas, in verschiedenen Teilen Indiens auf unterschiedliche Weise begangen. Alle Feierlichkeiten haben das Ziel, die Göttin in ihrem Aspekt als Shakti (kosmische schöpferische Energie), versöhnlich zu stimmen, damit sie den Menschen Reichtum, Erfolg, Wohlergehen, spirituelles und weltliches Wissen, Kraft und Macht verleihen möge. Was auch immer der besondere Wunsch des Einzelnen an die Göttin sein mag, welchen speziellen Segen man von ihr erbitten mag, dahinter steht immer – bewusst oder unbewusst – Versöhnung, Verehrung und Verbindung mit der Göttin. Sie segnet und beschützt alle mit ihrer liebevollen Güte.

Durga Navaratri
beginnt am ersten und endet am zehnten Tag nach Neumond des Monats Aswayuja (September/Oktober). Das Fest erinnert an den Sieg von Durga über Mahishasura13, den büffelköpfigen Dämon. In Bengalen wird ihr Bild neun Tage lang verehrt und dann dem Wasser übergeben. Der zehnte Tag heißt Vijaya Dasami oder Dussera (der „zehnte Tag”). Am zehnten Tag werden in den Dörfern und Städten Prozessionen mit einem Durga-Bildnis abgehalten.

Eine andere Hintergrundgeschichte für Navaratri: Die Mutter Durgas, die Gemahlin des Königs des Himalaya, sehnte sich danach, ihre Tochter wiederzusehen. Shiva ließ Durga jeweils neun Tage im Jahr die geliebte Mutter besuchen. Navaratri ist eine Erinnerung an diesen kurzen Besuch und endet mit Vijaya Dashami, dem Tag, an dem die Göttin zu Shiva zum Berg Kailash zurückkehrte.

In Bengalen ist die Durga-Puja ein großes Fest. Wer nicht mehr bei der Familie wohnt, kehrt in dieser Zeit nach Hause zurück, um Navaratri als Familienfest zu feiern.

Der Töpfer zeigt sein Geschick beim Modellieren seiner Werke, der Maler beim Malen seiner Bilder, der Musiker beim Spielen seines Instruments und der Priester beim Rezitieren der heiligen Schriften. Die Bengalen sparen das ganze Jahr über auf das Navaratri-Fest. An die Brahmanen wird reichlich Kleidung verteilt. Die bengalischen Frauen heißen die Göttin mit mütterlicher Liebe willkommen. Wenn sie dann am letzten Tag des Festes das Bild der Göttin im Wasser versenken, ist das ein symbolisches Abschiedsritual für die Tochter, die heiratet und in das Haus ihres Mannes zieht. Sie vergießen mütterliche Tränen dabei. Auf diese Weise wird der Abschied Durgas von ihrer geliebten Mutter begangen.

Die Durga-Puja ist das größte hinduistische Fest zur Verehrung des mütterlichen Gottesaspektes, welcher hier sehr stark betont wird. Die Beziehung zur eigenen Mutter ist die teuerste und liebste aller menschlichen Beziehungen. Insofern ist es auch angemessen, Gott als Mutter anzusehen und zu verehren. Durga repräsentiert die „Göttliche Mutter”, den energetischen Aspekt Gottes. Ohne Durga kann Shiva (reines Bewusstsein) sich nicht ausdrücken und ohne Shiva kann Durga sich nicht manifestieren. Shiva ist die Seele Durgas. Durga und Shiva sind dasselbe. Shiva ist der stille Zeuge. Er ist bewegungslos und vollkommen unveränderlich, unberührt vom kosmischen Spiel. Es ist Durga, die handelt und wirkt.

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Shakti (anderer Name für Durga bzw. den weiblichen Aspekt des Göttlichen) ist die allmächtige Kraft Gottes, die kosmische Energie. Sie wird dargestellt mit zehn verschiedenen Waffen in den Händen, auf einem Löwen reitend. Durch die drei in der Natur wirkenden Eigenschaften Sattwa (Reinheit), Rajas (Aktivität), und Tamas (Trägheit, Dunkelheit) hält sie das göttliche Spiel aufrecht. Wissen, Frieden, Lust, Zorn, Gier, Egoismus und Stolz – all das sind Erscheinungsformen dieser kosmischen Energie.

