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12. Kapitel - Die physische Präsenz

Es ist etwas Besonderes, wenn man sich in der Gegenwart von Menschen befindet, die auf dem spirituellen Weg fortgeschritten sind. Einfach im selben Raum mit ihnen zu sein, auch wenn sie nichts sagen oder tun, hat oft eine tiefe Wirkung auf Menschen. Warum haben große Yogis und Weise einen so mächtigen Einfluss? Swamiji erklärte es folgendermaßen.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Flexibilität des Körpers, besonders der Wirbelsäule und der Flexibilität des Geistes. Flexibilität des Geistes bedeutet Anpassungsfähigkeit. Das Gegenteil davon, die Starrheit des Geistes, wird Ego genannt. Da das Ego Spannung ans Nervensystem abgibt, schafft es einen starren Körper. So sagt Yoga, dass Flexibilität des Geistes und der Wirbelsäule zusammenhängen. Wenn ihr die Wirbelsäule flexibel haltet, habt ihr einen flexiblen Geist und ihr werdet feststellen, dass der flexi ble Geist mehr arbeiten kann als der unflexible.

Habt ihr jemals einen Baum am Strand stehen sehen? Solche Bäume sind sehr stark, sie stehen noch nach 70, 80 oder 90 Jahren. Wenn eine plötzliche Flut kommt, werden sie vollständig entwurzelt und weggespült, weil sie sehr starr sind. Wenn die Flut zurückgeht, steht das hohe Gras immer noch. Die kraftvolle Flut konnte es nicht wegspülen. Warum? Weil es sich einfach dem Fluss des Wassers beugte, anstatt sich zu widersetzen. Das Wasser konnte ihm nichts anhaben. Der kräftigere, aber starrere Baum jedoch wurde entwurzelt.

Gräser beugen sich im Wind und erheben sich wieder zur Mittagssonne. Die stolzen Giganten des Waldes bleiben steif, rühren sich keinen Zentimeter, nur um unsanft entwurzelt zu werden. Der demütige Diener verbeugt sich vor allen und dient bis ins hohe Alter, während sein unbeugsamer Herr beneidet wird, nur um irgendwann als Premierminister oder Senator abgewählt zu werden oder der sogar in Ungnade fällt und ins Gefängnis gehen muss. Aber der einfache Diener macht weiter.

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Besonders für einen spirituellen Aspiranten ist Flexibilität notwendig. Wenn das Pranakundalini shakti“.

Die shakti, die Energie, welche sich in den unteren chakras befindet, wird kundalini genannt. Sie ist wie die Feder in einer Uhr, eng aufgerollt durchs Aufziehen, so dass sich die Uhrzeiger bewegen. Die Energie hat sich verdichtet, ist latent geworden. Die Kundalini ist zusammengerollt und liegt bei den meisten von uns im schlafenden Zustand. Mit der Praxis von asanas und pranayama entrollt sie sich, befreit sich und steigt auf in die höheren Zentren. Wenn die einzelnen Zentren (chakras) stimuliert werden, geben sie eine bestimmte Wellenlänge von Energie ab, die so wie in Batterien in ihnen liegt. Während des Aufsteigens vermehrt sich die Spannung. Die unteren chakras haben, sagen wir einmal, 6 Volt, aber wenn wir höher kommen, sind es 10, 50, 100 oder 1.000 Volt.

Für die spirituelle Entwicklung ist es also wichtig, die Energie zu den oberen Zentren zu ziehen. Nun könnt ihr die Wechsel beziehung zwischen dem physischen Körper und der physisch-mentalen Flexibilität sehen. Wir führen die körperlichen Übungen aus, um mentale Flexibilität zu bekommen und die Energie dazu zu bringen, sich richtig zu bewegen, so dass Blockaden in den Zentren gelöst werden können.
einmal wächst, verhindert jeder Widerstand seine freie Bewegung. Daher solltest du jeden Morgen asanas (Yogastellungen), pranayama (Atemübungen) und mantra japa (Wieder holung des Namens Gottes) praktizieren. Flexibilität der Wirbelsäule lässt die Energie richtig fließen, so dass sie nach oben anstatt nach unten fließt. Es ist wie beim Wasser, welches in einer groben Form abwärts fließt, aber in subtiler Form (als Dampf) aufsteigt. Auf gleiche Weise wird eine flexible Wirbelsäule deiner Energie erlauben, von den unteren Zentren zu den oberen aufzusteigen. Das ist gemeint mit dem „Aufstieg der

