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Studien über vergleichbare Philosophie

 

Samuel Alexander

Samuel Alexander behauptet, dass die Raumzeit die ursprüngliche Wirklichkeit begründet, aus der sich alles entwickelt und ausbildet. Das Universum ist nicht in einem Ruhezustand, es verändert sich und entwickelt sich innerhalb der Raumzeit. In diesem Universum von Bewegungen und Veränderungen werden Ordnung und Regelwerke durch verschiedene Kategorien hervorgebracht, die alle Dinge charakterisieren, und die universal und notwendig sind. Die Bewegung ist die wichtigste Kategorie von allen, was die Existenz, Universalität, Verwirklichung, Ordnung, Substanz, Kausalität usw. einschließt. Die Kategorien sind nicht die Gesetze des wissenden Geistes allein, sondern sind Bestandteil aller objektiven Dinge. Die Qualitäten können jedoch in allen Dingen beobachtet werden, die nicht direkt von Raum, Zeit und den Kategorien hergeleitet werden können, und die auf verschiedenen Evolutionsstufen erscheinen. Jede neue Evolutionsstufe bringt völlig neue Eigenschaften hervor, ohne jedoch die Qualitäten der vorhergehenden Stufen zu vernachlässigen. Alle beweglichen und unbeweglichen Dinge, selbst die Geiststoffe, entwickeln sich auf verschiedenen Stufen in einmaliger Weise, obwohl sie in ihrer einzigartigen Eigenschaft von unbeweglich und beweglich schon verschieden sind. Die Qualitäten der niederen Ebenen werden beibehalten, doch neue, die zuvor noch nicht existierten, kommen hinzu. Dieses ist die Theorie der aufbauenden Evolution.

Für Alexander ist die Raumzeit mit den Kategorien die niedrigste ursprünglichste Ebene, die die Originale aller Dinge bildet. Dieses ist die Voraussetzung für alles Wissen und steht im gewissen Sinne über allem. Dann vermischen sich die Dinge aus dieser Wurzel der Primärqualitäten, wie Größe, Gestalt usw.; die nächsten Qualitäten sind die Farben, der Klang usw., das Leben in seiner niederen Form, der Geist (Intellekt) und die Göttlichkeit (der Spirit), die nacheinander mit den Qualitäten der vorhergehenden Stufen und zusätzlich mit völlig neuen Qualitäten in Erscheinung treten. Eine Gottheit hat sich noch nicht entwickelt. Wir befinden uns immer noch auf der Geistesebene. In gewissem Sinne ist die nächste Stufe immer eine erhabenere (göttlichere) Stufe als die vorhergehende. Wenn sich eine Gottheit - über der Ebene des Geistes - in der Zukunft vermischt, gibt es eine Aussicht auf Vermischung in einer noch höheren Gottheit. Doch gegenwärtig haben wir keine Kenntnis von der Natur der über uns befindlichen Ebenen. Wenn sich einmal etwas vermischt hat, dann kennen wir die Voraussetzungen, und immer dann, wenn solche Bedingungen wieder vorherrschen, finden solche Vermengungen der Dinge statt. Dieses ist die Theorie von Alexander‘s Determinismus (Vorbestimmung) bzgl. Gegenwart und Vergangenheit, und von einer Zukunft ohne Vorbestimmung.

Es existiert keine Gottheit als Vorbote zur Evolution oder aus sich selbst heraus, als Ursache für die Evolution. Eine Göttlichkeit wurde noch nicht erschaffen, sie ist noch immer im Werden begriffen. Das ganze Universum strebt jetzt danach, um seine Göttlichkeit zu entwickeln. Diese Göttlichkeit ist weder der Grund noch die Ursache des Universums. Das Original aller Dinge, sogar diese Göttlichkeit, ist die Raumzeit mit den Kategorien. Es ist klar, dass nach Alexander, die Raumzeit nicht der Schöpfer ist; sie ist Selbstexistent und sie ist die Ursache aller anderen Dinge, die sich mit ihr vermischen. Der Gott der Religionen ist ein dürstendes Universum, das sich in Richtung auf seine Göttlichkeit entwickelt. Religiöse Gefühle und Erfahrungen sind Handlungen des Universums, das auf unsere Gehirne und Körper Druck ausübt, um seine Göttlichkeit zu erreichen. Diese Göttlichkeit ist für nichts im Universum verantwortlich, denn sie wurde noch nicht geboren. Es gibt scheinbar eine unendliche Evolution in unerschöpflicher Zeit, und diese Gottheit ist selbst ein Geschöpf der Zeit.

