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Göttliche Erkenntnis


Om

Om

Ich verehre Om. Ich grüße Om. Ich verneige mich vor Om. Ich überlasse mich an Om. Ehre sei Om. Der Sieg sei Om. Hosianna an Om. Heil sei Om. Om ist die heilige Silbe. Om ist der mystische Buchstabe. Om ist das unsterbliche Akshara. In Om ruht die Welt. In Om leben wir, und bewegen wir uns. In Om ruhen wir. In Om finden wir das, was wir suchen. Om ist das Symbol Brahmans. Om ist das Wort der Kraft. Om ist das Leben allen Lebens. Om ist die Seele aller Seelen. Om ist wahrlich Brahman. Om ist Satchidananda. Om ist Unendlichkeit. Om ist Ewigkeit. Om ist Unsterblichkeit.

Om ist die Quelle von allem. Om ist der Schoß aller Veden. Om ist die Basis aller Sprachen. In Om verschmelzen alle Dreieinigkeiten. Von Om gehen alle Klänge aus. In Om existieren alle Dinge. Om ist das höchste Mantra. Om ist Soham. Om ist Om Tat Sat. Om ist eine Lampe vor deinen Füßen und ein Licht auf deinem Weg.

Klang - die erste Manifestation des Absoluten

Om ist Nada Brahman. Nada ist Klang. Klang ist Schwingung. Om ist die erste Klangschwingung. Klang ist die erste Manifestation des Absoluten. Wir wissen nichts über das Wesen des Absoluten außer, daß Es existiert. In ihrer großen Güte haben die Heiligen Schriften versucht, uns alles über die Schöpfung und ihr Entstehen aus dem Absoluten zu berichten. Sie sagen: »Brahman war eins und nichtdual. Es dachte: »Ekoham Bahu Syam«. Dies verursachte eine Schwingung, die schließlich zum Klang wurde, und dieser Klang war Om, von dem alle weiteren Manifestationen ihren Ausgang nehmen.«

Daher ist Klang tatsächlich die begreifbare Basis für die ganze Schöpfung. Brahman ist unfaßlich in Seinem transzendenten Aspekt. Nur der Klang kommt am nächsten an Es heran, und man kann den Klang Apara Brahman nennen.

Om - Die Grundlage aller Klänge

Alle Dinge werden durch Klänge benannt, und alle Klänge verschmelzen im Omkara. Alle Sprachen und Worte enden in einem einzigen Klang »Om«. Das Summen der Bienen, das liebliche Lied der Nachtigall, die sieben Musiknoten, der Klang des Mridanga und der Pauke, der Laute und der Flöte, das Brüllen des Löwen, der Gesang des Geliebten, das Wiehern der Pferde, das Zischen der Kobra, das Stöhnen Kranker, das Weinen von Babys, der Applaus des Publikums, wenn der Redner seine Ansprache hält - all das sind nichts anderes als Emanationen von Omkara.

Der Klang, der vom Fließen des Ganges herrührt, der Klang aus der Ferne und das Geräusch der Betriebsamkeit eines Marktes, der Klang, der entsteht, wenn das Schwungrad einer Maschine in Bewegung gesetzt wird, das Geräusch des Regens - all das ist allein nur Om.

Om ist die Basis aller Klänge. Om besteht aus drei Buchstaben, A, U und M. A, U und M decken die ganze Tonleiter ab. Der Kehlkopf und der Gaumen sind die Resonanzböden. Wenn man A ausspricht, wird kein Teil der Zunge oder des Gaumens berührt. Wenn man U ausspricht, rollt der Klang vom Anfang bis zum Ende des Klangbodens im Mund. M ist der letzte Laut, der erzeugt wird, indem man die beiden Lippen schließt. Deshalb sind alle Klänge in Om vereinigt. Alle Sprachen gehen von Om aus. Der Kern der vier Veden ist nichts als Om. Wer Om singt oder wiederholt, wiederholt tatsächlich die heiligen Schriften der ganzen Welt. Om ist Quelle und Schoß aller Religionen und Schriften. Om, Amen und Ahmin sind ein und dasselbe. Sie verkörpern die Wahrheit oder Brahman, die eine und einzige Existenz. Es gibt keine Verehrung ohne Om.

