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Göttliche Erkenntnis


Der Guru

Der Guru

Der Guru ist Gott Selbst, der sich in einer persönlichen Form zeigt, um den Aspiranten zu führen. Die Gnade Gottes nimmt die Gestalt des Gurus an. Den Guru sehen heißt Gott sehen. Der Guru ist eins mit Gott. Er erweckt Hingabe in anderen. Seine Gegenwart reinigt alles.

Der Guru ist wahrlich ein Bindeglied zwischen dem Individuum und dem Unsterblichen. Er ist ein Wesen, das sich von diesem zu Jenem erhoben hat und demgemäß einen freien und ungehinderten Zugang zu beiden Bereichen hat. Er steht, könnte man sagen, an der Schwelle der Unsterblichkeit; und indem er sich niederbeugt, hebt er die ringenden Individuen mit der einen Hand empor und erhöht sie mit der anderen zum Imperium immerwährender Freude und unendlichen Bewußtseins der Wahrheit.

Der Sadguru

Um Guru zu sein, muß an einen Auftrag von Gott haben. Bloßes Bücherstudium kann niemanden zum Guru machen. Ein Mensch, der die Veden studiert und durch Anubhava direkte Kenntnis von Atman hat, kann als Guru eingesetzt werden. Ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, ist der wahre Guru oder spirituelle Lehrer. Er ist der Sadguru. Er ist eins mit Brahman, dem höchsten Selbst. Er kennt Brahman.

Ein Sadguru hat zahllose Siddhis. Er besitzt allen göttlichen Aiswarya, allen Reichtum des Herrn.
Der Besitz von Siddhis ist jedoch kein Test, um die Größe eines Weisen darzulegen oder um zu beweisen, daß er Selbstverwirklichung erreicht hat. Sadgurus zeigen im allgemeinen kein einziges Wunder, keine Siddhi. Manchmal jedoch tun sie es vielleicht, um Aspiranten von der Existenz übernatürlicher Dinge zu überzeugen, sie zu ermutigen und Glauben in ihre Herzen einzuflößen.

Der Sadguru ist Brahman selbst. Er ist ein Ozean von Wonne, Wissen und Gnade. Er ist der Kapitän deiner Seele. Er ist ein Quell der Freude. Er beseitigt all deine Sorgen, Nöte und Hindernisse. Er zeigt Dir den richtigen, göttlichen Weg. Er beseitigt den Schleier deiner Unwissenheit. Er macht Dich unsterblich und göttlich. Er verwandelt deine niedere diabolische Natur. Er gibt Dir das Seil des Wissens und zieht Dich empor, wenn Du im Ozean von Samsara versinkst. Sieh ihn nicht nur als Mensch an. Wenn Du ihn als Menschen siehst, bist Du ein Tier. Verehre deinen Guru und verneige Dich ehrfurchtsvoll vor ihm.
Der Guru ist Gott. Ein Wort von ihm ist ein Wort von Gott. Er braucht nichts zu lehren. Schon seine Anwesenheit und Gesellschaft sind erhebend, inspirierend und bewegend. Seine bloße Gegenwart ist Selbsterleuchtung. In seiner Gegenwart zu leben, ist spirituelle Unterweisung. Lies das Granth-Saheb. Du wirst die Großartigkeit des Gurus erkennen.

Der Mensch kann nur von einem Menschen lernen, und daher lehrt Gott durch einen menschlichen Körper. In deinem Guru hast Du dein menschliches Ideal der Vollkommenheit. Er ist die Form, in die Du gegossen werden möchtest. Dein Geist wird gerne überzeugt sein, daß solch eine große Seele der Verehrung und Hochachtung würdig ist.

Der Guru ist das Moksha-Dvara. Er ist das Tor zum transzendentalen Wahrheitsbewußtsein. Aber der Aspirant muß es durchschreiten. Der Guru ist eine Hilfe, aber die wirkliche Aufgabe des praktischen Sadhana bleibt dem Aspiranten selbst überlassen.

Ein Guru ist notwendig

Für einen Anfänger am spirituellen Weg ist ein Guru notwendig. Um eine Kerze zu entzünden, braucht man eine brennende Kerze. Genauso kann nur eine erleuchtete Seele eine andere Seele erleuchten.
Manche Menschen meditieren jahrelang allein. Später fühlen sie tatsächlich die Notwendigkeit, einen Guru zu haben. Sie stoßen auf ihrem Weg auf Hindernisse. Sie können diesen Hindernissen und Stolpersteinen nicht begegnen. Dann beginnen sie, einen Meister zu suchen.

