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Über die Gewohnheit sich zu fürchten

Angst ist ebenfalls eine Gewohnheit. Angst kann gelehrt werden, und sie wird ständig gelehrt. Auf diese Weise wird Angst verewigt.
Nun, ich habe nicht die geringste Angst. Gott ist immer mit mir. Aber ich hatte eine Freundin, die vor Menschen einer bestimmten ethnischen Gruppe Angst hatte. Ihr Mann wurde auf eine andere Arbeitsstelle versetzt, und sie mußte nun unter diesen Leuten leben, vor denen sie immer Angst gehabt hatte. Ich ging mit ihr das Problem an und machte sie zuerst mit der Musik dieser Leute vertraut, weil sie Musikerin war. Dann fand ich eine Frau aus dieser Gruppe, die zwei Kinder hatte, die ungefähr im gleichen Alter waren wie die zwei Kinder meiner Freundin, und wir besuchten sie. Die zwei kleinen Jungen rannten zusammen weg, und die zwei kleinen Mädchen ebenso, und dann waren wir an der Reihe, einander kennenzulernen. Natürlich wurden sie schnell Freunde. Ich erinnere mich, wie einer des anderen Kirche besuchte. Das war schön. An einem Sonntag gingen sie beide in die eine Kirche, am anderen Sonntag gingen sie beide in die andere Kirche. Es war sehr interessant zu sehen, daß sie durch ihr gegenseitiges Kennenlernen entdeckten, daß ihre Ähnlichkeiten viel größer waren als ihre Unterschiede. Nachdem sie einander kennengelernt hatten, lernten sie einander zu lieben.

Ich kannte eine Frau, die war Englischlehrerin in einem College. Sobald das leiseste Rollen eines Donners in der Ferne zu hören war, wurde sie hysterisch. Als sie ein kleines Kind war, rannte ihre Mutter bei jedem Gewitter los und kroch unter das Bett, und natürlich krochen die Kleinen hinterher. Ihre Mutter hatte sie gelehrt, das Gewitter zu fürchten – durch ihr Beispiel. Das ist die Art und Weise, wie Kinder lernen.
Nahezu jede Angst ist die Angst vor dem Unbekannten. Wie kann dem also abgeholfen werden? Man muß das, wovor man Angst hat, kennenlernen. Wir mußten erst alle Sicherheitsregeln lernen, bevor wir uns mit dem Gewitter vertraut machen konnten. Aber es hat funktioniert.

Ich will noch eine andere Geschichte über Angst erzählen. Ich habe von Frauen gehört, die Angst vor Mäusen haben, und ich habe persönlich Frauen und Männer gekannt, die Angst vor Hunden hatten. Aber diese Frau hatte Angst vor Katzen. Ich spreche nicht über Wildkatzen – ich meine ganz gewöhnliche Hauskatzen. Nun, es gab einige Katzen in ihrer Nachbarschaft. Alle ihre Freunde hielten sich Katzen. Jedesmal, wenn sie einer Katze begegnete, schrie sie, rannte los und wurde hysterisch. Sie erzählte mir, wie sie bei jeder Katze, der sie begegnete, dachte, sie würde ihr gleich an die Kehle springen. Ein Psychologe würde nun wohl sagen: „Als Baby wurde sie von einer Katze erschreckt; das hat sie jetzt vergessen, aber es ist noch in ihrem Unterbewußtsein.“ Das mag stimmen. Aber es spielt keine Rolle. Ich sagte: „Wenn Du Deine Angst vor Katzen verlieren willst, so mußt Du mit einer Katze vertraut werden.“ „Oh nein!“ erwiderte sie. Ich sagte: „Nun, hast Du Angst vor einem kleinen Kätzchen?“ „Nicht, wenn es klein genug ist“, sagte sie. So borgte ich mir ein süßes kleines Kätzchen. Man sagte mir, ich könnte es mir entweder ausleihen oder es auch behalten. Ich brachte es zu ihr und fragte: „Hast Du vor dem Angst?“ „Oh, nicht vor so einem kleinen Ding“, sagte sie. „Gut“, antwortete ich, „nun mußt Du damit vertraut werden. Du mußt es füttern, damit spielen.“ Natürlich kennt ihr das Ende der Geschichte. Aus dem Kätzchen wurde eine Katze, aber bis dahin hatte sie es so gern, daß sie es nicht mehr hergeben wollte.

