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Vers 18

Udhiyaa Mariyaa Unaraa Maravaa
Vidhimaal Ariyaa Vimalan Pudhalvaa
Adhigaa Anagaa Abhayaa Amaraa
Vadhi Kaavala Soora Bhayangaranee


Ungeboren und ohne Tod, nicht denkend und nicht vergessend,
Unerkennbar durch Brahma und Vishnu – Der Sprössling des ewig Reinen!
O Großartiger! Makelloser! O Zuflucht! O Beschützer
Von Amaravati! O Schrecken und Angst von Surapadma!


„O Shanmukha! (Spiritueller) Sohn des ewig reinen Herrn (Shiva) der ohne
Geburt und Tod ist, der weder denkt noch vergisst, der (selbst) von Brahma und Vishnu nicht erkannt werden kann! O großartiger Herr, Du makelloser Einer, der Geber von Zuflucht, der Beschützer von Amaravati (der Hauptstadt von Svarga, dem Wohnort der Devas), der Schrecken von Surapadma!“

Erklärung:

Im gesamten Werk des Kandar Anubhuti ist dies ein einmaliger Vers – der einzige, der ausschließlich dem Singen des Ruhms Gottes gewidmet ist; im Gegensatz zu den anderen, die entweder eine Aufforderung an Gott, ein Gebet, eine Anweisung an den Geist, eine Offenbarung Seiner Gnade, eine Ermahnung oder eine Beschreibung von Stufen des spirituellen Sadhana usw. enthalten.

Im höchsten Zustand des Jnana (des Wissens) ist man zufrieden, Gott einfach nur zu preisen. Man möchte nichts Bestimmtes von Gott, man bittet nicht um etwas, noch fühlt man das Bedürfnis, anderen oder dem eigenen Geist Anweisungen zu geben, der jetzt vollkommene Ruhe in seiner Quelle gefunden hat und sich nicht nach außen bewegen muss, selbst nicht, um über spirituelle Angelegenheiten zu sprechen. Dies ist auch der höchste Zustand der Hingabe, indem der Verehrer nicht das Bedürfnis fühlt, um irgendetwas zu beten. Wenn Gott selbst erreicht ist, was möchte der Verehrer dann noch mehr? Seine Hingabe an Gott ist in diesem Zustand so einpünktig und seine Selbsthingabe so vollständig, dass Gott sich um ihn kümmert, was auch immer seine Bedürfnisse sein mögen, und selbst dessen ist der Verehrer sich oft nicht bewusst. Dieser Vers ist die direkte und unmittelbare Wirkung der Weisheit, die dem heiligen Arunagiri von Gott geschenkt wurde (wie im vorherigen Vers erwähnt), nämlich dass man seine Anhaftungen an die Welt aufgeben, ganz in der Wirklichkeit verwurzelt sein und im Singen des Ruhmes Gottes aufgehen sollte. Mit diesem Vers will er wahrscheinlich auch seine Dankbarkeit für die Weisheit, die ihm gewährt wurde, ausdrücken.

Hingabe ist so süß, dass man sich ganz erfüllt fühlt. Darum hat Arunagiri im allerersten Vers um diese einzige Aufgabe gebetet, seinen Ruhm zu besingen, was das Ziel selbst ist, wenn es vom Schmelzen des Herzens und innerem Gefühl begleitet wird.

Gott ist ohne Geburt- und Tod. Er hat weder einen Anfang noch ein Ende. Alles ist von Ihm gekommen, wird in und von Ihm erhalten und alles kehrt in Ihn zurück oder wird von Ihm wieder aufgenommen. Aber Er selbst kennt keine Veränderung. Er denkt oder vergisst nicht, weil es nichts Zweites neben ihm gibt. Das ist Shiva. Die Großartigkeit von Shiva kennen nicht einmal Brahma und Vishnu. Schon in der Erklärung von Vers 3 haben wir gesehen, wie Brahma und Vishnu Shiva nicht verstanden haben, als er als Licht erschien, während sie untereinander über die höchste Herrschaft stritten. Lord Skanda ist der spirituelle Sohn dieses ewig reinen Einen –Shiva. Indem er dies sagt, macht Arunagiri keine Unterscheidung zwischen Shiva und Lord Skanda, weil Lord Skanda nur eine Manifestation (eine andere Form) von Shiva für einen spezifischen Zweck ist. Shiva hatte den Asuras Gaben verliehen und darum wollte er sie nicht in seinem Shiva-Aspekt töten. Aber auch niemand anders konnte sie töten. Daher erschien Shiva selbst als Lord Skanda, um die Asuras zu besiegen. Darum sind Shiva und Lord Skanda eines.