Nur der Mann, der bereits in Badrinath war, kann Dir den Weg sagen. Im Fall des spirituellen Weges ist es noch schwieriger, den Weg zu finden. Der Geist wird sehr oft irregeführt werden. Der Guru kann Fallen und Hindernisse beseitigen und Dir den richtigen Weg weisen. Er wird Dir sagen: »Diese Straße führt Dich zu Moksha; diese führt Dich zu Bindung.« Ohne diese Führung möchtest Du vielleicht nach Badrinath gehen, aber Du landest in Delhi!

Die Schriften sind wie ein Wald. Es gibt zweideutige Stellen. Es gibt Stellen, die scheinbar widersprüchlich sind. Es gibt Stellen, die eine esoterische Bedeutung haben, verschiedene Bedeutungen und verborgene Erklärungen. Es gibt Querverweise. Du brauchst einen Guru oder Lehrer, der Dir die richtige Bedeutung erklärt, der Zweifel und Zweideutigkeiten beseitigt, und der Dir die Essenz der Lehre präsentieren wird.
Der Guru ist für jeden Strebenden auf dem spirituellen Weg absolut notwendig. Nur der Guru kann deine Fehler herausfinden. Das Ichbewußtsein ist so beschaffen, daß Du deine Fehler nicht feststellen kannst. So wie ein Mensch nicht seinen Rücken sehen kann, kann er auch seine eigenen Irrtümer nicht sehen. Er muß mit einem Guru leben, damit seine schlechten Eigenschaften und Fehler ausgemerzt werden.
Der Aspirant, der unter der Führung eines Meisters oder Gurus ist, ist davor sicher, in die Irre zu gehen. Satsang, die Gemeinschaft mit dem Guru, ist eine Rüstung und Festung, die Dich gegen alle Versuchungen und ungünstigen Kräfte der materiellen Welt schützt.

Fälle von Menschen, die Vollkommenheit erreicht haben, ohne unter einem Guru zu lernen, sollten nicht als Beweis gegen die Notwendigkeit eines Guru zitiert werden; denn diese großen Menschen sind die Ausnahmen im spirituellen Leben und nicht die Regel. Sie kommen als spirituelle Meister als Ergebnis ihres intensiven Dienens, Studiums und der Meditation, die sie in früheren Geburten praktiziert haben, in die Existenz. Sie haben schon bei einem Guru gelernt. Die gegenwärtige Geburt ist nur eine spirituelle Folge. Daher ist dadurch die Bedeutung eines Gurus nicht verringert. Manche Lehrer führen ihre Aspiranten in die Irre. Sie sagen zu allen: »Denke selbst. Gib Dich nicht einem Guru hin.« Wenn jemand sagt: »Folge keinem Guru!«, will er damit sagen, daß er selbst der Guru seiner Zuhörer ist. Geh nicht zu solchen Pseudogurus. Höre nicht ihre Vorträge.

Alle Großen haben ihre Lehrer. Alle Weisen, Heiligen, Propheten, Weltenlehrer, Inkarnationen und großen Menschen haben ihre Gurus, wie großartig sie auch gewesen sein mögen. Svetaketu lernte von der Natur der Wahrheit von Uddalaka, Maitreyi von Yajnavalkya, Brighu von Varuna, Narada von Sanatkumara, Nachiketas von Yama, Indra von Prachapati; und einige andere gingen demütig zu Weisen, hielten striktes Brahmacharya, praktizierten strenge Disziplin und lernten Brahma-Vidya von ihnen.
Shri Krishna saß zu Füßen Seines Gurus Sandeepani. Gott Rama hatte Guru Vasishta, der ihm Upadesha gab. Jesus suchte Johannes den Täufer auf, um von ihm an den Ufern des Jordan getauft zu werden. Auch die Devas hatten Brihaspati als ihren Guru. Auch die größten unter den göttlichen Wesen saßen zu Füßen des Guru Dakshinamurti.

Ein Anfänger muß zuerst einen persönlichen Guru haben. Er kann nicht am Anfang Gott als Guru haben. Er muß einen reinen Geist haben. Er muß ethisch vollkommen sein. Er muß sehr tugendhaft sein. Er muß über dem Körperbewußtsein stehen. Nur dann kann er Gott als Guru haben.

