Du bist hier: Sivananda / Botschaft des göttlichen Lebens

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Verstehe das Leben

  1. Das Leben ist nichts anderes als ein Spiel. Spiele deine Rolle gut in diesem Drama.
  2. Wenn du gut bist, ist die ganze Welt gut zu dir.
  3. Die Welt existiert, weil der Geist auf einer dualistischen Basis funktioniert.
  4. Es gibt nichts Gutes oder Böses; das Denken macht es dazu.
  5. Mehr als Essen, Wasser und Feuer braucht der Mensch Freundlichkeit, Sympathie und Gemeinschaft.
  6. Durch Gefühl erlebt man Freude und Schmerz.
  7. Die Eroberung der niedrigen Natur, das Überwinden der Schwäche, ist der Weg zum Glück.
  8. Der von den Sinnen angestiftete Kampf ist schrecklich. Kämpfe tapfer. Du musst die Sinne überwinden.
  9. Die Verlockung des Fleisches ist dein unverwundbarer Feind. Lebe durch konstante Meditation im Geist und vernichte diesen Feind.
  10. Gehe in dich. Beobachte deinen Geist. Er wird allmählich ruhig werden. Du wirst in der Lage sein, deine Fehler zu entdecken.
  11. Göttliches Leben ist voll, unendlich, perfekt und glückselig. Führe also das göttliche Leben.
  12. Denke richtig. Entscheide vorsichtig. Arbeite gewissenhaft.
  13. Oh Mensch, korrigiere dich selbst! Steige hoch hinauf. Werde weise. Erkenne dein Selbst und werde frei.
  14. In dem Moment, in dem du dein Denken auf Gott ausrichtest, gewinnst du immense Stärke und Frieden.
  15. Wünsche allen Wesen Gutes. Das bereichert dein Leben und füllt dich mit Glück und Frieden.
  16. Wache auf! Stehe auf! Erkenne das Selbst und sei frei.
  17. Religion ist Trost für den zermürbten Pilger auf dieser Erd-Ebene. Sie erklärt ihm die Mysterien des Lebens. Sie zeigt den Weg zum unsterblichen Reich.
  18. Religion heißt in Gott leben. Sie ist kein bloßes Reden über Gott.
  19. Religion besteht darin, anderen Gutes zu tun; sie besteht in der Praxis der Liebe, Barmherzigkeit, Ehrlichkeit und Reinheit auf allen Stufen des Lebens.
  20. Oh Ram! Freiheit ist Dein Ziel. Dein Ziel ist hier und jetzt. Da gibt es unendliche Stärke. Gehe dahinter und betrete die tiefe Stille.
  21. Führe ein göttliches Leben der Wahrheit, Liebe und Reinheit.
  22. Lebe, um der Menschheit zu dienen.
  23. Sei gut und tue Gutes. Diene, liebe, gib, reinige dich, meditiere, verwirkliche – das ist Shivas Religion. Das ist die Religion der Mitglieder der Divine Life Society.
  24. Nimm dieses inspirierende Motto an: Ahimsa – Gewaltlosigkeit, Satyam – Aufrichtigkeit und Brahmacharya – Selbstbeherrschung.

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Falsche Freundschaft:

„Selbst wenn man viel mit jemandem zu tun hat, dauert es  lange, bis man die Eigenschaften des Anderen in sich aufgenommen hat. Freundschaft wächst allmählich. Man schenkt sich Diwali-Geschenke (Fest zu Ehren von Lakshmi) oder geht mit einem Freund nach Mussurie. In manchen Fällen besteht die Freundschaft bis zum Tode, doch in anderen taucht irgendein Missverständnis auf und die Freundschaft endet. Wenn ein Freund dir hilft, sagst du vielleicht, dass er Gott für dich ist, doch wenn es zwischen euch zu einem Bruch kommt, vergisst du all seine Hilfe. Selbst wenn es keinen Bruch gibt, vergessen die Leute innerhalb von einem halben Jahr alle Hilfe, die sie von ihren Freunden erfahren haben. Wer hat nur diesen geheimnisvollen Geist erschaffen?“
So der Meister während eines Gesprächs mit seinen Schülern im Büro.

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Stille einhalten:

S.C. kam zum Meister und sagte: „Swamiji, ich möchte versuchen, für 2 Wochen absolute Stille zu halten.“
„Warum fragst du mich? Du kannst immer das Sadhana (spirituelle Praxis) machen, welches du möchtest.“
Das ist die erste Stufe. Der Meister lässt allen spontane Ermutigung bei ihrem Sadhana zukommen und lässt sie spüren, dass sie vollkommene Freiheit haben, zu tun, was sie möchten.
„Es ist nur ein Experiment, Swamiji. Dieser Tage werde ich viel gestört und rede viel. Das komplette Schweigen ist der erste Schritt zum weniger Reden, Swamiji.“
„Was wirst du tun, während du Stille hältst?“
„Ich werde nicht sprechen, Swamiji. Ich werde nicht einmal mit dem Kopf nicken. Ich werde auf keine Weise irgendeinen Gedanken an irgendjemanden weitergeben. Was auch immer geschieht, ich werde es akzeptieren.“
„Mit anderen Worten, du wirst dich wie ein Verrückter benehmen.“
„Ja, Swamiji.“
„Dann musst du die Nachricht mit der Buschtrommel verbreiten: „S.C. wird für 2 Wochen absolute Stille halten.“ Sonst werden alle kommen und dich stören und dabei auch in Schwierigkeiten geraten. Wirst du auch keinerlei Arbeit verrichten oder wirst du lesen und schreiben?“
„Doch Swamiji, sicher werde ich etwas arbeiten und lesen. Ehrlich gesagt ist dies der Zweck, den ich mit dem Schweigen verfolge.“
„Das ist gut. Ein bisschen Sprechen, wenn es zum Zwecke des Dienens, Tröstens oder Inspirierens von anderen nötig ist, ist in sich selbst Stille. Auch werden andere nicht in Unannehmlichkeiten gebracht. In der Tat, wenn du täglich hundert Menschen trösten und inspirieren musst, magst du 24 Stunden lang sprechen. Dies ist ebenfalls nur Stille. Es wird nicht im Gegensatz zu deinem Sadhana stehen, sondern eine große Hilfe sein. Nur sinnloses Sprechen ist Zeitverschwendung. Welchen Zweck hat es also, völlige Stille einzuhalten? Das hieße nur, eine große Gabe Gottes schlecht und falsch zu nutzen. Siehe Gott in allem. All dein Reden soll über Seinen Ruhm und über Göttliches Leben sein. Das ist unendlich höher als komplettes Schweigen.“
Das ist die zweite Stufe. Der Meister bringt dem Aspiranten auf schöne und taktvolle Weise die Wahrheit näher.
„Als ein Experiment mag absolute Stille für ein paar Tage gut sein. Du wirst viele Erfahrungen sammeln.“ – „Ja Swamiji, das ist die Absicht. Und nach dieser Periode der kompletten Stille werde ich versuchen, mein Reden einzuschränken.“
Nun kommt die dritte und letzte Stufe. Wenn der Meister merkt, dass der Aspirant die feste Absicht hat, zu tun, was er tun möchte, beendet er das Gespräch mit großzügiger und grenzenloser Ermunterung.
„Ja, ja, bestimmt wird dir dein Vorhaben gelingen und einen großen Fortschritt bedeuten.“

