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Yoga Vidya Kommune

Die Yoga Vidya Ashrams sind spirituelle Lebensgemeinschaften, Kommunen, in denen Yoga Aspiranten und Yogalehrende zusammen Yoga praktizieren und Yoga weiter geben.

Gemeinsam leben, praktizieren, arbeiten - für die eigene persönliche Entwicklung und eine bessere Welt. In einer Yoga Vidya Lebensgemeinschaft zu leben, heißt engagiertes Leben voller Herausforderungen, Reinigungserfahrungen - und hohen spirituellen Erlebnissen von Freude, Liebe und Bewusstseinserweiterung.

Inhalte:

Kommune, Ashram oder Lebensgemeinschaft?
Geschichte der Kommune
Charakteristika einer Kommune
Yoga Vidya und Kommune im modernen Sinn und Kommunen-Grundsätze
Ist Yoga Vidya eine Kommune?

Kommune, Ashram oder Lebensgemeinschaft?

Wir sprechen bei Yoga Vidya mehr von Gemeinschaft, Ashram-Gemeinschaft oder Sevaka Gemeinschaft. Wir verwenden weniger den Ausdruck Kommune. Das Wort "Kommune hat ja verschiedene Bedeutungen:

  • Es steht für eine Gemeinde, also eine Stadt, ein selbständiges Dorf. Kommune ist hier der Überbegriff für die kleinste politische Einheit. In diesem Sinn ist Yoga Vidya keine Kommune - denn jeder Standort von Yoga Vidya gehört zu einer Stadt bzw. einem Dorf. Gerade die größeren Standorte von Yoga Vidya wie Yoga Vidya Westerwald, Yoga Vidya Nordsee, Yoga Vidya Bad Meinberg, arbeiten mit der jeweiligen Kommune, also Gemeinde, zusammen und sind gut integriert in die jeweilige Kommune. Yoga Vidya ist also keine eigenständige kommunale Einheit. Zu Yoga Vidya gehört zwar auch das Konzept Yoga-Stadt bzw. Yoga-Dorf, aber nicht im politischen Sinn. Mit Yoga-Dorf bzw. Yoga-Stadt ist gemeint, dass im Umfeld der Yoga Vidya Lebensgemeinschaft Menschen sich ansiedeln, welche ein Yoga-Leben führen wollen und dabei eine Verbindung mit dem entsprechenden Yoga Vidya Ashram aufbauen wollen
  • Kommune steht auch für "Lebensgemeinschaft". In diesem Sinn kann man sagen, dass Yoga Vidya auch eine Kommune ist. Wikipedia definiert Kommune (stand Mai 2012) als "Lebensgemeinschaft nicht miteinander verwandter Menschen". Dabei gelten bestimmte Prinzipien, die bei Yoga Vidya teilweise zutreffen, teilweise auch nicht. Darüber soll im unteren Abschnitt geschrieben werden.

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Geschichte der Kommunen

Kommunen können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Letztlich sind Kommunen die ältesten Formen des menschlichen Zusammenlebens. Nach Aufkommen des Privateigentums in den ersten Jahrhunderten v.Chr. gab es immer wieder Menschen, die sich in Gemeinschaften, also Kommunen, zusammentaten. Anfangs waren das meist Menschen, die einer bestimmten religiösen Gruppierung angehörten. Das waren z.B. die Pythagoräer in der Antike. Die ersten frühchristlichen Gemeinden waren Kommunen, in denen alles Eigentum der Gemeinde gehörte. Im Mittelalter entstanden Klöster, die letztlich auch Kommunen sind. Im Mittelalter gab es auch die Beginen und Begarden, die sich in Kommunen organisierten. Im 16. Jahrhundert entstanden in Deutschland die Huterer, die große erfolgreiche Kommunen insbesondere in Nordamerika gründeten. In Amerika entstanden eine Reihe von sozialutopische Gemeinschaften in den 1840er Jahren. Auch in Deutschland entstanden Ende des 19. Jahrhunderts wie auch in den 20er Jahren verschiedene anarchistische und anthroposophische Land-Kommunen. Diese wurden von den Nazis aufgelöst.

Im Zuge der 68er Bewegung wurde der Kommune-Gedanke wiederaufgegriffen. Bekannt wurde die Kommune K1, welche große Publizität erhielt. Es entstand eine breite Kommunen-Bewegung, Ende der 60er und in den 70er Jahren. In den 80er Jahren wurde es etwas stiller um die Kommunenbewegungen. Eine der alten Kommunen hatten sich aufgelöst, andere neu gegründet. Es existieren heute eine Reihe von Kommunen, die z.T. im Austausch miteinander stehen, z.T. aber auch isoliert voneinander existieren.