Om steht für alle Dreiheiten

Om ist alles. Om ist dein wahrer Name. Om deckt alle dreifachen Erfahrungen des Menschen ab. Om steht für die erfahrbaren Welten. Aus Om ist dieses Universum der Sinne projiziert worden. Die Welt existiert in Om und löst sich in Om auf. A steht für die physische Ebene; U steht für die geistige Ebene und die astralen Ebenen, die Welt der Geister, alle Himmel; M steht für den Tiefschlafzustand, all das, was dir im Wachzustand nicht bekannt ist und was außerhalb des Verstandesbereiches liegt. Om steht für alles. Om steht an der Basis deines Lebens, Denkens und Intelligenz.

Jegliche Dreiheit ist in Om repräsentiert, so wie Brahma - Vishnu - Shiva, Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft, Geburt - Leben - Tod, Schöpfung - Erhaltung - Zerstörung, Wachen - Träumen - Tiefschlaf, Sein - Nichtsein - Werden, usw.

Alle Dreierverbindungen sind in Om repräsentiert, so wie Sarasvati - Lakshmi - Durga, Vater - Sohn - Heiliger Geist, Rajas - Sattva - Tamas, Körper - Geist - Seele, Sat - Chid - Anan-da, Allwissenheit - Allmacht - Allgegenwart, grobstofflich - feinstofflich - kausal. A ist Brahman. M ist Maya. U ist das Zusammenwirken der beiden. Om steht auch für das Tat Twam Asi Mahavakya. A ist Jiva. M ist Isvara. U verbindet und zeigt das Einssein von Jiva und Isvara, Brahman. Om ist sehr sehr wichtig. Es muß verehrt werden. Es muß laut gesungen werden. Es muß geistig, im Bewußtsein der Bedeutung und mit Bhava, wiederholt werden. Es muß darüber meditiert werden.

Die Kraft des Om-Singens

Es entsteht ein lauter Klang, wenn man Om singt. Om wird mit einem lauten Ton mit dreieinhalb Matras wiederholt. Der Pranavaton wird im Nabel mit dem Klang O gebildet und sehr langsam zum Brahmarandhra am Scheitel mit dem Verschlußlaut M. Die Schwingung des M wird einige Zeit lang gehalten.

Das Om kann auch mit achtzehn Matras gesungen werden. Das ist ein sehr, sehr langes Singen. Es dauert lange. Das Pranava ist Deergha. Das Ausprechen der heiligen Silbe Om hat die Aufmerksamkeit aller Europäer geweckt, die sich mit Studien über den Osten beschäftigen. Die Schwingungen, die von diesem Wort erzeugt werden, sind so stark, daß sie auch das größte Gebäude zum Einsturz bringen können, wenn man sich längere Zeit ihrer bedient. Das scheint kaum glaublich, solange es nicht in der Praxis erprobt wurde; wenn man es jedoch einmal versucht hat, kann man leicht verstehen, wie wahr und völlig richtig diese Feststellung sein kann. Ich habe die Kraft der Schwingungen untersucht und kann ohne weiteres glauben, daß der Effekt dem Gesagten entsprechen würde.

Wenn man es dem Buchstaben gemäß ausspricht, hat das Singen des Om eine bestimmte Wirkung auf den Schüler; wenn es aber richtig ausgesprochen wird, erhebt und verwandelt es jedes Atom im physischen Körper, baut neue Schwingungen und Zustände auf und erweckt die schlummernde Kraft des Körpers.

Das Singen des Om vertreibt alle weltlichen Gedanken und beseitigt Ablenkung. Es ist sehr stark. Die Pancha Koshas schwingen rhythmisch, wenn Om gesungen wird. Das Singen von Om gibt dem Körper neue Kraft. Fünf Menschen können im Kreis sitzen und dann im Chor Om singen. Es wird wunderbar und anregend sein. Alle können sofort neues Leben spüren.

