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Sadhana

Vedanta Sadhana


Vedanta Sadhana: Einleitung

Alles, was einen Anfang oder ein Ende hat, ist unwirklich. Das, was in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existiert, ist wirklich. Nur Brahman existiert in den drei Zeitphasen. Also ist nur Brahman wirklich. Nur etwas Wirkliches kann ewig, unveränderlich und ohne Anfang und Ende sein. Etwas, was am Anfang und am Ende nichts ist, existiert logischerweise auch in der Mitte nicht.

Die allen Namen und Formen zugrundeliegende Wirklichkeit, die ursprüngliche eine Form, von der alles ausgeht, ist Brahman, das Absolute. Brahman ist die letztendliche Quelle aller Freude und Wonne.

Brahman ist die innere Realität oder Essenz. Die fünf Schichten sind die äußeren Hüllen. Körper, Sinne, Geist und Verstand sind nur die äußeren Schalen, die die innere dauerhafte Wirklichkeit verbergen. Diese Hüllen sind Manifestationen von Brahman. Sie gründen in Brahman.

Brahman, das Ewige, übersteigt die wahrnehmbaren Erscheinungen. Schöpfung und Zerstörung sind nur Erscheinungen. Sie sind die Gaukelei von Maya, dem Geist. In Wirklichkeit wird nichts erschaffen oder zerstört.

Brahman ist Unendlichkeit. Brahman ist ewig. Brahman ist Unsterblichkeit. Unendlichkeit muß eins sein. Es kann keine zwei Unendlichkeiten geben. Das, was unveränderlich, unteilbar, nicht dual, anfanglos, endlos, zeitlos, raumlos und grundlos ist, kann unendlich sein. Wenn in Brahman Teile sind, gibt es Vielfalt. Es kann in Brahman keine Unterschiede oder Abstufungen geben. Brahman ist aus sich selbst strahlend, aus sich selbst existierend, in sich selbst enthalten, in sich selbst verankert und aus sich selbst offenbart. Brahman ist ohne Geburt und Tod, denn Er ist unendlich, körperlos und zeitlos. Brahman ist keine negative Leere wie im tiefen traumlosen, gesunden Schlaf, denn Er ist reines Bewußtsein, absolutes Wissen. In Brahman besteht vollkommene Bewußtheit, reine Intelligenz. Brahman, das Absolute ist Satyasya Satyam. Es ist das Selbst aller Selbste.

Die Objekte, die man im Wachzustand sieht, sind ebenso unwirklich wie die Objekte, die man im Traumzustand sieht. Alle Objekte sind unwirklich. Nur das beobachtende Subjekt ist wirklich und ewig. Das Leben ist ein Wachtraum. Wie kann etwas, das sich verändert, ewig und wirklich sein.

Die individuellen Seelen und die Welt sind unwirklich. Nichts außer Brahman, das Absolute, ist ewig.

Die geistige Welt ist ebenso gegenständlich oder unwirklich wie die materielle. Die einzige Wirklichkeit ist Brahman oder Atman. Die Welt vergeht im Schlaf. Die Traumobjekte vergehen, sobald man aufwacht. Also sind die Welt der Erfahrung und die Traumwelt unwirklich. Jenseits dieser drei Zustände ist Atman oder Brahman. Dieses Brahman ist die Basis der drei Zustände. Es ist der schweigende Beobachter, Sakshi. Brahman alleine ist Turiya, der vierte Zustand.

Moksha ist das ewige Leben. Die Verwirklichung der Einheit des Selbst ist die Hochwassermarke der Vollkommenheit. Verwirkliche dieses Brahman durch Hören der Srutis (Sravana), Reflektieren (Manana) und ständige Meditation (Nididhyasana) und erlange Freiheit, die letztendliche Glückseligkeit.

Die Verwirklichung des Brahman wird als höchste Erkenntnis betrachtet. Nur ein starker und weiser Mensch, der über die vier Mittel verfügt, kann Selbstverwirklichung erlangen.

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Wiedergeburt kann nur durch die Verwirklichung von Brahman aufgehoben werden. Wer wahrhaft sein Einssein mit Brahman verwirklicht, verwirklicht Unsterblichkeit.

Ziehe die Sinne zurück, schau nach innen und suche dein Herz. Tauche durch tiefe Meditation über das innerste Selbst tief in die tiefsten Gründe deines Herzens. Du wirst zweifellos deine Identität mit Brahman verwirklichen und zum Herzstück unendlicher Freude und Wonne vordringen.

Aspekte von Jnana Sadhana

Der Sadhak reflektiere und meditiere. Sravana ist Hören der Srutis. Manana ist Denken und Überlegen, Nididhyasana ist fortdauernde und tiefe Meditation.

Dann kommt Atma Sakshatkara, direkte Verwirklichung.
Das heißt auch Brahmanubhava oder Aparokshanubhuti. Dann schmelzen alle Zweifel und Täuschungen dahin. Der Knoten der Unwissenheit (Hridaya Granthi) wird durchschlagen. Alle Karmas (Sanchita und Prarabdha) werden vernichtet. Der Jnani erlangt den Sat-Chit-Ananda Zustand. Er ist befreit aus dem Rad von Samsara, von Geburt und Tod mit all ihren Übeln.

Der Schüler auf dem Weg von Jnana Yoga wiederholt Om oder Soham oder Sivoham oder Aham Brahma Asmi oder Om Tat Sat und verbindet die Gedanken von Reinheit, Vollendung, Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit, Sat-Chit-Ananda mit der Wiederholung der obigen Formeln.

FORMELN FÜR NIDIDHYASANA

Ich bin die Sonne aller Sonnen
- OM OM OM
Ich bin völlige Reinheit
- OM OM OM
Ich bin nichts als Wonne
- OM OM OM
Ich bin allerfüllendes Bewußtsein
- OM OM OM
Satchidananda Swaroopoham
- OM OM OM
Akhanda Ekarasa Chinmatroham
- OM OM OM
Bhumananda Swaroopoham
-  OM OM OM
Aham Sakshi (Ich bin Beobachter)
- OM OM OM
Nirvisesha Chinmatroham
- OM OM OM
Asangoham (Ich bin nicht berührt)
- OM OM OM

LEBE MIT OM

Lebe im Inneren. Lebe im Geist. Meditiere über Atman, die Wirklichkeit (Swaroopa Dhyana). Mache Mano Japa von Om Pranava (Manasig Japa). Singe Om. Fühle Om. Iß Om. Gehe Om. Atme Om. Schließe Freundschaft mit Om.

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Die ununterbrochene Praxis der Meditation ›Ich bin Brahman‹ zerstört das Vikshepa von Avidya (Schwanken oder Ablenkung verursacht durch Unwissenheit) und heilt wie das Lebenselixier (Rasayana) alle Krankheiten.

An einem einsamen Platz sitzend, frei von jeder Leidenschaft, nachdem die Indriyas (Sinne) bezwungen wurden, meditiere man auf den einen unendlichen Atman, ohne an etwas anders zu denken.

Ein weiser Mensch löse mittels seiner Intelligenz alles Sichtbare im Atman auf und meditiere stets über den einen AAtman, der wie der reine unendliche Äther ist.

Die sieben Stufen von Jnana (SAPTA JNANA BhUMIKAS)

Es gibt sieben Stufen von Jnana, die sieben Jnana Bhumikas. Zuerst muß durch tiefes Studium von Atma Jnana Shastras, Zusammensein mit Weisen und das Ausführen von tugendhaften Handlungen ohne Erwartung von Früchten Jnana entwickelt werden. Dieses Subheccha, der richtige Wunsch, ist die erste Bhumika oder Stufe von Jnana. Es gießt den Geist mit dem Wasser der Unterscheidung und schützt ihn. Auf dieser Stufe herrscht Nichtanziehung oder Gleichgültigkeit gegenüber Sinnesobjekten. Die erste Stufe ist die Grundlage für die weiteren Stufen. Von ihr aus werden die nächsten beiden erlangt, nämlich Vicharana und Tanumanasi. Fortgesetztes Atma Vichara (Fragenstellen über Atman) ist die zweite Stufe. Die dritte Stufe ist Tanumanasi. Diese wird erreicht durch die Pflege spezieller Gleichgültigkeit gegenüber Objekten. Der Geist wird so dünn wie ein Faden. Daher der Name Tanumanasi. Tanu bedeutet Faden - der fadenähnliche Zustand des Geistes. Die dritte Stufe wird auch Asanga Bhavana genannt. In der dritten Stufe ist der Suchende befreit von allen Anziehungen. Wer auf der dritten Stufe stirbt, bleibt lange Zeit im Himmel und wird auf der Erde als Jnani wiedergeboren. Die drei besprochenen Stufen fallen unter den Jagrat Zustand. Die vierte Stufe ist Sattwapati. Diese Stufe zerstört alle Vasanas bis an die Wurzel. Das fällt unter den Swapna Zustand. Die Welt erscheint wie ein Traum. Wer die vierte Stufe erreicht hat, sieht alle Dinge des Universums gleich an. Die fünfte Stufe ist Asamsakti. Darin herrscht absolute Nichtverhaftung an die Dinge der Welt. In diesem Zustand gibt es weder Upadhi, noch Wachen, noch Schlafen. Es ist der Zustand von Jivanmukti, in dem es zur Erfahrung von Ananda Swaroopa kommt (die ewige Wonne Brahmans), verbunden mit makellosem Jnana. Das fällt unter Sushupti. Die sechste Stufe ist Padartha Bhavana. Darin kommt es zur Erkenntnis der Wahrheit. Die siebente Stufe ist Turiya, der Zustand des Überbewußtseins. Das ist Moksha. Es heißt auch Turiyateeta. Es gibt keine Sankalpas. Alle Gunas verschwinden. Es übersteigt Geist und Sprache. Die körperlose Errettung (Videhamukti) wird auf der siebenten Stufe erlangt.

In der Sicherheit von Atma zu weilen, ohne Wünsche und mit universeller Sicht gegenüber allem, nachdem alle Komplikationen der Unterscheidungen von ›Ich‹ oder ›Er‹, Existenz oder Nichtexistenz, zerstört wurden, ist Turiya.

Das, was von der Natur von Wonne und mit Intelligenz verbunden ist, heißt Turiya. Der Weise ist auf dieser Stufe bar aller Vasanas. Er ist frei von allen Vorstellungen von Unterschied und Nichtunterschied, ›Ich‹ und ›Nicht-Ich‹, Sein und Nichtsein.