Gott ist der großartige Eine, fehlerlos, und er vernichtet die Fehler seiner Anhänger. Er gibt denen Zuflucht, die Schutz zu Seinen Füßen suchen, die mit ungeteiltem Geist an ihn denken. Lord Skanda ist der Beschützer von Amaravati. Amaravati ist die Hauptstadt von Svarga (des Himmels), wo Indra herrscht. Surapadma ist in Svarga eingefallen und hat alle Devas aus dem Himmel vertrieben. Nur Lord Skanda konnte die Asuras töten und Indra wieder auf seinen Thron in Amaravati einsetzen. Lord Skanda war ein Schrecken für Surapadma, vor dem ansonsten niemand bestehen konnte. Er hatte alle Engelswesen besiegt und sie zu niedrigen Diensten gezwungen.

Shiva erschien als Lord Skanda und nur er konnte den Asura vernichten. Zuerst hielt Surapadma Skanda für einen kleinen Jungen und schickte seinen Sohn Banukopan in die Schlacht. Selbst Banukopan war für die Devas unbesiegbar; sie konnten ihm keinen Widerstand entgegensetzen. Aber für Lord Skanda war er nichts. Er tötete Banukopan sofort und diese Nachricht ereilte Surapadma wie ein Schock. Er schickte dann seine Brüder, Simhamukhan und Tarakasuran, die von Lord Skanda ohne große Anstrengung getötet wurden. Dies erzeugte Schrecken in ihm. Schließlich kam er selbst auf das Schlachtfeld. Er schleuderte die vielen unbesiegbaren Astras (Waffen), die ihm Shiva verliehen hatte gegen Lord Skanda. Einige davon zerstörte Er mit Gegenastras, andere fing er ruhig auf und behielt sie bei sich, während er über Shiva meditierte. Die Art, mit der Lord Skanda mit diesen mächtigen Astras umging und so einfach und gelassen mit ihnen umging, versetzte das Herz von Surapadma in Schrecken. Darum wird Lord Skanda als „Schrecken Surapadmas“ bezeichnet.

Lord Skanda wird in diesem Vers als Beschützer der Devas und Schrecken Surapadmas bezeichnet. Er beschützte die Devas und vernichtete die Asuras – das heißt, er beschützt diejenigen, die Daivi Sampatti (göttliche Eigenschaften) besitzen und zerstört diejenigen, die von asurischer Natur (bösen Tendenzen haben) sind. Gott beschützt das Gute und vernichtet das Unrechte.

Im vorhergehenden Vers sagte Arunagiri „deshalb lasse deine Zunge Seinen Ruhm besingen“. Wie man dies macht, sagt uns dieser Vers. Die Verherrlichung Gottes sollte sich auf seine höchsten Eigenschaften beziehen. Sie zu besingen bedeutet Kontemplation und Meditation über Ihn.

Wenn wir den Ruhm Gottes besingen, haben wir an den Qualitäten und Eigenschaften teil, mit denen wir Ihn verherrlichen, aufgrund des einfachen Gesetzes, dass wir das werden, was wir denken. Die Verherrlichung Gottes ist eine Art der Meditation über Ihn, genauso wie es Svadhyaya (Selbststudium) ist, weil sich der Geist dabei auf Gott einstellt und bei Ihm weilt. Wenn wir Seinen Ruhm besingen, denkt der Geist über Seine Tugenden nach, und weil der Geist das wird, was er denkt, wird er mit diesen göttlichen Eigenschaften, über die er kontempliert, aufgeladen. Singen ist Kontemplation und führt zur Absorption. Wenn wir also „der großartige Eine“ singen, blitzen Vorstellungen von Allgegenwärtigkeit, Allmacht usw. in unserem Geist auf, und wenn wir das öfter wiederholen, führt es zu einem vollständigen Aufgehen des Geistes in diesen Vorstellungen, was den Verehrer oft zu Bhava Samadhi führt, einem zeitlich begrenzten Aufgehen im Göttlichen Bewusstsein.

