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Göttliche Erkenntnis


Mahabharata

Mahabharata

Das Mahabharata wurde von Vyasa (Krishna Dvaipayana), dem Großvater der Helden aus diesem Epos verfaßt. Er teilte dieses Epos seinem Sohn Suka, seinem Schüler Vaisampayana und anderen mit. König Janamejaya, der Sohn von Parikshit, der Enkel der Helden des Epos, führte ein großes Opfer aus. Das Epos wurde Janamejaya auf Geheiß Vyasas von Vaisampayana vorgetragen. Später rezitierte Sauti das Mahabharata für Saunaka und andere während des Opfers, das von Saunaka in Naimisaranya bei Sitapur in Uttar Pradesh (Indien) ausgeführt wurde, so wie es Vaisampayana für Janamejaya getan hatte.

Inhalt des Mahabharata

Das Mahabharata enthält die Essenz aller Schriften. Es ist eine Enzyklopädie über Ethik, Wissen, Politik, Religion, Philosophie und Dharma. Der große Autor sagte im ersten Kapitel zu Brahma (dem Schöpfer) hinsichtlich des Inhalts des von ihm vorgeschlagenen Werks: »Herr, die Geheimnisse der Veden, die ich an anderer Stelle festgehalten habe, die Lehren der Upanishaden, Einzelheiten über vedischen Rituale, die subtilen Lehren der Itihasas und Puranas, das Wissen um die dreifachen Zeitangaben - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - bestimmte genaue Angaben über Alter, Tod, Angst und Krankheiten, die einzelnen Punkte betreffend die Pflichten, die den Asramas vorgeschrieben sind, Einzelheiten über die Einteilung in die vier Varnas, Richtlinien zur Auftrechterhaltung von Askese und Zölibat, Einzelheiten über den Einfluß und die Bewegungen der Planeten, der Sonne, des Mondes und der Erde, die spirituelle Lehre der Veden, Logik, Medizin, Regeln der Barmherzigkeit, die Pasupata Religion, Einzelheiten über das himmlische und das menschliche Leben, Beschreibungen von heiligen Flüssen, Ländern und Orten, die Kriegswissenschaft, die Art der Sprachwissenschaft und der Rede, die Art und Weise weltlicher Lebensführung - all das ist in diesem Werk enthalten. Nichts mehr bleibt zu schreiben, was es in der Welt gibt.« Abschließend sagte der Autor: »Was hier gesagt wird, findet sich auch an anderer Stelle; was sich hier nicht findet, ist auch sonst nirgends.« Das Mahabharata hat hunderttausend Verse.

Es hat achtzehn Parvans oder Abschnitte, nämlich Adi Parva, Sabha Parva, Vana Parva, Virata Parva, Udyoga Parva, Bhishma Parva, Drona Parva, Karna Parva, Salya Parva, Sauptika Parva, Stri Parva, Santi Parva, Anusasana Parva, Asvamedha Parva, Asramavasika Parva, Mausala Parva, Mahaprasthanika Parva und Svargarohanika Parva. Jedes Parva hat viel Unterparvas, Unterteilungen.

Synopse des Mahabharata

Das Mahabharata ist die Geschichte des großen indischen Krieges zwischen den Pandavas und den Kauravas. Die beiden Brüder Dhritarashtra und Pandu wurden als Nachkommen des Weisen Vyasa nach dem Tod von Vichitravirya geboren. Da Dhritarashtra blind war, folgte Pandu auf dem Thron, aber er überließ das Königreich seinem älteren Bruder und ging in den Wald, wo seine fünf Söhne Yudhishthira, usw. geboren wurden und den Namen Pandavas erhielten. Dhritarashtra hatte auch hundert Kinder, Duryodhana und andere, die den Namen Kauravas erhielten. Pandu starb, als seine Söhne noch Kinder waren, und Dhritarashtra herrschte weiter über das Königreich mit Hilfe seines Großonkels Bishma, der lebenslanges Zölibat gelobt hatte. Die Pandava und Kaurava Prinzen wurden von Dronacharya gemeinsam aufgezogen, ausgebildet und unterrichtet. Beide Prinzengruppen nahmen für sich ein Recht auf das Königreich in Anspruch, waren den anderen feindlich gesinnt, und ihre Gefühle und Beziehungen wurden von Tag zu Tag angespannter. Wegen der Verfolgung durch die Kauravas verließen die Pandavas ihr Heim und erlitten viel Härte und Schmerz, aber bei ihrer Hochzeit mit der Tochter von Drupadam, schickte König Dhritarashtra nach den Pandavas und übergab ihnen eine Hälfte des Reiches. Die Pandavas verbesserten ihr Land, richteten ihre Hauptstadt in Indraprashtra ein und führten dann mit großem Glanz das Pferdeopfer aus. Die Kauravas waren auch eingeladen, aber angesichts des großen Vermögens der Pandavas, und beleidigt durch Witze, die über sie gemacht wurden, wurden sie von Eifersucht und Mißgunst überwältigt und kehrten mit Gefühlen von Feindschaft und Rache nach Hause zurück. Dann schmiedeten sie Pläne gegen die Pandavas, luden sie zum Glückspiel ein und gewannen dabei all ihr Vermögen, das Königreich und ihre Personen und beleidigten Draupadi vor den Augen aller Anwesenden. Am Ende wurde festgelegt, daß die Pandavas für zwölf Jahre ins Exil in den Wald gehen und ein weiteres Jahr unerkannt bleiben müßten; nach ihrer Rückkehr aus dem Exil sollten sie berechtigt sein, ihr verlorenes Königreich zurückzuerhalten. Die Pandavas taten das alles, aber bei ihrer Rückkehr verweigerten die Kauravas die Rückgabe des Königreichs. Das führte zu einem Familienkrieg, in dem alle Kauravas und die beiden Armeen ausgelöscht wurden und nur die Pandavas überlebten und siegreich blieben.

