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Eigenschaftsmeditation

Die Eigenschaftsmeditation ist eine sehr machtvolle Technik, um in dir eine neue Eigenschaft zu entwickeln oder eine vorhandene stärker werden zu lassen. Damit kannst du dein Leben bewusst lenken und dein volles Potential entfalten. Du kannst zum Beispiel tatkräftiger oder gelassener werden oder eine andere Qualität stärken, die du kultivieren willst.

Erläuterung der Technik

Gewisse Eigenschaften sind hilfreich für das Leben, für mehr Freude, Güte und weniger Stress im Alltag und unterstützen auch die Meditation. Andere Eigenschaften sind deiner Entfaltung vielleicht eher hinderlich. Häufig gewünschte Eigenschaften sind zum Beispiel Güte, Geduld, Mut, Gelassenheit, Gleichmut oder Durchsetzungsvermögen.

Für diese Meditation überlege zuerst, welche Eigenschaft du gern entwickeln möchtest und meditiere damit dann die ganze kommende Woche. Dadurch wird sie besonders machtvoll in dir.

Wie bei fast allen Meditationstechniken kannst du mit oder ohne Mantra meditieren. Wenn du möchtest, kannst du die Affirmationen der Eigenschaft jeweils mit einem Mantra verbinden, um die Wirkung zu verstärken und den Geist noch empfänglicher zu machen. Du kannst aber natürlich auch nur die Eigenschafts-Affirmation innerlich wiederholen, ohne Mantra.

Zuerst überlege dir die Eigenschaft, die du mit dieser Meditation entwickeln oder stärken möchtest.
Nachdem du deine gewünschte Eigenschaft festgelegt hast, gehst du durch verschiedene Schritte in der Meditation:

1. Zuerst setzt du dich hin: Asana – wenn möglich im kreuzbeinigen Sitz.

2. Du atmest ein paar Mal tief durch: Pranayama.

3. Pratyahara, den meditativen Gemütszustand herbeiführen: Wiederhole ein paar Mal deine Eigenschaft, z.B. „Gelassenheit“ oder „Ich bin gelassen“ oder „Ich entwickle Gelassenheit“. Das heißt, die Stufe von Pratyahara gehört bei der Eigenschaftsmeditation schon zur Meditationstechnik (Dharana), da du dich schon auf die Eigenschaft einstimmst.

4. Im Dharana-Teil der Meditation übst du die weiteren Schritte der eigentliche Technik in den folgenden Teilen:

  • Nachdenken über die Eigenschaft
  • Wiederholen der Eigenschaft, wenn du willst zusammen mit einem Mantra
  • ohne Worte in die Essenz der Eigenschaft hineingehen
  • Innere Neuprogrammierung: Visualisierung einer Alltagssituation, in der du die Eigenschaft unter Beweis stellst, indem du sie in deiner Vorstellung dort umsetzt
  • Nochmals Affirmation mit der Eigenschaft.

5. Positive Affirmation für den Tag
6. Abschluss der Meditation mit Om und Segensmantra

Vorbereitung auf die Meditation

Zur Einstimmung auf die Meditation kannst du ein paar Mal das Mantra "Om Namah Shivaya" singen, rezitieren oder geistig wiederholen. Om steht für den kosmischen Klang. Namah bedeutet wörtlich Ehrerbietung an; Einstimmung auf. Shivaya: an Shiva. Shiva heißt wörtlich Liebe, Güte, Glück. Om Namah Shivaya ist also Ehrerbietung an das Göttliche bzw. an Gott, der überall die Liebe und Güte ist.

Om Namah Shivaya
Om Namah Shivaya
Om Namah Shivaya

Richte dich dabei schon in deiner Meditationshaltung ein, so dass du die meditative Einstimmung ohne weitere Anpassungen der Sitzhaltung in die Meditation übergehen lassen kannst.

Vielleicht möchtest du heute einmal ausprobieren, ob du in einer Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen sitzen kannst, falls du bisher eine andere Meditationshaltung eingenommen hast. Für die meisten Menschen sind dabei drei Sitzhaltungen besonders angenehm:

  • der Schneidersitz, auch Sukhasana genannt. Wenn das für die Knie nicht so angenehm ist, kannst du auch ein oder zwei Kissen oder eine gefaltete Decke oder ein gefaltetes Handtuch unter die Knie legen. 
  • Oder ein Bein vor das andere geben, dabei sind die Knie am Boden. Diese Haltung wird Muktasana genannt.
  • oder einen Fuß über den anderen Ober- oder Unterschenkel geben, so dass eine Ferse oben, die andere unten ist. Diese Haltung nennt sich Siddhasana oder Ardha Padmasana (halber Lotossitz). Sie gilt energetisch als besonders wirkungsvoll.

