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Vers 34

Singaara Madanthaiyar Theeneri Poi
Mangaamal Enakku Varam Tharuvaai
Sankraama Sikhaavala Shanmugane
Gangaanadhi Baala Kripaakarane


Sich nicht zu verlieren auf den fehlgeleiteten Wegen romantischer Frauen
Und ruiniert zu werden; - gewähre mir diese Gnaden.
O Herr Shanmukha, der mit dem Pfau und grimmig in die Schlacht zieht!
O himmlischer Sohn des Flusses Ganga! O Verkörperung der Gnade!


„O Shanmukha mit dem in die Schlacht ziehenden Pfau! O Sohn des Flusses Ganga! O Verkörperung der Gnade! Gewähre mir diesen Segen, dass ich nicht (im Geist) verdunkelt werde, indem ich auf den üblen Wegen von bezaubernden, romantischen (sich verkaufenden) Frauen gehe.“

Erklärung:

Sex und das Ego bestehen bis zum Ende fort, bis man Gottesverwirklichung erreicht. Besonders wenn man dem Zuhause und dem Wohlstand entsagt und in Abgeschiedenheit lebt, besteht die Möglichkeit, dass man sich in das Netz bezaubernder Frauen/Männer verirren kann. Hier ist deshalb ein Appell an Shanmukha um einen Segen, vor solchen Fallen gerettet zu werden. Das ist ein direktes und einfaches Gebet, was die Besonderheit dieses Verses ist. In den meisten Versen ist Arunagiris Gebet nicht so direkt wie in diesem. „Wann wirst Du es gewähren? Soll ich leiden? Wie lange?“ - lauten die pathetischen Appelle in den anderen Versen; aber hier eine direkte Forderung: „Gewähre mir Deinen Segen“. Dies ist sehr bedeutsam. Es zeigt, dass man auch wenn man keine sexuellen Gelüste hat oder von Frauen angezogen und bezaubert sein mag, sich doch nie sicher fühlen kann, die Lust überwunden zu haben oder nicht doch ein Opfer des Sexualtriebs wird. Darum das Gebet zu Gott um seinen Segen, als Schutzmassnahme gegen etwaige Möglichkeiten auf die Wege sexueller Beziehungen zu geraten, weil man das auf keiner Stufe ausschließen kann.

Es wird um „Segen“ gebeten. Ein Segen ist ein göttliches Geschenk, so dass das Leiden für immer geheilt wird, anders als bei der menschlichen Anstrengung, wo die Gefahr immer da ist. Und von wem wird dieser Segen erbeten? Von „Kripaakaran“, d.h. einer Verkörperung der Gnade. „Gnade“ und „Segen gewähren“ gehören zusammen. Das Gewähren geschieht exgratia. Es ist ein Geben, selbst wenn der andere noch nicht bereit dazu ist. Es ist ein reiner Akt der Gnade oder des Gebens aus Mitgefühl heraus. Solch ein gnadenvolles Geben ist ein Segen. Und darum betet Arunagiri. Der Sexualtrieb ist so stark, dass er durch keine noch so große Anstrengung vollständig ausgerottet werden kann. Persönliche Anstrengung nützt dabei nicht viel. Nur wer die besondere Gnade Gottes hat, wird von diesem Leiden vollständig befreit. Nichts außer göttlicher Gnade kann einen von sexueller Lust befreien. Darum bringt der Heilige in diesem Vers Gott ein direktes Gebet dar und bittet um einen Segen von der Verkörperung der Gnade. Lord Skanda wird auch als Sohn des Flusses Ganga angesprochen.

Wir haben im vorherigen Vers gesehen, dass Er als ein Segen den Devas gegeben wurde und vom Fluss Mandakini geboren wurde. Ganga und Mandakini sind dasselbe. Der „Mandakini-Geborene“ oder „Sohn der Ganga“ ist auch der Herr mit den sechs Gesichtern und die einzige Funktion eines der Gesichter ist es, die Bitten seiner Verehrer zu gewähren. Er wird deswegen als Shanmukha (6 Gesichter) angesprochen. „O Shanmukha, Sohn der Ganga! Du wurdest den Devas als ein Segen gegeben! Gewähre mir jetzt einen Segen – dass ich kein Opfer des Sexualtriebes werde und so verloren gehe“, ist das Gebet von Arunagiri.

