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3. Utpatti Prakarana - Über die Schöpfung

Die Geschichte von Indra und Ahalya

Vasishtha sagte: „Oh lotusäugiger Rama! Der Geist ist der Schlächter von Atman. Nur der Geist erschafft die Welt. Nur die Handlungen des Geistes sind die wirklichen Handlungen. Jene des Körpers zählen gar nicht zu den Handlungen. Nur Brahma alleine kann die wunderbaren Gaben des Geistes verstehen. Der Körper ist wie eine Model, die der Geist für seine Handlungen vorbereitet. Der Geist denkt an den Körper und wird selbst zum Körper. Dann verwickelt er sich derart mit dem Körper, dass er durch ihn die unterschiedlichsten Schmerzen und Qualen erfährt. Der Weise, der sich mit der alles durchdringenden Seele oder Atman identifiziert und der versteht, dass er körperlos von allem Übel befreit ist, das den Körper befällt. Indra und Ahalya waren sich nicht über ihren körperlichen Schmerz bewusst.“

Rama sagte: „Oh verehrter Lehrer! Wer war dieser Indra? Und wer war Ahalya? Ich möchte sehr gerne etwas über die beiden erfahren.“

Vasishtha sagte: „Vor langer Zeit regierte eine König namens Indradyumna in Magadha (Bihar). Seine Frau hieß Ahalya. In dieser Stadt lebte eine Person, die als Indra bekannt war. Er war der Anführer einer Bande von zügellosen Männern. Die Königin war diesem Indra sehr zugetan und lebte einige Zeit in seiner Gesellschaft. Dies wurde dem König zugetragen. Der König wurde sehr ärgerlich. Er ließ sie beide mitten im Winter in das kalte Wasser eines Basins werfen. Jedoch zeigten die beiden nicht das geringste Zeichen von Schmerz. Sie lächelten sich gegenseitig an, als befänden sie sich in wonnevollem Vergnügen.

Dann warf man sie in einer große Bratpfanne auf das Feuer. Sie blieben unverletzt und sagten: „Oh König! Wir jubeln über die Freude unserer Seelen, wenn wir aneinander denken.“ Auch als Elefanten auf sie trampelten wurde ihnen kein Haar gekrümmt und sie sagten: „Oh König! Die Erinnerung aneinander verschafft uns große Freude.“ Anschließend peitschte man sie heftig mit Ruten und Riemen. Sie wurden mit Hämmer geschlagen. Und auch hier zeigten sie keinerlei Anzeichen von Schmerz. Sie lächelten und lachten nur. Der König war blass vor Staunen. Er fragte Indra und Ahalya: „Wie kann es sein, dass ihr beide unter Folter keinerlei Schmerz verspürt?“

Sie gaben ihm die folgende Antwort: „Oh König! Uns kann keine Folter trennen. Diese Welt ist voller Formen des anderen für uns. Wir nehmen die ganze Welt als voll von uns selbst wahr. Wir sehen unseren Geliebten in jeder Form und Gestalt. Wir schauen uns gegenseitig an. Wir genießen die Wonne und sind uns deshalb unseres Körpers vollkommen unbewusst. Wir verspüren keinen Schmerz. Auch wenn unser Körper zerstückelt wird, fühlen wir nicht den geringsten Schmerz. Wenn der Geist nur fest genug auf einen Gegenstand gerichtet ist, erfährt er keinen Schmerz. Wenn der Geist nur vollkommen vom Gegenstand erfüllt ist, wer sonst sollte dann die Heimsuchungen des Körpers beobachten und fühlen? Nur der Geist ist das Instrument, über das man Schmerz verspürt. Dieser Geist ist nun vollkommen von einem Gegenstand absorbiert, den er am meisten liebt. Wie kann da der Schmerz ihn berühren? Keine Macht der Welt ist in der Lage, diesen Geist von seinem geliebten Objekt abzubringen. Jeder Körper hat seinen Ursprung nur im Geist. Der Geist tut alles. Er stellt den höchsten Körper dar. Auch wenn dieser Körper vergeht, so nimmt sich der Geist nach Belieben schnell wieder frische Körper. Erst wenn dieser Geist ein für alle Mal durch Atma Jnana zerstört wird, hören die Körper auf, wieder zu erscheinen.“

Der König wurde der Wahrheit ihrer Aussagen gewahr. Muni Bharata, der neben dem König im Gerichtssaal saß, sagte, dass das Paar Worte der Weisheit sprach, auch wenn sie unter dem starken Einfluss der Leidenschaft standen. Damit sie sich unbeschwert vergnügen konnten, verbannte sie der König aus seinem Reich in ein fremdes Land. Der Körper mit seinen vielfältigen Organen ist nichts anderes als der Geist. Auch dieses Universum ist nichts anderes als Geist. Wenn der Geist verschwindet, dann verschwinden auch Körper und Universum. Mit diesen Worten schloss Vasishtha die Geschichte.

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