Die Devi Sukta (Hymne der Göttin) des Rig Veda Samhita (älteste ind. heilige Schrift) handelt von Vak, der Tochter des Weisen Anbhirna. Vak symbolisiert die Sprache. Sie erkennt ihre Identität mit der Göttlichen Mutter, mit jener höchsten göttlichen Kraft, die sich im ganzen Universum in Göttern, Menschen und Tieren und den Geschöpfen des tiefen Ozeans manifestiert.

In der Kena Upanishad14 ist beschrieben, dass die göttliche Mutter Indra und den Göttern Weisheit verlieh und die Götter nur mit Hilfe der Kraft der Göttin fähig waren, die Dämonen zu besiegen. Die Verehrung von Devi, der universellen Mutter, führt zur Erkenntnis des Selbst, wie die Geschichte „Yaksha Prasna“ aus der Kena Upanishad anschaulich unterstreicht. Sie erzählt, wie Uma15, die Göttliche Mutter, den Göttern die Wahrheit lehrt. In gleicher Weise verleiht Shakti ihren Verehrern Weisheit.

Die Verehrung Devis ist demnach gleichbedeutend mit Verehrung der göttlichen Herrlichkeit, Größe und Allmacht. Devi ist weder eine streitbare Dämonin noch Eigentum der Hindus. Devi gehört nicht zu irgendeiner Religion, sondern repräsentiert die Kraft Gottes, das göttliche Bewusstsein. Die Namen Devi, Shakti, Durga usw. und die Vorstellung der damit verbundenen verschiedenen Formen sind lediglich Zugeständnisse an die Grenzen des menschlichen Geistes; sie sind keineswegs umfassende Definitionen dieser kosmischen schöpferischen Energie (Shakti).

Das Urbild, Adi Shakti (adi = Ursprung, Anfang), geht über das menschliche Verstehen hinaus. Krishna sagt in der Bhagavad Gita (eine der wichtigsten indischen Schriften): „Dies ist nur Meine niedere Natur. Jenseits davon ist Meine höhere Natur, das Lebensprinzip an sich, welches das ganze Universum erhält.“

In den Upanishaden heißt es: „Die höchste Kraft Gottes drückt sich auf vielerlei Weise aus. Diese Kraft ist das Wesen Gottes, welches sich als Wissen, Stärke und Tatkraft manifestiert.“
In Wahrheit sind alle Wesen des Universums Shakti-Verehrer – ob sie sich dessen nun bewusst sind oder nicht. Denn es gibt niemanden, der nicht liebt und in irgendeiner Form nach Macht und Kraft strebt. Physiker und andere Wissenschaftler haben mittlerweile den Beweis erbracht, dass alles reine, unerschöpfliche Energie ist. Diese Energie ist nur eine Form der göttlichen Shakti, die in jeder Gestalt vorhanden ist.

Ein Kind ist normalerweise mit der Mutter vertrauter als mit dem Vater, weil die Mutter freundlich, liebevoll, zärtlich und herzlich ist und die Bedürfnisse des Kindes erfüllt. Auch im spirituellen Sinne hat der Aspirant (Schüler, Sucher) – das spirituelle Kind – eine innige Beziehung zu Mutter Durga, die stärker ist als zum Vater Shiva. Daher nähert man sich zunächst der Mutter, die ihr spirituelles Kind dann dem Vater zuführt, damit dieser es zur Erleuchtung bringe.

Die Gnade der Mutter ist grenzenlos; ihre Weisheit ohne Ende; ihre Stärke unermesslich; ihre Herrlichkeit und ihr Glanz unbeschreiblich. Sie schenkt dir sowohl materielles Wohlergehen als auch geistige Freiheit.

Nähere dich ihr mit offenem Herzen. Lege dein Herz mit Offenheit und Demut vor sie hin. Sei einfach wie ein Kind. Töte unbarmherzig die Feinde Egoismus, Hinterlist, Selbstsucht und Unehrlichkeit. Gib dich ihr vollständig, rückhaltlos und ohne zu murren hin. Lobpreise sie mit deinem Gesang. Wiederhole ihren Namen. Verehre sie mit festem Glauben und entschlossener Hingabe. Führe an den Navaratri-Tagen besondere Verehrungsrituale aus. Navaratri ist eine besonders gute Gelegenheit für intensive spirituelle Praxis. Diese neun Tage sind der Göttlichen Mutter geweiht. Vertiefe dich ganz in ihre Anbetung. Wiederhole den göttlichen Namen eine bestimmte Zeit lang konzentriert und regelmäßig.