Richte dich also jetzt deiner Sitzhaltung ein.

Meditationsanleitung: Eigenschaftsmeditation

Ausführliche Anleitung

ca. 15-20 Minuten Übungspraxis

1. Schritt: Asana, die Sitzhaltung
Sitze ruhig und gerade. Hände gefaltet oder übereinander gelegt; oder die Hände auf den Knien oder Oberschenkeln, Handflächen dabei nach unten oder oben. Daumen und Zeigefinger berühren sich leicht. Wirbelsäule aufgerichtet. Brustkorb nach vorne gewölbt, Schultern nach hinten unten. Nacken lang. Scheitel nach oben. Kinn bleibt unten, parallel zum Boden.  Und da Meditation etwas ganz Wunderschönes ist, lächle von innen heraus.

2. Schritt: Pranayama, die Atmung
Atme ein paar Mal tief in den Bauch ein und aus. Beim Einatmen geht der Bauch hinaus, beim Ausatmen hinein.  Atme vollständig aus und danach wieder sanft ein. Vollständig aus und sanft ein.  Beim Ausatmen lasse los; beim Einatmen lade dich auf.

3. + 4. Schritt: Pratyahara und Dharana, die eigentliche Meditationstechnik in mehreren Stufen

1) Wiederhole jetzt eine Affirmation der von dir gewählten Eigenschaft – entweder zusammen mit einem Mantra oder ohne Mantra. Zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya“  oder „Ich entwickle Mut - Om“. Du kannst die Eigenschaft in der Gegenwartsform formulieren oder als Entwicklungsform – so wie es für dich stimmig ist – und sie mit einem Mantra verbinden.

Zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya“  oder „Ich entwickle Mut – Om“. Entscheide dich für eine Eigenschaft, eine Form und ein Mantra und wiederhole diese Eigenschafts-Affirmation ein paar Mal. Dabei ist es nicht wichtig, ob du daran glaubst oder davon überzeugt bist, dass es funktioniert. Es reicht vollkommen, wenn du bewusst und entspannt die Affirmation zusammen mit dem Mantra wiederholst.

2) Denke jetzt über die Eigenschaft nach – so als würdest du einen Aufsatz darüber schreiben oder eine Motivationsrede darüber halten. Was bedeutet für dich zum Beispiel „Mut“ (oder „Gelassenheit“ oder „Geduld“)? Warum ist es gut diese Eigenschaft zu entwickeln? Welche Vorteile bringt die Eigenschaft für dich und andere mit sich? Wozu willst du sie entwickeln? Was bringt es dir, wenn du sie entwickelt hast?

Zum Beispiel: Mut heißt sich etwas zu zutrauen. Mut heißt sich zu engagieren. Mut heißt  Dinge anzugehen. Wenn ich Mut stärker entwickelt habe, kann ich das und das tun. Mit Mut fühle ich mich besser. Mut gibt mir ein neues Lebensgefühl und Selbstvertrauen. Usw.

3) Wiederhole jetzt eine Weile lang einfach nur den Namen der Eigenschaft und das Mantra mit tiefer Konzentration und Gefühl, also zum Beispiel „Geduld - Om Namah Shivaya“ oder „Mut - Om“. Spüre dabei, wie die Eigenschaft in dir stark wird, spürbar ist, das Gefühl der Eigenschaft dich ganz erfüllt. Gehe ganz in die Eigenschaft hinein. Spüre wie dein ganzes System pulsiert mit der Kraft dieser Eigenschaft.

4) Lasse jetzt die Worte wegfallen und spüre einfach nur das Gefühl dieser Eigenschaft. Du gehst mit deinem ganzen Gefühl und deinem ganzen Sein in der Eigenschaft auf, in ihrer Essenz. Manchmal, wenn die Meditation tiefer wird, kann es geschehen, dass das Mantra von selbst weiter kommt. Dann kannst du alternativ auch ganz entspannt und absichtslos weiter das Mantra wiederholen. Spüre dabei die Tiefe deiner Seele und die Verbindung mit einer höheren Wirklichkeit.

