Dez 03 2017

Warten auf Weihnachten: Die spirituelle Bedeutung hinter der Adventszeit


Heute ist der erste Advent des Jahres 2017 und damit der Countdown hin zum Weihnachtsfest eingeläutet. Man zündet eine Kerze am Adventskranz an – die erste von vieren – und schafft in seinem Zuhause eine heimelige Atmosphäre. Es wird ein wenig festlicher gespeist, als an anderen Tagen und man erinnert sich, an diverse vorweihnachtliche Verpflichtungen.

Die tiefere Bedeutung des Advent ist vielen hingegen nicht mehr geläufig. Genau deswegen entführen wir euch in diesem Artikel zunächst in die Historie dieser besonderen Zeit des Jahres und versuchen dann die Hintergründe zu beleuchten.

Die Ankunft des Königs

Der Begriff Advent entstammt dem griechischen Begriff für Erscheinung, ἐπιφάνεια; epipháneia, und wurde im Römischen Reich verwendet, um die Ankunft und die Anwesenheit von Königen, Kaisern oder Gottheiten auszudrücken. Die Christen übernahmen das Wort schließlich für ihre Beziehung zu Jesus.

Der Advent im christlichen Kontext wurde ursprünglich als Fastenzeit begangen und reichte vom 11.11. bis zum ursprünglichen Weihnachtstermin am 06.01., dem Fest der Erscheinung des Herrn. Nicht nur das Essen war während dieser Zeit reglementiert, auch das Tanzen und Feiern war nicht gern gesehen.

Im 7. Jahrhundert wurde die Adventszeit auf die heute geläufige festgelegt. Somit dauert die christliche Adventszeit 22 bis 28 Tage und startet je nach Jahr zwischen dem 27. und dem 03. Dezember. Im 19. Jahrhundert entstanden die uns heute geläufigen Symbole: der Adventskranz, der Adventskalender oder die Lichterbögen. Bald auch die beinahe restlose Kommerzialisierung der Wochen vor Weihnachten, mit den verkaufsoffenen Sonntagen als deutlichstes Zeichen für diese Entwicklung. Hingegen weitestgehend verloren ging der spirituelle Aspekt …

Der spirituelle Aspekt der Adventszeit

In der dunklen Jahreshälfte fährt unser Organismus die Aktivität zurück, die Tage werden kürzer, der Wunsch nach Ruhe, Wärme und Behaglichkeit steigt. In einem völlig natürlichen Prozess blickt der Geist immer mehr ins Innen statt ins Außen. Vor allem die Weihnachtszeit wurde so auch zu einer Zeit der spirituellen Praxis. Und des Verzichtes: Wie bereits erwähnt, wurde die Adventszeit einst als Fastenzeit begangen – man verzichtete auf bestimmte Nahrungsmittel, verbot sich die schönen Dinge und richtete so den Fokus auf das bevorstehende Fest, an dem die Fülle zelebriert wird. Der Tag folgt der Nacht, das Licht der Dunkelheit – so ist die Fülle der Kontrast zum Verzicht und alles Symbol des Lebens und der Hoffnung auf das herannahende Gute.

Yoga und Advent

Verschiedene Yoga-Aspekte finden eine Entsprechung in der Adventszeit:

So kann man in den vier Adventssonntagen als die vier unteren Chakren symbolisiert sehen, wobei das letzte das Herzchakra ist, welches eröffnet wird (die vierte Kerze wird entfacht), wenn die Niederkunft des Christus‘ gefeiert wird – was man wiederum als Analogie zur Erkennung des innewohnenden Christus-Bewusstseins und dessen Erwachen sehen kann.

Der Weihnachtsbaum kann als ein Symbol für die Erweckung der Kundalini gesehen werden, der göttlichen Kraft in jedem Menschen. Der Energiekanal in unserer Wirbelsäule, die Sushumna, wird vom Stamm symbolisiert, die Zweige und Nadeln sind die davon abzweigenden Energie-Kanäle (Nadis). Kerzen und Christbaum-Schmuck versinnbildlichen spirituelle Erfahrungen, Kreativität, Liebe und andere geistige Fähigkeiten, die man erfahren kann, wenn die Kundalini, das göttliche Bewusstsein, erweckt ist.

Wie du die Adventszeit nutzen kannst:

  • Sehe sie bewusst als Phase der Einkehr und Besinnung – im Gegensatz zu dem, was in der Gesellschaft heute üblich ist. Vielleicht sogar mit Kirchgängen, vielleicht mit mehr Yoga-Stunden, Besuchen in Yogazentren oder auf deine ganz eigene Weise
  • Genieße die sich vermehrenden Lichter und Dekorationen als eine äußere Symbolik für die schrittweise Öffnung der Chakren. Freue dich darüber, dass tiefe spirituelle Wahrheiten auch in der materiellen Welt so zum Ausdruck kommen.

Das ganze Team von Yoga Vidya wünscht dir und deinen Lieben eine liebe- und lichtvolle Adventszeit, tiefe Erkenntnis und Freude und Zugang zu deinem wahren Selbst. Lasse dich ein auf diese besondere Zeit und nutze und genieße die nun vorherrschende Stimmung der Liebe und Besinnlichkeit.

Vielleicht hast du Lust, Weihnachten einmal in einem Ashram zu verbringen, in dem die positive Schwingung und Liebe besonders stark ausgeprägt ist? Oder möchtest Weihnachten zwar mit deinen Lieben verbringen, aber die Zeit zuvor nutzen, um einen spirituellen Ausgleich zu finden. Neben den Angeboten zu Weihnachten und weiteren Angeboten, die sich über unsere Seminarsuche entdecken lassen, kannst du auch als Individualgast in einem unserer 4 Ashrams einkehren.

Schließen möchten wir diesen Artikel mit ein paar besinnlichen Versen zur Adventszeit:

Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
Es war ganz still.
So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
„Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.
Sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde kleiner und kleiner
und war schließlich ganz verlöscht.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
„Ich heiße Glauben.
Aber ich bin überflüssig.
Die Menschen wollen von Gott nichts wissen.
Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und
die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
„Ich heiße Liebe.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen.
Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht die Anderen
die sie lieb haben sollen.“
Und mit dem letzten Aufflackern
war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind ins Zimmer.
Es schaute die Kerzen an und sagte:
„Aber Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein.“
Und fast fing es an zu weinen.

Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort.
Sie sagte: „Hab keine Angst.
So lange ich brenne,
können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.

Ich heiße Hoffnung.“

Mit einem Hölzchen nahm das Kind Licht von dieser
Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

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4 Kommentare

4 Yoga Blog Kommentare to “Warten auf Weihnachten: Die spirituelle Bedeutung hinter der Adventszeit”

  1. Inge Hauseram 3. Dezember 2017 um 08:42 1

    Frohe und gesegnete Adventszeit wuensche ich allen Menschen auf Erden und Frieden🌹

  2. Tesch Jürgenam 3. Dezember 2017 um 09:29 2

    Wünsche ich auch und vielen Dank für das schöne Gedicht j.tesch

  3. Ute Honaueram 6. Dezember 2017 um 10:13 3

    Auch ich danke euch für diesen Artikel und das Gedicht. Es hilft beim adventlichen Innehalten und Sichbesinnen auf das Wesentliche.
    Ich wünsche uns allen Erkenntnis, Demut, Liebe und Freude.

  4. Giuseppeam 10. Dezember 2017 um 14:49 4

    Sehr schönes Gedicht! Vielen lieben Dank dafür. Ich wünsche dir noch einen besinnlichen zweiten Advent.
    LG
    Giuseppe

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