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Der Zeitpunkft für Sannyas (Entsagung)

Surendra bat den Meister, ihm die Sannyas-Einweihung zu geben.
„Wie alt bist Du?“, fragte der Meister. – „21“, antwortete Surendra.
„Du bist zu jung für die Sannyas-Einweihung“, bemerkte der Meister und schwieg.
„Wann kann ich dann Sannyas nehmen?“
„Wenn 2 oder 3 deiner Zähne ausgefallen und 20 oder 30 deiner Haare grau geworden sind und du zumindest auf einem Augen grauen Star hast, dann kannst du Sannyas nehmen!“, antwortete der Meister scherzhaft.
Bald darauf erklärte er sich einverstanden, Surendra am nächsten Gurupurnima-Tag (Vollmondnacht des Guru) Sannyas zu geben.

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Der Meister über sich selbst:

Ein Besucher fragte den Meister Verschiedenes und die Antworten, die er erhielt, waren erleuchtender, als er erwartet hatte.
„Wie ist dein Name, Swamiji?“ – „Om.“
„Wie heißt dein Geburtsort?“ – „Brahmapuri (Puri: bekannter Wallfahrtsort, Brahman: das Allumfassende) oder auch – Niralambapuri (dauerhaft erleuchteter Bewusstseinszustand).“
„Ruhst du dich manchmal aus?“ – „Ja, ich ruhe immer in Brahman oder Satchidananda (Sein-Wissen-Glückseligkeit).“
„Worin besteht deine Speise, Swamiji?“ – „Meine Speisen sind Meditation und Samadhi, der überbewusste Zustand.“
„Swamiji, trinkst du jemals und wenn ja, was?“ – „Ja, ich trinke. Ich trinke Amrita, den Nektar der Unsterblichkeit. Dies ist die Quintessenz aller Essenzen.“
„Zu welcher Kaste gehörst du, Swamiji?“ – „Ich gehöre zu einer Kaste namens Brahman; sie hat nur ein Mitglied und das ist das Universelle Bewusstsein.“
„Wie alt bist du, Swamiji?“ – „Ich bin Ewigkeit; ich bin die ungeborene Realität.“
„Wer sind deine Eltern, Swamiji?“ – „Brahman ist mein Vater;  die Urnatur Mula-Prakriti ist meine Mutter.“
„Wo bist du zur Schule gegangen?“ – „In die Schule von Atman, dem wirklichen Selbst, wo der Lehrer das ewige, alles durchdringende, formlose Selbst und das Lehrmittel die Höchste Stille ist – zu dieser Schule zog ich mit der Schiefertafel meines reinen Herzens, auf der mein Lehrer den heiligen Pranava (Bezeichnung für Om, Klangrepräsentation Gottes) mit Seinem göttlichen Stift aus göttlichem Licht schrieb.“

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Darshan Gottes:

Nachdem der Meister Süßigkeiten etc. an einige seiner Schüler verteilt hatte, darunter Swami X., fragte er sie: „Was möchtest du sonst noch?“
Sie antwortete: „Darshan – die Schau Gottes.“
Der Meister bemerkte: „Ist Darshan so eine einfache Angelegenheit? Wie viele Unreinheiten müssen erst noch ausgeräumt werden! Geh und mache für hundert Jahre Shirshasana (Kopfstand) mitten im Ganges, dann werden wir noch einmal darüber nachdenken.“

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Häusliche Harmonie:

Ein Besucher erzählte dem Meister von der unglücklichen Beziehung zwischen ihm und seiner Frau, die ihm nicht gehorchte und suchte deshalb seinen Rat.
Der Meister fragte: „Warum hast du geheiratet? Du hast meine Bücher gelesen und du weißt, dass ich immer wieder sage: Heiratet nicht, heiratet nicht.“
Er fügte hinzu: „Du musst auch ihr gehorchen. Erfülle ihre Wünsche. Lass sie einen Monat im Haus deines Schwiegervaters leben.“
Der Meister gab dem Besucher dann heilige Asche für die Stirn seiner Frau.

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Über das Fasten:

Ein oder zwei Tage nach dem Ende seines dreitägigen Fastens klagte Amar Jyoti: „Swamiji, ich fühle mich heute nicht gut, ich fühle mich deprimiert.“
„Du hast mir die ganze Zeit erzählt, du würdest dich sehr inspiriert und energetisiert fühlen. Wie kommt es, dass du heute über Depression klagst? Faste nicht zu viel. Vermeide Extreme. Sei ruhig einmal ganz normal.“
Amar Jyoti antwortete: „Swamiji, ich fühlte mich aber ziemlich gut während meiner Fastentage.“
„Faste nicht so viel“, riet der Meister, „sei ruhig normal. Gefühl ist nicht gleich Hingabe. Wie viel Torheit und Ärger müssen noch ausgemerzt werden! Entwickle dich langsam.“

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Ein rebellischer Schüler:

