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Nicht-psychotische Psychische Störungen im Unterschied zur Kundalini Erfahrung

Es gibt einige nicht-psychotische psychische Besonderheiten, die manchmal mit Kundalini Erfahrung verwechselt werden, mit denen aber ganz anders umgegangen werden muss.

Histrionische Persönlichkeit

Menschen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung, früher Hysterie genannt, neigen zu theatralischem, übertriebenem Handeln, wollen gerne im Mittelpunkt stehen und viel Beachtung bekommen. Ihr Selbstwertgefühl ist eher schwach, sie brauchen daher viel Bestätigung von außen. Sie suchen nach aufregenden Erlebnissen und Aktivitäten. Und was könnte aufregender sein als eine Kundalini-Erweckung? Histrioniker können sich manchmal, bewusst oder unbewusst, in etwas hineinsteigern, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, sich als etwas Besonderes empfinden zu können oder als solches angesehen zu werden. Histrioniker sind extrem suggestibel, sie können nach einem Vortrag über Kundalini-Erweckungserfahrungen schnell ebendiese manifestieren. Bei Menschen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung hilft meist, ihnen zu sagen, dass die äußeren Energie-Manifestationen Reinigungserfahrungen sind, die nicht weiter von Bedeutung sind und bald vorbei gehen werden. Man sollte ihnen nicht zu viel Beachtung schenken und dem Ganzen nicht zu viel Bedeutung geben. Da Histrioniker ständig neue Stimulation suchen, werden die imitierten „Kundalini“-Phänomene schnell und unproblematisch auch von selbst verschwinden.

Zyklothymes Temperament

Bei Menschen mit zyklothymem Temperament wechseln Phasen derMit Poys tanzende Frau Hochstimmung mit Phasen der depressiven Verstimmung ab. Das Sprichwort „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ trifft hier deutlich spürbar zu. Das Problem dabei ist: Menschen mit zyklothymen Temperament erhoffen oft, dass sie die Phasen der depressiven Verstimmung überwinden können. Oft praktizieren sie eine Weile sehr enthusiastisch Yoga und machen wunderbare Erfahrungen. Dabei können sich durchaus auch Vorstufen von Kundalini-Erweckungserfahrungen einstellen. Umso schlimmer ist es für sie, wenn sie anschließend „abstürzen“ – die Sturzhöhe ist dann sehr groß und kann Menschen in die Verzweiflung bis hin zu Selbstmordgedanken führen. Menschen mit zyklothymem Temperament sollten lernen, ihr Temperament anzunehmen, zu akzeptieren, dass sie schönere Erfahrungen haben als andere Menschen, dafür aber auch in tristere Phasen rutschen. Beides ist Teil ihres Lebens wie Tag und Nacht. Beides hat einen Anfang und ein Ende. Das Selbst, der Atman, Shiva, dagegen bleibt stets gleich, egal ob die Stimmung gerade sehr freudvoll oder gedämpft ist. Klug ist, wenn Menschen mit zyklothymem Temperament sich schon in der Hochphase überlegen, welche Praktiken sie auch dann weiter machen, wenn sie in ihr nächstes Tief kommen. Denn meist neigen sie dazu, in der Tiefphase mit jeglicher spirituellen Praxis ganz aufzuhören und so ihren Sturz noch zu vertiefen. Mit einer gewissen gemäßigten Praxis können sie auf einem sanften Boden landen. Wenn die Zyklothymie zur Persönlichkeitsstörung oder Psychose wird (bipolare Störung beziehungsweise manische Depression), wird normalerweise wie bei allen Persönlichkeitsstörungen und Psychosen eine professionelle Therapie durch einen darauf spezialisierten Psychotherapeuten beziehungsweise Psychiater angezeigt sein.

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Epilepsie

Ein Sonderfall sind epileptische Anfälle. Diese können mit Krämpfen und unkontrollierbaren Bewegungen verbunden sein. Da sie nicht mit besonderen Energieerfahrungen einhergehen und den Menschen anschließend sehr erschöpft zurücklassen, sind sie leicht von Kundalini-Erfahrungen zu unterscheiden. Epilepsie ist durch schulmedizinische Methoden diagnostizierbar und meist auch behandelbar. Da Yoga und Meditation die Wahrscheinlichkeit eines epileptischen Anfalls reduziert, wird man kaum Menschen erleben, die nach Beginn der Yoga-Praxis ihren ersten epileptischen Anfall haben. Die meisten Epileptiker kennen ihre Krankheit und sind durch medikamentöse Behandlung symptomfrei. Epileptiker können grundsätzlich normales Yoga üben. Allerdings sollten sie auf jede Form von Schnellatmung wie Kapalabhati und Bhastrika verzichten und mit Lichtkonzentrationen wie Tratak und schnellen Augenübungen vorsichtig sein.

Im ganzheitlichen Yoga, den wir bei Yoga Vidya lehren, spielt körperliche und geistige Gesundheit eine große Rolle. Yoga soll den Menschen helfen, körperlich und geistig gesund zu werden. Mein Meister Swami Vishnu-devananda sagte: Yoga will den Menschen nicht nur lehren, auf dem Kopf zu stehen. Viel wichtiger sei, dass Menschen lernen, fest auf ihren Beinen zu stehen. Nicht umsonst hieß Swami Sivanandas bestverkauftes Buch: „Erfolg in Leben und Selbstverwirklichung“. Und wenn die Yoga-Techniken allein nicht ausreichen, um den Menschen zu körperlicher oder geistiger Gesundheit zu führen, sollte der Übende auf andere Hilfen zurückgreifen. Dabei können Schulmedizin, wissenschaftlich anerkannte Psychotherapie, Psychiatrie, aber auch Ayurveda und andere Heilweisen eine wichtige Rolle spielen.

Verrückte Heilige – Heilige Narren

Ich will hier erwähnen, dass es auch die Tradition von „verrückten Heiligen“ beziehungsweise „Heiligen Narren“ (so ein Buchtitel von Georg Feuerstein) gibt. Es gibt Menschen, die als Kind und Jugendliche alle Konventionen sprengten, nicht in der Lage waren, „normal“ in der Gesellschaft zu funktionieren, immer wieder abwechselnd in Ekstase und Ohnmacht gefallen sind und irgendwann die Selbstverwirklichung erreichten. Manche davon wurden zu großen Meistern. Vermutlich inkarnieren solche hohen Seelen heute nicht im Westen, weil sie da schon als Kind in die Psychiatrie eingewiesen würden… Letztlich muss man weder körperlich noch psychisch gesund sein, um die Selbstverwirklichung zu erreichen, auch wenn die heutigen Formen des ganzheitlichen Yoga zu körperlicher und geistiger Gesundheit und Gottverwirklichung beitragen wollen.

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