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Primär ist Yoga eine spirituelle Disziplin mit einer äußeren körperlichen Komponente. Die Praxis des Yoga ist wie eine Blume. Was wir sehen können – den physischen Prozess und seine Auswirkung auf den Körper ist sehr schön. Aber diese Schönheit wird von den starken, unsichtbaren Wurzeln der Blume gestützt. Durchtrenne die Wurzeln und die Blume wird schnell austrocknen und sterben. Ähnlich ist es, wenn die körperliche Praxis des Yoga von seinen spirituellen Wurzeln getrennt wird, sie wird entstellt und somit bedeutungslos.

Was ist der Nutzen, wenn man sich nicht nur auf den physischen Prozess konzentriert sondern auf das spirituelle Fundament des yoga sadhana? Zuerst müssen wir uns daran erinnern, dass das Wort Yoga selbst Einheit bedeutet, das Zusammenkommen des höheren Selbst, der Seele und Gottes. Der Zustand der Einheit mit Gott hat viele verschiedene Namen in verschiedenen Traditionen, nirvana, samadhi, Christus-Bewusstsein. Alle Traditionen stimmen darin überein, dass es das Ziel des Lebens und die erste Pflicht aller menschlichen Wesen ist, diesen Zustand zu erreichen, wie auch immer der Name lautet.

Was geschieht, wenn wir diesen Zustand der Einheit mit Gott erreichen? Swamiji sagte gewöhnlich, dass diese Frage zu beantworten genauso sei, wie jemandem, der noch nie Honig probiert hat, zu beschreiben, wie Honig schmeckt. Wir können sagen, dass er süß ist wie Zucker. Er ist in seiner Beschaffenheit wie Maissirup, aber ohne den Maisgeschmack usw. Egal wie sehr wir uns anstrengen, wir können niemandem, der noch nie Honig probiert hat, erklären, wie Honig schmeckt. Gibt man dieser Person jedoch einen Tropfen Honig auf die Zunge, ist es nicht mehr notwendig, irgendetwas zu erklären. Sie „weiß“ es jetzt einfach ohne die Notwendigkeit einer Erklärung. Genauso ist es mit samadhi. Wir können verbal um die Idee kreisen, wir können Analogien benutzen, aber es kann nicht wirklich erklärt werden. Es kann nur erfahren werden.

Warum ist es so wichtig, dieses spirituelle Ziel zu erreichen? Es hört sich so wischi-waschi und vage an. Was soll da schon gut dran sein, in diesem Zustand zu sein, wenn wir es nicht verstehen können, da es so irrational ist? Wenn wir es schon intellektuell nicht verstehen können, dann sollten wir vielleicht die Wirkung nach außen bei jemandem anschauen, der die Gottesverwirklichung erreicht hat. Was hatte Swamiji über die äußeren Ergebnisse dieses inneren Prozesses zu sagen?

Wenn die Energie sich richtig bewegt, wirst du gesund, stark und friedvoll und strahlst Stärke und Vitalität auf andere aus, auf deine Familie, diejenigen, die du liebst, deine Freunde. Dann werden alle Menschen Energie durch dich bekommen, egal wohin du gehst und wem du begegnest. Du wirst das Zentrum der Aufmerksamkeit und jeder wird dich berühren, dir die Hand schütteln und mit dir zusammen sein wollen. Sogar deine einfache Präsenz wird anderen Energie und Stärke bringen.

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Wenn du jemals in der Gegenwart von jemandem gewesen bist, der die Gottesverwirklichung erreicht hat oder auf dem Weg dahin ist, wirst du sofort verstehen, was Swamiji hier meint. Du erfährst ein unbeschreibliches Gefühl von Frieden und Wonne, wenn du mit jemandem zusammen bist, der diese spirituelle Energie ausstrahlt. Dieses Gefühl von Einssein mit Gott ist etwas, wonach jeder sucht und was jeder braucht. Es ist die einzige Quelle des Glücks in dieser Welt.

Swamiji hat mit Sicherheit diese Stärke und Vitalität auf andere ausgestrahlt. Einfach im selben Raum mit ihm zu sein, hatte oft eine starke Wirkung auf die Menschen. Sogar wenn er freiwillig schwieg (früher hatte er oft Zeiten von mouna) oder später nach seinem Schlaganfall (als er wenig oder gar nicht sprach), berührte er die Menschen in einer unbestimmbaren, aber tiefen Art und Weise. Er lehrte nicht durch das, was er sagte, sondern dadurch, wer er war.