Es ereignete sich in den 1940er Jahren, dass ein gewisser Sivatantrananda, ein Sannyasin-Schüler, viel nützliche Arbeit im Ashram leistete. Er hatte höhere Bildung, war jung und intelligent, doch hatte er die Schwäche eines aufgeblasenen Egos. Der Meister gab ihm, wie den anderen guten Arbeitern auch, jeden Tag eine Schale des besten Quarks, Früchte und Gemüse. Doch dies verstärkte nur den Egoismus des Schülers. Er begann mit dem Meister zu streiten und ihm ständig zu widersprechen; aber dieser bedachte ihn mit noch mehr Liebe und zeigte kein Anzeichen von Missfallen oder Unzufriedenheit. Dies ermutigte den ungezügelten Schüler jedoch noch mehr.
Als Sekretär eines Spenden-Sonderkomitees hatte der Schüler Spenden bis zu ungefähr 1.000 Rupien unter seiner Kontrolle. Der Meister hatte im Vertrauen auf seinen Schüler mehrere Protokolle des Komitees unterzeichnet, ohne deren Inhalt zu überprüfen. Später kam heraus, dass das Komitee den Schüler als seinen Sekretär dazu ermächtigt hatte, Gelder abzurufen und allein für deren Obhut verantwortlich zu sein. Eine Zurücknahme dieser Regel hätte ein Treffen an einem Ort der über ganz Indien verteilten Komiteemitglieder erfordert.
Der Meister bat den Schüler, die Protokolle dem Sekretär des Ashrams zu übergeben.
„Swamiji“, setzte der Schüler an, „der Sivananda-Ashram oder seine derzeitige Leitung haben keine Befugnis über die Protokolle des Sonderkomitees. Wenn ihnen die Protokolle übergeben werden sollen, verlange ich die Autorisation durch alle Komiteemitglieder.“
Der Meister schrieb dies der üblichen argumentativen Mentalität des Schülers zu. Am nächsten Tag riet er ihm ein zweites Mal, die Protokolle zu übergeben. Doch der Schüler beharrte noch immer darauf, dass der Meister keine Befugnis habe, ihm dies aufzutragen. Es war der 22. Oktober 1946.
Beim abendlichen Satsang (gemeinsame Meditation), nachdem das Bhajan (Kirtansingen) vorüber war, dachte der Meister laut: „In diesem Ashram gibt es einen Schüler, der die Gastfreundschaft und Fürsorge hier voll ausnutzt, es jedoch als Herabwürdigung empfindet, den Anweisungen seines Gurus zu folgen. Wird Vishwanath (Name für Shiva, Gott des Weltalls) ihm erlauben, in solch rebellischem Geist zu bleiben?“
Am nächsten Morgen war der Schüler nicht aufzufinden. In Bezug auf sein Verhalten sagte der Meister zu einigen Ashram-Bewohnern: „Ich brauche die Dienste eines so unverschämten und ungehorsamen Schülers nicht. Er ist weder sich selbst, noch Gott oder der Gesellschaft nützlich. Lasst ihn mich nicht wiedersehen.“
Wenig später tauchte der Schüler wieder auf und ging, als er erfuhr, was geschehen war, zum Meister, um eine Erklärung abzugeben.
„Es ist überflüssig, dir weiter zuzuhören“, sagte der Meister. „Du kannst tun, was du willst.“
Der Schüler ging und drohte rechtliche Schritte an. Der Meister schwieg.
Die Zeit verging. Am 3. November 1946 fand der Meister den Aufenthaltsort seines abwegigen Schülers heraus und schickte ihm 25 Rupien und einen Brief: „Mein lieber Sivatantrananda, was immer auch Deine Meinungsverschiedenheit mit mir sein mag, hoffe ich, dass Du nicht den Fehler begehen wirst, nach Hause nach Südindien zurückzukehren. Du kannst eine passende Bleibe in Rishikesh finden oder weiter nördlich in Ananda Kutir an den Ufern des heiligen Ganges und dort dem Weg der Entsagung treu bleiben. Sei fest in Deinem Sannyas Dharma (Pflicht / Gesetz der Entsagung).“
So groß war das Herz des Meisters!

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Vorbereitung für Sannyas:

Der Meister betrachtete einen jungen Mann, der vor einiger Zeit um Sannyas (Entsagung) gebeten hatte und von dem er verlangt hatte, zu warten und zu dienen. Schließlich sprach der Meister zu ihm: „Bereite dich auf Sannyas vor. Weißt du denn, wie man sich auf Sannyas vorbereitet? Folgendermaßen bereitet man sich auf Sannyas vor: Selbst wenn du mit einem Stock oder Schuhen geschlagen wirst, bleibe still wie ein Felsblock. Wenn du kein Essen und keinen Tee von der Küche bekommst, bleibe ruhig. Selbst wenn man dich zwei Tage lang hungern lässt und dich am dritten Tag mit Schuhen schlägt, beklage dich nicht. Wiederhole ‚Shivoham‘ und bleibe still.“

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Faule Sannyasins:

Im Büro sagte der Meister über das Leben, das viele Sannyasins führen: „Ich glaube, dass ein weltliches Leben besser ist als Entsagung in Faulheit. Ein Sannyasin hat keine Arbeit zu tun. Er steht spät auf, trinkt pünktlich seinen Tee, isst und engagiert sich beim Klatschen, spricht schlecht über andere – dieser Mensch ist so, jener so‘.
Ich glaube, dass ein berufstätiger Familienvater tausend Mal besser ist. Er hat Pflichtbewusstsein und arbeitet von morgens bis 8 Uhr abends. Die Sannyasins nehmen im Gegensatz dazu nur ihr Bad im Ganges und essen. Sie stoßen auf keinen Widerstand. So entfalten sie sich in horizontaler Richtung – und werden immer dicker! Erst wenn sie dann auf den Boden der Tatsachen kommen, werden sie sich ihrer Schwächen bewusst.
Sannyasins sollten in sich gehen und herausfinden, wie viel Mantra-Yoga und Meditation sie  überhaupt schon praktiziert oder wie viel Dienst sie erwiesen haben. Das orangefarbene Gewand bedeutet oft schlichtweg Egoismus. Ich spreche hier nicht von allen Sannyasins, aber von einigen.“

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Schüchternheit beim Kirtan-Singen:

Beim abendlichen Satsang bat der Meister N., einen Besucher, Kirtan zu singen. Einige Augenblicke vergingen und N. blieb immer noch stumm, aus Schüchternheit.
Darauf bemerkte der Meister: „Wenn es um eine Süßigkeit ginge, wäre niemand zu schüchtern, sie zu essen, doch seht, was Maya, die Illusion macht: Die Leute sind zu schüchtern, um Gottes Namen zu singen!“
Ohne weitere Verzögerung begann N. daraufhin seinen Kirtan.

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Lösen und Verbinden:

Aus einer Gruppe von Darshan-Besuchern bat eine Dame mittleren Alters den Meister um spirituelle Anweisungen.
„Löse und verbinde“, war des Meisters spontane Antwort.
Die Besucher konnten die Bedeutung des Wortes „lösen“ verstehen, doch das Wort „verbinden“ verwirrte sie und sie gingen sogar soweit, dagegen Widerspruch einzulegen.
Der Meister, der dies bemerkte, sorgte für Aufklärung: „Löse den Geist von den Dingen und verbinde ihn mit Gott.“
Die Besucher lächelten bewundernd über die große Weisheit dieser zwei Worte.
Der Meister fuhr vertiefend fort: „Sei gut, tue Gutes. Diene, liebe, gib, reinige dich, meditiere, verwirkliche. Frage dich ‚Wer bin ich?‘ und erkenne das Selbst. Übe dich in der Mantrawiederholung.“

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Das Maha Mrityunjaya Mantra:

