Du bist hier: Sivananda / Götter und Göttinnen

Katalog anfordern
Beratung und Anmeldung

SonnengottGegrüßet sei der Sonnengott
Der Herr allen Lebens
Das Kronjuwel der drei Welten
Pushan! Der Ernährer von Allem.
Du bist Reines Bewusstsein,
Du bist Höchste Weisheit,
Du bist Gesundheit, Kraft und Freude,
Du bist der einzige Seher,
Du bist Wahrheit.
Oh Suryanarayana!
Oh himmlischer Jyotis!
Erleuchte unseren Geist,
Reinige die ganze Welt.
Möge die Dunkelheit zittern und davonziehen,
Möge das Licht siegen
Dein Wille geschehe, Oh Gott!

 

Die Sonne ist eine sichtbare Manifestation Gottes. Sie bringt die Botschaft, dass Gott das Licht der Lichter ist, Tejomaya oder Tejasvarupa. Sie ist eine überfließende Quelle von Hitze, Licht und Energie. Sie brennt ohne Öl und Docht. Was für ein großes Wunder! Sie ist die Ursache von Tag und Nacht. Sie ist ein stiller Reisender am Himmel. Sie ist Pushan, Ernährer des Lebens von Pflanzen und Menschen.
Sie ist das Auge von Virat Purusha (des kosmischen Körpers Gottes). Sie ist die
führende Gottheit des Auges.
Wenn 2 oder 3 Tage lang aufgrund von Wolken keine Sonne scheint, wird der
Mensch lustlos und lethargisch. Er hat keine gute Verdauung, er ist nicht fröhlich.
Sonnenlicht ist unabdingbar für das Wohlbefinden aller Lebewesen. Der Wert des Sonnenlichts für den Erhalt der Gesundheit ist seit langem bekannt.

Sonne und Sonnenlicht

Die Sonne ist eine Malerin. Sie bringt alle Farben von Himmel und Gärten auf
Lippen und Wangen hervor. Sie ist auch Bildhauerin. Sie schafft Form, Schönheit
und Kraft junger Körper und Glieder. Menschen sterben aus Mangel an Sonnenlicht.
Es ist bewiesen, dass Sonnenlicht Vitamin D hervorbringt, das antirachitische
Vitamin der Haut, von wo es bei Bedarf absorbiert wird. Nach der Geburt braucht das Kind Sonnenlicht und vor allem ultraviolette Strahlen.

Wenn du Orangen und Tomaten zu dir nimmst, isst du Sonnenlicht. Alles Fleisch ist umgewandeltes Gras. Alles Gras ist Sonnenlicht. Die Flamme des Lebens, die in allen Lebewesen brennt, ist Teil dieser Flamme, die Sonne genannt wird. Das Sonnenlicht wirkt auf menschliche Wesen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen.
Sonnenschein ist ein Stärkungsmittel, Sonnenbaden ist ein Stärkungsmittel.
Sonnenbaden stärkt dein System. Es tut gut, früh am Morgen ein Sonnenbad zu
nehmen. Ein flotter Spaziergang am frühen Morgen stärkt dich, macht dich
gesund, freudig und glücklich.
Sonnenlicht ist sehr wesentlich, um die Gesundheit zu erhalten. Die Sonne ist
ein großer Ernährungsfaktor. Es ist nicht die Hitze der Sonne, sondern ihr Licht,
das der Haut gut tut. Sonnenstrahlen halten deinen Körper, deine Kleidung, Bett und Zimmer frei von Keimen. Sonne ist ein großer Sterilisator und Lebens -
spender. Sonnenlicht ist einmalig unter den antiseptischen Mitteln. Es ist ein
machtvoller Keimtöter.

