Wenn - 2
Gesammelt von
Swami Hamsananda
Englischer Originaltitel: When
108 prägnante Aussagen von Swami Krishnananda,
gesammelt und niedergeschrieben von Swami Hamsananda
Herausgegeben von:
THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Germany Zweite deutsche Ausgabe: 2003
Neu aus dem Englischen übertragen von Divya JyotiAufbereitet
für das Internet: 2003
Hans-J. Schröer
(Divya Jyoti)
c/o THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Kopenhagener Str. 40D-30457 Hannover
© THE DIVINE LIFE Trust SOCIETY
P.O. Shivanandanagar 249192
Dist. Tehri-Garhwal, U.P.
Himalayas, INDIA
Wann
Englischer Originaltitel: When
108 prägnante Aussagen von Swami Krishnananda,
gesammelt und niedergeschrieben von Swami Hamsananda
1. Wenn der Geist müde oder widerwillig ist, solltest du nicht
me-ditieren.
2. Wenn du denken kannst wie Gott denkt, ist dies das größte
ta-pas (disziplinierte Praxis, Askese).
3. Wenn der Körper durchlässig wird, wird er vergeistigt;
wenn der Geist fest wird, wird er verkörperlicht.
4. Wenn du weißt, welchen Ort du erreichen willst, kennst du
auch den Weg dorthin.
5. Wenn du das Absolute erreichst, verhältst du dich in der glei-chen
Weise wie das Absolute.
6. Wenn starke Leidenschaften vorhanden sind, hört die Vernunft
auf.
7. Wenn du eine Blume im Garten berührst, hast du die Sterne
im Himmel gestört.
8. Wenn die Unwissenheit entfernt wurde, gibt es nichts weiteres mehr
zu tun. Alles ist so klar wie das helle Licht des Tages.
9. Wann werde ich frei sein? Wenn ich aufhöre zu existieren.
10. Wenn sich die Meditation vertieft, kannst du deine Aktivitäten
verringern und dich mehr und mehr der Meditation zuwenden.
11. Wenn alles geht, kommt alles. Wenn alles kommen soll, muss auch
alles gehen.
12. Wenn allem entsagt wird, dann kommt gleichzeitig auch alles.
13. Wenn jemand moksha (Befreiung) erreicht, dann erhebt sich zugleich
der gesamte Kosmos.
14. Wenn du dich hilflos fühlst, dann denke an den unbesiegbaren
Bhishma (eine Gestalt aus dem indischen Heldenepos Mahab-harata).
15. Wenn ich dich liebe, liebe ich deine Seele, die Größe,
Großar-tigkeit und Schönheit der Tiefe deiner Persönlichkeit,
und nicht deine körperlichen Merkmale.
16. Wenn alles geht, kommt Gott. Solange noch etwas da ist, ist Er
ein wenig weiter entfernt.
17. Wenn Gott für jemanden eintritt, kann niemand vor Ihm beste-hen.
Mit dieser Gewissheit nimm Zuflucht bei Ihm allein.
18. Wenn Du müde bist, setze dich nicht hin um zu meditieren.
Ste-he für eine Weile auf und bewege dich in der Veranda. Gehe
einfach von einer Seite zur anderen. So wird die Trägheit bald
verschwinden.
19. Wenn wir die Welt sehen, dann nimmt ein Teil der Welt in uns sich
selbst als getrennt und außerhalb in Zeit und Raum gelegen wahr.
20. Wenn du allein mit deiner Existenz in Form deines höheren
Selbst zufrieden bist, dann hast du bereits alles getan. Die Not-wendigkeit
zu handeln hört auf.
21. Wenn wir uns von dieser Einen Wirklichkeit abwenden, machen wir
uns selbst zu Gefangenen.
22. Wenn man Brahman (das Absolute, das Göttliche) kennt, kennt
man alles.
23. Wenn alle Verbindungen zurückgezogen, nach innen genom-men
werden, löst sich das Individuum im reinen Sein auf.
24. Wenn die spirituelle Praxis gut voranschreitet, kommt schnell
die höchste Erfahrung der wahren Wirklichkeit.
25. Wenn man das Höchste und das Tiefste erkennt, wird der Kno-ten
im Herzen zerbrochen, alle Zweifel werden aufgelöst und al-le
Handlungen hören auf.
26. Wo es Individualität gibt, gibt es keine Allwissenheit oder
All-macht. Wo diese sind, gibt es keine Individualität.
27. Wenn die Gedanken zum Stillstand kommen, lösen sich alle
Formen auf.