Die Wahl des Gurus

Wenn Du in der Gegenwart eines Mahatmas Frieden findest, wenn seine Rede Dich inspiriert, wenn er deine Zweifel beseitigen kann, wenn er frei ist von Habgier, Zorn und Lust, wenn er selbstlos ist, liebevoll und ichlos, kannst Du ihn als deinen Guru annehmen. Derjenige, der deine Zweifel zerstreuen kann, deinem Sadhana mit Wohlwollen begegnet und deinen Glauben nicht stört, sondern Dir von dem Punkt an hilft, an dem Du Dich befindest, derjenige, in dessen bloßer Anwesenheit Du Dich spirituell erhoben fühlst - der ist dein Guru. Wenn Du einmal deinen Guru gewählt hast, folge ihm bedingungslos. Gott wird Dich durch den Guru führen.

Setze deinen Verstand bei der Wahl des Gurus nicht zu stark ein. Du wirst scheitern, wenn Du es tust. Wenn Du keinen erstklassigen Guru bekommen kannst, versuche, den Anweisungen des Sadhus zu folgen, der sich schon seit einigen Jahren auf dem Weg befindet, der Reinheit und andere Vorzüge besitzt, und der ein wenig Kenntnis der Schriften hat. So wie ein Student der mittleren Stufe einen Studenten am Beginn unterrichten kann, wenn kein akademischer Professor erreichbar ist, so wie ein Hilfschirurg in der Lage ist, einen Patienten zu behandeln, wenn der erste Chirurg nicht verfügbar ist, so kann diese zweite Kategorie von Guru Dir helfen.

Wenn Du nicht einmal einen solchen Guru zweiter Klasse finden kannst, kannst Du den Lehren aus Büchern von verwirklichten Heiligen wie Shankara, Dattatreya und andere folgen. Du kannst das Bild eines solchen verwirklichten Gurus bei Dir tragen, wenn Du eines bekommen kannst, und es mit Glauben und Hingabe verehren. Allmählich wirst Du Inspiration erfahren, und der Guru taucht vielleicht in einem Traum auf, um Dich zur rechten Zeit einzuweihen und zu inspirieren. Für einen aufrichtigen Sadhak kommt die Hilfe auf geheimnisvolle Weise. Wenn die Zeit reif ist, werden Guru und Schüler vom Herrn auf geheimnisvolle Weise zusammengeführt.

Geheimnisvolle Hilfe vom Herrn

Sieh nur, wie der Herr den Gläubigen in folgenden Fällen geholfen hat. Eknath hörte eine Akasavani, eine Stimme aus dem Himmel. Sie sagte: »Geh zu Janardan Pant in Deva Giri. Er wird Dich auf den rechten Weg bringen und Dich führen.« Eknath tat, wie ihm geheißen, und fand seinen Guru. Tukaram erhielt sein Mantra, Rama Krishna Hari, im Traum. Er wiederholte dieses Mantra und hatte den Darshan von Gott Krishna. Shri Krishna wies Namdev an, seine höhere Einweihung von einem Sannyasin in Mallikarjuna zu erhalten. Die Königin Chudalai nahm die Gestalt von Kumbha Muni an, erschien ihrem Mann Sikhidhwaja im Wald und weihte ihn in die Geheimnisse von Kaivalya ein. Madhura Kavi sah an drei aufeinanderfolgenden Tagen ein Licht am Himmel. Es führte ihn und brachte ihn zu seinem Guru Nammalvar, der in Samadhi unter einem Tamarindenbaum bei Tinnevelly saß. Vilvamangal war sehr angezogen von Chintamani, der tanzenden Frau. Letztere wurde sein Guru. Tulsidas erhielt von einem unsichtbaren Wesen die Anweisung, Hanuman aufzusuchen und durch Hanuman den Darshan von Shri Rama zu erlangen.

Tüchtige Schüler sind niemals um einen tüchtigen Lehrer verlegen. Verwirklichte Seelen sind nicht selten. Gewöhnliche unwissende Menschen können sie nicht leicht erkennen. Nur wenige Menschen, die rein sind und alle Tugenden in sich verkörpern, können verwirklichte Seelen verstehen, und nur für sie wird ihre Gesellschaft nutzbringend sein.

Solange es eine Welt gibt, gibt es Gurus und Veden, um die suchenden Seelen am Weg der Selbstverwirklichung zu führen. Die Anzahl der verwirklichten Seelen ist im eisernen Zeitalter vielleicht geringer als im Satya Yuga, aber sie sind immer da, um den Aspiranten zu helfen. Möge jeder Mensch seinen Weg aufnehmen, je nach seinen Fähigkeiten, seinem Temperament und seinem Verstehen. Sein Sadguru wird seinen Weg kreuzen.