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Eine weitere Hintergrundgeschichte: Die Göttin kämpfte neun Tage und neun Nächte gegen einen anderen Dämonen namens Bhandasura und seine Kräfte. Dieser Bhandasura hatte eine wunderbare Geburt und ein ebensolches Leben. Nachdem Shiva mit dem Feuer seines dritten Auges den Liebesgott verbrannt hatte, formte Ganesha (Sohn Shivas) aus dessen Asche spielerisch eine Figur, der Shiva Leben einhauchte. So entstand der schreckliche Dämon Bhandasura. Er übte lange Zeit extreme Askesepraktiken, aufgrund derer er den Segen Shivas und eine besondere Wunscherfüllung erhielt. Daraufhin begann er, die Welten zu  schikanieren. Die Göttliche Mutter kämpfte neun Nächte mit ihm – Dämonen haben nachts besonders starke Kraft – und tötete ihn am Abend des zehnten Tages, der als Vijaya Dashami-Tag bekannt ist. Dieser Tag gilt als besonders günstig, um mit dem Studium egal welcher Wissenschaft zu beginnen. An diesem Tag betete Arjuna16 auch zu Devi, bevor der Kampf gegen die Kauravas auf dem Feld von Kurukshetra begann.

In alten Zeiten pflegten die Könige am Vijaya Dashami-Tag Eroberungsfeldzüge durchzuführen oder ausgedehnte Jagdausflüge in die tiefen Wälder zu unternehmen. In Erinnerung an diesen Brauch werden bis heute in bestimmten Gegenden Indiens am Vijaya Dashami-Tag Scheinattacken auf Festungen ausgeführt.

An den Tagen vor Vijaya Dashami betete Rama während seines Kampfes gegen Ravana zu Durga um ihre Hilfe. Dank ihrer Gnade gewann er. Dieser Tag hat deshalb auch viel mit dem Leben von Rama zu tun. Kein anderer Mensch in der ganzen Geschichte der Welt ist Rama in seiner Rolle als Mann, Sohn, Bruder, Ehemann, Vater und König ebenbürtig. Valmiki17 schöpfte seinen Sprachschatz vollständig aus, um der Herrlichkeit Ramas gerecht zu werden und sie zu beschreiben. Wir feiern Dussera (andere Bezeichnung für das Fest) dann im richtigen Geist, wenn wir uns redlich bemühen, den „Dämonen“ unseres Egos zu überwinden und immer und überall Frieden und Liebe auszustrahlen. Wir wollen uns fest vornehmen, Menschen mit einem geläuterten Charakter zu werden, und auch entsprechend zu handeln. Die Geschichte und das Vorbild Ramas sind weithin bekannt. Wenn es uns gelingt, auch nur einen Bruchteil seiner Lehren zu befolgen, wird unser Leben stärker duften als Rosen und heller glänzen als Gold.

Im Wort Dussera steckt auch die Interpretation als „Dasa-Hara“, was soviel bedeutet wie „das Abschneiden der zehn Köpfe Ravanas“. Lasst uns entschlossen noch heute die zehn Köpfe des Ego abschneiden, nämlich Leidenschaft, Stolz, Zorn, Gier, Verblendung, Neid, Hass, Eifersucht, Selbstsucht und Unehrlichkeit, und so Dussera feiern.

Religiöse Bräuche und traditionelle Rituale haben oft eine mehrfache Bedeutung. Abgesehen davon, das sie der Verehrung des Göttlichen dienen, erinnern sie an besondere geschichtliche Ereignisse, sind allegorisch zu sehen hinsichtlich ihres spirituellen und übersinnlichen Gehaltes und dienen dem Einzelnen als wichtige Wegweiser und Hilfe auf dem Weg zur Gottverwirklichung.