Alexander’s System ist wirklich fehlerhaft. Die Raumzeit ist kein selbstständiges Kontinuum, sondern sie steht relativ zu den Bedingungen und zur Position seiner Beobachter und reduziert sich, bei genauer Betrachtung, letztendlich zu einem einfachen Element. Nach den Veröffentlichungen der großen Wissenschaftler, wie Einstein, Jeans, Eddington und anderen, wurde über den Raum, die Zeit und die Kategorien der Materie, den Kräften und der Gravitation viel nachgedacht. Alle Dinge sind auf eine endlose Energie reduzierbar, und diese Energie wird zu einer Art Raumzeit. Die Raumzeit ist nicht absolut, sondern relativ und geht letzten Endes in Symbolen und mathematischen Formeln verloren, denn die Raumzeit, wie Alexander sie versteht, ist ohne Materie und Bewegung nicht zu verstehen. Sie wird zur abstrakten Vorstellung für die konkrete Wirklichkeit gemacht. Ihre Existenz hängt an endlichen Körpern und ist von deren Existenz untrennbar. Eddington hatte den Mut zu erklären, dass das Universum letztendlich eine Koexistenz mit einem allgegenwärtigen Bewusstsein ist, und dass sein Hintergrund dieses Bewusstsein ist. Solch ein Bewusstsein ist kein vermischtes Produkt aus der Raumzeit, sondern es steuert selbst die Existenz der Raumzeit. Obwohl die Raumzeit die Voraussetzung für das ganze relative Wissen ist, kann es weder die Natur der Wirklichkeit steuern noch die Wirklichkeit selbst sein.

Dass sich absolut neue Qualitäten durch Vermischen in den verschiedenen Stufen der Evolution ergeben, kann nicht akzeptiert werden. Wo waren diese Qualitäten, bevor sie sich entwickelten? Wer brachte sie hervor oder ermöglichte ihre Existenz? Nichts kann mit Nichts vermischt werden. Das Ergebnis muss potenziell in der Ursache vorhanden sein, sonst kann nichts daraus werden. Wenn das Bewusstsein ein Nebenprodukt aus der Raumzeit ist, dann muss es in der Raumzeit enthalten gewesen sein, welches dann einen spirituellen Charakter annehmen würde, und alle Dinge wären Gebilde des universalen Bewusstseins. Die Materie, die Primärqualitäten, die Sekundärqualitäten, der Geist und das Göttliche würden zu untrennbaren Gebilden des Bewusstseins. Das Zugreifen oder der ewige Drang von Alexander hat zwangsläufig einen spirituellen Hintergrund oder beinhaltet ein Streben nach Vollkommenheit. Es kann kein unbewusstes Bemühen sein, denn Unbewusstsein und Vollkommenheit haben nichts gemein. Die Vorbestimmung ist kein Produkt des Universums, sondern seine Quelle, sein Grund und sein Wert.

