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31. Warum erreichen wir das Ziel nicht?

Wenn Swamiji manchmal über das Ziel des Lebens, die Gott- Verwirklichung, spricht, stellt er die rhetorische Frage: „Und warum erreicht ihr das Ziel nicht?“ Dann fährt er fort: „Weil ihr mehr an den Objekten der Sinne interessiert seid, an den Dingen, die ihr schmecken, fühlen, sehen, riechen und hören könnt. Das hält euren Geist davon ab, nach innen zu gehen.“ Wenn wir aber die spirituelle Praxis aufnehmen - wenn wir selbstlosen Dienst anbieten, uns Gott hingeben, meditieren, hinterfragen - dann kann sich der Geist allmählich von den Objekten der Sinne lösen, wenn wir Glück haben. Und mit den Jahren, wenn unser Leben mehr oder weniger mit diesen lohnenden spirituellen Praktiken erfüllt ist, sollten wir im Vergleich zu dem, der wir vorher waren, ein besserer Mensch werden.

Aber die Welt ist voller guter Menschen. Wohin du auch gehst, ob in den Ashram oder in ein durchschnittliches Heim, findest du bewundernswerte Leute. Und so taucht eine andere Frage auf: „Wenn es so viele gute Menschen in der Welt gibt, warum gibt es dann so wenige verwirklichte Heilige?“ Swamiji deutet auf die Antwort, indem er sagt: „Weil du so in dein Ich verliebt bist. Du fütterst es, du beschützt es. Du würdest alles tun für das „Ich“ – dieses Gefühl, dass ich jemand bin, dass man gut von mir denkt, dass ich anerkannt werde.

Selbst wenn wir also die Objekte der Sinne aufgeben, wollen wir als eine religiöse oder spirituelle Person anerkannt werden; wir wollen, dass man gut von uns denkt. Auf der einen Seite ist das lobenswert. Lieber sollte man gut von uns denken als schlecht. Aber das bindet uns noch immer. Es ist die religiöse Perspektive. Die spirituelle Sicht ist etwas ganz anderes. Die spirituelle Sicht lässt keinen Raum für das Ich und was es will, selbst wenn es spirituell sein will.

Die spirituelle Sicht sagt, dass dieses Ich völlig falsch ist. Du verteidigst etwas, arbeitest für etwas, versuchst etwas zu vergrößern und willst etwas spirituell machen, das es noch nicht einmal gibt. Die spirituelle Sicht nimmt uns den Atem. Sie bedeutet, dass wir ganz umkehren und uns in eine andere Richtung bewegen müssen. Solange wir gut sein wollen, solange wir spirituell oder religiös im Namen eines Ichs sein wollen, sind wir noch gebunden.

Es mag eine goldene Kette sein statt einer eisernen, aber wir sind noch gebunden. Die spirituelle Sicht sagt, dass wir das Ich hinter uns lassen müssen. Wir sind nur für eine einzige Sache hier, nämlich Ausdruck des ganzen Universums zu sein. Wir sind nicht unseretwegen hier, sondern Gottes wegen. Die spirituelle Sicht sagt uns, dass unser Ziel, unsere Größe erscheint, wenn wir verschwinden und nur Gott ist.

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32. Die Bedeutung des gesunden Menschenverstandes

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Erfolg im spirituellen Leben und dem Erfolg im weltlichen Leben. Wenn wir diesen entscheidenden Unterschied nicht verstehen, entgeht uns irgendwie der Erfolg im spirituellen Leben. Der wesentliche Unterschied ist, dass Erfolg im normalen weltlichen Leben immer bedeutet, etwas Neues erreicht zu haben, etwas von außen zu bekommen.

Erfolg im spirituellen Leben bedeutet, etwas zu entdecken, was wir schon immer waren. Anstatt etwas Neues zu erreichen, werden wir etwas los, was wir haben, nämlich unser Ego. Wenn wir diesen Unterschied nicht verstehen, können wir viele Jahre mit spirituellem Leben verbringen und uns wundern, warum wir überhaupt keinen Fortschritt machen. Davon abgesehen erfordert aber spiritueller Erfolg fast dieselben Zutaten wie weltlicher Erfolg.