Rein äußerlich ist die neuntägige Verehrung der Göttin eine Siegesfeier. Der Sieg der göttlichen Mutter im Kampf gegen die übermächtigen Dämonen wird gefeiert.

Man kann diese neun Tage aber auch in Abschnitte von je drei Tagen unterteilen, die jeweils einem bestimmten Aspekt der Gottheit gewidmet sind. Durch diese Unterteilung in Drei-Tages-Abschnitte enthüllt sich für jeden ernsthaft spirituell Interessierten eine äußerst subtile, gleichzeitig jedoch auch zutiefst praktische Wahrheit. Von einem höheren kosmischen Gesichtspunkt aus verkörpern diese Abschnitte die Stufen der Entwicklung des Menschen zum Göttlichen, von der Individualität (Jiva) zum allumfassenden reinen Bewusst sein (Shiva). Für den Einzelnen kann Navaratri und seine Unterteilung die Richtung seiner weiteren spirituellen Praxis aufzeigen. Deshalb stelle ich die spirituelle Bedeutung von Navaratri im folgenden genauer dar.

Der Hauptzweck des Lebens besteht darin, die immerwährende Einheit mit dem Höchsten zu erkennen, in das Göttliche hineinzuwachsen. Das Höchste Eine verkörpert die absolute Vollkommenheit und makellose Reinheit. Deine Identität mit diesem Höchsten zu erkennen, die Einheit mit Ihm zu erreichen, heißt wahrlich hineinzuwachsen in dieses Gleichsein mit Gott. Als erstes muss sich der spirituell Suchende von all den unzähligen Unreinheiten und der niederen Natur befreien, die sich in diesem verkörperten Zustand an ihn klammern. Dann muss er sich hohe Ideale und glückbringende positive göttliche Eigenschaften aneignen. Hat er sich so gereinigt, strömt Wissen auf ihn herab wie Sonnenstrahlen auf das kristallklare Wasser eines ruhigen Sees.

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Dieser Prozess erfordert einen starken Willen, fest entschlossenes Bemühen und einen anstrengenden Kampf. Man braucht Stärke und Kraft. Auf diese Weise, also als Kraft und Energie, muss die Göttliche Mutter durch den Aspiranten wirken.

In den ersten drei Tagen wird der weibliche Gottesaspekt als höchste Kraft und Macht, als Durga, die Furchterregende, verehrt. Man betet zu Mutter Durga, um alle seine Unreinheiten und Fehler zu zerstören. Sie kämpft mit ihnen und überwindet die negativen Eigenschaften und die niedere Natur im spirituellen Aspiranten.

Sie ist auch die Kraft, die dich in deiner spirituellen Praxis vor den vielen Gefahren und Fallgruben schützt. So stehen die ersten drei Tage für die Zerstörung von Unreinheit sowie die entschlossene Bemühung, den Kampf gegen die schlechten Neigungen im Geist aufzunehmen. Sie sind daher der Verehrung des zerstörerischen Aspekts der Göttlichen Mutter gewidmet.

Hat man erst einmal seine Aufgabe bezüglicher dieser negativen Seite erfüllt, also die unreinen Neigungen und alten, fehlerhaften Gewohnheiten gebrochen, dann ist der nächste Schritt der Aufbau einer spirituellen Persönlichkeit, das Ersetzen der ausgeschalteten niederen Eigenschaften durch neue, positive Eigenschaften. Es gilt nun, die göttlichen Eigenschaften, wie sie zum Beispiel Krishna in der Bhagavad Gita erwähnt, zu erwerben. Der Aspirant muss all diese glücksbringenden Qualitäten kultivieren und entwickeln. Er muss gewaltigen spirituellen Reichtum anhäufen, um den Preis für das seltene Juwel der göttlichen Weisheit bezahlen zu können. Wenn diese Entwicklung der positiven Eigenschaften nicht mit dem nötigen aufrichtigen Ernst betrieben wird, wird die alte niedere Natur ihren Kopf immer wieder erheben. Deshalb ist diese Aufbauphase für einen spirituellen Aspiranten ebenso wichtig wie die vorhergehende des Zerstörens. Der wesentliche Unterschied ist: In der ersten Phase wird das niedere egoistische Ich unbarmherzig ausgemerzt, während der zweite Abschnitt eine systematische, beständige, ruhige und aufrichtige Anstrengung zur Entwicklung von Reinheit darstellt.

