Wenn
Gesammelt von
Swami Hamsananda
Englischer Originaltitel: If
Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben
vom Bund der Yoga Vidya Lehrer e.V.
Copyright:
The Divine Life Trust Society
P.O. Shivanandanagar – 249 192
Dist. Tehri-Garhwal, U.P., Himalayas, Indien
Deutsche Ausgabe 2003:
Yoga Vidya Verlag Volker Bretz
Gut Hoffnungstal
D-57641 Oberlahr
All copies for free distribution
Kostenlos erhältlich bei:
Yoga Vidya Verlag Volker Bretz
Gut Hoffnungstal
D-57641 Oberlahr
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The Divine Life Society
Kopenhagener Str. 40
D-30457 Hannover
Wenn
Englischer Originaltitel: If
108 prägnante Aussagen von Swami Krishnananda,
gesammelt und niedergeschrieben von Swami Hamsananda
1. Wenn die Erde dich nicht ausreichend durch ihre Schwerkraft herabziehen
würde, würdest du in der Luft schweben. Und wenn die Sonne
dich nicht gleichermaßen von oben ziehen würde, würdest
du am Boden kleben und könntest deinen Fuß nicht heben.
2. Wenn du immer im allumfassenden Bewusstsein lebst, bist du für
nichts verantwortlich.
3. Wenn dein Geist nicht richtig denkt, nützt selbst ein Mantra nichts.
4. Wenn all die verschiedenen Selbst miteinander verschmelzen, entsteht
ein größeres Selbst.
5. Wenn ich dich in mir einschließe, schließt auch du
mich in dir ein. So funktioniert die Welt.
6. Wenn du ebenfalls zu dem wirst, was überall ist, dann wirst
du das sehen, was überall ist.
7. Wenn du zutiefst fühlst und überzeugt bist, dass, was
immer du siehst, im Absoluten enthalten ist (einschließlich
dir selbst und jedermann), dann ist das Meditation.
8. Wenn dein Geist dazu in der Lage ist, sich auf das kosmische Gebilde
einzustimmen, hast du keinerlei Probleme mehr.
9. Wenn jenes universelle Prinzip nicht wirksam wäre, würdest
du niemals etwas anderes als deinen Körper kennen.
10. Wenn du etwas als eine Aufgabe ansiehst, hast du Zeit dafür.
Du wirst die Zeit dafür finden; ansonsten ist es keine Aufgabe.
11. Wenn die Gesellschaft etwas von dir braucht, musst du es als Opfer
erfüllen.
12. Wenn du schimpfst und klagst und es dann fürchtest, dann
ist es kein Sadhana (spirituelle Praxis).
13. Wenn du eine Gegenleistung erwartest, ist es eine selbstsüch-tige
Handlung.
14. Wenn man sich nur nach Gott sehnt, kann man das nicht einen Wunsch
nennen.
15. Wenn die ganze Welt zum Subjekt geworden ist, gibt es keine Notwendigkeit,
ihr zu entsagen.
16. Wenn du überall nur Gott siehst und nichts anderes, ist das
ein schöner Gedanke.
17. Wenn du dem Geist erlaubst, sich an etwas Gutes zu heften, wird
er nicht an etwas Schlechtem festhalten.
18. Wenn du dich auf Gott zu bewegst, entfernst du dich von der sichtbaren
Welt.
19. Wenn du etwas denkst, erzeugt das Karma (Ursache und Wir-kung).
Jeder Gedanke erzeugt Karma.
20. Wenn du jenseits des Geistes bist, kannst du nicht zornig wer-den.
Es ist der Geist, der ärgerlich wird. Das Selbst kann nicht zornig
werden. Es ist universelles Sein.
21. Wenn du eine vollkommener Mensch bist, wirst du nichts be-gehren;
da deine Persönlichkeit in jeglicher Hinsicht vollstän-dig
ist, hast du keine Wünsche.
22. Wenn das Überleben selbst bedroht ist, verschwinden andere
Wünsche von selbst.
23. Wenn man sich als individuelle Existenz begreift, nennt man dieses
Bewusstsein den Geist.