Wenn du deprimiert bist, singe fünfzigmal Om. Das wird dich mit neuer Kraft und Stärke erfüllen. Das Singen von Om ist ein sehr wirksames Stärkungsmittel. Man braucht nichts für den Arzt zu bezahlen. Wenn du Om singst, fühle, daß du das reine alldurchdringende Licht und Bewußtsein bist.

Wer Om singt, bekommt eine starke schöne Stimme. Ekagrata des Geistes kommt rasch, wenn man Om singt. Wenn du morgens und abends einen Spaziergang machst, kannst du wunderbar Om singen. Singe Om in einer mondhellen Nacht. Singe Om, wenn du am Ufer des Meeres oder eines Flusses entlanggehst. Du kannst Om auch sehr melodisch singen. Das rhythmische Aussprechen von Om macht den Geist heiter und einpünktig und bringt die spirituellen Voraussetzungen, die Selbstverwirklichung garantieren.

Das größte Mantra

Das Pranava oder Om ist das wichtigste Mantra. Es bringt direkte Befreiung. Alle Mantras beginnen mit Om. Om ist das Leben oder die Seele aller Mantras. Es geht dem Panchakshari und dem Asthakshari voran. Jede Hymne beginnt mit Om. Jede Upanishad beginnt mit Om. Das Gayatri beginnt mit Om. Den Opferungen an die verschiedenen Götter geht das Singen des Om voran. Den Archanas, nämlich Ashtottari, Trisati und Sahasranama geht das Om voran. Die Großartigkeit des Omkara kann niemand wirklich treffend beschreiben. Auch Parvati, Adisesha und große Weise waren nicht in der Lage, die Großartigkeit des Om auszudrücken. Eine solche Kraft, Mahima, hat Om.

Was das Rama Mantra für den Vairagi aus Ayodhya ist, was Devi Mantra für einen Tantriker aus Bengalen bedeutet, und was das Gayatri für den Brahmanen aus Madras ist, ist das Om oder Pranava für den Vedantin oder Sannyasin aus Rishikesh.

Om wird in der Chhandogya Upanishad auch Omkara, Ekakshara oder Udgitha genannt. Alle Männer und Frauen, die ihren Geist mit ehrlicher Absicht auf Brahman richten, die geistiges Sannyasa haben, vedantische Samskaras besitzen und wahren Geschmack an Vedanta finden, können dieses Mantra wiederholen. Wer täglich Om Japa macht, wird ungeheure Kraft entwickeln. Seine Augen und sein Gesicht werden strahlen.

Meditation über Om

Stelle in deinem Meditationsraum eine Darstellung von Om vor dich hin. Konzentriere dich auf dieses Bild. Mache auch mit offenen Augen Tratak, das ständige Starren ohne Bewegung der Lider, bis die Augen stark tränen. Verbinde die Vorstellung von Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit, usw., wenn du an Om denkst.

Anfänger am Jñana Yoga Weg sollten zuerst etwa drei Monate lang mit offenen Augen das Om betrachten. Dann sollten sie sich das Om mit geschlossenen Augen vorstellen. Die Vorstellung von Om ist das Aufrufen eines klaren geistigen Bildes von Om mit geschlossenen Augen. Sie sollten Om geistig mit Bhava wiederholen, sich der Bedeutung bewußt sein und ihre Ohren auch den Klang hören lassen, damit sie nicht nach außen gehen, um andere Klänge zu hören.

Meditiere über Om. Zieh dich in dein Meditationszimmer zurück. Sitze in Padma-, Siddha- oder Sukhasana. Schließe die Augen. Entspanne völlig die Muskeln und Nerven. Konzentriere den Blick auf Trikuti, den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stille den Geist, der an Dinge denkt, den bewußten Geist. Wiederhole geistig Om mit Suddha Bhavana oder Brahma Bhavana.

Dieses Bhavana ist unerläßlich. Du mußt Om mit dem Bhava oder Gefühl wiederholen, daß du die unendliche, alldurchdringende reine Intelligenz bist. Ein bloßes Wiederholen des Om wie ein Grammophon oder ein Papagei wird nicht die gewünschten Ergebnisse bringen.