Nach oben

Surya Namaskar

Surya Namaskar (Sonnengruß) ist eine sehr wirksame, bekannte körperliche und spirituelle Übung, die seit langem in Südindien weit verbreitet ist. Nun hat sie auch in vielen Teilen von Uttar Pradesh, Punjab und Bihar und anderen Gegenden Indi ens einen Platz gefunden. Die alten Rishis benutzten diese Übung als ein Stärkungsmittel für spirituelles und physisches Wachstum.
Die Übung heißt Surya Namaskar, weil sie in den frühen Morgenstunden mit
Blick in Richtung Sonne geübt wird. Die Sonne steht als Gottheit für Gesundheit
und langes Leben. So bekam diese Übung in früherer Zeit einen festen Platz bei
den täglichen spirituellen Praktiken.
Surya Namaskar bedeutet wörtlich: „Demütige Verbeugung vor dem Sonnengott.“
Die alten Rishis kannten die gesundheitsfördernden Eigenschaften der  Sonnenstrahlen.
Sie erfanden Surya Namaskar, um Sonnenbaden, Übung und Verehrung zu verbinden. Insofern ist Surya Namaskar nicht nur eine körperliche, sondern auch eine einmalige spirituelle Übung.
Als ein System für Körperkultur ist Surya Namaskar unvergleichlich. Es ist eine
Kombination von kräftigenden physischen Übungen, Yoga Asanas, Pranayama
und Sonnenbad. Eine Runde Surya Namaskar in der frischen Luft, der Sonne
zugewandt, tut mehr für das Wohlergehen eines Menschen als Stunden in der
Turn halle. Die äußeren Muskeln und die inneren Organe werden angenehm
trainiert. Die Lungen müssen rhythmisch und tief arbeiten. Gleichzeitig spielen die lebensspendenden Sonnenstrahlen auf dem Körper des Menschen, saugen
mit dem Schweiß die Giftstoffe auf, stärken den Kreislauf und bele ben den
menschlichen Organismus – Leben, das allein die Sonne spenden kann.
Die Sonne ist die Gottheit der Augen. Surya Namaskar in Richtung Sonnenaufgang zu üben, stärkt die Augen und behebt alle Arten von Augenkrankheiten. Der Übende wird sich an guter Sehstärke bis ins hohe Alter erfreuen. Es gibt eine eigentümliche Beziehung zwischen der Sonne und den Augen, die der Wissenschaftler nicht in seinem Labor oder durch Vivisektion entdecken kann. Nur den Rishis, die das Auge der Intuition besitzen, ist sie bekannt und sichtbar. Wir sollten ihren Worten vertrauen und wir sollten tun, was sie uns raten - dann werden wir uns an den unermesslichen Wohltaten ihrer Weisheit erfreuen, die uns auch noch so viele nutzlose Argumente nicht geben können.
Im Anblick der Morgensonne sind wir Zeuge des täglichen Wunders der Schöpfung Gottes. Die Nacht folgt auf den Tag und der Tag folgt auf die Nacht. Die Sonne geht auf, um die Dunkelheit zu vertreiben, welche die Erde umgab. Die gesamte Menschheit steht mit ihr auf und empfindet Dankbarkeit, dass Gott ihnen noch einen weiteren Tag voller Gesundheit und Kraft geschenkt hat, um Ihm und Seinen Kindern zu dienen. Der Geist wird sofort in die göttliche Sphäre erhoben.
Was für ein leuchtendes Beispiel die Sonne uns allen gibt! Sie scheint gleich für
alle. Sie ist von allem unbeeinflusst und ungebunden. Sie ist regelmäßig und
systematisch. Sie erfüllt fraglos den Willen Gottes mit perfekter Selbsthingabe.
Wenn der Sadhaka Surya Namaskar übt, erhebt er den Geist zu hohen Idealen.
Er betet zur Sonne, damit sie seinen Geist erleuchte und ihn befähigt, ein
göttliches Leben zu führen.
Nun kommt der wichtigste Teil der Übung. Bevor er mit dem Üben beginnt,
wieder holt der Übende die Surya Dhyana und das Gebet der Upanishaden an die Sonne. Vor jedem Namaskar - Surya Namaskar umfasst 12 Stellungen - spricht er nacheinander die 12 Namen der Sonne aus. Und während des Sonnengebetes wiederholt er sein Ishta Mantra. Das bildet die Grundlage für das großartige Surya Namaskar. Das ist Kultivierung der Seele. Der Sadhaka betet zur Sonne: „Oh Herr, sei mir wohlgesinnt und erleuchte meinen Geist. Nimm die Unwissenheit fort, die die wahre Natur meines Selbst verhüllt. Lass mich meine wahre Natur erkennen.“
Die Gottheit, welche die Sonne bewohnt, erhört das Gebet des Schülers. Das
Gebet wird zur rechten Zeit beantwortet. Der Sadhaka erkennt, dass ebenso wie die Sonne, welche nichts als reines Licht ist und vollkommen ohne Dunkelheit existiert, ebenso sein eigenes Selbst absolutes Wissen, Wahrheit, Wonne, Vollkommenheit, Unsterblichkeit und Unendlichkeit ist.

Der Nutzen von Surya Namaskar ist unermesslich. Es ist für jeden höchst gewinnbringend, egal welchen Alters oder Geschlechts. Wer regelmäßig Surya Namaskar früh am Morgen, der Sonne zugewandt, übt, erfreut sich strahlender Gesundheit und Vitalität. Es heilt alle Augenprobleme und bringt ein Glänzen in Gesicht und Augen des Übenden. Es ist ein yogisches Stärkungsmittel. Surya Namaskar vereinigt den Nutzen von kräftigen physischen Übungen und Yoga Asanas. Alle Störungen des Nervenssystems, der Verdauung und der Lungen verschwinden durch diese kraftvollen Übungen. Krankheiten von Leber, Magen, Darm und Nieren werden geheilt.
Surya Namaskar verringert Bauchfett, macht das Rückgrat und die Glieder
geschmeidig und steigert das Atemvolumen. Nach der Übung des Sonnengebetes kann man leichter Asanas ausführen. Jeden Tag gibt es mehr Freunde des Sonnengebets und dieses System wird immer beliebter.