Siksha Gurus und Diksha Guru

Der Mensch hat eine doppelte Pflicht hier auf Erden - Erhaltung seines Lebens und Verwirklichung seines Selbst. Um sein Leben zu erhalten, muß er lernen, für sein tägliches Brot zu arbeiten. Um das Selbst zu verwirklichen, muß er dienen, lieben und meditieren. Der Guru, der ihm das Wissen um weltliche Künste beibringt, ist der Siksha Guru. Der Guru, der ihm den Weg der Verwirklichung zeigt, ist der Diksha Guru. Siksha Gurus können viele sein - so viele wie die Anzahl der Dinge, die er lernen möchte. Der Diksha Guru kann nur einer sein - derjenige, der ihn zu Moksha führt.

Bleibe bei einem Guru

Grabe nicht hier und dort seichte Löcher, wenn Du auf Wasser stoßen möchtest. Die Brunnen werden rasch wieder vertrocknen. Grabe einen sehr tiefen Brunnen an einem einzigen Ort. Richte all deine Bemühungen darauf. Du wirst gutes Wasser erhalten, das Dich das ganze Jahr über versorgen kann. Genauso versuche, die spirituelle Lehre nur von einem einzigen Guru in Dich aufzunehmen. Trinke tief von einem Menschen. Sitze einige Jahre lang zu seinen Füßen. Es nützt nichts, aus Neugier von einem zum anderen zu ziehen und so binnen kurzer Zeit das Vertrauen zu verlieren. Sei nicht wankelmütig wie der Geist einer Prostituierten. Folge den spirituellen Anweisungen nur eines Menschen. Wenn Du zu mehreren Menschen gehst und den Anweisungen mehrerer Menschen folgst, wird Dich das verwirren. Du wirst in einem Dilemma sein.

Von einem Arzt bekommst Du ein Rezept. Von zwei Ärzten bekommst Du einen Rat. Von drei Ärzten bekommst Du deine Einäscherung. Genauso, wenn Du viele Gurus hast, wirst Du verwirrt sein. Du wirst nicht wissen, was Du tun sollst. Ein Guru wird Dir sagen: »Mach Soham Japa.« Ein anderer wird Dir sagen: »Mache Japa von Shri Ram.« Ein dritter Guru wird Dir sagen: »Höre Anahataklänge.« Du wirst verwirrt sein. Bleibe bei einem Guru und folge seinen Anweisungen.

Höre alle an, aber folge einem. Respektiere alle, aber verehre einen. Sammle Wissen von allen, aber nimm die Lehre eines einzigen Meisters an. Dann wirst Du rasche spirituelle Fortschritte machen.

Guruparampara

Spirituelles Wissen ist eine Frage der Guruparampara. Sie wird von Guru an Schüler weitergegeben. Gaudapadacharya teilte spirituelles Wissen seinem Schüler Govindacharya mit; Govindachraya seinem Schüler Sankaracharya; Shankaracharya seinem Schüler Sures Guruvaracharya. Matsyendranath gab Wissen an seinen Schüler Gorakhnath weiter; Gorakhnath an Nivrittinath; Nivrittinath an Jnanadeva. Totapuri teilte spirituelles Wissen Ramakrishna mit und Ramakrishna Swami Vivekananda. Ashtavakra formte das Leben von König Janaka. Gorakhnath wurde vom spirituellen Geschick Raja Bhartriharis geformt. Shri Krishna ließ Arjuna und Uddhava am spirituellen Pfad fest Fuß fassen, als ihr Geist ungeordnet war.

Die Bedeutung der Einweihung

Ein Bhakta wird von einem Bhakta Heiligen in den Pfad der Hingabe eingeweiht. Ein Jnani wird einen Vedantaschüler in die Mahavakyas einweihen. Ein Hatha Yogi oder ein Raja Yogi können sich gegenseitig im jeweiligen Pfad einweihen. Aber ein Weiser vollkommener Verwirklichung, ein Purnajnani oder Purnayogi kann in jeden Pfad einweihen. Ein Weiser oder Heiliger wie Shri Shankara oder Madhusudana Sarsavati kann einen Sadhak in jeden Pfad einweihen, für den der Aspirant bereit ist. Der Guru wird durch genaue Prüfung des Aspiranten dessen Geschmäcker, Temperamente und Fähigkeiten kennenlernen und den für ihn am besten geeigneten Pfad feststellen. Wenn sein Herz unrein ist, wird der Lehrer ihm selbstlosen Dienst für eine gewisse Zahl von Jahren vorschreiben. Dann wird der Guru herausfinden, für welchen bestimmten Pfad der Schüler geeignet ist und ihn darin einweihen.