Eine Dame legte dem Meister den Fall ihres Kindes dar, welches an einer bestimmten schweren Hautkrankheit litt. Der Meister gab ihr eine Broschüre mit dem Maha Mrityunjaya Mantra. Er selbst sang ihr das Mantra vor, damit sie es erlerne. Dann sprach er: „Lass auch dein Kind das Mantra singen. Wenn es dies aber nicht vermag, reicht es auch aus, wenn du alleine singst – es ist wirklich nicht schwer. Du kannst es auch vor dem Zu-Bett-Gehen, nach dem Aufstehen oder sogar vor dem Essen singen.“
In Beschreibung der Herrlichkeit des Mantras bemerkte der Meister: „Alle Krankheiten können durch dieses Mantra geheilt werden. Es beugt allen Arten von Unfällen vor. Es heilt Patienten selbst dann, wenn sie sich an einem anderen Ort befinden als die Person, die es für sie singt. Es ist ein Mantra, das zur Befreiung führen kann.“

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Wandlung von schlechten Menschen:

Ein junger Mann kam in den Ashram und informierte den Meister nach einigen Tagen des Aufenthaltes, dass er gekommen sei, um Sannyas, das Gelübde der Entsagung, abzulegen. Auf die Fragen des Meisters hin erklärte er, dass er weder seinen Vater um Erlaubnis gebeten, noch diesem erzählt habe, dass er in den Sivananda Ashram gehen würde.
Daraufhin bemerkte der Meister lächelnd: „Dann kommt dein Vater vielleicht her und nimmt dich wieder mit, denn wenn irgendjemand in der Welt verlustig geht, denken die Leute, dass er zu Sivanandaji gegangen ist und suchen hier nach ihm.“
Einige Tage vorher hatte der Meister bemerkt: „Es ist meine Pflicht, schlechte Menschen  wieder gut zu machen. Wenn ich einen schlechten Menschen hier behalte, bedeutet dies, dass die Welt vor diesem schlechten Menschen bewahrt ist! Natürlich werde ich niemandem eine verantwortungsvolle Position im Ashram geben, von dem ich weiß, dass er einen schlechten Charakter hat; und wenn sich jemand in einer verantwortungsvollen Position als unehrlich erweist, werde ich ihn sofort von dieser Stellung entfernen. Doch ich entferne nur selten jemanden ganz aus dem Ashram, es sei denn, sein Verhalten ist zu schlecht, um gebessert zu werden oder er stellt eine konkrete Gefahr für den ganzen Ashram dar.“

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Gebundenheit:

Ein älterer Herr war als Vanaprastha (Einsiedler, 3. Lebensstufe, Pensionär) im Ashram. Als er per Telegramm von der schweren Erkrankung seiner Tochter erfuhr, suchte er den Meister auf und sprach: „Swamiji, ich möchte zu meiner Tochter fahren, um sie zu sehen.“
„Es gibt viele kranke Töchter in Berlin“, sagte der Meister mit einem Lächeln; und nach einer Pause und stiller Beobachtung der Verfassung des Mannes fügte er hinzu: „Doch eigentlich willst du nicht nach Berlin fahren.“
Der alte Herr verstand die Bedeutung dieser Bemerkung nicht. Der Meister erklärte: „Genauso wie dieses Mädchen leidet, das du deine Tochter nennst, leiden Tausende anderer Mädchen überall auf der Welt. Dennoch kümmerst oder sorgst du dich nicht um all jene, bist aber besorgt über die Krankheit dieses einen Mädchens. Warum nur? Weil du dich mit dem Körper identifizierst und fühlst ‚Ich bin ihr Vater, sie ist meine Tochter‘. Das aber ist Unwissenheit, es ist Gebundenheit und Torheit.“
„Ja Swamiji, ich bin gebunden“, gab der Mann zu.
„Es ist die Gebundenheit, die Geburt und Tod verursacht“, erwiderte der Meister.

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Der göttliche Name für Frieden:

M. klagte vor dem Meister, dass er keinen geistigen Frieden habe und bat ihn um Rat.
„Übe dich im Japa-Yoga (Wiederholung des Mantras), ermahnte der Meister. – „Ich übe bereits seit einigen Jahren Japa, sagte M.
„Dann solltest du schon einige Vorzüge kennen gelernt haben“, sagte der Meister und fuhr fort, „hefte deinen Glauben an Gott. Praktiziere noch ernsthafter. Der göttliche Name ist mächtig genug, um alles Elend zu zerstreuen und Frieden zu bringen. Wiederhole weiter das Mantra. Gott wird dich segnen. Der Erfolg wird sich schließlich einstellen und alles wird gut werden.“

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Von Worten zu Schlägen:

Zwei Bewohner des Ashrams lieferten sich ein heißes  Wortgefecht. Der Meister, der dies bemerkte, kommentierte es freundlich, indem er sprach: „Noch kämpfen sie mit Worten, als nächstes werden sie mit Fäusten kämpfen“ und lachte.

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Glaube an Mantras vonnöten:

Vater und Sohn kamen in den Ashram und blieben für eine Nacht. Am nächsten Morgen kamen beide für Darshan, den Anblick des Meisters, zum Büro. Der Vater fragte, ob der Meister von einem Yogi wisse, der die Krankheit seines Sohnes heilen könne, der seit langer Zeit unter einer Art von Anfällen litt, die bisher auf keine Behandlung angesprochen hatten. Er fragte ebenfalls nach des Meisters persönlichem Rat.
„Ich weiß von keinem solchen Yogi“, antwortete der Meister und fügte hinzu, „Ich werde euch ein Mantra geben. Das ist die beste Medizin. Sie sorgt nicht nur für Gesundheit und ein langes Leben, sondern auch für die Befreiung. Es ist ein Mantra zur Ehre von Shiva.“
Der Meister gab dem Besucher die Broschüre mit dem Maha Mrityunjaya Mantra und wiederholte es selbst.
Der Besucher nahm die Broschüre mit dem angemessenen Respekt. Dennoch fragte er den Meister nach einiger Zeit erneut, ob er einen Yogi kenne, der die Krankheit heilen könne.
„Ich kenne keinen solchen Yogi“, antwortete der Meister und fügte hinzu, „probiere das Maha Mrityunjaya Mantra. Du kannst es wiederholen. Lasse auch deinen Sohn es wiederholen.“
Dann schwieg der Meister. Sohn und Vater verneigten sich vor ihm und gingen.
„Vielleicht glaubt er nicht an das Mantra“, bemerkte der Meister später. „Den Leuten mangelt es an Glauben, doch wenn sie dann nicht geheilt werden, geben sie dem Mantra die Schuld.  Nur diejenigen, die Gottes Gnade genießen oder die Gott heilen will, haben Glauben und werden auf wundersame Weise geheilt.“

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Die richtige Medizin:

Ein Junge kam zum Meister, verbeugte sich und stellte sich neben ihn.
Der Meister fragte: „Woher kommst du?“ – „Aus Bangalore.“
„Bist du noch Student oder schon berufstätig?“ – „Ich habe ein Grundstudium an der Mysore Universität abgeschlossen und möchte einige Tage hier bleiben. Wenn mir dieser Ort als passend erscheint, habe ich vor zu bleiben.“
„Gehe zurück und setze deine Studien fort.“ – Darauf konnte der Junge nichts erwidern, denn er hatte nicht wirklich den festen und bestimmten Wunsch gehabt, im Ashram zu bleiben und Sadhana, spirituelle Übungen für die Gottesverwirklichung, zu praktizieren. Der Meister, der die wankelmütige Natur des Jungen auf mysteriöse Weise erkannt hatte, verschrieb ihm so die richtige Medizin.