Meditiere so in der Stille etwa 5 Minuten.

5) Während der nächsten Minuten komme zur Visualisierung. Stelle dir eine bestimmte Situation oder verschiedene Situationen vor, in denen du diese Eigenschaft unter Beweis stellst. Alltagssituationen, in denen du bisher auf eine bestimmte Weise gehandelt oder reagiert hast.

Stelle dir jetzt dieselbe Situation so genau wie möglich vor und programmiere sie innerlich um. Stelle dir vor, was du sagen wirst, wie du dich verhältst, wie die Situation verläuft, wenn du im Sinne deiner Eigenschaft handelst. Male es dir ruhig ganz deutlich und positiv aus und versetze dich ganz hinein: Was du sagst, wie du dich gibst, wie die Situation anders verläuft als bisher, wie andere darauf reagieren, was es bringt, wie du dich dabei fühlst.

Du bist gleichzeitig Regisseur/in, Schauspieler/in, Zuschauer/in und Sprecher/in. Male dir eine oder mehrere Szenen aus: So und so ist die Situation, so werde ich mich neu verhalten, und das und das wird das Ergebnis sein.

Lächle dir dabei zu.

Nimm dir etwa 5-10 Minuten dafür Zeit.

6) Zum Abschluss wiederhole innerlich nochmals ein paar Mal die Eigenschafts-Affirmation wie zu Beginn – zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya“ oder „Ich entwickle Mut - Om“.

7) Am Ende einer Mediation ist der Geist offen und klar und du kannst besonders machtvoll auf dein Denken und Fühlen einwirken. Du kannst daher zum Schluss an etwas denken, was in nächster Zeit auf dich zukommt und es als Affirmation formulieren. Zum Beispiel: 
„Ich freue mich darauf das und das zu tun.“
„ Ich freue mich darauf diesem oder jenem Menschen gut begegnen zu können.“
„Ich freue mich darauf das und das erfolgreich anzugehen.“

8) Übergib nun alles an eine höhere Kraft. Zum Beispiel: „O Gott (oder göttliches Prinzip, kosmische Intelligenz), ich übergebe alles dir, nicht mein Wille, dein Wille geschehe.“

9) Vertiefe dann langsam deinen Atem und schließe deine Meditationssitzung mit Chanten von Om und einem Mantra als Klangschwingungen von Harmonie und Verbundenheit.

Om Om Om
Asato ma sad gamaya
tamaso ma jyotir gamaya
mrityor maamritam gamaya

Führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen
von der Dunkelheit zum Licht
von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit.

Om Shantih Shantih Shantih
Om Frieden Frieden Frieden

Kurze Anleitung

ca. 7-10 Minuten Übungspraxis oder kürzer

Setze dich so hin, dass du einige Minuten ruhig sitzen kannst. Auf einem Stuhl, kniend oder kreuzbeinig. Wirbelsäule aufgerichtet, Brustkorb nach vorne gewölbt, Schultern nach hinten und unten, Nacken lang, Kiefergelenke entspannt, Augen entspannt.

Atme ein paar Mal tief in den Bauch ein und aus. Atme sanft ein, atme vollständig aus.

Dann wiederhole die Affirmation für die Eigenschaft, mit der du diese Woche arbeiten willst zusammen mit einem Mantra. Zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya“ oder „Ich entwickle Mut - Om“ – jeweils angepasst an die Eigenschaft, die du stärken willst und wie auch immer du die Affirmation formulieren willst.

Wiederhole die Affirmation klar und entspannt ein paar Mal.

Jetzt wiederhole nur noch den Namen der Eigenschaft zusammen mit dem Mantra, z.B. „Om Namah Shivaya - Geduld“ oder „Om - Mut“ (oder umgekehrt, zuerst die Eigenschaft, dann das Mantra). Fühle dabei die Eigenschaft. Stelle dir vor, du bist ganz erfüllt von dem Gefühl dieser Eigenschaft, während du das Mantra und den Namen der Eigenschaft wiederholst.

Jetzt lasse die Worte wegfallen. Gehe einfach in das Gefühl und die Essenz der Eigenschaft hinein, gehe darin auf – wortlos oder wiederhole dabei weiter das Mantra ganz entspannt.