28. Wenn das Selbst gereinigt ist, wird die Absolute Wahrheit in ihm
offenbar. Dank seines ursprünglichen Wissens kann es das ganze
Universum durch seine bloße Existenz oder sein Be-wusstsein
der Vollkommenheit in die rechte Ordnung bringen.
29. Wenn Vernunft auf den shrutis (offenbarte Schriften) basiert,
gibt sie uns die Kraft, die Wahrheit zu lieben.
30. Wenn das Wort „Brahman“ (das Göttliche) oder
„das Absolute“ ausgesprochen wird, ist damit alles gesagt.
31. Wo es Trennung gibt, gibt es kein Brahman, und wo keine Trennung
ist, gibt es keine Welt.
32. Wenn du dich zum Allmächtigen erhebst, erhebt sich die ge-samte
Schöpfung mit dir.
33. Im Moment des Todes hilft dir deine Bildung nicht, dich von einem
Bettler oder Analphabeten zu unterscheiden.
34. Wenn die Seele aktiv wird, wirst du eine Art Aufbrechen deiner
Persönlichkeit erleben.
35. Wenn du dich für deine Mantra-Wiederholung nach Osten wen-dest,
nimmst du jene Kraft, die aus dem Osten kommt, in dich auf.
36. Wenn du dich in den Atman (das Selbst) versenkst, erschaust du
das Selbst. Nur der Atman kennt den Atman.
37. Wenn man erkennt, dass der Atman etwas anderes ist als die Hüllen
(Körper, Geist, Gefühle), erkennt man ihn sofort als Brahman
(das Absolute, das Göttliche).
38. Wenn ein Mensch im Gefühl der Einheit aller Dinge verwurzelt
ist, wird er ein Jivanmukta, d.h. schon während des Lebens be-freit.
39. Wenn der Atman sich im sattvika buddhi (Intelligenz im Zu-stand
der Reinheit) widerspiegelt, nennt man das „chidabhasa“.
40. Solange es jiva srishti (jiva = individuelle Seele, srishti =
Schöpfung) gibt, gibt es Gebundenheit. Dies nennt man anvaya
(Einheit, Verbundenheit).
41. Wenn kein Gefühl von Individualität, jiva srishti, vorhanden
ist, gibt es auch keine Gebundenheit. Dies ist vyatireka (Getrennt-sein,
Gegensatz).
42. Wenn der Geist gelernt hat, dass das Universum die Erschei-nungsform
des Absoluten ist, wird er nicht länger an Objekte denken.
43. Wenn prarabdha (das Karma, das sich jetzt auswirkt) zu Ende ist,
hören alle Handlungen auf. Doch solange es noch wirkt, kann es
nicht einmal durch die Kraft der Meditation überwun-den werden.
44. Wenn der Geist völlig von den Sinnesobjekten zurückgezogen
ist, ist der Höhepunkt erreicht; der Geist ist in Meditation
über das Göttliche Wesen vollständig nach innen gerichtet.
45. Wenn man die Ursache richtig verstanden hat, versteht man gleichzeitig
das Wesen der Wirkung dieser Ursache.
46. Wenn sich der Geist ein Objekt vorstellt, dann lass ihn in dem
Objekt die gewaltige Tiefe Brahmans (des Absoluten, Göttli-chen)
erkennen, welche die Wirklichkeit des Objektes ist und ohne die es
nicht existieren kann.
47. Wenn das Interesse an Namen und Formen aufhört, steht der
Meditation über Brahman, das Absolute, nichts mehr im Weg.
48. Wenn wir bei geöffneten Augen wirklich sehen können,
erken-nen wir, dass das Absolute, Brahman, sich überall ausbreitet;
Namen und Formen überlagern nur diese absolute Existenz.
49. Wenn das absolute Bewusstsein eine augenscheinliche Verbin-dung
mit den drei Körpern - dem physischen grobstofflichen, dem feinstofflichen
und dem kausalen Körper - eingegangen ist, dann wird es jiva
(individuelle Seele) genannt.
50. Wenn man zum Bespiel einen Stein sieht, sollte man dessen Seinsaspekt
von seinem Namen und seiner Form trennten; so kann über das Wesen
des Steins als einen Aspekt des Brahman (des Göttlichen) meditieren.
51. Wenn du im Schlaf weißt, dass du schläfst, dann wird
das „Sa-madhi“ (Überbewusstsein) genannt.
52. Wenn du über das Absolute meditierst, denkst du in Wirklich-keit
an dich selbst. Der Atman (das Selbst) ist nichts anderes als der
Paramatman (das Höchste Selbst; Gott, der im Herzen weilt). Du
verschmilzt damit.
