Mrz 27 2016

Vergebung – Bedeutung von Ostern


Jesus sprichtHeute ist Ostersonntag. Die Zeit um Ostern, insbesondere der Ostersonntag, eignet sich gut, um spirituell zu praktizieren und um innerlich Kraft zu sammeln. Falls der ein oder andere in den letzten Wochen und Monaten eine schwierige Zeit hatte, so ist jetzt eine gute Gelegenheit, sich neu aufzuladen und energetisch und freudvoll wieder „auf-zu-erstehen“.

Es heißt, auf Licht folgt wieder Dunkelheit und auf Dunkelheit folgt Licht. Leben ist zyklisch, rhythmisch und bewegt. Da hilft es, konstante Orte und Techniken zu nutzen, um sich wieder mit Energie für Neues aufzuladen. Im Yoga Ashram hat man zum Beispiel die Möglichkeit, die Osterzeit mit Freude, Ausgeglichenheit, spiritueller Praxis wie Pranayama, Hatha YogaAsanas, Mantrayogastunden, Meditation, Homa, Satsang, etc. zu verbringen. Menschen, die Kraft tanken möchten, kommen über die Feiertage oder auch länger in den Ashram und nutzen die Zeit für sich selbst, um durch die Regeneration wiederum auch anderen hilfreich sein zu können und das Leben gestärkt anzugehen. 

Ein anderer Aspekt des Oster-Geschehens ist auch, dass wir uns vergegenwärtigen, dass wir auf dem spirituellen Wachstum auch Leid erfahren. Spirituelle Meister und Inkarnationen Gottes, wie Jesus, haben die Aufgabe, den Menschen zu helfen und sie im Prozess der Erkenntnis zu unterstützen.

Jesus hat relativ frühzeitig verkündigt, dass er verraten würde und sterben müsse, um nachher wieder aufzuerstehen. Gleichfalls sprach Jesus am Kreuz: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ So ist Ostern eine gute Gelegenheit, um zu vergeben und denjenigen dankbar zu sein, die uns das Leben schwer gemacht haben. Denn: Wir wachsen nicht nur durch schöne Ereignisse, wir wachsen auch und insbesondere an den schmerzhaften Ereignissen, die wir aushalten und schließlich überstehen. Wir wachsen an schmerzlichen Erfahrungen, die wir zusammen mit anderen Menschen erleben. Wir wachsen an Schwierigkeiten, die uns auf unserem Weg begegnen. All dies kann uns als eine Möglichkeit zum Wachsen dienen. Wir können wachsen an Verrat, Nachrede oder Betrug, indem wir uns trotz schlechter Erfahrungen von unserem Glauben an das Gute nicht abbringen lassen. Das macht stark und verleiht eine erhabene Haltung, eine kraftvolle innere Einstellung. In einem Lied-Text von Swami Sivananda heißt es: „Trage Kränkung, trage Schmähung, höchstes Yoga.“ So wie ein kleines Kind beim Laufen-Lernen unweigerlich stürzen wird und somit allerhand Schwierigkeiten und manchmal sogar Verletzungen begegnet, so lernen wir, uns nicht mit Rückschlägen zufrieden zu geben sondern daran zu wachsen, bis wir das Leben erfolgreich meistern. 

Jesus sagte „Es muss ja Übles kommen.“ Im dualistischen Spiel der Welt begegnet uns das, was zur Ausarbeitung unseres Karmas notwendig ist. Es dient der Entwicklung unserer Psyche, der Entwicklung unserer Persönlichkeit, dem spirituellen Wachstum und dem Erfüllen unserer Aufgaben im Leben. Diejenigen, die uns Schlechtes antun, verhelfen uns in gewissem Sinne dadurch daran zu wachsen. Wenn Menschen einander jedoch willkürlich und mit ganzer Absicht Leid zufügen, dann schaffen sie sich selbst ein Karma, das für sie selbst in der Konsequenz wiederum schmerzhafte Erfahrungen hervorbringen wird. Von daher können wir sogar Mitgefühl und wohlwollende Gedanken für diejenigen haben, die z.B. besonders unfreundlich, gehässig oder verbal oder sogar physisch verletzend zu uns waren.