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Charakteristika einer Kommune

Laut Wikipedia (Mai 2012) gelten für den heute gebräuchlichen Begriff der Kommune folgende Grundsätze:

  • Gemeinsame Ökonomie: Teilweise bis vollständige Aufgabe des Gemeinschaftseigentums zugunsten von Gemeinschaftseigentum; in der Kommune gibt es keinen individueller Gelderwerb sondern gemeinsames Wirtschaften; Taschengeldregelung und Bedürfnisprinzip statt Leistungsprinzip und leistungsgerechte Entlohnung.
  • Konsensprinzip und gemeinsame Entscheidung
  • Keine Hierarchie
  • Ökologisches und Nachhaltiges Leben
  • Gewaltfreie Kommunikation

Yoga Vidya und Kommune im modernen Sinn

Wenn man die 5 Charakteristika der Kommune nimmt, welche oben zitiert werden, also Gemeinsame Ökonomie, Konsensprinzip, keine Hierarchie, ökologisches und nachhaltiges Leben sowie gewaltfreie Kommunikation, ist Yoga Vidya teilweise eine Kommune, und teilweise nicht. Hier die Punkte im einzelnen:

Kommunen-Grundsatz Nr. 1 Gemeinsame Ökonomie

Dieses Prinzip ist bei Yoga Vidya weitestgehend umgesetzt. Die Einnahmen kommen dem Verein zugute. Es gibt keine leistungsgerechte Entlohnung. Vielmehr bekommet jeder ein Taschengeld. Hier gibt es leichte Abstufungen, je nach Dauer der Zugehörigkeit und die Gemeinschaftsmitglieder mit Leitungsfunktionen bekommen leichte Zuschläge. Dennoch ist das Prinzip der Gleichheit und des Gemeinschaftseigentums vorherrschend: Gemeinsame Küche, gemeinsame Autos, Gemeinschaftsräume. Wer Mitglied der Yoga Vidya Sevaka Gemeinschaft ist, hat kein weiteres eigenes Einkommen. Allerdings müssen Gemeinschaftsmitglieder das Geld, das sie mitbringen und ihr Eigentum nicht der Gemeinschaft überschreiben. Und das Taschengeld ist für eine Kommune doch relativ hoch und ermöglicht einen großen Teil der persönlichen Ausgaben zu bestreiten. Gemeinschaftsmitglieder mit erhöhten Bedürfnissen wie Familien oder Alleinstehende mit Kindern erhalten mehr von der Gemeinschaft als Alleinstehende ohne Kinder. Yoga Vidya setzt den Kommunen-Grundsatz der gemeinsamen Ökonomie insofern um, als alle wichtigen Entscheidungen von allen Lebensgemeinschaftsmitgliedern getroffen werden.

Kommunen-Grundsatz Nr. 2 Konsensprinzip

Die Entscheidungen bei Yoga Vidya beruhen nicht auf dem Konsensprinzip. Vielmehr sind Mehrheitsentscheidungen die Regel. Dem Konsensprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass bei Entscheidungen eine 75% Mehrheit notwendig ist. Wird diese nicht erreicht, kann in einer Folgeabstimmung aber auch mit einfacher Mehrheit entschieden werden.

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Kommunen-Grundsatz Nr. 3: Keine Hierarchie

Dieser Kommunen-Grundsatz wird bei Yoga Vidya nicht umgesetzt. Es gibt sehr wohl eine Hierarchie. Je nach Größer der Yoga Vidya Lebensgemeinschaft gibt es mehr oder weniger Hierarchie-Ebenen. Für Bad Meinberg gibt es z.B. den Vorsitzenden von ganz Yoga Vidya, die Ashramleiterin, die 6 Bereichsleiter, die Teamleiter und die "normalen" Sevakas. Für den Alltag haben die Bereichsleiter und Teamleiter auch Weisungsbefugnis. Wenn es aber um wichtige Entscheidungen geht, dann haben alle gleiches Stimmrecht. Und da werden durchaus auch Yoga Vidya Leiter, Bereichsleiter und Ashramleiter überstimmt.