24. Wenn du nur bestimmte Dinge lieben möchtest und nicht alles,
ist es eine bedingte Liebe; aber wenn du alles gleichermaßen
lieben kannst, ist es bedingungslos. Die Entscheidung liegt bei dir.
25. Wenn Gott ein Ganzes ist, ist auch Seine Schöpfung ein Gan-zes
und auch du bist gleichermaßen ein Ganzes.
26. Wenn ein Mensch dich so lange führen kann, bis eine solche
Führung nicht mehr nötig ist, ist dies dein Guru (spiritueller
Lehrer).
27. Wenn du denkst, dass dir niemand auf der ganzen Welt über-legen
ist, brauchst du keinen Guru. Aber wenn du meinst, dass es Menschen
auf der Welt gibt, die dir überlegen sind, dann sind sie deine
Lehrer.
28. Wenn deine guten Taten keine Früchte bringen, sind sie be-deutungslos.
29. Wenn dein Herz eins ist mit etwas, was auch immer es sein mag
dann, dann wird es wie eine Mutter zu dir sein.
30. Wenn alles rot ist und es nichts gibt, was nicht rot ist, kann
man die roten Dinge nicht sehen.
31. Wenn du unehrlich zu dir selbst bist, wirst du keinen Zentime-ter
Fortschritt machen.
32. Wenn Brahman (das Absolute) sich selbst als die Welt ausge-drückt
hat, kann die Welt nicht außerhalb des Brahman exis-tieren.
33. Wenn wir jetzt nicht Brahman sind, werden wir es auch zu keinem
zukünftigen Zeitpunkt sein. Ein Nicht-Absolutes kann nicht in
das Absolute verwandelt werden.
34. Wenn es kein Sein als solches gibt, kann nichts existieren.
35. Wenn man das Absolute mit dem Leben gleichsetzt, dann ist alles
andere nur Tod.
36. Wenn es keinen Gott gibt, kann es auch keine Welt geben.
37. Wenn Brahman (das Absolute) als Ishwara (persönlicher Gott)
erscheint, geschieht dies durch seine Kraft der Erscheinung, der Manifestation.
38. Wenn es kein wirkliches Objekt gibt, kann es auch kein wirk-liches
Subjekt geben.
39. Wenn das Selbst in allem ist, kann es kein Nicht-Selbst im Selbst
geben; und solange ein Nicht-Selbst wahrgenommen wird, ist man nicht
im befreiten Zustand.
40. Wenn Gott als etwas verstanden wird, das verschieden vom Universum
und seinen Bestandteilen ist, das heißt, wenn Gott ein Subjekt
oder Objekt von etwas ist, dann wäre ein solcher Gott genauso
vergänglich wie jedes sterbliche Wesen.
41. Wenn ich als Individuum existiere, muss Ishwara (der persön-liche
Gott) existieren als derjenige, der von meiner Existenz weiß.
Die Tatsache, dass ich bin, beweist, dass es Gott gibt und zwar als
Bewusstsein meines Daseins.
42. Wenn es Gott oder Ishwara nicht gibt, kann es weder mich noch
die Welt geben.
43. Wenn nicht allen Dinge eine letzte Ursache, die selbst keine Ursache
hat, zugrunde liegt, kann nichts Verursachtes existie-ren oder bewusst
werden.
44. Wenn du dir ein Objekt bis zum tiefsten Kern seines Wesens erschließt,
erschließt du die höchste Ebene des Universums.
45. Wenn du aus deinem eigenen Selbst heraus leben kannst, bist du
ein wahrer Gott.
46. Wenn es kein regelndes Gesetz gäbe, würden Katastrophe
und Chaos im Kosmos herrschen.
47. Wenn der Geist an Marktplätze, Bahnhöfe, Bushaltestellen,
Cafés und Parties denkt, bist du mitten in der Großstadt,
selbst wenn du dich im tiefsten Dschungel befindest.
48. Wenn du dich der ursprünglichen Grundlage aller Dinge zu-wendest,
nimmt der Einfluss von Maya (Illusion) oder Prakri-ti (materielle
Natur) allmählich ab.
49. Wenn sich jemand asozial verhält, ist er kein spiritueller,
son-dern ein törichter Mensch.
50. Wenn alles mit allem verbunden ist, stimmt es nicht, dass es äußere
Dinge gibt. Somit ist sogar deine Vorstellung von Din-gen außerhalb
falsch.