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Eindrücke aus früheren Leben:

Ein Junge war von zu Hause weggelaufen und in den Sivananda Ashram gekommen. Nach einigen Tagen kam auch sein Vater auf der Suche nach ihm in den Ashram.
Der Meister bemerkte: „Wenn jemand zu Hause vermisst wird, schlussfolgern die Leute, dass er zum Sivananda Ashram gegangen sein muss und kommen auf der Suche nach ihm hierher.“
Er wandte sich dem Vater des Jungen zu und fragte: „Woher wusstest du, dass dein Sohn hier ist?“
„Es war nur eine Ahnung“, antwortete der Vater, „er las immer deine Bücher.“
„Dann sollte ich wohl meine Bücher nicht an jeden schicken“, unterbrach ihn der Meister.
„Deine Bücher kann man im ‚Wheeler´s Bookstall‘ in Secunderabad kaufen“, erklärte der Vater. Er erzählte dem Meister auch, dass sein Sohn die Mittlere Reife habe und ein intelligenter Junge sei, der zwei Stipendien bekommen habe.
Der Meister sagte darauf: „Ich habe ihn schon gebeten, zurückzukehren und seine Studien zu beenden. Trotz allem, dank deinem Sohn hast du das Glück gehabt, ein Bad im Ganges zu nehmen.“
„Nicht nur ein Bad im Ganges, sondern auch deinen Darshan (Anblick)“, fügte der Vater hinzu.
Dem Jungen gebot der Meister: „Geh und beende zuerst deine Studien. Diene deinen Eltern mit Hingabe.“
Hier schaltete sich der Vater des Jungen ein und sagte: „Swamiji, lehre ihn die Herrlichkeit des Dienstes an den eigenen Eltern. Erst nach den Eltern kommt der Guru – ‚Matru devo bhava, pitru devo bhava, acharya devo bhava – Mutter ist dein Gott, Vater ist dein Gott, Guru ist dein Gott‘.“
Darauf antwortete der Meister mit einem Lächeln: „Ich lehre meine kühnen spirituellen Aspiranten mit Geist zur Entsagung auch – ‚Mata nasti, pita nasti – Du hast keine Mutter und keinen Vater‘.“
Zum Jungen gewandt sagte der Meister: „Der Ausspruch ‚Mata nasti, pita nasti‘ kommt erst am Ende zur Anwendung, wenn man Nicht-Anhaften erreicht hat und nicht jetzt. Gehe also zurück und diene deinen Eltern.“
Zum Vater des Jungen sagte der Meister: „Verheirate ihn nicht, zumindest nicht bis er eine feste Anstellung hat, denn es könnte sein, dass er sonst noch einmal wegläuft – wie jetzt – und die andere Seite der Familie dann dir die Schuld dafür zuschiebt. Die Menschen handeln gemäß den Eindrücken aus ihren früheren Leben. Wenn der Junge Eindrücke von Sannyas, von Entsagung hat, hat es keinen Sinn, ihn zu einem weltlichen Leben zu zwingen.“

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Nimm dir Zeit für Gott:

„Machst du Japa-Yoga?“, fragte der Meister einen Herrn mittleren Alters, der mit seiner Frau gekommen war. – „Ja Swamiji, ich wiederhole täglich 10 Minuten ein Mantra.“
Meister: „Wie viele Stunden hat ein Tag? Und du widmest Gott nur 10 Minuten.“
Besucher: „Ich muss in einem Büro arbeiten. Ich gehe um halb 10 morgens aus dem Haus und komme erst um 8 Uhr abends wieder zurück.“
Meister: „Stell dir vor, du gibst Gott diese Zeit.“
Besucher: „Ich arbeite für das Wohlergehen meiner Familie.“
Meister (die Frau des Besuchers ansehend): „Er sagt, er arbeitet für seine Familie.“
Frau: „Ja, er arbeitet für die Familie. Aber ich arbeite für Gott; ich mache Japa-Yoga und Pranayama.“
Meister (sich dem Mann zuwendend): „Dann ist sie religiöser als du! Du wirst auch einen Teil ihres Verdienstes erhalten. Es ist selten heutzutage, solch spirituell geneigte Frauen zu finden.“

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Sich dem Lehrer nähern:

„In alten Zeiten pflegten die Schüler sich ihrem spirituellen Lehrer mit großer Bescheidenheit zu nähern, mit Opferstöcken in der Hand. Nun haben die Zeiten sich gewandelt und die Schüler sind nicht so ernsthaft und bescheiden wie in jenen Tagen. Wenn sie mit ihrem Lehrer sprechen, stecken die jungen Leute von heute ihre Hände in die Taschen und versuchen mit Gesten ihre selbstaufgesetzte Würde zu bewahren. Der Geist der Bescheidenheit, Hingabe und Ehrlichkeit existiert nicht mehr. Auch solchen Leuten gebe ich Anleitung.“
Der Meister äußerte dies beiläufig und deutete damit an, wie sich Schüler ihrem Lehrer mit extremer Hingabe und Aufrichtigkeit nähern sollten.

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Ein Kompliment:

Beim abendlichen Satsang bat der Meister Suresh, Kirtan zu singen. Suresh stand auf und sagte: „Ich kenne keinen Kirtan.“
Meister: „Sage ‚Ram, Ram‘.“ – Suresh: „Ich habe keine schöne Stimme.“
Meister: „Gott möchte keine schöne Stimme.“ – Suresh: „Ich habe eine Erkältung und kann deshalb nicht singen.“
Meister: „Du hast wegen deiner Erkältung nicht auf roti (Fladenbrot) verzichtet. Du hast es heute genommen. Warum kannst du dann also nicht Kirtan singen?“
Also sang Suresh den Raghupati-Raghava-Raja-Ram-Kirtan.
Nachdem er das Lied beendet hatte, sprach ihm der Meister sein Kompliment aus: „Wundervoll!“
Suresh: „Das war mein erster Versuch, Swamiji. Ich habe noch niemals zuvor öffentlich Kirtan gesungen.“
Meister: „Das war das erste Mal? Dein Kirtan war schön.“
Am nächsten Tag, als Suresh zum Darshan kam, sagte der Meister: „Dein Kirtan gestern war sehr schön. Du hast eine schöne Stimme.“

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Menschliche Ratten!

