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Swami Krishnananda:

Antwort auf deine Fragen

Kapitel 41

Karma

Carol: Kann ein Gedanke Karma erzeugen?

Swamiji: Jeder Gedanke, der mit einem Objekt, hinter dem sich ein Motiv oder eine Absicht befindet und somit mit etwas anderem als mit dem eigenen Selbst verbunden ist, wird Reaktionen hervorrufen. Ich schaue zum Beispiel auf eine Wand und denke an die Wand. Dies wird keine Reaktionen herrufen, denn ich schaue nicht mit irgendeiner Motivation oder Absicht darauf; sie ist einfach nur sichtbar vor mir.

Es gibt zwei Sichtweisen der Dinge. Die eine Sichtweise ist die allgemeine Wahrnehmung der Dinge, - man sieht beispielsweise beim Spazierengehen Bäume oder Gebäude, zu denen man keine Beziehungen hat. Anders verhält es sich mit den Gedanken, die durch Absichten oder Motive mit den Objekten in Form von Zu- oder Abneigungen verbunden sind, um etwas durch sie zu bekommen oder zu vermeiden. Solche Gedanken erzeugen Reaktionen. Diese Reaktionen werden Karma genannt. Das heißt nicht, daß jeder Gedanke Karma erzeugt. Allgemeine Gedanken erzeugen kein Karma, nur gefühlsbetonte Wahrnehmungen erzeugen Karma.

Wenn man etwas mit einem bestimmten Gefühl anschaut, wird es Reaktionen hervorrufen, doch bezüglich der Wand habe ich keine Gefühle. Ich betrachte sie ohne irgendwelche Gefühle, denn es ist eine unpersönliche Betrachtung. Wir sitzen nun alle hier und ich sehe so viele Leute, dennoch habe ich ihnen gegenüber keine Gefühle. Ich sehe Dich, wie ich alles andere auch sehe, doch wenn ich Dich mit einem besonderen Zweck, einer bestimmten Absicht oder einem Motiv, mit einer Zu- oder Abneigung, betrachte, erzeuge ich Reaktionen.

Carol: Dann wird dort eine Lücke entstehen, - es wird eine Lücke erschaffen.

Swamiji: Es wird eine Bindung geschaffen. Diese Art des Karmas ruft eine Wiedergeburt hervor.

Carol: Eine Bindung.

Swamiji: Diese Art des Karmas ruft eine Wiedergeburt hervor.

Carol: Ich verstehe.

Swamiji: Nicht jedes Karma erzeugt Bindung, sondern nur die Gedanken, die mit positiven oder negativen Wünschen jeglicher Art behaftet sind, erzeugen eine psychologische Verpuppung um sich selbst, und diese Verpuppung wiederum materialisiert sich selbst als fester Körper in einer Wiedergeburt. Darum ist der Körper nichts anderes als eine konzentrierte Form von Gedanken, die aus vielen verschiedenen Geburten stammen. Doch, wo keine Wunschgedanken für oder gegen etwas vorhanden sind, wenn man nur in unpersönlicher Art und Weise denkt, und sich weder etwas wünscht noch etwas nicht wünscht, dann werden diese Gedanken, die ihrer Natur gemäß unpersönlich sind, weder Reaktionen noch Karma hervorrufen.

Carol: Ist die psychologische Verpuppung, über die Du gesprochen hast, ein anderes Wort für Voreingenommenheit? Wickelt man mit seinen eigenen Gedanken das Objekt sozusagen ein?

Swamiji: Das gilt für jeden Gedanken mit einem entsprechenden Gefühl dahinter.

Carol: Ich danke Dir.

Amir: Ist es nicht möglich, einen gefühlsbeladenen Gedanken zu entwickeln und diese Bindung sogleich zu erkennen und aufzulösen, bevor eine Reaktion daraus entsteht?

Swamiji: Wenn Du das kannst, schön und gut. Angenommen, Du schaust etwas mit einem positiven oder negativen Gefühl an und fühlst Dich dadurch gestört und erkennst, daß es eine Beunruhigung hervorruft, die Du sofort vermeiden kannst, dann bist Du frei von Reaktionen.

Mehrere Leute: Richtig.

Swamiji: Doch, normalerweise sind die Gefühle so stark, daß sie von der Person Besitz ergreifen. Das geschieht zwar nicht immer, aber manchmal, was man z.B. unter „Liebe auf den ersten Blick“ oder „Haß auf den ersten Blick“ versteht. Man kann sich davon nicht selbst befreien, da etwas geschehen ist, auf das man sich stürzt, um es entweder zu lieben oder zu hassen. Zu dieser Zeit kann man sich nicht auf die Diskretion des Verstandes verlassen, der sagt: „Ich bin darin gefangen und muß mich selbst davon lösen.“ Zu dieser Zeit funktioniert der Intellekt sehr selten. Wenn die Leidenschaft sehr groß ist, setzt der Intellekt aus. Wenn der Intellekt stark genug und der Wunsch nur schwach ist, dann trifft das zu, was Du sagtest, und Du kannst diese Methode anwenden.

