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Stufenweises systematisches Entwickeln und Entfalten

Kundalini-Yoga bedeutet nicht die sofortige Erweckung der Kundalini. SahasraraDas ist nicht möglich und auch nicht wünschenswert - genauso wenig, wie Bhakti-Yoga mit sofortiger grenzenloser Hingabe zum Göttlichen anfängt oder Jnana-Yoga mit der vollkommenen Erkenntnis der Einheit oder Raja-Yoga mit der vollständigen Herrschaft über den Geist. Du solltest im Kundalini-Yoga mittels der oben beschriebenen Techniken schrittweise und systematisch vorgehen. 

  • Der erste Schritt ist die Erhöhung von Prana, der Lebensenergie, die notwendig ist, um überhaupt Kraft für weitergehende Aktivitäten zu haben. Der Hatha Yoga, der ja ein Teil des Kundalini-Yoga-Systems ist, ist eine wichtige Grundlage, um Dein Körper-Geist-System zu harmonisieren, zu energetisieren und zu stärken für das größere Maß an Energie, das Du im Laufe der Praxis erweckst.
  • Ein nächster Schritt ist die Reinigung, Shodhana: Reinigung Deiner Nadis (Energiekanäle) und Chakras (Energiezentren), auch die Reinigung Deines Körpers, Gefühlslebens und Geistes. Wenn das System rein ist, kann die Energie frei fließen.
  • Parallel zur Reinigung muß auch Stärkung erfolgen. Denn wenn Energie aktiviert wird, müssen die Systeme, durch die sie fließt, auch stark sein – ähnlich wie für Starkstrom normale Stromleitungen nicht ausreichen. Der Körper muß in der Lage sein, ein Mehr an Energie auszuhalten. Eine gewisse emotionelle Festigkeit und intellektuelle Klarheit sind ebenfalls wichtig.
  • Als nächstes folgt die Stufe der spirituellen Erfahrungen: Wahrnehmungen der feinstofflichen Ebenen, Astralerfahrungen und erste Vorbereitungserfahrungen wie Hitze, Wärme, Strom in der Wirbelsäule, Durcheinandergeschüttelt werden, Spüren der Chakras, usw.
  • Darauf folgen die Erweckungserfahrungen, die das Leben des Aspiranten zunächst einmal gründlich durcheinanderbringen können – nicht notwendigerweise müssen, aber können. Diese Erfahrungen können anfangs heftig und machtvoll, oft auch bedrohlich und dunkel sein – das ist der Kali-Aspekt. Später sind sie eher als schützende, mütterliche Durga-Energie spürbar. Dann folgt der Lakshmi-Aspekt in Form einer Erweckung verschiedener Fähigkeiten und Möglichkeiten, zum Beispiel als Imagination, Inspiration, Intuition. Und schließlich kommt der Saraswati-Aspekt als intuitive Erkenntnis und Weisheit, unmittelbares Wissen. Um diesen Prozeß gut und sicher durchgehen zu können, ist kompetente Anleitung natürlich sehr wichtig.

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Kundalini-Yoga trägt Elemente der verschiedenen Haupt-Yoga-Wege in sich. Hauptsächlich ist Kundalini-Yoga ein Praxisweg. Man kann seine Grundpraktiken in fünf Hauptkategorien einteilen:

  • Hatha-Yoga: Energiearbeit mittels Körperübungen
  • Mantra-Yoga: Energiearbeit mittels Klangschwingungen aus der SanskritspracheYantra-von-Shri Saraswati
  • Nada-Yoga: Energiearbeit mittels Klangschwingungen aus der Musik
  • Yantra-Yoga: Energiearbeit mittels Visualisierungen von energetisch machtvollen Bildvorstellungen
  • Laya-Yoga: Energiearbeit über Gefühlslenkung.