Dieser erhabene siebente Zustand ist die Isolation, Moksha, die ohne Teile ist, gleich in allem, makellos, segensreich, still und reines Turiya. Die siebente Stufe, frei von allen Objekten und erfüllt von Wonne, wird von manchen als der Turiyatita Sitz von Moksha gesehen, der Chit selbst ist. Die siebente Stufe übersteigt den Geist, strahlt aus sich selbst und ist von der Natur von Sat. Auf der siebenten Stufe wird körperlose Rettung erlangt. Sie ist homogen. Sie ist unbeschreiblich; sie übersteigt die Kraft der Sprache.

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Methoden von Vedanta Sadhana

Sravana, Manana und Nididhyasana sind die drei Stufen von Vedanta Sadhana.

Sravana ist Hören der Wahrheit. Das Abheda Bodha Vakya muß vom Brahmanishtha Guru gehört werden. Dann sind die Schriften und Abhandlungen über Vedanta sorgfältig zu studieren, um die Bedeutung der großen Mahavakyas richtig zu erfassen.

Es gibt zwei Arten von Vedanta Granthas: die Pramana Granthas und die Prameya Granthas. Man muß immer wieder Standardwerke über Vedanta lesen. Eine vollständige und erschöpfende Abhandlung zu dem Thema muß mit allergrößter Sorgfalt studiert werden. Erst dann wird die volle Erkenntnis von Vedanta aufdämmern. Werke wie Adwaitasiddhi, Chitsukhi, Khandanakhanda Khadya, Brahmasutras, usw. sind Pramana Granthas, denn sie weisen andere Theorien zurück und begründen Adwaitatattwa durch Logik und Argumentation. Werke wie Upanishaden, Bhagavad Gita und Yogavasishtha sind Prameya Granthas, denn sie tun nichts anderes als die absolute Wahrheit unwiderlegbar festzustellen und lassen sich nicht auf Argumentationen ein, um etwas zurückzuweisen oder festzustellen. Sie sind intuitive Werke, erstere hingegen sind intellektuell.

Der Geist muß rein und klar sein, bevor man mit Vedanta Sadhana beginnt. Vasanas im Geist zurückzubehalten ist wie eine schwarze Kobra im Inneren zu haben und sie mit Milch zu füttern. Das Leben ist stets in Gefahr. Töte diese Vasanas durch Vichara, Vairagya und Meditation über den Atman.

Die Sruti Texte, die über Schöpfung sprechen, wie zum Beispiel: „Aus dem Atman entstand Akasa, aus Akasa Vayu, aus Vayu Agni.“ etc., verfolgen keine andere Absicht als die, Anfängern oder jungen Suchenden vorbereitende Unterweisung zu geben, denn sie können nicht sofort Ajativada verstehen, die Theorie der Nichtevolution. Wenn du Stellen liest, die von Schöpfung sprechen, denke immer daran, daß all dies nur Adhyaropa, Überlagerung, ist. Vergiß das nie. Denke niemals auch nur eine Sekunde lang, daß die Welt real ist. Nur durch Apavadayukti, die Verneinung von Überlagerung, kann Kevala Advaita Siddhanta begründet werden. Wenn die Welt real ist, wenn Dualität real ist, kann die Erfahrung Advaitischer Verwirklichung nicht gemacht werden.

Wenn die Unreinheit von Ichdenken, Ahankara Mala, zerstört ist, werden die beiden anderen Unreinheiten, Kama Mala (Unreinheit der Wünsche) und Karma Mala (Unreinheit der Handelns) von selbst zerstört werden. Wie kann es daher für einen Jivanmukta, einen befreiten Weisen, Pararabdha geben? Er ist eins mit dem höchsten Absoluten.

Hindernisse im Vedanta Sadhana

Ahankara ist das größte Hindernisse für Selbstverwirklichung. „Ich weiß alles. Nur mein Standpunkt und meine Meinung sind richtig. Was ich tue, ist richtig. Diese Person weiß gar nichts. Jeder muß tun, was ich sage. Jeder hat mir zu gehorchen. Ich habe keine Fehler. Ich bin voller guter Eigenschaften. Ich bin sehr klug. Diese Person ist sehr dumm. Diese Person ist erbärmlich. Diese Person hat viele Fehler. Ich bin weise. Ich bin wunderbar.“ Das sagt der ichdenkende Mensch. Das ist das Wesen des rajasigen Ahankara. Er verbirgt seine Fehler. Er übersteigert seine Fähigkeiten und Qualitäten und stellt sie zur Schau. Er schmälert andere. Er verurteilt andere. Er überlagert Fehler auf andere, die sie nicht haben. Er sieht nichts Gutes, nur das Schlechte in anderen. Er überlagert auf sich selbst manch gute Eigenschaften, die er nicht besitzt. Dieser Mensch kann kein Vedanta Sadhana praktizieren. Er ist nicht geeignet für den Weg von Jnana.

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Raga und Dvesha bewirken das große Samsara des Jiva. Sie müssen durch Erkenntnis des höchsten Brahman zerstört werden. Entweder durch richtiges Verstehen und Unterscheidung oder durch Pratipaksha Bhavana müssen diese Ströme zerstört werden. Befreiung wird durch Schlichtheit, Sorgfalt, Reinheit, Kontrolle der Leidenschaften und durch das Gehen in den Fußstapfen von Heiligen und Weisen erreicht.

Durch Vedanta Sadhana entsteht Brahmakara Vritti. Ein Bambus schlägt auf einen anderen Bambus und es entsteht Feuer. Der ganze Wald brennt. Es wird zu einem riesigen Brand. Dann verlischt das Feuer von selbst. Ebenso zerstört Brahmakara Vritti, die im Sattvika Manas durch Meditation über Brahman oder die Bedeutung des ›Tat Twam Asi‹ Mahavakyas entsteht, Avidya, die Unwissenheit und ihre Auswirkungen, führt zur Erlangung von Brahma Jnana und stirbt letztlich von selbst, wenn das höchste Brahman verwirklicht wird.

Die Strychnos Potatodum Paste (Nirmal Samen) beseitigt allen Schmutz aus dem Wasser und bringt ihn dazu, sich auf dem Boden des Gefäßes abzusetzen. Zusammen mit dem Schmutz verschwindet auch die Paste. Ebenso zerstört Brahmakara Vritti alle weltlichen (Vishayakara) Vrittis und vergeht letztlich von selbst, nachdem die Erkenntnis des Unvergänglichen aufgedämmert ist.

Das Wesen des Jnani

Der Jnana Yogi praktiziert weder Pratyahara noch Chittavritti Nirodha wie der Raja Yogi. Er versucht die eine ungeteilte Essenz von Satchidananda in allen Namen und Formen wahrzunehmen. Er ist Beobachter, Sakshi, aller Vrittis. Alle Vrittis sterben allmählich von selbst. Die Methode des Jnanis ist positiv (Samyagdarshana), wohingegen die Methode des Raja Yogis negativ ist (Nirodha).

Es gibt keinen Körper vom Drishti oder Standpunkt des Weisen aus. Wie kann es dann für den Jnani Prarabdha geben? Der Jnani ist eins mit dem Absoluten, und daher findet in seinem Wesen keine Veränderung statt. Er ist Santam, Sivam und Advaitam. Er ist Jivanmukta. Er ist bereits zu Lebzeiten befreit. Sein Körper ist wie ein verbranntes Tuch oder ein Schwert, das durch die Berührung mit dem Stein des Weisen in Gold verwandelt wurde. Sein Ego ist verbrannt im Feuer höchster Weisheit.

Hinweise zu Vedanta Sadhana
DIE NATUR DER WAHRHEIT, BRAHMAS

  1. Wahrheit ist einfach; der verwirrende Intellekt läßt sie schwierig erscheinen. Die erhabensten Dinge sind immer die einfachsten.
  2. Nur die Wahrheit siegt, nicht die Unwahrheit.
  3. Wahrheit kann nie durch Unwahrheit besiegt werden. Wahrheit wird immer den Sieg über Unwahrheit davontragen. Wenn der Weg der Wahrheit beschritten wird, ist auch alles andere getan. Wenn man die Wurzel gießt, werden automatisch alle Zweige gegossen.
  4. Der Weg der Wahrheit ist steil. Er ist glatt, und all das ist unangenehm. Es ist schwierig, ihn zu beschreiten, es ist ein harter Weg. Riesen unter spirituellen Menschen gehen auf ihm zur Stadt der Vollendung.
  5. Das Absolute ist alles. Wahrheit ist das Absolute. Das bist Du. Das ist die Essenz der spirituellen Lehre.
  6. Wahrheit ist völlig allgemein zugänglich. Sie kann nicht verborgen werden, auch wenn man es versuchte. Wahrheit besteht weiter und drückt sich selbst in der größten Unwahrheit aus. Das Extrem der Wahrheit ist das Absolute. Unwahrheit ist ein Schatten der Wahrheit. Die Welt ist Unwahrheit, das Absolute ist  Wahrheit. Die Welt wird repräsentiert durch Geschlechtlichkeit und Ego; das Absolute wird repräsentiert durch das numinale gnostische Sein.