Gehe in das Gefühl der Eigenschaft oder in die Tiefe deiner Seele oder in die Verbundenheit mit einer höheren Wirklichkeit. Entweder in der vollkommenen Stille oder zusammen mit dem entspannten Wiederholen des Mantras. Spüre die Tiefe deiner Seele oder die Verbundenheit mit einer höheren Wirklichkeit.

Meditiere so während der nächsten etwa 5 Minuten in der Stille.

Om Shantih

Variante 2: Eigenschaftsmeditation

Alternative Kurzanleitung – etwa 10 Minuten Übungspraxis

Hier findest du sie am Beispiel „Freundlichkeit“ – du kannst das aber analog durch jede andere Eigenschaft ersetzen, die du entwickeln willst. Setze dich in eine ruhige Stellung.  Werde dir zunächst bewusst, wie du sitzt.

Spüre, wie dein Körper sich entspannt: Von den Füßen zu den Beinen, vom Bauch bis zur Brust, Kreuz und Rücken entspannt, Hände und Arme sind vollkommen entspannt. Schultern, Hals, Nacken sind ganz entspannt. Deine Gesichtsmuskeln fühlen sich schwer und entspannt an, denn alle Spannungen verschwinden. Deine Lippen formen sich zu einem leichten Lächeln.

Beobachte deinen Atem. So kommst du allmählich zur Ruhe.

Wiederhole jetzt die Affirmation: „Ich bin freundlich - Om Om Om“, „Ich bin freundlich -  Om Om Om“, „Ich bin freundlich - Om Om Om“. Die Verbindung mit Om hilft dir tiefer ins Unterbewusstsein hinein zu kommen.  Wiederhole diese Affirmation noch ein paar Mal. Sie aktiviert die Quellen von Freundlichkeit, Wohlwollen und Wertschätzung tief in dir.

Beginne über Freundlichkeit nachzudenken. Halte dir innerlich selbst einen Vortrag über Freundlichkeit: Über die Vorteile von Freundlichkeit; warum es gut ist, eine freundliche Haltung zu entwickeln. Und welche positiven Wirkungen Freundlichkeit für dich und in deinem Leben haben wird.

Lasse jetzt die Gedanken langsam ausklingen und wiederhole einfach geistig ein paar Mal „Freundlichkeit“. Gehe ganz tief in dich hinein und spüre, wie die Quelle von Freundlichkeit und Wohlwollen in dir stark wird. Gehe ganz in das Gefühl von Freundlichkeit und Wertschätzung hinein. Dein ganzes Wesen ist erfüllt von dieser Empfindung von Freundlichkeit.

Bleibe bei dieser starken Empfindung von Freundlichkeit während der nächsten Minute.

Während du jetzt ganz erfüllt bist von diesem Gefühl von Freundlichkeit und Güte, visualisiere dich in Situationen, in denen du Freundlichkeit und Güte beweisen wirst. Male dir die Situation aus, als ob du selbst ein Drehbuch schreibst für Handlungen, die du in deinem Geiste ausführst.

Wiederhole zum Abschluss noch ein paar Mal die Affirmation „Ich bin freundlich - Om Om Om. Ich bin freundlich - Om Om Om“.

Vertiefe deinen Atem, bewege langsam die Zehen und Finger, strecke und räkele dich etwas und gehe mit diesem Gefühl von Freundlichkeit und Wohlwollen in den Tag.

Om Shantih

Persönlichkeits- und Charakterentwicklung

Du kannst deinen Charakter und deine Persönlichkeit formen und entwickeln. Du kannst Fähigkeiten in dir stärker oder auch schwächer werden lassen. Du kannst lernen, zu solchen Eigenschaften, die du an dir vielleicht nicht schätzt, eine positive Grundeinstellung aufzubauen und geschickt mit ihnen umzugehen. Und du kannst lernen, die eine oder andere Eigenschaft, die dir erstrebenswert erscheint, zu entwickeln und zu stärken.

Vorhandene Eigenschaften akzeptieren

Ein Aspekt der Persönlichkeits- und Charakterentwicklung ist, zunächst einfach anzuerkennen, dass auch die scheinbar negativen Eigenschaften im Grunde positiv sind. Und danach zu entscheiden, ob du dem ersten Impuls nachgeben willst oder nicht.