Swami Sadchidanandaji und einige andere begleiteten den Meister nach der Büroarbeit zurück zu seiner Hütte. Sadchidanandaji: „Heutzutage gibt es zu viele Ratten, Swamiji.“ – „Was sollen wir nur machen? Wenn sie aus einem Raum vertrieben werden, gehen sie in einen anderen“, bemerkte der Meister.
Sadchidanandaji gab seiner Besorgnis über den Schaden Ausdruck, den die Ratten anrichteten.
Darauf sagte der Meister: „Menschliche Ratten sind noch viel gefährlicher!“
Alle lachten herzlich!

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Des Meisters universelle Ansichten:

„Einige Sannyasins (Entsagte) zählen jemanden, der wie ich einen Mantel trägt, nicht zu den guten Sadhus (Einsiedler, Weise). Sie benutzen nur ein Laken und rollen sich darin ein, aber sie lehnen es ab, Mäntel zu tragen. Ihre Ansichten sind sehr orthodox: Man sollte keine Frau ansehen, man sollte mit keiner Frau sprechen, keiner Frau sollte es gestattet werden, ihre Ashrams zu betreten. Was leisten sie letztendlich für das Wohl der Welt oder ihrer selbst? Alles, was sie tun, ist, fünf Leuten die Panchadasi (wichtige Jnana-Yoga-Schrift) zu erklären. Doch geht in den entferntesten Winkel der Erde und ihr werdet den einen oder anderen finden, der meine Bücher liest.“
So klärte der Meister nach einem Gespräch einen Sannyasin auf, welcher die obige Meinung vertrat. Hier kommen die ganzheitlichen und gemäßigten Ansichten des Meisters zum Vorschein.

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Der Yoga des Dienens:

Auf dem Weg zum abendlichen Satsang traf der Meister Swami Atmananda. Im Laufe ihres Gespräches erwähnte der Meister: „Trage immer ein Taschentuch bei dir und wann immer du auf Schuhe stößt, die jemand hingestellt hat, säubere sie gründlich mit deinem Taschentuch. Gehe in ein Krankenhaus und reinige die Bettpfannen der kranken Menschen dort. Dies wird dein Herz klären. Das nennt man ‚Schuhputz- und Bettpfannen-Yoga‘ und es gehört zum Seva Yoga (Dienst). Es reicht nicht aus, die Veden zu studieren."

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Bindung und Wiedergeburt:

Herr und Frau W.K. besuchten den Ashram. Sie hatten einen kleinen Hund mitgebracht, der einem Reh glich. Frau W. hing sehr an dem Hund. Sie hatte ihn seit 8 Jahren und trug ihn immer in einer Tasche, wohin sie auch ging. Obwohl der Hund 8 Jahre alt war, war er doch klein wie eine Puppe, eine spezielle deutsche Züchtung.
Der Meister war überrascht, als die Frau den Hund aus ihrer Tasche holte.
„Ich dachte, du würdest eine Puppe aus deiner Tasche holen, aber es ist ein lebendiger Hund! Wie kann er in einer geschlossenen Tasche leben? Braucht er keine Luft?“
„Die Luft in der Tasche reicht aus“, sagte die Dame.
„Was für Essen frisst er?“, fragte der Meister. „Reis?“ – „Sie isst keinen Reis. Sie isst nur Fleisch.“
„Ich vermute, du wirst hier kein Fleisch bekommen.“ – „Sie kann 2 oder 3 Tage fasten“, antwortete die Dame.
Später, als die beiden Besucher gegangen waren, bemerkte der Meister: „Es wird genauso wie bei Jada Bharata werden. In ihrem nächsten Leben wird sie als Hund wiedergeboren!“
Die Geschichte von Jada Bharata ist hinlänglich bekannt. Er musste sich als Reh reinkarnieren, weil er sich im Augenblick des Todes an sein Reh erinnerte. Er hatte ein verwaistes Reh aufgezogen und war ihm sehr verbunden; so sehr, dass ihm bei seinem Tode zuletzt der Gedanke an das Reh in den Sinn kam. Folglich musste er in seinem nächsten Leben als Reh auf die Welt kommen!

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Von Lehrern gestiftete Verwirrung:

Claude Petitpierre aus der Schweiz besuchte den Ashram. Während seiner Gespräche mit dem Meister gab er seinem Zweifel Ausdruck, ob man sich nach dem Tode des eigenen Gurus einem anderen Lehrer zuwenden könne.
„Wo ist die Notwendigkeit?“, fragte der Meister. „Der Guru hat dir Anweisungen gegeben. Er wird dich von seiner neuen Wohnstätte aus inspirieren.“
Nach einigen Momenten fügte der Meister hinzu: „Es schadet nicht, von jemand anderem Anweisungen entgegen zu nehmen, denn alle Lehrer dieser Welt sind eigentlich wie ein Lehrer; doch einige Lehrer versuchen, den Glauben des Schülers zu stören. Manche sagen, dass Bhakti (Hingabe) nutzlos sei; andere versichern, dass Vedanta nichts tauge. Man sollte deshalb nur solche Anweisungen annehmen, die dem eigenen gewählten Weg förderlich sind.“

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Rat für einen Muslim:

Ein Besucher sagte, er sei Moslem.
„Allah Ho Akbar!“, grüßte der Meister und zitierte auch einige andere Verse aus dem Koran.
„Ich nenne 90 Namen Allahs in einem Buch von mir“, sagte der Meister und zeigte ihm dieses Buch.
„Soll ich die ganze Zeit mit Meditationsübungen verbringen?“, fragte der muslimische Sucher.
„Nein“, antwortete der Meister, „mache 3 Sitzungen – am Morgen, am Nachmittag und am Abend – von einer halben Stunde bis zu einer Stunde. Denke auch zu anderen Zeiten an Gott und diene selbstlos. Übe langsam und gefühlvoll Japa (Mantra-Wiederholung).“

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Das Herz ausweiten:

Beim abendlichen Satsang holte der Meister einige Früchte aus einem Beutel, um sie an seine Schüler zu verteilen. Sie waren ihm zuvor von jemandem geschenkt worden. Die ersten zwei- oder dreimal zog er jeweils einen Apfel mit seiner Hand aus dem Beutel. Doch bei allen folgenden Malen bis zum letzten Stück fand sich immer nur ein billigeres Stück Obst, obwohl es auch groß war. Der Meister bemerkte darauf: „Man sollte das Beste immer den anderen geben, nur so kann man das Herz ausweiten. Doch einige  wollen das Beste für sich behalten und geben den anderen das Schlechteste."