53. Wenn du schreibst, bewegt sich die Feder. Ist es die Feder, die
schreibt?
54. Wenn du träumst, scheinen die Objekte, die du im Traum siehst,
wirklich zu sein; aber jetzt sind sie unwirklich. Du hast sie transzendiert.
55. Wenn du atmest, verbindest du dich auf natürliche Weise mit
dem kosmischen Prana (Lebensenergie). Die Absicht in der Meditation
ist es, das eigene Prana mit dem kosmischen Prana zu verbinden.
56. Als das Ego sich Gott näherte, verschwand Gott; denn Gott
ist, und das Ego ist nicht. Deshalb konnte Indra (der König der
En-gelswesen) das Absolute nicht sehen.
57. Wenn das Objekt zum Subjekt wird, dann ist das Yoga. Du musst
das Objekt als Subjekt sehen.
58. Wenn du jemanden oder etwas als ein Objekt ansiehst, ist das eine
Beleidigung für diesen Menschen oder diese Sache.
59. Wenn dein Wille dem allumfassenden Willen zugewandt ist, werden
dein Wunsch, Wille, Handeln und deine Art zu denken ein Teil des Gesetzes
des Universums.
60. Wenn du das Ganze vom Ganzen wegnimmst, bleibt trotzdem das Ganze.
So soll symbolisch ausgedrückt werden, dass eigent-lich nichts
geschieht.
61. Wann immer man anfängt zu denken, ist der Gedanke ein Ge-danke
an ein Objekt, sei es physisches Objekt oder eines in Form eines Begriffs,
einer Vorstellung.
62. Wenn wir sagen, dass Wahrheit nicht relativ ist, dann haben wir
bereits alles über sie gesagt.
63. Wenn der Mensch seine Zukunft nicht kennt, befindet er sich in
einem Zustand der Unsicherheit.
64. Wenn man krank ist, zum Beispiel, wenn man eine Erkältung
hat, fühlt sich der ganze Körper krank und nicht nur die
Nasen-löcher oder die Nase.
65. Wenn man einem sehr starken Wunsch oder einer tiefen Lei-denschaft
unterliegt, funktioniert keine Logik mehr.
66. Wenn die Reaktion aufhört, wenn ihr Druck weggenommen wird,
dann verflüchtigt sich die Individualität und man erlangt
Befreiung von der Knechtschaft des Getrenntseins.
67. Wenn wir in einem Zustand der Meditation sind, sind wir in der
Kirche Christi.
68. Wenn man sich zur Meditation hinsetzt, sollte keinerlei Besorg-nis
da sein.
69. Wenn Gott ist, hört der Mensch auf zu sein.
70. Wenn es heißt, Gott sei transzendent und jenseits der Welt,
be-deutet das nicht, dass Gott irgendwo oben im Himmel sitzt.
71. Wenn das Bewusstsein eines Objektes bewusst ist, wird es Geist,
Verstand, Denken genannt. Ohne Objekt kann der Geist nicht da sein.
72. Wenn der Mensch lernt, in Einklang mit der Natur zu sein, ist
das die erste Stufe des Yoga.
73. Wenn du und ich an Gott denken, dann denken wir normaler-weise
an den (heldenhaften personifizierten) Gott der Epen, nicht an den
(abstrakten, absoluten) Gott der Upanishaden (ein Teil der heiligen
Schriften; Schlussteil der Veden) und der Ve-den (älteste indische
heilige Schriften; Offenbarung).
74. Wenn wir sagen, dass Christus der Menschensohn war, meinen wir
damit, dass Er ein Ausdruck allumfassenden Menschseins war.
75. Wenn du über neun hinausgehst, betrittst du die Unendlichkeit.
Es gibt nur neun Zahlen. Es gibt keine zehn Zahlen.
76. Wenn der Atman (das Selbst) durch die Unkenntnis seiner Natur
verhüllt ist, beginnen die Winde der Wünsche als heftige
Stür-me zu wehen.
77. Wenn du das Höchste Wesen erreichst, wirst du zu diesem all-umfassenden.
Du gehst nicht als Herr Soundso oder Frau So-undso dorthin.
78. Wenn du den spirituellen Pfad betrittst, gehst du gleichzeitig
den Pfad kosmischer Verbindung.
79. Wenn wir vom Selbst sprechen, meinen wir damit, das Selbst ist
Bewusstsein.
80. Wenn du dich auf die Ebene Gottes erhebst, wirst du von einem
Ozean erfüllt, der dich von allen Seiten mit nektargleichem Ge-schmack,
Schönheit, Erhabenheit und Herrlichkeit überflutet.