Es erfordert eine klare Vorstellung des Ziels, das wir im Geist haben. Es erfordert harte Arbeit. Es erfordert Hingabe. Es erfordert emotionale Verpflichtung. Es erfordert einen scharfen Intellekt. Darüber hinaus erfordert es Willenskraft. Aber neben all dem ist die allerwichtigste Zutat der gesunde Menschenverstand – sei es im weltlichen oder im spirituellen Leben. Gurudev sagte gelegentlich: „Nutze deinen gesunden Menschenverstand.“

Jemand in der Küche mit gesundem Menschenverstand wird bessere Gerichte kochen als jemand mit einem Abschluss in Ernährung ohne gesunden Menschenverstand. Ein Mensch, der im Geschäftsleben Karriere gemacht hat und den gesunden Menschenverstand einsetzt, wird einen MBA-Absolventen übertreffen, der diesen nicht hat. Ein Arzt mag vielleicht sehr gute Noten in der Medizinausbildung gehabt haben, aber ein Kollege mit mittelmäßigen Noten und einem gesunden Menschenverstand wird mehr Erfolg haben.

So ist es auch im spirituellen Leben. Wir mögen einen brillanten Intellekt haben, wir mögen sehr hingebungsvoll sein, wir mögen einen starken Willen haben. Aber wenn wir zum spirituellen Leben nicht unseren gesunden Menschenverstand hinzunehmen, werden wir unseren Intellekt, unsere Emotionen und unsere Willenskraft häufig falsch einsetzen. Warum ist der gesunde Menschenverstand erfolgreich, wo Intellekt, Gefühl und Wille versagen? Weil der gesunde Menschenverstand vom inneren Guru, dem inneren Lehrer, kommt.

Unser gesunder Menschen verstand hat seine Wurzeln im Göttlichen selbst, dem Göttlichen, das allgegenwärtig, allmächtig und allwissend ist. Das Göttliche hat alle Antworten, die wir brauchen. So müssen wir unseren Intellekt einsetzen, unsere Gefühle und Willenskraft nutzen – aber der Schlüssel zum Erfolg ist der gesunde Menschenverstand, unsere Fähigkeit, Kontakt mit unserer inneren Intelligenz aufzunehmen. Die Intelligenz, die jeder von uns hat, auf die schließlich jeder von uns vertrauen muss.

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33. Anpassen, angleichen und sich arrangieren

Wenn es eine Eigenschaft gibt, die allen Menschen gleich ist, so ist es die, dass wir das machen wollen, was wir machen wollen und vermeiden, was wir nicht tun wollen. In ihrer edlen, sattwigen Erscheinungsform ist dies nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft. Wenn wir zum Beispiel mit unserem ganzen Herzen Gottes Willen tun wollen und vermeiden, es nicht zu tun, kann dies unserem spirituellen Leben sehr zuträglich sein. Oder wenn wir uns in einer neuen Situation angemessen verhalten wollen und Unangemessenes vermeiden wollen. Wir sind sensibel für die neue Situation und für die Gefühle der Menschen um uns herum.

Wenn wir aber die Mehrheit der Menschen beobachten, normalerweise uns selbst eingeschlossen, betonieren wir Gewohnheiten, je länger wir in einer bestimmten Situation sind. Wenn wir in einer Situation lange genug sind, kann es unmöglich werden, dass wir uns bewegen. Wir werden darauf bestehen, das zu tun, was wir wollen und fast keine Kraft der Erde kann uns dazu bewegen, etwas zu tun, was wir nicht wollen. Können wir dies in uns erkennen und sehen, dass es die Essenz unserer Gefangenschaft ist? Wir sind hier in einem Ashram auf der Suche nach Befreiung. „Ich will frei sein, der Sinn des Lebens ist Freiheit.“

Und doch sind wir vollkommen gebunden, einbetoniert im „Ich will dies tun“ und „Ich will jenes nicht tun“. Wie können wir diese Fesseln lösen? Wie können wir unsere Befreiung beginnen? Zuerst müssen wir diesen Zug in uns selbst sehen. Dann müssen wir die Bedeutung von Gurudevs Anweisungen „Passe dich an, gleiche dich an, arrangiere dich“, verstehen. Wir müssen erkennen, dass das, was wir suchen, nicht außerhalb von uns liegt – dass wir bereits sind, was wir suchen.