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Erinnern, um zu vergessen:

Der Meister sagte zu Swami X: „Denke nicht an deine Kinder. Vergiss sie. Doch wie vergisst man? Um eine Sache zu vergessen, erinnere dich an eine andere. Erinnere dich an Gott, dann wirst du fähig sein, weltliche Dinge zu vergessen.“

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Schwer zu erreichender Samadhi:

„Schenke demjenigen keinen Glauben, der Samadhi (überbewussten Zustand) innerhalb von 6 Monaten oder Krishna Darshan (Vision Krishnas) innerhalb einer Woche verspricht. Er muss entweder ein Betrüger oder eine getäuschte Seele sein, die keine Vorstellung von Samadhi oder Krishna Darshan hat. „Es ist nicht leicht,  solch großartige Erfahrungen zu erlangen“, bemerkte der Meister, nachdem er das Büro betrat.
„Gottes Darshan und Samadhi können nicht ohne angemessene Anstrengungen mit einem gereinigten Geist und unter Anleitung eines kompetenten Gurus erreicht werden. Reinigung und Vollkommenheit erfordern eine lange Zeit. ‚Durch viele Leben vollkommen gemacht, erreicht man das höchste Ziel.‘ Seid daher auf der Hut! Lasst euch nicht von Scharlatanen täuschen. Übt regelmäßig und systematisch Sadhana (spirituelle Übungen) und tiefe Meditation. Seid geduldig, wenn die Herabkunft der göttlichen Gnade auf sich warten lässt. Wenn alle Unreinheiten des Geistes ausgeräumt sind und er gefestigt ist, dann und nur dann allein wird man mit der höchsten Erfahrung des Samadhi gesegnet. Dann allein wird man höchsten Frieden genießen.
Heutzutage möchten viele Aspiranten Wunder vorgeführt bekommen, bevor sie an spirituelle Dinge glauben können. Sie sind verrückt nach Wundern.
Swami Vivekananda musste selbst nach seiner Vision der Mutter Kali, die er während seiner Zeit bei Ramakrishna hatte, 7 weitere Jahre hart ringen, um die Vollkommenheit zu erlangen.“

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Wahrhaftige Rasur:

Als er jemanden vom „Rasieren“ sprechen hörte, sagte der Meister: „Der Friseur rasiert einem das Haupt kahl. Der Dieb rasiert einem die Besitztümer weg. Der Guru rasiert die Wünsche seiner Schüler weg; Brahman (das Absolute) aber rasiert über das gesamte Universum im Moment der kosmischen Auflösung hinweg. Brahman ist der größte Friseur!“
Alle lachten!

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Den Alkohol aufgeben:

„Weißt du, wie Alkoholsüchtige diese Angewohnheit aufgeben können?“, fragte der Meister Swami Sadchidananda.
Er lieferte selbst die Antwort: „Indem sie ein wenig schwarzen Pfeffer kauen, wann immer die Lust auf Alkohol erwacht.“

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Der Diener, ein Mitglied der Familie:

Santanam aus Delhi besuchte den Ashram in Begleitung seines Dieners, seines Sohnes und einiger Familienmitglieder. Sie machten die zeremonielle Verehrung zu Füßen des Meisters vor dessen Hütte und wurden danach, wie es üblich war, fotografiert.
Der Diener gesellte sich für das Foto nicht zu der Gruppe, sondern stand abseits. Der Meister drehte sich zu Santanam und fragte: „Warum stellt sich dieser Junge nicht zu uns? Er gehört auch zu deiner Familie.“ Er rief den Jungen herbei und dieser setzte sich neben Santanam und das Foto wurde von der ganzen Gruppe aufgenommen.

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Alles ist göttlich:

Ein Deutscher kam für einige Tage in den Ashram. Eines Tages befragte er den Meister, ob man zum Zwecke der Meditation und des spirituellen Fortschritts in die Einsamkeit gehen solle.
Der Meister antwortete ihm: „Einsamkeit ist im Herzen. Sieh hier, welche Einsamkeit habe ich? Es gibt hier keine Einsamkeit. Alles ist göttlich; was immer du auch machst, ist göttlich.“

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Törrichte Verhaftungslosigkeit:

Nach dem abendlichen Satsang, als der Meister gerade die Satsang-Halle verließ, sah er Swami Gurusaranananda, welcher Vorträge über die Bhagavata hielt. Er sah sehr hager aus.
Der Meister bemerkte: „Du bist ein Bhagavat (Gotterfüllter, Verehrer von Krishna oder Vishnu). Die Schriften sagen, dass man 100 Jahre in dieser Welt leben und Gutes tun soll. Aber du bist so hager. Warum nimmst du nicht Chyavanaprash (traditioneller Amlafrüchtemus) zu dir? Wirst du es nehmen?“
„Nein Swamiji“, antwortete Gurusaranananda.
„Sei kein Murkhananda (Dummer Mönch); nimm Milch und Chyavanaprash zu Dir. Als Gandhi in England war, trank er Ziegenmilch. Dieser Körper ist Annamaya Kosha (physische Hülle). Er braucht nährreiches Essen.“
Der Meister hatte Gurusaranananda schon früher bei verschiedenen Gelegenheiten geraten, Milch und Chyavanaprash zu sich zu nehmen, doch der Swami hatte sich geweigert, dies zu tun. So groß war des Meisters Besorgnis um seine Schüler!

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Des Meisters erhabene Haltung:

Gupta, der sich einige Tage im Ashram aufhielt, schenkte dem Meister unter anderem eine Tasche, die er Gurupremananda, einem Schüler, geben sollte. Dieser Schüler brauchte die Tasche jedoch nicht und so fand sie schließlich ihren Weg zu Saradananda von der Fotoabteilung.
Gupta erfuhr später, dass die Tasche Saradananda anstelle von Gurupremananda gegeben worden war. Daraufhin ging er zum Meister und fragte: „Wen magst du lieber, Swamiji – Saradananda oder Gurupremananda?“
Der Meister schwieg, ohne zu antworten. Gupta wiederholte die Frage.
„Warum fragst du?“, fragte der Meister.
Doch Gupta weigerte sich, ihm zu antworten und sagte: „Beantworte zuerst meine Frage.“
Der Meister antwortete kühl: „Für mich gibt es keine Welt.“ Dann schwieg er.
Jetzt sah sich Gupta gezwungen, den Grund für seine Frage preiszugeben und sagte: „Ich habe Swamiji die Tasche als Geschenk für Gurupremananda gegeben, aber Swamiji hat sie Saradananda gegeben. Darum frage ich.“
„Gurupremananda wollte sie nicht“, antwortete der Meister. Hier endete das Gespräch.