Auf gewisse Weise entsprechen Mantra-Yoga, Yantra-Yoga und Laya-Yoga den drei Grundformen des menschlichen Denkens: Menschen denken entweder in Worten/Klängen oder in Bildern oder in Gefühlen. Bei manchen Menschen überwiegt das Wort- und Klangdenken. Diese Menschen werden als eher auditiv bezeichnet. Eher visuelle orientierte Menschen denken in Bildern. Kinästhetische Menschen „denken“ in Gefühlen. Welche Denkkategorie überwiegt, kann man oft an der Sprache „sehen“, „begreifen“ oder „verstehen“. Der eine „fühlt“, dass es so sein muss. Für den anderen ist es „glasklar“, dass es anders sein muss. Der nächste „versteht“ die verquere Logik der beiden anderen nicht…

So wird der Auditive bei der Energiearbeit schnellere Wirkungen spüren mittels Worten, Affirmationen, Mantras und Klängen. Der Visuelle wird mehr Erfolg haben mittels Visualisierung von Licht oder komplexen Yantras. Der Kinästhet wird einfach seine Achtsamkeit in bestimmte Regionen schicken und manchmal sogar willkürlich Energieempfindungen erzeugen können.

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Kundalini Übung zur Stimulierung des Ajna-Chakras

Als Beispiel sei hier die Stimulierung des Ajna-Chakras (Dritte Auge) durch diverse Formen der Chakra-Konzentration genannt:

Ajna-Chakra

  1. Richte das Bewusstsein auf den Bereich zwischen den Augenbrauen bis zur Mitte der Stirn. Dabei achte darauf, ob du dort vielleicht ein Pulsieren, ein Energiegefühl, Wärme, Kälte, Druck oder Weite spürst.“ Dies ist eine Laya-Konzentration für den Kinästheten.
  2. „Wiederhole das Mantra Om und schicke es in die Stirngegend.“ Das ist die Mantra-Meditation für den Auditiven.
  3. „Visualisiere das Symbol für Om im Punkt zwischen den Augenbrauen, in roter oder blauer Schrift inmitten eines strahlend weißen Kreises.“ Das ist eine Meditation für den Visuellen.

Kombination verschiedener Kundalini Praktiken

Die meisten Menschen sind in ihrem Denken nicht so spezialisiert: Sie nutzen mal die eine, mal die andere Technik und sehr oft auch eine Kombination. Dann könnte es zum Beispiel heißen: „Richte deine Achtsamkeit auf das dritte Auge. Stelle dir dort das Zeichen Om vor. Wiederhole geistig Om. Vielleicht spürst du ein Pulsieren im dritten Auge. Wiederhole weiter Om im Rhythmus dieses Pulsierens.“

Om

Es gilt dabei: Wer Schwierigkeiten mit Visualisierungen hat, braucht sich damit nicht unbedingt abmühen. Mit Mantras oder dem Spüren allein kann das Prana gesteuert werden. Und wer mit Mantras oder Worten nichts anzufangen weiß, kann auf Visualisierung oder allein auf die Achtsamkeitslenkung des Spürbewusstseins zurückgreifen.

Meist werden im Kundalini-Yoga die Hatha-Yoga-Übungen mit Techniken der vier anderen Kundalini-Sub-Yogas kombiniert und so besonders machtvoll: Angenommen, du willst das Vishuddha-Chakra in der Kehle aktivieren, öffnen und harmonisieren.

Dazu kannst du beispielsweise den Schulterstand (Sarvangasana) ausführen. In diesem Asana kannst du dich auf die Kehlgegend konzentrieren (Laya-Yoga). Eventuell kannst du beim Einatmen bewusst in die energetische Mitte der Kehle gehen und beim Ausatmen deine Spürbewusstheit in den ganzen Hals und den Bereich davor ausdehnen. Du kannst dabei das Bija-Mantra des Vishuddha-Chakras, Ham, geistig wiederholen.

Du kannst dich auf die Kehle konzentrieren und hören, ob du dabei einen inneren  Klang wahrnimmst (Nada-Yoga). Du kannst dir in der Kehle ein leuchtendes Licht vorstellen oder sogar ein lila Dreieck mit einem weißen Kreis im Inneren (Yantra-Yoga). Und natürlich kannst du auch nach Art des Raja-Yoga mit einer oder mehreren Affirmationen arbeiten, beispielsweise: „Es ist meine Absicht, das Kehlchakra zu aktivieren. Es ist meine Absicht, besser zu kommunizieren. Es ist meine Absicht, Verbundenheit mit anderen zu spüren.“

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