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4. Sthiti Prakarana - Über die Existenz

Die Geschichte von Bhima, Bhase und Dridha

Du kannst dich in diesem Ozean des Samsaras nur befreien, wenn du die Gesellschaft von Weisen pflegst. Nur Wallfahrt allein, Entbehrung und das Studium der Shastras tragen nicht zu deiner Errettung bei. Jeder Suchende, sollte sich vor die heiligen Füße eines Weisen niederknien und sich von den Folge aus Geburten und Tod durch seine Hilfe befreien. Ein Weiser hat seinen Egoismus und Ärger ausgelöscht. Er hat Wissen über Atman. Er geht den Pfad des Aufrechten und führt sein Leben in Übereinstimmung mit den Aufforderungen der Schriften. Jene, die der direkten Wahrnehmung Brahmans beraubt sind, haben Chidakasha nicht erkannt. Aber von jenen, die Brahman erkennen, sagt man, dass sie selbst Chidakasha sind. Wenn die Wolke des Egoismus (das kleine „[Ich]“) die Sonne von Jnana Akasha verdunkelt, dann wird die Seerose des Brahman (das große oder unendliche „Ich“) niemals erblühen. Der Spross Egoismus (Ahamkara) mit seinem Stamm der Wiedergeburten verbreitet sich überall mit seinen langen Äste des „Mein“ und „Dein“ und erntet die Früchte des Elends, der Sorgen und der Schmerzen. So lange es Egoismus gibt, solange wird es Wünsche geben. Wer den Keim des Egoismus aus seinem Herzen reißt, verhindert wahrlich, dass der Baum Maya (bekannt als Samsara Vriksha) sich in hunderte von Ästen verzweigt.

Nun sagte Rama zu Vasishtha: „Oh verehrter Lehrer! Welche Natur hat der Egoismus? Wie können wir diesen schrecklichen Egoismus auslöschen? Welchen Nutzen ziehen wir daraus, den Egoismus zu zerstören? Steht der Mensch in Verbindung mit den Vasanas seines Körpers? Besteht der Egoismus aus Körper oder aus Geist oder aus beidem, oder wird man ihn los, wenn man den Körper verlässt?“

Vasishtha antwortete: „Wer weder etwas mag noch ablehnt, wer immer gleichmütigen Geistes ist, der ist von egoistischen Gefühlen unberührt. Es gibt in der Welt drei Arten des Egoismus. Von denen sind zwei nützlich und von vorrangiger Natur, aber die dritte ist niederträchtig und muss von allen aufgegeben werden.

Das erste ist das höchste und ungeteilte Ego, das ewig ist und das Universum durchdringt. Es ist die Höchste Seele (Paramatma) neben der es in der Natur nichts anderes gibt. Meditiere auf die Formel "Aham Brahma Asmi." – „Ich bin Brahman“. Identifiziere dich selbst mit Brahman. Dies ist sattwiges Ahamkara.

Dieses Wissen, das uns unser eigenes Selbst feiner als das Ende eines Reisfelds oder so winzig wie der hundertste Teil eines Haares und als ewigwährend erkennen lässt, stellt die zweite Art von Ahamkara dar. Diese beiden Arten des Egoismus findet man in Jivanmuktas oder befreiten Weisen vor. Sie führen zur Befreiung der Menschheit. Sie bewirken keine Verhaftung. Deshalb sind sie von nützlicher und erhabener Natur.

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Die dritte Form von Ahamkara ist das Wissen, dass das „Ich“ mit dem Körper bestehend aus Händen, Füßen usw. identifiziert und das den Körper für die Seele oder das Selbst hält. Dies ist die schlechteste oder niedrigste Form des Egoismus. Sie ist bei allen weltlichen Menschen festzustellen. Sie ist die Ursache für das Wachstum des giftigen Baumes der Wiedergeburten. Wer immer diese Art von Egoismus besitzt, kann sich nie richtig besinnen. Zahllose Menschen sind von dieser Art des Ahamkara getäuscht worden. Sie haben ihre Intelligenz, Unterscheidungskraft und die Fähigkeit der Selbstbefragung eingebüßt. Diese Art von Egoismus schafft unheilvolle Ergebnisse. Die Menschen geraten unter den Einfluss der Übel des Lebens. Jene, die Sklaven dieser Form von Ahamkara sind, werden von verschiedensten Wünschen geplagt, die sie dazu verleiten, falsch zu handeln. Sie wirft sie auf den Stand eines Tieres zurück. Diese Form von Ahamkara sollte erbarmungslos um jeden Preis ausgelöscht werden.

Dieses niedrige Ahamkara sollte von den beiden anderen Formen von Ahamkara zerstört werden. Je mehr dieser niedrige Egoismus ausgedünnt wird, um so eher erlangt man Wissen über Brahman oder das Licht der Seele. Versuche, mit Hilfe der ersten beiden erhabenen Formen von Egoismus Brahman zu erlangen. Wenn du in diesem höchsten, makellosen Zustand, in dem sogar diese beiden Formen von Egoismus einer nach dem anderen aufgegeben werden, fest verankert bist, dann ist ein solcher Zustand das unvergängliche Verharren in Brahman. Identifiziere nicht das „Ich“ mit dem physischen Körper. Identifiziere dich mit dem Höchsten Selbst oder Parabrahman. Oh Rama! Sei in der Wahrheit verankert und lebe in Freiheit, in einem Zustand, frei von der Besessenheit des Egos. Höre nun aufmerksam die folgende Geschichte, die die Auswirkung des Egoismus auf das menschliche Verhalten beschreibt.