Ein weiterer Aspekt ist, dass uns vieles aufgrund von Unwissenheit widerfährt. Nicht alle tun uns Schlimmes an, weil sie uns absichtlich Schlechtes tun wollen – meistens stecken Missverständnisse, mangelnde Aufmerksamkeit oder Unwissenheit dahinter. In solchen Fällen können wir vergeben und wir können für diejenigen um Hilfe und Einsicht bitten, die weniger freundlich zu uns waren.

So spricht Jesus: „Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.“ [Matthäus 5.39-42]

Frohe Ostern!

Om Shanti

 

7 Kommentare

7 Yoga Blog Kommentare to “Vergebung – Bedeutung von Ostern”

  1. premajyotiam 27. März 2016 um 10:57 1

    …und Jesus Christus um Hilfe bitten, hilf mir bitte, dadurch zu gehen, hilf mir bitte, gut zu handeln, hilf mir bitte, das zu tun, was in deinem Sinne ist.

    Ich muss nicht alles alleine tragen, Jesus Christus hilft dir, er schenkt dir Kraft, er ist mit Dir, wenn du ihn anrufst, er steht hinter dir und schenkt dir seine Kraft.

    und nicht vergessen Jesus Christus ist unabhängig von Religionen, Christus ist für uns alle da.

    Om Shanti

  2. charlotteam 27. März 2016 um 11:45 2

    Vielen Dank für diese hoffnungsvollen Gedanken. Wir leben gerade in einer Zeit, in der die Menschen Hoffnung verlieren und Zuversicht immer weniger als eine Option sehen. Obwohl Deutschland eines der reichsten Länder ist, lebt hier jeden 6. Kind in Armut. Menschen können durch ihre Arbeit – wenn sie überhaupt eine haben – nicht mehr ausreichend leben. Die Nahrung, die wir essen, wird zunehmend durch Pestizide so belastet, dass sie kaum mehr genießbar ist. Die Politik wendet sich den Konzernen zu und von den Menschen ab . . .

    Aber es gibt in der Tat Hoffnung! Weil immer mehr Menschen ein solches Leben nicht mehr akzeptieren, in dem sie permanent benachteiligt und vergessen werden, setzen sie sich ein für eine bessere Welt – ohne Gewalt und voller Frieden! Möge dieser Tag all jeden Hoffnung bringen, die diese bereits verloren haben . . . .

    Om Shanti!

    Charlotte

  3. Heidiam 27. März 2016 um 12:10 3

    ihr lieben, super dass ihr darauf hinweisst!
    leider vergessen die menschen jesus in dieser zeit immer mehr!

  4. Babetteam 27. März 2016 um 13:24 4

    Heute morgen Ostern und Auferstehung in der Kirche gefeiert und ins Licht gegangen. Ich verbinde mich mit Jesus und dieser großartigen Energie und erfahre Trost durch seine Worte. Es gibt immer noch mehr und höheres jenseits von allem Leid. Danke Sukadev auch für deine inspirierenden Worte!Ich bin dankbar für alle Kraftquellen!

  5. Monaam 28. März 2016 um 10:28 5

    Danke ihr Lieben,

    genauso ist es.
    Mögen alle Lebewesen Frieden finden!

    Frohe Ostern – om shanti –

  6. Jensam 28. März 2016 um 11:20 6

    Danke für die inspirierenden Worte, sie geben mir Halt in einer Zeit voller Veränderungen
    Sat Nam

  7. Jojoam 28. März 2016 um 20:04 7

    Schöne Worte…
    Nehmt doch bitte bei der Umschreibung von Jahresfesten nächstes Mal auch die heidnischen Ursprünge mit hinein. Alle Ashrams in Deutschland stehen auf keltisch-germanischem Grund. Und Ostara und die Frühlingstagundnachtgleiche haben auch wunderschöne spirituelle Botschaften zu bieten.
    Om Shanti!

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