Nach oben

Sonnenverehrung in früheren und modernen Zeiten

Der Bewohner der Sonne ist Brahman oder das Absolute. Der in der Sonne
wohnt, den die Sonne nicht kennt, dessen Körper die Sonne ist, der die Sonne
von innen beherrscht, ist dein eigenes Selbst, der innere Herrscher (Antaryamin), der Unsterbliche (Amritam).
Die Hindus verehren die Sonne und bringen Arghya (Opfergaben mit Wasser)
morgens, mittags und abends dar. Der Hindu wiederholt: „Asavadityo Brahma.
Diese Sonne ist Brahman.“ Er betet die Sonne an, um Tejas (hellen Glanz) und Ojas (spirituelle Kraft) zu erhalten. Der Weise Yajnavalkya stimmte die Sonne gütig und erhielt ihren Segen. Zarathustra begründete den Sonnenkult. Er besteht bis heute bei den Parsen fort.
Im alten Rom war Sonnenverehrung Staatsreligion. Sie hieß Mithraismus. Selbst
Konstantin, der römische Kaiser, der zum Christentum konvertierte, war ein
Verehrer des Sonnengottes. Die Münzen Konstantins trugen die Worte: „Die
Sonne, mein unbesiegbarer Verbündeter.“ Die Ägypter nannten den Sonnengott Ra und die Griechen Apollo. Bis heute ziehen französische und deutsche Bauern vor den Strahlen der Sonne den Hut.

Nach oben

Sonnentempel in Indien

Jeder große Tempel Indiens beherbergt Nava-Graha, die Hauptgötter der 9 Planeten.
Unter diesen 9 Gottheiten nimmt der Sonnengott den wichtigsten Platz ein.
Tempelbesucher schreiten um diese Gottheiten herum – neun Umrundungen für
die 9 Planeten – um sie günstig zu stimmen.

Es gibt auch Tempel in Indien, die allein Surya, dem Sonnengott, gewidmet
sind. Einer dieser Tempel ist Suryanar Koil, zwei Meilen entfernt von Tiruvida -
imaradur im Bezirk von Tanjore, Tamil Nadu in Südindien.
Von allen Sonnentempeln Indiens ist der in Konarak der berühmteste. Konarak
(Kona: die Ecke; Arka: die Sonne) liegt an der Ostküste, 19 Meilen nordöstlich von Puri. Konorak bedeutet: die Ecke von Orissa, die der Sonne geweiht ist.
Es gibt einen Mythos zu diesem Sonnentempel in Konorak. Samba, einer der Söhne Krishnas, zog den Zorn von Rishi Narada auf sich. Narada wollte sich an Samba rächen. Er lockte Samba zu einer Badestelle, an der sich Krishnas Frauen vergnügten.
Er flüsterte Krishna ein, dass Samba mit bösen Absichten bei Seinen
Frauen sei. Krishna bestrafte Samba mit Lepra, ohne abzuwarten und die Wahrheit
zu erfahren. Schließlich erfuhr Krishna, dass Samba unschuldig war und bereute
Seine Taten. Er bat Samba, Surya günstig zu stimmen. Samba übte strenge Askese und erfreute dadurch Surya. Eines Tages nahm Samba ein Bad im Chandra bhaga Fluss.
Er fand ein Bild Suryas, das Visvakarma dort hineingeworfen hatte. Samba baute einen großartigen Tempel für dieses Bild. Er wurde von der Lepra geheilt.
Archäologische Ruinen weisen darauf hin, dass es schon in früheren Zeiten Indiens Sonnentempel und Sonnenverehrung gab. Im Chitragupta Tempel von Khajuraho befand sich eine 5 Fuß (ca. 1,5Meter) hohe Skulptur des Sonnengottes aus dem 10. und 11. Jahrhundert v.Chr. Auf dem Weg nach Pahalgam in Kashmir befindet sich die heilige Stadt Muttan mit dem alten Martand Tempel. Er steht ohne Dach auf einem erhöhten Plateau über dem Tal, ist dem Sonnengott geweiht und 63 Fuß (ca. 19Meter) lang sowie fast ebenso hoch.
Die Sonnentempel in Vikrampur und Arasavalli (Srikakulam, Antar Pradesh) und
der Surya-Kund in Benares sind weitere sehr alte Stätten der Sonnenverehrung.