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Den Guru nicht ablehnen:

Der Meister verteilte Prasad, geopferte Nahrung, an verschiedene Personen und bot auch Swami Nityanandaji davon an. Letzterer hatte ein Gelübde abgelegt, kein Prasad oder anderes Essbares von irgendjemandem zu akzeptieren. Der Meister wusste bereits davon, da sich Nityanandaji bereits früher einmal geweigert hatte, Prasad von ihm zu empfangen.
Diesmal wollte der mitfühlende Meister seinen irregeleiteten Schüler führen und sagte: „Du nimmst kein Prasad aufgrund deiner Verhaftungslosigkeit. Manche kommen aus 2.000 Kilometern Entfernung her, um dieses Prasad zu essen, aber du möchtest es nicht. Du kannst alles ablehnen, aber den Guru solltest du niemals ablehnen.“
Sofort entschuldigte sich Nityanandaji für seinen Fehler, akzeptierte das Prasad und sagte, dass er es in Zukunft nicht mehr ablehnen würde.

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Törichte Verhaftungslosigkeit:

Zum Ende des abendlichen Satsangs sah der Meister Gurusaranananda. Sein Körper war sehr hager. Der Meister hatte ihn bereits mehrmals gebeten, die nötigen Früchte, Milch und Tonika zu sich zu nehmen, um seine Gesundheit zu verbessern, doch Gurusaranananda hatte sich immer hartnäckig geweigert.
Der Meister versuchte erneut, diese für seine Gesundheit schädliche Haltung zu wandeln.
„Isst du Obst?“, fragte der Meister. „Nein“, antwortete Gurusaranananda.
„Dann iss auch sonst nichts“, merkte der Meister an. „Dann bist du ein völlig befreiter Weiser. Du kannst Videhamukti – die körperlose Befreiung – auch durch die Vermeidung von Essen erreichen. Noch besser, geh und spring in den Ganges. Du kannst Videhamukti in 5 Minuten haben!“
„Er isst kein Obst, weil er sagt, er habe dem Guru keinen Dienst erwiesen“, sagte Swami Sadchidananda. „Er erweist seinen Dienst“, sagte der Meister und zu Gurusaranananda gewandt: „Geh und reinige die Latrinen und Wege.“
Der Meister riet ihm dann erneut, pro Woche 2 Dosen Chyavanaprash (Amlafrüchtemus) zu sich zu nehmen und außerdem Badam-Öl für seinen Körper zu benutzen.
Gurusarananda stieß mit kaum hörbarer Stimme hervor: „Swamijis Segnungen sind mein Tonikum.“
Beim Heraustreten aus der Satsang-Halle fragte der Meister: „Wer von euch möchte innerhalb von 5 Minuten Videhamukti haben? Der kann gehen und in den Ganges springen!“
Die Zuhörer lachten über den Scherz des Meisters.
Später sagte der Meister: „Die Leute haben verschiedene törichte Ansichten über die Verhaftungslosigkeit.“

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Über Bindungen:

Auf dem Weg zu seiner Hütte traf der Meister eine Frau mit einem Verband um die Hand. „Was ist passiert?“, fragte sie der Meister.
„Ich habe mir die Hand verbrannt“, antwortete sie kummervoll.
Der Meister bemerkte daraufhin: „Manche Leute verbrennen sich ihre Hand, andere verlieren ihre Kinder oder ihre Gesundheit, doch die Bindung an ihren Körper verlässt sie nicht. Sie klammern sich hartnäckig an ihren Körper.“

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Subtile Bindungen:

Swami Suddhananda näherte sich mit der Bettelschüssel eines Sannyasins (Entsagter) in der Hand dem Meister.
„Du isst nur aus dieser Schüssel?“, fragte der Meister. – „Ja, Swamiji.“
„Das ist sehr gut“, merkte der Meister an, fügte dann aber hinzu, „manchmal kannst du auch von einem Teller essen.“

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Lösen und Verbinden:

Swami Kalyanananda fragte den Meister: „Swamiji, du hast über 200 Bücher geschrieben. Sie enthalten so viele Anweisungen, dass ich nicht weiß, welchen ich folgen soll. Würdest du mich bitte aufklären?“
Der Meister sagte: „Löse und Verbinde.“ – „Sonst noch etwas, Swamiji?“
„Sonst nichts. Lösen – Verbinden. Das umfasst im Prinzip jede andere Anleitung. Meine 200 Bücher sind nichts anderes als Kommentare dieses einzigen Ratschlags. Löse den Geist von allen Dingen. Löse ihn von allen nach außen gerichteten Neigungen, vom objektiven Bewusstsein, vom Begriff der Dualität. Der Prozess des Lösens ist somit sowohl Sadhana (spirituelle Praxis) als auch das Ziel.
Lösen. Dieses einzige Wort fasst die Essenz aller Schriften und Sadhanas zusammen. Es ist sich selbst genug, da es unabhängig und abgeschlossen ist. Dennoch wird das Wort „verbinden“ hinzugefügt, um es zu ergänzen und zu erklären und um den Prozess des Lösens zu vereinfachen.
Verbinde den Geist mit Gott. Verbinde ihn mit dem Selbst. Verbinde ihn mit der subjektiven, nicht-dualen Bewusstheit. Auf diese Art und Weise ist im Prozess des Verbindens des Geistes der Prozess des Lösens, wie er vorher erklärt worden ist, inbegriffen. Der Prozess des Loslösens des Geistes von seinen objektiven Neigungen ist nicht möglich ohne seine Verbindung mit dem Göttlichen Bewusstsein, da Geist und Energie nicht ausgelöscht werden können. Lösen und Verbinden sind wie die zwei Seiten einer Münze.
Lösen und Verbinden. Obwohl es einfach aussieht, ist es der Wesenskern aller Sadhanas. Konzentration, Meditation usw. sind nichts als verschiedene Phasen des einen Prozesses des Lösens und Verbindens. Kirtan, Pranayama und andere Sadhanas sind nichts als verschiedene äußere Formen des einzigen inneren Sadhana: Löse – Verbinde.
Wozu nützt es, alle Schriften zu studieren? Diese eine Verfügung ist genug, um dir Befreiung zu schenken. Es ist eine Weisheitstablette von höchster Wirksamkeit; durch ihr Einnehmen allein kann man sich selbst von der Krankheit des weltlichen Lebens befreien. Es gibt kein höheres Sadhana als dieses und kein Sadhana, das davon frei wäre. Es ist die Essenz oder der Kern aller Sadhanas und Lehren. Praktiziere sie und erlange Unsterblichkeit.“

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