*Schüler:
Aus den Aufzeichnungen einer Schülerin von der Sivananda Jahrhundert Tour 1987:

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Heute war ein wundervoller Tag. Wir konnten fast den ganzen Tag im Sivananda Ashram der Divine Life Society verbringen. Wir nahmen heute morgen gleich den ersten Bus. Swamiji brachte uns zur Bibliothek, wo wir einen kurzen satsang hatten. Sogar in der Bibliothek, die nicht unbedingt eines der heiligsten Gebäude ist, war der Frieden intensiv spürbar. Wenn man einmal seine Augen geschlossen hat, mag man sie nicht mehr aufmachen. Wenn man sie öffnet, umgibt einen die physische Manifestation von Meister Sivananda: große Fotografien, Sinnsprüche, die an der Wand hängen – „Hasse niemanden – Verletze niemanden.“ „In allem sieh Gott.“

Egal ob die Augen geschlossen oder offen sind, der Meister ist immer da. Der ganze Raum ist mit dem Meister erfüllt. Einfach nur unter dem Baum zu sitzen, unter dem der Meister oft gesessen hat und das Leben im ashram rundherum zu betrachten, gab uns das Gefühl, auf einen Teil der persönlichen Geschichte gestoßen zu sein. Zum ersten Mal seitdem wir in Indien angekommen waren, hatte ich das Gefühl, zu Hause zu sein. Auf den Straßen und in den Städten haben wir viele Dinge gesehen, die mir völlig unbegreiflich waren. Hier ergab alles einen Sinn. Natürlich hing das auch mit der ganzen Zeit zusammen, die wir im ashram von Val Morin mit Swamiji verbracht hatten. Er hatte uns gut vorbereitet und uns viel über die Wege des Meisters erklärt.

Um 3 Uhr begann der kirtan (Mantrasingen) im mahasamadhi Schrein. Ich ging hinein und sang eine Stunde lang. Ich konnte gleichzeitig die Hingabe all dieser Menschen spüren, die durch das Singen deutlich wurde und die Liebe des Meisters, die vom Schrein zurückkam wie überschwappende Wellen, elektrisierend.

Nach Einbruch der Dunkelheit gingen wir für das Ganga arati (Lichtzeremonie am Ganges), das Swamiji vorbereitet hatte, hinunter zum Ganges. Swamiji hatte alle im ashram eingeladen, daran teilzunehmen und es war auch in der Halle angekündigt worden, so dass es ein riesiges Hin und Her gab, vielleicht tausend Menschen, die alle die engen Wege und die krummen Treppen zum Fluss hinuntergingen. Alle sangen Om Namo Narayanaya.

Es war ein wunderschöner Anblick, die Boote, auf denen Mantras gesungen wurden, den Fluss hinunterschwimmen zu sehen, erst eins nach dem anderen als einzelne Lichtpunkte, dann weiter weg als ein kontinuierliches Band von Licht.

Es war jedoch keine Zeit, stehen zu bleiben und all das aufzunehmen und in das Gefühl des arati einzutauchen. In dem Augenblick, wo es gelang, mit dem Boot anzulegen, musste man sich mit Hilfe seiner Ellenbogen den Weg zurück die Stufen hinauf erkämpfen oder man ging das Risiko ein, geradewegs mit den Booten im Ganges zu landen, da hinter einem bereits die nächste Welle von Menschen mit Booten ankam.

Diese Erfahrung ließ mich die Intimität unseres kleinen satsangs zu würdigen wissen, den wir in Val Morin oft mit Swamiji hatten, wenn die Sommerzeit einmal vorbei war. Wie viele Menschen haben die Möglichkeit, ihren Lehrer so persönlich zu erleben und das über Jahre hinweg? Es ist wirklich ein Geschenk.

12., 13. und 14. September 1987
Sivananda Guha, Gangotri

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Es ist wie ein einziger Tag, der nicht zu Ende geht, seit wir hier an diesem magischen Platz angekommen sind, an dem die Zeit von allem abgeschnitten ist. Die meisten Teilnehmer der Reise wohnen in dem kleinen Ort Gangotri, der ungefähr 15 Minuten zu Fuß von der Höhle entfernt ist. Eine kleine Gruppe, fast alles Mitarbeiter von verschiedenen Zentren, wohnt auf dem Höhlengelände. Sie schlafen entweder in Zelten oder in einer der beiden kleinen Höhlen.