Nach oben

Sandhyopasana

Jeder Hindu, der in den heiligen Bund eingeweiht wurde, verehrt Surya dreimal
am Tag während Sandhyopasana. Sandhyopasana bedeutet wörtlich: „Verehrung am Übergang der Tageszeit“. Es ist ein Gebet oder eine Verehrung Gottes am Übergang – Sandhi – von Nacht und Morgen, von Vormittag und Nachmittag, von Abend und Nacht.
Das Arghyapradana für die Sonne und die Meditation und Rezitation des Gayatri-Mantras bilden das Herz der Zeremonie. Eigentlich ist die ganze Sandhya ein aufrichtiges Gebet zu Gott, um alle Sünden zu vergeben, die man im Tagesablauf begangen hat sowie um Erleuchtung und Gnade.

Sandhyavandana soll zu den korrekten Übergangszeiten (Sandhyas) ausgeführt werden. Nur dann kann der Ausübende dadurch Verdienste erwerben. Sandhya ist der Treffpunkt von zwei Zeitperioden. Zu den Übergangszeiten gib es eine ganz besondere Kraft. Zu Sandhi, der Verbindung zweier Zeiten bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang erfährt man eine besondere und geheimnisvolle geistige Stärkung und wunderbare magnetisierende Kraft. Das erhebt den Geist rasch.
Er ist mit Sattwa erfüllt. Um diese Zeit kommt Konzentration von alleine und
ohne jede Anstrengung. Diese geheimnisvolle Kraft verschwindet, wenn Sandhya vorbei ist. Sandhyopasana ist ein Nitya Karma, eine Handlung, die täglich zu tun ist. Sie ist eine (in den Veden vorgeschriebene) verbindliche Pflicht, die täglich zum Zwecke der Selbst reinigung und Selbstentfaltung auszuüben ist.

Sandhya sollte von allen Anhängern des Sanatana Dharma(Hinduismus) ausgeführt werden. Jeder Brahmachari und jeder Hausvater sollte es täglich ausführen.
Versäumt er es, ist das Pratyavaya Dosha, eine Unterlassungssünde. Er wird zu einem Bhrashta, einem gefallenen Mann. Er verliert Kraft, Vitalität und Brahma-Tejas.
Sandhya ist eine Kombination aus Japa, Upasana (Verehrung), Svadhyaya (Selbststudium), Meditation, Konzen tration, Asanas, Pranayama etc. Wer täglich Sandhya übt, hat Brahma-Tejas, ein strahlendes Gesicht. Ein Mensch, der täglich Sandhya gemäß der vorge schriebenen Regeln zur angegebenen Zeit ausübt, so wie es in den Schriften steht, erlangt Reinheit und Erfolg in all seinen Bemühungen. Er wird sowohl stark als auch gelassen. Regelmäßiges Sandhya bricht die Ketten der alten Samskaras und verändert jedermanns alte Situation völlig. Es bringt Reinheit, Atma-bhava, Demut und Aufrichtigkeit. Das Geheimnis der Geheimnisse verbirgt sich in dieser heiligen Übung. Deshalb sagen die alten Rishis: „Wer nicht täglich Sandhya übt, ist nicht besser als ein Tier.“
Der erste Teil der Sandhya Zeremonie bis zum Arghya besteht aus Hymnen, die
dem Wasser und seinen Wohltaten gewidmet sind. Das Besprühen des Gesichtes und des Kopfes mit Wasser und das Berühren verschiedener Organe mit benetzten Fingern soll die Nervenzentren stimulieren und die schlafenden Kräfte des Körpers wecken. Die Surya-Arghya, Gabe von Wasser für den Sonnengott vertreibt die Dämonen, welche der aufgehenden Sonne im Wege stehen. Esote risch gesehen sind Wollust, Ärger und Habsucht die Dämonen, die den Intellekt daran hindern, sich zu erheben. Auch der Intellekt ist die Sonne.
Der zweite Teil von Sandhya besteht aus Pranayama und Japa des Gayatri-
Mantras. Der dritte Teil von Sandhya ist Suryopasthanam. Es ist ein Gebet um
Vergebung, Segen und Gnade. Das Gebet lautet: „Bewahre mich davor, herab in das Erdenhaus zu gehen. Habe Erbarmen, oh Gott. Ich war sehr schwach, oh Gott, ich habe falsch gehandelt. Habe Erbarmen, oh Gott!“ Das sind vedische Hymnen, die morgens, mittags und abends an die Sonne gerichtet werden. Die
Sonne ist der Intellekt des Menschen. Unwissenheit ist die Nacht. Wissen ist das Licht. Wenn du dich von der Dunkelheit der Unwissenheit erhebst, wenn dein intuitives Auge dank der Gnade Gayatris, der Heiligen Mutter der Veden, geöffnet ist, erhältst du ewige Wonne, tiefen Frieden und Unsterblichkeit. Das ist das Göttliche Licht, das die Täuschung und Dunkelheit der Unwissenheit vertreibt, ein wunderbarer Glanz, von dem die Welt erleuchtet wird. Ein heiliges Leuchten, das die Herzen der Gläubigen mit ewiger Wonne erfüllt. Es ist dieses höchste Licht, um das der Aspirant sehnlichst Gott mit Hilfe des Gayatri Mantra bittet.
Er bittet Gott um dieses Wissen für seine Verwirklichung.