Es scheint eine Bedeutung darin zu liegen, dass Arunagiri sich auf Lord Skanda erst als „Mandakini-Gegebener“ (Vers 33) und dann als „Sohn der Ganga“ (Vers 34) bezieht. Die ewigen Schneegipfel des Himalaya sind die Quelle vieler unversiegbarer Flüsse, zu denen z.B. Bhagirathi, Mandakini und Alakananda gehören. Diese drei Flüsse bilden zusammen die heilige Ganga und darum werden sie oft selbst Ganges genannt und mit ihr gleichgesetzt.

Es gibt vier Pilgerorte im Herzen der Himalayas, die dem gläubigen Hindu sehr heilig sind, die sogenannten Char-Dam. Das sind Gangotri (3170 Meter) Yamunotri (3290 Meter), Kedarnath (3580 Meter) und Badrinath (3155 Meter), von denen die Flüsse Bhagirathi, Yamuna, Mandakini und Alakananda entspringen*. Die Mandakini fließt von Kedarnath durch die Orte Gauri Kund, Gupta Kasi und Agastya Muni und erreicht Rudraprayag, wo sie sich der Alakananda anschließt, die von Badrinath kommt, durch Joshi Muth, Chamoli und Karnaprayag. Der vereinte Mandakini- Alakananda (die Alakananda heißt) fließt weiter hinab nach Devaprayag, wo sie auf die Bhaghirati trifft, die via Uttar Kasi, Dharasu und Tehri aus Gangotri kommt. Von Devprayag aus heißt diese kombinierte Mandakini-Alakananda-Bhagirathi Ganga (Ganges), fließt durch Rishikesh nach Haridwar und betritt dann die Ebene. Die Yamuna aus Yamunotri mündet in Allahabad in den Ganges, was als Prayag bekannt ist, und der Ganges erreicht schließlich in Gangasagar in der Nähe von Kalkutta den Ozean.

Die Mandakini-Region ist sehr eng mit Lord Skanda verbunden. Wenn man von Rudraprayag nach Kedarnath entlang der Ufer der Mandakini hinaufwandert, kommt man unterwegs durch die Orte Agastya Muni, Gupta Kasi, Triyugi Narayan und Gowri Kund. Agastya Muni ist ein kleiner Ort am Ufer der Mandakini, wo der Weise Agastya Askeseübungen (Tapas) vollzogen hat. Dort gibt es einen Tempel, der ihm geweiht ist. Auf einem Gipfel in der Nähe, ein paar Meilen von Agastya Muni entfernt, gibt es einen Schrein für Kartikeya/Skanda, der von dem Weisen Agastya verehrt wurde.

Agastya ist, wie wir wissen, der erste Verehrer von Lord Skanda und der erste der beiden, die als einzige Pranaya Upadesa (Erklärung des Om) von Lord Skanda persönlich bekommen haben. Der andere ist der Heilige Arunagirinathar. Triyugi Narayan ist der Ort, wo die Hochzeit von Parvati (auch Gauri genannt) mit Shiva stattfand – auf die Bitten der Devas, ihnen Lord Skanda zu geben. Sie wurde von Brahma und Vishnu durchgeführt und das bei dieser Gelegenheit entzündete Opferfeuer brennt noch heute. Gauri Kund liegt ungefähr 7 Meilen unterhalb von Kedarnath, wo es eine natürliche heiße Quelle gibt, die Parvatis Badestätte war, weswegen die Quelle nach Parvati benannt wurde. Kedarnath, die Wohnstatt von Shiva, liegt am Fuße des Kedar- Gipfels, der auch Kailasha genannt wird. Der riesige Shiva-Lingam im Tempel von Kedarnath ist vielleicht der größte der Welt. Wenn man hinter dem Kedarnath-Tempel steht und sich umschaut, ist man von Ehrfurcht erfüllt aufgrund der schneebedeckten, den Himmel berührenden Spitzen des Kedar, die den Geist zu göttlicher Ekstase erheben.

Der windungsreiche Lauf der Mandakini vom Fuß dieser Schneegipfel sieht aus, als würde der Ganges aus den Himmeln auf diese sterbliche Ebene herabsteigen. An der Quelle der Mandakini am Fuße der Schneegipfel, etwa drei Meilen oberhalb von Kedarnath gibt es einen bezaubernden, himmlisch anmutenden See, dessen Anblick das Bewusstsein zu göttlichen Höhen trägt. Dieser See ist aller Wahrscheinlichkeit nach der, in dem der Avatar von Lord Skanda sich manifestierte, als das Tejas Shivas vom Feuergott und vom Windgott zur Ganga (Mandakini) getragen und in einen Teich gebettet wurde. Man fühlt dies fast intuitiv, wenn man auf die Schneegipfel und die Quelle hinter Kedarnath sieht.