Einweihung bedeutet nicht, jemandem ein Mantra ins Ohr zu flüstern. Wenn Rama von den Gedanken Krishnas beeinflußt wird, hat er bereits Einweihung von ihm erhalten. Wenn der Aspirant den Weg der Wahrheit beschreitet, nachdem er die Bücher eines Heiligen gelesen hat und seine Lehren annimmt, ist dieser Heilige bereits sein Guru geworden.

Shakti-Sanchar

Wie eine Orange weitergegeben werden kann, so kann auch spirituelle Kraft von einem zum anderen übertragen werden. Diese Methode der Übertragung spiritueller Kraft heißt Shakti-Sanchar. In Shakti-Sanchar wird eine bestimmte spirituelle Schwingung des Sadgurus tatsächlich zum Geist des Schülers übertragen.

Spirituelle Kraft wird vom Guru an den würdigen Schüler, den er für Shakti-Sanchar als geeignet betrachtet, weitergegeben. Der Guru kann den Schüler durch einen Blick, eine Berührung, einen Gedanken, ein Wort oder durch bloßes Wollen umformen.
Shakti-Sanchar kommt durch Parampara. Es ist eine verborgene mystische Wissenschaft. Sie wird von Guru an Schüler weitergegeben.

Jesus übertrug seine spirituelle Kraft durch Berührung an einige seiner Schüler. Ein Schüler von Samartha Ramdas übertrug seine Kraft an die Tochter der Tänzerin, die eine große Leidenschaft für ihn empfand. Der Schüler sah sie an und gab ihr Samadhi. Ihre Leidenschaft schwand. Sie wurde sehr religiös und spirituell. Shri Krishna berührte die blinden Augen von Surdas. Das innere Auge von Surdas öffnete sich, er hatte Bhava Samadhi. Shri Gouranga rief durch seine Berührung in vielen Menschen göttliche Verzückung hervor und brachte sie auf seine Seite. Selbst Atheisten tanzten nach seiner Berührung in Ekstase auf den Straßen und sangen Lieder von Hari.

Der Schüler darf sich nicht mit der Übertragung von Kraft durch seinen Guru zufriedengeben. Er muß große Anstrengungen in seinem Sadhana machen, um weitere Vervollkommnung und Erfolge zu erlangen. Shri Ramakrishna Paramahamsa berührte Swami Vivekananda. Swami Vivekananda hatte eine überbewußte Erfahrung. Weitere sieben Jahre arbeitete er hart, auch noch nach dieser Berührung, um Vollkommenheit zu erlangen.

Gnade und eigene Anstrengung

Verwirklichung kann Dich nicht als ein Wunder erreichen, das dein Guru vollbringt. Buddha, Jesus, Rama Thirta, alle machten Sadhana. Shri Krishna verlangte von Arjuna, Vairagya und Abhyasa zu entwickeln. Er sagte ihm nicht: »Ich gebe Dir jetzt Mukti.« Daher gib die falsche Vorstellung auf, daß dein Guru Dir Samadhi und Mukti geben wird. Bemühe dich, reinige dich, meditiere und verwirkliche.

Guru-Kripa - die Gnade des Gurus - ist überaus notwendig. Das heißt nicht, daß der Schüler müßig dasitzen soll. Er muß strenges Purusharta, spirituelle Praktiken, üben. Der Schüler muß die ganze Arbeit leisten. Heutzutage wünschen die Menschen, einen Tropfen Wasser aus dem Kamandalu eines Sannyasin zu haben und sofort in Samadhi einzutreten. Sie sind nicht darauf eingestellt, sich irgendeinem Sadhana zur Reinigung und Selbstverwirklichung zu unterziehen. Sie wollen eine Zauberpille, die sie in Samadhi befördert. Wenn Du Dir derartige Illusionen machst, gib sie sofort auf.

Der Guru und die Sastras können Dir den Weg zeigen und deine Zweifel beseitigen. Aparoksha-Anubhava, direktes intuitives Wissen, bleibt deiner eigenen Erfahrung vorbehalten. Ein hungriger Mensch muß selbst essen. Wer ein starkes Jucken verspürt, muß sich selbst kratzen.

Kein Zweifel, der Segen des Gurus kann alles vollbringen. Aber wie kann man seinen Segen erhalten? Indem man dem Guru gefällt. Ein Schüler kann seinem Guru nur gefallen, wenn er seine spirituellen Anweisungen genau ausführt. Daher folge sorgfältig den Anleitungen deines Gurus. Handle nach seinen Anordnungen. Nur dann verdienst Du seinen Segen, und nur dann kann sein Segen alles bewirken.

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