Nach oben

Die Herrlichkeit des Gayatri Mantras

Om Bhur Bhuvah Svah
Tat Savitur Varenyam
Bhargo Devasya Dhimahi
Dhiyo Yo Nah Prachodayat


Das ist das herrliche Gayatri. Die Bedeutung dieses Para-Brahma-Gayatri Mantra ist folgende: „Lasst uns meditieren über das verehrungswürdige göttliche strahlende Licht, welches die physische, astrale und kausale Welt geschaffen hat.
Möge es unser Verständnis erleuchten.“
Was ist Erleuchtung? Jetzt hast du Dehatma Buddhi (Körperidentifikation), weshalb du dich mit deinem Körper identifizierst, den Körper fälschlicherweise für die Seele hältst. Du betest zu Gayatri, der Heiligen Mutter der Veden, dass sie dir Shuddha-Sattva Buddhi (klares Denken) schenken möge, das dir hilft, Aham Brahma Asi (Ich bin Brahman) zu verwirklichen. Das ist eine Advaitische Bedeutung von Gayatri. Fortgeschrittene Studenten des Yoga mögen folgende Bedeutung aufnehmen: „Ich bin das Höchste Licht der Lichter, das Buddhi, den Verstand, erleuchtet.“
Im Gayatri Mantra finden sich 9 Namen:
1.OM 2. Bhur 3. Bhuvah 4. Svah 5. Tat 6. Savitur 7. Varenyam 8. Bhargo 9. Devasya.
Mit diesen 9Namen wird Gott gepriesen. Dhimahi bedeutet Verehrung von oder
Meditation über Gott. Dhiyo Yo Nah Prachodayat ist ein Gebet.
Das Mantra hat 5 Pausen. Nach OM ist die erste Pause, Bhur-Bhuvah-Svah die
zweite, Tat Savitur Varenyam die dritte, Bhargo Devasya Dhimahi die vierte und
Dhiyo Yo Nah Prachodayat die fünfte. Wenn du das Mantra singst und Japa ausführst, solltest du an jeder dieser Stellen etwas innehalten.

Savita ist die Göttin des Gayatri Mantras. Feuer (Agni) ist der Mund, Visvamitra
der Rishi und Gayatri das Metrum. Es liegt in der Natur des Gayatri Mantras, dass du es in jeder Form, die du magst, ver ehren und bewundern darfst. Es ist allgemein anerkannt und die meisten Gläubigen stimmen darin überein, dass Gayatri eine weibliche Gottheit ist. Falls du ein Shakta, ein Verehrer des Mutteraspektes von Gott bist, kannst du dies glauben. Aber genau betrachtet, ist im Gayatri nie von einem weiblichen Aspekt die Rede. Du findest nicht ein einziges Wort im ganzen Gayatri Mantra, das von einer Frau spricht. Das reine Wort Gayatri kann die Gottheit nicht weiblich machen. Es ist nur der Name des Metrums und nicht der Gottheit.
Manche glauben, dass Gayatri von der Sonne regiert wird. Tatsächlich muss
auch diese Vorstellung etwas abgewandelt werden. Die Sonne, von der hier die
Rede ist, ist nicht diese Sonne, die vor unseren physischen Augen scheint, sondern Tat Savitur, jene „Große Sonne“, die von der physischen Sonne oder vom Mond nicht erhellt wird, nämlich das überpersönliche absolute Brahman. Deshalb ist es das größte aller Mantras. Es steht unter der göttlichen Macht des Para Brahman selbst. Verlange deshalb nicht nach anderen Mantras. Das Gayatri ist das Kronjuwel, der König aller Mantras. Es ist das mächtigste aller Mantras.
Na Gayatryah Paro Mantrah. Erinnere dich daran!
Allein das Gayatri Mantra kann für alle Hindus verbindlich sein. Gott gebietet in
den Veden: „Lass ein Mantra für alle gemeinsam sein. Samano Mantrah.“ Daher
sollte das Gayatri Mantra das eine Mantra für alle Hindus sein. „Die geheime
Überlieferung der Upanishaden ist die Essenz der vier Veden, während Gayatri mit den drei Vyahritis die Essenz der Upanishaden ist.“ Ein wahrer Brahmane ist derjenige, der das Gayatri in dieser Weise kennt und versteht. Ohne dieses Wissen ist er ein Shudra, egal wie versiert er in den vier Veden sein mag.
Der Gayatri Japa Tag ist ein sehr heiliger Tag, an dem an das heilige Gayatri Mantra, das größte und herrlichste aller Mantras, erinnert werden soll.
Das Gayatri Mantra ist Leben und Stütze jedes wahren Hindus. Es ist die unbe -
zwingbare spirituelle Rüstung, die wahre Festung, die über ihre Anhänger wacht und sie beschützt. Gayatri ist die göttliche Shakti, die das Menschliche zum Göttlichen transformiert und dich mit dem funkelnden Licht der höchsten spirituellen Erleuchtung segnet. Was immer dein Ishta Mantra sein mag, die regelmäßige tägliche Wiederholung einiger weniger Malas des Gayatri wird dich mit unermesslichen Wohltaten und Segnungen überhäufen. Es ist universell anwendbar, denn es ist eine Anrufung des Lichtes gerichtet an den allmächtigen Höchsten Geist.