Amir: Buddha sagte, daß dies der Grund ist, warum man immer achtsam sein muß.

Swamiji: Achtsamkeit und permanente Beobachtung der Gedanken im Sinne von: „Was geschieht?“ Man muß jeden Tag aufmerksam beobachten, was im Geist geschieht, - man nennt dies ein spirituelles Tagebuch, - eine Kontrolle der Persönlichkeit. Woran denkst Du von morgens bis abends? Verweile einen Augenblick und denke: „Woran habe ich von heute morgen bis jetzt gedacht? Waren es nützliche oder nutzlose Dinge?“

Manchmal handelt es sich um bedeutungslose Gedanken, die weder zu guten noch zu schlechten Ergebnissen führen. Dieser Zustand ist vergleichbar mit Verträumtheit, Lethargie oder Halbschlaf; man denkt dabei an nichts und bleibt neutral. Doch dies ist verschwendete Zeit, denn man hat durch diese Art des Denkens nichts erreicht. Neutralität ist nicht gut, genauso wenig wie Liebe und Haß. Man nennt diese drei Qualitäten der Natur Sattva, Rajas und Tamas. Wenn man von diesen drei Denkaspekten befreit ist, sollte man weder neutral in einem unbewußten Zustand sein,- nicht wissend, was man gerade denkt; noch sollte man lieben oder hassen. Dies wird der unpersönliche Weg des Bewußtseins genannt. Man muß das Bewußtsein bewahren, doch Vorsicht, man sollte nicht schläfrig sein. Wessen bist Du Dir bewußt? Es ist jedermanns Pflicht, die eigenen Gedanken direkt zu beobachten, um zu sehen, wie weit die Dinge mit den Universalen Gegebenheiten harmonieren.

Man ist nicht Bürger von Amerika, sondern des Universums. Diese Idee, nur Bürger eines bestimmten Landes zu sein, muß verschwinden, denn man gehört zum gesamten Kosmos. Sage nicht: „ Ich bin Amerikaner, ich bin Inder, ich bin ein Mann, ich bin eine Frau, ich bin dies oder das.“ Alle diese Ideen müssen Schritt für Schritt verschwinden, sonst ist man an diese Gedanken gebunden. Man gehört nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich zum ganzen Universum und befindet sich hier und jetzt im Universum. Warum sollte man sagen:“ Ich bin auf der Erde, in diesem Raum, in der Stadt usw..“ Dies sind armselige, dumme Gedanken. Spirituelle Sucher sollten ein wenig darüber stehen.

Durch die Gesetze der Regierung wird das Zusammenleben geordnet. In ähnlicher Weise wird auch das Leben insgesamt durch die Gesetze des Universums geregelt, doch wieso ist diese Handlungsweise nicht jedermann bekannt? Wie man bereits von Alters her sagt, ist die Unkenntnis der Gesetze keine Entschuldigung für deren Mißachtung und dies ist auch auf das Universum anzuwenden. Man kann nicht einfach die Wirksamkeit der Universellen Gesetze in bezug auf sich selbst vergessen und dann auch noch ungestraft davonkommen. Das ist nicht möglich.

Man muß die Gesetze des Umfeldes, in dem man lebt, kennen. Man kann nicht sagen: „Ich kenne das Gesetz nicht.“ Wenn man die Gesetze nicht kennt, kann man dort nicht leben, und wenn man die Gesetze des Universums nicht kennt, kann man auch nicht im Universum existieren. Das ist die Ursache von Leid und Wiedergeburt. Es ist nutzlos, seine Unwissenheit zu verteidigen. Man muß achtsam sein.

Einer unserer Swamis ging in die USA. Er kannte das Gesetz für das Parken von Automobilen nicht. Er stellt es am falschen Ort ab, und ein Polizist kam. Der Swami sagte: „Wir wissen davon nichts, denn wir sind von weit her gekommen.“

Der Polizist sagte: „Das können Sie dem Richter erzählen, aber nicht mir.“

Genau so wird das Universum zu Dir sprechen. Wenn Du sagst, „Ich habe es nicht gewußt,“ wird ES sagen,“ Geh und erzähle das dem Richter.“ [Gelächter]

Jedenfalls ist das Gesetz des Universums strenger als das Gesetz der Menschen. Man mag durch das Gesetz der Menschen verschont bleiben, doch bei dem Gesetz des Universums gibt es keine Entschuldigung. Es trifft genau den Kern und man kann dem nicht entfliehen.

Amir: Unsere Lehrer unterrichten uns dahingehend, daß wir immer erkennen sollen. Wir sollen immer erkennen...

Swamiji: Richtig. Richtig.

Amir: Und wir erheben Anspruch auf Unwissenheit, um uns aus der Verantwortung zu stehlen.

Swamiji: Genau in diesem Augenblick bist Du mit dem Zentrum des Kosmos verbunden. Dies zu wissen gibt viel Kraft und ebenso viel Furcht. Beides geschieht zugleich, denn das Universum wird keine Art von Selbstsüchtigkeit zulassen. Hierin liegt der wesentliche Punkt.



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