Diese angenehmere Seite des Sadhana (spirituelle Praxis) ist gekennzeichnet durch die Verehrung des Lakshmi-Aspektes. Sie schenkt ihren Verehrern unerschöpflichen göttlichen Reichtum (Daivi Sampath). Lakshmi ist der göttliche Aspekt des Überflusses, des Reichtums auf allen Ebenen. Sie ist die Reinheit selbst. Sie wird in den folgenden drei Tagen von Navaratri besonders verehrt.

Hat der Aspirant erst einmal erfolgreich die negativen Eigenschaften aufgelöst und sattwige (reine) göttliche Qualitäten entwickelt, ist er bereit, das höchste Licht der Weisheit, göttliche Erkenntnis, zu empfangen. Diese dritte Phase ist der Verehrung von Saraswati gewidmet. Saraswati steht für das personifizierte göttliche Wissen, die Erkenntnis des Absoluten. Der Klang ihrer himmlischen Vina (indisches Saiteninstrument) lässt die erhabenen Weisheiten der Upanishaden, welche die Wahrheit und die heilige Silbe OM offenbaren, erklingen. Saraswati schenkt Wissen um den höchsten magischen Klang und bringt dann vollständige Erkenntnis des Selbst, was durch ihr reines, blendend weißes Gewand symbolisiert wird.

Der zehnte Tag, Vijaya Dashami, feiert den Triumph der Seele, die dank des Wissens durch die Gnade Saraswatis noch in dieser Welt, in diesem Leben, Befreiung erlangt. Die Seele ruht im eigenen höchsten Selbst, Satchidananda Brahman (dem Absoluten, das reines Sein, Wissen und Wonne ist). Dieser Tag feiert den Sieg, das Erreichen des Ziels. Die Fahnen des Sieges sind gehisst: Siehe! Ich bin eins mit Gott! Ich bin Er!

Die Reihenfolge der Verehrung dieser drei Aspekte des Göttlichen hat eine ganz besondere Bedeutung in der spirituellen Entwicklung des Aspiranten. Sie kennzeichnet die notwendigen Stadien der Entwicklung, durch die jeder hindurchgehen muss. Eine Stufe geht natürlicherweise in die andere über. Diesen Weg abzukürzen, führt ganz sicher zum Misserfolg. Viele Sucher auf dem spirituellen Weg möchten heutzutage auf direktem Weg sofort all das überlieferte Wissen, ohne die vorher notwendigen inneren und äußeren Reinigungsprozesse und die Arbeit an der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und „göttlicher“ Eigenschaften. Anschließend beklagen sie sich, dass sie auf ihrem Weg nicht vorwärtskommen. Wie könnten sie auch? Man bekommt keinen Zugang zum wahren Wissen, solange die Unreinheiten nicht überwunden und Denken und Handeln rein geworden sind. Wie kann eine reine Pflanze in vergifteter Erde heranwachsen?

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Deshalb halte dich an diese Reihenfolge. Deine Bemühungen werden sicher von Erfolg gekrönt sein. Das ist dein Weg. Wenn du eine negative Eigenschaft zerstörst, entwickle die ihr entgegengesetzte positive. So wirst du dich zu der Vollkommenheit hin entwickeln, die in der Identifikation mitdem Selbst gipfelt, was dein Ziel ist. Dann wird alles Wissen dir gehören; du wirst allwissend, allmächtig sein und du wirst deine Allgegenwärtigkeit fühlen. Du kannst dein Selbst in allem erkennen. Du wirst den ewigen Sieg über das Rad der Wiedergeburten und über den Dämon der weltlichen Gesinnung erlangen. Nie wieder Schmerz, nie wieder Elend, nie wieder Geburt, nie wieder Tod! Sieg! Der Sieg ist dein!

Ruhm und Ehre der Göttlichen Mutter! Lass dich von ihr Schritt für Schritt auf der spirituellen Leiter nach oben führen und dich mit dem Göttlichen vereinigen!

Im Dämon in Rishikesh finden anlässlich von Navaratri folgende Veranstaltungen und Zeremonien statt:

1. Täglich wird ein besonderes Ritual zur Verehrung der göttlichen Mutter durchgeführt. Dazu gehört auch das Rezitieren des Durga-Saptashati.