Ich habe noch nie in einer Höhle gewohnt. Es ist erstaunlich, wie gut sich die Augen anpassen können. Wenn man zuerst hineingeht, ist es pechschwarz, aber wenn man die Augen schließt und sie dann wieder öffnet, kann man viele Details deutlich erkennen. Hier zu schlafen, gibt einem ein ungeheures Gefühl von Kraft und Sicherheit. Man fühlt sich wirklich geborgen und die Wände könnten nicht stärker sein.

Swamiji hatte viel Pranayama und eigene Meditation während unseres Aufenthaltes hier geplant und es konnte wirklich kaum einen dien- licheren Platz für beides geben. Die Höhe, die frische Luft, die Wälder und das eiskalte Wasser des Ganges ergaben eine natürliche Umgebung voller prana. Dazu kamen noch die vielen ashrams, nicht nur die Höhle von Swamiji sondern auch all die kleinen Höhlen, Hütten und Schreine entlang des Gangesufers.

Ich kann nun viel besser die Verschmelzung von spirituellem und praktischem Handeln verstehen, die einen so wesentlichen Teil der hinduistischen Mentalität ausmacht. Es gibt hier wirklich keinen Unterschied. Man wacht morgens auf und geht hinunter zum Ganges, um sich zu waschen. Vor dem Waschen betet man zum Fluss. Das Bad ist gleichzeitig Verehrung und Reinigung. Dann werden einige Kleidungsstücke gewaschen und auf den Felsen zum Trocknen in der Sonne ausgelegt. Man muss warten, bis sie trocken sind, also gibt es keinen besseren Zeitpunkt, sich in der Nähe einen glatten Felsen auszusuchen und Pranayama zu üben. Die Meditation kommt von selbst, das Brausen des Ganges übertönt jeden anderen Laut.

Da die meisten anderen auf einer Wanderung bis morgen unterwegs sind, kommt einem der ganze Tag wie ein einziger satsang vor. Swamiji ist oft draußen, unterhält sich ein wenig mit uns und hat hier draußen auch sein Mittagessen mit uns zusammen eingenommen.

Am Ende der Mahlzeit, als wir in sehr gehobener Stimmung waren, hatte Swamiji ein chapati auf seinem Teller übrig gelassen. Er fragte: „Wer möchte das essen?“ Bevor jemand antworten konnte, drehte er sich zu mir um und sagte zu mir: „Biete es allen an.“ Ich nahm das chapati und bot es auf einem Teller allen an, die da waren. Die verschiedenen Reaktionen waren interessant. Einige sahen ein kaltes, fettiges chapati und sagten: „Danke, ich bin satt.“ Andere sahen prasad als gesegnete Nahrung) darin, brachen sofort ein Stück ab und aßen es.

Danach drehte sich Swamiji einfach auf die Seite und legte sich hin, um auf einer großen Steinplatte in der Sonne zu dösen. Es ist schwer für mich, zu verstehen, aber Swamiji muss überhaupt nichts tun oder sagen. Einfach ruhig in einem bestimmten Radius dieses Körpers zu sitzen, bedeutet, herrlichsten Frieden zu spüren.

22. September 1987
Hotel Indraprastha, Palghat


Nach 12 Stunden Busfahrt erreichten wir unser Hotel in Palghat, gerade nach Einbruch der Dunkelheit. Es gab keinen Strom, da dieser am Abend öfters ausfiel. In den fensterlosen Hotelgängen konnte man die Zimmer nummern an den Türen nicht erkennen, also erfühlten wir uns gewissermaßen den Weg hinaus aus der Halle zum 2. Stock und ertasteten die Nummern wie Braille, bis wir bei Nr. 206 angelangt waren.

Wir zogen uns rasch um und gingen direkt wieder los, um Swamiji am Abend im Sivananda Ashram in Palghat zu treffen. Swamiji sprach bereits, als wir eintrafen und einige von unserer Gruppe gaben eine improvisierte Asana-Vorführung. Die Halle war mit über 600 Menschen gefüllt, die auf dem Boden saßen oder an den Wänden standen. Viele waren auch noch draußen. Der Swami des Ashrams hielt eine Rede auf Malayalam, was für diejenigen, die es verstanden, anscheinend sehr lustig war – irgendetwas vom fliegenden Swami, der nun bodenständig geworden war.

