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Der Himalaya - unbeschreibliche Schönheit! Sichtbare Gestalt des Ewigen - Unendlichkeit!

Anfang Juni 1937 traf Ma mit ihren Begleitern in Almora ein, um von dort die Wanderung zum heiligen Berg Kailash anzutreten. Eine solche Unternehmung wäre Ma‘s Gefährten gewiß nicht in den Sinn gekommen, hätte sie nicht früher im selben Jahr Almora und Nainital besucht. Viele junge Leute aus den Städten und Dörfern im Himalaya gingen in Almora zur höheren Schule oder ins College. Einige dieser Studenten hatten sich eng an Ma und Bholanath angeschlossen. Besonders Parvati, eine verheiratete Studentin, war Ma treu ergeben. Sie hatte die Idee einer Wanderung zum Kailash aufgebracht und versprochen, die Führerin zu spielen, da sie aus einem Dorf in der Nähe des heiligen Berges stammte. Andere Studenten aus Garbyang, einem bedeutenden Haltepunkt auf dem Weg, stimmten dem Vorschlag eifrig bei. Bholanath hatte sich schon lange gewünscht, diese gefahrvollste aller Pilgerschaften zu unternehmen. Die Aussicht begeisterte ihn so sehr, daß er sogleich zum Aufbruch bereit war, als er von dem Plan hörte. Es wurde jedoch beschloßen, abzuwarten, bis angemessene Vorbereitungen getroffen werden konnten und die Straßen im Juni besser passierbar wären.
      Damals war der 6700 Meter hohe Kailash noch von Indien aus zugänglich. Das unabhängige Tibet unter der Herrschaft des Dalai Lama verlangte keine Pässe oder Visa. Die Entfernung von  Almora beträgt 386 km. Die Reise galt als mühsam: für ungeübte Leute aus dem Flachland war es außerordentlich schwierig, in großer Höhe auf ungewohntem Gelände zu wandern. Der Kailash ist für alle Hindus die sichtbare Heimstätte Shivas. Die Pilgerschaft besteht in einer Rundwanderung um den Berg und einem Bad in dem See Gaurikund in 5600 Meter Höhe. Der Kailash erhebt sich über dem berühmten, ca. 4500 Meter hoch gelegenen Manasarovar-See. Diese erhabene Landschaft hat seit uralten Zeiten die Phantasie der Dichter und die Bewunderung der Pilger entflammt. Die Region ist auch den Buddhisten heilig. Jahrhundertelang haben dort Asketen beider Religionen gelebt.
      Didi hat in ihrem Tagebuch, das sie unter schwierigsten Bedingungen führte, die Einzelheiten dieser ungewöhnlichen Reise festgehalten. Für die Devotees ist sie besonders denkwürdig, da Bhaiji sie nicht überlebte. Didis Beschreibungen sind wie immer sachlich und prosaisch.
      Wir zitieren nun aus Didis Tagebuch, um die Reise und ihre Nachwirkungen möglichst authentisch darzustellen. Didi wie auch Ma haben uns von diesen Erlebnissen vielmals erzählt. Die Übersetzung aus dem Bengali ist sinngemäß, nicht wörtlich.

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