Es ist diese Eigenschaft „des Tuns, was wir tun wollen“ und das Zurückweisen des „Tuns, was wir nicht tun wollen“, welches uns daran hindert, die Reinheit dessen, was wir wirklich sind, zu erkennen. Wir gießen all unsere Energie in das, was wir tun wollen und in das Vermeiden dessen, was wir nicht tun wollen. Unsere Energie wird nicht aufgewendet für das Ruhen in dem, was wir wirklich sind. In Wirklichkeit sind wir jenseits von Raum und Zeit.

Unser höheres Selbst wurde weder geboren noch wird es jemals sterben. Das ist die Wahrheit unserer Existenz, genau jetzt. Das ist eine gewaltige Wahrheit, sie ist so revolutionär, sie ist so verschieden von unserem normalen Denken, dass wir all unsere Energie auf diese Realisierung verwenden müssen. Wenn wir aber unsere Energie dafür verbrauchen, unsere Position zu beschützen, das zu vermeiden und abzulehnen, was man uns zu tun heißt, was wir aber nicht tun wollen oder Dingen nachzujagen, die wir angenehm finden, dann wird keine Energie übrig sein, um die Stille in uns zu suchen, die Glückseeligkeit in uns selbst, denn wir sind völlig vereinnahmt von äußeren Ereignissen. Möge Gurudevs Gnade unsere Bereitschaft stärken, jetzt zu beginnen, uns anzupassen, anzugleichen und zu arrangieren.

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34. Wach auf!

Gurus können sehr störende Leute sein. Gurudev machte eine Übung daraus, die Bewohner des Ashrams nervös zu machen, indem er den Ashram ständig in einer finanziellen Krise hielt. Wenn das Geld total knapp war, ergriff er die Gelegenheit, noch mehr auszugeben. Unsere jetzigen älteren Swamijis haben ihre eigenen Weisen, störende Dinge zu tun. Der heilige Franziskus von Assisi, der von vielen als der größte Christ nach Jesus angesehen wird, war ein permanenter Störfaktor für seine Anhänger.

Er hat nie in das Muster gepasst, das sie von ihm erwarteten. Und das scheint kein begrenztes Phänomen zu sein. Es scheint allen großen Lehrern gemeinsam zu sein. Sie können ein Meer des Mitgefühls und der Achtsamkeit sein und die liebenvollsten Geschöpfe des Universums, aber sie können genauso – und meistens sind sie es – sehr störend sein für ihre Schüler. Warum ist das so?

Wenn wir es uns einen Moment überlegen, mögen wir entdecken, dass sie versuchen, uns aufzuwecken. Was bedeutet es, wach zu sein? Wach sein bedeutet, bewusst die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Wir fühlen uns voll verantwortlich dafür, was geschieht. Wir fühlen, dass wir die Art Mensch wählen, welcher wir sind.

Und was heißt es, „zu schlafen“? Es bedeutet, sich auf die eine oder andere Weise treiben zu lassen. Wir gehen vielleicht durchs Leben, ohne uns jemals zu fragen, ob wir eine Wahl haben oder nicht. Oder vielleicht schauen wir es uns auch an und fühlen uns als hilflose Opfer, ohne für unser Leben die Verantwortung zu tragen. Hier brauchen wir tiefe Selbstprüfung. Wir müssen erkennen, dass wir bewusst oder unbewusst immer Entscheidungen getroffen haben.

Wir müssen erkennen, dass wir diese Entscheidungen getroffen haben entsprechend dem, was wir in diesem Leben in uns zugelassen haben, vielleicht in vielen Leben. Was auch immer wir jetzt zulassen oder wie wir reagieren, ist die Wahl, die wir für die Zukunft treffen. Jetzt verstehen wir, warum Gurudev und Swamiji immer wollen, dass wir tun, was sattwig ist und um jeden Preis Dinge vermeiden, welche tamasig und rajasig sind, wieso sie uns dazu drängen, Versuchungen wie Gift aus dem Wege zu gehen.