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  1. Wer gegen die Wahrheit handelt und Unwahrheit praktiziert, wird sich das Genick brechen. Wahrheit ist Sein. Unwahrheit ist Nichtsein, ein bloßes Nichts.
  2. Wahrheit wird nicht einmal durch Sein-Bewußtsein-Freude ausgedrückt! Dies ist nur der nächste Verwandte der Wahrheit. Aber Wahrheit ist noch großartiger, gewaltiger, mächtiger, wahrer!
  3. Alles ist gut für den, dessen Herz sich der Wahrheit zuwendet. Keine körperliche oder geistige Krankheit kann ihn befallen.
  4. Wer sich auf die Wahrheit zu bewegt, ist mächtig, lebt lang, weiß alles und ist immer glücklich, denn er nähert sich dem allmächtigen Sein-Wissen-Wonne.
  5. Schon Sprechen von der Wahrheit oder Denken an Wahrheit erhebt zur Höhe ungeheurer Zufriedenheit. Wie wird erst die Erfahrung ihrer Verwirklichung sein!
  6. Wahrheit ist; Unwahrheit ist nicht; daher ist es sogar falsch zu sagen, Wahrheit ist eins, denn Wahrheit ist Existenz an sich und weder eins noch nicht-eins. Wahrheit ist Absolutheit.
  7. Das Absolute verblüfft sogar den Geist des größten Gelehrten. Es entzieht sich dem Zugriff selbst des stärksten Intellekts. Es wird als reines Bewußtsein erfahren, wo Intellekt stirbt, Gelehrsamkeit zugrunde geht und das gesamte Wesen selbst sich vollständig darin verliert. Alles wird verloren und alles wird gefunden.
  8. Luft strömt in ein Vakuum ein. Das Absolute strömt ein, wo kein Ego ist.
  9. Das Absolute benötigt keine Zeit, um sich zu offenbaren. Im Blitz eines Moments, wie ein Blitzschlag, geht die Welt in reinem Sein auf.
  10. Wann die Erfahrung des Absoluten stattfinden wird, kann nicht gesagt werden. Es kann jetzt sofort sein oder in Millionen von Geburten. Deshalb warte man nicht ängstlich darauf, daß Es eintritt. Es kann unerwartet zu jeder Zeit kommen.
  11. Wahrheit ist unermeßlich; über Wahrheit kann nicht gesprochen werden; Wahrheit kann nur erfahren werden.
  12. Wahrheit übersteigt Sprache. Wahrheit ist unveränderlich und Sprache verändert sich. Alles, was sich ändert, ist unwahr. Daher ist Wahrheit unendlich. Nur Wahrheit bleibt bestehen, während alles andere vergeht.  Jeder, angefangen von Brahma bis hinunter zum Grashalm, bewegt sich auf die Wahrheit zu, mancher bewußt, mancher unbewußt. Sie unterscheiden sich nur im Grad des Bewußtseins, dem Ausmaß geistiger Reinheit oder der Feinheit der Zustandes. Jedes Blatt, das in die Luft fliegt, jeder Atemzug, der uns entströmt, mit anderen Worten jede Handlung des universellen Lebens, ist ein Schritt zur Wahrheit, denn Wahrheit ist die ewige Heimat aller Wesen. In Sie gehen alle ein und finden dauerhafte Zufriedenheit und Frieden. Der Ich-Gedanke hält uns vom ewigen Leben entfernt, und deshalb ist die Verwirklichung der Wahrheit die Auflösung individuellen Bewußtseins in absolutem Sein, absolutem Wissen und absoluter Wonne.
  13. Das Absolute ist vollkommen wissenschaftlich, logisch, symmetrisch, ausgeglichen, systematisch, vernünftig und rational. Es ist nicht unregelmäßig und zufällig. Es ist kein übernatürliches Mysterium, sondern die natürliche Tatsache des Lebens. Die unendliche und unteilbare Natur des Seins ist kein Wunder; es ist der tatsächliche Seinszustand, so wie der Glanz des Feuers, die Flüssigkeit des Wassers, das Gewicht des Bleis. Es ist die höchste Vollendung des ewigen, unsterblichen wahren Lebens.
  14. Die höchste Wirklichkeit ist Sat-Chit-Ananda, wo nicht die geringste Spur von Aktivität ist. Deshalb werden diejenigen, die sich Ihr nähern, inaktiv.

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  1. Wirklichkeit ist die vollkommene Verkörperung von Sein, Wissen, Kraft und Wonne. Diese vier sind nur die Aspekte des einen Wesens, das unteilbar und unveränderlich ist. Diese verschiedenen Aspekte des Seins können nicht getrennt werden,  ebensowenig wie Flamme, Hitze und Leuchtkraft der Sonne nicht getrennt werden können.
  2. Wahrheit ist Ewigkeit, Unendlichkeit, Absolutheit, Intelligenz, Bewußtsein, Weisheit, Schönheit, Liebe und Freude. Sringararasa, Madhura Bhava, der erotische Geschmack der Welt, ist ein Schatten der höchsten Wirklichkeit von liebender Schönheit und Wonne. Ästhetischer Genuß ist eine Reflexion von Brahmananda, absoluter Wonne.
  3. Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit und Absolutheit sind die Merkmale von grenzenlosem Sein, grenzenlosem Wissen und grenzenloser Wonne.
  4. Alles, was hier als umfassende, mannigfaltige Welt erscheint, ist die eine einheitliche Wirklichkeit, die in dieser Form existiert. So wie das helle Licht der Sonne als glitzernde Luftspiegelungen erscheint, so erscheint das eine Licht des Bewußtseins als viele. So zu erscheinen ist das eigentliche Wesen der Wirklichkeit. Diese Berge, diese Flüsse, diese Erde, dieser weite Äther - all das ist nichts anderes als der eine, reine, unsterbliche Geist. So wie ein unebener Spiegel eine häßliche und runzelige Abbildung des Gesichts zeigt, so erscheint diese eine Masse des ewigen Seins als viele aufgrund falscher Vorstellung. Alle Dinge dieser Welt sind tatsächlich das eine, ganze, unteilbare Wesen. Der eine Äther des Bewußtseins erscheint als konkrete Vielfalt! All dies ist eins, ohne Teile, untrennbar, ohne Anfang, ohne Ende, absolutes Brahman. Ursprung, Wachstum, der Genuß und Involution der Welt sind eine vollständige Illusion. Das Netz der Welten ist Brahman! Die zehn Himmelsrichtungen sind Brahman! Zeit, Raum, Dinge, Aktivitäten, Ursache, Wirkung, Handelnder, Geburt, Tod, Sein, alles ist Brahman Selbst, das durch die Kraft von Brahman in Brahman erscheint! Die Welt ist das Blendwerk des Bewußtseins! Alles, was unten, hier, oben oder kreuz und quer erscheint, alles, was in den vielen Geschöpfen oder in einem Strohhalm existiert, ist nichts anderes als Brahman! Es gibt nichts als Das!
  5. Die höchste Wahrheit ist Einheit! Getrenntheit besteht, um Hingabe zu ermöglichen. Vielfalt ist nicht wahr. Es gibt in Wahrheit nur eine unendliche, ewige, namenlose und formlose Essenz, ein Prinzip, das Sein, Wissen und Wonne ist, und Das bin Ich!
  6. Die Essenz von Wahrheit oder Existenz ist Schönheit, Liebe und Wonne.

Was ist Jnana Yoga?

  1. Jnana Yoga bedeutet nicht mehr an Einzelheiten denken, das Verlöschen des Gefühls von Getrenntheit oder Individualität, die Existenz als Eins und vereint mit allem.
  2. Yoga ist die Auflösung der Gedanken in ewiger Bewußtheit, reinem Bewußtsein ohne Vorstellung von Objekten, wissen ohne denken, auflösen von Endlichkeit in Unendlichkeit.
  3. Yoga ist Transformation des aus Denken, Fühlen, Wollen, Verstehen, Entscheiden und Behaupten bestehenden Ichbewußtseins in unendlichem Bewußtsein.
  4. Yoga bedeutet Vereinigung und Identifikation mit der Essenz absoluten Seins.
  5. Yoga ist intensives Behaupten der Absolutheit des Seins oder tiefe Meditation darüber.
  6. Es gibt vier Arten von Yoga: 1) Dienen und Selbstaufopferung, 2) Hingabe und Selbstaufgabe, 3) Konzentration und Meditation, 4) Unterscheidung und Weisheit.

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Der Weg des Vedanta Schülers

  1. Ahme nicht Jivanmuktas nach; du bist noch ein Sadhaka. Vasishtha hatte eine Frau, aber er war ein geborener Siddha. Janaka regierte das Königreich, nachdem er strenges Tapas geübt und die Wahrheit verwirklicht hatte. Krishna lebte ein fürstliches Leben, aber er war eins mit dem Unendlichen. Du kannst nicht erwarten, es ihnen gleichzutun. Du mußt Sadhana machen.
  2. Denke nicht, du bist sehr weise und hast alles verstanden; du weißt nichts, mein Freund; du bist getäuscht. Da ist noch ein Ozean, aber du hast nicht  einmal einen vollen Tropfen genommen.
  3. Jeder deiner Atemzüge fließt zur Unwahrheit; du lebst im Sumpf der Lüge und wiederholst: „Wahrheit alleine siegt!“ Kannst du die Wirklichkeit täuschen? Deshalb sei ehrlich zu dir selbst.
  4. Oh unehrliches Herz! Du denkst das eine, sagst etwas anderes und tust etwas drittes. Willst du Gott? Oh, wie kühn du bist, den Sitz der Wonne zu beanspruchen! Betrüge dich nicht selbst; sei ehrlich.
  5. Diese sogenannten aktiven spirituellen Menschen der Welt, die für materiellen Gewinn und Sinnenfreuden arbeiten, sind die getäuschtesten Geschöpfe. Sie haben ihr wahres Selbst vergessen. Weise bemitleiden diese Menschen, die im äußerlichen Spiel des Lebens gefangen sind.
  6. Menschen, die meinen, durch ihre Selbstverwirklichung geschehe der Welt Unrecht, haben die kindliche Naivität noch nicht überwunden. Denn sie wissen nicht, daß das Selbst, das das Absolute ist, das ganze Universum einschließt und weit darüber hinausgeht.
  7. Die Welt kann nur von Menschen gerettet werden, die sich selbst bereits gerettet haben. Ein Gefangener kann nicht andere Gefangene befreien. Deshalb werde selbst vollkommen: rette dich selbst.
  8. Wenn Er mit Seinen unendlichen Händen zu geben beginnt, wieviel könntest du mit deinen zwei Händen aufnehmen? Und wenn Er mit Seinen unendlichen Händen wegzunehmen beginnt, wieviel versteckst du vor Ihm mit deinen zwei Händen?
  9. Wenn der Suchende einen einzigen Schritt Darauf zu tut, wird Es in hundert Sprüngen und Sätzen auf ihn zueilen. Das ist die Natur des ewigen Wesens. Für jede Kleinigkeit, die man um Seinetwillen tut, erhält man das Millionenfache zurück! Diese Tatsache ist wunderschön geschildert im Wirken von Bhagavan Sri Krishna zum Wohle derer, die Ihn verehren.
  10. Sadhana wird praktiziert, um das Ziel, die Absicht, das Ideal zu erreichen. Das Ziel wird angestrebt, weil es Unglück lindert und Frieden und Wonne schenkt. Das Absolute, das Brahman, das unendliche Licht, das eine Ziel von allen ist ewiger Friede und unsterbliche Wonne. Deshalb ist dies das wahre Ideal, das jeder verwirklichen muß. Es gibt in diesem oder einem anderen Leben nichts anderes zu erreichen. Wenn Das gewonnen ist, ist alles gewonnen; wenn Das verloren ist, ist alles verloren. Das höchste Wesen ist Wahrheit, Gott, Unendlichkeit und alles, was vorstellbar ist. Das ist Das, was existiert und nichts anderes ist.
  11. Sadhana ist die bewußte Anstrengung, die unternommen wird, um ein Ziel oder eine Absicht zu erlangen. Spirituelles Sadhana ist eine bewußte geistige Anstrengung, die auf Verwirklichung und Erfahrung der absoluten Wirklichkeit gerichtet ist. Eine derartige spirituelle Anstrengung heißt in Sanskrit „Yoga“.
  12. Wie ordentlich putzt du das Haus, wenn du das Oberhaupt deines Staates einlädst! Wieviel sauberer und reiner muß dein Herz sein, Oh Mensch, wenn du möchtest, daß der unsterbliche Herr bei dir eintritt!