Tipps für den geschickten Umgang mit unerwünschten Eigenschaften:

1) Versuche zu sehen und zu akzeptieren, dass alle Eigenschaften, die du in dir hast, auf ihre Weise auch irgendwie gut sind – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.

2) Würdige auch diese Eigenschaften.

3) Erkenne gleichzeitig: Ich BIN nicht diese Eigenschaft. Sie ist auf einer relativen Ebene meiner Persönlichkeit da, aber ich BIN sie nicht.

4) Arbeite daran, gegenteilige positive Eigenschaften zu stärken und andere dadurch allmählich schwächer werden zu lassen.

Umgang mit Ängstlichkeit

Vielleicht neigst du sehr stark dazu, ängstlich zu sein. Werde dir als erstes bewusst: Angst ist ein Ausdruck des Überlebensinstinkts, von Vorsicht und somit wichtig. Angst ist manchmal ein Ausdruck von Respekt, Ehrfurcht, Achtung. Angst hilft dir, dich gründlich vorzubereiten und achtsam zu sein.

Wenn du zum Beispiel wegen eines Vorstellungstermins ängstlich und aufgeregt bist, oder weil ein klärendes Gespräch mit deinem Partner/deiner Partnerin ansteht oder weil der Lehrer deines Sohnes dich zu einem Gespräch gebeten hat, dann zeigt deine Ängstlichkeit oder dein Lampenfieber: Du bist verantwortungsbewusst; du nimmst es ernst und machst dir viele Gedanken dazu.

Die Schritte sind also:

  • Du merkst, eine gewisse Ängstlichkeit ist da.
  • Das ist gut, denn sie erinnert dich daran, vorsichtig und überlegt zu sein.
  • Sei dankbar dafür: „Danke, liebe Vorsicht, liebe Voraussicht, dass du mich daran erinnerst.“
  • Nutze die Energie, die in der Angst, der Aufregung, dem Lampenfieber enthalten ist.

Umgang mit Ärger

Auch Ärger hat in gewisser Hinsicht etwas Positives. Ärger kann heißen, du lässt dir nicht alles gefallen. Du bist idealistisch und möchtest etwas Gutes bewirken. Dazu ist es natürlich wichtig, dass du dich durchsetzen kannst, Kraft hast und dich nicht zu klein machst. Denn wenn du bei einem idealistischen Projekt immer zurücksteckst, gestalten die weniger idealistischen Menschen die Welt!

Im Ärger steckt eine geballte Energie. So ist mit Ärger manchmal auch eine gewisse Aggression verbunden. Das Wort „Aggression“ kommt vom lateinischen „aggredere“ - „angehen, etwas umsetzen, durchsetzen“. Das kann ja auch positiv sein als Energie, als Kraft, etwas Positives mit einer gewissen Power zu verfolgen und nicht bei jedem Hindernis gleich nachzugeben. – Natürlich gelten im Yoga die ethischen Prinzipien von Maitri, Freundlichkeit und Liebe, sowie Ahimsa, Nichtverletzen und Gewaltlosigkeit. Wir wollen keine Aggressionen unkontrolliert ausleben und uns selbst und anderen damit schaden.

Die Schritte zum konstruktiven Umgang mit Ärger können also sein:

  • Du merkst und registrierst: Da ist Ärger in dir.
  • Das ist gut, denn die im Ärger aktivierte Energie gibt dir die Power, dich für das Gute zu engagieren und dich wenn nötig auch mal durchzusetzen.
  • Dankbar wertschätzen: „Danke, lieber Kämpfer für die Gerechtigkeit, danke, lieber Schutzinstinkt, dass du mir Kraft gibst.“
  • Danach überlege und entscheide, wie du weiter vorgehen willst. Ob es hilfreich ist, aus diesem Ärger heraus zu handeln oder was jetzt die beste Vorgehensweise wäre.

Umgang mit Gekränktheit

Angenommen, du fühlst dich gekränkt. Dann überlege, wer oder was macht sich da bemerkbar. Du wirst feststellen, es liegt häufig nur an deiner Reaktion, an deiner Identifikation, nicht an dem Menschen oder der Situation selbst. Lächle dir selbst und dem Menschen innerlich einfach zu und befreie dich so davon. Mehr braucht es in vielen Fällen gar nicht, um über die persönliche Gekränktheit hinauszuwachsen. Und dann entscheide, was in dem Fall die geschickteste Handlungsweise wäre.