Die Pandavas wurden unterstützt von Shri Krishna und anderen Freunden, Drupada, Virata, usw., und ihre Streitkräfte betrugen sieben Bataillons (Akshauhinis). Die Kauravas wurden ebenfalls unterstützt von ihren Verwanden und Freunden, und ihre Streitkräfte betrugen elf Bataillons. Die Pandavas waren erfolgreich durch ihr gerechtes Anliegen und göttliche Gnade.

Das Mahabharata, das bekannteste indische Epos, ist als Buch einzigartig in seiner Art auf der ganzen Welt. Es wird auch der fünfte Veda genannt. Es enthält unzählige Geschichten neben der Hauptepisode - dem Mahabharata - die moralische Lektionen geben oder irgendwelche Charakteristika des alten Indien illustrieren. Es enthält die Geschichte des politischen, sozialen und religiösen Lebens. Die in diesem Epos enthaltenen Geschichten, Lieder, Märchen, Anekdoten, Parabeln, Gespräche und Aussprüche sind wundervoll und überaus lehrreich. Es enthält die glänzende Geschichte von mächtigen Helden, sehr mutigen Kriegern, tiefsinnigen Denkern, profunden Philosophen, Weisen und Asketen und hingebungsvollen keuschen Gemahlinnen.

Das Bishma Parva des Mahabharata enthält die heilige Botschaft der Srimad Bhagavad Gita, ein Gespräch zwischen Shri Krishna und Arjuna. Die Gita ist der Kern des Mahabharata. Da dem Yoga hier ein solcher Vorzug gegeben wird, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das übrige Mahabharata, das Yoga direkt oder allegorisch erwähnt, eine Abhandlung über Yoga ist.

Die Anfangs- und die Schlußzeilen des großen Epos sind von großem Interesse. Es beginnt: »Vyasa besang die unbeschreibliche Größe und Herrlichkeit von Gott Vasudeva, der Quelle und Halt von allem ist, der ewig ist, unveränderlich, aus sich selbst strahlend, und der in allen Wesen wohnt, und von der Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenheit der Pandavas.« Es endet: »Mit erhobenen Händen rufe ich so laut ich kann, aber leider, niemand hört mein Worte, die höchsten Frieden schenken können, Freude und ewige Wonne. Durch Dharma (Rechtschaffenheit - Pflichterfüllung) kann Wohlstand und alles Gewünschte erreicht werden. Warum gibt es Menschen, die dem Dharma nicht folgen ? Man darf Dharma unter keinen Umständen aufgeben, nicht einmal unter Lebensgefahr. Man darf nicht aus Leidenschaft, Furcht oder Habsucht auf Dharma verzichten, oder um sein Leben zu erhalten.

Das ist das Bharata Gayatri. Meditiere täglich darüber, Oh Mensch, wenn du dich zur Ruhe begibst, und wenn du dich allmorgendlich von deinem Lager erhebst. Du wirst alles erreichen. Du wirst Ruhm erlangen, Herrlichkeit, Reichtum, ein langes Leben, ewige Wonne, immerwährenden Frieden und Unsterblichkeit.«

Personen im Mahabharata

Jede der im Epos beschriebenen Personen hat einen unsterblichen Namen zurückgelassen, der Lektionen in Moral erteilt. Der edle und heldenhafte Ahnherr Bishma - der Macht über seinen Tod hatte und im Krieg selbst von den Göttern nicht zu bezwingen war - inspiriert uns noch immer mit dem Geist der Selbstaufopferung, des unerschrockenen Mutes und der Reinheit. Yudhishthira ist noch immer ein Beispiel für Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. Er ist ein inspirierendes Beispiel, auch heutzutage, für Herrscher über Königreiche und Staaten. Er war eine Verkörperung von Gerechtigkeit, Geduld, Beständigkeit, Reinheit, Wahrhaftigkeit und Nachgiebigkeit. An seinen Namen zu denken, läßt uns noch immer im Herzen erschaudern und treibt uns dazu an, den Weg der Wahrheit und der Tugend zu beschreiten. Karna lebt noch immer in unseren Herzen aufgrund seiner überaus großen Freigiebigkeit und Liberalität. Karnas Name ist sprichwörtlich geworden. Man sagt auch jetzt, wenn man einem besonders großzügigen Menschen begegnet: »Er gibt wie Karna.« Auch jetzt noch bewundern wir Arjuna als vollkommenen Menschen und verehren Shri Krishna als unseren Beschützer und Retter. Wenn wir in Schwierigkeiten sind und verzweifelt, beten wir zu Ihm: »Oh Herr ! Rette uns, so wie Du einst Draupadi und Gajendra gerettet hast.«