Warum? Weil alles, was wir tun, einen Eindruck in unserem tiefsten Wesen hinterlässt, und das wiederum beeinflusst unsere zukünftigen Entscheidungen. Wenn wir ein diszipliniertes Leben führen, wenn wir spirituellen Reden zuhören und spirituelle Texte studieren, wenn wir ständig über die höheren Wahrheiten reflektieren und meditieren, werden unsere künftigen Entscheidungen automatisch für etwas Höheres sein. Deshalb hängt alles von uns ab. Wir tragen die Verantwortung für unser Leben, die ganze Verantwortung! Wenn wir das erkennen, wachen wir auf, wir werden lebendig, Teil des Ganzen.

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35. Die Vergangenheit loslassen

Es gibt ein Sprichwort: „Zu schade, dass man einen alten Kopf nicht auf einen jungen Körper setzen kann.“ Zweifellos stammt das von jemand Älterem. Ein junger Mensch hat nicht das Bedürfnis, einen älteren Kopf zu haben. Er oder sie wird sich bedanken und sagen, dass ihr Kopf genau richtig ist. Aber ältere Menschen, die durch Jahre von Erfahrungen gegangen sind und wissen, was sie jetzt wissen, fragen sich manchmal, wie es wäre, zusätzlich zu ihrer Erfahrung die Energie und die Begeisterung der Jugend zu haben.

Obwohl es nur eine Fantasie ist, klingt es wie eine plausible Fantasie: „Wie schön müsste es sein, einen alten erfahrenen Kopf auf einen jungen dynamischen Körper zu setzen.“ Aber dieses Sprichwort lässt einige Tatsachen des Lebens außer Acht. Als Beispiel: Einstein war, glaube ich, ungefähr 27 Jahre alt, als er die Relativitätstheorie entdeckte und obwohl er später jahrelang kämpfte, eine einheitliche Theorie für den Kosmos zu entwickeln, ist es ihm nicht gelungen.

Seine großartige Arbeit gelang ihm in seiner Jugend. Auch in der heutigen Revolution der Kommunikationstechnik wurden die größten Erfindungen von Menschen unter 30 oder sogar unter 20 gemacht. Tatsächlich werden die großen Dinge sehr oft von jungen Leuten hervorgebracht, nicht von alten. Warum? Der Grund wird sein, dass junge Leute dem Leben immer frisch begegnen. Sie treffen neu auf das Leben. Sie begegnen dem Leben nicht mit den Fehlschlägen und dem Zynismus der Vergangenheit.

Erfahrung und Weisheit können eine große Hilfe sein, wenn wir sie von der Negativität der Vergangenheit befreien. Das ist für uns und unser spirituelles Leben sehr wichtig. Wenn wir an das Leben von Gurudev denken, sehen wir niemals Zynismus. Eher sehen wir ewige Jugend und ewige Frische. Welche Begrenzungen auch immer er hatte - er hat sie hinter sich gelassen. Was auch immer er für Konditionierungen hatte, er hat sie hinter sich gelassen. Jeder Tag war ein neuer Tag, ein frischer Tag, eine frische Gelegenheit, anderen zu dienen, voller Freude zu sein und zu sehen, was dieser Tag bringen würde.

Wenn jemand mit einer Idee zu ihm kam, sagte er niemals: „Nein, wir haben das schon versucht, das funktioniert nicht.“ Er sagte immer: „Ja, eine wunderbare Idee! Wie können wir das umsetzen?“ Immer war da diese Jugendlichkeit und diese Frische, der Eifer und die Bereitschaft, etwas Neues zu versuchen. Gleichzeitig war er unberührt. Er wurde nicht in etwas verwickelt, so dass er durch die Abhängigkeit vom Erfolg begrenzt geworden wäre. Wenn etwas offensichtlich keine gute Idee war, dann lass es, lass es los, gehe zu etwas anderem über.

Das waren die Qualitäten der Jugend in einem alten Körper. Er hatte die Erfahrung eines Älteren, die Weisheit eines verwirklichten Heiligen und außerdem die Begeisterung und die Frische eines Jungen. Also geht es nicht unbedingt darum, einen alten Kopf auf einen jungen Körper zu setzen, sondern während wir durch das Leben gehen, Weisheit zu gewinnen und die Frische, die Begeisterung und Offenheit der Jugend zu bewahren. Dieses Loslassen der Vergangenheit ist wahre Entsagung. Das ist die Weise, den Weg zur Vollkommenheit zu gehen.

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