Wenn das Göttliche nicht entwickelt ist, kann es auch keine Religion geben. Es kann keine Vorbestimmung für irgendetwas Nebulöses geben, dessen Natur und Existenz unbestimmt ist. Die spirituellen Erfahrungen der Heiligen wären dann unhaltbare Träume, und unsere Hoffnungen auf die ewige Zufriedenheit wäre eine Frage von zufälligen Gelegenheiten. Fälschlicherweise ordnet Alexander den Prozess der Entwicklung individueller und phänomenaler Charaktere dem Wesen der Wirklichkeit zu. Die natürlichen Grenzen des menschlichen Verstehens sind verantwortlich für unsere Unwissenheit von der eigentlichen Wirklichkeit, die kein Produkt der Evolution ist. Was derzeit erschaffen wird, sind Subjekte der Veränderung und Zerstörung. Falls niemals irgendetwas Ewiges für uns möglich wäre, würde unser geheimnisvolles Streben im Laufe der Zeit vergehen und unsere tiefs-ten Überzeugungen würden bei der Suche nach etwas Unbekannten auf der Strecke bleiben. Niemand kann Kenntnis vom Vermischen von etwas haben, wenn er nicht weiß, was dem vorausgeht. Die vermischten Produkte sind keine ordentlich verschnürten Pakete, sondern sie bilden eine Fortsetzung der Offenbarung des absoluten Schöpfergeistes. Es kann keine Sprünge ohne etwas geben, was springt. Das Absolute ist keine Raumzeit, sondern das ewige Bewusstsein.

Alexander’s Sichtweise über den Gott der Religion, der das ganze Universum mit seiner Vorbestimmung für das Göttliche sein soll, zeigt, dass das Universum der Körper des Göttlichen ist. Doch diese Gottheit bestimmt nicht das Universum, sondern das Universum bestimmt ihn. Wenn es für einen religiösen Geist möglich sein soll, eine Sympathie oder ein Gefühl für das Ganze zu entwickeln, dann muss er an der universalen Existenz teilhaben und sein eigenes Sein in die göttliche Existenz im Vorhinein einbringen. Das Göttliche sollte im universalen Geist eingeschlossen und eine Verwirklichung seines Potenzials sein. Die Vedanta lehrt, dass das Universum für den Einzelnen als das Wirkliche erscheint, und der Einzelne fühlt auf diese Weise einen Sinn in der Evolution. Doch das Absolute Sein steht logisch über dem Individuum, dem Universum und der Evolution. Alexander’s Sichtweise ist eine empirische Beobachtung der individuellen übernatürlichen Erfahrungen. Solch eine Sicht ist unbewusst von einer größeren Wahrheit, die in den Erfahrungen verborgen ist, und nur die Wahrheit allein kann Rechenschaft über ihre Inhalte und Bedeutungen ablegen. In der kosmischen Schöpfung geschieht eine Umkehrung der Reihenfolge individueller Erfahrungen. In den Letzteren beginnt die Wirklichkeit mit abwechslungsreichen Sinneserfahrungen, während es bei der Erstgenannten von dem geeinten Bewusstsein ausgeht. Die Wirklichkeit muss nicht an Gefühle und Gedanken gebunden sein. Das Sichtbare ist in ein unsichtbares Wesen verwurzelt, welches den Anfang und das Ende aller Bemühungen darstellt.

Die Zukunft mag aus der eingeschränkten Sicht der Kreaturen, die von den Winden ständiger Veränderungen getragen werden, unbestimmt sein. Doch wenn wir aus den Schlussfolgerung vergangener Beobachtun-gen ein Verhaltensmuster bei den Dinge feststellen, kann es da nicht sein, dass es für die Zukunft auch solch eine Ordnung gibt, obwohl wir uns des-sen gegenwärtig nicht bewusst sind? Die Ordnung des Vermischungen ist im Universum durch das Gesetz Seiner ewigen Präsenz geregelt, die im Herzen aller Dinge scheint; und der ganze Evolutionsprozess ist eine lange Geschichte der Selbstverwirklichung dieser Göttlichkeit auf den verschie-denen Ebenen der Offenbarung des Bewusstseins. Im Drama des Lebens werden die verschiedenen Phasen des Spirits verfügt, wobei der ungesehene Seher in allen Gedanken und Handlungen verschleiert vorhanden ist.


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