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Kancha Prabhu

Einst lebte in einem fernen Dorf in der Nähe von Allahabad ein Vaishya (Ein Mensch vom Stand der Händler und Kaufleute) namens Kancha Prabhu. Seine Eltern waren aus Mysore und er hatte seine Heimatstadt auf der Suche nach einem Geschäft verlassen. Schließlich ließ er sich in Allahabad nieder. Dort handelte er mit Stückgut. Durch den Willen Gottes wurde er sehr reich. Er war so reich, dass er schon gar nicht genau wusste, wie viel er besaß. Er hatte aber keine Söhne. Nur seine Frau lebte bei ihm. Die Tage zogen vorüber und Kancha Prabhu wurde alt. In seinem ganzen Leben hatte er niemals irgendjemandem Almosen gegeben. Eines Tages meinte seine Frau, Santipriya, sie sollten doch ein wenig Wohltätigkeit üben und so wenigstens ein Mal im Leben Benares und die anderen heiligen, wichtigen Pilgerorte besuchen.

Kancha Prabhu zögerte eine Pilgerfahrt anzutreten, er befürchtete den Verlust des Fahrpreises, die hohen Kosten für Lebensmittel und auch die anderen Ausgaben im Zusammenhang mit einer Pilgerfahrt. Er sagte daher, sie bräuchten keine Pilgerfahrt anzutreten, denn in Prayag selbst sei der heiligste der Tirthas (heiliger Badeplatz). Es reiche völlig, wenn sie ein Bad im Triveni in Prayag nehmen würden. Seine Frau war auch damit einverstanden. Kancha Prabhu nahm kein Geld für Almosen mit. Er band ein paar Gran (altes Apothekergewicht, entspricht einem ½ Gramm) Schotenfrüchte in ein Tuch und machte sich auf den Weg zu seinem Bad im Ganges. Er wollte zu einer Ghat (Treppe zum Fluss) gehen, wo ihn keine Pandas (Priester) erwarteten. Es war aber Sankranti (Erntefest) Tag und alle Ghats waren voll besetzt. Er fürchtete sich schrecklich vor den Pandas, denn sie würden Geld als Dakshina (rituelles Geschenk) verlangen.

So machte er einen Umweg und kam zum Murda Ghat, wo die Toten verbrannt wurden. Gott Shiva (einer der Hauptgötter) erkannte sogleich das Motiv des Bania (Kaste von Händlern und Kaufleuten) und so nahm er die Gestalt eines Panda an und setzte sich auf die Ghat. Der Bania erschrak, als er einen Panda sogar im Ghat der Einäscherung sah. Der Panda kam näher und sagte, „O Sethji! Heute ist ein Glückstag. Habe Sankalpa (positive Gedanken) vor dem Bad.“ Der Bania sagte: „Ich habe kein Geld.“ Der Panda antwortete: „Du kannst mir Dakshina (Almosen) später geben. Sag mir nur was du geben wirst.“ Der Bania sage er werde ihm ein Pice (kleine indische Kupfermünze) geben. Gott Shiva, der sich in der Gestalt des Panda befand, war erfreut und führte alle Rituale durch. Der Bania nahm das Bad und kehrte mit seiner frommen Frau, die alles mit Interesse beobachtet hatte, nach Hause zurück. Sie konnte aber ihn nicht darauf Aufmerksam machen, dem Panda Dakshina zu geben, sonst wäre er erzürnt.

Einige Zeit später wandte sich der Panda wegen seines Dakshina an den Bania. Kancha Prabhu war im Haus und seine Frau meldete ihm die Ankunft des Panda. Kancha Prabhu überlegte, wie er das versprochene Dakshina von einem Pice sparen könne. Er fühlte sich elend, so als ob alles Leben aus seinem Körper weichen würde, wenn er diese Summe als Wohltätigkeit gäbe. Er sagte seiner Frau, sie solle den Panda bitten, später wieder zu kommen und gab vor hohes Fieber zu haben. Die Frau sagte zu dem Panda, ihrem Mann ginge es nicht gut und er könne ihn nicht empfangen, so wie ihr Mann sie angewiesen hatte. Der Panda sagte, er müsse unbedingt zu dem Sethji gehen, da diesem unwohl sei. Es sei, so sagte er, seine Pflicht nach ihm zu sehen, insbesondere wenn er krank sei. Santipriya berichtete ihrem Mann, dass der Panda festentschlossen sei, ihn zu sehen und ihm so lange zu dienen wie er krank sei. Nun war Kancha Prabhu wirklich in der Klemme. Er erdachte sich einen neuen Plan. Er bat seine Frau, dem Panda zu sagen, dass das Fieber sehr hoch gewesen sei und er plötzlich gestorben sei. Der Panda könne gehen. Es hätte keinen Zweck länger zu warten. Als er dies hörte, sagte der Panda, „Oh, meine liebe Frau! Zu meinem Unglück ist mein Wohltäter tot. Ich werde die letzten Riten für ihn durchführen und erst dann kann ich diesen Ort verlassen.“ Die Frau brachte auch diese Nachricht ihrem Mann. Da sagte der Bania, „Liebe Santipriya, dieser Panda wird mich nicht verlassen. Bring den Sarg und führe mich zur Begräbnisstätte.“

In tiefer Trauer legte die Frau den Körper ihres Mannes in den Sarg. Er bewegte sich nicht und stellte sich die ganze Zeit tot. Der Begräbniszug startete und erreichte die Ghat der Einäscherung. Der Panda sang Mantras (Gebetsformel) und als der Körper des Bania gerade auf das Feuer gelegt werden sollte, schrie der Bania auf und sprang aus dem Sarg! Als er dies sah, lachte der Gott in der Gestalt des Panda herzhaft und enthüllte seine wahre Gestalt. Er sagte dem Bania, er dürfe um eine Gunst bitten, da er sich köstlich amüsiert hätte. Der Bania sagte: „Oh Herr! bitte verzeiht mir und befreit mich von dem Versprechen dir deine Dakshina zu zahlen!“ Gott sagte: „So sei es“, und verschwand. Rätselhaft ist die Verhaftung. Rätselhaft ist die menschliche Natur. Ähnliche Vorfälle lassen sich auch heute noch finden. Wer aufmerksam beobachtet kann die Torheit, sich an weltliche Dinge zu klammern und endlose Schmerzen und Elend zu erleiden, deutlich erkennen. Kannst du auch nur einen einzigen Pice aus dieser Welt mitnehmen, wenn du stirbst? Alles musst du hinter dir lassen, sogar deinen Körper den du so sehr liebst.

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