Swamiji sprach kurz über das Konzept des Meisters vom integralen Yoga und endete mit einem sehr spirituellen kirtan. Nach dem arati kam die Menge, um seine Füße zu berühren, als er am Rand der Bühne stand. Es sah erst aus, als würde es sehr emotional werden, aber Swamiji glich die Situation aus, indem er ständig ruhig Om Namo Narayanaya sang, mit geschlossenen Augen, während eine Welle von Menschen nach der anderen zu ihm kam.

Madasala
Ottawa, Ontario, Canada

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Aus einem anderen Tagebuch auf der gleichen Reise:

Draußen braust der Ganges schnell vorbei, kracht über Fels brocken in die Schlucht unter unserem Hotel. Hier haben wir nur das Allernotwendigste und das beste Essen, wie durch ein Wunder von den Mitarbeitern des Hotel Interlok zubereitet, auf etwas, was wie ein tragbarer Herd aussieht und mit dem Wasser, das vom Fluss heraufgebracht wird.

An diesem Morgen, unserem ersten Morgen hier, waren viele von uns krank. Einige waren einfach zu alt, um die Höhe zu vertragen. Einige konnten sich nicht mit der rauhen Unterkunft abfinden. Sieben kehrten nach Rishikesh zurück. Ich tat, was ich konnte, um den Kranken zu helfen. Dann nach dem Frühstück ging ich den Fluss hinauf zu Swamijis kutir (Hütte). Ich hoffte, dass er mich mein sadhana bei seiner Höhle machen lassen würde.

Auf dem Weg kam ich an ca. 20 Leuten vorbei, die die Nacht ent weder in den Höhlen oder in Zelten verbracht hatten. Sie sagten mir, ich solle umkehren, da wir eine Gruppenwanderung zu einigen Wasserfällen machen würden, aber ich ignorierte sie. Endlich erreichte ich Swamijis Höhle. Ich fand ihn auf einer Bank vor der Höhle sitzend. Er verbeugte sich zum Gruß mit einem wunderbaren, liebvollen Lächeln. „Geh und iss Dein Frühstück“, sagte er.

Es scheint, dass er mir immer sagt, dass ich etwas essen soll! Aber ich sagte ihm, dass ich bereits gegessen hätte. „Swamiji, ich möchte baden.“
„Ja, ja – meditiere, ruhe Dich aus, genieße die Sonne.“ Und so badete ich mit seinem Segen in dem eiskalten Fluss und verbrachte anderthalb Stunden damit, draußen auf einem Felsen im Ganges pranayama und Meditation zu praktizieren.

Als ich meditierte, hatte ich das Gefühl, der Ganges würde direkt durch mich hindurchfließen. Anschließend saß ich im Schutz eines großen Felses und aß einen Apfel. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, sicher geborgen im Mutterschoß, ohne irgendeine Sorge auf dieser Welt. Ich war mir einfach nur der göttlichen Liebe bewusst, die von den Bergen, vom Himmel, vom Ganges und von Swamiji durch mich strömte. Er hatte mir eine besondere Erlaubnis erteilt, geliebter guru und ließ mich in der Nähe seiner Höhle bleiben, während alle anderen außer ein paar engen Mitarbeitern abwesend waren.

Saraswati
New York, NY

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Für mich war das interessanteste Merkmal bei Swamiji, dass er niemals aufhörte, das beste Beispiel dafür zu sein, wie die Dinge getan werden sollten. Allein durch die Weise, wie er agierte, wurde Yoga zu einem Lebensprinzip.

Ich erinnere mich deutlich an den Neujahrstag 1993 im ashram in Val Morin. Der Morgen war sehr klar, mit strahlendem Sonnenschein, aber es war eiskalt. Beim Frühstück kündigte Swamiji an, dass er eine kleine Pilger tour machen wollte, einen Spaziergang durch den ashram, um Blumen, Räucherwerk und Gebete in den verschiedenen Tempeln darzubringen. Jeder war eingeladen, daran teilzunehmen. Das war Swamijis Art, Gott um Segen für das neue Jahr zu bitten. Wie immer in den letzten Jahren war Swamjis Gesundheit sehr schlecht, selbstverständlich saß er in einem Rollstuhl.