51. Wenn du alles von einem Guru (spiritueller Lehrer) lernst, ist
er dein einziger Guru, der alles umfasst.
52. Wenn du mich ganz kennen willst, musst du zu mir werden, ansonsten
kannst du mich nicht kennen.
53. Wenn du die Schöpfung kennen willst, musst du in die Sub-stanz
der Schöpfung eintreten. Das nennt man Meditation.
54. Wenn Sadhana (spirituelle Praxis) so intensiv ist, dass es den
gesamten Kosmos anzieht, dann ist es wirkliches Sadhana.
55. Wenn der Körper aus den fünf Elementen besteht, meinst
du dann, du seiest außerhalb der Natur oder von ihr getrennt?
56. Wenn du unabhängig von der Welt bist, siehst du Gott in al-lem.
57. Wenn du spürst, dass das Absolute da ist, dann bist du frei.
Wenn du es nicht spürst, bist du gebunden.
58. Wenn du glaubst, dass Gott alles ist, dann solltest du nicht gleichzeitig
an Nicht-Göttliches denken. Das ist das Wesen von Konzentration.
59. Wenn du alle gesellschaftlichen Einrichtungen, von der UNO bis
hin zur Familie, wirklich einmal untersuchst, wirst du fest-stellen,
dass sie alle auf Selbstsucht begründet sind.
60. Wenn du urteilst, beurteile die Beziehung zum Ganzen. Jedes Urteil
ist ein allumfassendes Urteil – du beurteilst dich selbst. Die
Gesamtheit des Bewusstseins ist Ishwara (der persönliche Gott).
61. Wenn du etwas ständig ohne Unterbrechung liebst, ist das
Meditation.
62. Wenn Erziehung nicht die systematische Kunst ist, sich der Wirklichkeit
schrittweise anzunähern, dann hat Erziehung kei-ne wirkliche
Bedeutung.
63. Wenn glücklich bist, obwohl niemand dich sieht, ist das der
Test für deine Spiritualität.
64. Wenn alles in Ordnung wäre, gäbe es keinen Anreiz zu
arbei-ten.
65. Wenn dies die einzige Wirklichkeit wäre, gäbe es niemanden,
der Kenntnis von der Existenz der Materie hat.
66. Wenn ein Streitgespräch, auch über Gott selbst, bedingt
ist, wie kann man dann sicher sein, dass man über etwas wirklich
Existierendes argumentiert?
67. Wenn die Welt nur rein materieller Natur wäre, könnte
nie-mand wissen, dass sie existiert.
68. Wenn jemand wissen will, was Bewusstsein ist, muss er nur ein
paar Sekunden lang die Augen schließen und nachspüren,
woher und wie er weiß, dass er existiert.
69. Wenn es im Menschen etwas Wirkliches gibt, dann muss dies ein
Teil des Universums sein.
70. Wenn das Leben ein gesundes Ganzes werden soll, muss das Alltagsleben
von einer spirituellen und meditativen Grundein-stellung geprägt
sein.
71. Wenn jemand irgendwo ganz alleine leben würde, hätte
ein Name keine Bedeutung für ihn.
72. Wenn die Sonne nicht wäre, würden wir sterben; wir leben
durch die Sonne.
73. Wenn es einen sichtbaren Gott gibt, dann ist es die Sonne.
74. Wenn dein Sein und Tun irgendeinen Wert haben, dann ist das Spiritualität.
75. Wenn du deine Tage verbracht hast, ohne wenigstens ein klein wenig
Befriedigung darüber, dass Du – in Seinen Augen –
ein würdiges Kind Gottes geworden bist, dann sieh dein Leben
als unwürdig verbracht an.
76. Wenn du Swami Sivanandas Aussagen verstehst, verstehst du auch
Shankaracharya (Shankara: berühmter indischer Philo-soph und
Heiliger; Vertreter der Vedanta-Philosophie, der Phi-losophie der
Einheit).
77. Wenn wir uns über das Hauptziel nicht im klaren sind, schwankt
alles.
78. Wenn das, was wir lernen, uns nicht frei macht und in unserem
Selbst verankert, ist unser Wissen wertlos.