Man kann in allen Situationen das Gayatri Mantra geistig wiederholen, selbst im
Liegen, Sitzen oder Gehen usw. In seiner Wiederholung liegt keinerlei Fehler.
Das Para-Brahma-Gayatri Mantra ist das wichtigste aller Mantras. Jedes Wort,
jeder Buchstabe des Gayatri enthält die vedantische Vorstellung der Absoluten
Höchsten Wahrheit. Dieses Mantra wird während der Einweihung in den heiligen
Bund der Ehe, beim Pranayama und Japa, etc. rezitiert. Gayatri ist das gleiche
wie Sandhya und Sandhya ist das gleiche wie Gayatri. Sandhya und Gayatri
sind identisch. Wer über Gayatri meditiert, der meditiert über Vishnu, den
Höchsten Herrn des Universums.
Gayatri ist die gesegnete Mutter der Veden. Es gibt keine bessere Milch als Kuhmilch,
ebenso gibt es kein besseres Mantra als das Gayatri. Was Omkara oder Pranava für
Sannyasins ist, das ist Gayatri für Brahmacharins und Familienväter. Die Früchte,
die durch Meditation über Omkara zu gewinnen sind, können auch durch die
Meditation über Gayatri erreicht werden. Das gleiche Ziel, das von einem
Paramahamsa Sannyasin erreicht wird, kann von einem Brahmachari oder Familien -
vater durch Meditation über Gayatri erreicht werden.

Nach oben

Schriften, die den Sonnengott preisen

Die Weisen Indiens haben Upanishaden über den Sonnengott geschrieben. Von
diesen sind die Suryopanishad des Atharva Veda, Akshyupanishad des Krishna
Yajur Veda und Chakshushopanishad, ebenso aus dem Krishna Yajur Veda, besonders bekannt. Die letzten beiden sind Abhandlungen über die Behandlung von Augenkrankheiten mit Hilfe des Sonnengottes.
Die alten Weisen und Seher sangen auch Hymnen und Gebete zu Ehren des
Sonnengottes. Eine solche Stotra ist Aditya Hridayam. Aditya Hridayam ist ein
Gebet zu Ehren von Surya. Es ist ein Gebet, das in seiner Wirksamkeit bemerkenswert ist. Der Weise Agastya überlieferte es an Rama.
Während des epischen Kampfes zwischen Rama und Ravana erschien der große
Muni Agastya vor Rama und sagte: „Oh tapferer Rama. Ich werde dir das Aditya
Hridayam rezitieren, durch dessen Kraft du fähig sein wirst, deinen Feind zu
besiegen. Dieses Gebet zerstört alle Widersacher und erlöst dich von allen Sünden.
Es bringt alles Gute zu Wege. Es befreit von allen Ängsten, verleiht Langlebigkeit und schließlich Erlösung. Wer dieses Mantra rezitiert, wird von Gefahren, Krankheit und Furcht befreit. Oh Rama, wenn du dieses Gebet dreimal wiederholst, wirst du den Sieg erringen und Ravana im selben Moment zerstören.“ Nach dieser Rede verließ der große Agastya Ramas Gegenwart und verschwand.

Rama meditierte über die Sonne und rezitierte das Gebet dreimal. Er fasste den
starken Entschluss, Ravana sofort zu töten. Er nahm das Brahmastra, das er von Agastya bekommen hatte, mit zu Ravana. Es durchstieß sein Herz. Ravana fiel tot von seinem Wagen. Über den Wagen von Rama ergoss sich ein Blumenregen.