81. Wenn du ein äußeres Objekt begehrst, führt der
Wunsch zu Bindung; aber der Wunsch führt zur Befreiung, wenn
sein Ge-genstand Gott ist.
82. Wenn du einen äußeren Gegenstand siehst, siehst du
ihn nicht in seiner wirklichen Form. Wir sehen Dinge nicht in ihrer
ur-sprünglichen Art und Weise.
83. Wenn sich der Geist ins Herz zurückzieht, bedarf er keiner
wei-teren Nahrung von außen.
84. Als Gott die Welt erschuf, hat er keinen Fehler gemacht. Es ist
ein Irrtum, anzunehmen, dass wir Seine Schöpfung verbessern.
85. Wenn du über Brahman (das Absolute) nachdenkst, kannst du
es dir nicht als etwas anderes als Vollständigkeit vorstellen.
86. Wenn das Wissen über den Atman (das Selbst) aufsteigt, hört
der Wunsch nach Dingen automatisch auf.
87. Wenn wir denken, dass das Objekt, das wir erfahren, sich au-ßerhalb
von uns befindet, ist das unser Fehler.
88. Wenn wir irgend einen Aspekt einer Sache unberücksichtigt
las-sen, kennen wir die Natur dieser Sache nicht wirklich.
89. Wenn wir Wissen über eine Sache haben, dann sind wir nicht
daran gebunden, sondern haben die Herrschaft darüber.
90. Wenn du das Gesetz nicht verstehst, wirkt es sich auf dich aus.
91. Wenn die letzte höchste Ursache erreicht ist, hört der
Vorgang der Absorption auf.
92. Wenn wir eine Handlung ausführen, laden wir etwas ein, rufen
etwas herbei, erwecken die Aufmerksamkeit von etwas, um es zu erfahren.
93. Wenn ein Objekt Teil unseres eigenen Körpers wird, stört
es uns nicht länger, weil es gar kein mehr Objekt ist. Es ist
ein Subjekt. Das Objekt ist durch Vaishvanara-Meditation („Vaish-vanara“
= „allen Menschen gehörig“; Wachzustand; Sonne, Feuer)
zum kosmischen Subjekt geworden.
94. Wann immer wir ein Objekt sehen, sehen wir eine Seite des Ab-soluten,
einen Aspekt der Manifestation eines einzigen Seins.
95. Wenn der Körper alt wird, wird das (spirituelle) Herz nicht
alt. Es wird nicht zerstört, wenn der Körper zugrunde geht.
Es ist die Stadt der Götter.
96. Wenn dieser Körper geht, dann geht auch der Atman (das Selbst),
sofern der Körper der Atman ist.
97. Wenn wir Gott suchen, ist es Gott, der von innen heraus spricht.
98. Wenn wir im physischen Körper sind, fühlen wir uns nicht
wohl, denn wir sind nicht in unserem natürlichen eigenen Zu-stand.
99. Wenn wir behaupten, nur das Selbst allein existiere, dann bestä-tigen
wir damit die Existenz eines einzigen Seins und schließen die
Vielheit aus; und wenn wir davon sprechen, dass das Eine zu vielen
wurde, sind wir uns des Einen und der Vielheit gleich-zeitig bewusst.
100. Wenn alles verschwunden ist, stellt uns alles, was gerade ver-fügbar
ist, zufrieden.
101. Wenn wir sagen, nur das Selbst allein existiere, dann heißt
das nicht, das es vor vielen Jahren existiert hat und heute nicht
mehr ist.
102. Nur wenn Gott sich in uns offenbart, sind wir glücklich.
103. Wenn ein Engel oder ein himmlische Wesen oder Gott eine sterbliche
Hülle annimmt, wird das Subjekt zum Objekt und das Objekt zum
Subjekt.
104. Wenn wir einen Menschen oder ein Ding lieben, dann denken wir
an sie. Wenn wir einen Menschen hassen, denken wir auch an ihn.
105. Wenn wir uns nicht um den Körper und seine Bedürfnisse
kümmern, fängt er an zu schmerzen.
106. Wenn das Gleichgewicht durch irgend einen Umstand im Leben gestört
ist, beginnen die Sorgen.
107. Wenn wir uns nicht fügen wollen, unverschämt und grob
sind, sind wir in einem Zustand der Gefühlsregung. Aber dies
ist nicht die Art von Gefühl, von der wir im Zusammenhang mit
Konzentration sprechen.
108. Wenn wir ein geeignetes Konzentrationsobjekt suchen und wäh-len
wollen, müssen wir darauf achten, ob es gefühlsmäßig
zu uns passt.
Hari Om Tat Sat
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