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  1. Ein spiritueller Riese hat nicht notwendigerweise einen muskulösen Körper. Der größte Jnani mag an Tuberkulose leiden. Die beiden Dinge schließen einander nicht aus.
  2. Gold muß durchs Feuer, bevor es strahlend und glänzend wird. Ein Suchender muß erst unermeßliches Leid durchmachen, bevor er das absolut Großartige wird.
  3. Man muß die Kuh sorgfältig hüten und seinen Körper mit Schmutz und Kuhmist verunreinigen, um die süße Milch zu kosten. Ein Suchender muß sich extremen Schmerzen unterziehen, um die Freude der Seele zu verwirklichen.
  4. Furcht ist existiert nicht im Sein. Der spirituelle Sucher ist mutiger als ein Soldat, mutiger als ein Löwe, mutiger als ein Riese! In Wahrheit ist er die Quelle allen Mutes und aller Kraft.
  5. Der spirituelle Sucher ist niemals hilflos. Die ganze Existenz unterstützt ihn in seinem zähen Kampf, denn er ist auf der Suche nach etwas, das für alles gültig ist. Es ist möglich, etwas auf der Welt abzulehnen, aber niemand kann die Wahrheit hassen.
  6. Und wenn ihm alle vierzehn Welten im Kampf gegenüberstünden, sie wären für den spirituellen Sucher nichts als Stroh. Denn er ist der unsterbliche Geist, Herrscher über Himmel, Erde und alle Universen.
  7. Die Straße zu dieser unübertroffenen Wonne ist bedeckt mit stechenden Dornen. Die Straße führt durch einen einsamen, dichten Wald, der von schrecklichen Tigern heimgesucht wird. Sie wird von uneinnehmbaren Festungen beschützt und von vielköpfigen teuflischen Kobras bewacht. Die Straße ist schwer zu beschreiten; die Wonne ist schwer zu erreichen. Der aufrichtige spirituelle Sucher ist jemand, der gegen Anfechtungen und Schrecken immun ist. Keine gegen ihn gerichtete Waffe trifft. Kein gegen ihn gerichteter Gedanke kann sein Ziel erreichen.
  8. Die widersprüchlichen Erklärungen und beleidigenden Worte des Gurus sind Herausforderung und Prüfung für den Schüler. Der Guru sieht, ob der Schüler gereizt oder aufgebracht ist. Der kluge Schüler muß wissen, wie er unter solchen Umständen zu handeln hat.
  9. Versuche nie, die bittere Wahrheit hinter einer süßen Lüge zu verbergen. Sei ehrlich, auch wenn ein Schwert dein Herz durchstechen will. Halte dich an die nackte Wahrheit. Wenn du versuchst, dein „kleines“ Selbst durch Verheimlichen einer Tatsache zu retten, wirst du das „höchste“ Selbst nie erreichen. Sogar wenn es dir an die Kehle geht, denke daran, daß diese süße Welt von Ruhm und Ehre nur ein Schatten ist und die Wahrheit Brahman und nichts anderes.
  10. Maya wird sogar in deinem eigenen Gehirn und Verstand sitzen. Hüte dich vor ihren Fängen. Versuche nicht, dein Ego zu schützen. Um der Wahrheit willen mußt du darauf vorbereitet sein, sogar diesen Körper jederzeit abzuwerfen. Aus welchem Grund bist du hier auf dieser Erde, wenn nicht, um dich selbst in der Flut des unendlichen Seins zu ertränken? Du mußt dich in Gott begraben. Nur dann wirst du leben. Du gewinnst, indem du verlierst. Du lebst, indem du stirbst.
  11. Alle vierzehn Welten mit all ihren Bewohnern und Reichtümern, ihrer Schönheit und Größe, ihrer Freude und ihrem Glück können kein angemessener Preis für das Juwel der Selbstverwirklichung sein.
  12. Der Suchende muß die Hüllen abwerfen, die Schleier beseitigen und die Illusion durchdringen, um in das Absolute einzugehen. Die Verwirklichung des Absoluten ist die süße köstliche Frucht, die an der Spitze eines furchtbar dornigen Baumes wächst.
  13. Ein Mensch, der einmal auch nur ein wenig von der Wonne spiritueller Meditation gekostet hat, kann nicht darauf verzichten, nicht einmal um aller Himmel und Erden zusammen willen.

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  1. Oh Mensch voller Sehnsüchte! Wenn du etwas intensiv begehrst, versuche alles, um alles zu begehren, nicht nur eines. Schließe nichts aus dem Objekt deiner Liebe aus. Alles sei dein. Denn dieses Alles gehört dir.
  2. „Wenn der Geist mit einem großen und komplizierten Problem ringt, rückt er vor, sichert seine Position Schritt für Schritt, jedoch mit wenig Erkenntnis der Gewinne, die er gemacht hat, bis er plötzlich, mit dem Effekt jäher Erleuchtung, seinen Sieg erkennt.“ So ist die spirituelle Erfahrung in der Yogapraxis.
  3. Eine stockdunkle Höhle, finster von der dicken Düsternis von Zeitaltern sonnenloser Nächte, ist im Nu hell erleuchtet, wenn die Sonne in ihre hintersten Ecken vordringt. Sie ist augenblicklich im vollsten Ausmaß erhellt, wenn die Sonnenstrahlen eindringen, obwohl sie seit Ewigkeiten dunkel war. Die schrecklichste Täuschung und elendste Unwissenheit des Menschen wird vollständig ausgelöscht durch einen Blitz der höchsten Intelligenz in Verbindung mit Wonne.
  4. Mein Herr! Lesen Sie in Ihrer Meditation den Geist anderer? Was meinen Sie? Wenn wir an die Wurzel von Leben und Intelligenz gehen, wo stellt sich dann die Frage, irgendeinen Geist zu lesen? In tiefer Meditation existiert man als absolute Essenz Selbst. Meinen Sie, daß dieser törichte Geist dort überhaupt besteht? Man geht über den geistigen Zustand hinaus und lebt in der glorreichen Wahrheit.
  5. Ein Ding ist nichts anderes als eine Kraft, die sich in eine bestimmte Richtung dreht. Ein Wesen ist von einem anderen durch den Unterschied im Drehen der universellen Kraft getrennt. Der Mensch unterscheidet sich vom Baum, denn die beiden sind unterschiedliche Bewegungsvorgänge der ewigen Kraft oder Energie. Diese Energie ist unzerstörbar, ewig. Wenn zwei Wesen eine etwa ähnliche Bewegung dieser Kräfte oder Elektronen oder Atome haben, werden sie Freunde: wenn sie in ihrer Bewegung identisch sind, gehen sie ineinander auf und werden zu einem einzigen Wesen. Das ganze Universum ist nichts anderes als unterschiedliche Bewegung der einen Energie. Wenn die Drehung dieser Kräfte gemeinsam verläuft, stürzt die ganze Welt in ewige Existenz zusammen.
  6. Das ganze Universum ist ein allmählicher, systematischer und fortschreitender Prozeß der Selbstverwirklichung des Absoluten. Das ist der eine Standpunkt. Das ganze Universum ist eine geträumte und täuschende Fehlinterpretation des unteilbaren homogenen Absoluten. Das ist der andere Standpunkt. Der erste Standpunkt führt zum fortgeschritteneren zweiten Standpunkt. Der erste ist eine intellektuelle Beurteilung, der zweite eine intuitive Erfahrung. Der erste Standpunkt ist der Beginn von Erkenntnis, der zweite ist das Ende der Weisheit.
  7. „Das ganze Universum ist Para Brahman.“ - das ist das Herz der Advaita Metaphysik. Die Welt selbst ist keine Illusion, denn die Welt ist Brahman, aber das unterscheidende Konzept der Welt ist eine Illusion, denn Unterscheidung ist nicht endgültig.
  8. Die Welt ist die Erscheinung von Sat, Wahrheit. Die Welt selbst ist falsch interpretierte Wahrheit.
  9. Unwissenheit läßt Existenz als Nichtexistenz (Tod) erscheinen, Bewußtsein als Unbewußtsein (Unwissenheit) und Wonne als Elend (Schmerz). Sie läßt ein Phantom als Wirklichkeit erscheinen, Dummheit als Wissen und Schmerz als Freude.
  10. Wir ziehen eine wissenschaftliche Erklärung einer dogmatischen Behauptung von Fakten vor. Das erste wäre, den Menschen mit dem notwendigen täglichen Mahl zu versorgen, was ihn stärker und weiser werden läßt; das zweite wäre wie das Anstopfen des Bauches mit Tonnen von Essen auf einmal, um ihm Energie zu geben. Zum Beispiel: „Alles ist Brahman“ ist eine dogmatische Feststellung und nicht intellektuell erklärbar oder, könnte man sagen, sogar gefährlich. Eine wissenschaftliche Erklärung davon trägt dazu bei, Menschen und Welt göttlich zu machen.