Der Glanz und der hervorragende Ruf dieser strahlenden Personen des Mahabharata haben trotz des Wütens der grausamen Zeit keine Einbuße erlitten. Ihr Charakter war makellos und erhaben. Daher waren auch ihre Taten bewundernswert, lobenswert und erhaben. Stets ist Entschlossenheit im Leben großer Männer aller Länder der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Helden würden kein Zoll vom Pfad ihrer Pflicht abweichen, wenn sie dazu aufgerufen sind, sie zu erfüllen. Man ist verblüfft und sprachlos, wenn man von der wunderbaren Stärke Bhimas liest, von Arjunas beeindruckendem Geschick in der Handhabung von Pfeil und Bogen, von Sahadevas Gewandtheit in der Verwendung des Schwertes, von Nakulas profunder Kenntnis der Astronomie und von Yudhishthiras höchst rechtschaffenem Verhalten und seiner Gerechtigkeit in allen Dingen. Die heroischen Taten von Bishma, Karna, Drona, Parasurama, Jayadratha, Dhrishtadyumna, Asvatthama und vieler anderer sind übermenschlich. Diese Helden übten strenges Tapas und erwarben sich außergewöhnlichen Segen vom Herrn. Deshalb vollbrachten sie wunderbare heldenhaften Taten, die jeder Beschreibung spotten.

Draupadi, Savitri, Kunti, Madri, Damayanti und Gandhari waren ihren Gatten zutiefst ergeben. Sie waren kühn und furchtlos in größten Schwierigkeiten, Härten, Leiden und Entbehrungen. Sie waren fromm. Sie ertrugen die Leiden durch die Kraft ihrer Keuschheit und moralischen Stärke. Sie waren ideale Gattinnen und Mütter. Deshalb sind ihre Name unsterblich geblieben.

Die Leiden der Pandavas und Draupadis, Nalas und Damayantis, Savitris und Satyavans zeigen uns klar und deutlich die harte Wahrheit, daß das Ziel des Lebens, Vollkommenheit, nur durch Schmerz und Leiden erreicht werden kann. Schmerz ist das Mittel, durch das der Mensch geformt, diszipliniert und gestärkt wird. So wie unreines Gold durch das Schmelzen in einem Schmelztiegel in reines Gold umgewandelt wird, so wird auch der unvollkommene und schwache Mensch durch das Schmelzen im Schmelztiegel von Leid und Schmerz rein, vollkommen und stark gemacht.

Der blinde Dhritarashtra steht für Avidya, Unwissenheit; Yudhishthira für Dharma; Duryodhana für Adharma; Draupadi für Maya; Bhishma für Leidenschaftslosigkeit; Dussasana für schlechte Eigenschaften; Sakuni für Eifersucht und Treulosigkeit; Arjuna für die individuelle Seele; und Shri Krishna für die höchste Seele. Kurukshetra ist das Antahkarana.

Lehre

Die Botschaft des Mahabharata ist die Botschaft von Wahrheit und Rechtschaffenheit. Das große Epos führt zu einem moralischen Erwachen der Leser und bringt sie dazu, den Pfad von Satya und Dharma einzuschlagen. Es treibt sie mit großer Macht zu guten Taten, zur Praxis von Dharma und zur Pflege von Leidenschaftslosigkeit, indem es sie die täuschende Natur dieses Universums und seinen leeren Ruhm und Sinnesfreuden erkennen und ewige Wonne und Unsterblichkeit erlangen läßt. Es bringt Menschen dazu, das zu tun, was Yudhishthira getan hat, und aufzugeben, was Duryodhana getan hat. Halte fest an Dharma. Du wirst immerwährendes Glück und Moksha erreichen, das höchste Gut des Lebens. Das ist der eigentliche Inhalt und die zentrale Lehre des Mahabharata.

Möge die Lehre dieses hervorragenden alten Epos dich bei jedem Schritt in deinem Leben leiten. Mögest du an Dharma festhalten. Mögen die großen Charaktere des Mahabharata dich inspirieren. Mögest du die Rechtschaffenheit Yudhishthiras, die Reinheit Bishmas, den Mut Arjunas und die Großzügigkeit Karnas in dich aufnehmen. Ehre sei Shri Bhagavan Vyasa, dem Ahnherrn der Helden, dem Autor des Mahabharata, Chiranjivi und Avatar Gott Haris. Möge sein Segen auf euch allen sein!


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