Die Verherrlichung Gottes ist ein reines Anflehen, nicht für irgendeinen bestimmten Zweck oder weil man etwas Bestimmtes will. Es ist die Sehnsucht der Seele nach der Wiedervereinigung mit Gott. Wenn die Seele nichts Besonderes will, gibt Gott sich selbst vollständig. Verherrlichung Gottes heißt, Gott selbst zu wollen und nicht irgendetwas von ihm. Wenn Er erreicht wird, ist alles erreicht, weil es nichts Größeres als Ihn gibt, nichts jenseits von Ihm und nichts außerhalb von Ihm. Er ist der Großartige, Bhuma. Durch ungeteilte Hingabe an Gott und Seine Verherrlichung fühlt die Seele ihre Einheit mit Ihm, fühlt Gott als sich selbst.

Arunagiri scheint sich in diesem Vers auf das Selbst zu beziehen und auf die Meditation über das Selbst hinzuweisen. Die Eigenschaften von Shiva, die er erwähnt, entsprechen Brahman, dem Absoluten; und die von Lord Skanda als Shivas Sohn usw. dem inneren Selbst, auf das hin die Meditation praktiziert werden muss. Also beschreiben die ersten beiden Zeilen dieses Verses den Atman und die letzten beiden Zeilen zeigen die Richtung der Meditation.

Der Heilige bezeichnet bedeutsamer Weise Shiva als „Vimalan“, was auch Brahman heißen kann. Vimala bedeutet Nitya-Suddha, ewig rein, unbefleckt von Weltlichkeit. Es ist Brahman, das auch frei von Geburt und Tod ist, ohne Denken und Vergessen, das selbst von Brahma und Vishnu nicht erkannt werden kann, weil sie die Wirkungen von Brahman sind und die Wirkung ihre Ursache nicht kennen kann. Genauso wie Lord Skanda der spirituelle Sohn von Shiva und doch kein anderer als Shiva ist; so ist das Selbst, das im Inneren wohnt, der „Sohn“ von Brahman und ist davon nicht verschieden. So nimmt der Vers in der ersten Hälfte zum Zweck der Meditation Bezug auf das Selbst als nicht von Brahman verschieden, sondern im Inneren wohnend.

Wie man über das Selbst meditieren soll, steht in der zweiten Hälfte. „Der großartige Eine, der Makellose, der Furchtlose, der Herr des Herzens und der Schrecken des Ego“ – so muss über das Selbst meditiert werden. Es gibt nichts Größeres als den Atman. Während der Geist größer ist als die Sinne, der Intellekt größer als der Geist und der Atman größer als der Intellekt, gibt es nichts Größeres als ihn. Das Selbst ist der „makellose Äther“ im Herzen. Es ist furchtlos und aus Angst vor ihm arbeiten die anderen Fähigkeiten in uns harmonisch. Das Selbst ist der Herr (Verwalter) des Herzens (Amaravati). Die Engelswesen sind die Sinne und genauso wie die Götter im Himmel wohnen, dessen Hauptstadt Amaravati ist, so wohnen die Sinne in diesem Körper, dessen Zentrum (oder Hauptstadt) das Herz ist. Die mächtige Kraft von Lord Skanda war ein Schrecken für Surapadma; genauso ist ein Bewusstsein der universalen Existenz des Selbst ein Todesstoß für die individualistische Annahme des Ego. So wird gezeigt, wie man über das Selbst meditiert als das Große und Makellose, das Furchtlose, den Träger der Tugenden und den Zerstörer der Sünden im Sadhaka, als die höchste Wirklichkeit.

*

Mit dem Aufkommen von wahrem Verständnis, das von Gott geschenkt wird – nämlich dass er, indem er die Täuschung hinsichtlich der Welt verlässt, seinen Geist auf die Wirklichkeit oder das Selbst fixieren sollte (Vers 17) – beginnt der Sucher jetzt seine Meditation über die höhere Natur Gottes, als das Selbst in ihm. Um solch reine Meditation bemüht sich jetzt der Aspirant.

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