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  1. Es gibt drei Arten von Idealismus: subjektiv, objektiv und absolut. Der erste sagt, das ganze Universum ist eine Einbildung des individuellen Geistes und subjektives Bewußtsein. Der zweite sagt, das Universum ist eine Einbildung des kosmischen Geistes oder Gottes, die objektive Realität. Der dritte sagt, das Universum ist eine Erscheinung des Absoluten, welche Subjekt und Objekt sowohl einschließt als auch transzendiert.  Natürlich erfordert die erste Theorie die eigene Anstrengung des Individuums, die zweite die Gnade Gottes und die dritte nur Automatismus oder Weisheit, was weder eigene Anstrengung des einzelnen noch die Gnade Gottes ist. Die Karma Yogis bevorzugen die erste Theorie, die Bhaktas die zweite und die Jnanis die dritte. Die dritte ist der Standpunkt höchster Advaita Vedanta.
  2. Die Welt wird von Vorstellungen gelenkt. Der Gedanke ist der Anfang der Praxis. Der Gedanke zeugt Handlung.
  3. Die individuellen Wesenheiten des Universums sind Schritte auf der Leiter des Fortschritts zur Verwirklichung Brahmans.
  4. Strenge Disziplin des Geistes durch Abhyasa und Vairagya sind die Methode, um Freiheit und Glück zu erreichen. Wahre Freiheit, nach der sich die Menschen so sehr sehnen, leitet sich nicht aus Ichdenken ab. Die gegenwärtige Vorstellung der Menschen von Freiheit ist ein völlig falsches Konzept und ein sehr großer Irrtum. Er weiß nur, daß er frei sein will, aber er weiß nicht, wo die Freiheit liegt. Er möchte glücklich sein, aber er weiß nicht, wo das Glück liegt. Er möchte ewig leben, aber er weiß nicht wie. Er möchte alles wissen, aber er weiß nicht, wie er Wissen erwerben kann. Es ist die Reflexion von Sein-Wissen-Wonne, die die Menschen dazu bringt, leben zu wollen, wissen zu wollen und glücklich sein zu wollen. Wer möchte das nicht? Alles Streben der Welt liegt darin zu leben, zu wissen und zu genießen. Aber die Quelle dieses großen Gewinns ist Leben, Bewußtsein und Freude. Der Mensch ist eigentlich Satchitananda. Ohne es zu wissen bemüht er sich verzweifelt, das zu erreichen. Sein gegenwärtiger Zustand ist ein bedauerlicher Fall aus der Herrlichkeit von Sein-Wissen-Wonne. Wenn wir irgend etwas in der Welt tun möchten, geschieht es deshalb, weil wir nicht leben können, ohne das Absolute zu sein. Wir alle, ja sogar die unbewußten Wesen - streben unwissentlich danach, den unsterblichen Zustand von Satchitananda zu erreichen, ob wir es wissen oder nicht. Auch ein trockenes Blatt fliegt einzig und allein auf diese Unendlichkeit zu. Jeder Atemzug, der fließt, jeder Gedanke, der projiziert wird, jedes Wort, das gesprochen wird, und auch jede Handlung, die getan wird, ist darauf gerichtet, uns im Zustand von Sein-Wissen-Wonne zu verwurzeln, denn in Wahrheit sind wir nichts anderes als Das. Es wird durch spirituelle Disziplin erreicht, und das bedeutet, gegen den normalen Strom der Welt, gegen Vergnügen und Genuß, gegen Faulheit und Schlaf, gegen die Anziehung der Vielfalt, gegen alles, was uns hier Freude bringt, zu handeln.
  5. Meinst du, der Tod ist ein Übel? Warum sagst du, daß nur gesegnete Menschen dem Tod entrinnen? Andererseits hätten die gesegneten Menschen die Ewigkeit rasch erreicht, während die getäuschten Sterblichen weiterhin an ihren Körpern hängen. Tod ist nur eine Veränderung des Bewußtseins. Er ist weder gut noch schlecht. Er ist eine Stufe im Evolutionsprozeß zur Ewigkeit hin.
  6. Niemand kann den höheren Pfad beschreiten, ohne die Anforderungen des niedereren erfüllt zu haben.  Den grobstofflichen Erscheinungsformen und ihren Anforderungen muß entsprochen worden sein, bevor man das metaphysische Wesen erreichen kann.
  7. Jeder höhere Grad von Wahrheit ist konkreter und umfassender als der niedrigere, und deshalb ist Wonne, die absolut ist, das allerumfassendste.
  8. Kopf und Herz des Menschen stellen die Aspekte der ewigen Wirklichkeiten von Wissen und Wonne dar. Wissen schließt Macht ein; überall, wo Wissen ist, muß auch Macht sein.

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  1. Männlich, Purusha, Atman, Brahman, Siva bedeuten Wissen. Weiblich, Prakriti, Manas, Maya und Shakti bedeuten Macht. Wenn sich Wissen und Macht verbinden und miteinander verschmelzen, entsteht die Manifestation von Wonne. Macht ist nur die Hälfte und eine Erscheinung von Wissen; solange die beiden getrennt sind, herrscht Unvollkommenheit und Schmerz.
  2. Macht ist eine relative Notwendigkeit. Sie ist nicht absolut. Daher ist sie ausgenommen vom Konzept des Absoluten, das nichts anderes ist als Sein-Bewußtsein-Freude.

Zerstörung des Ego

  1. Verneine dein Ego; negiere dein Getrenntsein; lösche dich aus; ertrage Schmerz und opfere Freude.
  2. Negiere deine Wünsche; du verlangst nach vielen Bechern Gift. Du bist eine Motte, die ins Feuer fällt und meint, es sei angenehm. Du bist ein Kind, das in den Brunnen fällt.
  3. Sei demütig, lösche dich aus, wenn du LEBEN möchtest.
  4. Schande über den Menschen der nichts hat als trockenen Verstand! Er kann Unehrlichkeit und Schurkerei nicht vermeiden. Er täuscht sich selbst und ist mit dauerndem Leid vermählt. Er ist weit entfernt vom Wahren. Er hat die Sünde geheiratet.
  5. Wirf deine Bildung weg, Oh Korb der Eitelkeit. Gib alles auf, was dir lieb ist und sieh das Licht in dir.
  6. Das Ego zerspringt in Unendlichkeit oder versinkt im Nichts. Das sind die beiden Wege, auf denen sich das Ego vollständig verliert.
  7. Verwirklichung des höchsten Zustandes kann nur entstehen, wenn man ehrlich und aufrichtig im praktischen Sadhana ist. Je geringer die Bindung an das Ego und je größer die Loslösung vom objektiven Bewußtsein ist, desto rascher erfolgt die Verwirklichung des Absoluten.
  8. Je mehr das Ichbewußtsein unterdrückt wird, desto näher sind wir der Ewigkeit. Das zerstörte Ego wird durch die Offenbarung der absoluten Wirklichkeit ersetzt.

Inneres Sadhana

  1. Je mehr du die Welt aufgibst, desto voller wirst du, und desto näher bist du der absoluten Freiheit.
  2. Das Selbst allein ist lieb. Wenn etwas anderes lieb ist, wird es zweifellos bald vergehen.
  3. Wenn du alles sehen möchtest, nimm die Augen des Bewußtseins heraus. Wenn du überall hin willst, brich die Beine des Bewußtseins. Wenn du alles ergreifen willst, schneide die Hände des Bewußtseins ab. Wenn du alles werden willst, töte das Bewußtsein. Wenn du unsterblich werden willst, erschlage das Bewußtsein mit der Axt der Weisheit.  Wenn du das Ganze bekommst, hängst du nicht am Teil.
  4. Klammere dich leidenschaftlich an das unendliche Wesen; nichts wird dir fehlen; du wirst bis zum Rande erfüllt sein.
  5. Schließe alle Türen der Sinne; sitze im Raum des Herzens; meditiere über die glorreiche Wahrheit.  Ertrinke und löse dich im Ozean dieser Wahrheit auf.
  6. Je mehr wir uns der Wahrheit nähern, desto glücklicher werden wir, denn die eigentliche Natur der Wahrheit ist positive absolute Wonne.
  7. Liebe zu etwas Einzelnem muß abgelegt und Liebe zum unendlichen Ganzen entwickelt werden. Es ist nicht möglich, an der Freude der Vollheit des Seins teilzuhaben in einem Anschein davon, der sich in einem Punkt des Raumes zu reflektieren scheint. Verhaftung an das einzelne beraubt uns Menschen der Intelligenz; Liebe zum Absoluten läßt uns die unsterbliche Essenz trinken, wonach es keine Sorge und kein Weinen mehr gibt.

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  1. Das Kind wird nicht aufhören zu jammern und Tränen zu vergießen, solange es nicht von der Mutterbrust trinkt. Genauso, Oh Freude meiner Seele! kann ich nicht aufhören, Sorgentränen zu vergießen in dieser Wüste brennenden Sands, solange ich nicht deine Milch unsterblicher Süße gekostet habe.
  2. Der Sieg wird nicht durch Gewalt und Tapferkeit erlangt, sondern durch Wahrheit, Barmherzigkeit, Frömmigkeit und Rechtschaffenheit.
  3. Sattva ist Licht und Reinheit; Rajas ist Aktivität und Leidenschaft; Tamas ist Dunkelheit und Trägheit.
  4. Zurschaustellung von Fähigkeiten bringt körperliche Bequemlichkeit durch Berührung mit Objekten, steigert das Ego und stärkt den Sinn für Individualität. Diese Annehmlichkeiten stellen ein gewaltiges Hindernis für das höhere Streben der Seele dar. Deshalb nütze man seine Weisheit zum Zweck der inneren Meditation und für spirituelle Ziele und niemals für äußeres Streben in der Welt. Schande über die Weisheit, die dazu benutzt wird, um das Ego zu erfreuen! Wahre Weisheit ist diejenige, die die Tür zum unsterblichen Leben öffnet!
  5. Unsere Fähigkeit, unsere Großartigkeit, unser Ruhm und unsere Ehre, unsere Wünsche und Ambitionen müssen in der Welt des ewigen Absoluten verbreitet werden, nicht in dieser Welt der Sterblichen, nicht einmal in der Welt der Götter! Solche Versuchungen müssen erkannt und in eine Kraft verwandelt werden, die die innere Essenz des Lebens offenbart!
  6. Es ist ein Jammer, die Menschen zu sehen, die, bevor sie in die Tiefen des Geistes eintauchen, denken, daß sie geboren wurden, um der Welt zu helfen. Sie meinen, sie könnten den Himmel auf die Erde bringen, anstatt das Bewußtsein in höhere Zustände zu erheben. Sie haben kein Verlangen nach Weisheit. Sie sind irregeführt.
  7. Dienen, das „selbst-los“ ist, bringt den Menschen der Einheit näher, und der größte Dienst ist die wahrhaft „selbstlose“, jedoch „Selbsterfüllte“, Vereinigung der Seele mit der einen Masse des Bewußtseins.
  8. Ein Körper kann einem anderen dienen. Ein Geist kann einem anderen Geist dienen. Aber ein Atman kann nicht einem anderen Atman dienen, denn Atman ist eins. Wenn der Atman die Gemeinsamkeit allen Seins mit seinem Selbst verwirklicht, ist das der größte Dienst, den ein Individuum leisten kann. Wenn diese Seele in der universellen Seele verschmilzt, ist das der größte Dienst, den dieser Mensch der Welt leistet. Selbstverwirklichung ist Dienen, Gebet, Gottesdienst, und all das ist gut. Sonst nichts.
  9. Man trage den Panzer der Weisheit, wenn man das Schlachtfeld des Lebens betritt. Man schütze sich mit dem Schild der Unterscheidung und erschlage den Feind der Unwissenheit mit dem Schwert der Erfahrung.
  10. Kopf und Herz müssen sich treffen, bevor die absolute Wahrheit verwirklicht wird. Der ganze Mensch muß verwandelt werden, nicht nur ein Aspekt von ihm.
  11. Die größte Beleidigung, die man angesichts geachteter Menschen erfährt, ist der Beginn von Vollkommenheit. Der größte Schmerz, der größte Kummer und die größte Sorge sind der Beginn von Heiligkeit.
  12. Versuche, öfter beleidigt zu werden. Wenn die Menschen denken, du seist gut, lasse sie fühlen, daß du ein Schurke bist, und entledige dich so ihrer Liebe zu dir. Die ganze Welt muß sich gegen dich richten. Nur dann wirst du Erfolg haben. Die ganze Welt muß dich im Stich lassen und verstoßen. Kein irdisches Glück kann wahre Verwirklichung bringen. Jeder muß dich hassen. Nur dann wird die Seele geschult.  Es darf keine Hilfe aus der Welt der Sterblichen geben.

