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Goraksha Shataka - Version 2

 

Vers 56: Sitz der Kundali

 

Oberhalb des Kanda liegt Kundali, die Schlangenkraft, achtfach geringelt. Und es heißt, (sie führt) zur Gefangenschaft der Verwirrten, und schenkt den Yogis Befreiung.


    कन्दोर्ध्वं कुण्डली शक्तिरष्टधा कुण्डलाकृतिः |
    बन्धनाय च मूढानां योगिनां मोक्षदा स्मृता || ५६ ||

    kandordhvaṃ kuṇḍalī śaktir aṣṭa-dhā kuṇḍalākṛtiḥ |
    bandhanāya ca mūḍhānāṃ yogināṃ mokṣadā smṛtā || 56 ||

    kandordhvam kundali shaktir ashta-dha kundalakritih |
    bandhanaya cha mudhanam yoginam mokshada smrita || 56 ||


Wort-für-Wort-Übersetzung

    kandordhvam : oberhalb (Urdhva) des Kanda
    kuṇḍalī : die Kundali
    śaktiḥ : die Kraft, Energie (Shakti)
    aṣṭa-dhā : achtfach (Ashtadha)
    kuṇḍalākṛtiḥ : in Kreise gelegt ("in der Form Akriti von Ringen Kundala")
    bandhanāya : (sie führt) zur Gefangenschaft ("Bindung" an die Wiedergeburt, Bandhana)
    ca : und, aber (Cha)
    mūḍhānām : der Verwirrten (Mudha)
    yoginām : den Yogis (Yogin)
    mokṣadā : schenkt (dā) Befreiung, Erlösung (Moksha)
    smṛtā : es heißt ("sie wird erinnert", Smrita)

Anmerkungen: Dieser Vers wird mit zwei Lesarten (Lokativ kandordhve im ersten Pada und sadā "immer" statt smṛtā im vierten Pada) in der Yogachudamani Upanishad (Vers 44) überliefert. Der Sitz der Kundali(ni) wurde bereits in Vers 47 beschrieben, dessen erster Halbvers identisch mit dem erstern Halbvers des vorliegenden Shloka ist (vgl. auch Vers 30 der Version 1 des Goraksha Shataka).

Die Aussage des vorliegenden Verses entspricht weitgehend der der Hatha Yoga Pradipika 3.107 (der erste und dritte Pada beider Verse sind identisch):

    kandordhve kuṇḍalī śaktiḥ suptā mokṣāya yoginām |
    bandhanāya ca mūḍhānāṁ yas tāṁ vetti sa yoga-vit || 3.107 ||

"Oberhalb des Kanda schläft Kundali, die Schlangenkraft. (Sie führt) zur Befreiung der Yogis und zur Gefangenschaft der Verwirrten. Wer sie kennt, der ist ein Kenner des Yoga." (HYP 3.107)

Der Kommentator Upanishad Brahma Yogin erklärt zu Vers 44 der Yogachudamani Upanishad, dass die Kundalini dann zur Gefangenschaft führt, wenn sie sich noch unterhalb des Kanda befindet, und zur Befreiung führt, wenn sie sich durch ihren Aufstieg entlang der Sushumna oberhalb des Kanda befindet, der laut Vers 16 der Version 1 des Goraksha Shataka "oberhalb vom männlichen Glied und unterhalb des Nabels" liegt. Der oben zitierte Vers der HYP (3.107) legt allerdings nahe, dass die Kundali "oberhalb des Kanda schläft", was ihren Sitz in der Nabelgegend zugrundelegen würde (vgl. auch die Anm. zu Vers 30 der Version 1 des Goraksha Shataka).

Hieraus wird deutlich, dass die Texte (scheinbar?) widersprüchliche Aussagen über den Sitz der Kundalini und die Lage des Kanda machen: Befindet sich der Kanda unterhalb des Nabels und die Kundali schläft oberhalb davon (wie in der HYP gelehrt), so hat sie ihren Sitz in der Nabelgegend (die Bezeichung Muladhara kann sowohl das Wurzelzentrum wie auch den Nabel bedeuten)! Oder die Kundalini schläft "oberhalb des Kanda" im Wurzelzentrum, wie die verbreitete Annahme lautet, dann befindet sich der Kanda unterhalb von ihr, d.h. ebenfalls im Bereich des Dammes (Yoni bzw. Adhara).

Eine dritte Möglichkeit wäre, dass an verschiedenen Stellen der Texte von zwei unterschiedlich gelegenen Kandas die Rede ist: In Bezug auf die Kundalini von einem Kanda in der Gegend des Dammes, durch dessen Pressen und Anregen mit verschiedenen Techniken die Kundalini erweckt werden soll. Diese Lage wird in der Regel im Zusammenhang mit der Shakti Chalana genannten Technik (vgl. Hatha Yoga Pradipika 3.114) angenommen. Brahmananda, der Kommentator der HYP, erklärt diese Stelle jedoch so, dass hierbei die Stelle des Kanda unterhalb des Nabels (und nicht am Damm!) mit den Fersen gedrückt wird.

Als Ursprung der Nadis (vgl. Vers 25) läge dann ein zweiter Kanda "oberhalb vom männlichen Glied und unterhalb des Nabels", also in der Nabelgegend, oder wie es in Hatha Yoga Pradipika 3.113 heißt, "eine Spanne (12 fingerbreit) oberhalb (des Muladhara Chakra)". 



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