Ich muss zugeben, dass ich nie daran gedacht hätte, an diesem eiskalten Morgen im Schnee spazierenzugehen, um Gott um Segen zu bitten, aber glücklicherweise saß Swamiji dort in seinem Rollstuhl, unfähig seinen Körper zu bewegen. Mir kam sofort der Gedanke: „Wenn er es kann, wenn es ihm nicht zu kalt ist…“

Swamiji war dementsprechend angezogen. Er saß auf einer Decke, dann noch eine extra Decke unter ihm, zwei Decken, die ihn zudeckten, zwei Mützen auf dem Kopf, Handschuhe und zwei Paar Socken. Er wurde mehrfach gefragt, ob er wirklich gehen wolle. Er bestand darauf. Also gingen wir los, und natürlich war es der beste Anfang des Jahres! Ich hätte ohne Swamiji diese wundervolle Möglichkeit verpasst.

Auf eine Weise fühlte ich mich beschämt. Ich war gesund, konnte laufen und war 20 Jahre jünger als Swamiji, aber ich hatte das Gefühl gehabt, es sei zu kalt, um auf diese Pilgertour zu gehen. Einmal mehr hatte Swamiji mir gezeigt, dass äußere Bedingungen, physische Bedingungen eingeschlossen, keine Hindernisse sein dürfen und können, um seinen Pflichten nachzukommen, sei es die tägliche Arbeit oder die Verehrung Gottes. Ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin, dass ich den Segen habe, von Swamiji zu lernen, meistens nur dadurch, dass ich ihn und die Art seiner Handlung beobachte.

Swami Yajnavalkyananda

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Ich war gerade dabei, im Nassau ashram das Eingangshäuschen zu betreten, als Swami Vishnu auf einem der Wege erschien. Er spazierte herum, beobachtete alles genau, grüßte alle und gab Anweisungen. Ein Mitarbeiter begrüßte mich und erklärte ihm, dass Kanti Devi mich aus Uruguay geschickt hatte. Er antwortete: „Ah, Kanti Devi, Kanti Devi…“ Ich sprach kein Englisch. Es war nicht nötig. Seine Präsenz, seine Augen, seine Gesten und seine Schwingungen reichten vollkommen aus.

Das Yogalehrertraining wurde von ihm geleitet, Vorträge und Meditationen begleiteten den Unterricht. Eine intensive erste Woche, in der Swamiji uns auf Spaziergängen begleitete, mit uns lachte, spielte und alles auskundschaftete. Am Samstag beim Bunten Abend war er wie ein Daddy, der mit uns eine tolle Zeit verbrachte.

Die Tage gingen vorbei. Swamiji war das Zentrum, die Verbindung und die Präsenz, obwohl er nicht immer in unserer Mitte war. Dann kam die Zeit des Abschieds. Die Erinnerung an seine Worte ist immer noch in meinem Herzen. „Der ashram ist in Euren Herzen; wenn ihr die Augen schließt, werdet ihr hier sein, wenn ihr es wollt.“ Ich brauchte nie mit Swamiji selbst zu reden. Ihn zu sehen, reichte aus, um zu verstehen und zu begreifen, was er sagte. Hier und jetzt schließe ich meine Augen und er ist in meinem Herzen.

Vishnu
Montevideo, Uruguay

Als ich an einem Wochenende auf der Yogaranch ankam, war ich sehr erschöpft und aufgewühlt, müde von einer langen hektischen Woche im New Yorker Zentrum. Ich schritt durch die Halle des Haupthauses, als Swami Kartikeyananda aus dem Essraum herausschaute und mich hineinzog, wo Swamiji sich hingelegt hatte. Sofort wurde mein Geist vollständig leer.
Es war, als ob Swamiji mit einem Radiergummi meine ganzen Gedanken weggewischt hätte. Ich musste überhaupt nichts tun, um wieder aufgerichtet zu werden, sondern einfach nur da sein!

Swami Gajananmananda

Swamiji schaute mich an und sah alles,
was unvollkommen war. Ich konnte mich nicht verstecken. Aber er schaute nicht mit Augen des Vorwurfs auf mich. Sein Blick machte mich nicht nieder oder ließ mich klein oder begrenzt fühlen. Sein fester Blick war auch nicht nachsichtig. Er war ohne Wertung, einfach sehend, was war. Swamijis Augen inspirierten mich, es besser zu machen. Ich konnte in ihnen den Unterschied zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit sehen und den Weg, Vollkommenheit zu erreichen.

Swami Sitaramananda

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