Nach oben

Makara Sankranti und Ratha Saptami

Zwei berühmte mit dem Sonnengott verbundene Feste sind Makara Sank ranti
und Ratha Saptami. Makara Sankranti bezeichnet den Beginn des nörd lichen
Sonnenlaufs am Himmel. Dieses Fest wird anlässlich der Sonnenwende in die
nördliche Himmelsbahn (Uttarayana) gefeiert. Diese Sonnenwende ereignet sich
genau zu der Zeit, wenn die Sonne in das Sternzeichen Makara (Steinbock )
eintritt. An diesem Tag, dem ersten Tag des Sonnenmonats Magha (ungefähr Mitte Januar), wenn die Sonne den südlichsten Punkt ihrer Bahn erreicht hat, beginnt sie ihre Wanderung nach Norden, die bis Ende Juni andauert. Makara Sankranti ist eine Art Neujahrsfest.
Dieser Tag leitet die Festlichkeiten des heiligen Monats Magh ein. Ihm wird eine
besondere Heiligkeit zugeschrieben. Wenn jemand an diesem Tag stirbt, steigt er direkt zum Himmel auf. Es ist eine Zeit der Freude, besonders in Prayag
(Allahabad), dem Zusammenfluss von Yamuna und Ganges. Eine berühmte Mela, ein religiöses Fest, bekannt als Kumbha Mela, findet in Prayag statt. Es ist vorgeschrieben, am Makara Sankranti Tag in heiligen Flüssen zu baden. Besonderer Wert wird einem Bad im Triveni in Allahabad zugemessen. Wer im Triveni badet, erhält unermessliche spirituelle Verdienste.
Süßigkeiten, Pudding, süßer Reis (Sakkarai Pongal) werden an diesem Tag zubereitet.
Man verehrt die Sonne und verteilt Almosen und Geschenke an die Armen.
In Maharashtra und weiter nördlich messen spirituelle Sadhakas dem Makara
Sankranti Fest eine besondere Bedeutung bei. Es ist die Jahreszeit, die vom
Guru für die Herabkunft der Gnade (Guru Kripa) auf den Schüler ausgewählt
wurde. Im Süden hat Mahadeva (Shiva) um diese Zeit mehreren Rishis die Gunst erwiesen, vor Ihnen persönlich zu erscheinen.
Ratha Saptami fällt auf den siebten Tag der Phase des zunehmenden Mondes im Monat Magh. Am frühen Morgen verehren die Menschen die Sonne und rezitieren Surya Sahasranama (1000 Namen der Sonne). An diesem Tag bringen gute Handlungen vielfältige Ergebnisse. Brahmanen werden, wenn sie an diesem Tag fasten, zu Devas, die Kshatriyas werden Brahmanen, die Vaishyas werden zu Kshatriyas und die Shudras werden Vaishyas. Wenn Frauen an diesem Tag fasten, erlangen sie Wissen und Tugenden. Wenn Witwen an diesem Tag fasten, werden sie ab ihrer nächsten Geburt nie wieder Witwe sein. Sogar die Sünde, einen Brahmanen getötet zu haben, wird durch die Kraft des Fastens an diesem Tag gesühnt. Wer bei Sonnenaufgang ein Bad nimmt, wird rein wie Mutter Ganges.
Er kann niemals arm werden.
Faste an diesem Tag. Halte Mauna (Schweigen). Bleibe an einem einsamen Platz.
Mache Japa. Übe intensiv Meditation mit Vertrauen und Hingabe. Du wirst an
diesem besonderen Tag Gottesverwirklichung erreichen.