2.
Unter Rezitation der Shri Lalita Sahasranama („Tausend Namen von Lalita18“) wird der Göttin im Tempel hunderttausend mal geopfert (Laksharchana: lakh = hunderttausend, archana = rituelles Opfer).

3.
Alle Ashrambewohner sollen das Navarna-MantraAim hrim klim chamundayai vichche“ oder ihr eigenes Mantra so oft wie möglich zu rezitieren (Japa = Mantrawiederholung).

4.
Jeden Abend zum Satsang (gemeinsame Meditation, Mantrasingen und Vortrag) wird ein kunstvoll geschmückter Altar aufgestellt, auf dem während der ersten drei Tage ein Bildnis von Durga, danach von Lakshmi und während der letzten drei Tage von Saraswati steht. Verse aus den heiligen Schriften wie Durga Saptashati oder Devi Mahatmya werden rezitiert und erläutert. Kirtans (spirituelle Lieder, Mantras) werden gesungen. Der Abend endet mit der Darbringung von Blumen für die Göttin und dem Arati (Lichtzeremonie). Manchmal werden auch Szenen aus der Devi Mahatmya aufgeführt.

5.
Ernsthafte spirituelle Aspiranten ernähren sich an diesen neun Tagen oder wenigstens an je einem Tag der jeweiligen Drei-Tages-Phasen nur von Milch und Früchten.

6.
Am neunten Tag werden neben Büchern, die für Saraswati, also für Wissen, stehen, auch alle möglichen anderen Geräte wie etwa Schreib- und Druckmaschinen, symbolisch verehrt.

7.
Zum Abschluss von Navaratri werden am Vijaya-Dashami-Tag spirituelle Aspiranten auf Wunsch in ihr persönliches Mantra (Sanskritwort oder -vers, der eine bestimmte Energie in sich eingeschlossen hat) eingeweiht. Wer schon länger auf dem spirituellen Weg ist, kann sich an diesem Tag in Sannyas (Entsagung, Mönchstum) einweihen lassen. Schulkinder – und auch ältere des Schreibens unkundige „Kinder“ – werden besonders gesegnet zum Beginn der Schulzeit, zum Erlernen des Alphabets. Studenten beginnen ihre neuen Semester. Am Morgensatsang werden die Bücher, welche am neunten Tag verehrt wurden, nochmals verehrt. Jeweils ein Kapitel aus den wichtigsten Schriften wie der Bhagavad Gita, den Upanishaden, den Brahma Sutras, dem Ramayana sowie der Shrimad Bhagavatam wird rezitiert.

8.
Am Vijaya Dashami-Tag wird auch eine Kanya-Puja durchgeführt, wobei neun junge Mädchen unter zehn Jahren als Verkörperung der Göttlichen Mutter verehrt werden. Sie erhalten auserlesene Speisen und neue Kleider.

9.
An diesem letzten Tag wird im Tempel ein großes Havan (Feuerzeremonie) durchgeführt, wobei die Durga Saptashati und andere Verse zur Lobpreisung der Göttlichen Mutter rezitiert werden.

3. Kapitel
 

12. In Indien gibt es drei Jahreszeiten: Sommer ab April/Mai, Regenzeit ab Juni/Juli, Winter ab Sept./Okt.
13. Wie den meisten anderen Festen liegen auch Navaratri verschiedene Legenden und mythologische
Geschichten zugrunde, von denen einige hier erwähnt werden
14. Die Upanishaden sind wichtige klassische Schriften. Sie bilden den metaphysischen Teil und gleichzeitig
den Schlussteil der Veden. Die Veden sind die ältesten heiligen Schriften Indiens, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen vermutlich zwischen 3000 und 4000 v.Chr. erstmals niedergeschrieben.
15. Uma ist ein anderer Name für Parvati, die Gattin Shivas. In der Kena Upanishad ist Uma die Vermittlerin
zwischen Brahman und den Devas, den Engelswesen.
16. Held der Bhagavad Gita, einer der wichtigsten ind. Schriften.
17. Heiliger und Weiser, der das Ramayana, das Epos über das Leben Ramas, verfasst hat.

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