In der Unterwelt lebte ein mächtiger Dämon namens Sambara, ein Meister der Zauberkunst. Er war sogar ein Schrecken für die himmlischen Götter. Einst schickte er seine unverwundbare Armee, um gegen die Götter zu kämpfen. Zum Schutze seiner Armee erschuf er drei Dämonen mit den Namen Dama, Vyala und Kata. Diese Dämonen kannten keine vorhergehenden Geburten und waren somit frei von jedweder geistiger Prägung. Obwohl frei von jedem Gefühl des Egos, waren sie doch nicht erleuchtet. Sie kämpften ohne Todesfurcht so wie ein Kind mit dem Feuer spielen würde. Sie bedrängten die Götter sehr.

Der andauernde Kampf erschuf in ihnen jedoch allmählich eine Vorstellung des „Ichs“. Wenn nun dieses Gefühl für das Ego erwacht, dann folgte daraus der Wunsch, das Leben im Körper zu verlängern, Wohlstand, Gesundheit und Freude usw. zu erlangen. Diese Wünsche schwächten ihren Willen und verursachten geistige Verwirrung. Sie kämpften erfolglos und fürchteten sich vor dem Tod. Die Götter nützten diese Situation aus und starteten einen heftigen Angriff. Von Furcht ergriffen, flohen die drei Dämonen. Die Armee der Dämonen wurde so von den Göttern besiegt.

Sambara sprach zu sich selbst: „Die Asuras (Dama, Vyala und Kata), die ich erschuf, um die hochmütigen Devas zu zerstören, wurden im Kampf aufgrund ihres Stolzes, ihrer Dummheit und ihres Egoismus besiegt. Es fehlte ihnen das Wissen über das Selbst. Sie hatten die ausgeprägte Vorstellung des „Ichs“ und „Meins“. Ich werde nun erneut durch meine Kraft der Maya Asuras erschaffen, die mit Atma Jnana ausgestattet, gut in den Atma Jnana Shastras versiert und frei von der täuschenden Ahamkara sind. Sie werden in der Lage sein, die Devas im Kampf zu besiegen.

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Sambara erschuf also durch die Macht der Maya drei Asuras. Sie erfüllten den Himmelsraum wie Blasen auf der Meeresoberfläche. Sie waren allwissend. Sie besaßen das Wissen über Atman. Sie waren leidenschaftslos und ohne Sünde. Sie waren ruhigen Geistes. Sie kannten weder Liebe, Hass, Zweifel, Furcht, Enttäuschung, Verhaftung, Egoismus und Selbstsucht. Sie kümmerten sich keinen Deut um das Universum. Sie hießen Bhima, Bhasa und Dridha.

Sambara befahl ihnen, mit den Göttern zu kämpfen. Sie kämpften zahllose Jahre. Sie brüsteten sich nicht voller Stolz. Sie waren furchtlos beim Kampf gegen die Götter. Sie zogen mit der festen Überzeugung los, dass der inhaltlose Körper nichts bedeutet und dass es ein „Ich“, so wie die Menschen es nennen, gar nicht gibt. Sie dachten weder an die Vergangenheit noch an die Zukunft. Sie fürchteten den Tod nicht. Ihr Geist kannte keine Verhaftungen. Sie töteten ihre Feinde, ohne sich selbst als Schlächter zu erachten. Sie waren vollkommen frei von allen Wünschen. Sie erledigten ihre Pflichten und sahen sich selbst als inaktiv. Sie führten den Krieg mit der Haltung der Pflichterfüllung ihrem Meister Sambara gegenüber. Sie waren frei von Leidenschaft und Liebe. Jene, die frei von Egoismus sind und atmische Befragung üben, werden furchtlos gegenüber Geburt und Tod. Sie sind stets zufrieden mit dem, was sie leicht erlangen können. Sie betrachten alles gleich.

Alle Devas flohen vom Schlachtfeld, nahmen Zuflucht bei Hari und verbeugten sich vor Ihm. Hari ging zum Schlachtfeld und führte gegen die drei Asuras Krieg. Hari tötete die Asuras und sandte sie zu Vaikunta (Himmel). Jene, die von Hari gerettet oder umgebracht werden, erlangen dasselbe Recht in sein Reich einzugehen.

Vasanas (subtile Wünsche) erzeugen Verhaftung. Wenn die Vasanas ausgelöscht werden, verschwindet die Verhaftung. Alle Vasanas werden im Feuer des Wissens über das Selbst verbrannt. Wenn die Vasanas zerstört sind, erreicht der Geist Ruhe wie eine Lampe ohne Ghee. Der Geist kommt zur Existenz, weil die Menschen Gedanken über die Objekte pflegen, und die Eindrücke über die Objekte verfestigen sich im Geist. Wenn diese Gedanken ausgelöscht werden, verschwindet der Geist sofort. Der Geist wird in dieser Welt durch die Vasanas eingesperrt. Wenn der Geist von den Vasanas gelöst ist, sagt man, er ist befreit.

Die ersten drei Asuras – Dama, Vyala und Kata – wurden aufgrund ihres Ahamkara besiegt. Die Asuras Bhima, Bhasa und Dridha gewannen, weil ihnen Ahamkara fehlte.

Aus der obengenannten Geschichte kannst du, oh Rama, deutlich begreifen, dass jenen, die vom Egoismus befreit sind, immer Erfolg beschieden ist. Folge nie dem Beispiel von Dama, Vyala und Kata. Verhalte dich wie Bhima, Bhasa und Dridha. Oh, unbefleckter Rama! Sei dir durch dein Atma Jnana aller Dinge deutlich bewusst und verbleibe für immer in der immerwährenden Wonne des Selbst.“

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