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Der Kali-Tempel in Uttarkashi

Irgendwann im Sommer 1935 schrieb Bholanath an Ma, er sei dabei, in Uttarkashi einen kleinen Kali-Tempel zu bauen. Bholanath hatte sich in der Region einiges Ansehen als ernsthafter Asket erworben. Die Einwohner wollten unbedingt, daß er selbst die Einweihungszeremonien durchführe. Hari Ram wandte dem Projekt ebenfalls sein Interesse zu. Schnell waren Kräfte für ein imposantes Fest an dem altehrwürdigen Rückzugsort der Weltentsagenden mobilisiert.
      Die Einweihungszeremonie sollte im August 1935 stattfinden. Sie kann als Meilenstein im Leben von Ma‘s Devotees bezeichnet werden. Die neue Gemeinschaft von Devotees aus Nainital, Almora, Dehra Dun, Mussoorie usw. organisierte die Unterbringung der geladenen Gäste aus Dacca, Calcutta, Jamshedpur und anderen Städten in Bengalen und Bihar. Sie wurden am Bahnhof von Dehra Dun empfangen und in geeignete Unterkünfte gebracht. Didi schreibt in ihrem Tagebuch: »Ma hat einen seltsamen Zoo um sich herum versammelt - man versteht die Sprache seines Gegenübers nicht; niemand weiß genau, wer der andere ist, aber alle sind glücklich und bereit, sich ins Abenteuer zu stürzen.«
      So machte sich eine große Schar Männer, Frauen und Kinder im August von Mussoorie aus auf die Wanderung zum etwa 100 km entfernten Uttarkashi. Ma führte die bunt gemischten Grüppchen von Bengalis, Kashmiris, Punjabis, Paharis [Bewohnern der Bergregionen] und Leuten aus Uttar Pradesh an. Viele Bengalis hatten nie zuvor Berge gesehen und waren entsprechend ungeübt im Bergwandern. Auf dem sich langsam bergauf windenden Weg ertönten vielsprachige Ausrufe des Staunens und der Bewunderung ebenso wie Ächzen und Stöhnen. Für diejenigen, die nicht laufen konnten, waren Dandis und Maultiere gemietet worden. Viele liefen sich die Füße wund, manche gerieten in Atemnot, und einigen wurde es sogar schlecht. Aber das alles machte wenig aus, weil Ma ständig in ihrer Mitte war. Bisweilen gesellte sie sich zu den Nachzüglern. Bei jedem Halt erkundigte sie sich eingehend nach den Vorkehrungen und besuchte die einzelnen Zelte. Alle legten sich in dem glücklichen Bewußtsein zur Ruhe, daß Ma bei ihnen war, und daß sie sich um nichts zu sorgen brauchten! In langsamen Märschen erreichte die müde, aber glückliche Schar Uttarkashi nach fünf oder sechs Tagen.
      Bholanath begrüßte entzückt seine alten Freunde. Er hatte seinen Familienpriester benachrichtigt, der auf die Einladung hin seinen Sohn geschickt hatte. Die Paharis, die Bholanath zum erstenmal sahen, begrüßten ihn ehrerbietig. Er war immer bereit, Neulinge willkommen zu heißen. In diesen Tagen war er sehr mit dem Tempel beschäftigt. Unter großer Festfreude weihte er die Statuen im Tempel mit allen Riten ein. Der abgeschiedene Berghang hallte wider vom Klang der Musik, der Muschelhörner und der Jaya-dhvanis [Jubelrufe].
      Nach dieser Zeremonie brach Bholanath in Begleitung seines Priesters und Atuls zu einer Pilgerwanderung nach Gangotri an der irdischen Quelle des Ganges auf. Ma führte ihre große Familie zurück nach Dehra Dun. Die bunte Menge war inzwischen zu einer homogenen Schar zusammengewachsen. Viele lebenslange Freundschaften wurden geschlossen. Einmal mußten sie einen Bergbach überqueren. Die ausgetrockneten Flußbetten in den Bergen verwandeln sich nach einem ergiebigen Regen plötzlich in reißende Ströme. Sie können äußerst tückisch sein, da man über glitschige Felsen steigen muß. Als Ma sah, welche Schwierigkeiten die Frauen hatten, stellte sie sich mitten in den Bach und reichte den Ängstlichen die Hand, bis sie sicher auf der anderen Seite waren. Sie ging hin und her, bis alle das andere Ufer erreicht hatten. Ein Zeuge war davon so beeindruckt, daß er an einen Freund schrieb: »Möge Ma uns ebenso über Bhavanadi, den Fluß des Lebens, geleiten.«
      Mahalakshmi ging mit einigen Freunden und Verwandten nach Dehra Dun voraus und traf Vorbereitungen für den Empfang der müden Wanderer. Diese waren hocherfreut über die Gastfreundschaft der dortigen Devotees. Sprachliche und kulturelle Barrieren stürzten ein. Die improvisierten Treffen verwandelten sich in geordnete Versammlungen. So geschah es überall, wo Ma gerade war: ganz spontan ergab sich die harmonische Vermischung ungleichartiger Kulturen. Ma‘s Lehre vom Einen, das als Vielfalt erscheint, wurde in ihrer Nähe immer wieder auf praktische Weise demonstriert.
      Bholanath kam nach seiner Rückkehr aus Gangotri nach Dehra Dun. Bhaiji führte ihn und Ma in die Häuser vieler Devotees und machte sie mit Bholanath bekannt. Sie waren sehr glücklich, ihn endlich in ihrer Mitte zu haben. In diesen nördlichen Gegenden wurde er als Pitaji bekannt.

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