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  1. Möge man mit Schande überschüttet werden! Man halte dennoch am Ideal fest. Man bleibe beim höchsten Ideal von Vedanta, sogar am Rande des Verhängnisses.
  2. Die Zeit, die es braucht, um etwas Gewünschtes zu bekommen, ist proportional zur Intensität des Gefühls der Identifikation der Person mit dem unendlichen Absoluten. Jemand, der fühlt, daß Dreiviertel der gesamten Existenz er selbst sind und ein Viertel nicht sein Wesen ist, verwirklicht ein Objekt rascher als jemand, der fühlt, daß nur die Hälfte der gesamten Existenz er selbst ist. Menschen, die fühlen, daß ihre individuellen Körper sie selbst sind, und daß alles andere im Universum etwas anderes ist als sie, können niemals glücklich leben. Der glücklichste Mensch ist also der, der seine Persönlichkeit in der Verwirklichung der Tatsache verloren hat, daß die gesamte Existenz sein eigenes Wesen ist, und daß es nichts zweites neben ihm gibt. Er ist der Unsterbliche, der Mächtige, der Wonnevolle, der Ozean wahrer Weisheit.
  3. Brahmabhavana ist die Bemühung des Einzelnen seitens des subjektiven Egos, um den Zustand von Brahmanubhava, die absolute Erfahrung zu verwirklichen, seine Auflösung im Ewigen, Reinen, Vollkommenen, Allwissenden, Freien, Allkennenden, Alldurchdringenden, Allmächtigen, Friedvollen, Gesegneten, Nichtdualen, in der Masse ungeteilter Essenz von Sein-Wissen-Wonne, im Absoluten, das dies Alles ist; hier gibt es nichts anderes.
  4. Höre auf zu planen, Oh Geist! Genug, genug der Sehnsüchte von Körper und Verstand. Nutze jede Minute, die dir zur Verfügung steht. Die Zeit ist eine Ratte, die langsam den Faden der Zeit durchbeißt. Er kann jeden Augenblick reißen. Glaube nicht, daß du leben wirst, um die Dinge des Lebens zu genießen. Jederzeit kann der Tod seine eisigen Hände auf diesen Körper legen und ihn zerstören. Halte an keinen Objekten der Welt fest. Wünsche keinen Ruhm im Leben. Plane nicht, deinen Namen in der Welt unsterblich zu machen, damit du ihn nicht im Vakuum unsterblich machst. Sprich nicht zu Menschen, damit du nicht zum Himmel sprichst. Schlage nicht den Raum in der Meinung, es wäre eine Trommel. Beende die Vorstellung. Höre auf zu planen.
  5. Es ist unmöglich, endliche Freude und unendliche Zufriedenheit gleichzeitig zu haben. Wo das eine ist, ist das andere nicht. Das Sterbliche und das Unsterbliche sind die größten Widersprüche.
  6. Zu sagen: „Ich bin das Unendliche.“, ist nicht Abhimana. Zu fühlen: „Ich bin das Ewige.“, ist nicht Ego. Solches Abhimana, solches Ichdenken ist für die höchste Verwirklichung notwendig.
  7. Herr! Können Sie mir sagen, wie ich vollkommenen Frieden erlangen kann? Schließe alle Fenster und Türen und schlafe in der innersten Kammer.
  8. Der Geist des wahren Philosophen ist wie ein leuchtender Kristall. Er ist fähig, das Wesen der Wirklichkeit unmittelbar zu verstehen. In dem Augenblick, in dem sich ein solcher Mensch zur Meditation setzt, fliegt sein Geist in die Tiefen des Seins. Er wird kein Umherschwanken des Geistes und nichts Störendes erleben, denn sein Geist ist bereits gereinigt durch das Feuer philosophischen Denkens.
  9. Man muß entweder einen scharfen Intellekt besitzen, um die metaphysische Wahrheit zu erfassen, oder intensiven Glauben und Hingabe an die einzige Wirklichkeit. Wenn diese beide Qualitäten in einem Menschen fehlen, kann er den spirituellen Weg nicht gehen.
  10. Im Jnana Sadhana (Vedanta oder Advaita) gibt es keine „Meditation auf ein Objekt“. Es gibt nur intellektuelle Analyse, Innenschau und eindeutiges Verstehen, mit dem Ziel der Zerstörung des Ego und der Vernichtung des Intellekts selbst. Es beginnt mit dem Intellekt und endet mit der Zerstörung desselben, was der Erfahrung Platz macht, unmittelbar und direkt, wobei die Beziehung von Subjekt-Objekt transzendiert wird. Wenn es nichts gibt wie Omkara oder etwas Ähnliches im Jnana Sadhana, der metaphysischen Praxis, gibt es keine Handhabung von Wort oder Klang im tatsächlichen Advaita. Es gibt nur Ringen mit der Essenz des Seins durch Überlegung und Schlußfolgerung.

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  1. Das Aussprechen des Wortes „OM“ schließt alle Prozesse von Klangproduktion und Wortbildung ein. Daher heißt es, dieses Wortsymbol ist der höchste Ausdruck des Klanges und die Basis aller Sprachen, auch der Veden! Alle Worte und alle Sprachen sind also aus dem ewigen „OM“ entstanden.
  2. Die höchste Freiheit erhebt den größten Anspruch, die vollste Erfahrung fordert den höchsten Preis. Das Liebste und Schönste auf der Welt muß hingegeben und das Süßeste verlassen werden, um der Freude der Seele willen.
  3. Es stellt sich heraus, daß das wertvollste Objekt unserer Liebe der Preis ist, den der unsterbliche Ladenbesitzer für den Verkauf der Wonne von Ewigkeit und Unendlichkeit verlangt. Wir selbst, unser getrenntes Sein, müssen aufgegeben werden, um die Freude des unsterblichen Geistes zu erlangen!
  4. Liebe wird verdorben, wenn sie sich auf ein räumlich begrenztes Objekt richtet. Liebe nur das Grenzenlose, das Unendliche.
  5. Mögest du das ungeheure Verlangen nach Eingliederung besitzen, das lodernde Feuer der Liebe zu Bhuma! Nur dann wirst du gerettet!

HINDERNISSE AUF DEM WEG

  1. Bereits ein leichter Anflug von Weltlichkeit macht den Menschen untauglich für die Verwirklichung des Absoluten. Zweifellos ist die Erde selbst das Absolute, aber unsere Einstellung der Erde gegenüber ist nicht von der Natur des Absoluten.
  2. Ruhm, Macht, Reichtum und Geschlechtlichkeit sind die vier Tore zur Festung der eigenen Erniedrigung und Gefangenschaft. Diese vier müssen sorgfältig aufgegeben werden.
  3. Leidenschaft ist der instinktive Drang, durch Selbsterhaltung und Fortpflanzung nach außen zu gehen. Sie ist die sich vervielfältigende Kraft, die der Kraft, die sich auf Integration des Wesens zu bewegt, direkt entgegensteht.
  4. Es kommt zu einem unmittelbaren Aufstand des natürlichen, physischen Bewußtseins gegen jede Anstrengung, die absolute Wirklichkeit zu erreichen. Die Rebellion ist so unkontrollierbar, daß Verwirklichung für den schwachen Sucher komplett unmöglich zu sein scheint.
  5. Menschen beklagen sich über Störungen und Fehlschläge in der Meditation, die durch Unreinheit und Grobstofflichkeit ihres Geistes hervorgerufen werden. Ein gründliches Studium und Verstehen der Gesetze und Wahrheiten der Natur ist absolut notwendig, bevor man es riskieren kann, über die wahre Essenz des Seins zu meditieren. Ohne diese notwendigen Voraussetzungen neigt man dazu, sich im dunklen Kerker der Unwissenheit zu verlieren.

WEISHEIT UND VERWIRKLICHUNG

  1. Es gibt nur einen einzigen unsterblichen, unergründlichen, grenzenlosen, nicht zu überblickenden und uferlosen Ozean einer Masse von unteilbarem Bewußtsein und Wonne, der mit dem fröhlichen ewigen Wasser, dem blitzenden, strahlenden und leuchtenden Licht lacht und von göttlicher nektargleicher Süße ist, der vom unendlichen donnernden Klang des nie endenden Omkara Nada erschallt, der immer ruhig und friedvoll, still und gesegnet ist und in sich selbst von berghohen Wellen grenzenloser Freude in majestätischer Herrlichkeit der Essenz des absoluten Seins übersprüht! Es gibt nichts anderes als Das! Das ist die Meditation!