Wenn du an Om denkst, mußt du an Brahman denken, an das, was das Symbol meint. Die Verbindung mit dem Om ist das Einswerden mit dem Gemeinten. Versuche dich mit dem höchst wonnevollen Selbst zu identifizieren, wenn du über Om meditierst.

Trage stets die Bedeutung des Om im Herzen. Fühle das Om. Fühle, daß du das alldurchdringende unendliche Licht bist. Fühle, daß du das reine, vollkommene, allwissende und ewig freie Brahman bist. Fühle, daß du absolutes Bewußtsein bist. Fühle, daß du unendliches, unwandelbares Sein bist. Jedes Atom, jedes Molekül, jeder Nerv und jede Vene und Arterie müssen kraftvoll mit diesen Gedanken schwingen. Das Wiederholen von Om mit den Lippen hat nicht viel Sinn. Es muß mit Herz, Kopf und Seele geschehen. Deine ganze Seele muß spüren, daß du die subtile, alldurchdringende Intelligenz bist. Dieses Gefühl muß vierundzwanzig Stunden lang aufrechtgehalten werden.

Mache einen Raum zum Wald. Gib den Gedanken auf, daß du nicht Brahman bist. Übe regelmäßig, stetig, mit Interesse, Vertrauen, Eifer, Ausdauer und Begeisterung. Halte dich in Gesellschaft Gleichgesinnter auf, und nimm sattvige Nahrung zu dir wie Milch, Frischkäse, Früchte, Nüsse, Moong-ki-dal, Reis und Brot. Übe am Morgen drei Stunden von 4.00 bis 7.00 und am Abend drei Stunden von 7.00 bis 10.00. Bewahre das Gefühl Brahmans auch während der Arbeit. In drei, vier Jahren bist du sicher erfolgreich. Du wirst in deinem Svarupa, deinem Suddha Sat-Chid-Ananda Zustand, ruhen. Nastyatra Samsayah: darüber besteht hier kein Zweifel.

Denke immer an Om

Denke an Om. Denke Soham, Om Soham, Sivoham, Aham Brahma Asmi, Analhaq. Es gibt nur eine Wahrheit. Diese Mantras erinnern dich an dein Einssein mit der höchsten Seele. Sie sind Mahavakyas, große Sätze aus den Upanishaden. Sie lassen dieses kleine falsche Ego, dieses unwirkliche ‘Ich’, in einem luftigen Nichts zerplatzen.

Om ist dein Geburtsrecht. Es ist das gemeinsame Erbe aller. Es ist das gemeinsame Eigentum aller Menschen auf der Welt. Es ist das Wort der Macht. Es bringt Inspiration und Intuition. Es erhebt den Geist in spirituelle Höhen von unsäglichem Glanz und unsäglicher Herrlichkeit.

Om ist deine spirituelle Nahrung. Om ist dein spirituelles Stärkungsmittel und Vitamin. Es ist voll göttlicher Kräfte. Es ist dein ständiger Begleiter. Es ist dein Retter. Es ist deine Freude und dein Leben. Lebe Tag und Nacht darin. Gehe darin auf.

Lebe in Om. Meditiere über Om. Atme Om ein und aus. Weile friedvoll in Om. Suche Zuflucht bei Om.

Singe Om rhythmisch. Singe Om laut. Brülle kräftig Om. Wiederhole Om geistig. Schöpfe Kraft aus Om. Nimm Inspiration aus Om. Nimm Energie aus Om. Schöpfe Wonne aus Om. Alle Wünsche werden verschwinden. Du wirst Selbstverwirklichung erreichen. Vertraue auf Om. Mache dir Gedanken über Om. Konzentriere dich auf Om. Meditiere über Om. Erkenne diese heilige Silbe Om. Dann wirst du alles erkennen. Du wirst höchstes Wissen erreichen. Das heilige Wort Om ist der Bogen. Der Geist ist der Pfeil. Brahman ist das Ziel. Der Mensch, dessen Gedanken konzentriert sind, wird es treffen. Er wird die Zielscheibe treffen. Sein Wesen wird zum Wesen Brahmans. So wie der Eisklumpen eins wird mit dem Wasser im Eimer, so wird auch er eins werden mit Brahman.

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