Kommunen-Grundsatz Nr. 4: Ökologisches und Nachhaltiges Leben

Ökologisches und nachhaltiges Leben spielt bei Yoga Vidya eine große Rolle. Das ist nicht immer so offensichtlich wie bei manchen Kommunen, in denen das Ökologische äußerlich viel sichtbarer ist. Allerdings sind wir bei Yoga Vidya davon überzeugt, dass unser "ökologischer Fußabdruck" sehr viel freundlicher ist zu Mutter Erde als manche reinen Öko-Kommunen. Zu den Yoga Vidya Öko-Prinzipien gehören:

  • Alle Mahlzeiten sind vegetarisch (Fleischerzeugung ist verantwortlich für einen ganz großen Teil der Belastung von Mutter Erde
  • Wir ziehen es vor, alte schon vorhandene Gebäude billig zu erwerben, anstatt neue Gebäude mitten in die Natur zu stellen
  • Alle Zutaten für Mahlzeiten sind bio-zertifiziert. Bad Meinberg hat die größte vegetarische bio-zertifizierte Küche in Deutschland
  • Im Ashram in Bad Meinberg haben die Dächer des Ashrams Solaranlagen. Die Heizung wird größtenteils aus Biogas gewährleistet. Yoga Vidya Bad Meinberg ist Netto-Energie-Produzent
  • Reinigungsmittel sind größtenteils bio/öko, das Papier der Broschüren aus Recycling.
  • Soweit wie möglich wird auf Autofahrten verzichtet, Fahrrad und Bahn bevorzugt
  • In den Außenanlagen werden einige Permakultur-Prinzipien umgesetzt

Wegen des Bezugs von fertigen Immobilien sieht es manchmal nicht so nach Öko aus - dennoch geht es uns sehr darum, Mutter Erde und ihre Ressourcen zu achten.

Kommunen-Grundsatz Nr. 5: Gewaltfreie Kommunikation

Dieser Grundsatz einer gewaltfreien, wir nennen es lieber noch wertschätzenden Kommunikation, liegt uns sehr am Herzen. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch das beste will, und dass alle Motive des Menschen letztlich aus dem tiefen Wunsch stammen, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen, sowie das Göttliche zu erfahren, Identifikationen, Verhaftungen, Begrenzungen zu überwinden. Zwar drückt sich das im Menschen angelegte Streben nach dem Guten manchmal offensichtlich sehr verletzend und zerstörerisch aus. Bei Yoga Vidya bemühen wir uns, Umstände zu schaffen, die es ermöglichen, dass das Gute im Menschen zum Vorschein kommt. Und dazu gehören auch bestimmte Kommunikationsprinzipien. Diese uralten Yoga Prinzipien der Kommunikation wurden von Mahatma Gandhi gut formuliert, und von Marshall Rosenberg in seiner gfK (Gewaltfreie Kommunikation) zu einem praktikablen System zusammengefasst. Zwar werden die Gemeinschaftsmitglieder bei Yoga Vidya nicht automatisch im System der GfK geschult. Allerdings leiten uns die Prinzipien im Alltag. Dabei gilt es zu beachten: Wir sind weiterhin unvollkommene Menschen. Nicht immer gelingt es uns, nach den hehren Prinzipien der wertschätzenden Kommunikation zu leben.

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Ist Yoga Vidya also eine Kommune?

Wie aus den Erörterungen oben hervorgeht, ist Yoga Vidya keine Kommune im engeren Sinne. Yoga Vidya ist vielmehr eine spirituelle Gemeinschaft, eine Ashram-Gemeinschaft. Wenn die Yoga Vidya Lebensgemeinschaften Kommunen wären, wäre Yoga Vidya Bad Meinberg die größte Kommune Deutschland. Etwa 200 Menschen wohnen mehr oder weniger dauerhaft im Ashram Yoga Vidya Bad Meinberg - die nächstgrößere Kommune hat laut Wikipedia 80 Mitglieder.

Überlegst du, Mitglied einer Kommune zu werden? Wenn du eine hierarchiefreie Kommune mit reinem Konsensprinzip und vollständiger Aufhebung des Privateigentums erwartest, dann wärst du bei Yoga Vidya nicht richtig.

Wenn du eine spirituelle Lebensgemeinschaft suchst, in der nach demokratischen Prinzipien Ashramleben stattfindet und in der du dich spirituell entwickeln kannst, findest du vielleicht bei Yoga Vidya genau das Richtige. Man kann sagen: Bei Yoga Vidya ist Yoga und Spiritualität das vorherrschende Prinzip. Es geht hauptsächlich darum, spirituell zu wachsen und Yoga zu verbreiten. Soweit praktikabel, bemühen wir uns das Kommunen-Prinzipien zu leben. Wenn Kommunen-Prinzipien die Verbreitung des Yoga erschweren oder mit dem Prinzip der Lehrer-Schüler-Beziehung kollidieren, überwiegen die klassischen Yoga-Prinzipien.

Bist du interessiert, mal unsere Yoga Vidya Ashram-Gemeinschaft kennen zu lernen? Dann hast du viele Möglichkeiten:

Wir freuen uns auf dich!

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