Einige Ängste haben ihren Ursprung in Erfahrungen aus einem früheren Leben. Das letzte Problem, das ich geschildert habe, kann solch einen Ursprung gehabt haben. Damit muß man in der gleichen Weise umgehen. Lerne das kennen, wovor Du Angst hast.
Es gibt einige wenige Fälle, wo man ein bißchen anders an die Sache herangehen muß. Ich will von einem Fall erzählen, wo wir uns allmählich an die Sache herantasteten. Diese Frau hatte Angst davor, in einem kleinen Zimmer zu schlafen; sie konnte in einen kleinen Raum hineingehen, aber sie konnte nicht darin schlafen. Diese Angst hatte ihren Ursprung in einer Erfahrung in einem früheren Leben. Sie kam an meinen Arbeitsplatz und bat mich um Hilfe. Wir stellten ihr ein Feldbett in die Ecke der Bibliothek; das war ein sehr großer Raum. Sie fürchtete sich sogar hier, allein zu schlafen, so stellte ich noch ein Feldbett auf und schlief in der ersten Nacht bei ihr. Als sie dann gelernt hatte, wenigstens allein in der Bibliothek zu schlafen, stellten wir das Feldbett in das Eßzimmer, dem nächst kleineren Raum. In der ersten Nacht schlief ich in ihrer Nähe. Allmählich lernte sie dann, allein zu schlafen. Dann versuchten wir es mit dem größten Schlafzimmer, das wir hatten, usw. bis sie zu dem Punkt kam, wo sie in einem kleinen Schlafzimmer schlafen konnte.

Diese schrittweise Methode muß man nicht unbedingt anwenden. Wir wählten sie, weil es einige Arten von Angst gibt, mit denen man besser auf diese Art fertig wird. Dazu gehört auch die Höhenangst, auch sie kann aus einer früheren Erfahrung stammen. Laß dir sagen, daß auch junge, kraftvolle Menschen Höhenangst haben können.
Wenn ich mit Menschen zu tun hatte, die sich vor der Höhe fürchteten, so nahm ich sie mit zu einer Höhe, wo sie sich noch wohl fühlten, aber nicht mehr höher gehen wollten. Da blieb ich dann mit ihnen für eine Weile. Ich ließ sie dort mit einem Buch, mit etwas, womit sie sich beschäftigen konnten, solange sie sich in dieser Höhe aufhielten. Am nächsten Tag gingen wir sofort bis zu dieser Höhe und dann noch ein bißchen höher. Schließlich erreichten sie den Gipfel, vertraut mit der Höhe, und hatten keine Angst mehr davor.
Ich bin gefragt worden, ob eine gewisse Portion Angst nicht gesund wäre. Ich glaube nicht, daß es irgendein Maß von Angst gibt, das gesund wäre. Außer ihr meint die Angst, die man beim Überqueren der Straße hat, wobei man nach links und rechts schaut, bevor man sie überquert. Ich meine, wir sind verpflichtet, alles Notwendige für uns zu tun, und daher schaue ich immer erst links und rechts, ehe ich eine Straße überquere. Aber ich meine nicht, daß das Angst ist. Das ist einfach Vernunft. Ich kann das überhaupt nicht mit Angst verbinden. Wenn ich z. B. weiß, daß auf einem glatten Felsen kleine Kieselsteine verstreut liegen und ich leicht ausrutschen könnte, wenn ich auf diese kleinen Steine trete, so passe ich  eben auf, daß ich nicht darauf trete. Ich habe keine Angst, es ist einfach eine vernünftige Handlungsweise.

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