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  1. Absolute Erfahrung ist ein Zustand von Selbstversenkung, nicht von Selbstausdruck, denn dieser erfordert Veränderung und Handlung, welche begrenzen.
  2. Niemand ist von der absoluten Verwirklichung ausgeschlossen. Der eine verwirklicht heute, der andere morgen. Aber eines Tages werden alle diese Eine verwirklichen. Es gibt keine Auslese für die Befreiung.  Alle sind ewig das Absolute.
  3. Es gibt viele Besserwisser, aber wenige sind weise. Derjenige ist weise, der sich immer in einem Zustand des Halbschlafes befindet, nachdem er tief vom Wein der Essenz des Lebens getrunken hat. Gepriesen sei Er! Wir sind seine Diener.
  4. Ein Mensch mit Erkenntnis kann nicht alles, was er weiß, gleichzeitig ausdrücken. Er bringt nur den Teil davon zum Ausdruck, der durch den Kontakt mit einer äußeren Ursache hervorgerufen wird.
  5. Jivanmuktis geben sich häufig einen unerfreulichen Anschein und handeln wie Verrückte. Manchmal ist ihr Verhalten so unangenehm, daß es allen Menschen auf der Erde lästig ist. Sie leben wir Narren, nur um sich der Liebe zu entledigen, die die Welt ihnen gegenüber entwickeln könnte. Sie verbergen ihre wahre Natur und gehen wie berauschte Trunkenbolde herum. Das sind die großartigsten Menschen auf der Erde, nicht die, die sich klug sozial verhalten und wie Könige und Herrscher leben. Wer zur Wahrheit vorgedrungen ist, kann sich nicht so verhalten, wie es den Moden der unwissenden Welt gefällt! Es gibt viele solche wirklich große Menschen auf der Erde, aber aufgrund von Täuschung kennt die Welt sie nicht und sieht nur diejenigen als groß an, die ein paar Taschenspielertricks vor ihren geblendeten Augen vorführen. Das Wahre ist immer verborgen und unsichtbar. Nur das Unwirkliche erscheint vor uns, und leider! wir werden dadurch betrogen!
  6. Ein Weiser kann nicht nach seinen Worten und Taten beurteilt werden. Äußerlich ist er ein gewöhnlicher Herumtreiber, aber innerlich ein Jadabharata oder Suka Maharishi.
  7. Für den Weisen ist alles ein Spiel! Er nimmt sich aber nie etwas zu Herzen, außer, daß alles eins ist!
  8. Ein Mensch mit absolutem Bewußtsein zieht unbewußt den Teil des Seins an, in dem sich seine Wunschobjekte befinden. In einem einzigen Moment, wie ein Blitz, fließen ihm die Dinge, die er braucht, zu, wie Flüsse ins Meer, denn er ist ihr wahres Selbst. Der weise Mensch handelt, ohne tätig zu sein, genießt, ohne zu wünschen. Er braucht niemandem Befehle zu geben, denn er ist bereits das Selbst desjenigen, dem er vielleicht etwas befehlen will. Er kann keine Anweisungen geben, befehlen, wahrnehmen oder sich auch nur irgend einer Sache bewußt sein, weil er das wesentliche Sein von allem ist, mit dem er sich vielleicht zu beschäftigen versucht. Nicht einmal die Götter können ihn davon abhalten, irgend etwas zu tun, denn er ist die innere Wirklichkeit sogar der Götter. Die Berge erzittern, und die Erde zerbröckelt in tausend Teile, wenn er es wünscht, denn er ist auch das Selbst der Berge und der Erde. Wenn er die Augen schließt, verdunkelt sich die Sonne. Wenn er atmet, leben alle Wesen. Wenn er es wünscht, wird das ganze Universum nichtexistent. Wenn er will, fließen die Flüsse, brennt das Feuer, und erblühen die Bäume. Wenn er es wünscht, macht das ganze Universum hier und jetzt die Erfahrung des Zustandes des Ewigen und Unsterblichen. So groß ist die Herrlichkeit einer Verkörperung der Weisheit der Wahrheit.
  9. Die Macht der Gedanken und die Kraft der Gefühle verschmelzen in der Herrlichkeit der Erfahrung des Ganzen. Das Endliche ist tot, und das Unendliche wird im selben Augenblick geboren. Die Geburt des Tages und der Tod der Nacht finden gleichzeitig statt.
  10. Die größten Menschen sind diejenigen, die sich im Bewußtsein des Selbst verloren haben. Solche Menschen sind zu nahe bei Gott, um irgendeine Handlung ausführen zu können. Deshalb sind sie der Welt unbekannt.

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  1. Gottesschau ist das Gewahrwerden der Essenz des eigenen Wesens. Gott ist die Essenz sogar des Satans. Er ist die Quelle selbst des schlimmsten Übels. Er erfüllt sich innen und außen, und es gibt nichts, was Er nicht ist.
  2. Wer dem Ewigen hingegeben ist,  verliert sich im Bewußtsein Gottes. Er taucht ein in den Ozean der Wonne. Er badet im Meer von Nektar. Er trinkt tief von der Essenz der Unsterblichkeit. Er gelangt zur Quelle, zur Wurzel des Universums!
  3. Oh Geliebter meines Herzens! Unsterbliche Freude! Wo bist Du? Wie kann ich ohne Dich leben? Vor sehr langer Zeit habe ich Dich verlassen. Komm, komm! Ich bin sehr ruhelos ohne Dich!
  4. „Ich  bin alles.“ Das ist der Beginn der Erfahrung der Wahrheit. Stilles Sein ist ihr höchster Flug.
  5. Es gibt kein Papier, auf dem das Wesen der Wahrheit festgehalten werden könnte. Es gibt keine Feder, die es wagen könnte, Sie niederzuschreiben. Es lebt kein Mensch, der Sie ausdrücken könnte. Sie ist einfach alles, was ist, und damit Schluß. Jeder Versuch, Ihr Wesen auszudrücken, ist ein Versuch, Ihre Großartigkeit zu töten. Ich bin dieses große Wesen! Ich bin hier, ich bin dort; Oh! Ich bin dies, ich bin das! Ich bin das Größte, das Beste, und noch einmal das Größte! Meine Herrlichkeit kennt keine Grenzen! Ich habe den größten Segen, bin das Unsterbliche, Großartige!

Vedanta Aphorismen
DAS WESEN DES INNEREN SELBST

  1. Bewußtsein des Selbst ist die letztendliche Kategorie des Seins.
  2. Die letztendliche Wirklichkeit ist der Geist des Geistes, das Auge des Auges und das Ohr des Ohres.
  3. Atman ist unaussprechlich und unerdenklich.
  4. Das Absolute ist der Ursprung des Lebens und das Ende aller Dinge.
  5. Brahman oder Atman ist die letztendliche Wirklichkeit. Diese Welt ist nur ein bloßer Schein.
  6. Das innere Selbst lenkt jede äußere Existenz.
  7. Nur Brahman allein ist wirklich; alles andere ist eine Erscheinungsform.
  8. Gott ist die subtile Essenz, die allen Dingen zugrundeliegt.
  9. Gott ist das Salz des Lebens.
  10. Atman ist das höchste Objekt des Verlangens und der Liebe.
  11. Furcht geht nur von etwas ›Zweitem‹ aus.
  12. Brahman und das wahre unendliche „Ich“ sind identisch.
  13. Gott ist die Wahrheit der Wahrheiten.
  14. Alles ist um des Atman willen lieb.
  15. Erfasse den Atman, dann erfaßt du alle Dinge; denn alle Dinge sind im Atman enthalten.
  16. Alle Dinge springen wie Funken aus dem höchsten Selbst.
  17. Der Atman ist der letztendliche Seher, Hörer und Denker.
  18. Nirakara, Nirguna, Nirvisesha und Nishkriya sind die negativen Attribute Brahmans.
  19. Der Seher sieht und sieht dennoch nicht.
  20. Die Seele ist der Motor des Körperwagens.
  21. Die Teile des Menschen sind im Herrn zentriert wie Speichen in einer Radnabe.
  22. Gott ist die Zeit der Zeiten. Er ist der Herr von Yama. Er ist der Tod auch des Todes.

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  1. Der Körper ist die abgestreifte Haut der Seele.
  2. Der Atman geht über das Bekannte und das Unbekannte hinaus.
  3. Materie, Leben, Geist, Intellekt und Wonne sind Formen von Brahman.
  4. Brahman ist der Verschlinger des Verschlingers.
  5. Gott ist sowohl immanent als auch transzendent.
  6. Atman ist subtiler als das Subtile und größer als das Große.
  7. Atman bewegt sich in sitzenden Stellung.
  8. Atman ist weit weg und nahe. Er ist weit weg von weltlichen Menschen und nahe bei Menschen mit Unterscheidung und Leidenschaftslosigkeit.
  9. Hiranyagarbha ist der Erstgeborene Gottes.
  10. Der Atman ist immer das Subjekt der Erkenntnis, niemals das Objekt.
  11. Die höchste Seele lebt getrennt von Prakriti, die individuelle Seele hingegen ist in den Fängen Ihrer Liebe.
  12. Gott ist der Zauberer und Prakriti ist Seine Zauberkraft.

VORAUSETZUNGEN FÜR SELBSVERWIRKLICHUNG

  1. Zerstöre oder verletze nicht Leben, lüge nicht, mißbrauche nicht das Eigentum anderer, Reinheit, Verringerung persönlicher Bedürfnisse, täglicher Gottesdienst und Nächstenliebe sind Hilfen zur Gottverwirklichung.
  2. Reinheit von Nahrung und Körper, Einpünktigkeit, Praxis der Gegenwart Gottes, selbstloses Dienen - all das führt zur raschen Erlangung von Gottverwirklichung.
  3. Fünf Tugenden, die zu höchster Glückseligkeit führen, sind Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit, Güte, Großzügigkeit und Freundlichkeit.
  4. Die Bestandteile des Charakters sind Reinheit, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Mut, Demut, Duldungsfähigkeit, heitere Gelassenheit und Einfachheit.
  5. Der Atman kann nicht durch ein Leben von Schwäche und Irrtum erreicht werden.
  6. Aufhören zu sündigen und nach innen gehen sind für die Selbstverwirklichung notwendig.
  7. Leidenschaftslosigkeit oder Abscheu vor der Welt und Demut sind notwendig zur Selbstverwirklichung.
  8. Wahrheit, Buße, Einsicht, Bemühen und Entsagung sind unerläßlich für die Selbstverwirklichung.
  9. Ein Mensch ohne Wünsche erreicht Brahman und wird unsterblich.
  10. Im Interesse der spirituellen Verwirklichung muß gegenüber Reichtum, Nachkommen und Ruhm Verachtung empfunden werden.
  11. Erkenntnis ist unvollständig ohne eschatologisches Wissen.
  12. Reinheit des Geistes ist abhängig von der Reinheit der Nahrung.