Indische Weisheit

Wenn ein Schüler/eine Schülerin sich gekränkt fühlte durch Kritik oder weil jemand anders ihn oder sie tatsächlich oder vermeintlich respektlos behandelt hatte, pflegte der Yogameister Swami Sivananda sinngemäß zu sagen:

„Wenn dich jemand einen Esel nennt, wächst dir dann ein graues Fell und ein Schwanz? – Nein? – Warum regst du dich dann darüber auf? Es sind einfach nur Worte ohne Bezug zur Realität. Warum kümmerst du dich um diese Worthülsen und bezieht sie auf dich? – Schicke dem anderen Licht und Liebe und vergiss die Worte.“

Positive Eigenschaften aktiv kultivieren

Nach dem Akzeptieren einer eher ungeliebten Eigenschaft kommt die positive Neuprogrammierung, nämlich das Gegenteil in dir zu stärken.

Angenommen du bist öfter ängstlich und hast dir überlegt, dass das Gegenteil davon Mut ist. Oder du bist öfter unruhig und hast eine Neigung, Angefangenes schnell wieder aufzugeben, dann könntest du als Gegenteil zum Beispiel an Geduld arbeiten. Oder du bist öfter intolerant und aus Ungeduld heraus unfreundlich. Dann könntest du als gegenteilige Qualitäten Freundlichkeit, Güte oder Wohlwollen wählen.

Erfolgreiche Schritte, eine positive Eigenschaft zu entwickeln:

1. Nimm dir fest vor: Ich möchte Mut (oder Geduld oder Gelassenheit oder Einfühlungsvermögen oder was auch immer) entwickeln.

2. Meditiere mit der Eigenschaftsmeditation eine Woche oder auch einen ganzen Monat mit deiner gewählten Eigenschaft.

3. Nach dem Aufwachen denke an die gewünschte Eigenschaft und wiederhole für dich die entsprechende Affirmation. Zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya.“ (3-10 x)

4. Ebenso abends vor dem Einschlafen einige Male: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya“.

5. Wiederhole deine Eigenschafts-Affirmation auch tagsüber ab und zu mal zwischendurch – im Gehen, Stehen, beim Spazierengehen, während du auf etwas wartest, usw.

6. Setze mindestens einmal am Tag die Eigenschaft aktiv in die Tat um. Tue etwas, was du sonst nicht machen würdest oder tue es anders als sonst und zwar so, dass du dadurch die Eigenschaft unter Beweis stellst.

Beispiele für Schritt 6:

  • Wenn du schüchtern bist, überwinde dich und frage jemanden nach dem Weg, statt stundenlang den Stadtplan zu studieren oder dich über das Navi zu ärgern. Oder melde dich für eine Präsentation.
  • Wenn du ungeduldig bist, unterhalte dich als Übung einmal bewusst mit jemandem, von dem du weißt, dass er dich langweilt oder nervt. Oder mache etwas, das Geduld erfordert und wofür du dich sonst nie hergeben würdest.

Wenn du diese Schritte eine Woche lang konsequent umgesetzt, wird die gewünschte Eigenschaft deutlich stärker in dir. Das hat einen großen Einfluss auf dein Leben – auf ein selbstbestimmtes Leben, wo du dich weniger von unbewussten, unwillkürlich ablaufenden Reiz-Reaktions-Mechanismen steuern lässt.

Wenn du ernsthaft an dir arbeiten möchtest, dich umformen möchtest nach deinem Willen und dein volles Potential entfalten möchtest, dann übe jede Woche mit einer Eigenschaft.

Affirmationen und Visualisierungen

Mit Affirmationen und Visualisierungen lässt sich eine Menge bewirken. Sie sind kraftvolle Instrumente, um deinen Geist zu steuern. Du bist deinen Stimmungen, deinem Denken und Fühlen nicht hilflos ausgeliefert, sondern du kannst es beeinflussen. Und zwar nicht nur durch äußere Handlungen, sondern auch durch die bewusste Wahl deiner Worte, Bilder und Gefühle.

Die Kraft deines Unterbewusstseins einsetzen

Die Kraft deines Unterbewusstseins kannst du nicht nur einsetzen, um Eigenschaften zu entwickeln, sondern für viele andere Ziele.

