Aug 27 2017

Was macht einen guten Yogalehrer aus?

Abgelegt 05:45 unter Hatha Yoga,yoga-blog-news


Muss ich als Yogalehrer einen Handstand können? Was macht einen guten Yogalehrer, eine gute Yogalehrerin aus?

Das ist eine Frage, die oft in der Yoga Vidya Yogalehrerausbildung gestellt wird. Viele können keinen Kopfstand und bei fortgeschritteneren Asanas wie Vrkshasana (Handstand), Hanumanasana (Spagat) oder Eka Pada Raja Kapotasana (Taube) müssen die meisten passen.

Wäre das Beherrschen dieser Positionen der Indikator für eine*n gute*n Yogalehrer*in, hätten wir nur sehr wenige davon. Zum Glück geht es im Yoga um etwas anderes. Nämlich darum, dass die Schüler in der Yogastunde die Erfahrung von Einheit und tiefer Harmonie machen.

Um ihnen das zu ermöglichen, muss ein/e gute/r Yogalehrer/in aufmerksam sein und sensibel für die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Yogalehrer muss einen Raum schaffen, in dem sich die Schüler aufgehoben fühlen, loslassen und entspannen können.

Es geht darum zu erkennen, was die Schüler, die jetzt gerade vor Dir stehen, brauchen. Dies kann von Woche zu Woche unterschiedlich sein, obwohl es die selben Menschen sind. Deshalb sollte der/die Yogalehrer/in immer wach sein und ein gutes Einfühlungsvermögen haben.

„Practise what you teach“

Es ist viel wichtiger die Schüler immer wieder zum genauen Spüren, achtsamen Atmen und zu einem liebevollem Umgang mit ihrem Körper zu ermutigen, als abgefahrene Asanas mit ihnen zu praktizieren.

Dennoch sollten die körperlichen Grenzen des Yogalehrers keine Beschränkung für den Yogaunterricht darstellen. Das bedeutet, dass auch Asanas unterrichtet werden können, die der/die Yogalehrer/in selbst nicht beherrscht, wenn dies im Sinne der Schüler ist.

Um dies zu tun zu können, ist es wichtig, dass Du diese Stellungen selbst übst. Denn nur so weißt Du, auf was es bei den Asanas ankommt und wie Du sie vermitteln kannst. Gleichzeitig kennst Du durch deine eigene Praxis entsprechende Vorübungen und bist mit dem Einsatz von Hilfsmitteln vertraut. So kannst Du Deine Schüler auf dem Weg in das Asana begleiten.

Ob Du selbst bis in die Endstellung kommst, spielt dabei keine große Rolle. Natürlich ist es wichtig weiter dran zu bleiben, aber auch Yogalehrer/innen sollten liebevoll und achtsam mit ihrem Körper umgehen und sich nicht in Stellungen zwängen, für die ihr Körper noch nicht bereit ist.

Wie weiter oben schon gesagt: Im Yoga geht es nicht darum eine bestimmte Körperhaltung zu erreichen, sondern um die innere Haltung. Es geht darum Ego, Ziele und Ehrgeiz los zu lassen und zu üben, um des Übens Willen. Hatha Yoga dient nicht zuletzt dazu, Körper, Geist und Seele in einem Zustand von Harmonie und Einheit gegründet zu wissen.

Das ist demütiges Üben. Eine Praxis, die achtsam ist, im Atemfluss und mit vollstem Respekt vor dem eigenen Körper. Im Vertrauen, dass immer das Richtige geschieht. Es ist eine Gnade die kommt, oder auch nicht.

Aber während Du das ein oder andere Mal ambitioniert Yogapositionen übst, wirst Du viel über Deinen Körper und das Asana erfahren, so dass Du Deinen Schülern wertvolle Tipps geben kannst. Deswegen halte ich das letzte der Yoga Vidya Unterrichtsprinzipien für das aller wichtigste:

Teach what you practise, practise what you teach.“

Dadurch entsteht Authentizität und es beinhaltet, dass ein/e Yogalehrer/in immer auch Schüler/in ist. Wenn Du selbst praktizierst, wirst Du automatisch klar, wach und einfühlsam. Du wirst die Verbundenheit mit den Meistern spüren und ihre Energie wird durch Deine Yogastunden fließen und Dich und Deine Schüler tragen.

Om Shanti

Quellen:

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Gauri Reich ist Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Yoga Personal Trainerin, Inner Flow Vinyasa Teacher und Diplom Betriebswirtin. Gauri praktiziert Yoga seit 2011.

Nach ihrer Yogalehrer Ausbildung lebte sie fast 2 Jahre im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Ihr Yogaunterricht basiert auf dem Yoga nach Swami Sivananda, der mal durch fließende Elemente aus dem Vinyasa, mal durch exate Ausrichtungsprinzipien aus dem Iyengar Yoga und mal durch ganz viel Bhakti und Mantras ergänzt wird.

» Hier findest du weitere Artikel von Gauri im Yoga Vidya Blog

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Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya

Die Yogalehrer-Ausbildungen bei Yoga Vidya basieren auf dem ganzheitlichen Yoga nach Swami Sivananda. Wenn hilfreich, fließen verwandte Techniken mit ein. Erkenntnisse aus Naturwissenschaft und Psychologie runden die Yogalehrerausbildung ab. Wir vertreten einen pragmatischen, aber doch spirituellen Yoga. Auch Elemente anderer Systeme können integriert werden.

Bei Yoga Vidya angebotene Yogalehrer Ausbildungen sind durch den Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen (BYV) zertifiziert und allgemein anerkannt.

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Erfahre mehr:

Yogalehrer Ausbildung 4 Wochen intensiv – Video-Serie Teil 1/10: 

 

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Ein Kommentar

Ein Yoga Blog Kommentar to “Was macht einen guten Yogalehrer aus?”

  1. Heinz Werneram 3. September 2017 um 08:18 1

    Für mich macht eine guter Yogalehrer(in) aus dass die Asanas die unterichtet werden.anatomisch korrekt ausgefühter werden und die Schüler nicht in Haltungen gezwängt werden für die es eine gute , lange und fundierte Vorbereitung braucht.
    Oft werden die Haltungen falsch und zu schnell gelernt, es gibt kein Arbeiten mit Hilfsmitteln wie im Iyengaryoga.
    Es reicht nicht nur ein paar Stellungen unterichten zukönnen sondern auch Ausrichtung und Hands on sollten dem Schüler helfen.
    Ein guter Yogalehrer braucht sehr viel und jahre lange Erfahrung
    um Yoga zu unterichten und nicht Gymnastik mit Yogaelementen.
    Jahrelange Praxis.und eine fundierte Ausbildung ist von nöten.

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