DER PROZEß DER SELBSTVERWIRKLICHUNG

  1. Meditation über OM beseitigt die leere Haut der Sünde.
  2. OM repräsentiert die verschiedenen Bewußtseinszustände und die einzelnen Aspekte der Seele.
  3. Spirituelles Feuer wird aus den beiden Hölzern von Körper und Pranava geschlagen.
  4. OM ist der Bogen; die Seele ist der Pfeil; Brahman ist das Ziel, die Zielscheibe.
  5. Meditiere über Atma als Unsterblichkeit.

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  1. Die Botschaft der Gita ist Tyaga, Entsagung; die Botschaft des Mahabharata ist Dharma, Rechtschaffenheit; die Botschaft der Upanishaden ist das Einssein von individueller Seele und höchster Seele.
  2. Wenn es dir an Weisheit mangelt, bitte Gott aufrichtig. Er wird sie dir geben. Gehe direkt auf die Weisheit zu.
  3. In Ruhe und Vertrauen liege deine Stärke.
  4. Gehe zum göttlichen Licht. Das ist der Weg zu unmittelbarem inneren Frieden.
  5. Tat Twam Asi (Du bist Das) ist eine endgültige Definition von Kultur, so sagt die indische Philosophie.
  6. Selbstbeherrschung bedeutet Beherrschung des niederen Selbst durch das höhere Selbst, um der Selbstverwirklichung willen.
  7. Der suchende Yogi macht die Erfahrung des ewigen Tages und des ewigen Sonnenscheins.
  8. Meditiere über Brahman als Strahlen.
  9. Meditiere über Brahman als Halt, Größe, Weisheit, Wonne und Sein.
  10. Wenn der Mensch, der die Gottheit verehrt, sich von der Gottheit als getrennt empfindet, ist er ein Tier der Götter.
  11. Es ist nicht möglich, den Kennenden zu kennen, aber der Kennende (Atman) kann durch Samadhi oder Intuition verwirklicht werden.
  12. Das spirituelle Leben ist ein Leben kindlicher Einfachheit.
  13. Unsterblichkeit bedeutet die Vereinigung der individuellen Seele mit der höchsten Seele.
  14. Wenn du sehr durstig bist, nimmst du keine Bücher über Durst oder Wasser, du hörst keine Vorträge und machst kein Studium. Du gehst dorthin, wo Wasser ist, und trinkst. So vermeide auch ein spirituell dürstender Sucher alle theologischen Debatten. Er meditiere und verwirkliche Gott.
  15. Das spirituelle Feuer muß Tag für Tag entfacht werden.

JENSEITS VON GUT UND BÖSE

  1. Der Atman wächst weder durch gute Taten, noch wird er durch schlechte Taten klein.
  2. Der Weise wird weder groß durch gute Taten, noch klein durch schlechte Taten.
  3. Sünde berührt den Weisen nicht.
  4. Der Heilige ist wie ein undurchdringlicher Felsen.

DAS NETZ VON MAYA

  1. Es gibt zwei Arten von Maya, nämlich Avidya Maya und Vidya Maya. Avidya Maya führt zum Weg der Bindung und ist gekennzeichnet durch Lust, Zorn, Habgier, Stolz, Haß, etc.
  2. Vidya Maya führt zum Weg der Befreiung und ist gekennzeichnet durch Unterscheidung, Leidenschaftslosigkeit und Frömmigkeit.
  3. Prakriti ist aus roten, weißen und dunklen Farben gemacht.
  4. Maya ist ein Schein. Sie ist eine Täuschung. Sie ist die täuschende Kraft Gottes.
  5. Der Mensch ist eine Anhäufung von Verlangen, Wollen und Handlung.
  6. Die Elemente begrüßen die Seele, geben ihr die Erfahrungen dieser Welt der Sinnesobjekte und verabschieden sie schließlich, wenn sie Vollendung und Freiheit erlangt.

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DIE PHILOSOPHIE DES SCHLAFES

  1. Schlaf tritt ein, wenn der Geist sich auf dem Atem niederläßt.
  2. Im Schlaf ist der Mensch mit dem Wirklichen, der höchsten Seele vereint.

GLAUBE UND INTELLEKT

  1. Der Intellekt ist voller Vorhaben und Pläne. Das Herz kann erfüllt sein mit Liebe, Ruhe, Zuneigung und Güte.
  2. Glaube an die Liebe und Güte Gottes labt und gibt Trost und Frieden.

ERGEBNISSE DER SELBSTVERWIRKLICHUNG

  1. Furcht verschwindet nach der Selbstverwirklichung.
  2. Im furchtlosen Brahman zu ruhen gibt Furchtlosigkeit.
  3. Es gibt keine Verblendung und keinen Kummer für den Menschen mit Selbstverwirklichung.
  4. Es gibt einen Zündpunkt der Seele. Der Mensch wird verwandelt. Sein Leben hat sich von seinem früheren weltlichen Weg in ein neues göttliches Leben gewendet. Er ist spirituell erwacht.

Die Essenz von Vedanta Sadhana

Vedanta Sadhana heißt auch Nirguna Dhyana, Meditation über OM, Pranava Upasana oder Brahma Upasana.  Reinige das Chitta, indem du ein Jahr lang Nishkamya Karma machst. Die Wirkung von Chitta Shuddhi ist die Erlangung von Viveka und Vairagya. Erwirb die 4 Voraussetzungen, Sadhana Chatushtaya, Viveka, Vairagya, Shad Sampat und Mumukshutva. Dann gehe zu einem Sat Guru. Habe Sravam, Manan und Nididhyasan. Studiere sorgfältig und beständig die 12 klassischen Upanishaden und die Yoga Vasishtha. Habe ein umfassendes und gründliches Verstehen der Lakshyartha, der wörtlichen Bedeutung des Maha Vakya „Tat Twam Asi“. Dann reflektiere fortdauernd 24 Stunden lang über dessen wahre Bedeutung. Das ist Brahma Chintan oder Brahma Vichar. Gewähre keinen weltlichen Gedanken Einlaß in deinen Geist. Vedantische Verwirklichung kommt nicht durch Überlegung sondern durch beständiges Nididhyasan, wie die Analogie von Bhramarakeeta Nyaya (Raupe und Wespe). Man erreicht Tadakara, Tadrupa, Tanmaya, Tadaikyata, Talleenata (Einheit, Identität).

Keine Asana ist nötig für Vedanta Sadhana. Du kann beim Sprechen, Stehen, Sitzen, Liegen im Lehnstuhl, in halb liegender Stellung, im Gehen und Essen meditieren.

Lasse durch den Einfluß der Reflexion über die wahre Bedeutung der Maha Vakyas „Aham Brahma Asmi“ oder „Tat Twam Asi“ Brahmakara Vritti aus dem sattvigen Anthakarana entstehen. Wenn du versuchst zu fühlen, du bist Unendlichkeit, wird diese Brahmakara Vritti erzeugt. Diese Vritti zerstört Avidya, bringt Brahma Jnana und stirbt schließlich von selbst wie die Analogie des Nirmal Samens, Strychnos Potatorum, der den Bodensatz im Wasser entfernt und sich selbst gemeinsam mit dem Schlamm und anderem Schmutz absetzt.

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MEDITATION ÜBER OM

Ziehe dich in den Meditationsraum zurück. Sitze in Padma, Siddha, Swastika oder Sukha Asana. Entspanne die Muskeln. Schließe die Augen. Konzentriere den Blick auf Trikuti, den Punkt zwischen den Augenbrauen. Wiederhole geistig OM mit Brahma Bhavana. Dieses Bhavana ist unerläßlich und sehr sehr wichtig. Beruhige den bewußten Geist.

WIEDERHOLE GEISTIG:

 Fühle ständig     OM OM OM
 Ich bin alldurchdringend, ich bin ein Ozean von Licht  OM OM OM
 Ich bin Unendlichkeit   OM OM OM
 Ich bin alldurchdringend, ich bin unendliches Licht  OM OM OM
 Ich bin Vyapak, Paripoorna, Jyotir maya Brahman   OM OM OM
 Ich bin allmächtig    OM OM OM
 Ich bin allwissend    OM OM OM
 Ich bin nichts als Wonne   OM OM OM
 Ich bin Sat-Chit-Ananda   OM OM OM
 Ich bin völlige Reinheit   OM OM OM
 Ich bin nichts als Herrlichkeit  OM OM OM

Alle Upadhis werden abgelegt. Alle Granthis (Herzknoten, Unwissenheit) werden zerschlagen. Der dünne Schleier, Avarana, wird zerrissen. Pancha Kosha Adhyasa (Überlagerung) wird beseitigt. Man wird ohne Zweifel im Zustand von Sat-Chit-Ananda ruhen. Höchste Erkenntnis, höchste Wonne, höchste Verwirklichung und das höchste Ziel des Lebens werden erlangt. „Brahmavid Brahman“, „Brahmavid Brahmaiva Bhavati“. Man wird Shuddha Sat-Chit-Ananda-Vyapaka-Paripoorna Brahman. „Nastri Atra Samsayah“. Darüber besteht hier kein Zweifel.

Es ist überhaupt keine Schwierigkeit in Atma Darshan. Er kann in einem Augenzwinkern erlangt werden, wie es Raja Janaka hatte, rascher als eine Blume zwischen den Fingern zerdrückt werden kann, in kürzerer Zeit als ein Getreidekorn von einem Topf rollt. Man muß ernsthaft, beständig und intensiv praktizieren. In 2 oder 3 Jahren stellt sich der Erfolg ganz sicher ein.

Es gibt heute viele „sprechende Brahmans“. Keine blumige Sprache und keine Beredsamkeit kann einen Menschen zu Brahman machen. Nur das beständige, intensive und ernsthafte Sadhana, und nichts anderes als Sadhana, kann einem Menschen direkte Aparoksha Brahmische Verwirklichung (Svanubhava, Sakshatkara) geben, wodurch er das tatsächliche Brahman so sieht wie die massive weiße Wand gegenüber und Brahman so fühlt wie den Tisch hinter sich.
Anmerkung: - Lies sorgfältig die Mandukya Upanishaden mit Gaudapadas Karika.

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