Antworten und Lösungen bekommen

Du kannst deinem Unterbewusstsein eine Frage stellen: „Liebes Unterbewusstsein, ich habe das und das Problem (oder die und die Frage). Bitte gib mir die Antwort.“ Danach vergiss das Problem oder die Frage – überlasse sie deinem Unterbewusstsein. Es wird eine Antwort zu Tage fördern.

Besser einschlafen können

Sage abends deinem Unterbewusstsein: „Bitte liebes Unterbewusstsein, lasse mich in fünf Minuten einschlafen.“ (ca. 3 x). Danach wiederhole deine jeweilige Eigenschafts-Affirmation, bis du tatsächlich einschläfst. Damit setzt du einen Timer und im Normalfall bist du nach fünf Minuten tatsächlich eingeschlafen.

Um eine bestimmte Zeit aufwachen

„Liebes Unterbewusstsein, lasse mich morgen um 5:35 Uhr aufwachen. Ich freue mich darauf, genau um 5:35 Uhr aufzustehen. Ich werde voller Kraft und Energie sein.“ (2-3 x wiederholen).

Zusätzlich kannst du zur Sicherheit den Wecker auf 5.36 Uhr stellen. Wenn du deine Affirmation klar und bestimmt sagst, wirst du genau dann aufwachen und normalerweise den Wecker nicht brauchen. Das hat auch den Vorteil, dass du nicht durch einen Wecker aus dem Schlaf gerissen wirst. Dein Unterbewusstsein wird die Tiefschlaf-Phase so anpassen, dass du genau um die gewünschte Zeit aufwachst und dann auch wirklich wach bist.

Dich für den Tag positiv einstimmen

Nach dem Aufwachen fahre mit deiner jeweiligen Eigenschafts-Affirmation fort, zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya.“ (2-3 x).

Anschließend kannst du die „Positiv-Programmier-Affirmation“ wiederholen, die du schon kennst: „Ich bin voller Kraft und Energie. Mir geht es gut. Ich freue mich auf den heutigen Tag.“ (2-3 x)

Eventuell kannst du auch daran denken, was dich heute erwartet und innerlich sagen: „Ich freue mich, das und das anzugehen.“ „Ich freue mich, erfolgreich loslegen zu können.“ „Ich freue mich darauf, XY zu treffen.“ „Ich werde erfolgreich durch den Tag gehen und ihn genießen.“

Gebet

Wenn du Affirmationen oder Fragen/Aufgaben ans Unterbewusstsein zusätzlich mit einem Gebet verbindest, verstärkst du sie und gibst ihnen eine spirituelle Tiefe. Vertrauensvolles Gebet hat eine große Kraft. Es dünnt die subjektiven Vorstellungen, Identifikationen, eingeengten Vorstellungen und Filter aus, so dass die universelle Intelligenz, die immer da ist, fließen kann.

Aufgaben und Achtsamkeitsübungen für den Alltag

Um die Wirkung der Eigenschaftsmeditation zu verstärken und einen schnellen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, empfehle ich dir:

  • Wiederhole morgens beim Aufwachen die Eigenschaft als Affirmation. Zum Beispiel: „Ich bin geduldig - Om Namah Shivaya“ oder „Heute entwickle ich Mut – Om“ oder „Ich freue mich heute mutig zu sein – Om“.
  • Denke auch tagsüber ab und zu an die Eigenschaft und wenn möglich wiederhole innerlich die Affirmation deiner Eigenschaft zwischendurch.
  • Setze sie mindestens einmal am Tag in die Tat um, indem du bei einer Situation im Alltag im Sinne dieser Eigenschaft handelst.
  • Dann würdige auch deine Anstrengung und deinen Erfolg. Lobe dich dafür: „Das habe ich gut gemacht. Ich kann tatsächlich über meine bisherigen Grenzen hinaus wachsen.“
  • Abends vor dem Einschlafen wiederhole nochmals ein paar Mal die Affirmation.
  • Auch wenn du zum Beispiel Yoga Asanas oder Tiefenentspannung machst, wiederhole innerlich am Ende die Affirmation deiner Eigenschaft ein paar Mal.

So wirst du merken, wie diese Qualität innerhalb von wenigen Tagen in dir stark wird.


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