79. Wenn Gott überhaupt etwas ist, dann ist Er spirituell. Wenn
Er etwas tut, dann ist es eine rein spirituelle Handlung. Wenn es
einen Zweck hinter Seinen Handlungen gibt, dann ist auch die-ser rein
spirituell.
80. Wenn Narayana (Gott in seiner Urform, aus der die Welt ent-standen
ist; auch anderer Name für Vishnu, den Aspekt Gottes als Erhalter
des Universums) wie die Sonne ist, ist Lakshmi (der weibliche Aspekt
von Vishnu, der für die Manifestation des Göttlichen als
Schönheit und Fülle steht) wie der Sonnen-schein.
81. Wenn du oder ich allein in einer Ecke weinen, mag das nicht ausreichen,
um eine Inkarnation Gottes auf den Plan zu rufen.
82. Wenn ich völlig mit dir übereinstimme, kann es keinen
Kon-flikt geben. Wenn ich dich völlig ablehne, gibt es auch keinen
Konflikt.
83. Wenn wir heute großartig erscheinen, dann nur deshalb, weil
wir Dummköpfe sind! Unsere Großartigkeit ist einfach Unwis-senheit!
84. Wenn der Körper (des Verstorbenen) tatsächlich unser
Vater wäre, würden wir ihn nicht verbrennen und nicht mit
Schürei-sen stechen, als sei er nicht von Bedeutung.
85. Wenn der Geist im philosophischen Sinne krank ist - nicht im medizinischen
Sinne -, kann man kein Philosoph sein. Ein Philosoph ist psychisch
gefestigt.
86. Wenn wir ein sinnvolles Leben leben, ist es Religion.
87. Wenn wir überhaupt einen Freund haben, dann ist es Gott.
88. Wenn wir irgend eine Stütze haben, dann ist es Gott.
89. Wenn jemand uns etwas lehren und beibringen kann, dann ist es
Gott.
90. Wenn deine Fragen überhaupt beantwortet werden können,
dann nur von Gott allein.
91. Was ist ein Mensch, wenn nicht ein Gedanke, ein Gefühl oder
eine Reihe von Gedanken und Gefühlen?
92. Wenn Handlung durch Denken ersetzt wird, folgt auf Denken „Sein“.
93. Wenn das Auge etwas sieht, ist es das Prana (Lebensenergie), das
sieht.
94. Wenn die Nase riecht, ist es das Prana, das riecht.
95. Wenn das Ohr hört, ist es das Prana, das hört.
96. Wenn es kein „Anderes“ gibt, gibt es keine Furcht.
97. Wenn die innere Lebenskraft glücklich ist, sind alle Teile
des Körpers glücklich. Auch der Geist und der Intellekt
sind dann glücklich. Das ganze Wesen ist glücklich.
98. Wenn Gott bereits zur Welt geworden ist, können wir Gott
nicht suchen. Er ist nicht mehr da. Er ist vollendet.
99. Wenn wir Opferhandlungen ohne meditative Einstellung aus-führen,
sind sie so gut wie nichts.
100. Wenn wir den wahren Gott verehren wollen, müssen wie Gott
als das Selbst in allen Formen verehren, nicht als eine Form.
101. Wenn du denkst, Gott ist irgendwo dort und du bist hier, wirst
du für immer hier sein und Er wird dort sein.
102. Wenn Macht ohne Wissen da ist, kann man sich die Folgen davon
leicht vorstellen.
103. Wenn man nicht mit dem Gesetz in Einklang ist, ist man schwach.
104. Wenn man mit dem Gesetz in Einklang ist, ist man stark.
105. Wenn es schon auf der menschlichen Ebene keine Entschuldi-gung
ist, ein Gesetz nicht zu kennen, so verhält sich das eben-so
auf der göttlichen Ebene.
106. Wenn du in dieser Welt Ameisen verletzt hast, werden sie dich
zu Fall bringen. Wer weiß, vielleicht kommst du in die Amei-senwelt?
107. Wenn das spirituelle Prinzip fehlt, erfüllen sich nicht
einmal die weltlichen Wünsche.
108. Wenn du die Ursache des Todes kennst, kannst du dem Tod entkommen.
Hari Om Tat Sat
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