Der Weise Agastya, der Lord Skanda verehrte und ihm einen Tempel in der Nähe von Agastya Muni gewidmet hat, die Heirat von Shiva und Parvati zum Zwecke des Skanda Avatars in Triyugi Narayan, Gauri Kund als Badeplatz von Parvati und Kedarnath als Wohnstätte Shivas, d.h. die ewigen schneebedeckten Gipfel des Kedars, die Lage des Sees an der Quelle der Mandakini – all dies legt nahe, dass die Göttliche Geburt von Lord Skanda hier stattgefunden haben könnte. Darum hat Arunagiri es vorgezogen, sich auf Lord Skanda erst als den „Mandakini-Gegeben“ zu beziehen (Vers 33) und dann als „Sohn der Ganga“ (Vers 34), weil Mandakini ihr besonderer Name und Ganga der allgemeine Name ist, in dem Sinne, dass auch die Mandakini Ganga genannt wird, weil sie einer der drei Flüße ist, die die Ganga bilden. Später, in Vers 50, bezieht sich Arunagiri auf Gott als den „Sohn des Flusses“ (Nadi Putra), was ein noch allgemeinerer Ausdruck ist. Dieser Bezug auf Mandakini, Ganga und Fluss in dieser Reihenfolge scheint darauf hinzuweisen, dass die Geburt Lord Skandas tatsächlich am Ufer der Mandakini stattfand, die auch Ganga heißt und auch ein Fluss ist.

Dies ist ein in seiner Einfachheit sehr machtvoller Vers, um die Gnade Gottes anzurufen, um den Seximpuls zu überwinden. Wie mitfühlend ist dieser Heilige, dass er solch einen Vers verfasst! Er fleht zum Gott der Gnade um einen Segen. Gott ist immer bereit, seine Gnade herabregnen zu lassen. Aber wir müssen es wollen! Selbst wie man bittet, zeigt er in diesem Vers. Es sieht so aus, als habe Gott selbst diesen Vers durch Arunagiri gesungen, aus seinem Mitgefühl für die hilflosen Jivas heraus. Ein einfacher, direkter Vers mit machtvollen Worten, die einen Strahl der Gnade aus der Masse der Gnade herab bringen werden, der ausreicht, unser ganzes Wesen zu transformieren.

*

Der Sadhaka wurde in den Anfangsstufen von Lust gepeinigt, weil er im Netz von Familie und Kindern gefangen war (Verse 4 und 5); später, infolge der Unterweisung durch seinen Guru, wurde nur sein Geist von dem Gedanken an oder durch die Gegenwart von Frauen durcheinander gebracht (Vers 9); in den fortgeschrittenen Stadien der Meditation, nach richtiger Einweihung in ihre Technik, störten ihn nur noch die Eindrücke von vergangenen Vergnügungen, die aus dem Unterbewussten und unbewussten Ebenen des Geistes aufstiegen (Vers 24). Nach dem kurzen Blick auf das kosmische Bewusstsein (Vers 28) ist er ziemlich zuversichtlich, dass er nicht mehr durch den Sexualtrieb gestört werden wird. Er ruft jedoch die spezielle Gnade Gottes an, um nicht wieder auf Abwege zu geraten, weil diese Gefahr besteht, bis man Befreiung erlangt hat. Es ist interessant festzustellen, dass es in diesem Gebet nicht um Freiheit von Sex geht wie in den vorhergehenden Versen, sondern es nur ein allgemeines, einfaches Gebet zur Sicherheit ist, bevor er das Leben der Entsagung aufnimmt. Der Bezug auf den „Sohn der Ganga“ legt nahe, dass er sein Zuhause verlassen und Zuflucht am Ufer des Ganges gesucht hat.

In diesem Vers wird das Bedürfnis nach Göttlicher Gnade und ewiger Wachsamkeit betont, um zu zeigen, dass man es sich auf keiner Stufe erlauben kann, unachtsam zu sein.

*Diese vier Orte sind jeweils 156, 140, 130 und 185 Meilen von Rishikesh entfernt.

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