Nach oben

Sonnenfinsternis

Hindus betrachten die Sonnenfinsternis als etwas Unreines. Nach der Finsternis
reinigen sie ihre Häuser, Kleidung, Geschirr usw. und nehmen ein Bad, bevor sie zu kochen anfangen. Man sollte während der Finsternis keine Speisen zu sich nehmen.
Wenn die Finsternis beginnt, sollte der Magen leer sein. Man sollte erst dann essen, wenn man den Mond oder die Sonne wieder frei von Dunkelheit gesehen hat.
Während der Finsternis sollte man vorsichtig sein und Blutungen sowie Stiche
von Skorpionen etc. möglichst verhindern. Sogar ein Regenwurm ist giftig,
wenn er dich während der Finsternis beißt. Schlangenbisse sind tödlich.
Schwangere Frauen sollten während der Finsternis weder die Sonne noch den
Mond anschauen. Sie sollten in einem geschlossenen dunklen Raum bleiben, in
den Sonne oder Mond nicht hineinscheinen. Wenn sie diese Regel nicht befolgen, könnten die neu geborenen Kinder Missbildungen aufzeigen. Manchmal können sie sogar taub, schwachsinnig oder blind geboren werden.
Für Familienväter/-mütter ist Sexualverkehr besonders am Tag der Finsternis
untersagt, allgemein auch bei Vollmond oder Neumond. Die Verletzung dieser
Regel kann eine der obengenannten Missbildungen zur Folge haben. In manchen Fällen kann das Kind bei der Geburt sterben oder es kommt zu einer Frühgeburt.
Während der Zeit der Finsternis nehmen die Menschen ein Bad in einem heiligen Fluss. Sie betätigen sich wohltätig. Sie spenden Kühe, Geld, Gold usw. aus Wohltätigkeit. Am Tag nach der Finsternis geben sie Brahmanen, Armen und Sadhus zu essen.
Eine Finsternis deutet auf Unheil in der Welt. Es ist ein Unglück für die Planeten.
Diejenigen, die viel Japa und andere wohltätige Handlungen prakti zie ren,
erhalten die Gnade des Sonnengottes. Er segnet sie mit guter Gesundheit, langem Leben und Wohlstand. Sie erlangen gute Sehkraft. Wenn sie Aditya Hridayam während der Sonnenfinsternis wiederholen, ist das sehr vorteilhaft. Alle ihre Feinde werden zerstört. Für spirituelle Sadhakas werden alle Hindernisse, die dem Spirituellen im Weg stehen, ausgeräumt.
Die Wirkung von Japa, Sankirtan usw. während der Finsternis wird die leidende
Menschheit und auch die Sonne, Mond oder andere Planeten, die von der Finsternis betroffen sind, befreien. Sie segnen diejenigen, die ihre Zeit mit Japa und Meditation verbringen.
Finsternis bedeutet Unwissenheit. Der Schleier von Rahu (Mondtrabant) verhüllt
die Sicht der selbststrahlenden Sonne (Brahman). Die Wirkung von Rahu
(Unwissenheit) kann durch Meditation mit einpünktigem Geist überwunden und
der brahmanische Glanz der spirituellen Sonne deutlich werden. Dann endet alle Not. Alles Unheil verschwindet. Frieden herrscht überall.

Nach oben

Schlussfolgerung

Bete zur Sonne am frühen Morgen vor Sonnenaufgang: „Herr, Suryanarayana, Auge der Welt, Auge von Virat Purusha! Gib mir Gesundheit, Kraft, Stärke und Vitalität.“
Wiederhole die Worte des Yajur Veda: „Oh Sonne! Sonne der Sonne! Du bist reine Energie. Gib mir Energie. Du bist allumfassende Stärke. Gib mir Stärke. Du bist allmächtig. Gib mir Macht.“
Übe regelmäßig Surya Namaskar. Bringe der Sonne zu den drei Sandhyas(Übergangszeiten) morgens, mittags und bei Sonnenuntergang Arghya als Opfergabe dar. Singe das herrliche Gayatri Mantra so viele Malas wie möglich. Wiederhole Aditya Hridayam und andere Surya Stotras.
Erweise an Makara Sankrantidem Sonnengott besondere Ehre. Beachte an Tagen der Finsternis die Gebote der Schriften. Der Sonnengott wird dich segnen. Unwissenheit wird verschwinden. Es wird die Zeit der Erleuchtung beginnen. Du wirst das Licht des Selbst (Atma Jyoti) sehen. Lasst uns die Namen des wunderbaren Sonnengottes wiederholen, des der Sonne innewohnenden Brahman:

Aditya Nara yana, Jyotir Narayana
Bhaskara Narayana, Surya Narayana
Und lasst uns um Seine Gnade und Seinen Schutz beten:
Adityaya Adityaya Adityaya Pahimam
Bhaskaraya Bhaskaraya Bhaskaraya Rakshamam.
Möge der Sonnengott euch alle segnen. Möge das Höchste Licht die Herzen aller erleuchten.

Nach oben

Katalog anfordern
Beratung und Anmeldung


Yoga Angebote

Unser Klassiker zum Einsteigen:

Yoga & Meditation Einführung


Yoga lernen im Urlaub:

Yoga Ferienwochen
 


Yoga wie es dir gefällt:

Ashram Individualgast
 


Ayurveda Angebote:

Alles zu Ayurveda & Ayurveda Vegan.


Yoga in deiner Nähe:

Suche dein Stadtcenter oder Ashram


Yoga Bücher online lesen:

Unser Bücherportal


Vegetarische Ernährung:

Infos & Rezepte
 


Yoga Angebote

Yoga Vidya Yoga, Meditation, Ayurveda, Yoga Ausbildungen, Yoga Kurse, Yoga Ferien hat 4,47 von 5 Sternen 433 Bewertungen auf ProvenExpert.com