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Was ist Apana Vayu?

Apana-Vayu gilt als der zweitgrößte Impuls im Menschen. Neben der Ausscheidung steuert es nämlich die Arterhaltung und alles, was damit in Verbindung steht: Sexualität, Menstruation, Geburt, im weiteren Sinne auch den Familieninstinkt.

Ojas und Apana Vayu

Apana-Vayu wird harmonisiert, sublimiert und in Ojas verwandelt durch verschiedene Beckenbodenmuskel-Übungen. Im Kundalini-Yoga gibt es dafür sehr ausgefeilte Praktiken, unter anderem Mula-Bandha, Ashwini-Mudra, Vajroli-Mudra und Amaroli-Mudra sowie die Umkehrstellungen wie Shirshasana (Kopfstand) und Sarvangasana (Schulterstand). Diese Übungen helfen, die Funktionen von Apana-Vayu zu verbessern. Sie helfen gegen Verstopfung und Durchfall, gegen Menstruationsprobleme, Inkontinenz, Frigidität und Impotenz, für eine angenehmere Schwangerschaft und einfachere Geburt. Da Apana-Vayu im weiteren Sinne auch die Energie der Kreativität ist, wird auch diese stärker sprudeln. Und am wichtigsten: Ein Teil des Ojas wird sublimiert und man fühlt sich leichter, erhabener, freudevoller.

Mula-Bandha zur Sublimierung von Apana Vayu

Atme im Sitzen oder Stehen normal ein. Beim Ausatmen ziehe die Beckenbodenmuskeln (Geschlechtsmuskeln und Anusschließmuskeln) zusammen und stelle dir dabei vor, dass du Energie vom Beckenbodenbereich hoch bis zum Kopf schickst. Wiederhole das acht bis zwölf Mal oder so oft du willst.

Ashwini-Mudra für mehr Ojas

Atme im Sitzen oder Stehen ein paar Mal normal ein und aus. Dann fülle beim Einatmen die Lungen zu etwa drei Viertel. Halte die Luft an. Beim Anhalten spanne die Beckenbodenmuskeln eine Sekunde lang an. Dann lasse sie los, halte aber die Luft weiter an. Nach einer Sekunde ziehe die Beckenbodenmuskeln wieder für eine Sekunde zusammen. Wiederhole das Anspannen und Loslassen so oft, wie du die Luft anhalten kannst (am Anfang meist drei bis fünf Mal). Danach atme langsam aus und schicke dabei die Energie des Beckenbodens hoch zum Punkt zwischen den Augenbrauen (Ajna-Chakra) oder zum Scheitel (Sahasrara-Chakra). Dies ist eine Runde Ashwini-Mudra. Du kannst ein bis fünf Runden üben und so schnell neue Kraft bekommen.

Enthaltsamkeit, Apana Vayu und Ojas

Eine andere Methode, Apana-Vayu zu sublimieren, ist geschlechtliche Enthaltsamkeit. Apana-Vayu, das vom Muladhara-Chakra, dem untersten Energiezentrum, aus wirkt, ist die Energie hinter der Ausscheidung. Wenn Apana-Vayu hoch zum Swadhisthana-Chakra, dem zweiten Energiezentrum, steigt, manifestiert es sich als sexuelle Kraft. Im Geschlechtsakt wird diese Energie aktiviert, erzeugt sexuelle Freude, manchmal auch Ekstase. Im Höhepunkt wird dann ein Teil der Energie ausgegeben und verloren. Es heißt, dass insbesondere der Mann beim Orgasmus durch die Ejakulation einiges an Energie verliert, während das beim Orgasmus der Frau in geringerem Maße geschieht. So findet man in vielen Kulturen die Tradition, dass Menschen für eine gewisse Zeit oder für immer auf Sexualität verzichten. Dadurch kann das zum Swadhisthana-Chakra aufgestiegene Apana-Vayu weiter nach oben strömen. Auch hier gilt: Wenn Enthaltsamkeit erzwungen ist, führt es nicht zu Energiesublimation, sondern zu körperlicher und emotionaler Verspannung und manchmal auch zu psychischen Problemen. Es gibt viele selbstverwirklichte Menschen, die verheiratet waren oder sind und ein normales Sexualleben hatten und haben. Auch bei normaler Sexualität kann ausreichend Apana-Vayu in die höheren Chakras fließen, insbesondere durch Hingabe, uneigennützige Liebe und Entfaltung der Kreativität.

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Rotes Tantra, Sex und Apana Vayu

Einige Praktiken des roten Tantra sollen dazu verhelfen, Sexualität zu leben, ohne dabei Energie zu verlieren. Sie sollen dabei helfen, Apana-Vayu durch die Sexualität über das Swadhisthana-Chakra hinaus in die höheren Energiezentren zu ziehen. Dabei soll es der Mann nicht zur Ejakulation kommen lassen. Er soll mittels starken Anspannens der Genitalmuskeln (Mula-Bandha beziehungsweise Vajroli-Mudra) die Vorsteherdrüse (Prostata) blockieren, sodass kein Ejakulat entstehen kann. Mit Übung ist das tatsächlich möglich. Im Moment des Orgasmus soll die Konzentration in die höheren Chakras gebracht werden, eventuell Khechari-Mudra (Zunge nach hinten) und Shambhavi-Mudra in Verbindung mit der wiederholung eines Mantras geübt werden. So sollen die Energien von Mann und Frau sich verbinden, in die höheren Chakras fließen, einen viel ekstatischeren Orgasmus und vielleicht eine Gotteserfahrung ermöglichen. Die Frau soll beim Geschlechtsakt Vajroli- (beziehungsweise Amaroli-) Mudra üben, das heißt die Scheidenmuskeln stark über dem Glied des Mannes zusammenziehen, was auch das Vergnügen des Mannes steigert. Mit Konzentration, Khechari-Mudra, Shambhavi-Mudra und Mantra-Wiederholung soll dabei die Sexualenergie nach oben gezogen werden.

Ich persönlich halte die Wirksamkeit dieser Techniken für die Energiesublimierung für beschränkt. Vielleicht können sie in eine etwas erkaltete Beziehung neue Dynamik bringen, sofern beide Partner sich darauf einlassen. Man sollte den Stellenwert von Enthaltsamkeit, Sexualität oder rotem Tantra für die spirituelle Entwicklung nicht überschätzen. Am wichtigsten ist: Wenn man sexuell aktiv sein will, sollte das mit Liebe und Respekt für den Partner verbunden sein. Brahmacharya im Sinne von Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten ist wichtig. Brahmacharya im Sinne von Enthaltsamkeit ist für manche hilfreich, für viele während der intensiven Phase spiritueller Praktiken wichtig, für die Mehrheit aber nicht dauerhaft nötig.

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